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Archive for the ‘Equipment’ Category

Schön und gut? Oder eben nicht.

29 Jan

Ein Beitrag von: Heidrun Klos

Überlegungen zum schönen und guten Foto

Wenn man, wie ich, in seinem Kunststudium gesagt bekommen hat, die Fotografien, die man mache, seien „zu schön“, dann bildet sich zunächst ein sehr großes Fragezeichen im eigenen Kopf. Doch schon bald kann man es als Herausforderung betrachten, „das Schöne“ zu eliminieren.

Dies ist leichter gesagt als getan, denn man verbindet „schön“ gern mit „gut“ und eben folgerichtig „nicht schön“ mit „nicht gut“ – und wer will schon „nicht gute“ Fotos machen? Doch ist das der Fall? Und außerdem: Was bedeutet denn „schön“ eigentlich? Und „gut“? Und kombiniert: Ist ein schönes Foto eigentlich selbstredend gut? Zeit, die Überlegungen zum schönen und guten Foto niederzuschreiben.

Eigentlich ist „Sehen“ (also auch von Fotos) doch eher ein Prozess, bei dem optische und biologische Vorgänge kombiniert werden mit emotionalem Denken.* Das „reine (objektive) Sehen“ scheint, im Bezug auf Bilder oder Fotos, kaum möglich. Das deutet bereits an, was wohl kaum jemand leugnen kann: Auch das Schöne (lies: ein schönes Foto) also muss subjektiv sein, denn man sieht es.

Es gibt über das Schöne diverse philosophischen Meinungen, doch um diese zu erläutern, ist hier kaum der Ort – und zwar kenne ich die eine oder andere Meinung, jedoch bin ich kein Experte. Allerdings möchte ich – aus persönlicher Vorliebe – verweisen nach Immanuel Kant, der Schönheit in seinem dritten Hauptwerk „Kritik der Urteilskraft“ als „interesseloses Wohlgefallen“ definiert.

 

Klassisch schön – also langweilig?

Die Entscheidung, was schön ist, kann kaum allgemein beantwortet werden, denn sie liegt, wie man so schön sagt, im Auge des Betrachters. Trotzdem kann man bis zu einem gewissen Grad einen Konsens bemerken. Der klassische Schönheitsbegriff orientiert sich an Termen wie Goldener Schnitt, Symmetrie, Harmonie, aber auch Jugend, Kraft und Gesundheit. Zumeist werden Bilder, also auch Fotografien, als schön erfahren, wenn sie sich bildnerisch dieser Elemente bedienen.

Allerdings zeichnet sich mancherorts das Problem des Schönen ab: Es ist schön. Alten (immerwährenden?) Idealen unterworfen, ist es zwar zu benennen, in gewisser Weise auch kulturell belegt und weckt das Interesse, jedoch kann dieses schnell ein oberflächliches sein.

Roland Barthes, Philosoph und Schriftsteller, hat in seinem in der Fototheorie viel zitierten Buch „Die Helle Kammer. Bemerkung zur Fotografie“ zwei interessante Begriffe eingeführt, die er als die „zwei Arten des Interesses an Fotografie“ bezeichnete: Das studium und das punctum. Das studium ist eine Art höfliches Interesse, das – um es kurz zu halten – eher formal ist und in gewisser Weise ein wenig oberflächlich, eine Lektüre.

Das punctum dagegen sei jenes (Subjektive), was ihn an Fotografien tief berühre. Dazu später mehr. Das Schöne also, vermute ich, weckt das Interesse, doch es bleibt allzu leicht beim studium, da das Auge auf der glatten (perfekten?) Oberfläche, der Widerstandslosigkeit des Schönen verweilt – und sich nicht weiter bemüht, es ist geschmeichelt. Schönheit scheint bisweilen langweilig zu werden, eben weil man sich nicht daran reiben kann.

 

Die Verwerfung des Schönen

So wird gern ein Gegenkonzept entwickelt, wie vor allem deutlich in der Mode: Mitte der 90er Jahre etablierte sich beispielsweise der heroin chic, der sich kennzeichnet durch blasse Haut, Augenringe und kantige Knochenstruktur oder ein paar Jahre nach der Jahrtausendwende der geek look, durch den großen Hornbrillen und biederen Kleidungsstücken neues Leben eingehaucht wurde.

Das gemeinhin als schön empfundene wird also mitunter verworfen zugunsten des „anderen Ideals“: Des Widerborstigen und des Spannenden; denn, so mag man nun meinen, die Versuchung liegt nicht in der Perfektion, sondern allzu oft an der Grenze des Kaputten, des Verstörten, des Hässlichen. Gelegentlich mit der notwendigen Portion Ironie garniert. Ist diese Weg-Entwicklung vom Schönen eine Reaktion aus Überdruss, Trotz und Langeweile?

(Dort könnten philosophische oder auch wissenschaftliche Erläuterungen beginnen: Eine Suche nach „allgemeinen Regeln“ dessen, warum das Schöne oft verworfen wird. Und dies soll der Anregung dienen.)

