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Archive for the ‘Equipment’ Category

Im Gespräch mit David Olkarny

11 Feb

David Olkarny, 25-jähriger Fotograf aus Belgien beeindruckte mich mit seinen Arbeiten sofort. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, ihm in einem Interview etwas auf den Zahn zu fühlen. Seine Arbeiten könnt Ihr Euch auf Flickr, Facebook und auf seiner Webseite anschauen.

Hallo David, Deine Fotografien sind ziemlich beeindruckend. Wie bist Du zur Fotografie gekommen und wie lange dauerte es, bis zu dem Punkt zu kommen, an dem Du jetzt stehst?

Danke. In meinem zweiten Studienjahr entdeckte ich die Fotografie für mich. Ich habe Film studiert und meine erste Kamera war eigentlich für Dreharbeiten und verschiedene Aufnahmen gedacht. Ich war von der Qualität der Bilder, die mein neues Spielzeug fabrizierte, aber so begeistert und der Gedanke, dass ich nun atemberaubende Szenarien einfangen oder sogar kreieren konnte, ließ mich erzittern. Es war klar: Ich musste Fotograf werden.

copyrigth by David Olkarny

Die meisten Deiner Fotografien sind gekennzeichnet durch Farben, Accessoires und eine Menge Licht. Kannst Du uns Deine Arbeitsweise, angefangen von der Idee bis zum fertigen Bild, beschreiben?

Ich beginne damit, einen Ort zu wählen, der mich visuell anspricht. Dann suche ich ein geeignetes Modell dafür. An dieser Stelle fange ich an zu improvisieren. Ich bereite mich nicht im Vorfeld darauf vor, die richtige Location sorgt immer für spontane Dinge und ich kann mir immer eine Szenerie während des Shootings vorstellen.

Zuhause wähle ich die besten Fotos aus und bearbeite sie in Photoshop. In Photoshop kann es schon mehrere Stunden dauern, um die Farben zu verändern und die Realität zu verzerren, um es kurz zu fassen: Ich bringe etwas Magisches in die Bilder.

Copyrigth by David Olkarny

Wie hast Du gelernt, mit Blitzlicht und anderen Lichtquellen umzugehen?

Größtenteils habe ich den Umgang mit Licht in meinem Filmstudium gelernt. Es hat mir sehr geholfen, durch Licht verschiedene Stimmungen zu erzeugen und ich habe viel Equipment, das es mir erlaubt, das Licht so einzusetzen, wie ich es möchte.

Wie sieht bei Dir die Nachbearbeitung aus?

Ich benutze zunächst Lightroom, um meine Raw-Dateien zu sortieren und etwas zu bearbeiten und wenn ich sie dann sorgfältig ausgewählt habe, übernehme ich sie in Photoshop für die weitere Bearbeitung. Was ich prinzipiell in Photoshop benutze, sind die zwei Bearbeitungsmodi Gradationskurven und Tonwertkorrektur, die mir wunderschöne Farben und einen starken Kontrast garantieren, um das im Bild hervorzuheben, was mir wichtig ist.

Copyrigth by David Olkarny

Welche Art von Fotos machst Du am liebsten?

Am liebsten mag ich Geschichten in einem Bild, die dem Betrachter etwas erzählen und bei denen er die Möglichkeit hat, zu interpretieren. Farbenstarke Bilder, ein Universum, das draußen stattfindet, weit weg von den Studios, mit einer Dosis Surrealität, Fantasie und Schwerelosigkeit. Meine Arbeiten haben einen Hang zum Surrealen, es gibt viele Szenarien, die ziemlich konstruiert sind. Das erlaubt mir, mich von der Realität zu lösen und meine eigene Sicht der Welt darzustellen.

Copyright by David Olkarny

Welche Ratschläge hast Du für Anfänger, die gern mit Blitzlicht fotografieren möchten?

Ich habe bemerkt, dass Fotografen sich immer mehr aufs Blitzlicht verlassen und dabei vergessen, auf das natürliche Licht einer Szene zu achten. Das ist schade. Der beste Tipp ist, erst das natürliche Licht zu analysieren und zu nutzen und dann unter Umständen einen Blitz auf einem Stativ zusätzlich zu verwenden. Das Ergebnis wird überzeugender und schöner ausfallen.

Copyright by David Olkarny

Zusammen mit Rafael Deprost hast Du bereits einige Backstage-Videos veröffentlicht, bei denen der Zuschauer einen Blick hinter Deine Kulissen werfen kann. Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Es war einfach der Gedanke, meine Arbeit etwas zu entmystifizieren. Ich wollte zeigen, dass ich mich selbst nicht zu ernst nehme und dass Fotografieren vor allem erst einmal Spaß bedeutet.

Wenn Du mit einem anderen Fotografen zusammenarbeiten könntest, wen würdest Du Dir aussuchen?

Ich würde unheimlich gern mit Christophe Gilbert zusammenarbeiten. Er ist ein belgischer Werbefotograf und seine Arbeiten sind unglaublich.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft? Gibt es vielleicht ein geheimes Projekt, das Du über kwerfeldein zuerst bekanntgeben möchtest?

Ich werde in die Welt der Werbefotografie zurückkehren. Mehr als zuvor und ich hoffe, mich professionell weiterzuentwickeln. Kleines Geheimnis: Derzeit ist ein neues Konzeptvideo in Produktion und es wird bald erscheinen!

