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Archive for the ‘Equipment’ Category

Tour durch die Bretagne

15 Feb

Ein Beitrag von: Mathias Rehberg

Schroffe Landschaft, idyllische Dörfer, leckeres Essen und nette Menschen: Das ist die Bretagne. Angespornt durch teils großartige Bilder anderer Fotografen und durch die Liebe zur Natur entschieden meine Frau und ich uns, im Juni letzten Jahres einen Trip durch die Bretagne zu machen.

Kein Pauschalurlaub an einem sonnigen Plätzchen. Nein, dieses Mal sollte es anders sein. Eines war klar: Wir wollten immer die Küste entlang und so nah wie möglich am Meer übernachten.

So entschlossen wir uns, unsere Nächte im Zelt zu verbringen und unser Lager immer wieder an anderen Orten aufzuschlagen, ohne vorher Hotels oder Pensionen zu buchen. Für uns war das etwas vollkommen Neues und Aufregendes, zumal keiner von uns die Sprache versteht, geschweige denn spricht.

Planung

Ich fing also mit der Planung an. Ich besuchte zunächst mehrere Foren und Bilderdienste wie die Fotocommunity und 500px, um mir einen Überblick zu verschaffen. Alle auch nur irgendwie relevanten Punkte übertrug ich in eine Karte bei GoogleMaps.

1-Map

Danach habe ich die Orte priorisiert, vor allem nach persönlichem Geschmack und dem voraussichtlichen Stand der Sonne. Denn ein gutes Landschaftsfoto lebt vom Licht.

Dafür hat mir das Tool SunCalc wertvolle Dienste geleistet. Für mein Smartphone nutze ich die App Sundroid.

2-Sun-Calc

Zu guter Letzt habe ich alles ganz altmodisch in eine Karte übertragen. Das gab mir ein Gefühl der Sicherheit. Und das war auch gut so, denn die Karte haben wir dann mehr als alles andere benutzt. Wir hatten zwar auch ein Navigationsgerät dabei, aber auf einer Landkarte lässt es sich doch anders sehen.

Unterwegs

Und los ging’s: Das Auto vollgepackt und von Hamburg nach Étretat in der Normandie in einem Ritt. Klar – Normandie ist nicht Bretagne, aber hier wollten wir unsere erste Nacht verbringen. Da wir wussten, dass wir nach der langen Fahrt platt sein würden, haben wir uns für die erste Nacht ein Hotel am Strand gesucht.

Dann ging es sofort ans Meer: Abschalten, genießen, die Seeluft einatmen, staunen. Der Abend war sensationell. Wir hatten einen Minigrill dabei und haben erst einmal am menschenleeren Steinstrand entspannt. Was für ein großartiger Moment.

Danach erkundeten wir die Felsen am Ende des Strandes. Kamera und Stativ waren immer dabei, man weiß ja nie. Dann folgte ein toller Sonnenuntergang an kaum zu überbietender Kulisse.

3-IMG_4023

Am nächsten Tag fuhren wir weiter in die Bretagne. Unser erstes Ziel war Le Mont-Saint-Michel. Was hatte ich da schon für tolle Bilder von gesehen und wie toll musste diese Location sein!

Nun, für uns war es schlichtweg enttäuschend. Warum? Es war von vorn bis hinten Baustelle. Und überall hat man nur die Hand aufgehalten und abkassiert. Okay, das ist sicherlich gerechtfertigt, denn der Ort muss irgendwie erhalten werden. Aber für uns war das nichts.

Also haben wir uns im Anschluss einen Campingplatz bei Cancale gesucht. Traumhaft, direkt am Meer. Eine Aussicht, wie man sie besser von einem Hotel aus nicht haben könnte.

4-IMG_5171

Einen Tag später trudelten wir in Le Gouffre ein. Diese Gegend ist berühmt für das Haus zwischen den Felsen.

Wirklich ein nettes Plätzchen und schön anzuschauen. Richtig interessant fand ich allerdings eher die schroffe Landschaft drumherum. Hier hätten wir uns stundenlang aufhalten können.