Doch was bedeutet das für die Fotografie? Ist das Schöne überholt? Zu schön, zu harmonisch? Was bliebe, wäre der Bruch. Das Schöne ablösen, es loslösen vom Guten.

Ein Fotograf wird verbal gern mit „einem guten Auge“ ausgestattet – jedoch, was ist denn nun „gut“? Jedenfalls ist es in der Fotografie schon lange nicht mehr einfach schön. Doch ist es das überhaupt je gewesen? Eine erste, vorschnelle Antwort, wäre ja. Doch bereits auf den zweiten Blick muss dies revidiert werden: Sind Diane Arbus’ Fotos schön? Ja und nein. Die Fotografien des Kriegsfotografen James Nachtwey sind nicht „schön“, sie zeigen tiefstes Elend (in einer schockierenden Ästhetik). Oder die verstörenden Bilder des Hans Bellmer?

Dies sind nur drei Bespiele von vielen, bei denen sich gute und schöne Fotografie nicht einfach vereinen lassen. Wie so oft in der Fotografie ist Barthes Terminologie dienlich: Ist das punctum das Schöne? Nicht unbedingt. Es ist, nach Barthes, das, was (be)sticht, verwundet, trifft, das Unbenennbare, die Zufälligkeit der, so meine ich, ebendies auch inhärent ist: Zufällig im Bild, aber auch zu-fällig ans Auge. Ans Herz gar, möchte man sagen.

Das punctum ist es, das ein Foto nachhaltig gut macht, was berührt. Eine gute Fotografie ist – aus meiner inzwischen gewonnen Perspektive – oft nicht schön, ja sogar: Sollte es bisweilen nicht sein. Denn schön, im klassischen Sinne, hält auf, verhindert – blendet. Fotografien sollten „das Andere“ sein, bestechen, irritieren, verstören, sodass der Blick nicht auf der Oberfläche abperlt, sondern eindringt. Ein gutes Foto ist oft jenes, das Blicke aufsaugt wie ausgetrocknete Erde, die, wenn sie vollgesogen ist und ihre tiefe Schwärze zurück hat, fruchtbar wird.

Das Schöne also, im klassischen Verständnis, wird in der (Kunst-)Fotografie oft gemieden, es scheint uns verlitten. Vielleicht liegt das mit daran, dass neben der klassischen Schönheit auch immerzu der Kitsch lauert – obwohl dieser übrigens in der Kunst (und damit viele fotografische Arbeiten eingeschlossen) zunehmend legitim ist. Und warum? Weil er eben nicht schön ist, weil er die Hyperbel der Schönheit ist. Um von der Kitsch- in die Kunstschublade zu gelangen, muss er aber in seiner Ironie erkannt, behandelt und eingesehen werden. Denn Kitsch ist ehrlich (auf eine hochstaplerische Weise), er blendet nicht; er ist ein (Zu-)Geständnis im Mantel der Übertreibung. Ein Schaf im Wolfspelz, sozusagen.

 

Gute Aussichten für das Schöne

Nun ist es also, dass ein gutes Foto nicht notwendigerweise schön ist. Es sogar bisweilen besser nicht sein sollte. (Was übrigens inzwischen zwar kein Fragezeichen mehr in meinem Kopf verursacht, aber dennoch eine Herausforderung bleibt, denn natürlich habe auch ich einen ästhetischen Anspruch.) Nichtsdestotrotz, gute Aussichten für die Schönheit: Auch, ist sie in ihrer klassischen Form nicht immer willkommen, sie ist doch nötig – und sei es als Gegenkonzept – und so manches Foto entfaltet dann eine ganz eigene, bestechende Schönheit.

PS: Wohlgemerkt ist „schön“ ein äußeres und „gut“ eher ein inhaltliches Kriterium, die sich idealerweise vereinen; doch, meiner Meinung nach hat letzteres ersteres irgendwie zur Folge – aber eben nicht unbedingt im klassischen Sinne.

* Recht explizit formuliert dies zum Beispiel Elise Bisanz in „Die Überwindung des Ikonischen. Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Bildwissenschaft“ (mit Verweis zu Derrida).


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Von Plastikfolien und Sequenzen

29 Jan

Ein Beitrag von: Maximilian Kamps

Die Serie, die ich Euch heute vorstelle, trägt den Namen „Splitted Illusion“ und ist eine meiner freien Arbeiten aus dem Jahr 2012. Das Erste, was mir durch den Kopf schoss, als ich diese Serie plante, war: „Splittet Illusion soll anders sein.“ Ich wollte weg von diesem eindeutigen Stil, den mir die Leute nachsagen.

Mein Bestreben war es, Chaos und Ordnung zu verbinden. Ich wollte dem Betrachter einen Freiraum seiner persönlichen Sichtweise über die Serie bieten, ihm aber trotzdem noch eine gewisse Ordnung geben.

Ich persönlich bin ein Mensch, der es absolut nicht leiden kann, wenn einem eine Interpretation von etwas „vorgesetzt“ wird. Kunst ist für mich die absolute Freiheit und diese will ich mir persönlich nicht nehmen und ebenso auch niemand anderem.

