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Archive for the ‘Equipment’ Category

Bodybilder

12 Oct

Ein Beitrag von: Heiko Neubert

Mallorca. Sommer 2013. Urlaub. Hotel All inclusive. Was habe ich da so gemacht? Natürlich war ich mit der Familie am Strand zum Baden. Aber mir fiel schon am ersten Tag der weit ins Mittelmeer reichende Anlegesteg auf. Und die Leute darauf, welche entweder zum Ausflugsschiff wollten, von dort kamen oder sich aus Langeweile dort herumtrieben.

Durch das Gegenlicht der Vormittagssonne sah man aber nur die interessante Grafik ihrer Silhouetten. Langweilige Urlaubsbilder, die keinen interessieren, habe ich natürlich auch fotografiert. Hier wollte ich aber etwas anderes machen.

Also ging ich an jedem Strandtag vormittags ein Stück ins hüfthohe Wasser und fotografierte die Leute auf dem Steg. Fototechnisch war es nichts Besonderes. Die kleine Nikon Coolpix P 7100, Zeitautomatik, JPG und etwas unterbelichten. Für speziell dieses Projekt hätte wahrscheinlich aber auch eine 100€-Knipse gereicht.

© Heiko Neubert

Die Spiegelreflex hatte ich dieses Mal nicht mit und sie wäre mir am Strand auch zu auffällig gewesen. Wichtig waren mir kurze Belichtungszeiten, weil ich ständig von den Wellen durchgeschüttelt wurde.

Eigentlich bin ich nicht der Typ, der einfach so ungefragt fremde Menschen fotografiert. Aber ich dachte mir, unter den vielen Badegästen mit Knipsen und Fotohandys falle ich sowieso nicht auf und es wird sich wohl kaum jemand auf den Fotos wiedererkennen.

Wenn dem so wäre, würde ich die Fotos hier auch nicht zeigen. Nur ein etwas älterer Herr schien mich vielleicht bemerkt zu haben, weil er auf einem Foto zu sehen ist, wie er mit erhobener Hand jemandem winkt.

© Heiko Neubert

Im Laufe des Urlaubs sammelten sich viele Szenen von Menschen, so wie sie sind und sich geben, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Dicke, dünne, große, kleine, alte, junge, Pärchen, Familien.

Ständig neue, spannende Körperformen und Begebenheiten. Leider verpasste ich die Szene, als jemand ein Fahrrad auf dem Steg schob, aber ich musste mich auch auf die Feuerquallen (?) im Wasser dicht neben mir konzentrieren.

Obwohl ich das ewig hätte machen können, bin ich wegen der ziemlich heißen Sonne immer nach knapp einer Stunde aus dem Wasser raus. Fortsetzen werde ich das Projekt vermutlich nicht, außer ich bin noch mal am gleichen Strand auf Mallorca. Derweil widme ich mich wieder fotografisch anderen Menschen: Frauen in weißen Kleidern und Männer in schwarzen Anzügen.

© Heiko Neubert

Mein Fazit aus diesem Projekt? Es muss nicht immer die Vollformat-SLR sein. Für mich persönlich finde ich es irgendwie cool, wenn die Technik in den Hintergrund tritt und mehr über die Bildinhalte gesprochen wird.

Und ich bin ein wenig vom Stil meiner üblichen Fotos abgekommen. Hätte ich eine Serie von zehn Sonnenuntergängen vom gleichen Platz aus am Mittelmeer fotografiert, wären diese wahrscheinlich hier nicht aufgetaucht. Mhm… oder doch?


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Der Fremde in mir

12 Oct

Ein Beitrag von: Marius Vieth

Jeden Tag irre ich durch die Straßen meiner Stadt auf der Suche nach wundervollen Charakteren und einzigartigen Momenten. Man mag es Straßenfotografie nennen. Für mich fühlt es sich seit einiger Zeit wie ein Goldrausch nach seltenen Millisekunden an. Doch wenn ich ganz ehrlich bin, suche ich nach etwas ganz anderem: Mir selbst.