5-le_gouffre_20120725_16214750266-IMG_4148

Einen guten Campingplatz fanden wir schließlich in der Nähe von Ploumanac’h an der Côte de Granit Rose. Somit stand das abendliche Ziel auch schon fest. Und das hatte es wirklich in sich.

Der Leuchtturm von Ploumanac’h ist absolut beeindruckend. Wir standen wahrscheinlich erst einmal eine Weile mit offenem Mund da. Was für eine bizarre Landschaft. Zudem war es sehr stürmisch an diesem Abend. Die Brecher, die da über den Atlantik rollten und mit gnadenloser Wucht an die Granitfelsen klatschten, ließen uns aus dem Staunen nicht wieder herauskommen.

7-IMG_4349

Um hier zu guten Fotos zu kommen, sollte man auf jeden Fall ein Stativ nutzen. Der Wind war so stark, dass wahrscheinlich jede andere Form der Aufnahme vollkommen verwackelt gewesen wäre.

Ein Stativ ist in meinen Augen unerlässlich für die Landschaftsfotografie. So kann ich mich nach dem Einstellen der Blende oder Veschlusszeit in Ruhe um die Komposition kümmern oder mit Filtern hantieren.

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Auch die nächsten Tage verbrachten wir in der Gegend, genauer gesagt bei Trebeurden an den Côtes d’Armor.

An einem Abend hatte ich das Glück, einen tollen Sonnenuntergang zu erleben. Meine Frau traf sich mit neuen Bekannten auf dem Campingplatz, so dass ich die Zeit ganz für mich und meine Kamera hatte.

Fast hätte ich allerdings die Aufnahmen vergeigt, weil ich zuerst gar nicht wusste, wo ich mich positionieren sollte. So bin ich wie ein Verrückter umhergerannt, um noch ein vernünftiges Motiv zu finden. Das ist dann die Strafe dafür, wenn man sich nicht richtig vorbereitet.

Trotzdem bin ich an einer sehr schönen Stelle gelandet.

Vielleicht fragen sich ja einige von Euch, wie ich mit den teils sehr großen Dynamikbereichen in meinen Fotos umgehe. Die Antwort ist ganz einfach: Grauverlaufsfilter. Dabei wird eine nach oben zunehmend abgedunkelte Scheibe vor das Objektiv gesteckt.

Wie das genau geht, könnt Ihr in Raik Krotofils Artikel aus dem letzten Jahr nachlesen, der hier bereits ausführlich zum Thema Grauverlaufsfilter eine mögliche Vorgehensweise beschrieben hat.

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Man kann aber auch einfach meine Methode ausprobieren: Ich stelle meine Kamera auf Zeitautomatik, wähle meist eine Blende um f/11 und messe den Vordergrund ein. Als nächstes halte ich einen Filter so vor die Linse, dass der Himmel abgedunkelt wird. Testschuss.

Nun noch schnell das Histogramm prüfen und das Foto auf dem Display anschauen. So kann ich mich bestens und vor allem sehr schnell an die richtige Belichtung und den passenden Filter heranarbeiten.

So vergingen einige Tage, in denen wir ein paar tolle Orte und Landschaften besucht haben.

Morgens war ich fast nie fotografieren, da mir Regen oder grauer Himmel schon entgegenschlugen, sobald ich kurz aus dem Zelt sah. Also schnell wieder zuziehen, weitschlafen und den Urlaub genießen.

Überhaupt haben wir alle Facetten von grau kennengelernt, die es im Himmel wohl so geben kann. Eines Morgens bin ich bei der Île Louët wider die Vernunft doch losgezogen.

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Es wurde aber nur immer grauer und von Sonne war nichts zu sehen. Kurzerhand wurden einige Ziele gekappt, da die Wettervorschau auch nichts Gutes erahnen ließ.

So ging es quer durch die Bretagne und wir erreichten nach nicht allzu langer Fahrt den Wald von Huelgoat. Auch bei noch so schlechtem Wetter lässt es sich hier bestens aushalten.

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Durch den Einsatz eines Polfilters konnte ich die Grüntöne wunderbar verstärken und zudem die Reflexionen in den zahlreichen Bächlein gut kontrollieren.