Copyright by David Olkarny

David, ich danke Dir für dieses Interview und wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Plänen. Hast Du abschließend noch einen Ratschlag für aufstrebende Fotografen?

Mein Ratschlag zum Ende: Macht Fotos für Euch und versucht nicht, einer Galerie oder der Öffentlichkeit zu gefallen. Ich denke, dass das sehr wichtig ist und dass viele Fotografen in diese Richtung abdriften. Seid verrückt, impulsiv, leidenschaftlich und waghalsig, aber ein wenig technisches Verständnis hat noch niemandem geschadet.

Danke für das Interview!


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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10. Februar 2013

10 Feb

Ein Beitrag von: Daniel Wehner

© Daniel Wehner


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browserFruits Februar #2

10 Feb

Nein, uns gehen nicht die Themen für das Fotospecial aus, weshalb wir uns jetzt selbst als Thema nehmen. Wir wollten Euch auch mal die Gesichter hinterm Magazin zeigen. Mit einem kleinen Augenzwinkern, versteht sich.

Fotospecial: Die Redaktion

Flickr

Deutschsprachig

• Über die Hausdurchsuchungen bei Pressefotografen, die eine Demo dokumentierten, berichtet unter anderem die Taz.

• Der Stern zeigt einige beeindruckende Bilder, die es in die nähere Auswahl des Sony World Photography Award 2013 geschafft haben.

• Ebenfalls beim Stern haben wir „Im Angesicht des Todes“ gefunden. Eine kleine Fotostrecke, die eindrucksvoll die Jagd eines Seeleoparden auf einen Pinguin zeigt.

• Auf was sollte man achten, wenn man an Karneval fotografiert? Darf man Menschen auf Umzügen fotografieren und diese Bilder veröffentlichen? Eine Aufklärung gibt’s bei Recht am Bild.

~

International

• Die University of Rochester arbeitet mit Methoden der Nanotechnologie an der Rettung von Daguerrotypien, die langsam regelrecht verderben.

• Brett Beyers Kompositaufnahme des Innenraums der Architekturfakultät der Cornell Universität eröffnet buchstäblich eine neue Perspektive.

• Wer heute fotografiert und Elliott Erwitts Arbeiten (noch) nicht kennt, sollte das jetzt dringend nachholen.

• Menschen, die Silhouetten in einem Museum machen. Klingt langweilig? – Falsch!

• Bald auch in Deutschland? Erste Restaurants in New York verbieten das Fotografieren servierter Gerichte.

• Wir hätten niemals gedacht, dass diese wunderbaren Aufnahmen von Javier Torok mit dem Smartphone erstellt wurden.

• The Atlantic nennt Werner Freund „The Wolf Man“. Und das hat einen guten Grund, wie diese authentischen (und manchmal irritierenden) Bilder zeigen.

• Ein Interview mit dem ungewöhnlichen Magnum-Fotojournalisten Moises Saman.

• Minimalismus: Leerraum in Deinen Fotografien nutzen.

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Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

• Ausgewählte Aufnahmen des wohl einflussreichsten Modefotografen des 20. Jahrhunderts zwischen den 60er und den 80er Jahren zeigt der Bildband „Helmut Newton. World without Men.“*.

• Während des Karnevals gibt es hin und wieder aufwändige, richtig künstlerische Kostüme zu entdecken. Der Fotograf Axel Hoedt dokumentierte Kostüme des schwäbisch-alemannischen Brauchtums. Den dazugehörigen Bildband „Einmal im Jahr“* kann man jetzt für 28 € vorbestellen.

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Videos

Wunderbar befremdlich. Duch einen technischen Trick gelangen dem Künstler Ross Ching Zeitrafferaufnahmen, die Los Angeles ohne Autos zeigen.

 

Die U-Bahn-Linie 1 in Berlin fährt die meiste Zeit überirdisch durch die Stadt. Gute fünfzehn Minuten Fahrt mit Ausblick zu beiden Seiten gefällig?

 

Photoshop kennt keine Grenzen, wenn man es beherrscht. Das zeigt eindrucksvoll Alexander Koshelkov, der aus einer alten Frau Justin Biber macht.

~

Ausstellungen

YAMKELA – Waxworks von Henrik Pfeifer
Zeit: 21. Februar 2013 ab 17 Uhr
Ort: dkhoi, Bergmannstraße 52, 80339 München
Link

DRAMATISCHE FUNDE IM SCHUTTHAUFEN
Zeit: 9. Februar – 1. März 2013
Ort: Raum für Zweckfreiheit, Adalbertstraße 71, (Hinterhaus),10997 Berlin
Link

Robert Capa: China 1938
Zeit: 13. Februar – 13. März 2013
Ort: Leica Galerie Walfischgasse 1/Ecke Kärntner Strasse, Wien
Link

Beyond Vanity – Jenseits von Eitelkeit… eine Ausstellung zum Buch von Rüdiger Beckmann
Zeit: 5. – 19. April 2013
Ort: Galerie Adam Ziege, Louisenstraße 87, 01099 Dresden
Link

Aufstieg und Fall der Apartheid: Fotografie und Bürokratie des täglichen Lebens
Zeit: 14. Februar – 26. Mai 2013
Ort: Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1, 80538 München
Link

Friederike von Rauch: SLEEPING BEAUTIES
Zeit: 22. Februar – 21. April 2013
Ort: Forum für Fotografie, Köln
Link

