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Archive for the ‘Equipment’ Category

Warum ich keine Sonnenuntergänge, Blumen und Katzen fotografiere

20 Nov

Ein Beitrag von: Georgie Jerzyna Pauwels

Wie oft habe ich früher von Freunden und Familie gesagt bekommen, ich solle etwas „Vernünftiges“ fotografieren. Gewöhnliche Straßen und normale Menschen üben auf viele Fotografen keinen Reiz aus, auf mich aber schon.

Auch für viele andere Fotografen ist die urbane Umgebung ein El Dorado für Motive, Stimmungen und Szenen, die lustig, traurig, nachdenklich aber auch unschön sind. Ich habe schon seit meiner frühen Jugend fotografiert, den Wendepunkt gab es jedoch erst vor etwa zweieinhalb Jahren. Da bin ich der Straßenfotografie verfallen.

© Georgie Jerzyna Pauwels

© Georgie Jerzyna Pauwels

Ich reise viel und gern, die traditionellen Motive wie Sehenswürdigkeiten interessieren mich jedoch fotografisch gesehen weniger als die Besucher, deren Herkunft, ihr Verhalten, ihre Emotionen und die „nicht spektakulären“ Nebenstraßen mit ganz normalen Bewohnern sowie ihre Leben, Sorgen und Freuden.

Per Zufall und durch soziale Netzwerke habe ich entdeckt, dass es ziemlich viele gibt, die die Straßen ähnlich betrachten wie ich. Also besuchte ich einige Workshops, las ziemlich viel, knüpfte Kontakte, besuchte Ausstellungen – aber ohne das fast tägliche Ausgehen auf die Straßen und Fotografieren entwickelt man sich nicht weiter.

© Georgie Jerzyna Pauwels

© Georgie Jerzyna Pauwels

Ich bearbeite meine Bilder nur minimal, denn ich ziehe es vor, mit meiner Kamera nach draußen zu gehen, anstatt vor einem Computer zu sitzen.

Ich bin pragmatisch und ich teste verschiedene Kameras, aber die Kamera ist nicht das Wichtigste. Ich habe eine DSRL, aber ich bin lieber mit kleinen, unauffälligen und guten Kameras unterwegs. Diese kleinen Modelle passen in jede Handtasche und sind diskret, sodass der Fotograf nicht bemerkt wird und in Ruhe fotografieren kann.

Ich mag Einfachheit, klare Linien und Strukturen. Ich mag keine überladenen Bilder, sondern Effizienz und Klarheit. In vielen meiner Bilder sieht man nur eine oder ein paar Personen, da mich die Einsamkeit in der urbanen Welt am meisten berührt.

© Georgie Jerzyna Pauwels

© Georgie Jerzyna Pauwels

Natürlich sind auch die Bilder, die ich auf meinen Reisen in Indien oder Südostasien gemacht habe, unterschiedlich, dynamischer und mehrschichtig, denn die Straßen und die Stimmung dort unterscheiden sich sehr von den Straßen in Europa.

Straßenfotografie lehrt mich, Geduld zu haben, zu beobachten, meine Umgebung genauer wahrzunehmen und das Unerwartete zu meistern.

Ich habe keine „tiefsinnigen“ Erklärungen für meine Bilder – sorry. Ich fotografiere intuitiv und spontan, achte auf die Lichtverhältnisse, die Umgebung und hauptsächlich auf die Menschen. Viele meiner Bilder entstehen zufällig.

© Georgie Jerzyna Pauwels

© Georgie Jerzyna Pauwels

Hin und wieder jedoch kehre ich an einen Ort zurück, betrachte diesen genauer und warte auf die Situationen, die sich dort ergeben. Ich wünsche mir für die Zukunft mehr Anerkennung für die Straßenfotografie sowie deren Vertreter und weniger Restriktionen und rechtliche Beschränkungen.

PS: Okay, eine Katze habe ich doch fotografiert, es war aber nicht absichtlich.


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Deutscher Fotobuchpreis 2014

20 Nov

Wir lieben Bildbände. Und gerade zur dunklen Jahreszeit ist es wunderbar, mit einem dicken Buch und einer warmen Decke dem finsteren, nassen Wetter zu trotzen.

Der Deutsche Fotobuchpreis wird jährlich verliehen und bietet eine ganz wunderbare Inspiration, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich ein neues Werk zuzulegen. Günstig sind gute Bildbände nicht, aber vielleicht habt Ihr ja noch ein wenig Platz auf Eurem Wunschzettel, sodass Ihr Euch Eure Lieblingsbücher einfach schenken lassen könnt.