Die Serie sollte einen chaotischen, aber zugleich auch klaren und ordentlichen Charakter bzw. Ausdruck haben. Man kann mit Chaos und Ordnung wunderbar spielen, jedoch müssen sie sich meiner Meinung nach die Waage halten.

Mein Kopf sehnte sich einfach danach, sich austoben zu können. Ich wollte nicht die ganze Zeit über irgendein besonderes Konzept nachdenken müssen oder an eine Vorgabe gebunden sein. Ich hatte die Vorstellung in meinem Kopf und das war für mich absolut ausreichend.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich wollte so viel Freiraum für meine persönliche Kreativität sowie auch für die Kreativität meines Teams schaffen, das aus dem Hairstylisten Alexander Pressler und der Visagistin Ines Kehrer besteht.

Um mit Chaos und Ordnung spielen zu können, bediente ich mich der Blitzsynchronisation. Diese schien mir für mein Vorhaben und das Erreichen des gewünschten Ausdrucks der Serie in Verbindung mit einer PhaseOne die beste Wahl zu sein.

Hierbei wird meiner Erfahrung nach am besten die kleinstmögliche Blende gewählt und mit einer Verschlusszeit von etwa einer Sekunde kombiniert. Als nächstes wird die gewünschte Sequenz, die die Anzahl der Blitzauslösungen während der gewählten Verschlusszeit angibt, gewählt.

Zu guter Letzt habe ich ein Intervall angegeben, das die verstrichene Zeit zwischen den Blitzauslösungen angibt. Anders als bei einer Mehrfachbelichtung habe ich mit der Blitzsynchronisation mehr Kontrolle und Flexibilität.

Außerdem mussten tolle Klamotten her. Ich wollte allerdings keine normale Kleidung, sondern etwas Ausgeflipptes. Als ich irgendwann gemütlich eine Kippe rauchen wollte und die Plastikfolie von meiner Schachtel abmachte, fiel mir auf, wie toll sich das Licht darin spiegelt. Sofort rief ich Gina Adler an, eine talentierte Designerin aus dem Raum Stuttgart.

Ich schilderte ihr meine Idee und fragte sie, ob es möglich sei, aus Plastikfolie eine Art Kleid zu kreieren. Sie fand die Idee super und sicherte mir ihre Mitarbeit zu.

Die Sache mit der Plastikfolie war mir aber noch etwas zu neutral. Um den Bildern noch etwas mehr Leben einzuhauchen, entschied ich mich dafür, einfach Farbfolien zu verwenden.

Inzwischen liebe ich es, mit Farbfolien zu arbeiten. Es ist Wahnsinn, wie viel sie ausmachen können. Besonders bei diesem Shooting ist mir das klar geworden.

Ich hoffe, dass Euch die Bilder zusagen und bin gespannt auf Eure Meinung.

Model: Maya Stepper @ S-Models


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28. Januar 2013

29 Jan

Ein Beitrag von: Rebekka Plies


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Lightning Strikes the iPad SD Card Reader

29 Jan

Everybody be cool! No iPads have been harmed.

We’re just excited that the iPad SD Card Reader now comes with a Lightning connector for the new iPad (formerly known as the iPad 4) and iPad Mini.

Get a look at your SD card photos on a nice, big screen quickly and easily. The Reader’s smaller than a pack of gum, and plugs in without any messy cables!

The iPad SD Card Reader
$ 20 at the Photojojo Store

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Photojojo

 
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27. Januar 2013

28 Jan

Ein Beitrag von: Torsten Muehlbacher

wintertraum


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browserFruits Januar #4

27 Jan

Kaum ist es 2013, ist auch schon der Januar vorbei. Die Zeit rast und auf allen möglichen Foto-Seiten erscheinen täglich mehr oder weniger lesenswerte Artikel. Wie immer haben wir uns die Mühe gemacht, diejenigen herauszufiltern, die wir besonders gut fanden. Übrigens: Folgt Ihr uns schon auf Twitter? Dort erfahrt Ihr nämlich regelmäßig von vielen Artikeln, die wir hier verlinken, schon früher.

Fotospecial: Schwangerschaft

Flickr

500px

Deutschsprachig

• Der Fotograf Alexander Palacios mag es gern natürlich. In seiner neuen Ausstellung thematisiert er die Bewegung – und bestätigt ungewollt ein altes Klischee.

• Kodak versucht einen Neuanfang als Druckspezialist.

• Bilder mit schwebenden Objekten der Fotografin Cerise Doucède: Keine Fotomontagen, sondern detailverliebte Aufhängearbeit.

• Toshiba arbeitet an einer Lichtfeldkamera speziell für Smartphones. Die damit gemachten Bilder lassen sich im Nachhinein an beliebiger Stelle fokussieren. Unter dem Namen „Lytro“ gibt es diese Art Kameras bereits ohne Telefonfunktion.

• Zugegeben, eine sehr umfassende Empfehlung: Kennt Ihr schon die Sparte „Fotografie“ des Magazins art? Hier gibt es viele spannende Künstler zu entdecken. Eine Perle auch die wöchentliche Serie „Akt Now“.

