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Archive for the ‘Equipment’ Category

Fotogenes Deutschland – Tiger & Turtle

26 Oct

Ein Beitrag von: Florian Leist

Fotografie ist für mich ein willkommener Ausgleich zur Arbeit und hilft mir, den Kopf frei zu bekommen. Deshalb besuchte ich, da ich im vergangenen Jahr viel im westlichen Ruhrgebiet unterwegs war, nach der Arbeit oft den Tiger & Turtle Magic Mountain in Duisburg.

Tiger & Turtle Magic Mountain wurde im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 im Jahr 2011 fertiggestellt. Es handelt sich dabei um eine begehbare Treppe, die in der Konstruktion einer Achterbahn mit Looping ähnelt. Insgesamt ist die Treppe 220 Meter lang: 140 Meter in die eine und 60 Meter in die andere Richtung. Die letzten 20 Meter sind logischerweise nicht begehbar, denn sie befinden sich im Looping selbst. Interessanterweise werde ich immer wieder von Bekannten, die meine Bilder sehen, gefragt, ob man durch den Looping laufen kann. Mit einem breiten Grinsen verneine ich das dann. Bei schlechtem Wetter ist die Treppe leider komplett geschlossen.

Errichtet wurde Tiger & Turtle Magic Mountain auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe, einer Halde, die unter anderem aus einer Schlackedeponie einer ehemaligen Zinkhütte besteht. Von der Halde aus hat man einen 360°-Panoramablick über Duisburg. In Richtung Süden kann man Düsseldorf mit Flughafen und Rheinturm erblicken, während man gen Westen an einem guten Tag den Sonnenuntergang hinter den Hüttenwerken von Krupp Mannesmann und den Kühltürmen eines RWE-Kraftwerkes beobachten kann.

Gerade zu Sonnenuntergang erlebt man hier ein wenig Industrieromantik, wenn die großen Kühltürme eine Silhouette vor dem rot-orange gefärbten Himmel bilden. Tagsüber ist Tiger & Turtle aus meiner Sicht weniger attraktiv. Vor allem bei Regen und grauem Himmel ist die Aussicht doch eher trist und erdrückend. Besonders, wenn man in Richtung Hüttenwerke schaut. Doch abends zeigt sich gerade bei bedecktem Himmel ein kleines Spektakel: Immer, wenn frisch erhitztes, flüssiges Metall in den Hüttenwerken gegossen wird, färbt sich der Himmel über den Hüttenwerken in ein stark leuchtendes Orange.

Aber nicht nur die Aussicht von der Heinrich-Hildebrand-Höhe, sondern auch die sonderbare Treppenkonstruktion selbst ist ein interessantes Motiv. Wer keine Höhenangst hat, sollte es sich nicht nehmen lassen, die Treppe mindestens einmal in beide Richtungen abzulaufen. Mit dem Fotografieren von der Treppe aus wird es abends jedoch etwas komplizierter, da die Konstruktion gelegentlich wackelt oder man anderen Leuten den Durchgang versperrt. Trotzdem lassen sich gerade von dort aus tolle Fotos machen und man hat großen kreativen Spielraum: Die Architektur der Achterbahntreppe, Landschaft, Stadtlandschaften, Industrie, Menschen. Vieles davon kann man auf irgendeine Weise verbinden.

6 © Florian Leist

3 © Florian Leist

4 © Florian Leist

2 © Florian Leist

1  © Florian Leist

Neben dem Fotografieren kann man sich auch mal getrost auf eine der oben angelegten Bänke setzen und einfach nur die Leute beobachten. Hier kann man auch auf seine Kosten kommen. Jogger, Radfahrer, Eltern mit Kindern, Spaziergänger mit Hunden, Familien oder auch andere Fotografen sind hier am Kommen und Gehen. Und ein paar interessante Leute sind immer dabei.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Augenschmaus: Kürbis-Cheesecake

26 Oct

Ein Beitrag von: Laura Kluczny

Der Herbst ist da und es ist Kürbiszeit! Zu diesem Anlass dachte ich mir, dass ich mich mal an einen Kürbiskuchen wage, der ein wenig besonders ist. Nicht nur, dass dieser echt lecker und saftig geworden ist, sondern er hat auch seine Finessen: Eine Schicht aus Cheesecake und das Topping mit Zartbitterschokolade, Walnüssen und Karamell machen ihn wirklich zu einem Vergnügen für Naschkatzen.