Ich habe mich lange Zeit unsicher gefühlt, weil ich in der Fotografie zwar eine Heimat gefunden habe, aber kein echtes Zuhause. Portraitfotografie war für mich die wünschenswerte Vorstadtvilla mit Garten, Landschaftsfotografie das rustikale Fachwerkhaus zwischen Wald und Wiese, Architekturfotografie der bewundernswerte Wolkenkratzer und Tierfotografie der idyllische Bauernhof.

All das müsste sich doch so unglaublich richtig anfühlen – aber leider nicht für mich. Ich gehöre auf die Straße, so beunruhigend diese Einsicht auch erst war.

© Marius Vieth

Ich nahm all meinen Mut zusammen und begann Anfang des Jahres einfach, Menschen auf der Straße zu fotografieren. Meine anfänglichen Ängste sorgten dafür, dass ich mich der Thematik ganz sanft näherte. Mit dem klassischen „35mm schwarzweiß mittendrauf“ hatte das nicht im Ansatz zu tun.

Auch, wenn es mich am Anfang verunsicherte, beschloss ich nach kurzer Zeit, einfach so zu shooten, wie ich das Genre interpretiere. Ich probiere alle möglichen Facetten und Strömungen der Straßenfotografie aus. Dabei ist jeder Tag ein weiteres Puzzlestück auf dem Weg zu meiner ganz eigenen Vorstellung von Straßenfotografie.

© Marius Vieth

Manche passen, manche weniger. Wenn ich meinen Stil beschreiben müsste, würde ich ihn als farbenfroh, aufgeräumt und sanft beschreiben. Ich spüre, dass ich meiner Idee von Straßenfotografie täglich näher komme, allerdings noch längst nicht da bin.

Straßenfotografie polarisiert. Für die einen ist es eine einzigartige, gar magische Dokumentation zeitgenössischen Seins, für die anderen Rumgeknipse aus Hipsterhausen. Was auch immer man in ihr sieht, ich sehe in ihr eine der größten Lehrstunden meines Lebens.

© Marius Vieth

Selten habe ich mich persönlich so sehr mit dem Leben und Sein anderer Menschen auseinandergesetzt. All diese unterschiedlichen Charaktere, Lebensweisen und Sinngebungen halfen mir nicht nur, zu verstehen, wer ich überhaupt bin, sondern wie essentiell es ist, leben zu lassen.

Ich möchte ganz ehrlich sein: Wie ich am Ende des Tages zu 100 Mal X in Lightroom oder einer goldenen Millisekunde komme, unterscheidet sich nicht groß von anderen Straßenfotografen. Das hat Martin in diesem Magazin bereits in wundervoller Weise erläutert.

Auch, wenn mich diese riesige Flut von unglaublich talentierten Fotografen auf der ganzen Welt noch immer sehr einschüchtert, ist mir eines mittlerweile bewusst geworden: Mein Herz, meine Gefühle und meine Gedanken gibt es wirklich nur einmal.

© Marius Vieth

Jeder dieser Menschen wird durch meine Fotografie ein Teil von mir, der mich mein Leben begleiten wird. Am liebsten würde ich ihnen sagen, wie viel sie mir bedeuten und warum sich mein Herz an diesem Tag für sie entschieden hat. Warum eigentlich nicht?


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Augenschmaus: Bobbes

12 Oct

Ein Beitrag von: Mihl

Bobbes sind mit Nüssen und Rosinen gefüllte Streuselteilchen aus Mürbeteig. Klein und unscheinbar kommen sie daher, werden aber durch die Kombination von zartem Gebäck, Rosinen, Mandeln, Marzipan und einem Schuss Kirschwasser zu etwas ganz Besonderem.

Da der Teig ausgerollt, gefüllt und dann zu einer Rolle geformt werden muss, wird er normalerweise mit Eiern gemacht. Für diese vegane Version habe ich Kichererbsenmehl verwendet, das, mit Wasser verrührt, ein hervorragender Ei-Ersatz ist. (Man kann auch Sojamehl nehmen.)