Du Zhenjun. Babel World
Zeit: 9. Februar – 4. August 2013
Ort: ZKM – Karlsruhe
Link

Mehr aktuelle Ausstellungen

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, bekommen wir eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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9. Februar 2013

10 Feb

Ein Beitrag von: Christian Beirle González

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kwerfeldein diskutiert: Über Kopie, Inspiration und Idee

09 Feb

Vor ein paar Wochen trudelte bei uns folgender Kommentar ein, den wir mal ganz mutig aus dem Zusammenhang reißen und lesen:

„Allein die Flut solcher Bilder im Internet verrät, dass es sich hierbei um ein massenkompatibles Sujet handelt. Mir erschließt sich der Sinn solcher Bilder allerdings nicht so ganz. Was will der Fotograf hier zeigen? Der inflationäre Umgang mit dem Graufilter und das beharren auf einer Schwarzweiß-Wiedergabe stempelt die Aufnahmen für mich als reine Effekthascherei ab. Warum wird hier nicht mal mit Farben, Kontrasten und Perspektiven experimentiert? Zugegeben, es gibt wirklich wenige Fotografen, die auf dem Gebiet der Landschaftsfotografie neue Sichtweisen vermitteln können, aber ewig auf den selben Effekten herumzureiten kann es nun auch nicht sein. Dann lieber mal den Deckel auf dem Objektiv lassen, und einfach nur spazieren gehen.“

Martin: Daraus ergeben sich viele Fragen, denen wir uns in den nächsten Zeilen bewusst ausgesetzt haben: Macht es Sinn, ein Foto zu machen, das in dieser Form schon einmal ungefähr so gemacht wurde? Ist es erstrebenswert, immer nach Neuem zu suchen oder auch legitim, Vorhandendes weiterzutragen? Oder sollten wir doch lieber gleich „den Deckel auf dem Objektiv lassen und einfach nur spazieren gehen“?

Robert: Zuerst einmal finde ich es wichtig, zu verstehen, mit welcher Motivation Menschen Fotos machen. Und vielleicht hilft es auch für die Beantwortung dieser Fragen, einmal die zwanghafte Fotografie-ist-Kunst-Projektion auszublenden.

Frei nach Susan Sontag: Die meisten Leute, die ein Aufnahmegerät bedienen können, fotografieren gar nicht mit dem Drang, zwangsläufig Kunst zu machen.

Wie bei jedem Massenphänomen ist es für die meisten einfach ein Vergnügen oder Teil eines sozialen Ritus und vielleicht auch einfach das Bedürfnis, Erinnerungen festzuhalten, zu sammeln und mit anderen zu teilen.

Dass auf diese Weise verschiedene Fotografen bildinhaltliche Dopplungen erzeugen, ob nun absichtlich oder unbewusst, ist einfach Teil des Massenphänomens, sich mit Bildern über Erlebnisse und Erfahrungen auszutauschen.

Jemandem zu sagen „Mach das Foto nicht, das gibt es schon.“ wäre etwa vergleichbar mit „Halt bloß die Klappe. Den Satz, den Du gerade sagen willst, haben schon 3.972 Menschen vor Dir gesagt.“

Martin: Womit Du die Fotografie mit der alltäglichen Kommunikation vergleichst. Was mir sehr gut gefällt, denn zu solchen Zwecken wird sie ja auch eingesetzt. Und in einem Gespräch wird oft das noch einmal unterstrichen, was vorher jemand anderes gesagt hat.

Dass es sich hierbei nie exakt um das Gleiche handelt, hört man schon an der Stimme. Und diese lässt sich, um den Kreis zur Fotografie wieder zu schließen, auch in der Fotografie wiederfinden. Denn 100% kopieren, das will mit Sicherheit niemand, zumindest nicht auf Dauer. Wie sehen das die anderen?

Normen: Ich finde es grundsätzlich in Ordnung, wenn man während der eigenen Entwicklung in der Anfangszeit versucht, andere Fotografen zu „kopieren“, jedoch sollte man in so einem Fall dann so ehrlich sein und die Quelle der Inspiration mit angeben. Damit können die meisten kopierten Fotografen leben und der Kopierende bricht sich dabei nicht wirklich einen Zacken aus der Krone.

Ist es nicht oft sogar gut, ein ähnliches Foto noch einmal zu machen? So gibt es unzählige Fotos der Golden Gate Bridge, viele davon hätten nicht gemacht werden müssen, andere hingegen sind es absolut wert.

Katja: Normen, klar sind es einige absolut wert. Aber sind das nicht genau die wenigen, die aus einer anderen, selteneren Perspektive fotografiert wurden? Oder bei denen zum Motiv der Brücke noch weitere seltenere Gegebenheiten kommen, wie Nebel oder der Sonnenuntergang? Und damit sind diese wenigen doch keine einfachen Kopien mehr.

Den Versuch, ein Foto 1:1 kopieren zu wollen, kann ich zum Teil nachvollzielen. Es ist sicher eine Herausforderung und man kann dabei etwas über Technik, Licht und so weiter lernen. Was ich nicht verstehe, ist, dass diese Motive dann stolz gezeigt werden.

Und das geschieht sehr oft, wenn ich mir die Communities ansehe. Ich denke da gerade an das Motiv mit dem Ring zwischen zwei Buchseiten, dessen Schatten ein Herz wirft. Das habe ich schon so unglaublich oft gesehen und klicke meist direkt weg, egal wie gut es gemacht ist.