Zeit: ca. 2 Stunden
Portionen: für ein Blech

Zutaten

Für den Teig:

1/2 Zitrone
500 g Kürbis
300 g weiche Butter
1 Packung Vanillezucker
5 Eier
400 g Mehl
1 Packung Backpulver
1 gestr. TL Zimt
5 EL Milch
100 g ganze Haselnüsse

Für die Creme:

200 g saure Sahne
150 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
80 g Zucker
3 EL Mehl
1 TL Vanillearoma
2 Eier

Für das Topping:

8 Karamellbonbons
1 TL Wasser
75 g Walnüsse
50 g Zartbitterschokolade

© Laura Kluczny© Laura Kluczny

Zubereitung

Den Kürbis in Stücke schneiden und mit 4 EL Zitronensaft in einem Topf etwa 15 Minuten dünsten. Dabei am besten am Herd bleiben und gelegentlich umrühren, bis der Kürbis richtig schön weich ist. Dann mit einem Pürierstab pürieren und erst einmal in den Kühlschrank stellen.

Den Backofen auf 170 °C (Umluft 150 °C) vorheizen. Zucker, Vanillezucker und Butter schaumig schlagen. Die Eier einzeln unterrühren. Dann mischt Ihr das Mehl, das Backpulver und den Zimt und rührt die Mischung abwechselnd mit der Milch unter. Danach kommt der pürierte Kürbis langsam dazu. Die Haselnüsse röstet ihr kurz in einer Pfanne an. Dann kommen sie in eine Plastiktüte, werden zerstoßen und unter den Teig gehoben.

Jetzt füllt Ihr den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Für den Cheesecake verrührt Ihr den Frischkäse und den Zucker. Dann kommen die saure Sahne, das Mehl und das Vanillearoma dazu. Die Eier werden wieder einzeln untergerührt. Die Frischkäsemasse verteilt Ihr gleichmäßig auf dem Teig und hebt sie noch etwas mit einer Gabel unter. Dann wird der Kuchen auf mittlere Schiene bei 170 °C 35 bis 40 Minuten gebacken.

Holt den Kuchen aus dem Ofen und lasst ihn gut abkühlen, damit später die Schokolade und das Karamell besser abkühlen können. Für das Topping hackt Ihr zuerst die Walnüsse klein. Dann schmelzt Ihr die Zartbitterschokolade im Wasserbad und träufelt sie dekorativ über den Kuchen. Die Walnüsse streut Ihr gleichmäßig darüber.

Nun kommen wir zum Karamell: Dafür werden die Karamellbonbons natürlich erst ausgepackt und in eine Porzellanschale mit einem TL Wasser getan. Dann wandern diese für eine Minute auf höchster Stufe in die Mikrowelle. Vorsicht! Das Karamell wird schnell dunkel und ist dann ungenießbar. Dann müsst Ihr es schnell auf den Kuchen träufeln, bevor es hart wird.

© Laura Kluczny

Fotorezept

Die Kulisse bestand aus zwei Holzbrettern, die mit braunem Backpapier, Nüssen, einem Zierkürbis und Blättern dekoriert wurden. Leider war es ein grauer Herbsttag und es kam nur fahles Licht durch die Fensterfronten. So musste ich mit einem Blitz hinter einer milchigen Plexiglasscheibe seitlich von oben nachhelfen. Somit habe ich an der verwendeten Canon 700D eine kurze Verschlusszeit und eine niedrige ISO-Zahl eingestellt. Gleichzeitig fotografierte ich mit einer relativ großen Blendenöffnung und einer Brennweite um die 90 mm, um eine geringe Tiefenschärfe zu erzielen.

~

Du hast auch ein leckeres Rezept und die passenden Food-Fotos dazu, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen? Dann werde einfach selbst Teil von „Augenschmaus“!


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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25. Oktober 2013

26 Oct

Ein Beitrag von: Marius Vieht

Marius Vieth


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The Impossible Instant Photo LabTurns Pixels Into Polaroids

25 Oct

Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

Congrats! You’ve got a golden ticket.

If you manage to be good and live through this tour, you’ll be the proud owner of your very own Candy Factory Photo Lab!

The Impossible Instant Photo Lab takes any photo from your phone and turns is into a real live physical polaroid.

