Ein Beitrag von: Daniel Book

kwerfeldein – Fotografie Magazin
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Ein Beitrag von: Maria Plotnikova
Ich wurde 1984 in Moskau geboren und habe dort Sprachwissenschaften an der Pädagogischen Universität studiert. Während des Studiums fing ich an, als Fotografin zu arbeiten, was mich zur Sportfotografie führte. 2006 bis 2010 arbeitete ich exklusiv für Moskaus Medien („Izvestia“, „Novaya Gazeta“, „TASS“, „Sport day by day“).
2007 schloss ich den Fotojournalismus-Kurs an der Staatsuniversität Moskau ab. Das Ergebnis meiner Arbeit als Sportfotografin waren verschiedene Awards, die ich bei russischen Fotojournalismus-Wettbewerben gewann.
Von der Sportfotografie zur Straßenfotografie
2010 zogen mein Mann und ich nach Buenos Aires und anschließend nach Sao Paulo in Brasilien. In Lateinamerika angekommen, arbeitete ich zunächst als freie Künstlerin und interessierte mich sehr für das Genre der Straßenfotografie.
Nachdem wir nach Südamerika gezogen waren, verliebte ich mich Hals über Kopf in die Straßenfotografie. Ich denke, dass es dafür mehrere Gründe gibt.

Der wichtigste ist wohl, dass ich nun sehr viel freie Zeit habe. Ich fotografiere oft und weil das Genre kein kommerzielles ist, kann es nicht einfach jeder machen. Der zweite Grund ist die Verfügbarkeit des „Materials“, um die Straßenfotografie auszuüben. Du kannst einfach rausgehen und anfangen. Keine Barrieren.
Die Emotion, die ich empfinde, wenn ich ein gutes Foto mache, kann man Glück nennen. Meine Hände zittern, der Puls steig an. Das ist schon sehr, sehr cool.
Ich glaube, dass der eintretende Effekt, wenn man einen neuen Ort besucht, ebenfalls einen Einfluss auf meine Wahl hatte. Als wir nach Südamerika zogen, glaubte ich, komplett durchzudrehen. Diese Vielfältigkeit von Farben und Licht!
Aktuell arbeite ich weiter selbstständig als Sportfotografin, jedoch ist die Straßenfotografie das Sujet, in dem ich mich als Künstlerin verwirklichen kann.

Inspiration
Lange Zeit bevor ich ich mich für die Fotografie auf der Straße interessierte, war Gueorgui Pinkhassov mein Favorit unter den Fotografen. Ich bewundere seine Arbeit und betrachte ihn als meinen virtuellen Lehrer.
Es ist nicht sonderlich originell, wenn ich zwei weitere Fotografen nenne, die mich sehr stark beeinflusst haben, ich möchte es aber trotzdem tun: Alex Webb und Harry Gruyaert.
Dank diesen drei Fotografen habe ich gelernt, Licht und Farbe zu sehen, im entscheidenden Augenblick abzudrücken und mit Elementen im Bild zu spielen. Und Sebastião Salgado ist mein Favorit unter den Schwarzweiß-Fotografen.

Ich bin jeden Tag auf Flickr und schaue dort meine Timeline durch, da ich vielen zeitgenössischen Straßenfotografen folge. Es inspiriert mich jeden Tag, die Arbeiten von verschiedenen Fotografen anzusehen.
Unter den Straßenfotografen, denen ich folge, möchte ich die Arbeit folgender „Meister“ hervorheben: Jesse Marlow, Paul Russell und Shin Noguchi.
Dazu noch ein paar russische Dokumentarfotografen, die auf meine Entwicklung einen starken Einfluss hatten: Vladimir Semin, Igor Gavrilov und Valery Schekoldin.

Den eigenen Stil finden
Das Rezept dafür ist recht einfach. Es ist notwendig, viel zu fotografieren und eine automatische Reaktion auf unterschiedliche urbane Situationen zu entwickeln. Ich glaube, dass diese Reaktion bei jedem Fotografen anders ausfällt und die ganze Essenz des Stiles bildet.
Der Moment, die Komposition, das Spiel von Licht und Schatten, der Gesichtsausdruck von Menschen und Tausende weitere Mikroelemente: All das provoziert einen elektrischen Impuls, der dazu führt, dass ich den Auslöser drücke.