Normen: Da hast Du natürlich recht, dass die besseren Fotos irgendwelche Besonderheiten aufweisen.

Aber in mich hineinblickend kann ich sagen, dass ich es mir wohl kaum verkneifen könnte, ein Foto von der in Nebel gehüllten Brücke zu machen, obwohl ich weiß, dass es Fotografen gibt, die dies schon besser gemacht haben als ich. In dem Moment würde es mir auch nicht in den Sinn kommen, jemanden zu kopieren, da ich gar keine Vorlage zur Kopie im Kopf hätte.

Von daher würde ich jetzt erst einmal die Meinung vertreten, dass es in Ordnung ist, wenn man Fotos macht, die es in ähnlicher Weise schon gibt. Gerade in der Entwicklungsphase ist es sicherlich in Ordnung, sich an anderen Fotos zu orientieren, bevor man sich gar nichts mehr traut und lieber zu Hause bleibt.

Wie sehr beschäftigt Euch eigentlich der Gedanke, etwas Neues zu schaffen?

Martin: Aktuell überhaupt nicht. Ich habe einfach genug damit zu tun, viele gute Fotos zu machen und mir ist es letztendlich egal, wer wie wann wo was schon einmal gemacht hat. Der Vergleich mit anderen war bei mir nach den ersten drei Jahren Fotografieren gegessen, davon habe ich mich bewusst getrennt, weil mich das zu sehr unter Druck gesetzt hat.

Beim Fotografieren auf der Straße nehme ich alles auf, was irgendwie toll aussieht. Da schalte ich den Kopf aus und mache einfach, solange die Konzentration reicht. Hinterher suche ich dann die besten aus. Natürlich kann es sein, dass jemand ein Foto dieser Art schon einmal gemacht hat. Damit habe ich aber kein Problem.

Ich denke sowieso, dass niemand einfach aus sich heraus etwas Neues erschaffen kann. Denn wir sind nun einmal von anderen beeinflusst, ob wir das wollen oder nicht. Zu sagen, man mache etwas „ganz Eigenes“ ist für mich etwas naiv, denn jeder ist inspiriert von der Arbeit anderer und das beeinflusst – wenn auch nur unterbewusst. Und das ist auch gut so, ich finde daran nichts Schlechtes.

Wie würdest Du, Robert, die Frage von Normen beantworten?

Robert: Wenn ich ehrlich bin, steht für mich selbst gar nicht im Vordergrund, zwanghaft etwas Neues zu schaffen. Gut zu sampeln, das heißt, Vorbilder* zu sammeln, sie anders zu mischen, über Lücken und Brüche mithilfe der eigenen Vorstellungskraft hinweg zu improvisieren und so insgesamt etwas zu schaffen, womit ich selbst zufrieden bin, ist eigentlich alles. Fotografie ist Jazz. Nebenbei bemerkt ist auch dieser Satz nur geliehen.

* Hier wäre eigentlich „Vorideen“ ein angemessenerer Begriff als Vorbilder. Gerade die Inspiration aus fotofremden Bereichen ist mitunter würziger als die Wurst aus der eigenen Brühe.

Ich finde übrigens Katjas Bildbeispiele für den Ring, der einen herzförmigen Schatten auf die Seiten eines aufgeschlagenen Buches wirft, sehr interessant. Nicht wegen des Bildes selbst, sondern eher, weil Katja hier anhand eines Begriffes (der wiederum als Idee auf einem Bild basiert) relevantes Material aus den Datenbanken (hier: Flickr und Fotocommunity) herausgefiltert hat.

Die auf verfügbare Daten anwendbare Suchfunktion ist also das technische Hilfsmittel, das uns überhaupt erst zu erkennen ermöglicht, dass es viele solche sich ähnelnde Bilder gibt. Ich finde die Überlegung interessant, ob wir uns die eingangs gestellte Frage auch gestellt hätten, wenn es dieses technische Hilfsmittel nicht geben würde. Vielleicht führt das jetzt aber auch zu weit…

Normen: Vermutlich hätten wir anders argumentiert. Überlegt doch mal, wie lange das Internet erst als Instrument der Verbreitung genutzt wird. 15 Jahre? 20 Jahre? Weitergedacht werden in den kommenden 50 Jahren noch unfassbar viele Fotos gemacht werden und man wird immer mehr den Eindruck gewinnen, dass es alles schon gegeben hat und man nichts Neues mehr macht.

Ich denke auch, dass es oftmals auch eine Sache des Geldes ist, vorhandene (neue) Ideen umzusetzen. So würden sicherlich viele Fotografen gern Fotos mit einem Aufwand ähnlich wie bei Gregory Crewdson machen und so mancher Landschaftsfotograf würde sicherlich gern einen Helikopter haben, um andere Perspektiven zu bekommen.

Ich denke, dass man in seinem Sujet die Fotos einfach mit Liebe und Leidenschaft machen sollte. Diese Herangehensweise führt dann dazu, dass man eine eigene Bildsprache entwickelt und möglicherweise dann auch als Vorbild für andere dient.

Katja: Das klingt, als wären wir uns alle einig. Jeder soll fotografieren, was er möchte, auch gern dasselbe Motiv. Und wenn die „Inspiration“ einverstanden ist, darf man das Bild auch veröffentlichen. Warum auch immer man das möchte. Dieser Teil erschließt sich mir nach wie vor nicht.