Aus Mangel an Campingplätzen sind wir aber am gleichen Abend noch weitergefahren. Unser letztes großes Ziel war die Halbinsel Crozon. Allein hier würden wir beim nächsten Mal gern mindestens eine Woche bleiben. Es gibt so viel zu entdecken, dass es den Rahmen sprengen würde, hier alles aufzuzählen oder zu zeigen.

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Es brauchte nicht viel, um das Wasser in diesem Foto verwischt darzustellen. Solche Effekte ergeben sich schon bei einer Verschlusszeit von 1/10 Sekunde. Unbedingte Voraussetzung war die Verwendung eines Stativs. Nasse Füsse gehören bei so einem Foto ebenfalls dazu. Die gelegentlichen Spritzer an der Kamera entfernte ich sofort mit einem Mikrofasertuch.

Zum Abschluss unseres wundervollen Urlaubs in der Bretagne sind wir noch für ein paar Tage auf „unseren“ Campingplatz in Cancale zurückgekehrt. An einem Morgen hatten wir noch einen tollen Sonnenaufgang, den ich natürlich mitnehmen musste.

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Ich hoffe, mein kleiner Bericht hat Euch gefallen. Wenn Ihr mehr Bilder sehen möchtet, besucht meine Webseite oder meine Facebookseite.

Bei meiner Frau möchte ich mich auf diesem Wege auch ganz herzlich bedanken. Ohne ihr Verständnis wären die meisten Fotos wohl nicht entstanden, denn wer will schon frierend und bibbernd im Wind sitzen und warten, bis der „Fotoheini“ endlich mit dem Knipsen fertig ist. So manches Mal hat sie mir auch in den Hintern getreten, damit ich noch ein paar gute Bilder mit nach Hause bringen kann.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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14. Februar 2013

15 Feb

Ein Beitrag von: maldesowhat

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DIY: Craft Custom Rubber Stamps from Photos

14 Feb

Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

You’ve probably got a bag of them stashed away with old envelopes and Mr. Sketch markers.

Rubber stamps. The classic currency of Valentine’s Day and letters from your penpal.

Stamps don’t have to be boring or cheesy. They can be classy, and they can even be art.

Especially if you design them from your very own photos!

Follow along with our DIY stamp project as we take you from the pixel to the pad without breaking a sweat.

Make a Custom Photo Stamp!

p.s. Need Photoshop skillz? creativeLIVE is hosting a week of Photoshop classes. You can take over 40 different online classes taught by pros for free!

p.p.s. Happy V-Day! Sign up for Phoneography 101 and add your sweetheart (or pal) on us. TODAY ONLY!

Why it’s cool:

before

Remember that feeling of opening the mailbox and actually finding a letter addressed to you?

Give facebook a rest and show the world that snail mail isn’t dead!

Turn up the fun on your postcard with a stamp of your fat cat, or make that party invitation fancy with a stamp of people dancing.

The possibilities are endless so why not send someone a little love for the price of a stamp!

THE GOODS:

  • A stamp worthy photograph
  • A computer with Photoshop or similar
  • Some carving material, this Speedy-Cut rubber block is a great option
  • A cutting tool, this Speedball linoleum cutter is the stamp carvers weapon of choice
  • A No. 2 pencil
  • Tracing paper
  • An ink pad
  • An X-Acto knife or box cutter
  • A paint brush
  • Newspaper or a cutting mat
  • A block of wood or similar for mounting your stamp
  • Super glue

A NOTE ABOUT THE PHOTO:

beforeWhen choosing a photo for your stamp aim for an image with high contrast and a plain background. The best designs will have strong lines and simple geometries.

STEP 1: GENTLEMAN, START YOUR STENCIL

beforeImport your image into photoshop and turn up the contrast as needed. The more defined the lines of your photo the easier it will be to carve.

Now turn it black and white by going to Image>>Adjustments>>Desaturate.

STEP 2: ERASE THE EXTRAS

beforeUse your eraser tool to get rid of any distracting background elements from your photo leaving a clean white backdrop.

Trickier portions you may want to select with your lasso tool and delete. When using the lasso just select, hit the delete key, and set the color to white.

