RSS
 

Archive for the ‘Equipment’ Category

1. November 2013

02 Nov

Ein Beitrag von: Ronny Engelmann

Monilophyta © Ronny Engelmann


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
Comments Off on 1. November 2013

Posted in Equipment

 

Straßenfotografie und Präsenz

01 Nov

Ein Beitrag von: Peter Kool

Mit der Geburt meines Sohnes fing ich an, zu fotografieren. Ich kaufte eine billige Kamera und der Verkäufer legte den Film ein. Voller Enthusiasmus machte ich Bilder, bis der Zähler bei 36 angekommen war. Zurück im Laden wurde klar, dass der Film nicht richtig eingelegt war. Also keine Bilder von meinem Nachfahren.

Von da an legte ich den Film selbst ein. Machte Fotos von meiner Familie und die Kodak-Aktien gingen in die Höhe. Die gleiche Firma wollte mir durch Beispielfotos den Weg zur Fotografie zeigen. Also machte ich Fotos von Sonnenblumen, Sonnenaufgängen und Sonnenuntergängen.

Recht schnell entdeckte ich, dass die Fotos meiner Familie viel interessanter waren.

© Peter Kool

Meine Frau malte und zeichnete an der Kunstakademie. Sie wies mich darauf hin, dass dort auch Fotografie unterrichtet wurde und so war ich wieder einmal fünf Jahre lang in der Schule.

Dort entdeckte ich berühmte Fotografen und war fasziniert von deren Arbeit. So wollte ich auch fotografieren und es fühlte (und fühlt) sich gut an, kreativ zu sein.

Ich wanderte durch die Straßen und erkannte, dass es nicht so einfach ist, ein gutes Foto zu machen. Das Leben auf den Straßen sieht so gewöhnlich aus – doch um ein gutes Foto zu machen, muss man in der Lage sein, das Ungewöhnliche vom Gewöhnlichen zu trennen.

 

Ein gutes Bild

Es gibt keine Regeln, wie man ein gutes Bild macht, es muss nur auf irgendeine Art berühren.

Ein gutes Foto sollte eine Art Erstaunen bewirken, was bei dem einen anders ausfällt als beim anderen. Das hat mit elektrischen Verbindingen im Gehirn zu tun, die durch Lebenserfahrungen wachsen. Und dann gibt es Menschen, die neue Sprossen mögen und solche, die nicht.

Fotos entstehen auf unterschiedlichsten Wegen. Man kann durch die eigene Präsenz eine Situation beeinflussen, aber auch ganz unbeachtet ein Foto machen.

Zum Beispiel wollte ich ein Foto von einem Mann mit schwarzem Auge und Augenklappe machen. Zur gleichen Zeit sah ich ein Mädchen die Straße überqueren und fand es interessant, sie auch im Bild zu haben.

© Peter Kool

Im gleichen Moment, in dem ich abdrückte, machte der Herr eine „Erdbeere mit Senf“-Miene und weil das Mädchen merkte, dass sie fotografiert wurde, machte sie eine schüchterne Geste und berührte ihr Auge. Meine Anwesenheit hatte also Auswirkungen.

Im Gegensatz dazu waren da mal diese vorbeiziehende Wolke, die mich komplett ignorierte und die Reste eines Baumes, die keinen einzigen hölzernen Muskel regten, als ich das Foto machte. Zwei alltägliche Dinge, die schon außergewöhnlich wirken, wenn man sie verbindet.

© Peter Kool

Die Wolke und der Baum könnten natürlich auch Menschen sein, die mich ignorieren und gar nicht wahrnehmen, während ich sie fotografiere.

~

Hinter jedem Bild steckt eine Geschichte, die ist aber nicht wichtig. Mein einziges Ziel ist es, dieses eine Bild zu machen, das dem Auge gefällt. Um das zu erreichen, ist Glück ein wichtiger Faktor in der Straßenfotografie.

Im Gegensatz zu Malern, Schriftstellern oder Musikern muss ein Fotograf das Glück haben, diese Situationen zu erleben und er muss jedes Mal seine Kreativität daraufhin anpassen.

Ich interessiere mich jedoch nicht ausschließlich für die Straßenfotografie; ich mag viele Fotogenres. Ein gutes Portrait zu machen ist ebenfalls herausfordernd. Und die schönsten Fotos kann man von der Familie oder Freunden machen.

© Peter Kool

Wenn man Du sie hunderte Male fotografierst, ignorieren sie Dich irgendwann und denken „die Pappnase macht schon wieder ein Foto“. Dann kannst Du einen Treffer landen.

Ich bewundere Fotografen, die für ein Magazin arbeiten und es schaffen, jede Woche immer wieder gute Portraits abzuliefern. Im Kontext eines früheren Projektes ging ich zu bekannten Leuten im Ort (wie dem Bürgermeister und dem Pfarrer) und fragte sie, ob ich sie fotografieren dürfte. Und das war gar nicht so einfach.

 

Film und digital

Früher fotografierte ich auf Film und entwickelte die Fotos in der Dunkelkammer, jedoch bin ich froh darüber, dass uns schlaue Köpfe die digitale Fotografie gaben.