Wurde denn schon einmal jemand von Euch auf irgendeine Art und Weise kopiert?

Robert: Naja, Katja, ich verstehe schon, dass es Dich verwundert, wenn mehrere Autoren das augenscheinlich gleiche Bild machen und dann stolz das Resultat auch (mit)teilen, womöglich noch so als wäre es auf ihrem eigenen Mist gewachsen. Die Motivation dafür steht, denke ich, kaum in irgendeinem nachvollziehbaren Zusammenhang mit dem Bild selbst.

Wenn man das Kopieren als legitim akzeptieren möchte, kommt es, finde ich, entscheidend darauf an, was eigentlich kopiert wird – ein Bild oder eine Idee?

Der massenhaft wiederholten Kopie eines Bildes kann man schnell überdrüssig werden, wie wir am Beispiel des Herzschattens schon festgestellt haben. Hingegen eine Idee zu kopieren, ist schwieriger und im direkten Vergleich mitunter weniger offensichtlich.

Und um nun endlich den Bogen mit einer Antwort auf Deine Frage zu schließen, Katja: Ja, es kam schon vor, dass Bilder, die ich gemacht habe, in technischer Weise imitiert wurden, wobei ich allerdings merke, dass meine Idee dahinter gar nicht verstanden wurde. Der „Look“ ist ähnlich, aber das „Warum“ fehlt. Respekt zolle ich Bildern, die mit einem Verständnis für das Warum ihrer Vorbilder diese kreativ nutzen und neu interpretieren.

Martin: Ja, auch von mir wurden schon Bildideen übernommen, ein und dasselbe Bild „kopiert“ hat aber noch niemand – und das geht technisch auch nicht, außer jemand klaut das Foto und setzt es bei sich in den Stream – was auch schon passiert ist.

In gewisser Weise bin ich jedoch davon überzeugt, dass wir alle kopieren, wenn auch nicht bewusst. Wir übernehmen einen Stil, eine Idee, eine Pose, eine Art, zu sehen und und und. Ich glaube, niemand kann von sich behaupten, etwas gänzlich Neues zu schaffen – denn wir alle sind in einem Netz (Web) von Menschen, die uns inspirieren.

Der Herzschatten ist ein gutes Beispiel dafür, wie Menschen imitieren. Bücher und Ringe sehen eben fast alle gleich aus, aber mit offener Blende Menschen auf der Straße fotografieren, da unterscheiden sich auch nur die Menschen und der Hintergrund – auch, wenn jedes Bild anders aussieht.

Wie gesagt: Ich finde es schwierig, hier von „klauen“ oder „kopieren“ zu sprechen, denn keiner ist eine Insel, wie schon Thomas Merton sagte.

Normen: Wenn man sich nun einmal umschaut, gibt es eigentlich in allen Richtungen, in denen etwas geschaffen wird, eine Art Epoche, also einen Stil, der für einen bestimmten Zeitraum besonders bevorzugt wurde. Sei es in der Architektur, der Malerei oder in der Musik; überall finden wir ähnliche Werke, die unweigerlich durch Inspirationen entstanden sind. Ich kann Martin also nur Recht geben. Es ist nicht möglich, sich nicht inspirieren zu lassen, selbst wenn man es nicht möchte.

Martin: Ich kenne ganz gut von mir selbst, dass mir das Streben nach Originalität manchmal sogar im Wege stand. Früher habe ich dann manchmal lieber gar kein Foto gemacht, als eines, das ich in dieser Form schon einmal gesehen hatte. Daraus entstand dann ein destruktiver Druck, der, zumindest was die Kreativität anbelangt, ein Schuss in den Ofen war. Kennt Ihr das auch? Oder läuft es bei Euch einfach?

Katja: Ich habe mir bisher keinen Druck bezüglich der Originalität gemacht, aber einige Ideen verworfen, wenn ich sie ähnlich öfter gesehen habe. Zum Beispiel gab es vor Kurzem viele kreative Portraitbilder, bei denen Mehl oder farbiges Pulver verwendet wurden.

Nachdem ich das erste Foto damit gesehen hatte, fand ich es großartig und überlegte, wie man dieses Pulver noch verwenden könnte. Die Tage darauf sah ich aber immer mehr dieser Bilder und verlor die Lust an dieser Idee; ja, sogar die Lust an den Fotos, die mich zu Beginn so faszinierten.

Versteht mich nicht falsch, ich finde Wiederholungen nicht an sich schlecht. Dass „I follow rivers“ von Triggerfinger gecovert wurde, ist großartig, denn die „Kopie“ ist viel besser als das Original. Aus „Covern“ kann auch in der Fotografie etwas Anderes und für mich Besseres, Interessanteres entstehen.

Vielleicht nimmt man sich mit dem Originalitätsdenken doch mehr Möglichkeiten als man manchmal denkt.

Robert: Ja, das sehe ich auch so. Wobei das Streben nach Authentizität und Originalität an sich erst einmal nichts Schlechtes ist. Es sollte nur nicht die oberste Direktive für das eigene Schaffen sein. Zu leicht baut man sich sonst einen Turm aus den Erwartungen eines ausgedachten Publikums und immer wieder Ausreden, um der eigentlichen Arbeit auszuweichen.