In der Kategorie „konzeptionell-künstlerische Fotobildbände“ wurden folgende vier Bücher mit Gold prämiert:

mars

Mars – Eine fotografische Entdeckung*
von Xavier Barral und andere
erschienen im Verlag Hatje Cantz
Preis: 79 €

Maanantai

Nine Nameless Mountains*
von Maanantai
erschienen im Verlag Kehrer
Preis: 29,90 €

In and out of fashion

In and Out of Fashion*
von Viviane Sassen
erschienen im Verlag Prestel
Preis: 49,95 €

Hustlers

Hustlers*
von Philip-Lorca diCorcia
erschienen im Verlag Steidl
Preis: 98 €

 

In der Kategorie „Coffee Table Books“ wurden diese drei Werke mit Gold ausgezeichnet:

Große Fotografen

Große Fotografen*
von Roberto Koch
erschienen im Verlag Prestl
Preis: 98 €

Common Pavilions

Common Pavilions*
von Gabriele Basilico
erschienen im Verlag Scheidegger & Spiess
Preis: 58 €

Before they pass away

Before They Pass Away*
von Jimmy Nelson
erschienen im Verlag teNeues
Preis: 128 €

 

Die Siegertitel aus der Kategorie „Fotogeschichte“ sind Folgende:

Rise and fall of apartheid

Rise and Fall of Apartheid:
Photography and the Bureaucracy of Everyday Life*
von Okwui Enwezor
erschienen im Verlag Prestl
Preis: 59 €

Idylle und Desaster

Idylle + Desaster.
Die Fotosammlung Bogomir Ecker*
von Bogomir Ecker
erschienen im Verlag Spector Books
Preis: 49 €

The Black Photo Album

The Black Photo Album / Look at Me: 1890 – 1950*
von Santu Mofokeng
erschienen im Verlag Steidl
Preis: 34 €

 

Ganz vorn dabei sind die großen Verlage wie Prestel und Steidl. Aber gerade bei den mit Silber ausgezeichneten Büchern, die wir hier aufgrund der schieren Anzahl nicht aufführen konnten, sind noch einige unbekanntere Perlen dabei.

Unter anderem auch das Buch „Nowhere“ von Leon Kirchlechner aus der Kooperation von dienacht Publishing und Der Greif, das wir bereits vorgestellt haben. Alle Gewinner findet Ihr auf der Webseite des Deutschen Fotobuchpreises.

 

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.


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19. November 2013

20 Nov

Ein Beitrag von: Stefan Bleihauer

© Stefan Bleihauer


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Gesichter erzählen Geschichten – Menschen aus Westnepal

19 Nov

Ein Beitrag von: Christoph Gysin

Seit rund sieben Jahren arbeite ich, als Fotograf ehrenamtlich, für die Hifsorganisation Govinda. Der Verein unterstützt in Nepal rund 5000 hilfsbedürftige Menschen. Im Frühjahr 2013 bin ich zum vierten Mal nach Nepal gereist. Mein Ziel war, Fotografien für den Jahreskalender des Vereines zu machen und die Arbeit von Govinda zu dokumentieren.

Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt; die Menschen dort gehören zu den herzlichsten, denen ich je begegnet bin. Von 1996 bis 2006 tobte ein blutiger Bürgerkrieg in Nepal, das Ergebnis waren Tausende Tote und eine völlig unstabile politische und wirschaftliche Situation. Unterdessen hat sich das Land wieder etwas erholt.

Aber auch heute gibt es täglich stundenlange Stromausfälle und lange Warteschlangen vor den Tankstellen, die das exklusive Benzin nur zu gewissen Tageszeiten verkaufen. Betroffen sind vor allem Taxi- und Lastwagenfahrer. 80 Prozent der Bevölkerung leben ohne eigenen Wasseranschluss im Haus.

Santi © Christoph GysinSapana © Christoph Gysin

Die Portraits, die ich hier zeige, sind in der Karnalizone im Nordwesten von Nepal entstanden – fern von den Touristenzentren des Landes. Die großartigen Bergkulissen des Anapurna-Gebiges und des Mounteverest befinden sich in der nördlichen Mitte des Landes und im Nordosten.