Von den Chemikalien bekam ich Ekzeme, ich fluchte oft über das versaute Papier und hatte weniger Zeit für das Fotografieren an sich. Um meine Ziele zu erreichen, ziehe ich ein Auto dem eleganten Pferd und der Eisenbahn vor. Ich bin mir recht sicher, dass es auch Leute gab, die froh waren, als die Glasplatten-Zeit vorbei war.

Wie auch immer, das Konzept ist immer noch das gleiche: Eine Linse und eine empfindliche Platte. Ich hoffe, dass wir in naher Zukunft Bilder speichern können, die auf unserer Netzhaut reflektiert werden. Das wäre mal revolutionär.

© Peter Kool

 

Internet und Ausstellungen

Eine andere fantastische Revolution ist die Ankunft des Internets. Fotos können mit Menschen in aller Welt geteilt werden, hunderte Leute können Deine Fotos ansehen und Du kannst täglich neue Juwelen entdecken, wenn Du willst.

Das Gegenteil davon ist, eine lokale Ausstellung zu besuchen. Ich bin immer allein in diesen Galerien, außer an Eröffnungsabenden. Das muss irgendwie mit den freien Getränken zusammenhängen.

Jedoch gibt es Wege, die Bilder zurück in die Öffentlichkeit zu bringen. Beispielsweise war in einem Antwerpener Fußgänger-Tunnel eine Ausstellung, während eine Straße umgebaut wurde. Dort wurden Fotos vom Leben vor hundert Jahren in der selben Straße gezeigt.

Städte sollten mehr in diese Dinge investieren, was für die Straßenfotografie generell gut wäre.

Gut wäre es auch, wenn ich nicht immer diese Zitronenblicke beim Fotografieren bekäme. Meine Frau meint, dass das von meinen haarigen Beinen kommt, die unter der Regenjacke zu sehen sind.

Kein Witz: Kürzlich wurde ich in Antwerpen von einem Typen angeschrieben und als Pädophiler beschimpft. Glücklicherweise passieren mir auch noch angenehmere Dinge.

© Peter Kool

 

Unterwegs

Antwerpen ist die nächste Stadt für mich und einmal die Woche gehe ich dort auf Fotojagd. Jedoch verkrampft mein Auslösefinger oft, weil ich hunderte Male ein und dieselbe Straße ablaufe. Als ob es nichts mehr zu fotografieren gäbe.

Deswegen gehe ich öfter mal woanders hin, um neue Inspirationen zu finden. Meistens in Nachbarländer wie Frankreich, Deutschland oder Spanien. Oder ich besuche Touristen-Plätze wie Benidorm in Spanien. Ein verrückter, lebendiger Ort, an dem ich nicht der Einzige mit einer Kamera bin. Was es für mich ein wenig angenehmer macht.

Jedoch bin ich meistens aus einer Unruhe heraus ziellos unterwegs. Ich kann nicht lange an einem Platz bleiben. Und ich hoffe, meine Knochen schaffen es, in den nächsten Jahren mit dem Kopf mitzuhalten.

Say cheese!!!

Dieser Artikel wurde von Martin Gommel aus dem Englischen übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
Comments Off on Straßenfotografie und Präsenz

Posted in Equipment

 

Augenschmaus: Kürbisbrötchen mit Feldsalat

01 Nov

Ein Beitrag von: Krautkopf

Den ganzen Sommer über sind wir im Arbeitsstress. Wenn die Hochzeitssaison für uns als Fotografen dann langsam zu Ende geht, freuen wir uns eigentlich aufs Freibad und Abende auf dem Balkon, bis wir merken, dass wir bereits die dicken Jacken auspacken müssen. Aber wer sagt denn, dass man nur im Sommer picknicken kann?! Ab in den dicken Strickpullover und rauf aufs Dach mit Blick über Berlin. So kann man sich auch die milden Herbsttage versüßen.

Tortano ist ein perfektes Picknickbrot. Es stammt ursprünglich aus Neapel und wird zu Ostern eigentlich als Kranz gebacken und ist klassisch mit gekochten Eiern gefüllt. Wir haben das Rezept abgewandelt und anstatt eines Kranzes viele kleine Brötchen gerollt und diese herbstlich mit Kürbis und Nüssen gefüllt.

© Susann Probst und Yannic Schon

Portion: für 2 – 3 Personen
Zeit: 2,5 Stunden

Zutaten

Für die Kürbisbrötchen:

15 g frische Hefe
300 ml lauwarmes Wasser
2 EL Olivenöl
1 EL Honig
1½ EL Meersalz
170 g Hartweizenmehl
40 g Kürbiskerne
40 g Sonnenblumenkerne
180 – 230 g Weizenmehl
1 Hokaido Kürbis (ca. 350 g)
200 g Ziegenkäse in Salzlake
180 g Walnüsse
2 EL flüssiger Honig
2 EL Olivenöl
1 EL heißes Wasser
Meersalz , Pfeffer

Für den Feldsalat:

200 g Pilze (z.B. Kräutersaitlinge)
200 g Feldsalat
1 Zwiebel
1 Hand Kürbiskerne
1 kleiner roter Apfel (z.B. Elstar)
Limettensaft
3 EL Olivenöl
2 EL Apfelessig
Honig
Meersalz, Pfeffer

© Susann Probst und Yannic Schon

Zubereitung

Ihr könnt für das Brot einen normalen Hefeteig nutzen oder unseren herzhaften Teig mit gemahlenen Kernen. Bröselt dafür die Hefe in eine Rührschüssel, gebt das Wasser und den Honig, dazu und vermischt die Zutaten, bis sich alles aufgelöst hat. Anschließend kommt das Hartweizenmehl dazu, das ebenfalls mit der Flüssigkeit vermischt wird, bis alle Klümpchen aufgelöst sind. Diesen Vorteig lasst Ihr nun etwa 15 Minuten gehen, bis sich Bläschen bilden.

Währenddessen mahlt Ihr die Kürbis- und Sonneblumenkerne zu einem Mehl und gebt dieses und das Salz unter kneten zur Mischung hinzu. Zum Schluss knetet Ihr das Olivenöl unter und gebt so viel Weizenmehl an den Teig, bis er geschmeidig und elastisch ist. Deckt die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch ab, damit der Teig nicht antrocknet, und lasst ihn mindestens eine Stunde auf das Doppelte aufgehen.

© Susann Probst und Yannic Schon

In dieser Zeit wascht und halbiert Ihr den Kürbis, entfernt das Kerngehäuse und schneidet mit dem Sparschäler dünne Streifen herunter. Heizt den Ofen auf 200 °C vor. Danach werden die Kürbisstreifen auf ein Backblech verteilt und mit einer Mischung aus Honig, Öl, Wasser, Salz und Pfeffer mariniert und für etwa 10 Minuten in den Ofen gegeben. Wenn der Kürbis gar ist, aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Die Nüsse hacken und den Käse etwas zerkrümeln.

Der Teig wird nach der Ruhezeit vorsichtig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausgerollt (ca. 3mm dick) und mit den Kürbisstreifen belegt. Nüsse und Käse werden gleichmäßig verteilt und alles wird von der Längsseite aus zu einer Rolle zusammengerollt. Zu einem Kranz gerollt wäre es ein Tortano in der klassischen Form.

Wir haben die Rolle mit einem scharfen Messer in mehrere kleine Brötchen zerteilt und in eine Kastenform gegeben. Den Ofen auf 250°C vorheizen. Das Brot wieder mit dem feuchten Tuch abdecken und noch einmal ca. 30 Minuten gehen lassen.

© Susann Probst und Yannic Schon

Für den Salat die Pilze putzen und in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel fein hacken und mit den Pilzen in etwas Olivenöl anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Feldsalat waschen und trocknen. Den Apfel scheidet Ihr nach dem Waschen ebenfalls in dünne Scheiben und beträufelt sie mit ein wenig Limettensaft. Die Kürbiskerne werden geröstet.

Danach könnt Ihr aus dem Olivenöl, Apfelessig, Honig, Salz und Pfeffer eine leichte Vinaigrette zubereiten. Immer daran denken: Die Gewürze erst im Essig auflösen, bevor das Öl dazu kommt.

Die Temperatur des Ofens auf 200 °C reduzieren und das Brot auf unterster Schiene 35 – 45 Minuten goldbraun backen. Das Brot muss jetzt noch einige Minuten abkühlen. Dann könnt Ihr alle Zutaten für den Salat in eine Schüssel geben, vermischen und direkt, zusammen mit dem warmen Brot, servieren.

© Susann Probst und Yannic Schon

Fotorezept

Die schönsten Fotos entstehen bei uns, wenn wir uns auf unseren Bauch verlassen. Oft haben wir vor einem Shoot nur eine wage Ahnung davon, wie die Strecke werden soll. Es gibt doch nichts Schöneres, als morgens zum Markt zu gehen und dort ein Obst oder Gemüse zu sehen, bei dem man einfach nicht anders kann, als es fotografieren zu wollen. Kürbisse sind da ein super Beispiel. Diese Farben und unterschiedlichen Formen sind wahnsinnig inspirierend. Das Rezept kommt dann meist von ganz allein.

Bevor es ans Kochen geht, legen wir uns alle Utensilien bereit, die zu dem Gericht passen könnten. Die Kürbisbrötchen sollten eher rustikal werden, also haben wir uns schnell für alte Emailleteller, einen einfachen Krug und verschiedene Stoffe und Servietten entschieden. Aber wohin damit? Es sollte etwas Besonderes werden, herbstlich und gemütlich. Auf jeden Fall draußen, aber nicht romantisch im Wald oder auf einer Wiese.

Auf unser Dach wollten wir sowieso schon immer mal. Ein besseres Food-Fotostudio als einen verhangenen Herbsthimmel gibt es für uns nicht. Wir lieben dieses weiche Licht und brauchten deswegen auch nicht mehr als unsere Kamera, zwei Objektive (50mm und 100mm Macro), dicke Pullover und natürlich die leckeren Kürbisbrötchen.