STEP 3: SLIM IT DOWN NOW

beforeTo get that Banksy stencil effect go to Image>>Adjustments>>Threshold and adjust the toggle until you’ve got the prefered balance of black and white.

If you don’t get the perfect lines from your adjustment, you can always clean up your image with the brush and eraser tools.

Then you’re gonna tape your watercolor sheet of paper on top of the print out.

STEP 4: DE-DIGITIZE YOUR DESIGN

beforePixels? Where we’re going, we don’t need pixels.

We’ve reached that magical time where we’ll take your pic off the computer and onto your carving surface. Start by printing your design in the size that you would like to carve, and grabbing your tracing paper and a No. 2 pencil.

Trace over your printed design using a dull pencil to give you thicker lines. Also, try and leave out any tiny details which will be too tricky to carve.

STEP 5: RUB IT IN

beforeNow it’s time to break out a bucket of elbow grease for our transfer step. Place your tracing paper graphite side down onto a corner of your eraser and use the back of your cutting tool to rub over your design.

Make sure to hold down your tracing paper securely so it doesn’t slippity slide. Voilà! It transfers just that easy.

STEP 6: CUT IT OUT

beforeUse your exacto knife or box cutter to trim down your stamp block to just the area surrounding your image. Be careful: These things are sharp!

Start with the smallest blade of your cutting tool, carving around the outside edges of your stencil. You may also want to carve any small details first just in case your lines start to smudge. Apply only light pressure when making cuts. You can always go back and cut deeper if you need to.

Once you have your outline carved, you can switch to a larger blade to carve out unfilled space. Your paint brush will help to clear off the dusty rubber bits that build up while carving.

Hint: If you’re not sure whether to cut something out or not, don’t! Wait until after you’ve tested your design to see how your stamp looks. Its a lot easier to take pieces off afterwards then to glue them back on!

STEP 7: TEST THE INKY WATERS

beforeInk up your carved creation with your ink pad and press it firmly into a piece of scratch paper. This will show you any stray dots or dashes that may need to be removed.

Excess rubber bits will show up black after you’ve tested your stamp and can be easily airbrushed out with your cutting tool.

STEP 8: MOUNT YOUR MASTERPIECE

beforeA little super glue and a wooden block will work wonders to class up that already ravishing stamp of yours.

Don’t limit yourself though, mount your stamp however you like: on a domino, an oversized lego, a serving spoon, or on the back of an old pattern block.

KEEP STAMPING

  • Use your new cutting tools to carve the ultimate pumpkin!
  • Turn your stamp into a fashion statement! Use it to design t-shirts, make earrings, or decorate your kicks.
  • Use your stamp to create a custom iPhone case. Get yourself a clear plastic case, cut out a template, and stamp away.
  • Take your game up tp the next level with linoleum printing (think rubber stamps, just on a bigger scale).

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Photojojo

 
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Die versunkene Welt

14 Feb

Mit seinem Projekt „The Sinking World“ erweckt Andreas Franke eine seltsame, vergessene Unterwasserwelt wieder zum Leben und erschafft Reiche, die es nie gegeben hat. Alltagszenen und die opulente Welt des Rokoko versetzt der Künstler auf zwei Schiffswracks und stellt die Bilder dort auch wieder aus.

Die Bilder erzeugen ihre Spannung durch die Gegensätze, die sich in sich vereinen: Die sanfte, geheimnisvolle Leere, die in schlafenden Schiffswracks auf den Meeresböden herrscht, wird verbunden mit realen Szenen voller Leben und Vitalität. So entsteht eine neue Welt, die ebenso bizarr wie anziehend ist.

Stavronikita Project by Andreas Franke: Gallery

Die dort unten ruhenden Giganten bilden nicht nur fantastische und einzigartige Hintergründe für die Szenerien in Andreas Frankes Arbeiten – sie bieten auch die besten Ausstellungsräume, die man sich für diese Bilder vorstellen könnte. Diese spektakulären Unterwasser-Galerien ziehen vorbeikommende Taucher in ihren Bann und zeigen auch die Wirkung des Ozeans selbst.