Zum Jahreswechsel von 2006 auf 2007 war ich das erste Mal in Nepal. Zusammen mit einem Journalisten und Jugendfreund arbeitete ich am Buchprojekt „Die Kinder von Shangrila“ für Govinda. Wir haben Portraits von Waisenkindern in Text und Bild erstellt.

Im Jahr 2008 bin ich während meiner zweiten Nepalreise zum ersten Mal in die Karnalizone in Westnepal gereist. Von Kathmandu aus fliegt täglich ein Flugzeug der Firma Yeti Airlines nach Nepalgunj. Die Stadt Nepalgunj, übersetzt „Tor nach Nepal“, liegt im Südwesten des Landes und ist ein Grenzort zu Indien.

Von Nepalgunj aus ging die Reise – nach langer Wartezeit am Flughafen – mit einer fragilen Propellermaschine nach Norden ins Gebirge. Nach einer knappen Stunde landete die Maschine, eine Dornier 228, auf dem kleinen, von Stacheldraht umzäunten Flughafen von Jumla. Der Ort war während des Bürgerkriegs die Hochburg der maoistischen Rebellen.

Suchana Kami © Christoph GysinYem © Christoph Gysin

Das Licht war grell und die Luft warm und staubig. Menschen warteten mit einer primitiven Tragbahre am Rand des Flugfeldes. Sie kamen von weit her, um eine schwerkranke Frau mit dem nächsten Flug nach Nepalguj zu bringen. Bestimmt hatte die ganze Familie ihr Geld zusammengelegt, um den Flug zu bezahlen. Diese Szene hat mich damals sehr berührt. Die medizinische Versorgung dort oben in den Bergen ist auf das Einfachste reduziert – das lokale Spital muss mit einem Jahresbudget von 1500 Euro auskommen.

Im Jahr 2008 gab es noch keine Straße, die nach Jumla führte und darum auch keine Autos oder Motorräder. Sämtliche Waren wurden durch die Berge getragen, unter anderem auch Baumaterial für Häuser und Brücken. Heute, fünf Jahre später, führt eine schlecht befestigte, gefährliche Straße nach Jumla. Entlang dieser Straße sind viele neue Geschäfte und Übernachtungsmöglichkeiten entstanden – es herrscht eine Art Goldgräberstimmung, jeder will von der neuen Verkehrsader profitieren.

Von Jumla aus besuchten wir in ein- bis zweitägigen Fußmärschen die Dörfer der Region. Auf dem Weg dorthin begegnet man immer wieder Frauen, die sperrige und schwere Lasten auf ihren Rücken von einem Ort zum anderen transportieren. Bei ihren kurzen Verschnaufpausen rauchen sie gelegentlich gemeinsam mit ander Trägerinnen eine Haschischpeife – vielleicht, um die körperlichen Strapazen etwas zu mildern. Wenn man die Trägerinnen mit einem freunlichen „Namaste“ und einer leichten Verneigung begrüßt, fangen sie an, zu kichern.

Bijula Aidi © Christoph GysinSune Budha © Christoph Gysin

Die Dörfer und die Menschen, die dort leben, sehen aus, als wären sie aus einer vergangenen Zeit. In den Dörfern leben ausgesprochen viele Kinder. Man bekommt fast den Eindruck, die Dörfer würden von den wilden und staubigen Kleinen beherrscht.

Bereits bei meinem ersten Besuch in Westnepal war ich von den ausgeprägten Gesichtern dieser Menschen fasziniert. Bei der Planung meiner letzten Reise im Frühjahr 2013 wusste ich, dass ich diese Menschen unbedingt portraitieren wollte.

Die Portraitserie entstand in den Bergdörfern Puru, Godasim, Pipalgaon, Luma und Padmara. Mein Ziel war, die Menschen so authentisch wie möglich zu portraitieren. Das heißt, ich habe die Leute genau so fotografiert, wie ich sie angetroffen habe. Ich nahm keinen Einfluss auf Kleidung, Schmuck, Kopfbedeckung und so weiter. Durch meinen kleinen, improvisierten Studioaufbau mit Hintergrund, Stuhl, Blitz und Stativ waren die Leute während den Aufnahmen sehr konzentriert.