Portion: 10 Stück

Zutaten

Für den Teig:

190 g Mehl
20 g Speisestärke
1/2 TL Backpulver
70 g Zucker
1 Prise Salz
20 g Kichererbsenmehl, verrührt mit 6 EL Wasser
110 g weiches Kokosfett

Für die Füllung:

1-2 EL Kirschwasser oder Rum
100 g Marzipan, gehackt
25g (2 EL) Zucker
100 g Rosinen
50 g geraspelte Mandeln

Für die Streusel:

40 g Mehl
1 EL Zucker
1 EL Öl
1 TL Wasser

Bobbes © Mihl

Zubereitung

Mehl, Stärke und Backpulver in einer Schüssel mischen. Die restlichen Zutaten dazugeben und zu einem Teig verkneten. Diesen zu einer Kugel formen, in Folie wickeln und für 30 Minuten kaltstellen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 200 °C vorheizen.

Für die Füllung Kirschwasser, Marzipan und Zucker in eine Schüssel geben. Mit einem Handrührgerät zu einer glatten Masse verarbeiten. Nun den Teig zu einem Rechteck ausrollen, etwa 35×30 cm. Am besten man legt ihn dazu zwischen zwei Lagen Plastikfolie.

Mit der Marzipanmasse bestreichen und mit Rosinen und Mandeln bestreuen. Vorsichtig von der langen Seite her aufrollen und anschließend in zehn Stücke schneiden. So auf ein Backblech legen, dass je eine aufgeschnittene Seite nach oben zeigt.

Aus den übrigen Zutaten Streusel herstellen, über die Bobbes streuen und etwas andrücken. Für 12 bis 15 Minuten backen und abkühlen lassen. Diese Teilchen schmecken frisch am besten, lassen sich aber auch gut einfrieren.

Fotorezept

Dieses Foto wurde am Morgen gemacht, mit natürlichem Licht von der Seite. Weil mir die Schatten gefielen, habe ich keinen Reflektor zur Hand genommen. Außerdem habe ich eine besondere Kamera benutzt, die bei mir sehr selten zum Einsatz kommt: Eine Sigma SD 15 mit dem dazugehörigen Kitobjektiv.

Die SD 15 ist mit einem Foveon-Sensor ausgestattet, mit dem man bei richtigem Licht schön klare Farben und besonders detailreiche Aufnahmen erzielen kann. Für dieses Bild habe ich die Kamera auf ein Stativ gestellt, einen sehr niedrigen ISO-Wert und eine Blende von f/4.5 verwendet. Die Verschlusszeit betrug 1/25 s.

~

Du hast auch ein leckeres Rezept und die passenden Food-Fotos dazu, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen? Dann werde einfach selbst Teil von „Augenschmaus“!


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11. Oktober 2013

11 Oct

Ein Beitrag von: Mar?a

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Make Ol’ Timey RoundographsOn Your Phone

11 Oct

The Kodak No. 1 was the first camera available to non-pros. It let anyone document and share their day to day life.

It was the o.g. Instagram.

Uniquely, photos taken with the Kodak No. 1 were printed in charming 2.5″ sepia circles.

The National Media Museum just released a set of Kodak No. 1 photos and it turns out day-to-day life in the 1890′s was pretty cool. Boat rides, beach trips, and hats galore!

They inspired us to give our photos that Kodak No. 1 look. So, we cooked up this simple recipe:

  1. Crop your photo into a circle. We used PicFrame.
  2. Run it through a black and white Instagram filter but don’t post it. Put your phone in airplane mode before you hit “share” and when the upload fails, just X it out. (It’ll save the filtered photo to your phone.)
  3. Run the photo you just saved though Instagram one more time. This time, use a filter with a brownish tint for that ol’ timey feel. (We like Hefe and Sutro best).
  4. Turn off airplane mode and share away! (Whatever hashtag the first Kodak users used has been lost to history. But we’re using #Roundograph.)