© Susann Probst und Yannic Schon

Es war ziemlich windig und die ersten Tropfen fielen schon, also musste alles ganz schnell gehen. Manchmal ist das gut, weil man sich nicht allzu viele Gedanken macht, wie man was genau legen will, sondern viel eher aus dem Bauch entscheidet. Das Wichtigste für uns ist, dass es nicht nur um die Fotos geht. Man darf nicht zu verbissen an die ganze Sache heran gehen.

Bei uns ist es eigentlich immer so, dass wir uns selbst am liebsten direkt an den gedeckten Tisch oder auf die Picknickdecke setzen und das Essen genießen möchten. Das wäre sicher nicht der Fall, wenn wir vorher stundenlang ein Set aufbauen und solange das Essen stylen würden, bis es kalt ist. Bei uns geht es eher ab auf den Tisch zum Fotografieren und dann noch warm in den Bauch.

~
Du hast auch ein leckeres Rezept und die passenden Food-Fotos dazu, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen? Dann werde einfach selbst Teil von „Augenschmaus“!


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
Comments Off on Augenschmaus: Kürbisbrötchen mit Feldsalat

Posted in Equipment

 

31. Oktober 2013

01 Nov

Ein Beitrag von: Gabriele Kappes

The Photographer © Gabriele Kappes


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
Comments Off on 31. Oktober 2013

Posted in Equipment

 

DIY: Geometric Wall Décor

31 Oct

Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

What do the Pythagorean Theorum, protractors and high school students scratching their heads all have in common? Geometry!

Geometry isn’t always fun, but when you combine (or add) it with photos, the results are just fantastic.

Hang your photos in triangles for to create totally fun geometric wall décor that’ll really (math) class up your walls.

Even those of us who are less than stellar at geometry, need not fear. This project is easy as 3.14.

Create Your Own Geometric Wall Décor

Why It’s Cool

Traditional wall hangings can be really square.

That’s why we love the idea of hanging our photos in triangles.

Even if you’re not so handy with a protractor, they’re easy to make.

And, they make really great gifts. Who doesn’t love a good hexagon?

Ingredients:

  • Photos
  • Scissors
  • Surface to Cut on
  • Pen
  • Glue
  • Utility Knife
  • Mat Board (cardboard will work too)
  • Hot Glue Gun
  • Twine (fishing line or yarn will do too)
  • T-Square or Ruler

STEP 1: Cut the Board

before

On the cutting surface use your T-square and utility knife to cut strips of mat board (they’ll be the 3 sides of your triangles).

Remember to press firmly on the T-square and watch your fingers when cutting the board. Sometimes it takes a couple of slices with the utility knife to cut the board.

You can choose the size of your strips depending on how big you want your triangles to be.

We made 1 inch x 4 inch strips.

STEP 2: Let’s Get Triangular

before

Place one strip of mat board on your cutting surface and put hot glue on both ends.

Smoosh two more pieces of mat board into the hot glue to form a triangle.

Put a small stripe of hot glue on the top of the triangle to fasten it tight.

Let the glue dry for a couple of minutes.

STEP 3: Tracing Time

before

Place your (now dry) triangle on top of a photo and trace around the outside of the triangle.

STEP 4: Cut the Triangle

before

Cut out the triangle you just traced.

STEP 5: Fasten the Photo

before

Place a light layer of glue (non-hot kind) along the edges of your photo triangle.

Press your mat board triangle onto the glued photograph and let it sit for about 30 minutes to make sure it’s firmly attached.

STEP 6: Make a Hexagon

before

Using your hot glue gun, glue the sides of your triangles and join them together to form a hexagon.

STEP 7: Hang it High

before

Cut a strip of twine and glue it on to the back of your hexagon to make it hangable.

Then hang it. It looks so good up there on your wall!

 

Taking It Further

  • Make different sized triangles to create super large hexagons or really small hexagons to use as little ornaments.
  • Paint the mat board or cardboard with a color of your liking.
  • Experiment with different shapes to create a new polygon. Layer different sized shapes on top of one another to create a multidimensional piece.

Related posts:

  1. DIY: Turn Your Fridge into a Gallery Wall, Make Photo Magnet Mosaics! Extra photos for bloggers: 1, 2, 3 They say opposites…
  2. DIY: Craft Awesome Geometric Photo Mosaics! Extra photos for bloggers: 1, 2, 3 4×6, 5×7, 8×10:…
  3. DIY Jewel Case Frames: Wonderful Wall Art Faster than you can say Polar Bears! Come clean. Most of your walls are as bare as…


Photojojo

 
Comments Off on DIY: Geometric Wall Décor

Posted in Equipment

 

Im Gespräch mit Alain Laboile

31 Oct

Ein Beitrag von: Alain Laboile

Hallo Alain. Danke, dass Du Dir die Zeit für ein Interview nimmst. Zuerst, erzähl doch mal etwas über Dich: Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin ein französischer Bildhauer und Fotograf und wurde 1968 in der Nähe von Bordeaux geboren. Ich bin der Vater von sechs Kindern und seit 1992 mit meiner Frau Anne verheiratet. Wir leben ganz weit draußen auf dem Land, inmitten von Weinbergen, in einem alten Haus, das gesäumt ist von einem Bach und einem Bambuswald.