Sukabir  © Christoph GysinTilak  © Christoph Gysin

Das Fotokonzept habe ich vor meiner Abreise gemacht, dadurch konnte ich mich – trotz der vielen Schaulustigen – wärend des Fotografierens voll auf meine Arbeit konzentrieren. Es war mir klar, dass ich nicht viel Gepäck mitnehmen konnte. Alles musste, neben Schlafsack und ein paar Kleidern, in einen Rucksack passen. Mein Fotomaterial bestand aus einer Kamera, zwei Objektiven, einem Systemblitz mit Schirm, zwei leichten Stativen und einem grauen Stoff als Hintergrund – schwer war der Rucksack dann trotzdem.

In den Dörfern habe ich jeweils einen gedeckten schattigen Ort gesucht, um mich einzurichten. Die Dorfbewohner waren natürlich neugierig und beobachteten mich gespannt. So konnte ich mir die vielversprechendsten Gesichter in aller Ruhe aussuchen. Auf die Frage, ob ich sie porträtieren dürfe, bekam ich meistens eine positive Antwort.

Heute macht es mich glücklich, dass ich diese Leute so nah portraitieren konnte. Ich denke, die Bilder erzählen etwas über das Leben der Menschen. Einige der Portraitierten gehören zur Kaste der „Dalits“, man nennt sie auch die Unberührbaren. Sie haben in Nepal nur wenige Rechte und dürfen nur die unterste und schmutzigste Arbeiten verrichten. Die Fotografien dieser Menschen haben für mich einen ganz besonderen Wert.

Namaste.


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What Type of PhotographerAre YOU Shopping For?

19 Nov

Santa has just two gift lists: Nice Folks/Naughty People.

But your lists are more complicated than that (and you don’t give half the people you know lumps of coal).

Luckily, we’re here to recommend gifts for all types of folks.

From the DSLR slingin’ pro to your aunt who just discovered her phone has a camera in it, we’ve got prezzies for them all.

BONUS FUN TIMES: Today only, play our Photo Madlibs (give us a few words and a couple photos, we’ll give you a wacky story).

The “Pro” in Professional
Has a DSLR and Knows How to Use It

Lensbaby Spark

An easy-to-use tilt-shift lens, controlled with a smoosh. → More

Camera Lens Mugs

These mugs are true-to-life replicas of SLR lenses! → More

Photorito Lens Wrap

Keep your lenses delicious and safe with this cuddly wrap. → More

Lens Bracelets

Show your camera love! Bracelets inspired by lenses. → More

Cellular Scorsese
Makin’ Oscar Worthy Magic On Your Cell Phone

iPhone SLR Lens Mount

Shoot on your iPhone, through high-quality SLR lenses. → More

iPhone Video Rig

It’s a unibody frame, adjustable mic, and wide-angle lens. → More

Mobislyder

A pro-quality cinema track, made especially for phones. → More

The Bikepod

Attach your phone to the dolly you already own, your bike. → More

Baby’s First DSLR
Make That New Fancy Cam Even Fancier

Carlisle Camera Bag

Holds your camera and more, for a shoot or daytrip. → More

Gorillapod

This rugged pod bends to grab or stand on any surface. → More

Zigzag Camera Strap

A colorful strap to hold up your camera in style. → More

Lens Cap Strap Holder

Never lose another lens cap! This clip’ll hold onto it for ya.→ More

The Budding Phoneographer
Your Selfie Obsessed Kid Sister

Holga iPhone Lens

Dial through 9 lenses and filters to add effects as you shoot. → More

The Pocket Spotlight

Add soft light just where you want it. Buh-bye harsh flash. → More

The Keyprop

The littlest phone prop fits on your keychain. → More

Photojojo University

Gift a friend the joy of learning in Phonography 101. → More

The Film Fanatic
If they can’t hold it in their hand, it’s not a photo

Polaroid z2300

Takes digital photos and prints them onto 2×3″ stickers. → More

Instax Mini 8 & 25

Prints pop out on business card sized instant film. → More

Smartphone Film Scanner

Scan 35mm film directly onto your phone for fast sharing. → More

The Egg Carton Film Case

Store 10 rolls of 35mm film safe, snug, and dust-free. → More


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Schlafwandeln im Mondlicht

19 Nov

Ein Beitrag von: Alex Bamford

Ich fotografiere nun seit sieben Jahren Landschaften im Mondlicht. Der Mond an sich faszinierte mich schon immer und ich liebe es, wie sein Licht Gewöhnliches in etwas verwandelt, das nicht von dieser Welt ist.

Durch meine Arbeit als Art Director fand ich Zugang zur Nachtfotgrafie. Ich war bei einem Shooting mit Satoshi Minakawa in Japan dabei, der nachts Landschaften in und um Tokyo herum fotografierte.