It’s that easy! Give your photos that great 1888 look using just a couple of apps… Or invest in headwear (those folks seriously loved their hats).

Get Inspired by Ol’ Timey Roundographs via Gizmodo

p.s. Hey SF Bay Area! We’re having a Sony Smart Lens Party next week. Lenses on-hand to play with and purchase! RSVP or Find out more.

Related posts:

  1. 10 Tips to Make Your Phone Photos Amazing;
    Plus, Our New Phoneography Blog! Phoneography is the best. No matter where you go, you’ve…
  2. Make a DIY Zoetrope with Your Phone Extra photos for bloggers: 1, 2, 3 Back when Zeppelins…
  3. Use Computer Errors to Make Your Photos Amazing. Photos: Maria_Naverno, JuanCarlos87, Stasyaposhkute, Brianvw1, Juliefab. Datamoshing sounds kinda like…


Photojojo

 
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10. Oktober 2013

10 Oct

Ein Beitrag von: Peter Gerhard

Autumn Light © Peter Gerhard


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Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

10 Oct

Ein Beitrag von: Kristina Leimkühler

Es war ziemlich heiß, den ganzen Tag über, und jetzt auf dem Meer gen Abend endlich kühler, sogar schon kühl genug, um ins Fleece zu schlüpfen. Über dem Schiff tauchen die ersten Sterne auf, je mehr Zeit vergeht, desto düsterer werden Wasser und Himmel und umso funkelnder die Lichter der Insel in der Ferne.

Durch die rostigen Stufen hindurch sehe ich die meist weißen Autos im Bauch der Fähre schaukeln. Die Vorhersage, dass beim Verreisen mit Großformatkamera sowieso gleich ein Koffer voll sei, habe ich zunächst nicht glauben wollen, bis es zum Packtag kam und dann, zusammen mit digitalem Equipment und Zubehör, mein Handgepäck von zwölf Kilogramm ausgefüllt war.

Die Linhof wiegt auf ihrer Stange nur etwa so viel wie eine Mamiya Rb67, also um die drei Kilogramm, aber mit Tuch, den Kassetten, fünf an der Zahl, dem Film, einem Puster, Wasserwaage, Putztuch, Wechselsack und Drahtauslöser addiert sich so einiges an Gewicht auf. Was noch auf die zwölf Kilogramm fehlte, habe ich dann mit einer 5D mit 50mm und 100mm aufgefüllt.

Ich war nun zum dritten Mal im Oman, konnte mir also genug Gedanken machen, was ich abbilden möchte bzw. was ich da überhaupt sehe. Es war unkompliziert, die Kamera mitzunehmen, auf der Hinreise musste ich sie nicht auspacken. Vor Ort hatten wir ein Auto gemietet, also ideale Bedingungen für Großformat.

Die Berge und die Weite im Oman machen mich staunen. Das Format 13x18cm sollte genau das richtige sein, um sie abzubilden. Während ich mit einem Mal all die Farben wirklich sah, an die ich mich von meinen vorherigen Bildern nur noch traumartig erinnert hatte, verloren wir uns zwischen grauem Staub und Steinen, zwischen rotem Sand und Geröll.

© Kristina Leimkühler

Die Kamera war schnell auf- und abgebaut. Schwieriger, viel schwieriger war es, den wirklich richtigen Punkt für eine Aufnahme zu finden. Auch, weil das Gelände schwer zugänglich ist. Während ich einige Bilder bereits im Kopf hatte, überkamen mich während der Reise Zweifel, zu wenige Bilder gemacht zu haben und Unglaube, dass ich das, was ich abbilden wollte, schon in der silbernen Schachtel hatte.

Die Filme habe ich immer nachts gewechselt, im Zelt, im Wechselsack. Fünf Kassetten hatte ich dabei, das war auch am besten Tag genug. Die Hitze der Tage machte es unmöglich, sich während des Bildermachens zu enthusiastisch zu gebärden, allerdings war ich jeden Abend voller Vorfreude, wenn ich ein oder zwei Blatt Film mehr in meine selbst gebaute, lichtdichte Aufbewahrungsdose gelegt hatte.