This portable lab uses the traditional photo chemistry inside of Impossible Project Polariod film to make you a beautiful analog print.

Pull up any photo on your phone, edit it to your liking, then print!

Combine the thrill of instant prints with the camera you always have on you. We’d take that over a chocolate river any day (and we love chocolate).

Check Out The Impossible Instant Photo Lab
$ 299 at the Photojojo Store

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Photojojo

 
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24. Oktober 2013

24 Oct

Ein Beitrag von: Christian Greller

Nebel © Christian Greller


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Sky Rock Under the Stars

24 Oct

Ancient petroglyphs are amazing to see, but one question that always comes to mind is, “What were their significance?”

In the case of Sky Rock I’ve often wondered if they reflected an interest in the stars, represented every day things, told a story, or were the musings of someone who was just passing the time. It is this curiosity coupled with their distinct artistic and historical qualities that make them so special to me.  Seeing these ancient petroglyphs under billions and billions of stars that make up the Milky Way was an awe-inspiring experience given both the immensity and timelessness of the scene. It’s grounding to take in a view that very likely was the same 8000 years ago when someone created these rock drawings as it was on the night I stood here taking this photo.

Photo Details

Canon 5D Mark III and Zeiss Distagon T* 2.8/15 ZE via BorrowLenses.com

ISO 6400, 30 sec at f/2.8

16 image panoramic with foreground lit via light painting

~180 degree field of view capturing both the entire Milky Way and Sky Rock petroglyph

Copyright Jim M. Goldstein, All Rights Reserved

Sky Rock Under the Stars

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Comments

  • I love this! 4D seeing 5D coming.. the old/past, & the … by Peggy Jackson
  • Amazing work Jim! Worth all the time you spent working on the … by latoga
  • Thanks! Fish-eye lenses introduce a large amount of distortion … by jimgoldstein
  • Jim, it’s beautiful.. the canopy of Milky Way sheltering the … by bartek_narozny

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Chip Off The Old Block

24 Oct

A little boy mans a camera with a Canon 800mm f/5.6 lens

Last weekend I took my son to the top of Twin Peaks in San Francisco, California to watch the rising Hunter’s Moon. Being 3 years old I expected him to be excited about seeing the moon after all he was wearing NASA boots, but his enthusiasm for taking pictures quickly took over. To warm up before the moonrise we took photos together of the western span of the Bay Bridge. After that we huddled to keep warm and watched the moon rise taking in the details on the live view display of my camera. We weren’t out to take award winning photos, but we sure had fun. Then again now that I think about it, perhaps if a 3 year old class of nature photography exists a photo submission might be worth while. Nah!!!!

Copyright Jim M. Goldstein, All Rights Reserved

Chip Off The Old Block

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Dunkle Machenschaften

24 Oct

Dass künstlerische Fotografie nicht völlig für sich stehen muss, zeigt die Zusammenarbeit von Roger Ballen mit der Band Die Antwoord. Anfang des letztens Jahres haben sie gemeinsam ein Musikvideo erschaffen, das zwei Welten miteinander verbindet. Er brachte ihren Stimmen die Bilder und sie ihm den Sound.

Roger Ballens erschaffene Welten sind düster, fleckig und seltsam. Von Menschen Ungeliebtes und Vergessenes hebt er auf. Sie finden sich dann in seinen Bildern als Requisiten wieder. Eine alte und verschmutzte Puppe, dreckige Matratzen, Drahtgeflecht, das sich hinter den Augäpfeln kühl anfühlt.

Seine Bilder greifen etwas im Inneren an, etwas, das wir manchmal gern verdecken oder nicht wahrhaben wollen, weil es sich unmoralisch oder gar anstößig anfühlt. Er hebt das Tuch der Verwunderung und zeigt, was sich dahinter verbirgt, mit grau verschmutzter Wirklichkeit.

Roger Ballen / Die Antwoord © Marit Beer

¥o-Landi Vi$ $ er und Ninja von Die Antwoord leben in Südafrika – genauso wie Roger Ballen. In ihren Texten setzen sie sich mit sozialkritischen Themen auseinander. Als sie Roger Ballens Bilder das erste Mal sahen, war das wie ein Schlag in die Fresse, heißt es in den ersten Zeilen des vom Prestel Verlag veröffentlichten Fotobandes.