Down the concrete hill to bedfordshire © Alex Bamford

Ein Konzept wurde am Mount Fuji umgesetzt. Ich sah dort für ein paar Stunden Schnee im Mondlicht treiben und war sofort davon begeistert.

Ich habe das Glück, in Brighton an der Südküste Englands zu leben. Die weißen Kalkstein-Klippen beginnen östlich meines Wohnsitzes und reflektieren das Licht in der gleichen Weise wie der Schnee am Mount Fuji.

Die Sleepwalking-Serie begann ich vor zwei Jahren und sie entstand aus der Not, meine Fotos mit Menschen zu füllen, da sie so ganz ohne Personen recht leer und kalt wirkten.

Putting myself to sleep © Alex Bamford

Ich experimentierte mit Licht-Streifen, um ein menschliches Element einzuführen, doch das war zu wenig. Und weil es mir unmöglich schien, irgendjemanden in die dunkle und kalte Nacht zu locken, trat ich selbst vor die Kamera.

Und dabei Schlafanzüge zu tragen, die gut ins Thema „Nacht“ passen und die Serie vereinheitlichen.

Jeweils drei Tage vor und nach dem vollen Mond gehe ich gegen 23 Uhr nachts nach draußen. Der Himmel muss klar sein, was meine alljährlichen Möglichkeiten stark einschränkt.

Sleepwalking © Alex Bamford

Wenn ich aus dem Haus gehe und meinen Schatten vom Mondlicht sehen kann, weiß ich, dass es hell genug wird. Ich habe selten eine definitive Idee von dem, wo und was ich fotografieren werde. Denn das hängt vom Himmel und der Position des Mondes ab.

Ich habe ein paar Lieblingsorte, die ich gut kenne und immer wieder besuche. Ein paar wirken bei tiefem Mondstand besser als andere. Oft habe ich ein paar lose Ideen von dem, was machen möchte, aber ich ziehe es meistens vor, auf das einzugehen, was ich finde: Eine ausrangierte Schubkarre, ein Handfeger oder ein Rohr, das aus einer Wand herausragt.

I slept really badly last night © Alex Bamford

Ich fotografiere mit niedriger ISO, um das Rauschen zurückzuhalten und belichte zwischen drei und zehn Minuten, damit der Hintergrund gut aussieht.

Oft probiere ich ein bischen auf gut Glück herum und mache ein paar Belichtungen, um eine Einstellung zu finden, die nicht zu hell oder zu dunkel ist. Dann überlege ich mir, an welcher Stelle im Bild ich stehen und was ich tun werde.

Pipe dreams © Alex Bamford

Für den zweiten Teil des Bildes benutze ich einen entfesselten Blitz. Ich benutze Nikon-Kameras, die über eine exzellente kamerainterne Bedienung von externen Blitzen verfügen. Also positioniere ich vorsichtig ein Licht-Stativ, damit das Blitzlicht mit der Richtung des Mondlichts übereinstimmt.

Ich benutze eine Auslöseverzögerung von 20 Sekunden und renne ins Bild. Wenn ich die zwei Bild-Teile habe, setze ich sie später in Photoshop zusammen. Dabei schneide ich mich selbst und die überlagernden Schatten vom einen Foto aus und füge sie in das andere ein.

Scary sleepwalk © Alex Bamford

Die Serie umfasst nun etwa 30 Fotos, einschließlich dem eines Freundes in seinem „Middlesex Cricket Club“-Pyjama und ein anderes von einer Band, die „American Union“-Anzüge in einem Baum trägt.

Falls ich bei Vollmond irgendwohin reise, nehme ich meine Schlafanzüge mit. Und eines Tages hoffentlich auch mit nach Japan.

Dieser Artikel wurde von Martin Gommel aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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18. November 2013

19 Nov

Ein Beitrag von: Herr MM

The Shoemaker © Herr MM


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Blickfang: The Hard Way

19 Nov

Das Leben ist verdammt hart. Aber auch verdammt schön.

So könnte man zusammenfassen, was man in den Bildern von Vitas Luckus sehen kann. Und dass man sie heute überhaupt sehen kann, ist eine große Sache, denn Vitas Luckus war ein „verbotener“ Künstler.

