Ein Beitrag von: Bernd Rettig

kwerfeldein – Fotografie Magazin

When you first enter Yosemite National Park it is impossible to miss El Capitan. Towering some 3,000 feet above the valley floor with a peak elevation of 7,573 feet its a feast for the eyes and an attractive challenge for several hardy rock climbers. The more I visit Yosemite the more I see visitors accept the walls of the valley as an unmoving constant, but if you stop to really watch the valley walls you’ll notice that the they’re alive with movement. It’s not just waterfalls that create dramatic scenery in the park, but fast moving air currents and rapidly changing cloud formations. The granite monoliths are only half the story as long as you open your eyes other subtleties of the environment.
Pictured are clouds flowing around El Capitan in the late morning. This long exposure helped highlight the cloud movement bringing El Capitan to life.
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Windswept Clouds Over El Capitan, Yosemite
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JMG-Galleries – Landscape, Nature & Travel Photography
Es gibt einen Grund, warum meine große Tochter gerade in der Küche steht und Erdbeerkuchen fotografiert. Er heißt: „Das 1 X 1 für kleine Fotografen“. Dieses Fotobuch für Kinder möchte ich Euch und vor allem Euren Kleinen ans Herz legen.
Wenn man selbst fotografiert, dauert es nicht lange, bis sich auch ganz besonders die eigenen Kinder für die Kamera interessieren. Aber wie erklärt man ihnen die Blende und Belichtungszeit? Und wie kann man dazu motivieren, auch nach anfänglichen Schwierigkeiten weiter mit der Kamera zu experimentieren? Dieses Buch bietet eine wunderbare Möglichkeit für Kinder, im Selbststudium den Einstieg in die Fotografie zu wagen.
Olaf, der haarige Rotfuchs, ist Fotograf und kennt einige Tipps und Tricks. Mit seinem Assistenten Gustav, einer kleinen Grasmaus, führt er durch das Buch, das zunächst einen kurzen Abriss über die Geschichte der Fotografie bietet. Nach einer kleinen Einführung in die Grundlagen wie Blende, Fluchtpunkt und Schärfentiefe geht es mit dem ersten von insgesamt neun Fotokursen los.

„Fotografiere dein Lieblingsdessert“, „Schminke und frisiere deine Mama und fotografiere sie dann“ und „Erzähle deine Ferien mit Fotos“ sind nur drei Beispiele dieser Kurse und zeigen, dass das Buch Einblick in sehr verschiedene Fotosparten gibt.
Jeder Kurs ist mit vielen Beispielbildern versehen und enthält Tricks, so dass die Kinder nach und nach mehr Erfahrung sammeln können und nicht gleich mit einer Flut an Möglichkeiten überfordert werden. Auch wenn ich selbst kein Fan von beengenden Regeln innerhalb der Fotografie bin, so sind diese für den Anfang sicher nützlich. Ohnehin neigen Kinder naturgemäß dazu, Regeln zu durchbrechen und Neues zu testen.
Olaf gibt auch ganz praktische Tipps, wie zum Beispiel auf die Wettervorhersage zu achten oder an den aufgeladenen Akku und die leere Speicherkarte zu denken, wenn man wieder losziehen will. Ihr merkt, so ein paar Tipps hat Olaf auch für die alten Hasen…

Nach jedem erfolgreich absolvierten Kurs ist Platz für die eigenen Bilder und zum Schluss gibt es ein „Diplom für kleine Fotografen“. Auch findet sich auf den letzten Seiten noch ein kleines Fotolexikon sowie ein kurzes Kapitel zum Thema Bildrechte mit Vordrucken zum Unterschreiben für die Modelle.
So, nun muss ich aber den übriggebliebenen Kuchen vom Fotoshooting essen und helfen, die entstandenen Bilder auf den PC zu übertragen, um sie anschließend zu drucken. Vielleicht habt Ihr ja auch bald das Vergnügen?
~
„Das 1 X 1 für kleine Fotografen“*
von Lumi Poullaouec
erschienen im Addison-Wesley Verlag
Altersempfehlung: 7 – 14 Jahre
Preis: 19,95 €
* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas kauft, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
Wenn Fotografen sich einen Namen gemacht haben, wenn sie mit ihrer Arbeit die Blicke, also die Sicht auf etwas verändern können, dann erscheint im Laufe ihres Lebens – oder oft auch erst nach ihrem Tod – das zusammenfassende Werk.
In einer Zeit, in der fast jeder seine Bilder in Buchform präsentieren kann oder zahlreiche Fotoplattformen unzählige Uploads verzeichnen, ohne einen fachkundigen Kurator zur Seite zu haben, sind diese Mammutwerke von besonderem Interesse.
Diese Bücher sind etwas Besonderes. Sie enthalten Geheimnisse. Sie inspirieren uns. Sie geben uns einen Überblick über eine Schaffensperiode. Es sind Zeugnisse von Menschen, die etwas von ihrem Handwerk verstehen oder verstanden haben. Wir sollten ihnen zuhören, wann immer wir können, von ihnen lernen und ab und an kurzweilig in Demut versinken.
Jedes Genre hat seine eigenen Helden. Meine Helden sind zwei Damen: Deborah Turbeville und Sarah Moon. Beide haben in den Wirren des zweiten Weltkrieges, die eine in den USA und die andere in Frankreich, das Licht der Welt erblickt. Beide waren früh in der Modeszene involviert, beide haben ihre eigene Sprache entwickelt und das Genre damit stark bereichert.