Wenn man ¥o-Landi und Ninja betrachtet, möchte man glauben, Roger Ballen selbst hätte sie erfunden oder erfinden müssen, wenn es sie nicht schon gäbe. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis sie einander finden würden. In „I Fink U Freeky“* kommen nun auch Nicht-Musikenthusiasten in den Genuss, dieser Zusammenarbeit beizuwohnen und auch mal im Stillen die Bilder auf sich wirken zu lassen.

Roger Ballen / Die Antwoord © Marit Beer

In dieser seltsamen Roger-Ballen-Welt haben sich also die Musiker eingefunden, werden zu weißen Afrikanern in Lumpen, vor befratzten Wänden, die an zukünftige Höhlenmalerei erinnern, in einer Zeit, in der die Menschen ihre Behausungen verlassen haben werden und die Wildheit unserer Anfänge von Neuem beginnt.

Wo Figuren an Wänden zu Göttern werden, mit Vogelköpfen und vertauschten Menschenleibern oder eine Schlage ihre Symbolhaftigkeit auslebt. Die Bilder sind also nicht nur dunkel, dahinter verbirgt sich auch Humor und Feinsinnigkeit für Fragen, die uns Menschen immer wieder bestürmen. Wer sind wir, woher kommen wir, was ist unsere Natur und wonach sehnen wir uns?

Roger Ballen / Die Antwoord © Marit Beer

Nicht jeder ist von dieser Welt angetan, nicht jeder will darin spazieren gehen. Wer jedoch Roger Ballens Arbeiten schätzt und sich den Menschen oder dem, was sie in uns auslösen, verbunden fühlt, für den ist dieser Band ein Muss. Oder anders ausgedrückt:

This book i dedicated to those who live on the edge, who stare into the abyss, who find light in darkness.

Alle anderen dürfen lächeln, winken und weitergehen.

Roger Ballen / Die Antwoord © Marit Beer

Informationen zum Band:

I Fink U Freeky
Roger Ballen, Die Antwoord
Gebundene Ausgabe, 128 Seiten
28,6 x 24,6 x 1,8 cm
in englischer Sprache
erschienen im Prestel Verlag
ISBN-10: 3791348604

Zu beziehen direkt über den Prestel Verlag oder via Amazon*.

PS: Für die Präsentation des Buches kamen eine Holga, ein Tri-X 400, Standlicht, eine Matratze, ein alter Spiegel und Lippenstift zum Einsatz.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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23. Oktober 2013

23 Oct

Ein Beitrag von: Nils Meissner

fermé © Nils Meissner


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Herbstzeit ist Waldzeit

23 Oct

Ein Beitrag von: Kilian Schönberger

Herbstzeit ist Waldzeit. Der Herbst ist vielleicht der beste Zeitpunkt des Jahres, um mit der Kamera in heimischen Wäldern auf Motivjagd zu gehen. Derzeit begegnen einem bei Besuchen im Wald ständig wechselnde visuelle Eindrücke: Das rasch umschlagende Wetter, morgendliche Nebelstimmungen und durch das bunte Blätterdach einfallendes Licht entführen den Besucher in eine verzauberte Welt.

Es scheint so, als würde der Wald im Herbst ein bisschen mehr zu jenem verwunschenen Sehnsuchtsort werden, den wir aus den Märchen unserer Kindheitstage kennen. Ob „Hänsel und Gretel“ oder „Rotkäppchen“ – die Reihe der Märchen, die im Wald spielen, ist lang. Was ist da verlockender, als selbst mit der Kamera loszuziehen, um sich auf die Suche nach dem herbstlichen Zauber heimischer Waldgebiete zu begeben?

Tatsächlich gibt es im Herbst kaum einen Tag, an dem sich der fotografische Blick in den Wald nicht lohnen würde: An sonnigen Tagen bietet die gelbrote Färbung des Herbstlaubes herrliche Lichtspiele und der sprichwörtliche „goldene Oktober“ lockt die Wanderer in Scharen in die Laubwälder deutscher Mittelgebirge.

Aber gerade auch wenn das Wetter weniger einladend scheint, ist der Wald ein exzellentes Fotorevier. Traumhafte Bedingungen findet man so zum Beispiel nach dem Abklingen nächtlicher Regenfälle, wenn der Himmel zum Tagesanbruch hin aufklart.