Und Martin, um auf Deine Frage einzugehen: Abgesehen davon, dass ich solche Situationen nur selten erlebe, gibt es, finde ich, überhaupt keinen Grund, ein Foto nicht zu machen, weil ich mich in diesem Moment an ein bereits existierendes Bild erinnere. Es kann ja auch sehr reizvoll sein, bewusst und unbefangen ein schönes Zitat zu erstellen, ohne sich zu ängstlich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob eine Kopie nun legitim ist oder nicht.

Man lernt auch nicht beim Nachdenken über seine Möglichkeiten, sondern beim Machen. Und virtuelle Ausreden zu konstruieren, weshalb man jetzt gerade nicht fotografieren sollte, ist nichts als hinderlich.

Martin: Da stimme ich Dir zu, Robert.

Und an dieser Stelle übergeben wir das Wort an unsere Leser. Wie seht Ihr das? Könnt Ihr unseren Gedanken folgen? Wo habt Ihr eine anderen Standpunkt? Wir sind gespannt und lesen mit.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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8. Februar 2013

09 Feb

Ein Beitrag von: Stefan Zwahlen

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kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Von Frankreich über Spanien nach Skandinavien – Teil 2

08 Feb

Ein Beitrag von: Ronny Behnert

Die Sonne hatte den Horizont noch nicht erreicht und ich machte mich nach meiner Reise durch Frankreich auf den Weg durch die Dunkelheit zu meinem neuen Ziel: Bilbao. Oder viel mehr dem architektonischen Glanzpunkt dieser Stadt: Dem Guggenheim Museum.

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Bilbao, die größte und wichtigste Stadt im Baskenland genießt leider einen zweifelhaften Ruhm als eine der unattraktivsten Städte Spaniens. Das Guggenheim Museum, das sich mir schon von Weitem zeigte, machte dieses Negativurteil aber nach Erblicken wieder wett.

Die Sonne ging gerade auf, als ich mich an die Arbeit machte und die fast organischen, glänzenden Formen dieses architektonischen Meisterwerkes fotografierte. Frank O. Gehry hat sich, und das behaupte ich ruhigen Gewissens, mit diesem Gebäude selbst übertroffen. Mit etwas Geduld und Umblick habe ich mir weitere interessante Standorte gesucht, um das Museum aus ein paar anderen Blickwinkeln zu portraitieren.

Die lebendigen Formen ließen mich das Gebäude als eine Art „schwarze Königin“ erleben, die sich unter ihrer dunklen Krone mit der Sonne erhebt und im heller werdenden Sonnenlicht erstrahlt, um sich abends dem immerwährenden Zyklus hinzugeben und die Krone im Akt einer architektonischen Inthronisation im Dunkel der Nacht abzulegen.

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Um die Mittagszeit machte ich mich – wieder im strahlenden Sonnenlicht – auf den Weg in den Küstenort Zumaia, nördlich der Stadt Bilbao, kurz vor der französischen Grenze. Zumaia ist bekannt für einen schmalen, kurzen Küstenabschnitt, der so abenteuerlich zerklüftete Felsen aufweist, die sich wie Speere in den Atlantischen Ozean schneiden, dass man meinen könnte, man befände sich auf dem Mond.

Nach einer längeren Suche hatte ich den kleinen Abschnitt dann entdeckt und wurde nicht enttäuscht. „That’s one small step for mankind, one giant leap for me“, um dabei an Neil Armstrong zu denken.

Die vom Wasser geschliffenen, spitzen und teils merkwürdig geformten Vorsprünge zogen sich weit in den Ozean und es war möglich, auf ihnen zu klettern, um gute, eher seltene Blickwinkel dieses Phänomens zu erhalten. Mit nassen (wirklich sehr nassen) Füßen machte ich mich anschließend auf den Weg zurück nach Biarritz, um mich auf meine Rückreise gen Deutschland vorzubereiten.

~

Ein paar schöne und vor allem eindrucksvolle Tage gingen zu Ende und ich flog trotzdem mit zwei lachenden Augen zurück in die Heimat. Kopenhagen und Malmö standen kurz bevor und ich freute mich auf ein spannendes Äquivalent zu Frankreich.

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So ging es nur kurze Zeit später mit dem Flieger in die dänische Haupt- und Hafenstadt Kopenhagen, die mich in herrlichstem Sonnenschein empfing. Wer meine Arbeiten schon eine Zeit lang verfolgt, wird mittlerweile wissen, dass ich selten bei hartem Sonnenlicht fotografiere und strenge Licht- und Schattenbildungen vermeide, um meinen Arbeiten ein homogenes, weiches Äußeres zu verleihen.

Der Tag verging also, indem ich mir geeignete Orte zum Fotografieren suchte, um bei geeignetem Wetter direkt dort beginnen zu können. Am nächsten Morgen war das Wetter so, wie ich es bestellt hatte! Wolken. Graue, dicke, schnell vorbeiziehende Wolken.

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Mein erstes Ziel, auf das ich mich festgelegt hatte, war die Øresundsbron zwischen Dänemark und Schweden, mit fast 8 Kilometern Länge die weltweit längste Schrägseilbrücke. Die einfachste Möglichkeit, in die schwedische Hafenstadt Malmö zu gelangen, ist die Fahrt mit einem der stündlich abfahrenden Züge vom Kopenhagener Hauptbahnhof oder direkt vom Flughafen Kastrup. Weitere Möglichkeiten bestehen darin, die Brücke mit dem Auto zu überqueren oder eine etwas längere, dafür aber idyllischere Fahrt mit der Fähre über den Øresund.