Denn während der Wochen und Monate unter Wasser hinterlässt das Meer eindrucksvolle, unvergleichliche Spuren auf den Bildern. Es schmückt sie mit einer speziellen Patina, versieht sie mit dem Gesicht der Vergänglichkeit und verwandelt sie in einzigartige Schönheiten, ähnlich vergilbten Fotos, die von den Umständen gezeichnet wurden.

Vandenberg Project by Andreas Franke: Mrs. Pawlowana and her girls Original

24.27 N, 81.44 W. An diesen Koordinaten befindet sich die letzte Ruhestätte der USS General Hoyt S. Vandenberg. Im Mai 2009 wurde die Vandenberg in die Dunkelheit vor der Küste Floridas versenkt, um ein künstliches Riff zu werden. Schnell entwickelte sich wieder Leben auf den stillgelegten 10.000 Tonnen, die in knapp 40 Metern Tiefe liegen.

Dieses lebendige, geheimnisvolle Nichts und diese bedrohliche, wilde Leere haben den Österreicher, Fotografen und passionierten Taucher Andreas Franke in ihren Bann gezogen. Er nahm also Studioaufnahmen von Alltagsszenen und setzte sie in diese Unterwasserwelt ein, die vom Schiff und seiner Atmosphäre geschaffen wird.

Vandenberg Project by Andreas Franke: Kenny hits Pete

So findet ein Boxkampf auf dem Boden des Meeres statt und wie in einem Märchen läuft ein Mädchen in einem weißen Kleid mit einem Schmetterlingsnetz über das geisterhafte Deck. Mrs. Smith hängt ihre Wäsche zum Trocknen auf und Mrs. Pawlowana übt mit ihren drei Ballett-Schülerinnen.

Es entsteht eine Welt, die von den blaugrünen Nebeln des Meeres umgeben, irgendwo zwischen Vergangenheit und dem Heute verankert ist. Erinnerungen, Geisterschemen, Spukgestalten – Möglichkeiten? Auf der Vandenberg spielen sich Szenen ab, die ebenso verwirrend wie faszinierend sind.

Vandenberg Project by Andreas Franke: Mrs. Smith

Die Fotos wurden für ihre Ausstellung unter Wasser mit Plexiglas versiegelt, in rostfreie Rahmen mit Magneten gesetzt und schließlich vorsichtig an den Seiten des Schiffes selbst wieder angebracht. Durch die Verwendung von Magneten und besonnener Auswahl der Anbringungspunkte wurde es möglich, das Leben der neuen Bewohner auf der Vandenberg nicht zu stören und auch das Schiff selbst nicht zu beschädigen – so konnten die Bilder später auch leicht wieder abgenommen werden.

Während Taucher durch die Ausstellung schwebten, trugen Algen und Mikroorganismen des Salzwassers ihren Teil zu den Bildern bei, indem sie jedem Bild eine individuelle Signatur des Ozeans verliehen. Ein leiser Hauch von Unbeständigkeit auf den Bildern, die für die Ewigkeit – in menschlichen Maßstäben – gemacht zu sein schienen. Aber alles schwindet, wenn auch langsam.

~

Die SS Stavronikita liegt bei 13.8 N, 59.38 W auf dem Grund des Ozeans, direkt neben der karibischen Insel Barbados. Sie fiel vor über 20 Jahren einem Feuer zum Opfer und fand an diesem Punkt ihre letzte Ruhe – versteinert zu einem künstlichen Riff, von dem man dachte, dass es bis in alle Ewigkeit schlafen würde.

Über die Jahre hat das Meer das Wrack mit seltsam schönem Mobiliar eingerichtet. Unzählige schimmernde Korallen, Schwämme und Muscheln hängten sich ans Heck, die Masten und die Wände. Schwärme von Fischen der unterschiedlichsten Arten richteten sich rund um den gesunkenen Frachter ein.

Stavronikita Project by Andreas Franke: Picnic for Three

Dieses Wrack ist ein atemberaubendes Symbol der Unverwüstlichkeit des Lebens. Das Leben kann nicht einfach ausgelöscht werden. Es entfaltet sich, blüht, gedeiht, keimt und knospt. Direkt vor der Küste von Barbados feiert es ein überbordendes Fest seiner unvorstellbaren Kräfte.