Die hohe Luftfeuchtigkeit und die niedriger werdenden Temperaturen führen dann oft zur Bildung von mächtigen Nebelbänken, die selbst alltäglichen Wirtschaftswald in mystisch anmutende Lichtstimmungen entrücken. Wenn der Blick auf den Wetterbericht im Oktober gute Bedingungen für den folgenden Morgen verspricht, erfasst mich bereits am Vorabend das Fotofieber.

Herbstwald © Kilian Schönberger

Auf morgendlicher Fotopirsch

Zwei Stunden vor Sonnenaufgang klingelt der Wecker. Ein kurzer Blick aus dem Fenster bestätigt die erwartet guten Bedingungen: Die Regenfront des Vortrags ist weiter in Richtung Osteuropa abgezogen und unter klarem Himmel liegt der Nebel gleichmäßig verteilt in den Tälern der ostbayerischen Mittelgebirgslandschaft.

Dank des späten Sonnenaufgangs sind die Schlafphasen vor fotografischen Morgenunternehmungen im Herbst zum Glück länger als im Sommer. Dennoch habe ich bereits am Vorabend Ausrüstung und Proviant bereitgelegt – die Kaffeemaschine muss nur noch eingeschaltet werden und im Rückraum des Autos liegt mein Mountainbike, um die Anfahrt auch bei unwegsamem Gelände verkürzen zu können.

In Gedanken habe ich mir einige mögliche Waldpartien zurechtgelegt, die an diesem Morgen das fotografische Ziel sein könnten. Die endgültige Entscheidung fällt erst, nachdem ich vor Ort die Wetterbedingungen eingehend geprüft habe. Gemeinhin denkt man bei Landschaftsfotografie an eher gemächliches Fotografieren – der Herbst im Wald verlangt dahingehend eine vergleichsweise hohe Arbeitsgeschwindigkeit. Doch dazu später mehr.

Zunächst fahre ich mit dem Auto einen Aussichtspunkt an, um mir im weiteren Umkreis ein Bild von der Wetterlage machen zu können. Die genaue Verteilung des Nebels ist relativ schwer vorherzusagen und dennoch ist er eine der wichtigsten Zutaten für beeindruckende herbstliche Waldbilder.

Daher ist es gut, gegebenfalls vorbereitet zu sein und für bessere Bedingungen an eine andere Location ausweichen zu können. Auch die Nebelobergrenze sollte im Blick behalten werden, denn der Übergang von dichtem Nebel zu gleißendem Sonnenlicht verspricht in wenigen Stunden tolle Lichtstimmungen.

Bayerischer Wald © Kilian Schönberger

Nachdem ich mich für eine Location endgültig entschieden habe und nach mehreren Kilometern Wanderung mein Ziel erreiche, finde ich vor Ort auch tatsächlich eine perfekte herbstliche Morgenstimmung im Wald vor.

Noch ist es relativ dunkel und der dichte Nebel hängt bläulich zwischen den schemenhaften Bäumen. Eine eigenartige Stille liegt über dem Wald und der angenehme Geruch von feuchtem Laub steigt mir in die Nase. Häufig begegnet man zu dieser Uhrzeit Wildtieren – mit Hirschen oder Rehen kommt man fast immer in Kontakt.

Der Nebel scheint den Witterungsradius einzugrenzen und wenn sich Mensch und Tier dann auf kurze Distanz entdecken, sind beide wohl gleichermaßen erschrocken. Respekt habe ich vor Wildschweinrotten, die sich durch ihr Grunzen und den charakteristischen beißenden Geruch aber zum Glück frühzeitig bemerkbar machen.

Und im Wald sind Bäume im Notfall auch nicht so weit weg. Mit einer Telelinse würde man also auch als Naturfotograf auf seine Kosten kommen, aber da ich oft längere Wege zu Fuß oder mit dem Rad vor mir habe, bin ich mit gewichtsreduzierter Ausrüstung unterwegs.

Nachtwald - © Kilian Schönberger

Wandererwald © Kilian Schönberger

Bereits auf dem Hinweg habe ich schon die eine oder andere Aufnahme des bläulichem Nebels in der Dämmerung gemacht. 40 Minuten vor Sonnenaufgang erreiche ich schließlich mein eigentliches Ziel: Zwischen wie von Titanenhand durcheinander geworfenen Granitfelsen wachsen mächtige Buchen und erschaffen so ein beinahe surreales Szenario.