Wie bist Du mit der Fotografie in Kontakt gekommen und warum bist Du bei ihr geblieben?

Ich arbeite wie gesagt als Bildhauer. Im Jahr 2004 habe ich dann meine erste Kamera gekauft, um meine Skulpturen zu fotografieren. Meine Leidenschaft für Insekten hat dann dazu geführt, dass ich mich zuerst in der Makrofotografie geübt habe.

Nach der Geburt meiner letzten zwei Töchter habe ich die Linse dann Stück für Stück immer mehr auf meine Familie gerichtet. So war die Leidenschaft dafür geweckt und hat mich in den letzten neun Jahren auch einfach nicht mehr losgelassen.

© Alain Laboile

© Alain Laboile© Alain Laboile

© Alain Laboile

Warum ist Deine Familie Dein Hauptthema, was möchtest Du festhalten und zeigen?

Mit jedem einzelnen Tag führe ich ein Familienalbum fort, das ein Erbe bildet, das ich an meine Kinder weitergeben werde. Meine Arbeit spiegelt unsere Art zu leben wider, die sich um ihre Kindheit dreht und meine Fotografien werden das Zeugnis davon sein. Man könnte sagen, dass mein Ansatz dem eines Ethnologen ähnlich ist.

In welchen Situationen machst Du Deine Fotos und wie erhältst Du die Spontanität dabei?

Ich fotografiere genau das, was wir leben. Ich arbeite zuhause und meine Frau ist nicht berufstätig, weshalb wir nie jemand anderen brauchten, um nach unseren Kindern zu sehen. Heute gehen sie auch alle schon zur Schule. Wir machen auch nicht den Trend mit, ein Überangebot von Nachmittagskursen für sie zu haben und unsere Kinder wissen, wie sie diese freie Zeit genießen können.

Durch diese Art der Erziehung entstehen Situationen mit Spielen und Szenen des täglichen Leben, die zu Aufnahmen werden können. Mein Platz zum Fotografieren ist begrenzt, weil das unsere Art zu leben ist. Wir fahren nicht in den Urlaub und sind meistens alle zusammen.

Das alte Haus, der Garten, der von uns selbst mit Schaufeln ausgehobene Pool, der Bambuswald, das Flüsschen, das hinten im Garten fließt und manchmal über die Ufer tritt – das ist unsere Welt. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten für Spiele, die wiederum so viele Gelegenheiten bieten, diese Momente des Lebens für immer festzuhalten.

© Alain Laboile

© Alain Laboile© Alain Laboile

© Alain Laboile

Wir haben uns dafür entschieden, auf dem Land zu leben. In einem wirklich alten Haus ohne jeden unnötigen Komfort und ohne Fernseher. Mit unserem kleinen Universum drum herum. Ich habe diese natürliche Umgebung sehr genau kennengelernt. Ich weiß, wo ich stehen muss, um das Licht richtig einzufangen. Obwohl der Platz so beschränkt ist, gibt es ständig viel zu entdecken und die Erfindungsgabe der Kinder spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Ich bin meinen Kindern gegenüber ständig anwesend. Ich bin da, wenn sie spielen und oft ist es gerade ihr Spiel, das die fotografische Idee liefert. Manchmal brauchen sie natürlich etwas Anschub. Dann tut es vielleicht eine Geste oder ein verbaler Fingerzeig wie „Mach das nochmal!“, „Noch etwas hoch!“ oder „Warte… geh mal da rüber!“.

Meistens beziehen sich meine „Anweisungen“ auf die Platzierung, ohne dass ich erkläre, was ich fotografieren möchte. Ich denke, sie haben sich daran gewöhnt, dass ich ihnen nur diese wenigen Worte hinwerfe. Das Wichtige dabei ist nur, es in der Bewegung zu tun und das Spiel nicht für eine Einsatzbesprechung zu unterbrechen. Alles passiert also in Echtzeit.

Die Serie „Reflections around the pool“ gibt ihnen die Möglichkeit, in eine Rolle zu schlüpfen, die innerhalb weniger Minuten improvisiert ist. Hierbei unterscheidet sich die Übung also von der Arbeitsweise meiner alltäglichen Fotografien, die die Spontanität des Moments festhalten sollen. In diesen kleinen Szenen nehmen sie bei einer Art Theater teil und das ist es, was sie mögen.

© Alain Laboile

© Alain Laboile

© Alain Laboile

Wie reagiert Deine Familie normalerweise auf die von ihr gemachten Portraits?

Wir haben sechs Kinder: Eliott ist 19, Olyana 17, Luna 15, Merlin 13, Dune 6 und Nil 5 Jahre alt. Die jüngsten achten gar nicht auf die Kamera und sind so einfach aufgrund ihrer Gleichgültigkeit ihr gegenüber freiwillig Mitwirkende. Die mittleren Alters spielen einfach herzlich mit und obwohl sie sich der fotografischen Arbeit, die da im Entstehen ist, bewusst sind, beeinflusst das nicht ihr Verhalten. Und für die älteren gilt, dass ihre Überbewusstheit gegenüber Bildern es schwerer macht, sie natürlich zu fotografieren.