Zu diesem Überfluss an kleinteiligem, wuselndem Leben in allen Formen und Farben passt eine Epoche, die ebenso die Extravaganz, Eitelkeit und den Prunk dekadent feierte: Rokoko. Perfekt fügen sich drei junge Damen bei einem verschwenderischen Picknicks in die von Korallen wimmelnde Welt ein.

Stavronikita Project by Andreas Franke: Marie

Das Deck wird zum Ankleidezimmer für eine Dame im Reifrock, die aus den Kleidern in ihrem überquellenden Schrank noch ein für diesen Tag passendes auswählen muss. Wie Voyeure beobachten wir sie dabei, aus dem Schutz einer Koralle heraus.

Auch diese Bilder wurden in 24 Metern Tiefe am Ursprungsort von Ideen und Kulisse, der SS Stavronikita selbst, wieder behutsam ausgestellt. Noch bis April können sie dort im Rahmen eines Tauchgangs besichtigt werden, während das Meer wieder eine Schicht Patina aufträgt, die den späteren Betrachter an Land an die Vergänglichkeit allen Seins und das blühende Leben erinnert.

Stavronikita Project by Andreas Franke: Gallery

Andreas Franke ist seit mehr als 20 Jahren Fotograf und Reisender in der Welt und zwischen den Welten. Seine Arbeit führt ihn regelmäßig in etliche Länder auf etlichen Kontinenten – ebenso wie seine Leidenschaft für das Tauchen. Inspiriert von diesen Eindrucken an Land und unter Wasser überschreiten seine Bilder die Grenzen zwischen Fantasie und Realität.

In meinen Fotografien versuche ich, Scheinwelten zu erschaffen, die weit hinter den oft oberflächlichen und aufmerksamkeitsheischenden Bildern der Werbeindustrie liegen. Deshalb basiert meine Arbeit immer auf einem strengen Konzept, das fotografisch und technisch perfekt umgesetzt wird. Jedes kleine Detail ist Teil einer präzise arrangierten Produktion.

Stavronikita Project by Andreas Franke: Marie and Claudette

Für mich ist es wichtig, den technischen Fortschritt der Fotografie auszunutzen, um die Grenzen der fotografischen Verbildlichung auszuloten. Heute haben wir Möglichkeiten, von denen wir vor einigen Jahren noch nicht einmal geträumt hätten. Sie öffnen den Weg für unsere Vorstellungskraft und Fantasie.

Mit meinen Fotos von gesunkenen Schiffswracks möchte ich den Betrachte in eine unwirkliche und merkwürdige Welt ziehen. Geheimnisvolle Szenen der Vergangenheit, die in einem erdachten Raum spielen. Traumwelten, in denen man verloren gehen oder sich mit ihnen identifizieren kann. All das erschafft eine neue und unerwartete Atmosphäre.

Vandenberg Project by Andreas Franke: Sarah Original

Wer nun beim Betrachten dieser traumhaften Unterwasserfantasien in Seufzern versinkt, dem sei die Webseite des Projektes „The Sinking World“ ans Herz gelegt. Im Shop gibt es auch Poster, Drucke in limitierten Auflagen und wer etwas ganz Besonderes haben möchte, kann auch eines der Originalbilder erwerben, die auf den Schiffswracks ausgestellt wurden.


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13. Februar 2013

14 Feb

Ein Beitrag von: Benny Fischer

A Kingdom For A Horse © Benny Fischer


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Photojojo’s New Thing! Phoneography 101 – $5 for a Limited Time

13 Feb

We started as a newsletter, then we opened a store, then we wrote a book…

Now we’re a school!

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No homework, no class, just a basket of kittens and a series of bite-sized lessons delivered to your inbox. Learn the basic principles of photography in the funnest four weeks ever.

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Photojojo

 
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Verbrannte Orte

13 Feb

Dass 1933 vor allem Studenten und Hochschulangehörige Bibliotheken und Büchereien plünderten, um bestimmte Werke anschließend zu verbrennen, ist etwas, das nicht in meinen Kopf will. Es ist für mich so absolut undenkbar.