Vermutlich sind sie aufgrund des unzugänglichen Terrains von der Kettensäge verschont geblieben. Eine dichtes, grün leuchtendes Moos überzieht Buchen und Felsen. Solch einen Platz würde man eher in den bemoosten Wäldern an der nördlichen amerikanischen Pazifikküste vermuten – aber auch alle deutschen Mittelgebirge bieten solche versteckten kleine Paradiese.

Das Gute liegt manchmal näher als man denkt und man hat dadurch den Vorteil, dass man bei optimalen Bedingungen flexibel arbeiten kann.

Wald © Kilian Schönberger

Burgruine © Kilian Schönberger

Bildkomposition im Wald

Unter dem golden schimmernden Blätterdach hält sich noch dichter Nebel, während von weiter oben helleres Licht durchdringt. Das 24mm TSE ist mein Objektiv der Wahl – die Shiftoption ermöglicht nicht nur bei der Architekturfotografie, sondern auch im Wald Kompositionen ohne stürzende Linien, was bei der Bildgestaltung äußerst hilfreich ist.

Überhaupt ist die oft chaotische Struktur von Wäldern eine fotografische Herausforderung. Der Nebel hilft dahingehend, dass er die räumliche Tiefe reduziert und einzelne vordergrundnahe Elemente hervorhebt. Dennoch ist es stets ein kleines Kunststück, überzeugende Kompositionen zu erkennen und festzuhalten.

Man sollte versuchen, die Waldszene nicht räumlich, sondern auf eine zweidimensionale Ebene reduziert wahrzunehmen. Ein Stativ ist essentiell und die Blende sollte bei Beachtung der Hyperfokaldistanz möglichst klein gewählt werden.

Um den Vordergrund zu gestalten, empfehle ich, kleine bis mittelgroße Naturobjekte einzubeziehen. Das kann ein Felsbrocken, ein Farn oder bei entsprechender Perspektive sogar ein Pilz sein. An der Bildgestaltung mit umgestürzten Bäumen scheitere ich selbst regelmäßig, da diese bei Weitwinkelaufnahmen zu einseitig dominanten, führenden Linien werden.

Die fotografischen Protagonisten des mittleren Bereichs sind die Bäume. Eine zentrale Komposition bietet sich nur bei charakervollen, weit ausladenden Baumgestalten an – typisch hierfür sind knorrige Buchen, Bergahorne oder Eichen. Häufiger bietet sich ein Bildaufbau mit zwei ähnlich breiten Baumstämmen als Framing an. Dominante Waldriesen können auch nach der klassischen Drittelregel oder im goldenen Schnitt zur Strukturierung der Aufnahme beitragen.

Für die Hintergrundgestaltung bieten sich Waldwege oder Bachläufe an, um dem Bild Tiefe und Blickführung zu geben. Wenn man nur mit Bäumen arbeitet, ist darauf zu achten, dass selbst winzige Standortveränderungen darüber entscheiden können, ob sich wichtige Bildelemente wie etwa markante Zweige überschneiden oder gegenseitig verdecken. Der LiveView-Modus der Kamera mit seiner Lupenfunktion hilft, dahingehend die Komposition zu perfektionieren.

Herbst | Laub | Wald © Kilian Schönberger

Naturwald © Kilian Schönberger

Hier kommt die Sonne

Plötzlich durchbricht das Licht der aufgehenden Sonne den Nebel. Wenn man ein Freund klassischer, lichtdurchfluteter Waldszenen ist, heißt es, jetzt schnell zu arbeiten: Denn wenn das Sonnenlicht erstmals auf den Nebel trifft, dann bleibt einem oft nur ein Zeifenster von fünf Minuten, um die Lichtstimmung festzuhalten, bevor der sich Nebel auflöst.

Dennoch lohnt sich das beschleunigte Arbeiten: Die Sonnenstrahlen in Kombination mit Nebel wirken wie eine riesige Softbox mit wunderbar weichem Licht. Schnell muss die Entscheidung für optimale Komposition und Blickwinkel gefällt werden, denn das Licht ist selten für mehr als ein halbes Dutzend Auslösungen stabil.

Weiter ist zu beachten, dass das gleißende Sonnenlicht den Kontrastumfang vor Ort stark erhöht. Bei dichtem Nebel reicht meist eine einzelne Aufnahme aus, um gut durchgezeichnete Tiefen und Lichter zu erhalten. Bei sonnendurchflutetem Nebel geraten gegenwärtige Kamerasensoren beim Kontrastumfang dagegen an ihre Grenzen.