In einem Fall haben wir uns entschlossen, die Kamera mit in einen Wadi zu nehmen, zum Glück hat B. die meiste Zeit den Koffer getragen. Hier hatte ich die Kamera aufgebaut, um ein Bild von mir zu machen, beziehungsweise machen zu lassen, und obwohl wir an einem schwer zugänglichen Ort waren, kam eine Gruppe Saudis vorbei, die tatsächlich an der Kamera interessiert war.

Da ich zunächst noch auf irgendeinem Felsbrocken klettern war, hörte ich amüsiert zu, wie der Liebste den Jungs das erklärte, was ich ihm wiederum Minuten zuvor erklärt hatte, damit er das Bild machen könne und stelle mich dann dazu: Hier Blende und Belichtung einstellen, da drunter schlüpfen, um Bild und Schärfe einzustellen, da dann die Filmkassette einschieben und dann auslösen. Und dass die Kamera etwa 40 Jahre alt sei.

© Kristina Leimkühler

Eines Mittags, am Ende einer Ebene, nach einem kurvenreichen, langen Aufstieg durch leeres Land, durch frisch gesprengten Fels und rotbraunes Geröll, eröffnete sich vor uns plötzlich eine Weite, in der ich Berge sah, wie ich sie bisher nur gezeichnet kannte. Ich stellte die Linhof auf eine Anhöhe und kroch unters Tuch. Ein Auto schlich langsam hinter uns vorbei, daraus schauten drei Paar misstrauische Augen.

Die Fotos von diesem Tag sind, als einzige, auf mir nicht erklärbare Weise ins Licht gekommen; so bleiben sie denn nur in meinem Kopf. Zurück in Berlin habe ich die Negative bei Fotoimpex entwickeln lassen. Auf dem Stapel war dann vermerkt, dass ich den Belichtungsmesser checken sollte, weil die Bilder alle unterbelichtet seien. Zuvor hatte ich keine Probleme mit dem Belichtungsmesser gehabt. Vielleicht war mein f/45-Projekt nicht die beste Idee.

Ich habe einige wenige perfekt belichtete Fotos und viele, die leider nur ein recht dünnes Negativ abgeben. Noch habe ich keine exzessive Dunkelkammerarbeit betreiben können, um zu sehen, was sich rausholen lässt. Die digitalen Scans lassen mich in Details verlieren und durch graue Riesengebirge tauchen. Ich glaube, dass meine Idee, die Größe dessen, was ich im Oman sehen kann, mit einem umso größeren Negativ besser darstellen zu können, nicht aufgegangen ist.

Detail © Kristina Leimkühler

Zumindest nicht, wenn ich in meinen bisherigen Maßen denke, mit denen ich Bilder im Internet oder meinem Vergrößerer erzeuge und betrachte. Es ist vorstellbar, dass das Ausmaß dessen, was zu sehen ist, sich auf Abzügen ab einer Größe von A2 erschließt. Vielleicht hat der außerordentlich hell strahlende Himmel das Ergebnis der Belichtungsmessung verfälscht. Vielleicht ist aber auch einfach der Größe des Negativs wegen viel mehr Detailarbeit nötig, die sich auch bereits jetzt bei den Scans sichtbar auszahlt.

Mit den Bildern bin ich eigentlich nur in zwei Fällen zufrieden. Bei manchen mag ich Details. Ich stelle die Bilder also nicht rein unter der Idee zu dem Artikel, weil ich sie top gelungen finde, sondern um zu zeigen, was (mir) möglich war und um zu bebildern, wie es mir damit ergangen ist. Die Kosten halten sich übrigens, sofern man bei schwarzweiß bleibt, in relativen Grenzen.