Und dann stehe ich in Bonn auf dem Marktplatz vor dem Rathaus nur ein paar Meter von meiner Universität entfernt und weiß, dass es doch genau so war. Hier an dieser Stelle. Unter Leitung des damaligen Professors für Kunstgeschichte.

Jan Schenck ist freier Fotograf aus Berlin und möchte alle Orte dokumentieren, an denen damals von den Nationalsozialisten Bücher verbrannt wurden. Das Geschehene soll nicht in Vergessenheit geraten. Auch die Frage, ob wir diese Plätze anders betrachten, wenn wir um deren Geschichte wissen, treibt ihn an.

jan_schenck

Dass diese Dokumentation nicht einfach sein wird, ergibt sich nicht nur aus der erschreckende großen Anzahl von 93 Orten, an denen Bücherverbrennungen stattfanden.

Nur ein Beispiel von vielen: Wo heute Kinder am Kaiser-Friedrich-Ufer in Hamburg spielen, wurde am 15. Mai 1933 um 23 Uhr der Scheiterhaufen angesteckt und Bücher von 131 Autoren vebrannt. Heute ist an dieser Stelle eine Parkanlage. Hinter dem Kinderspielplatz erkennt man die Gedenktafeln, die an die Verbrennung erinnern sollen.

Ort der B?cherverbrennung am 15.Mai 1933

In der Redaktion waren wir uns schnell einig, dass wir dieses Projekt unterstützen möchten. Deshalb machen wir Euch auf seinen Aufruf auf Krautreporter aufmerksam. Hier erklärt Jan genau seine Beweggründe und sein Vorhaben und sammelt Spenden. 3.000 € benötigt er, um mit seinem Vorhaben beginnen zu können.

Neben der Entwicklung der Onlineplattform sollen von dem Geld die Recherchen und die Erstellung der Fotografien zu den ersten acht Orten finanziert werden. Er plant 360°-Kugelpanoramen und Großformataufnahmen. Dafür wird er er eine Nikon D200 mit einem 85mm Nikkor und eine Sinar F2 nutzen.

Ort der B?cherverbrennung am 30.Mai 1933

Jan möchte zu den Fotos Texte und Hintergründe sammeln und online stellen. Es soll ein Atlas werden, eine interaktive Plattform mit Erinnerungen und Zeitzeugenberichten. Wer nicht mit Geld helfen kann, hat vielleicht Materialien, die er Jan zur Verfügung stellen will.

Wir behalten das Projekt im Auge und hoffen, bald wieder davon berichten zu können: Wenn die Seite gewachsen ist und erste Orte dokumentiert sind.


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12. Februar 2013

12 Feb

Ein Beitrag von: Stephan Sachs


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Ausstellung: „Yamkela“ von Henrik Pfeifer

12 Feb

Den Schauspielerfotografen Henrik Pfeifer hat Marit 2011 bereits in einem Interview vorgestellt. Heute möchte ich Euch seine neuen Arbeiten mit sozial engagiertem Hintergrund vorstellen und seine nächste Ausstellung ans Herz legen.

Vor einem Jahr war Henrik in Kapstadt, um dort mit Modellen zu arbeiten, so neue TESABilder zu machen und sie auszustellen. Doch alles kam anders als geplant: Am zweiten Tag seines Aufenthalts verschlug es ihn durch die Einladung eines befreundeten Regisseurs ins Township Dunoon.

Während der Regisseur den Musiker Mazic Kondile begleitete und Aufnahmen für dieses Portrait-Musikvideo machte, fing Henrik an, dort zu fotografieren – immer mehr Kinder kamen angelaufen und wollten auch fotografiert werden. Schon in diesem Moment spürte Henrik, dass spannende Fotos entstanden und er begann, mit dem Gedanken zu spielen, wiederzukommen und etwas für die Kinder zu tun.