Bekommst Du negative Rückmeldungen wegen der manchmal nackt gezeigten Kinder in Deinen Arbeiten?

Wir leben ja auf dem Land, an einem sehr isolierten Ort. Unsere Kinder entwickeln sich im Einklang mit der Natur. Die jüngsten ziehen sich also auch spontan aus, wenn das Wetter gut ist. Sie ziehen sich von selbst an, wenn sie älter werden und sich eine Vorstellung von Scham bei ihnen entwickelt.

Diese kindliche Nacktheit ist es, die manchmal zum Problem wird. Sie wird sexualisiert und dämonisiert und dann tritt auch Zensur auf. Ich akzeptiere das und lösche die Fotos einfach, über die sich beschwert wird.

Welche Ausrüstung benutzt Du und was denkst Du, wie wichtig sie für Deine Bilder ist?

Ich habe lange eine Canon 5D Mark II und III mit einem Canon 35mm f/1.4 benutzt. Kürzlich habe ich angefangen, mit der Leica M Monochrom und einem Leica 35mm f/1.4 zu fotografieren. Obwohl ich natürlich ein Glückspilz bin, dass Leica mir diese Kamera schenkt, damit ich verschiedene Modelle vergleichen kann, bleibt mein Arbeitsablauf gleich. Ich konzentriere mich nicht auf die Technik und war auch noch nie von mangelnder Technik eingeschüchtert. Das ist alles zweitrangig. Man muss seinen Instinkt sprechen lassen und Kritik akzeptieren.

© Alain Laboile

© Alain Laboile

© Alain Laboile© Alain Laboile

Kann es sein, dass Du von Schwarzweiß besessen bist?

Ich teile diese Fotos, die ich mache, jeden Tag im Internet. Dabei habe ich die universelle und zeitlose Dimension meiner fotografischen Arbeit erkannt, als ich die Aussagen von anderen Menschen aus der ganzen Welt gelesen habe, die sie über meine Bilder machen.

Es ist fantastisch, alltägliche Stückchen unseres Familienlebens zu teilen und positive Antworten auf dieses einfache, naturnahe Leben zu erhalten. Jemanden durch Fotografie in seine Kindheit eintauchen zu lassen, ist sehr lohnend. Der Einsatz von Schwarzweiß verstärkt dieses Gefühl wahrscheinlich noch.

Ich kann die Geschichten von Menschen gar nicht mehr zählen, die sich durch die Bilder an Szenen ihrer eigenen Kindheit erinnern, etwa mit ihren Großeltern im Garten zu sein oder den Duft der Sommerferien wieder heraufzubeschwören. Ich mag die Idee, dass jemand sich wieder in sein eigenes Leben vertieft, weil er die Bilder eines zufälligen Fremden im Internet betrachtet.

Sicher ist jedenfalls, dass dieser fotografische Stil, der auf Familienbildern basiert, nicht Berechnung oder eine bewusste Entscheidung von meiner Seite aus war. Aber natürlich beeinflussen diese Kommentare aus aller Welt meine fotografische Arbeit.

Ich bin auch sehr auswählend, zögere also nicht, einfach alle Fotos zu löschen, mit denen ich nicht vollkommen zufrieden bin. Bei der Nachbearbeitung benutze ich Camera Raw und nur ein kleines bisschen Photoshop.

© Alain Laboile

© Alain Laboile

© Alain Laboile

Hast Du fotografische Vorbilder, denen Du folgst?

Als ich 2004 anfing, zu fotografieren, hatte ich eine fotografische Kultur nahe dem Nichts. Kommentare zu meinen Fotos, in denen manchmal andere Fotografen als Referenz genannt wurden, erweiterten dann mein Wissen. Sally Mann und Jock Sturges werden etwa regelmäßig genannt. Jock ist sogar zu einem engen Freund geworden, dem ich viel verdanke. Sally ist mit ihm befreundet und ich hoffe, sie eines Tages zu treffen!

Was sind Deine Pläne und Träume für die Zukunft?

Nächstes Jahr werde ich ein Buch im Steidl Verlag veröffentlichen, das ist ein wirklich aufregendes Projekt. In diesem Jahr hatte ich Ausstellungen in Japan, Indien und Kalifornien. Und jetzt träume ich von einer in New York in 2014!

Vielen Dank, Alain. Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute für die Zukunft!

Ich habe das Interview mit Alain auf Englisch geführt und anschließend ins Deutsche übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
Comments Off on Im Gespräch mit Alain Laboile

Posted in Equipment

 

30. Oktober 2013

30 Oct

Ein Beitrag von: Lotta Heinz

© Lotta Heinz


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
Comments Off on 30. Oktober 2013

Posted in Equipment

 

Fotogenes Deutschland – Rappensee

30 Oct

Nach der Industieromantik aus dem letzten Artikel der Serie geht es heute weiter mit etwas Alpenromantik. Der Rappensee liegt inmitten eines grünen Bergidylls auf 2.100 Metern Höhe in den Allgäuer Alpen bei Oberstdorf.