(c) Deborah Turbeville
Im Oktober 2011 erschien „Deborah Turbeville: The Fashion Pictures“* im Rizzoli Verlag. Ich bin mir sicher, würde man ihre Bilder heute in einer der vielen Fotocommunities zeigen und besprechen, sie wären wohl dem Zeriss ausgesetzt.
Sie liebt die Unschärfe und man findet sie in vielen ihrer Bilder. Oft aber sind sie auch zerkratzt, geklebt, mit anderen verbunden, bruchstückhaft, träumerisch, verloren. Sie werden auch bemalt oder beschriftet. Auf einigen sieht man sogar Fingerabdrücke. Sie selbst sagte dazu: „I destroy the image after I’ve made it.“

© Deborah Turbeville
Sie kam erst spät zur Fotografie. Mit 28 Jahren nahm sich Richard Avedon ihrer an. Er mochte ihre verschwommenen Bilder und lehrte ihr das Handwerk. Anfang der 1970er Jahre konnte sie sich offiziell Fotografin nennen. Einen Namen machte sie sich 1975 mit ihrer Serie „Bathroom“ für die amerikanische Vogue und weitere Aufträge folgten.
In ihrem Buch kann man wohlig in diese Unschärfen stürzen. Es werden die bekanntesten Modestrecken gezeigt sowie unveröffentliche Bilder, die für Chanel entstanden. Ihre Bilder, die nie ganz da wirken, haben die Modefotografie nachhaltig beeinflusst und ich bin froh, sie zwischen all den Fotografen entdeckt zu haben.

© Deborah Turbeville
Sarah Moons Retrospektive Sarah Moon 12345 erschien 2008 in einem fünf-bändigen Buch zusammen mit ihrem Film „Mississipi One“ im Verlagshaus Thames & Hudson.
Die Bände sind als Film in Buchform gestaltet und jeder Band steht für ein Genre oder für eine Schaffensperiode in Moons Leben. Denn sie war nicht nur Fotografin, sondern auch Model und Filmemacherin.
Leider besitze ich ihr zusammenfassendes Werk bis heute nicht, weil mir der stolze Preis von über 150 Euro zu schwer im Magen liegt. Aber darin geblättert habe ich schon allzu oft und bin immer wieder überwältigt.
Die Menschen auf ihren Bildern werden behutsam betrachtet. Sie holt sich den Moment, der unbemerkt bleibt. Im Weggehen einer Person fängt sie das Zögerliche, im Augenblinzeln das Nachdenkliche ein. Ihre Bilder können aus tanzenden Farben bestehen, sind aber niemals aufdringlich, wenn auch fordernd.

© Sarah Moon
Ihre Schwarzweißwelten sind dunkel, träumerisch und verwirrend. Wie ein Zerrspiegel erscheinen die Menschen darin und man glaubt, es reiche, nur die Hand auszustrecken, um ebenfalls auf die andere Seite des Bildes gezogen zu werden.
Auch außerhalb der Modewelt legt sie ihre Kamera nicht aus der Hand, denn nicht nur Menschen sondern auch Landschaften und Tiere finden ebenso Zutritt in ihre schöpferische Welt.
Ich könnte noch ewig weiter über ihre Arbeiten und sie selbst schreiben, lege Euch aber lieber das Interview ans Herz, erschienen 2011 in der ZEIT.