Mehrfachbelichtungen können der nötige Puffer sein, um in der Nachbearbeitung auch in Tiefen und Lichtern eine Detaildurchzeichnung zu erzielen. Der Einsatz von Verlaufsfiltern ist dagegen schwierig, da sich selten ein klar abgegrenzter Übergangsbereich zwischen Hell und Dunkel findet.

Prinzipiell ist es gut, zu wissen, aus welcher Richtung das Licht der Herbstsonne zu erwarten ist. Oft ist der Wald noch von Nebel erfüllt, während die Baumkronen bereits vom Sonnenlicht erfasst werden: Durch Lichtungen und Öffnungen im Blätterdach beginnt der Nebel, im weichen Licht strahlend hell zu leuchten.

Die Farben der umgebenden Blätter treten intensiv hervor und die hellen Lichtakzente optimieren die Bildgestaltung. Gerade auch im Hintergrund bieten sich solche lokalen Lichtkonzentrationen als die Bildtiefe vergrößerende Gestaltungselemente an.

Sonne | Wald © Kilian Schönberger

Auch das typische, konzentrische Spiel von Sonnenstrahlen im Nebel ist durch Lücken im Blätterdach am eindrucksvollsten. Dennoch sollte man versuchen, zum Beispiel einen Ast bei der Komposition vor die Sonne zu legen, um einerseits den Kontrastumfang zu verringern und andererseits ausgehend von der Silhouette des betreffenden Astes einen schönen Strahlenfall zu erzielen.

Grundlegend ist es so, dass jene Bilder mit Sonneneinfall eher stimmungsvoll sind und solche mit reinem Nebel dagegen eher minimalistisch reduziert. Welchen Stil man bevorzugt, ist vermutlich eine persönliche Geschmacksfrage.

Wald © Kilian Schönberger

Die Nachbereitung

Spätestens zwei Stunden nach Sonnenaufgang hat sich der Nebel meist komplett aufgelöst und das Licht fällt hart und kontrastreich auf den Waldboden. Es ist Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Zu Hause wartet zunächst eine Tasse heißer Tee, bei der die Ergebnisse des Morgens begutachtet werden.

Ich denke, dass man versuchen sollte, einen eigenständigen Zugang zum Thema Wald in der Bildbearbeitung zu finden. Erst die persönliche Sichtweise auf das Motiv – von der Aufnahme bis hin zur Nachbearbeitung – erschafft meiner Meinung nach authentische Bilderwelten, die den Betrachter faszinieren und in ihren Bann ziehen können.

Ich selbst verfolge bei meinen Waldbildern meist einen eher plakativen Look, mit dem ich versuche, mein subjektives Erleben der Stimmungen vor Ort widerzuspiegeln. Licht, Farben und Bildelemente sind als Grundzutaten bereits in der Aufnahme vorhanden. Durch Kontrast-, Farb- und Helligkeitsanpassungen verändere ich das Foto hingehend meiner Vorstellungen und Erinnerungen an die Lichtstimmung während der Aufnahme.

Das Stichwort Luminanzmasken ist eine gute Grundlage, auf der man einen weitergehenden Bearbeitungsstil aufbauen kann. Da ich relativ komplex farbenfehlsichtig bin und neben der Unterscheidung von rot und grün auch Probleme mit magenta – grau und blau – violett habe, sind meine Aufnahmen immer eine Interpretation der Realität und niemals ein reines Naturdokument.

Meinen Bildstil sehe ich irgendwo zwischen moderner Werbeästhetik und der Tradition deutscher romantischer Malerei im Stile Caspar David Friedrichs angeordnet. Dennoch sollte man immer auch den Blick über den Tellerrand des eigenen Bearbeitungstils wagen: Auch minimalistische Darstellungen mit reduzierten Farben bieten sich bei den von mir beschriebenen Bedingungen an.

Allee © Kilian Schönberger

Abschließend kann ich nur nochmals empfehlen, mit der Kamera am frühen Morgen ein naheliegendes Waldgebiet aufzusuchen: Neben tollen Fotomotiven wird man von einer faszinierenden Stille und Stimmung umgeben, die meditativ der hektischen Alltagswelt entgegenwirken.


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