Der litauische Fotograf lebte von 1943 bis 1987, wurde also gerade einmal 44 Jahre alt. Ich weiß wirklich nicht mehr, woher ich den Bildband „The Hard Way“* habe, wahrscheinlich einfach ein glücklicher Flohmarktfund und Spontankauf.

Der Band präsentiert eine Auswahl des fotografischen Lebenswerkes, das vom Künstler selbst noch kurz vor seinem Tod zusammengestellt wurde. Seine Frau hat die Arbeit am Buch danach weiter betreut.

Vitas Luckus hat das Leben in seinem Heimatland Litauen und Ländern wie Aserbaidschan, Estland und Georgien, die er bereiste, in seiner rohen Form festgehalten. Straßenszenen, Freunde und Fremde in ihren Wohnungen. Kinder beim Spielen und Erwachsene bei gesellschaftlichen Anlässen.

Dabei hat er immer versucht, den Ausdruck der absoluten Wahrheit ins Zentrum seiner Bilder zu rücken. Herkömmliche Kompositionen und Gestaltungsrichtlinien hat er gnadenlos über Bord geworfen, denn er sah sie als Hürden auf dem Weg zum wahren Realismus.

Er wollte seine fotografische Sprache perfektionieren. Dieses Ziel verfolgte er hartnäckig und experimentierte sowie übte dadurch mit schier unerschöpflicher Energie. Vielleicht hatte er damit die Energie für sein ganzes Leben schneller verbraucht als andere.

In fact he regarded photography as a laconic language for communicating many things simultaneously. In order to say everything he wanted, he aimed to master it perfectly.

Aber:

The world seemed to open up and speak to him without a medium; it was speech itself. […] The Baltic wind shaking petals and blowing sweepings […] says a lot to those wo can listen. This was a shock to Luckus. It was not he who had something to say to the world – he merely had to listen, and his purified language was only necessary for asking his questions correctly.

Vitas Luckus - The Hard Way © Aileen Wessely

Gemein ist fast all seinen Fotos, dass die Lebensfreude in den Gesichtern die ebenfalls sichtbare Traurigkeit überwiegt. Beides ist wahrzunehmen, oft auch die Härte der Umstände, in denen die Menschen leben. Aber sie lieben ihr Leben von ganzem Herzen.

Sie sind einfallsreich: Einige Männer spielen wie oben zu sehen trotz und mit Krücken Eishockey. Ein anderer Mann lässt sich von einem Handtrockner den Mundraum fönen. Paare tanzen ausgelassen in kargen Räumen. Dreckige Hände verrichten Feldarbeit.

Und fast alle von ihnen lachen in die Kamera. Einige scherzen miteinander. Die Zuversicht quillt aus allen Ritzen, durch die auch der Wind pfeift. Die Lebenslust spricht aus den Zahnlücken, durch die auch das nur selten üppige Essen rutscht.

Vitas Luckus’ Witwe Tanya Luckiene hat dem Buch folgendes Zitat von Jelena Sergejevna Bulgakova vorangestellt, das in Worte fasst, was man in Vitas Luckus’ Fotos sehen kann:

In spite of everything, in spite of the fact that there were dark clouds, horrifying clouds, if you were to suggest that we led a tragic life I would react by saying that we didn’t. It was the most beautiful and buoyant, the most joyful life you can imagine. The world has never seen a happier woman that I was at the time.

So wurde Vitas Luckus von energischen Menschen, dynamischen Situationen und der Lebensfreude der Welt an sich angezogen. Für seine Art, diese Bilder aufzunehmen, gab es nur keinen Raum in der damaligen Kunstszene, weshalb er ins Abseits geriet.

Zu seiner Lebenszeit gab es nur zwei Ausstellungen seiner Arbeiten in Litauen. Seine erste internationale Publikation im tschechischen Magazin „Photography Review“ wurde zum Skandal, sodass die gesamte russische Auflage eingestampft wurde.

Heute gibt es über Vitas Luckus nicht einmal einen deutschen oder englischen Eintrag in der Wikipedia und nur die eine Buchveröffentlichung. So stark wirkt die Unterdrückung der Verbreitung seiner Bilder also immer noch nach. Das sollte sich ändern. „The Hard Way“ ist gebraucht für 10 – 20 € zu haben. Also los.