© Sarah Moon
In den Werken beider Fotografinnen habe ich etwas gefunden, das mich berührte. Die Beschäftigung mit ihren Arbeitsweisen und Ansichten haben mich beruhigt und darin bestätigt, weiter zu gehen und mir selbst treu zu bleiben.
Und nun seid Ihr dran. Erzählt mir: Wer sind Eure Helden? Wer inspiriert Euch, von wem lernt Ihr?
Die Bilder von Deborah Turbenville stammen alle aus dem Buch „The Fashion Pictures“. Die Bilder von Sarah Moon aus „Sarah Moon 12345“. Ich danke den beiden Verlagshäusern Rizzoli und Thames & Hudson für die Bereitstellung der Bilder.
* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas kauft, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
It’s not just photographers and social media fans who like Instagram; lawyers love the photo-sharing site too. After Instagram announced a badly-written change to its terms of service that would apparently have allowed the Facebook property to sell contributors’ images without compensation, the lawyers brought out their briefcases. Even though Instagram quickly took down the new terms and reverted to the old ones, the lawyers filed a class action suit alleging breach of contract. Last month, Instagram applied to have the case thrown out.
That case may not lead anywhere, and if it did, it would benefit photographers at the expense of a big company. That doesn’t always happen. Photographers, amateur as well as professional, need to be wary of being sued just as much as they need keep an eye out for big firms trampling over their legal rights.
Wedding Photographer Sued for Missed Kiss
That happened earlier this year to Australian wedding photographer George Ferris of Studio Edge & Multimedia who found himself in court defending a lawsuit brought by two unhappy clients. Ferris, said the couple, Jarrad and Sheree Mitchell, had missed all of the most important moments of the wedding, including the ribbon cutting, the certificate signing and the pair’s first kiss as husband and wife. They withheld $ 400 of the $ 2,700 fee — and sued for $ 6,700.
Ferris countersued for $ 6,000, claiming the remainder of the fee, court costs and $ 63 for a meal that he bought at his own expense. The Victorian Civil and Administrative Tribunal showed a surprising amount of sympathy for the difficult work of wedding photography; it agreed with Ferris that capturing the kiss is a challenge. But ordered him to pay the Mitchells $ 750 for failing to supply the full value of the package he’d sold, and told the couple to compensate the photographer for the cost of his meal.
That’s the sort of case that haunts every wedding photographer. The photographer appears to have screwed up. If you’re blaming shadows and blur on flowers and flash bounce, and missing key moments of the event, you can expect clients to be unhappy — and you can be afraid that they’re going to overreact and demand a giant chunk of compensation.
User Uploads Images, Photographer Sues the Site’s Owner
But it’s not just clients who can reach too fast for their lawyers. Photographer Charlyn Zlotnik recently threatened to bring a suit against Les Irvin, owner of jonimitchell.com. According to a page that went up on the site, Zlotnick demanded between $ 25,000 and $ 600,000 in compensation after an anonymous user uploaded four of her images without her permission.
Irvin’s site includes a legal page that explains how copyright owners can claim infringement, and he removed the images from the site as soon as he was informed of a claim. That quick deletion and the fact that the images were uploaded by a user and not by himself should have been enough to clear him of any accusation of copyright infringement.
Despite some apparent initial obstinacy, Irvin’s plea for the site’s users to write to the lawyers and to the photographer pleading with them to drop the suit might have been successful. The site no longer mentions the suit and the plea has been removed. BoingBoing has noted that the photographer was recently caught up in a drugs bust, while the legal firm that sent the letter demanding compensation has been mentioned on watchdog sites Ripoff Report and Extortion Letters Info. There may have been a lot less law to this case than meets the eye.
Prepare the Evidence Before the Suit
Zlotnick’s attempt to catch some cash might have had little credit but a recent case about one iconic image has a lot more justice on its side and offers a number of lessons for photographers.
The photograph at the center of the case dates to 1991 and shows University of Michigan’s Desmond Howard striking the Heisman Pose after returning a 93 yard punt for a touchdown. The shot was taken by freelance photographer Brian Masck who initially licensed it to Sports Illustrated.
Last month Masck sued a long list of targets, including Sports Illustrated, Nissan, Getty Images, Champions Press, Photo File, Inc., Fathead, Wal-Mart, Amazon.com, and even Desmond Howard himself for violating his copyright, either by reproducing the image without his permission or for selling unauthorized copies.
Law professor Eric Goldman has written about the suit and noted that it raises a couple of interesting issues.
The first is that because there were three photographers at the game, and all captured the image in slightly different ways, in 2011 Masck altered the image so that he would be able to track its use:
He added two tells to the photograph. First, he removed the branding from the glove on Desmond Howard’s right hand. Second, he extended the lettering on the football. These small alterations do not appear to the untrained eye, but assist Brian Masck in tracking infringing uses of his photograph.
That’s an interesting little trick that other photographers would do well to emulate especially when they’re shooting the same scenes alongside other photographers. Watermarks can be removed but these small “tells” are much harder to hide.
The second point concerns the importance of registering images with the Copyright Office. Blaming bad legal advice, Masck didn’t register the image until 2011. That’s an error which would cost him the higher rate statutory damages.
Even without those damages though, Goldman believes that the actual damages and infringer’s profits should be both high enough and hard enough to prove for the parties to settle out of court.
That might suggest that turning to a lawyer when you think your copyright is being infringed is a good idea. Sometimes it will be. But street photographer Brandon Stanton come up with much more elegant response to an example of copyright infringement.
According to PetaPixel, Stanton was approached a few months ago by clothing firm DKNY who wanted to license 300 photos from his Humans of New York site to decorate its stores worldwide. The company offered a flat fee of $ 15,000. Believing that $ 50 per photograph was too low, Stanton rejected the offer.
That should have been the end of it. And it was until one of his fans sent Stanton a photograph of his images used to decorate a DKNY store in Bangkok.
Instead of demanding payment or calling his lawyers, Stanton told his Facebook page and asked his followers to share his demand that DKNY give a $ 100,000 donation to the YMCA in Bedford-Stuyvesant, Brooklyn. The company responded within 24 hours. The images, it said, had been used in an internal mock-up which that store had used by mistake. It apologized and donated $ 25,000 to the YMCA in Stanton’s name.
That’s not a decision that the lawyers will like but it should make photographers and social media fans happy.
Photopreneur – Make Money Selling Your Photos
Nachdem ich mich 2010 vermehrt von der Landschaftsfotografie ab und der Straßenfotografie zuwendandte, wuchs auch mein Interesse an Bildbänden. How-to-Bücher wollte ich keine mehr lesen, sondern mir direkt die Arbeiten urbaner Fotografen ansehen und mich daran erquicken. Heute stelle ich im Rahmen unserer Buchwoche ein paar davon vor, weitere Vorstellungen werden folgen.
Ich finde es hochspannend, sich einem Genre der Fotografie zu verschreiben und dann auf globale Bewegungen hin zu untersuchen. Was haben andere Fotografen und Fotografinnen bisher erschaffen? In welcher Zeit und Kultur wurde gearbeitet? Welche Stilmittel genutzt?
All das sind Fragen, auf die mir Bildbände in gewisser Weise Antworten geben können. Und das auf ihre ganz langsame, natürliche Art, die sich doch so von der Hektik des Netzes unterscheidet. Außerdem: Ich fahre gern mit den Fingerspitzen über Fotografien und spüre die Schwere eines Buches mit Freude. So möchte ich mit dem ersten Band beginnen, dem ich ganz sicher den Klassiker-Status zusprechen kann:
„Streetphotography Now“* | 18,95 € | 27,2 x 23,9 x 2,3 cm