~

International

• Eindrucksvolle Bilder von einem Feuerwehreinsatz im Winter: Das Löschwasser bildet nach und nach eine spektakuläre Eiskruste um die brennende Lagerhalle.

• Ziemlich selten: Farbfotos aus den früher 1900er Jahren in Paris. Die Welt war früher tatsächlich auch bunt.

• Bei Lomography gibt’s die Geschichte von Anton Orlov, der in einer antiken Kamera ein paar Fotos aus dem Ersten Weltkrieg gefunden hat.

• Boooh! Warum Du einen Horror-Film sehen solltest, bevor Du eine Ausstellung besuchst.

• Der Zahn der Zeit: Wunderschöne, verwitterte Daguerreotypien aus dem 19. Jahrhundert.

• Hier findet Ihr großartige 360°-Panoramen aus aller Welt. Wer Russisch spricht, ist im Vorteil.

• Zwei unvergessliche Fotos von Kindern hat Mark Tucker gemacht.

• Im Kunst-Blog des Guardian finden wir eine tolle Liebeserklärung an die Fotografie, die darin als das Ausdrucksmedium unserer Zeit deklariert wird.

• Mit besonderer Empfehlung unseres Herausgebers: Dieser persönliche Artikel über Hightech-Gagdets und eigene Kreativität ist einer der besten zur Thematik.

• Elf brilliante Schwarzweiß-Fotografen auf 500px werden auf PhotoVenture vorgestellt. Sehenswert.

• Straßenfotografen aufgepasst: Timothy Agees große Interviewreihe könnte Euch interessieren, denn er stellt dabei einigen tollen Leuten jeweils zehn Fragen.

• Habt Ihr die tollen Fotos aus Bjarke Ahlstrands „12 Monate, 12 Objektive und Kameras“ gesehen? Für die Kenner lohnt sich auch ein Blick in Bjarkes Bemerkungen.

~

Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

• Die Welt von oben wirkt immer wieder atemberaubend und etwas surreal. Der Bildband „Untouched Nature: Naturlandschaften in Satellitenbildern“ zeigt solche Bilder in fantastischer Qualität, ist mit 49,95 € jedoch nicht ganz so günstig.

• Die Architekturbilder von Michael Wolf zeigen Gebäude in Megastädten. Einen kleinen Einblick in die Fotos aus dem Bildband „Architecture of Density“ gibt es bei Zeit Online.

~

Videos

Der neue Werbespot „Soul“ für die Leica M-Monochrom wird zur Zeit heiß diskutiert. Was denkt Ihr? Genial oder geschmacklos?

 

Der Magnum-Fotograf Chim fotografierte nach dem zweiten Weltkrieg in fünf europäischen Ländern Kinder, die zu Opfern wurden. Dieses Video zeigt Hintergründe und Bilder.

 

Die Ästhetik von Slowmotion-Videos ist unvergleichlich. Außerdem: Fühlt Ihr Euch am Schluss des Vidoes auch an unser Interview mit Charles le Brigand erinnert?

~

Ausstellungen

Horst P. Horst: Icons of Fashion and Beauty
Zeit: 23. November 2012 – 2. Februar 2013 (verlängert!)
Ort: Bernheimer Fine Art Photography, Brienner Straße 7, 80333 München
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Andreas Fischer – TANTE HILDE
Zeit: 20. Januar – 23. Februar 2013
Ort: kunstraum FRÖAUF, Berlin
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Vattenfall Fotopreis 2012
Zeit: 25. Januar – 24. Februar 2013
Ort: C/O Berlin
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Rainer Schlegelmilch – “50 years of Formula 1 Photography”
Zeit: 25. Januar – 2. März 2013
Ort: Leica Galerie Frankfurt, Am Salzhaus 2, Frankfurt am Main
Link

Franziska Strauss – Vert
Zeit: 19. Januar – 3. März 2013
Ort: Contemporary Art Berlin
Link

Harold E. Edgerton – Seeing the Unseen
Zeit: 25. Januar – 8. März 2013
Ort: Feroz Galerie, Prinz-Albert-Str. 12, Bonn
Link

The concerned photographer – Fotografien von Jürgen Schadeberg
Zeit: 11. Januar – 16. März 2013
Ort: Gallery argus fotokunst, Marienstr. 26, Berlin /Mitte
Link

Christer Strömholm – Post Scriptum. Retrospektive
Zeit: 19. Januar – 17. März 2013
Ort: C/O Berlin
Link

Fremdes sehen. Monika Huber: Einsdreißig; Ingeborg Lüscher: Die andere Seite
Zeit: 26. Januar – 21. April 2013
Ort: Situation Kunst (für Max Imdahl), Nevelstr. 29c (im Parkgelände von Haus Weitmar), 44795 Bochum
Link

AGES – Porträts vom Älterwerden
Zeit: 22. März – 28. Juli 2013
Ort: Die Photographische Sammlung, Köln
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Mehr aktuelle Ausstellungen

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, bekommen wir eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.