Es ist wie ein Reflex und die Verfeinerung dieses Reflexes ist das Upgrade meines Stiles in der Straßenfotografie. Ich sehe die Farben, das Licht und komplexe Kompositions-Elemente. Das Spiel mit bestimmten Elementen im Bild ist es, was mich interessiert.
Um meinen eigenen Stil zu finden, ist es zusätzlich wichtig, die Arbeiten anderer Fotografen zu zu sehen. Hunderte und nochmals Hunderte Bilder pro Woche.
* Dieser Artikel wurde von Martin Gommel aus dem Englischen übersetzt.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
In the beginning of time, the skies were filled with flying elephants. Too heavy for their wings, they sometimes crashed through the trees and frightened other animals.
In „Ashes and Snow“ eröffnen mehrere Serien mit Elefanten das Buch. Es folgen Wale, mit denen Gregory Colbert taucht, sowie verschiedene Vogelarten, Giraffen, Zebras, Großkatzen und Affen. Manchmal allein, manchmal mit Menschen. Auf Dünen, Bäumen, im Wasser oder tempelartigen Gebäuden.
Kein Bild hat einen eigenen Titel, die Serien fließen, gehen ineinander über, wechseln sich ab. Es war nicht leicht, ein Bild auszuwählen, das für mich das Bild dieses Buches ist. Vielleicht ist das das hier gezeigte, es vereint fast alles, was mich an Gregory Colberts Arbeiten berührt: Tiere, Menschen, Natur gehören zusammen, passen genau ineinander, sind ein Ganzes.
Die Fotos sind klar und gleichzeitig surreal. Warm und erdfarben, trotzdem mit einem Hauch von Blau. Sie wecken die Sehnsucht nach ursprünglicher, sicherlich aber auch romantisch verklärter Ursprünglichkeit in mir (wieder).

Gregory Colbert wurde 1960 in Toronto, Kanada geboren. Seine Karriere begann 1983 in Paris, wo er Dokumentarfilme über gesellschaftliche Probleme drehte. Über die Filmemacherei kam er zur Fotografie und stellte erstmals 1992 aus.
In den folgenden zehn Jahren stellte er nicht aus, sondern startete über vierzig Expeditionen in entlegene und exotische Ecken der Welt, um dort die wundersamen Beziehungen zwischen Mensch und Tier zu fotografieren.
2002 präsentierte er seine Arbeit der zurückliegenden Dekade unter dem Titel „Ashes and Snow“ in Venedig als eine der größten Einzelausstellungen Europas. Diese wird seitdem ständig erweitert, während Colbert die Welt bereist, neue Länder, Menschen und Tiere fotografiert.
Seine Ausstellung „Ashes and Snow“, die neben Fotos auch Filme zeigt, ist als reisende Ausstellung angelegt. Die Räume, in denen sie präsentiert wird, werden „Nomadic Museum“ genannt, dessen Architektur als das Äquivalent offener Arme konzipiert ist. Das Museum kann zerlegt und einfach andere Orte der Welt gebracht werden, um dort präsentiert zu werden.

Überhaupt ist dieses Buch eines der schönsten, die es gibt. Ein haptisches Erlebnis. Dickes, weiches Papier in einem warmen Weiß, groben Schnittkanten, eingebettet in einen stark strukturierten braunen Umschlag. Mit einem Band verschlossen.
„Ashes and Snow“* in die Hand zu nehmen, das Band zu lösen, den unvergleichlichen Umschlag aufzublättern, mich nach einiger Zeit der Kontemplation wieder aus den beruhigenden Serien zu lösen und das Band wieder ums Buch zu wickeln, ist jedes Mal wieder etwas Besonderes.
* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
Ein Beitrag von: Lisa Zappe
Inspiriert vom Leben, meinen Mitmenschen und Gefühlen wie Angst, Zuneigung, Wut, Liebe und Schmerz, fotografiere ich mich regelmäßig durch mein Universum.
Man sagt mir immer wieder, dass meine Bilder einen hohen Wiedererkennungswert hätten, jedoch kann wohl jedermann schnell erkennen, dass ich mich weder auf ein Sujet, noch auf eine Technik festlegen mag. Und genau das liegt mir auch unbedingt am Herzen.
Viel zu neugierig und experimentierfreudig bin ich, um schon jetzt genau wissen zu wollen, was ich will. Viel mehr schließe ich aus, was ich gerade nicht möchte und öffne mich für alles andere.
Was ich nicht möchte, weiß ich jedoch mit großer Bestimmtheit. Ich mag keine Oberflächlichkeit und keine Lügen, mir ist die Schnelllebigkeit unserer heutigen Zeit suspekt und ich versuche, viele der Dinge zu meiden, die dazu da sind, uns von uns selbst abzulenken.