Wenn es ein Buch gibt, das mich beim ersten Ansehen gleich erschüttert und bewegt hat, war es „Streetphotography Now“. Als ich es zum ersten Mal in Händen durchblätterte, musste ich mehrmals pausieren, denn die massive Dichte der Bilder überforderte meine Aufnahmekapazität um ein Vielfaches. Selten war ich so gezwungen, mir mehrere Wochen Zeit zu nehmen, um einen Fotoband kennenzulernen.
Das Buch wirkt bis heute nach und es wird noch für eine lange Zeit eine Quelle der Inspiration bleiben.
Auf 240 Seiten haben die Autoren Sophie Howarth und Stephen McLaren einen Bildband herausgegeben, der mit dem Wort „umfassend“ betitelt werden kann. Insgesamt 46 zeitgenössische Straßenfotografen werden darin inklusive Kurzbiografie vorgestellt und satte 301 Bilder laden mehr als eindrucksvoll dazu ein, in die Diversität und Leuchtkraft einzutauchen und die Zeit zu vergessen.
Magnum-Größen wie Bruce Gilden, Martin Parr und Alex Webb gehören wie selbstverständlich zum Kanon, jedoch gibt es auch zahlreiche Fotografen und Fotografinnen, die der großen Öffentlichkeit bis zur Erstauflage kaum bekannt waren. Außerdem beschränkt sich „Streetphotography Now“ nicht nur auf europäische und amerikanische Künstler, sondern besucht mit Bruno Quinqet Tokyo, mit dem nicht unbekannten Herren Titarenko St. Petersburg und mit Musem Wasif Dhaka, um nur ein paar herauszustellen.
„Streetphotography Now“ ist in seinem breitgefächerten Umfang ein weiterer Beweis dafür, dass die Straßenfotografie noch lange nicht tot ist, sondern – und das mag im Buch selbst zu kurz kommen – auch durch das Internet eine Renaissance erlebt, global schwierigen Rechtslagen trotzt und Großartiges vollbringt.
Auch heute suche ich mir gern bei einer Tasse Kaffee einen Fotografen heraus und betrachte dessen Bilder. Das reicht auch völlig aus, denn bei Interesse befinde ich mich zehn Minuten später auf einer Erkundungsreise im Netz, um alle anderen publizierten Fotos meiner Entdeckung zu bestaunen.
„Stern Fotografie: Bruce Gilden“* | 18 € | 27,8 x 52,7 x 1,4 cm