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26. Januar 2013

27 Jan

Ein Beitrag von: Mario Traar

© Mario Traar


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Der Fuchs: bejagt, verdrängt und wunderschön

26 Jan

Ein Beitrag von: Hermann Hirsch

Der Fuchs hat es oft nicht leicht. Er wird stark bejagt, seine Lebensräume und Nahrungsangebote verknappen sich häufig, Krankheiten setzen ihm zu und auch im Volksmund ist er nicht gerade beliebt.

In Wahrheit ist der Fuchs ein sehr schlaues, schönes und zu unrecht so häufig gehasstes Tier! Im Frühjahr 2011 fing ich an, Fuchsbauten in meiner direkten Wohnumgebung in Dortmund zu suchen, um ein Fotoprojekt zu starten, das mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte.

Einen schönen Fuchsbau zu finden, der im Optimalfall möglichst ungestört liegt und abends noch etwas Sonne abbekommt, ist eine nicht ganz leichte Aufgabe, da in einer Stadt wie Dortmund jede noch so kleine Grünfläche von häufig leider sehr rücksichtslosen Hundebesitzern frequentiert und somit für Füchse beinahe unbewohnbar wird.

Nach einigen Wochen des Umhörens, Auskundschaftens und gezielten Suchens fand ich tatsächlich einen befahrenen Bau mit Jungfüchsen auf einem Feld nur wenige Fahrrad-Minuten von meinem Zuhause entfernt.

Das war Ende April und ich fing sofort an, den Bau jeden Tag zu besuchen und die kleinen zu beobachten.

Nach ein bis zwei Wochen wagte ich mich nach und nach etwas näher an den Bau heran und stellte fest, dass trotz Rückenwind die kleinen Füchse nicht viel Angst vor mir hatten. Wenn ich meine Tarnung jedoch vorsichtig ablegte, so reagierten sie deutlich scheuer.

Doch auch so folgten unbeschreiblich schöne drei Wochen des Fotografierens, in denen ich jeden Tag bis zu fünf Stunden vor Ort war.

Natürlich erzählte ich auch dem einen oder anderen Fotokollegen von meinem Glück und nahm einen guten Freund von mir auch einmal mit zum Bau. Was mich nicht überraschte, war, dass die Füchse plötzlich vollkommen anders reagierten, da sie meinen Freund als fremd und neu wahrnahmen.

Sie schienen eine Art von Vertrauen zu mir aufgebaut zu haben, was mir ein gutes Gefühl gab, da ich mir häufig anhören musste, dass man mit Wildtieren nicht so umzugehen hat, weil sie sonst beispielweise in die Städte kommen und im Müll nach Fressbarem suchen.

Die Füchse wuchsen rasch heran und wurden immer selbstständiger. Ihre Streifzüge wurden länger und die Füchse entfernten sich immer weiter vom Bau. Ende Mai wartete eine vier-tägige Finnlandreise auf mich, die ich nicht verschieben konnte und auch nicht absagen wollte.

Ich verließ also schweren Herzens Deutschland und „meine“ Füchse, um im Norden Küstenseeschwalben fotografieren zu gehen. Als ich wieder zurück kam, war meine erste Tat selbstverständlich, die Füchse besuchen zu gehen.

Zu meiner Enttäuschung konnte ich keine Füchse entdecken – sie waren während meiner Abwesenheit ausgezogen und selbständig geworden. Von den Erlebnissen aus 2011 angespornt, machte ich mich im Frühjahr 2012 noch früher als im vergangenen Jahr auf die Suche nach den kleinen roten Vierbeinern.

Am gleichen Bau wie im Jahr zuvor schienen sie leider nicht zu sein, doch am Nachbarbau, der keine 100 Meter neben dem alten lag, tat sich etwas. Mit der Wildkamera observierte ich über Wochen das Verhalten der Fähe, die den Bau regelmäßig besuchte und auch das eine oder andere Junge konnte ich nachweisen.

Leider kamen die Jungen so gut wie gar nicht im Tageslicht an die frische Luft, was das Fotografieren für mich unmöglich machte.

Es verging Woche für Woche und die Füchse wuchsen heran, ich blieb jedoch vollkommen ohne brauchbare Fotos! Bei meinem 67. Besuch des Baus sah ich endlich, worauf ich so lange gewartet hatte: Drei junge Füchse spielten vor dem schönsten der vier Eingänge des Baus drei Stunden lang vor dem Sonnenuntergang.

Direkt am nächsten Tag saß ich mit voller Kameraausrüstung bereit. Die Kleinen kamen nicht. Es dämmerte… nichts! Doch dann, als ich gerade einpacken wollte, kamen zwei der kleinen Racker raus, schnupperten kurz, lieferten sich eine kleine Rangelei und waren auch schon wieder verschwunden.

Es sollten die einzigen schönen Momente sein, die ich 2012 zusammen mit Füchsen verbringen durfte.

Am Folgetag war ich natürlich direkt wieder vor Ort und sah schon aus der Entfernung einen Jungfuchs etwa zehn Meter vom Bau entfernt auf dem Boden liegen und ruhen. Ich näherte mich, was der Kleine völlig ignorierte.

Aus einer Entfernung von zehn Metern beobachtete ich ihn. So langsam begann ich mich zu wundern, denn auch wenn Jungfüchse zumeist keine große Scheu haben, so sind sie doch an allem Neuen immer sehr interessiert.