Die 1100 Höhenmeter, die von Birgsau hoch zur nicht weit vom See entfernten Rappenseehütte überwunden werden müssen, sind zwar etwas anstrengend mit dem ganzen Kameraequipment, aber was man nach Überschreiten der letzten Steigung präsentiert bekommt, lässt einen nur staunen.

Ich hatte nur ganz grobe Vorstellungen von den fotografischen Möglichkeiten um den Rappensee. Eine Suche auf Google ließ mich das fotografische Potential nur erahnen. Ich malte mir aus, wie das alles im magischen Licht eines glühenden Sonnenuntergangs oder unter dem Sternenhimmel aussehen würde.

Voller Hoffnung wanderte ich im August mit zwei befreundeten Fotografen zur Rappenseehütte. Es bietet sich an, dort zu übernachten, wenn man den Sonnenuntergang fotografieren möchte. Die Hütte ist eine der größten in den deutschen Alpen und hat eine wunderbare Lage, nicht nur wegen des naheliegenden Sees. Auch die Aussicht zurück ins Tal kann sich sehen lassen. Ohrenstöpsel sollte man aber dabei haben. Weniger wegen schnarchender Zimmergenossen als viel mehr wegen des Läutens der zahlreichen Kuhglocken.

Von der Hütte ist man in fünf Minuten unten am See. Hier gibt es zahlreiche Motive, aber noch besser wird es, wenn man von der Rappenseehütte ein Stück dem Heilbronner Weg folgt. Kurz bevor der hinter dem Rappenseekopf verschwindet, hat man eine herrliche Aussicht hinunter auf den Rappensee, mit dem Hochrappenkopf zur Linken und dem Geißhorn und Schafalpenkopf am Horizont. Hier findet man auch reichlich Felsen, die sich hervorragend zur Bildgestaltung nutzen lassen.

Idyllic Alps © Michael Breitung

Alpine Oasis © Michael Breitung

Rappensee © Michael Breitung

Rappenseehütte © Michael Breitung

Rappensee Stars © Michael Breitung

Ein Tag war viel zu kurz, um die ganze Gegend um den Rappensee zu erkunden. Wer mehr Zeit hat, sollte am besten gleich zwei oder drei Übernachtungen auf der Hütte einplanen und auch noch ein paar der sieben umliegenden Gipfel besteigen. Besonders das Hohe Licht soll einen spektakulären Panoramablick bieten. Allgemein gibt es in den Alpen viel zu entdecken, nicht nur für Landschaftsfotografen. Eine gute Übersicht erhält man hier.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
Comments Off on Fotogenes Deutschland – Rappensee

Posted in Equipment

 

Zwischen Autobahn und Tagebau

30 Oct

Ein Beitrag von: Sebastian Mölleken

Es ist oft nur ein ganz kurzer Moment, ein Blick im Vorbeifahren, ein Satz im Radio, eine Zeile in der Zeitung oder ein Bild im Internet, das meine Aufmerksamkeit weckt. Es setzt etwas in Bewegung und lässt mich nicht mehr los. Vielleicht eine angeborene Neugier, die mich antreibt, die in mir den Wunsch weckt, tiefer blicken zu wollen und die dafür sorgt, dass ich mich monatelang mit einem Thema beschäftige.

Ich habe mich bei meiner Arbeit in den letzten Jahren immer wieder gefragt: Wie leben Menschen unter besonderen Bedingungen? Ich war in einem Gefängnis und in einem Asylbewerberheim. Ich habe mich gefragt: Wie leben Menschen entlang einer Autobahn? Oder eben auch: Wie leben sie mit einem Tagebau?

Tagebau © Sebastial Mölleken

Alle Menschen, die ich dabei kennen gelernt und fotografiert habe, hatten etwas gemeinsam: Sie passen ihr Leben jeden Tag an Umstände an, die uns zunächst fremd sind, die wir auf den ersten Blick nicht verstehen können, die uns vielleicht sogar unwirklich, abstoßend, bedrohlich oder skurril erscheinen. Für diese Menschen sind sie aber normal geworden, sie haben sie angenommen und sich damit arrangiert. Mich interessieren genau diese Menschen und diese Lebensumstände – und wie sie einander prägen.

Zwischen Mensch und Landschaft gibt es dabei eine tiefe Verbundenheit: Die Landschaft prägt den Menschen, der in ihr lebt und gleichzeitig prägt auch der Mensch die Landschaft. Es ist eine Symbiose, deren Verbundenheit oftmals an ihren Widrigkeiten noch stärker wird. Der Mensch und seine Umwelt scheinen mir unzertrennlich. Fast immer bestehen daher auch meine Arbeiten aus Portraits und Landschaften im weitesten Sinne.

Tagebau © Sebastian Mölleken

Dabei ist es egal, an welchem Thema ich arbeite. Ob ich an der A40 stehe und Tausende von Autos an mir vorbeirasen oder ob ich vor einem 250 Meter tiefen Loch stehe, das ein Bagger langsam durch die Landschaft gräbt. Die Fragen, die ich mir stelle, bleiben gleich: Wer lebt hier und wie lebt er hier? Wie sieht seine Umwelt aus und wie wirkt sie auf ihn ein?