Ich mag die intimen, kreativen und ehrlichen kleinen Momente in meiner Fotografie. Die Momente, in denen wir uns zeigen, unsere Maske etwas fallen lassen und verletzbar werden. Die Momente, in denen wir uns mit Respekt und Empathie begegnen und spüren, dass wir mehr gemeinsam haben als wir glauben.
Und ab und an, eher selten, mache ich völlig kontroverse Bilder, die aber genau dieselbe Thematik aufgreifen. Das mag verunsichern, aber hier kommt eben meine unbändige Experimentierfreude ins Spiel.
Oft höre ich, ich hätte etwas Kindlich-naives, aber auch Bestimmtes, wenn ich mit meiner Kamera auf Motivsuche gehe oder die Menschen in meinem Umfeld ablichte. Ich glaube, diese Beschreibung passt wohl ganz gut zu mir.
In meinem Bildrepertoire findet Ihr sowohl etliche Sofortbilder, als auch analoge und digitale Bildserien (Kleinbild und Mittelformat) in schwarzweiß, monochrom und in Farbe. Einen Teil davon könnt Ihr Euch auf meiner Website und meinem Blog ansehen.

Die analoge Kleinbildfotografie liegt mir derzeit besonders am Herzen. Ich genieße es, wann immer ich Zeit finde, mit meiner Olympus besondere Momente einzufangen oder einfach herumzuexperimentieren, um mich danach in meine Dunkelkammer zurückzuziehen und mich von den Ergebnissen überraschen zu lassen.
Neben der Fotografie öffnet sich mir noch ein weiteres Feld, in dem ich meiner Kreativität und Experimentierfreude freien Lauf lassen kann. So entstehen nahezu täglich Collagen/Karten, die hauptsächlich aus einer Kombination von Fotografien und Zeichnungen bestehen.
Außerdem verwende ich für meine Collagen/Karten alles, was mir gerade in den Sinn kommt, wie zum Beispiel Papierreste, Federn, Dinge, die ich in der Natur oder auf Flohmärkten finde und vieles mehr.


Dieser Prozess hat für mich phasenweise etwas Obsessives, dann habe ich nur noch diese Collagen/Karten im Sinn – und so klebe, zeichne, reiße, sammle und schneide ich in jeder freien Sekunde, an jedem Ort, der sich mir bietet. Sei es auf dem Heimweg in der U-Bahn, auf Reisen im Flugzeug oder am Strand, in der Mittagspause im Tiergarten oder in schlaflosen Nächten.
Zu sehen gibt es hier bei kwerfeldein Collagen/Karten aus meiner neuen Serie „Inspiration of the South“, zu der ich auf meiner kürzlichen Portugalreise inspiriert wurde.

Fragt man mich nach Schlüsselmomenten in meiner Fotografie oder den eindrucksvollsten Erlebnissen im Zusammenhang mit ihr, fallen mir sofort drei Situationen ein. Grundsätzlich bin ich absolut beeindruckt vom Vertrauen, das mir – von mehr oder weniger fremden Menschen – immer wieder entgegengebracht wird.
Das erste Mal erlebte ich dies mit der israelischen Musikerin Ofri Brin zu Beginn meiner Fotografie Ende 2007. Mir ist in Erinnerung geblieben, wie unkompliziert sie vor der Kamera war und wie wenig sie damit beschäftigt war, „schön“ aussehen zu wollen. An diesem Tag gerieten wir in einen regelrechten „Kreativrausch“ und mussten uns gegen Mitternacht dazu zwingen, abzubrechen, sonst wären wir wohl irgendwann zusammengebrochen.
Es war ein Schaffensprozess ohne Erwartungen oder irgendwelche Vorgaben. Das fühlte sich sehr befreiend an und mir wurde bewusst, dass es Menschen gibt, die mir vertrauen und mir den Raum lassen, mich fotografisch auszutoben.