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Ausgestiegen am ersten Bahnhof auf dem schwedischen Festland und euphorisiert von der Tatsache, dass ich die Brücke in nur wenigen Minuten fotografieren könnte, lief ich flotten Schrittes in Richtung Küste. Der Bus benötigt vom Bahnhof bis zur Brücke etwa acht Minuten. Da kann ein Fußmarsch nicht ewig dauern.

Der Schein trügte, denn nach zwei Stunden Marsch durch die schwedische Einöde war ich noch immer nicht am Ziel und hatte mich trotz GPS im Telefon verlaufen. Die Schweden – und diese Tatsache finde ich ausgesprochen vorbildlich – sprechen ein perfektes Englisch und sind sehr hilfsbereit, so dass man einen zufällig vorbeikommenden Radfahrer oder Fußgänger einfach fragen kann, wie man auf schnellstem Wege zur Brücke kommt.

Nach zweieinhalb Stunden mit kiloweise Gepäck auf dem Rücken, gelangte ich zur Öresundbrücke. Das Wetter war noch immer perfekt. Graue, dicke Wolken zogen sich über den Horizont, der Wind blies mäßig, die See war ruhig. Den Bogen, den die Brücke an der höchsten Stelle bildet, fand ich ausgesprochen fotogen.

Auch hier, wie schon bei der Pont de l’Île de Ré, erinnerte mich das Bauwerk aufgrund der vier Pfeiler in der Mitte der Brücke an ein gigantisches, versteinertes Urgetüm, das sich streckt und spannt, um die Weite der Bucht zu überwinden. Überwältigend! Ein Meisterwerk, das sich vor meiner Linse räkelte und mir die Chance gab, meine Langzeitbelichtungen zu machen.

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Malmö bietet aber auch sonst ein paar absolute Highlights: Der Turning Torso von Calatrava und das westliche Hafengebiet mit vielen Motiven und Objekten, die sich gerade für Langzeitaufnahmen eignen, so dass ich ein paar Tage später beschloss, ein zweites Mal nach Malmö zu fahren.

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In Zentrum Kopenhagens locken Gebäude wie der Rundetårn, der das älteste Observatorium Europas beherbergt. Über einen in Spiralen nach oben gezogenen Gang gelangt man nach siebeneinhalb Drehungen im Zentrum des Turms auf eine Plattform und kann von dort einen wundervollen Blick über Kopenhagen und Umgebung genießen. Erst von oben kann man erkennen, wie weitläufig sich diese Stadt in die Breite zieht und dass zahlreiche interessant verzierte Kirchtürme zwischen den sonst eher flachen Gebäuden aufragen.

Im „runden Turm“ hielt ich mich vergleichsweise lang auf, da Licht und Kontraste in dort schwer zu bewältigen waren. Verfügbares Licht fällt ausschließlich durch winzige Fenster nach innen, so dass der Gang des Turms meist im Dunkeln liegt und teilsweise eine ungünstige Schattenbildung produziert.

Das Licht der Fenster reflektierte an den weißen Wänden allerdings so stark, dass eine harmonische Belichtung viel Zeit in Anspruch nahm. Hat man den perfekten Standpunkt gefunden, hieß es nur noch, auf den passenden Moment zu warten, um Architektur und Leben in Form einer sich im Bild bewegenden Person miteinander in Verbindung zu bringen. Ein Statist, der die sonst eher statische Dynamik des Turm aufhebt, aber nicht unterwirft.

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Ein eher ungeplantes Motiv befindet sich ständig vor den Augen vieler Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel, wird aber wohl eher unbemerkt hingenommen: Die Kopenhagener Metro hat den Vorteil einer führerlosen Fahrt, so dass es dem Fahrgast ermöglicht wird, von vorn nach hinten durch die Bahn zu schauen und den Transport durch die Tunnelsysteme unterhalb der Stadt – nur durch eine Front- und Heckcheibe getrennt – zu genießen.

Mit etwas Geschick und Geduld schafft man es, freihand so nah an die Scheibe zu gelangen, dass die Spiegelung der Beleuchtung im Sucher verschwindet und eine Aufnahme von 1/5 oder 1/6 s möglich wird, die eine spannende Dynamik mit scharfen Linien im Foto zeigt und den Tunnel, der hinter einem verschwindet, zusätzlich in die Länge zieht.

Man hat schnell den Dreh raus und ist meist ungestört, da ein Großteil der Kopenhagener Bevölkerung eher auf das Fahrrad als allgemeines Transportmittel zurückgreift und die Metro somit zum Glück mäßig besetzt ist.

Mein Fazit des fünftägigen skandinavischen Besuchs, dessen Fotos in der Werkgruppe Øresund zusammengefasst wurden: Lohnenswert! Weitere Fotostrecken und Werkgruppen befinden sich gerade in Planung, also haltet Ausschau nach weiteren Håggards, die Euch hoffentlich genauso gefallen.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Holt mich hier raus!

08 Feb

Ein Beitrag von: Nico Baumgarten

Wachstum ist noch immer das Leitmotiv unserer Zeit. Nur wirtschaftliches Wachstum kann uns aus der Krise holen, eine Firma vorm Bankrott retten, unsere Bildung und Altersvorsorge sichern.

Ohne Wachstum keine Zukunft. Die Weltbevölkerung wächst und wächst, aus Städten werden Großstädte, aus Großstädten werden Mega-Cities. Wachstum ist +, Wachstum ist positiv, Wachstum ist gut, Wachstum ist groß, ist hoch, ist weit.