Als ich am nächsten Tag am Strand war, an dem viele Touristen und Models waren, kam mir alles so absurd vor. Hier beschäftigten sich die Menschen mit ihrer Bräune, obwohl in der gleichen Stadt nur wenige Kilometer entfernt die Menschen in Blechhütten leben und Hunger haben – ich musste etwas tun.

Er warf also seine Pläne über den Haufen und dachte sich, dass er, anstatt mit irgendwelchen Modellen an schöne Locations zu fahren, er genau das ebenso gut mit den Kindern aus dem Township machen könnte. Die Idee wuchs in nur wenigen Tagen, Henrik verschickte etwa 300 Mails an Bekannte, Freunde und Menschen, die er irgendwoher kannte.

YAMKELA © Henrik Pfeifer

So bekam er innerhalb von nur zwei Wochen 1.600 € Spenden für seine spontane Idee zusammen. Von dem Geld konnte er einen kleinen Reisebus mit Fahrer mieten und mit den Kindern Ausflüge machen. Mit dem Rest des Geldes bezahlte er Englischunterricht für eine kleine Gruppe von Mädchen. In Dunoon lernte er auch Yamkela, ein damals 11-jährigens Mädchen, kennen:

Als ich ihr das erste Mal begegnete, spürte ich sofort, dass es eine Verbindung zwischen uns gab und sie war auch immer in meiner Nähe, sobald ich in Dunoon war. Da ich keine Kinder habe und mir schon lange welche wünsche, dachte ich: Warum eigentlich nicht ein Kind in Südafrika?

Yamkela hatte keinen Vater, also fragte Henrik ihre Mutter, was sie davon halten würde, wenn er ihrer Tochter eine gute Schule bezahlen würde. Yamkelas Oma meinte sofort: „Dann hat Yamkela ja jetzt endlich einen Vater.“ So ist Henrik sozusagen von der Familie adoptiert worden und hat jetzt eine Tochter in Kapstadt.

YAMKELA © Henrik PfeiferYAMKELA0004

Zurück in Deutschland hat Henrik den Verein Learn & Travel e.V. gegründet, um weiter Geld zu sammeln, mit dem den Kindern im Township Dunoon Englischunterricht finanziert wird. Ein langfristiges Ziel ist es, dafür eine feste Lehrerstelle einrichten zu können.

Unabhängig von der Gründung des Vereins hat Henrik vor ein paar Monaten angefangen, mit Wachsmalstiften zu experimentieren und dabei eine neue Technik zur Weiterverarbeitung seiner Fotos für sich entdeckt, die er „Waxwork“ nennt.

Die Technik werden einige von Euch noch aus dem Kindergarten oder der Grundschule kennen: Man malt bunte Farbverläufe, übermalt diese flächig mit schwarzem Wachsmalstift und legt anschließend die untere Farbschicht durch Kratzen teilweise wieder frei.

Das Gleiche macht Henrik nun mit seinen Fotos und sieht darin auch eine Parallele zu seinen TESABildern. Beide Verfremdungstechniken fügen den ursprünglichen Fotos eine weitere Ebene hinzu. Sie werden überdeckt und es ensteht eine mehrschichtige Wahrnehmung, fast Dreidimensionalität.

YAMKELA © Henrik Pfeifer

Mit den ersten Waxworks, die Henrik nun aus Fotos der Kinder aus Dunoon gemacht hat, wird es in der nächsten Woche eine Ausstellung in der kleinen Galerie für Südafrikanisches Design und Kunst „dkhoi“ in München geben. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Bilder werden dem Verein und damit direkt den Kindern auf den Bildern zugute kommen.

Zur Ausstellung am 21. Februar ab 17 Uhr wird Henrik Pfeifer als Künstler anwesend sein und hofft, viele Bilder verkaufen zu können. Ihr dürft natürlich auch einfach so vorbei kommen, ohne etwas zu spenden oder zu kaufen – es wird auch südafrikanische Snacks und Wein geben.

Ausstellung

YAMKELA – Waxworks von Henrik Pfeifer
Zeit: 21. Februar 2013 ab 17 Uhr
Ort: dkhoi, Bergmannstraße 52, 80339 München


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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11. Februar 2013

12 Feb

Ein Beitrag von: Carsten Plückhahn

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