Ein weiteres, sehr einprägsames Erlebnis war es, selbst als Modell vor der Kamera zu stehen. So geschehen im November 2007 vor der Kamera von Artur Kowallick. Das war für mich eine große Herausforderung, da Artur ein Fotograf und Künstler ist, der seinen Modellen vieles abverlangt und dem es in seiner Fotografie auch darum geht, Grenzen zu überschreiten.
Auch hier spielte das Thema Vertrauen erneut eine übergeordnete Rolle. Zudem bin ich durch ihn sowohl in die Welt der analogen Fotografie, als auch tiefer in die Sphäre der künstlerischen Fotografie eingetaucht.
Ein drittes, und damit das aktuellste, Erlebnis war eine einwöchige Reise nach Sardinien, gemeinsam mit der Schauspielerin Sophie Bogdan. Eigentlich kam alles recht spontan und auch etwas chaotisch zustande. Aber auf Sardinien angekommen, entstand das Gefühl von grenzenloser kreativer Freiheit. Mit viel Zeit im Gepäck, toller Kulisse, ein paar Kleinbildfilmen und einer Muse an meiner Seite entstand ein ganz neues Gefühl des kreativen Arbeitens.

Ohne irgendwelche Pläne, Erwartungen, Zeitdruck oder Abhängigkeiten konnten so Bilder entstehen und zwar klare, klassische und auf das wesentliche reduzierte Bilder. Und auch hier wäre es ohne das Vertrauen von Sophie Bogdan in mich und meine Fotografie unmöglich gewesen, solche intimen Situationen und Bilder entstehen zu lassen.
Dieses Vertrauen ist für mich niemals selbstverständlich, deswegen gehe ich behutsam damit um, respektiere die Grenzen der Modelle und habe begriffen, dass dies der Schlüssel zu meinen Bildern ist.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
Was macht man am besten, wenn die Tage kürzer und kälter werden? Wir empfehlen Euch, die Galerien und Museen unsicher zu machen und ein paar Ausstellungen zu besuchen. In unserem Ausstellungskalender haben wir immer aktuelle Ausstellungen nach Städten sortiert.
Fotospecial: Wir sind nicht allein
Flickr

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Deutschsprachig
• Vom 9. bis zum 13. Oktober findet in Frankfurt zum wiederholten Male die Buchmesse statt. In Halle 4.1 gibt es auch Bildbände und Fotobücher, zum Beispiel beim Stand des deutschen Fotobuchpreises.
• Ihr habt eine gute Fotobuchidee? Dann versucht es doch mal bei 100 Fans, einer neuen Crowdfoundingplattform für Bücher.
• Blickfang zeigt das neueste Shooting von Dominik Mentzos für die Lufthansa.
International
• Tony Ray-Jones fotografierte zusammen mit Meyerowitz und Winogrand – und das auch noch in Farbe. Seine Straßenaufnahmen haben auch Martin Parr inspiriert, der in seiner Karriere ebenfalls einen Wechsel von Farbe zu schwarzweiß durchführte. Die BBC berichtet.
• Test: Wie gut seht Ihr Farbe? P.S. Teilt uns Euer Ergebnis als Kommentar mit, wenn Ihr Euch traut.
• Jim C. Hines ahmt die Posen von bekannten und unbekannten Filmpostern auf eine höchst amüsante Art und Weise nach.
• Hier werden zehn Fotografen vorgestellt, die gern und gut mit Licht malen.
• Schlafende Paare, die bald Eltern werden, hat Fotografin Jana Romanova dokumentiert.
• Was bringt uns Social Media? Manchmal ist es gut, ein wenig auf die Bremse zu treten und sich zu überlegen, wo man etwas postet und warum. Jamie Furlong schrieb sechs Gründe auf, warum Social Media sogar schlecht für die Fotografie sein kann.
• Project Unbreakable zeigt seit 2011 Fotos von Vergewaltigungsopfern mit den Sprüchen der Täter auf Karton.
• Jeder kennt das Foto von Nick Út, auf dem die neunjährigen Phan Th? Kim Phúc zusammen mit anderen Kindern nach dem Napalmangriff auf Vietnam 1972 die Straße entlang rennt. Die Geschichte des Mädchens wird hier erzählt.
• Warum sich das 25-jährige Modell Avril Nolan auf einmal in einer Werbekampagne für Menschenrechte mit den Worten „I AM POSITIVE(+).“ und „I HAVE RIGHTS.“ wiederfand.
Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