Obwohl die Art und Weise, mit der Bruce Gilden bis heute Menschen auf der Straße fotografiert von einem Großteil der Fotografie-Szene (inklusive Straßenfotografen) kritisch beäugt wird, bin ich bekennender Adorator (sic!) des US-Amerikaners. Das klingt pathetisch. Ist es auch. Ich liebe diesen Kerl.
Um mir seine Aufnahmen schön groß zu gönnen, kaufte ich mir Ende des zurückliegenden Jahres die 64. Ausgabe der Reihe „Stern Fotografie“. Diese deckt Gildens Portraits Krimineller, Gangster und Mafiosi ab, die ebenso schonungslos abgebildet werden wie diese ihr Leben wahrscheinlich unterhalten.
Gilden, Soziologe und selbst Sohn eines Kriminellen, kennt das Milieu, in dem er sich aufhält. Und vielleicht hat er auch deshalb den Mut, diese Menschen ohne Vorwarnung direkt anzublitzen und sich in potentielle Gefahr zu bringen. Seine Bilder hingegen erklären die Portraitierten nicht zu Helden, sondern konfrontieren den Betrachter in aller Härte mit Narben, Eigenheiten und Gewaltbereitschaft der Szene.
Nahezu intim wirken die Bilder, die wie ein Ausdruck der Worte Robert Capas – If your pictures aren’t good enough, you’re not close enough – wirken. Und „close enough“ bin ich auch als Betrachter, denn in ihrer Größe von knapp A3 (pro Seite!) kann ich keine sachliche Distanz aufbauen, sondern werde beinahe ins Geschehen hineingezwungen.
Bei Fotografien, die nur einseitig gedruckt wurden, ist die gegenüberliegende Seite schwarz, was den bedrückenden Charakter des Bandes unterstützt. Des Weiteren wurde auf Seitenzahlen und Bildunterschriften gänzlich verzichtet und diese auf die letzten beiden Seiten des Bandes verfrachtet, um den Fotografien ihren Platz einzuräumen.
Es sind sicher keine angenehmen Bilder, die uns Bruce Gilden in diesem Band vor Augen hält. Aber sie erzählen von einem Teil unserer Gesellschaft, der heute gern verdrängt wird und höchstens bei einem Skandal kurz hochstilisiert wird. Ich möchte jedem, der sich mit dieser Realität befassen möchte und ein wenig tolerant gegenüber Gildens Ansatz ist, empfehlen, sich diesen Bildband zuzulegen.
„Henri Cartier-Bresson: Meisterwerke“* | 6,95 € | 18,8 x 14,4 x 1,2 cm