Ganz offensichtlich stimmte hier etwas nicht – es ging dem kleinen Jungfuchs ganz und gar nicht gut. Er versuchte aufzustehen, was ihm nicht richtig gelang. Immer wieder brachen seine Beine weg, fiel er um.

Er schleppte sich ins Feld, um dort völlig apathisch kleine Kreise zu ziehen und sich letztendlich geschützt zwischen dem Getreide auf den Boden zu legen – er sollte nicht mehr aufstehen.

Es folgten qualvolle Momente, in denen der Kleine von Krämpfen geschüttelt auf dem Boden lag und jaulende Laute von sich gab. Während die Muskelkrämpfe wie Blitze durch seinen Körper schossen, saß ich in einiger Entfernung und fühlte mich vollkommen hilflos.

Nach 40 schrecklichen Minuten des Leidens hörte das Jaulen auf – der Fuchs war tot.

Es ist recht wahrscheinlich, dass all seinen Geschwistern dasselbe widerfahren ist, da die Symptome auf Staupe, eine Virusinfektion, hindeuten, die sich unter den kleinen Füchsen sehr schnell verbreitet.

Hierbei konnte ich leider nichts tun, da selbst, wenn ein Tierarzt sofort herbeigeeilt wäre, er bei einem Jungtier keine sichere Behandlung hätte durchführen können.

Sich diese Tragödie anschauen und völlig machtlos daneben stehen zu müssen, war sehr hart. Natürlich war das nicht die Saison, die ich mir vorgestellt hatte. Das Projekt für 2012 ist mit den Jungfüchsen gemeinsam gestorben.

Ich war 2012 in drei Monaten 70 Mal am Bau, was ungefähr einer Zeit von 50 Stunden entspricht. Der Traum, meine Fuchsserie aus dem vorherigen Jahr fortzusetzen, ist also trotz sehr großer Vorbereitungsmaßnahmen auf traurige Art und Weise zumindest für dieses Jahr gescheitert.

Ich erhoffe mir – aber besonders für die Füchse, die ich so liebe – ein besseres Frühjahr 2013. Dann hoffentlich mit so schönen Ergebnissen wie im Jahr 2011, als ich die Füchse bei den ersten Wochen ihres Lebens begleiten durfte.


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25. Januar 2013

25 Jan

Ein Beitrag von: Flo Dystopia

Leipzig. © Flo Dystopia


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Im Gespräch mit Astrofotograf Sylvain Girard

25 Jan

Heute nehmen wir uns wieder einem fotografischen Genre an, das kaum verbreitet, aber deshalb mitnichten weniger interessant ist. Wer hat nicht schon einmal einen Moment erlebt, in dem er fasziniert in die nächtlichen Weiten des Himmels geschaut hat, in denen Abermillionen Sterne und Galaxien zu sehen sind?

Genau diesen, weit entfernten Phänomenen nimmt sich der Franzose Sylvain Girard an, der etwas aus dem Nähkästchen über Philosophie und auch Technik plaudert.

Um in den optimalen Genuss seiner Fotos zu kommen, empfehlen wir dringend, die Bilder ganz groß in der Lightbox zu betrachten, da die verkleinerte Anzeige hier leider bei den besonders detaillierten Bildern zu Artefakten führt!

Hallo Sylvain. Danke, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst. Zuerst, erzähl uns doch mal ein bisschen was über Dich: Wer bist Du, was machst Du?

Ich bin ein Astro- und Landschaftsfotograf. Schon seit meiner Kindheit war ich von Astronomie begeistert. Mein erstes Teleskop hatte ich im Alter von 12 Jahren. 2006 kaufte ich mir dann eine DSLR für Astrofotografie.

Sie ließ mich auch die normale – taghelle – Welt neu entdecken und meine Liebe für Natur und das Wandern brachten mich zur Landschaftsfotografie. Nun, wenn der Himmel klar und ohne Mond ist, fotografiere ich Objekte, die tief im Himmel versteckt sind. Und in der übrigen Zeit wandere ich in den Bergen und betreibe dort Landschaftsfotografie.

Warum Astronomie? Was fasziniert Dich an Sternen und Nebeln?

Das ist eine sehr gute Frage! Tatsächlich weiß ich es nicht so richtig. Ich denke, ich war schon immer fasziniert von Dingen, die dahinter sind: Hinter einem Wald, hinter einem Berg, hinter dem, was meine Augen sehen können. Die Unermesslichkeit des Universums bietet eine riesige Anzahl an Möglichkeiten.

Wenn wir mit den Augen durch ein Teleskop eine Galaxie betrachten, sehen wir nur einen undeutlichen, verschwommenen Punkt. Das ist weit entfernt von dem Anblick, den ein Foto bietet. Dieser undeutliche Punkt wird von Billionen von Sternen geformt. Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass die meisten Sterne auch Planeten haben, einige von ihnen könnten bewohnbar sein. Wie viele Zivilisationen könnten da draußen sein? Und das ist nur ein Beispiel.