• In „Untold – Die Geschichten hinter den Bildern“* gibt es genau das, was der Titel verspricht. Steve McCurry gibt Einblicke in die Hintergründe von 14 seiner bedeutendsten Fotoreportagen. 50 € kostet das Buch.
• „Airtropolis“* von Werner Bartsch zeigt Bilder eines Großflughafens. Einen guten Einblick in das Projekt bekommt man auf der Homepage des Fotografen.
Wettbewerbe
• Auf I shot it! gibt es regelmäßig Wettbewerbe. Das Preisgeld richtet sich nach der Teilnehmeranzahl, denn die Teilnahmegebühr fließt zum Teil in das Preisgeld ein. Zudem gibts es als Hauptpreis auch immer eine Leica, da die Firma Hauptaktionär ist.
Videos
Brooke Shaden stellt bei FRAMED ihre Inspiration, die Fotografin Marico Fayre vor.
Ausstellungen
Rüdiger Beckmann – Beyound Vanity
Zeit: 11. – 18. Oktober 2013
Ort: Galerie Frei, Köln
Link
Men at Work, Fotografien von Jörg Rubbert
Zeit: 6. Oktober – 29. November 2013
Ort: Galerie-Café Village Voice, Berlin
Link
Anja Manfredi – Bewegungsbilder
Zeit: 03. Oktober – 21. Dezember 2013
Ort: OstLicht, Absberggasse 27, 1100 Wien
Link
Mehr aktuelle Ausstellungen
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kwerfeldein – Fotografie Magazin
„Wir können keinen Eintrag finden.“
Mein Mund ist trocken und die Worte, die vorher noch so schön zurecht gelegt waren, nett gefaltet wie Gästehandtücher für den Besuch, bleiben einfach irgendwo in mir drin hängen.
„Das kann nicht sein!“, erwidere ich stoisch. Auf weiteres Drängen gibt er mir die Nummer eines anderen Labors. Aber auch dort die gleiche Antwort. Ich lege den Hörer beiseite, schüttle den Kopf. Hatte ich es mir vielleicht nur eingebildet, gab es diese beiden Filme überhaupt?
Aber natürlich, es gab sie. Ich hatte die Zettel in der Hand, die Nummern, die ich nun schon auswendig konnte. Kundennummer, Autragsnummer, ja, genau, hinten eine 5. Aber da war nichts. Kein Computer hatte es erfasst, kein Mensch hatte diese Ziffern in irgendein Formular eingetragen. Sie blieben unauffindbar.
Ich schüttelte wieder und wieder den Kopf. Die Erinnerungen rauschten an mir vorbei. Ich sehe die Frau vor mir, das schöne glatte Haar, ihre Haut, die Bewegungen. Ich sehe die Farben, blassgrün die Kissen, das Licht zartes Nachmittagslicht. Langzeitbelichtungen auf dem einen und ihr Körper detailliert aufgezeichnet auf dem anderen Film.
Ich erinnere mich an das Lächeln, an das Zurechtlegen der Haarsträhne, an meine Frage, ob das in Ordnung ist, wenn ich das mache, aus Angst Grenzen zu überschreiten, wo vielleicht nicht einmal eine ist.
Die Aufzeichnung eines Tages, eines Gesprächs. Flackern in den Augen, Runzeln der Stirn, Nicken. Leise gesprochene Worte, Erkenntnisse, während draußen die Amseln auf der Mauer sitzen und hereinschauen.
Ich wähle noch einmal die Nummer des Labors, frage noch einmal nach. Dieses Mal mit mehr Nachdruck. Ich ließ mich nicht abwimmeln wie bem ersten Mal und dann sagt er es endlich: Sie hätten gerade Probleme mit der Software, es könnte sein, dass er erfasst ist, aber nicht angezeigt wird. Allerdings hätten sie auch gerade Probleme mit der Annahme analogen Materials. Ich solle noch eine Woche warten und dann einen Antrag stellen, die Filme zu suchen.
„Aha“, sage ich und ein zerknirschtes Danke hinterher. Ich lege auf.
Die Filme sind noch immer nicht aufgetaucht. Jeden Tag gebe ich die Ziffern in die Suchmaske des Labors ein, jedes Mal flammt kurz Hoffnung auf.
Was ich daraus lerne, willst Du wissen? Mir ein besseres Labor suchen natürlich. Man bringt seine Kinder ja auch nicht irgendwo hin, nur weil es da billiger ist. „Selbst Schuld!“, raunt das schlechte Gewissen. Oft genug ist es ja gut gegangen bei diesem Großlabor.
„Masse statt Klasse, aber schön günstig, wo doch die Fime schon soviel kosten“, versuche ich kleinlaut dem schlechten Gewissen etwas entgegen zu setzen. Und außerdem kann ich Farbdiafilme einfach nicht selbst entwickeln, verdammt. Oder doch?
Das Gefühl ist jedenfalls elendig. Zwei verloren gegangen Filme.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
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