Der erste Bildband, den ich zur Straßenfotografie in den Händen hielt, war – so wollte es der Zufall – ein Geschenk. Damals war ich nur flüchtig mit dem Sujet vertraut und das Büchlein staubte lange Zeit im Schrank vor sich hin.
Seitdem mir die Straßenfotografie 2010 vollständig den Kopf verdrehte, zupfte ich es hin und wieder aus der hintersten Buchreihe, um darin zu schmökern. Dass ich ein fotografisches Schmuckkästchen in der Hand hielt, wurde mir sofort bewusst und es scheint, als ob die Fotos mit jedem Ansehen an Attraktivität gewinnen.
Auf 128 Seiten präsentiert der Verlag Schirmer/Mosel insgesamt 52 Schwarzweißaufnahmen des Meisters Cartier-Bresson. In chronologischer Reihenfolge von 1932 bis ’99. Jedoch beginnt die Reise zweimal von vorn: Einmal mit Bressons Straßenfotos und das andere Mal mit dessen Portraits. Diese Fotos sind jeweils „einseitig“ abgebildet: Die Gegenseite bleibt, wie oben zu sehen ist, stets weiß.
Der Bildband startet mit einem zwölfseitigen, lesenswerten Essay des Straßenfotografen selbst, datiert auf 1952 und mit dem Titel – wer hätte es gedacht – „Der entscheidende Augenblick“. Am Ende des Büchleins schließt die Klammer eine kurzbiographische Übersicht.
Bresson war seinerzeit überzeugt davon, dass Fotografen seines Genres Technik soweit wie möglich außen vor lassen und die zu Fotografierenden nicht damit belästigen sollten. Bressons Begeisterung für natürliches Licht und Authentizität schlägt sich – meiner Meinung nach – in sämtlichen Straßenaufnahmen sowie Portraits nieder.
Für bislang mit Bresson Unbekannte wird es eine Überraschung sein, dass der Mitbegründer von Magnum Photos auch Ikonen seiner Zeit ablichtete. So findet der geneigte Bewunderer unter den abgebildeten Aufnahmen des Bandes eingängige Portraits von Monroe, Sartre, Picasso und vielen anderen.
Auch, wenn ich vor Jahren nicht so recht wusste, was nun mit diesem Bändchen anzustellen sei, ist es mir heute doch sehr ans Herz gewachsen. Einziger Wermutstropfen: Der Preis von 6,95 € ist unschlagbar, jedoch hat sich der günstige Einband mit der Zeit recht schnell gelöst.
„Saul Leiter (Photofile)“* | 12,55 € | 12,3 x 19 x 1,3 cm


Die Fotografien von Saul Leiter entdeckte ich, als Jürgen Bürgin hier bei uns im Magazin eine Buchrezension über den Künstler publizierte. Diese Bilder wirkten einige Zeit nach, sodass ich mir ein paar Wochen später den hier vorgestellten Bildband zulegte. Ich traute mich noch nicht, die Retrospektive zu kaufen, denn ich war mir nicht sicher, ob ich mich in diese Fotos tatsächlich verlieben könnte. Eines Besseren belehrt, das wurde ich.
Heute zählt dieser Bildband zu meinen liebsten überhaupt. Leiters Art, zu fotografieren hat mich geprägt und das vor allem deshalb, weil sie mich tief berührt und eigentlich nicht mehr so ganz in Ruhe gelassen hat.
Das Buch „Saul Leiter“ ist Bestandteil der derzeit 24-teiligen Photofile-Reihe von Thames & Hudson, die sich damit schmückt, Fotos der weltbesten Fotografen in guter Qualität für jedermann zu produzieren. Denn nicht selten kosten solche Schmöcker mehr als der Studentengeldbeutel erlaubt. Somit ist die Photofile-Reihe ein wahres Vergnügen für jeden Interessierten.
Doch zurück zum Bildband. 144 Seiten umfassen eine Reihe von insgesamt 64 Fotos. Auf der Coverinnenseite steht, dass 38 davon in Farbe sind, nachgezählt habe ich nicht. Aber vom Gefühl her scheinen es bei jedem Mal mehr zu werden; wahrscheinlich deshalb, weil die Farbfotos etwas ganz Besonderes sind.
Der heute 89-jährige Saul Leiter zog 1946 nach New York, um Maler zu werden. Dieser Absicht folgte er auch, jedoch begann er bald, die Kamera als verlängerten Arm zu nutzen und fotografierte – zur Nachkriegszeit unter Künstlern verpönt – auch auf Farbfilm.
Leiter selbst hatte nicht das geringste Interesse daran, sich selbst als Meister der Straßenfotografie darzustellen, denn er verstand sich nach wie vor als Maler. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Entdeckung seiner außergewöhnlichen Bilder noch recht jung ist und dieser Mensch über 40 Jahre lang ohne Rampenlicht auskam. Dies sah er als ein großes Previleg an, wie Jürgen Bürgin berichtete.
Seine ungewöhnliche Art, zu fotografieren wurde nicht minder von seinem Hang zur Malerei und der Freundschaft zu abstrakten Expressionisten, die er in New York kennenlernte, beeinflusst. Wenn ich mir seine Bilder anschaue, dann wundere ich mich jedes Mal, wie Leiter eigentlich seine Motive komponiert. Er hat einen ungemein scharfen Blick für Linien, Menschen und vor allem: Farben.
Leiter präferierte, durch vereiste oder von Kondenswasser beschlagene Scheiben zu fotografieren und mit Spiegelungen den Betrachter zu verwirren. Jedoch sind die Bilder stets so gehalten, dass sie nicht zu sehr abstrahieren, sondern – zumindest mir – stets der Kontext klar bleibt. Außerdem sind im Zentrum seiner Bilder: Menschen im urbanen Kontext.
Desweiteren gefallen mir Leiters Bilder deshalb, weil er sich ständig einen feuchten Kehricht um Fotoregeln scherte und recht häufig Menschen im Bild frech an irgendwelchen Stellen abschnitt. Bestes Beispiel: „Red Umbrella“. Ein Mensch mit rotem Schirm steht an einer zugeschneiten Straße, die sich in einer Rechtskurve um den Menschen schlängelt. Die Person und der Schirm sind jedoch nur angerissen, gut zwei Drittel des Menschen ließ Leiter einfach weg. Und: Lässt mich als Betrachter nach mehr sehnen.
Solche Spielereien sorgen dafür, dass ich diese Bilder nicht vergessen kann. Denn – zwar nicht immer, aber oft – widersetzen sie sich meinen Sehgewohnheiten und verhaken sich tief im Langzeitgedächtnis.
Im Buch werden die Fotos (meist) einseitig gedruckt, auf den Gegenseiten finden sich Titel und Jahr der Aufnahme. Das Büchlein beginnt mit einem erweiterten und wunderbar zu lesenden Essay des Historikers und Fotografen Max Kozloff.
Ich darf sagen, dass ich kein Buch so oft studiert habe wie dieses. Gerade, weil Leiter so einmalig fotografierte, habe ich bis heute nicht die geringste Langeweile beim Betrachten seiner Werke empfunden. Letzte Woche habe ich mir übrigens die Retrospektive bestellt. Jetzt bin ich mir sicher: In Leiters Fotografien habe ich mich verliebt.
* Dies ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Du darüber etwas bestellst, bekommen wir einen kleine Provision, Du bezahlst aber keinen Cent mehr.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
Vielleicht seid Ihr ja auch schon einmal auf den relativ neuen Service Cinebook aufmerksam geworden. Ich glaube, es war bisher eine der wenigen Facebook-Werbungen, auf die ich geklickt hatte. Nach dem Klick landete ich auf einer ziemlich schick und übersichtlich gemachten Seite.
Als dann plötzlich ein kleines Chatfenster aufploppte, in dem ich begrüßt und gefragt wurde, ob man mir helfen könne, war meine Begeisterung erst einmal flöten. So etwas wirkt auf mich immer etwas – nun ja – merkwürdig. Aber …