Anders als die meisten anderen fotografischen Genres hat die Astronomie nur einen einzigen Himmel, in den wir alle hinaufschauen und es gibt auch nur eine Perspektive dafür. Fühlst Du diese Grenzen? Gibt es Dinge in der Astrofotografie, die das ausgleichen?

Ja, manchmal nehme ich diese Grenzen wahr und frage mich, was ich wohl tun werde, wenn ich einmal jedes Objekt fotografiert haben sollte, das ich fotografieren kann. Aber wenn man bedenkt, dass ich eine ganze Nacht für ein einziges Foto brauche, habe ich noch viel Arbeit vor mir!

Die wichtigste Einschränkung für mich ist der künstlerische Aspekt. Astrofotografie ist ziemlich technisch und es gibt wenig Raum für künstlerische Überlegungen. Man kann nicht mit Tiefenschärfe spielen, weil alle Objekte praktisch in der Unendlichkeit angeordnet sind und die Kompositionen etwas simpel sind.

Meistens besteht die Komposition daraus, das jeweilige Objekt in der Mitte des Bildes zu platzieren. Ich versuche, mit Kompositionen zu spielen, indem ich die Bildgegenstände außerhalb der Mitte positioniere, die Drittel-Regel anwende oder mit etwas anderem optisch ein Gegengewicht ins Spiel bringe. Eine kleine Galaxie in der unermesslichen Weite eines Sternenfeldes oder ein Nebel inmitten von Staub, zum Beispiel.

Die Deep-Sky-Fotografie kann spezialisiert werden. Was ich tue, nennt sich Wide-Field-Abbildung. Ich benutze kurze Brennweiten, um große Teile des Himmels aufzunehmen. Nunja, man sollte es vom astrofotografischen Standpunkt aus bewerten, denn die Brennweiten, die ich benutze – 387mm und 530mm – sind für die traditionelle Fotografie natürlich schon sehr lang.

Einige Astrofotografen benutzen Filter, um Falschfarbenaufnahmen zu machen, andere nutzen lange Brennweiten, bis zu mehreren Metern, um detaillierte Bilder von kleinen Objekten wie Galaxien und planetarischen Nebeln zu machen. Der Fortschritt der digitalen Abbildungstechniken erlaubt uns, Bilder zu machen, die selbst für professionelle Observatorien vor 10 oder 15 Jahren völlig unmöglich waren. Wir entdecken also Teile des Himmels ganz neu.

Wie bereitest Du eine Session vor? Wie wählst Du Deine Motive aus?

Ich wähle meine Motive vor allem abhängig von der Jahreszeit. Man kann Orion nicht im Sommer fotografieren, weil er einfach nicht sichtbar ist. Der Frühling ist die Galaxien-Jahreszeit und der Sommer ist am besten für Nebel und die Milchstraße geeignet. Das Zielobjekt muss für eine möglichst lange Zeitspanne der Nacht sichtbar sein.

Ich benutze auch Astronomie-Softwares wie Cartes du Ciel, WIKISKY oder Microsoft WorldWide Telescope, um meine Zielobjekte auszusuchen, zu planen, wie ich sie ins Format setze und um ihre Sichtbarkeit zu überprüfen.

Wenn der Neumond sich nähert, beginne ich, das Wetter im Auge zu behalten. Wenn der Himmel klar ist, packe ich meine Ausrüstung ins Auto und fahre zu einem meiner für Astrofotografie tauglichen Orte in den Bergen, wo es keine Lichtverschmutzung gibt.

Wahrscheinlich ist die eigene Ausrüstung in der Astrofotografie wichtiger als in vielen anderen Genres. Hast Du ein paar Tipps für Anfänger?

Ja, die Ausrüstung ist wichtig und kann auch schnell teuer werden. Die Qualität des verfügbaren Himmels und die Erfahrung des Astrofotografen kann auch große Unterschiede machen. Aber man kann mit einem relativ günstigen Teleskop anfangen. Ein 150/750mm Newton-Teleskop mit parallaktischer Montierung und eine günstige DSLR sind ein guter Anfang für die Deep-Sky-Fotografie. Damit habe ich auch angefangen.

Man kann es gut schrittweise aufbauen: Man beginnt erst damit, für ein paar Hundert Euro ein Teleskop zu kaufen und Erfahrung in der Beobachtung astronomischer Phänomene im Allgemeinen zu sammeln. Ich denke, dass es sinnvoll ist, eine solide Erfahrung in der Beobachtung zu haben, bevor man mit der Fotografie beginnt.

Danach versucht man sich am Fotografieren mit der DSLR, die man schon hat oder kauft sich eine günstige. Alles, was man an diesem Punkt noch braucht, ist ein Fotoadapter vom Teleskop auf den T2-Anschluss und ein T2-Adapter auf das eigene Kamera-Bajonett.