Viele Monate lang beschäftigte ich mich mit der A40 und mit dem, was ich hinter den Schallschutzwänden fand. Ich nahm jede Ausfahrt, lief die Strecke auf und ab, immer auf der Suche nach dem, was man im Vorbeifahren nicht sieht. Was ich fand, waren teils skurrile Landschaften, die uns zeigen, wie sehr sich der Mensch arrangieren kann und wie er sein Leben an diese Umstände anpasst. Er macht Campingurlaub im Schutze der Schallschutzwand, er weidet seine Kühe unter der Autobahnbrücke, er geht schwimmen im Dunst des Verkehrs und selbst aus dem Grab blickt manch einer noch Richtung Autobahn.

Tagebau © Sebastian MöllekenTagebau © Sebastian Mölleken

Die Menschen, die ich traf, fanden das nicht ungewöhnlich. Sie haben sich so sehr daran gewöhnt, dass sie den Lärm gar nicht mehr hören. Ich suchte unter ihnen nach einem Querschnitt durch das Ruhrgebiet und fand die unterschiedlichsten Typen: Vom Kleingärtner in Bochum über den Studenten in Essen bis hin zum Pferdebauern in Moers waren für mich alle gleich interessant. Aus Landschaften und Portraits entstand so ein Gesamtbild, das für mich das Gefühl einer ganzen Region widerspiegelt.

Mit Unterstützung der RWE Stiftung bekam ich dann die Möglichkeit, eine neue Arbeit anzufertigen. Ich entschied mich für das Thema „Tagebau“, ohne zunächst eine Ahnung von dessen tatsächlichen Ausmaßen zu haben.

Tagebau © Sebastian Mölleken

Als ich dann zum ersten Mal im Tagebau Garzweiler und in den angrenzenden Gebieten unterwegs war, wurde ich von den Eindrücken und von der Größe dieses Projektes beinahe erdrückt. „Hier wird der Tagebau in den 40er Jahren sein“, sagte die Begleitperson, die mir am ersten Tag zur Seite stand. Wir befanden uns weit ab vom jetzigen „Loch“. In den 40er Jahren? Es hörte sich an, als spreche sie von der Vergangenheit, doch sie meinte die Zukunft.

Noch heute ist mir die Logistik dieses monumentalen Eingriffs ein Rätsel und jedes Mal, wenn ich dort war, hatte ich das Gefühl, der Wirklichkeit entkommen zu sein. Alles scheint irreal, fast surreal, wie in einem Film oder Traum. Die Empfindung für Zeit und Größe verschiebt sich, denn hier herrschen andere Dimensionen.

Tagebau © Sebastian Mölleken

Nachdem ich die ersten Eindrücke verarbeitet hatte, kamen schnell wieder dieselben Fragen in mir auf, die mich auch sonst beschäftigen. Sie dienten mir als Orientierung in dieser fremden Welt:
Wer lebt hier und wie tut er das? Welche Aufgaben hat der Mensch hier? Wie sieht seine Umwelt aus und wie wirken Mensch und Umwelt aufeinander ein?

Wichtig war mir dabei, verschiedene Positionen deutlich zu machen. Nur die alte, für den Tagebau geopferte Welt zu zeigen, wäre mir zu einfach gewesen. Und es wäre auch schlichtweg falsch. Es werden Orte abgerissen – es werden aber auch neue, moderne Orte erschaffen. Die Umwelt wird angegriffen, aber es wird Energie gewonnen, die wir benötigen. Ich habe Menschen gesprochen, für die ihre Umsiedlung ein schlimmes Ereignis war, aber ich habe genauso mit Menschen gesprochen, die sich über ihre neue Heimat freuen. Es gibt beide Seiten und das zeigen auch meine Bilder.

Tagebau © Sebastian MöllekenTagebau © Sebastian Mölleken

Egal, ob ich in einem verlassenen Ort durch die leeren Straßen lief, ob ich am Rande des Tagebaus vor dem gewaltigen Bagger stand oder ob ich die Neubausiedlung durchquerte: Es herrschte immer und überall eine besondere Atmosphäre. Sie ist schwer zu beschreiben, es liegt einfach etwas in der Luft, von dem ich hoffe, es mit meinen Bildern transportieren zu können.

2012 erschien mein Buch „Tagebau“ im Kettler-Verlag. Darin fasse ich die ganze Arbeit zusammen und zeige einen umfassenden Blick auf die verschiedenen Aspekte rund um Garzweiler II. Das Buch kann direkt bei mir zum Vorzugspreis erworben werden, Bestellung über meine Homepage. Vor Kurzem wurde die Arbeit nun mit dem Felix-Schoeller-Award für Landschafts- und Naturfotografie ausgezeichnet.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
Comments Off on Zwischen Autobahn und Tagebau

Posted in Equipment

 

29. Oktober 2013

30 Oct

Ein Beitrag von: Christian Richter

Liebe, Strand, Langzeitbelichtung


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
Comments Off on 29. Oktober 2013

Posted in Equipment