… nachdem sich herausstellte, dass am anderen Ende wirklich ein freundlicher Mensch sitzt, der meine Fragen beantwortet, scheute ich mich nicht zu fragen, ob ich den Service für kwerfeldein testen dürfte. Zwei Minuten später hatte ich einen Gutscheincode in meinem Postfach. Ich habe selten so eine nette und unkomplizierte Kommunikation mit einem Unternehmen geführt. Allein dafür gibt es schon einmal Pluspunkte.

Und so kann ich Euch heute das Ergebnis meines Tests vorstellen. So viel sei vorweg verraten: Der erste positive Eindruck hat mich nicht getäuscht. Das Endergebnis – und das ist es ja, was zählt – ist über jeden Zweifel erhaben.
~Das einzige Manko, das ich feststellen konnte, war die Software, mit der man die Bücher erstellt. Adobe-Air-Applikationen sind generell nicht mein Fall. Ich weiß zwar nicht, wie sich solche Software auf aktuellen Windows-Systemen anfühlt, aber auf meinem (zugegebenermaßen in die Jahre gekommenen) Mac fühlt es sich immer so an, als wäre mein Kopf schon drei Schritte weiter als die Software. Laaa-haaam. Und das nervt ein wenig.
Neben der Langsamkeit stört das etwas fummelige genaue Ausrichten von Fotos. Auch die Formatierung der Schrift ist nicht gerade optimal gelöst. An dieser Stelle muss aber unbedingt erwähnt werden, dass man auch PDFs und InDesign-Dateien beim Bestellprozess hochladen kann. Das macht die Sache mit Sicherheit wesentlich komfortabler und vor allem individueller. Um diesen Test aber „massenkompatibler“ zu machen, hatte ich mich entschlossen, die Cinebook-Lösung zu nutzen.

Das Programm an sich lehnt sich optisch an Lightroom an und erklärt sich eigentlich von selbst. Nachdem man sich für ein Format entschieden hat, kommt man direkt zum Editor. Links ist ein Dateibrowser, darunter sieht man die im oben ausgewählten Ordner vorhandenen Fotos.
Diese kann man wie üblich automatisch oder manuell platzieren. Dafür gibt es jede Menge verschiedene Seiten-Vorlagen, die rechts am Fenster hinter einem kleinen Symbol versteckt sind. Diese lassen sich aber auch noch editieren.