Doch gleichzeitig gibt es Orte der Schrumpfung, Orte an denen die Dinge irgendwie anders funktionieren müssen. Weil die großen Firmen nicht mehr da sind, weil die Arbeitslosigkeit langweilig wird, weil die Sterberate über der Geburtenrate liegt, weil die Menschen wegziehen.

Auf mich haben diese Orte schon immer einen großen Reiz ausgeübt. Ich stellte mir vor, dort alternative Lebens- und Überlebenskonzepte finden zu können. Es müssten Orte sein, an denen man frei ist, sich zu entfalten.

Denn es gibt genug Platz. Das Leben kostet nicht viel. Die Zeitungen berichten nicht mehr. Es ist kein Geld da für staatliche Kontrolle. Und auch die sich ständig beschwerenden Nachbarn sind längst weggezogen.

Doch die Bilder der Fotografen, die sich seit dem Beginn der aktuellen Wirtschaftskrise diesem Thema gewidmet haben, entsprechen so gar nicht meinen Fantasien dieser Orte.

Ihre Fotoserien zeigen leere Häuser, „zu verkaufen“-Schilder, Junkies und gelangweilte Jugendliche auf dem Weg zum Junkie. Verlassenheit, Depression, Schatten, Verfall, Trauer. Eine visuelle Untermauerung der Wachstumsdoktrin.

Doch wo sind die Potenziale, die neuen Ideen, die Querdenker? Im Frühjahr 2010 habe ich mich auf die Suche begeben und bin nach Dessau gefahren. Und tatsächlich: Die leerstehenden Gebäude drängen sich mir geradezu auf und auch in den Gesichtern der Passanten sehe ich mehr Leere denn sprudelnde Ideen.

Ein Viertel der Einwohner haben seit der Wende die Stadt verlassen und ich spüre, dass sich auch die Menschen hier verlassen fühlen. Dessau hat es auch wirklich nicht leicht gehabt: Die meisten Betriebe haben den überstürzten Wechsel vom Sozialismus zum Kapitalismus nicht überlebt.

Die Lokalpolitiker wollten die Schrumpfung nicht als Zukunftsszenario akzeptieren und haben für immer weniger Einwohner immer mehr Einkaufszentren gebaut.

Bis zum Jahr 2002. Mit einem Paukenschlag kündigten Politiker und staatliche Institutionen ihren Kurswechsel an: „Less is future“ lautete das Motto der Internationalen Bauausstellung.

Internationale Experten und Künstler gaben über die Köpfe der lokalen Bevölkerung hinweg mehr als 200 Millionen Euro aus, um ein altes Konzept neu zu verkaufen: Abnahme an Bevölkerung = Abriss von Gebäuden.

Nur sollten diesmal „von grünen Bändern umgebene urbane Kerne“ entstehen, es sollte also gezielt abgerissen werden. Das Ergebnis war ein Desaster: Durch Aufrechterhaltung der flächenmäßigen Ausdehnung der Stadt bei abnehmender Einwohnerdichte wurde die Instandhaltung der Infrastruktur zu teuer.

Und so könnte Dessau bald so aussehen wie ein Foto der Krisenfotografen: Stillgelegte Bushaltestellen, verstopfte Kanalisation und verrottende Straßen.

Aber vielleicht auch nicht. Denn es gibt Leute wie Alex, der zusammen mit seinen Freunden auf einem stillgelegten Güterbahnhof eine Dirtramp gebaut hat. Agi, deren „erotischer Sozialservice“ sich auf eine ältere Kundschaft spezialisiert hat.

Einen Verein, der eine Bierbrauerei zu einer Kletterhalle umgebaut hat. Und Sergej, ein Ex-Balletttänzer, der mittlerweile einen hervorragenden Automechaniker abgibt.

Es sind vereinzelte Leute, ihre Gesten, ihre Ansichten und Projekte, die meine Fantasien der schrumpfenden Städte als Orte enormer Potenziale gerettet haben. Aber es sind Fantasien geblieben.

Dessau © Nico Baumgarten

Und so wusste ich, dass ich soeben den Titel meiner Fotoserie gefunden habe, als ich im Staub einer Fensterscheibe las: „Es ist so weit, holt mich hier raus.“

Meine Suche geht weiter.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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7. Februar 2013

08 Feb

Ein Beitrag von: Karsten May

Fog © Karsten May


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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DIY: Steel Wool Lightpainting for Under $10

07 Feb

Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

Johnny Cash famously once wrote, “Love is a burning thing”.

Whether you’re in a committed relationship, a fledgling romance or recently unattached this Valentine’s Day, one thing is certain: love is like a flame.

To honor the fires of love, Mike Benson of Wed Over Heels is showing us how to light paint with steel wool to visually ignite the frame!

This stunning effect costs less than $ 10 in supplies and requires no Photoshop or post-processing.

With the right precautions, you and few friends can certainly pull it off and keep your eyebrows. (Be sure to read the Safety Notice in the tutorial!)

How to Lightpaint with Steel Wool

p.s. Heads up! creativeLIVE has a free live online course to brush up on your digital photog skillz. Everything from the nitty-gritty to pro tips!
(…)
Read the rest of DIY: Steel Wool Lightpainting for Under $ 10 (982 words)


© lisbeth for Photojojo, 2013. |
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