Wenn man dann immer noch der Astrofotografie verfallen ist, wird man wahrscheinlich die parallaktische Montierung gegen eine bessere austauschen, da sie der wichtigste Teil in der Abbildungskette ist. Danach wird man seine DSLR modifizieren, indem man den Infrarot-Filter entfernt, ein Autoguider-System (Anm.: zum Nachziehen bei langen Belichtungszeiten) nachrüsten, das billige Newton-Teleskop gegen einen High-End Apochromat-Refraktor austauschen, die DSLR durch eine teure Kamera mit CCD-Sensor ersetzen…

Nunja, wenn man noch Geld hat. Man sollte nicht vergessen, dass auch hier, wie in jedem anderen Genre, die Ausrüstung nicht den ganzen Job macht. Es braucht immer noch Feineinstellung und die Bearbeitung nimmt einen guten Teil der Zeit ein, die man braucht, um ein Bild zu machen.

Der Himmel ist auch sehr wichtig. Alles ist viel schwieriger, wenn man in einer Stadt lebt und nicht bereit ist, stundenlang zu fahren, um einen Platz zu finden, an dem der Himmel überhaupt dunkel genug ist.

Wie sieht’s mit der Nachbearbeitung aus? Welche Rolle spielt sie in Deinen Arbeiten?

Dieser Punkt ist der wichtig in der Astrofotografie, fast so wichtig wie das Bildmaterial an sich. Aber wie in anderen Genres auch, wird man nie ein gutes Bild machen können, wenn die Ausgangsdaten schlecht sind. In der Astrofotografie sind die Raws hässlich, völlig verrauscht. Die Details sind im Rauschen begraben. Die Farben sind schlecht, speziell mit einer umgebauten DSLR.

Grundsätzlich besteht die Technik nun darin, während der Nacht sehr viele Belichtungen des gleichen Objekts zu machen. Anschließend wenden wir Kalibrierungsbilder auf jede Belichtung an und überlagern sie, da Überlagern (Anm.: alle Bilder werden übereinander „gestapelt“) Rauschen drastisch reduziert. Dafür benutzen wir spezielle Software wie Iris oder PixInsight.

Nachdem wir das gestapelte Bild erstellt haben, bearbeiten wir es, indem wir die Farben anpassen, Verläufe entfernen, die Dynamik erhöhen, noch einmal Rauschen reduzieren und so weiter. Die abschließende Bearbeitung kann mit traditionellen Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop gemacht werden.

Ich verwende so einige Stunden auf die ganze Nachbearbeitung. Normalerweise fange ich direkt am nächsten Tag, nachdem ich nachts draußen unterwegs das Ausgangsmaterial aufgenommen habe, damit an. Danach lasse ich das Bild ein paar Tage liegen und schaue es danach noch einmal an, um zu sehen, ob meine Bearbeitung gut war oder nicht.

Meistens habe ich danach noch einmal Änderungen gemacht. Manchmal mache ich sogar die ganze Nachbearbeitung komplett neu. Ein Bild kann eine Menge Informationen enthalten: Schwache Objekte im Hintergrund, Details in den hellen Bereichen. Es ist schwer, alle diese Dinge auch zu zeigen, aber das ist der besonders interessante Teil an der Nachbearbeitung.

Lässt Du Dich auch von anderen Astrofotografen inspirieren und tauschst Dich mit ihnen aus oder ist es eher ein Genre voller Einzelkämpfer, die alle allein durch ihre Teleskope blicken?

Andere Astrofotografen sind auf jeden Fall eine gute Quelle für Inspiration. Ich mag es, auf ihren Webseiten zu stöbern, um neue Objekte für meine Fotos zu finden und zu sehen, wie sie die Dinge angehen. Auch ist es sehr hilfreich, Tipps, Tricks und Kritiken in Foren auszutauschen.

Manchmal passiert es auch, dass ich draußen zufällig andere Astrofotografen treffe, aber meistens bin ich allein. Wenn nicht, dann bin ich mit anderen Amateurastronomen unterwegs, die keine Fotos machen, sondern nur beobachten.

Das Gefühl von Einsamkeit ist schon dominant, aber manchmal fühle ich mich auch privilegiert, verrückt genug zu sein, um ganze Nächte allein draußen in der Dunkelheit zu verbringen.

Letzte Frage: Was sind Deine Träume und Pläne für die Zukunft?

Ich habe schon ein paar Träume in Sachen Astronomie verwirklicht, zum Beispiel habe ich ein starkes Refraktor-Teleskop in einen großartigen Himmel über den Alpen, wo ich wohne, richten dürfen. Ein Traum wäre, es auf die Plattform des Very Large Telescope in Chile zu stellen.

In den nächsten Jahren würde ich gern nach Chile oder Namibia reisen, um den Himmel der südlichen Hemisphäre zu entdecken. Die Atacamawüste ist der beste Platz auf der Erde überhaupt für Astrofotografie. Ich träume davon, eine große Mosaikaufnahme des ganzen Orion-Sternbildes zu machen.

Ich wünsche mir mehr Gelegenheiten, um rausgehen und Astrofotos machen zu können. Ich habe angefangen, ein paar meiner Astrofoto-Abenteuer mit Zeitraffer-Sequenzen aufzunehmen. Und ich würde gern mehr Inspiration für meine Landschaftsfotografie bekommen.

Danke, Sylvain!

Ich habe das Interview mit Sylvain auf Englisch geführt und anschließend ins Deutsche übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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