Das ist alles nichts Weltbewegendes und ich setze an dieser Stelle einfach voraus, dass der geneigte Leser bereits Erfahrungen mit solchen Programmen gesammelt hat.
Einen Tag nach der Bestellung des Buchs flatterte schon die Bestätigung in mein Postfach: Mein Buch wäre fertig für den Versand. Einen weiteren Tag später wurde das Buch auch schon geliefert. Das nenne ich mal schnell! Ein wenig aufgeregt nestelte ich nervös am Karton und riss selbigen, ähnlich wie ein Kind seine Weihnachtsgeschenke öffnet, einfach auf.

Jedes Buch wird in einem edlen, schwarzen Geschenkkarton geliefert. Darin schlummert das gute Stück in einer exakten Schaumstoffaussparung. An der Seite ragt ein kleiner Filmstreifen heraus, mit dem man das Buch hervorholen kann. Ich hatte die Option Softskin Cover gewählt. Das fühlt sich nicht nur toll an, sondern gibt dem Cover auch einen edlen, matten Glanz.
Die Fotos werden auf echtem, 0,16 mm dickem Fuji Crystal Echtfotopapier ausbelichtet. Im Endeffekt sind die Seiten dann inklusive Kleber 0,34 mm dick. Toll. Die Bindung ist eine spezielle Leporello-Bindung, durch die der sonst oft störende Mittelfalz praktisch nicht mehr vorhanden ist. Sehr schön, wenn man Fotos über beide Seiten platziert hat.

Cinebook beschreibt das so:
Um das Beste erreichen zu können, stellen wir einen kompromisslos hohen Anspruch an unsere Premium-Fotobuch-Qualität. Deine Bilder verdienen die höchste Brillanz, Farbechtheit und Langlebigkeit. Cinebooks werden deswegen, anders als gedruckte Fotobücher, auf echtem Fotopapier ausbelichtet. Da das ohne störenden Falz möglich ist, kannst Du Deine Bilder in der gesamten Breite des Buches zeigen. Panorama-Feeling pur.
Für uns hört es aber bei der Ausbelichtung nicht auf. Zu einem Premium-Fotobuch-Erlebnis gehört ebenso die Haptik. Überzeugen die einzelnen Seiten durch die seidenmatte Oberfläche des echten Fotopapiers und sein charakteristisches Relief, wartet das Hardcover deines Cinebooks mit edler Softskin-Oberfläche auf.
Und das Beste: Fotobücher von Cinebook werden stets in einer hochwertigen Geschenk-Box geliefert. So bleibt Dein Cinebook immer gut geschützt, die Qualität erhalten und jedes Öffnen wird zu einem besonderen Erlebnis.

Es ist wirklich eine wahre Freude, das Buch zu betrachten und durchzublättern. Allein die Dicke des gewählten Papiers vermittelt eine sehr hohe Qualität. Aber all das hat natürlich auch einen Haken: Der Spaß ist leider nicht billig. Es gibt vier verschiedene Formate, die mit folgenden Preisen zu Buche schlagen:
Cinema: 28 x 19 cm, ab 49,95 €
Lookbook: 21 x 28 cm, ab 54,95 €
Close-Up: 28 x 28 cm, ab 69,95 €
Widescreen: 42 x 28 cm, ab 89,95 €
Das sind im Vergleich zur Konkurrenz bestimmt keine Schnäppchen. Ich habe bisher aber auch kein Fotobuch in der Hand gehabt, das an diese Qualität herangekommen wäre. Lediglich Blurb würde ich noch als ähnlich gut ansehen. Da sind die Seiten aber wesentlich dünner und auch die Leporello-Bindung fehlt.
Wer also ein qualitativ wirklich hochwertiges Buch sucht, sollte sich überlegen, ob er nicht den einen oder anderen Euro mehr ausgeben möchte. Gerade, wenn man das Buch vielleicht zu einem speziellen Anlass verschenken möchte. Oder wenn man die tollen Fotos der eigenen Hochzeit in einem Buch verewigen möchte. Bei Cinebook lohnt es sich in jedem Fall.
Könnte ich Sterne vergeben, gäbe es 4,5 von 5 schicken, glänzenden Sternchen. (Das halbe Sternchen Abzug wegen der etwas hakeligen Software.)
Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Cinebook für die insgesamt schnelle und unkomplizierte Abwicklung!
kwerfeldein – Fotografie Magazin
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