Adox wird diesen Planfilm nicht weiter produzieren (hier lag man bei einem Euro pro Negativ), dann bleibt Ilford, was dann, soweit ich mich erinnere, 1,50€ pro Negativ bedeutet. Die Entwicklung kostet ab vier Stück 2,26€. Ich weiß nicht so recht, ob ich die Kamera weiterhin für Außenaufnahmen nutzen werde, denn ich denke bei der Motivauswahl bedarf es da mehr Sorgfalt.

Im Innenraum habe ich gute Erfahrungen gemacht mit ihr; auch, was die Belichtung angeht. Da war es dann genau der Großformateffekt, den ich mir vorgestellt hatte und von einer Sinar kannte – wow.


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9. Oktober 2013

10 Oct

Ein Beitrag von: Mirko Eggert

© Mirko Eggert


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Blickfang: WC im OG

10 Oct

Frank Kunerts Fotografien kleiner Welten haben wir Euch bereits im letzten Jahr präsentiert. Aus seinem ganz neuen Bildband namens „Wunderland“* möchte ich Euch nun mein Lieblingsbild genauer vorstellen.

Im Bild „WC im OG“ findet sich fast jede Facette von Kunerts Arbeiten wieder, die sie so besonders machen. Etwa seine Beobachtungsgabe für eigentümliche und typische Details, die Hand in Hand mit seinen erstaunlichen und fantasievollen Fähigkeiten des realistischen Modellbaus geht.

Graubrauner Putz, der hier und dort schon abgeplatzt ist und notdürftig repariert wurde. Der in vielen öffentlichen Gebäuden typische Wandanstrich mit einer dunkleren Farbe bis auf halbe Höhe. Ein unscheinbar neben dem Durchgang angebrachter, bereits überlaufender Mülleimer. Von Metallgriffen abblätternde Farbschichten.

WC im OG © Frank Kunert

Diese Details machen die sonst eher sterile Szene realistisch und tricksen unser Gehirn und seine normalen Wahrnehmungsschemata aus. Evolutionsbedingt sind wir darauf trainiert, nach dem ersten Blick schon eine Einschätzung des Gesehenen abzugeben. Bei Kunerts Arbeiten heißt das erst einmal: Foto einer tatsächlichen Szene.

Auf diese Wahrnehmung folgt – nicht nur bei „WC im OG“ – der Schreck: Was, das gibt es wirklich? Toiletten, die nur über Klettersprossen über Kopf erreichbar sind? Inklusive einer Rampe für Rollstuhlfahrer, die ganz ordentlich bis an die Sprossen heranführt und zusätzlichen, großen Haltegriffen rechts und links der Tür.

Durch diese makabere Übertreibung im Modell werden Parallelen zu tatsächlichen Beschwerlichkeiten deutlich, denen wir im Alltag begegnen. So ganz in unseren Trott versunken, nehmen wir sie aber allzu oft als gegeben hin, leben mit ihnen und um sie herum, ohne ihre unsinnige, eigentlich lebenserschwerende Existenz noch wahrzunehmen.

Spätestens, wenn tatsächlich betroffene Mitmenschen dann einen Schwank von ähnlich absurden, unüberwindbaren, aber real existierenden Arrangements zum Besten geben, wird klar, dass Kunerts Arbeiten nur oberflächlich lustig sind. Darunter liegt eine Ebene ernster Gesellschaftskritik.

In diesem Bildband sind 24 neue Arbeiten zusammengefasst, die auf die eine oder andere Weise um die Ecke gedacht sind, einen doppelten Boden haben, mit Redewendungen oder Formulierungen spielen. Dazu gibt es ein langes und lesenswertes Vorwort, bebildert mit Fotos, die Frank Kunert bei der Arbeit an seinen Modellen im Studio zeigen.

Auch der Titel „Wunderland“ spielt wieder mit den Erwartungen des Betrachters und Lesers. Klingt das nicht nach Schlaraffenland, Paradies, sorgenfreiem Leben? Hier ist es ein Land, in dem man sich über so einiges wundert. Dieses und viele andere Wortspiele zwischen Titel und Bild laden hier ein, Szenen aus immer neuen Winkeln zu betrachten und Gewohntes in Frage zu stellen.

~

Informationen zum Band

Gebundene Ausgabe, 72 Seiten, 24 Farbabbildungen, 6 Schwarzweißfotos. Essay von Elizabeth Clarke auf Deutsch und Englisch. Erschienen im Herbst 2013 im Verlag Hatje Cantz. Preis: 16,80 €. Größe: 22,4 x 22,4 x 1,2 cm.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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Es ist nur schwer zu erkennen

09 Oct

Ein Beitrag von: Kramer O’Neill

Ich bin damit aufgewachsen, zu fotografieren, aber in der Pubertät kümmerte ich mich viel zu sehr um alles Technische und darum, alles „perfekt“ zu machen. Nach einer Zeit wurde das sehr anstrengend und so gab ich die Fotografie für komplette zehn Jahre ganz auf.

Als ich wieder einstieg, wurde mir klar, dass ich die Fotografie auf einmal aus ganz neuen Gründen mochte: Kinematografie, Amateur-Psychologie und lange Spaziergänge, die ich immer genoss – auch ohne zu fotografieren.

Die Fotografie wurde so zum Auslöser für neue Entdeckungen und gab scheinbar bedeutungslosen Ausflügen Sinn. Und das ist bis heute noch der größte Wert für mich: Sie hilft mir, zu forschen und weil sie mich dazu zwingt, ein Beobachter zu sein, macht sie meine Introvertiertheit zu einer Stärke.

© Kramer O'Neill

Ich arbeite grundsätzlich immer an meiner Fotografie, indem ich stetig nach unentdeckten Zusammenhängen Ausschau halte: Indem ich neue Orte, Menschen, Licht und Objekte suche, die auf spannende Weise aufeinander treffen. Es ist alles da, fast immer, aber es ist nur schwer zu erkennen.

Für mich ist es immer ein kleiner Triumph, wenn ich es erkenne und dann Leuten zeigen kann.

© Kramer O'Neill

Die Projekte, die ich bisher gemacht habe, sind auf natürlichem Wege gewachsen. Gewöhnlich beginnen sie mit einer paar einzelnen Fotos, zwischen denen ich im Nachhinein Gemeinsamkeiten feststelle. Das bedeutet, dass ich oft meine alten Fotos durchsehe und versuche, herauszufinden, was mein Unterbewusstsein mir sagen wollte.

Es klingt ein bisschen albern, wenn ich sage, dass die Fotografie mir geholfen hat, rauszukommen und Leute zu treffen, aber es war definitiv so und das empfinde ich als bereichernd. So entstehen Möglichkeiten und diese Möglichkeiten erlauben das Erschaffen von mehr Bildern; der Prozess führt sich endlos fort und wiederholt sich.

© Kramer O'Neill

Mein Kollektiv strange.rs hat gerade eine Ausstellung in einer Gallerie in Belgrad an den Start gebracht, die von Belgrade Raw kuratiert wird.

Es ist schon irgendwie magisch, wenn man sich in einer weit entfernten Stadt wiederfindet, in der man ein Fremder ist und trotzdem einige der Leute vor Ort durch deren Arbeiten kennt, aber noch nie jemanden dieser Menschen bisher getroffen hat.

Weiter habe ich im Eigenverlag zwei Bücher publiziert: „Pictures of People“ und „Till Human Voices Wake Us“.

Mir ist klar, dass die Bücher alles andere als gewinnbringend sind und die Kosten zu decken ist finanziell gesehen das Beste, auf was ich hoffen kann.

© Kramer O'Neill

Jedoch war es eine großartige Erfahrung, auf die ich aufbauen kann und die neue Türen eröffnet, wenn man dafür offen ist.

Es ist alles da, fast immer, es ist nur schwer zu erkennen.

Dieser Artikel wurde von Martin Gommel für Euch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


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