Informationen zum Buch
„Vitas Luckus, Photographer, Lithuania 1943 – 1987. The Hard Way“
Seiten: 144
Abbildungen: 116, schwarzweiß
Sprache: Englisch
Vorwort von Laima Skeiviene, Biografie, Nachwort von Herman Hoeneveld
Verlag: Edition Stemmle

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17. November 2013

18 Nov

Ein Beitrag von: Achim Katzberg

© Achim Katzberg


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browserFruits November #3

17 Nov

Noch bis zum 23. November könnt Ihr bei unserer Leseraktion „Melancholischer Herbst“ mitmachen oder Euch einfach von den bisherigen Beiträgen inspirieren lassen. Wir freuen uns schon sehr, bald einige der Bilder zu präsentieren. Ihr könnt uns die Auswahl aber gern noch schwerer machen und Eure Interpretation zum Thema als Link in die Kommentare stellen.

 

Fotospecial: Kopflos

Flickr

500px

 

Deutschsprachig

• Kurt Dornig über Buchgestaltung. Dieser Text ist sicher auch für jeden Fotografen interessant, der mit dem Gedanken spielt, seine Bilder in Buchform zu veröffentlichen.

• Bild im Bild: Heidelberg heute und früher.

• ARTE hat seine Dokumentationsreihe „Photo“ fortgesetzt. Heute und an den kommenden zwei Sonntagen gibt es wieder Gelegenheit, sich für ein halbes Stündchen zurückzulehnen, um sich bilden und inspirieren zu lassen.

 

International

• Viralnova hat eine schöne Zusammenstellung von Fotos, die der Urban Explorer Dan Marbaix in vielen verlassenen Gebäuden überall auf der Welt gemacht hat.

• An den Prototypen erinnert Ihr Euch vielleicht noch: „Panono“ ist nun endlich fertig und erhältlich. Ein Kameraball, den man hochwirft und der auf dem Scheitelpunkt seines Fluges eine 360°-Rundumsicht aufnimmt.

• Eine gelungende Zusammenführung der Vergangenheit und Gegenwart von Anne Franks Amsterdam.

• Und auch hier wird Geschichte neu gezeigt: 36 großartig nachkolorierte historische Photos.

• Die Geschichte vom Vater-Sein erzählt Phillip Toledano eindrucksvoll und ehrlich in Worten und Bildern.

• Folgt diesem Instagram-Account, wenn Ihr die Abenteuer dieses Igels weiter verfolgen möchtet.

• Sehr schöne Fashion-Portraits der Berliner Fotografin Grit Siwonia haben wir hier entdeckt.

• Wenn wir diese tollen Schneeflockenmakros sehen, freuen wir uns schon auf den ersten Schnee.

 

Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

buchtipps

• „Gel(i)ebtes Leben“* von Gundula Krause zeigt 50 ungewöhnliche Portraits von der ersten Generation geistig behinderter Senioren. Hier gibt es auch noch ein Interview zur Fotoserie.

• Belgische Strandkabinen, deutsche Fassaden, britische Badearchitektur und europäische Untergrundbahnen – in den gezeigten zehn typologischen Serien untersucht Götz Diergarten in „PASSAGEN“* das Erscheinungsbild alltäglicher Architekturen.

 

Wettbewerbe

• Die Zeitschrift Photographie veranstaltet jeden Monat einen Wettbewerb mit unterschiedlichen Themen und kleinen Preisen. Die besten Bilder werden im Magazin veröffentlicht.

 

Videos

Bei diesem Video hält man selbst die Luft mit an. Hier werden Paare in Vakuum verpackt. Die dabei entstandenen Bilder könnt Ihr hier sehen.

 

Ein Video über das Hotel Bogota in Berlin, das nun geschlossen wird. In dem Haus hat Newton zum Beispiel seine Lehre gemacht und seit es ein Hotel ist, stiegen viele bekannte Künstler dort ab.

 

Ausstellungen

fragmente
Zeit: 23. November – 4. Dezember 2013
Ort: aff-Galerie, Kochhannstraße 14, 10249 Berlin
Link

Peter Braunholz – Illusion: Wirklichkeit
Zeit: 16. November – 13. Dezember 2013
Ort: Galerie Wesner, Bodanstr. 15, Konstanz
Link

Peter Braunholz – (In)habitancity
Zeit: 16.November – 18. Dezember 2013
Ort: Kunstverein Böblingen, Schloßberg 11, Böblingen
Link

Bettina Flitner (DGPh) Menschen
Zeit: 11. November – 29. Dezember 2013
Ort: Stadtgalerie Sundern, Lockweg 3, Sundern
Link

Guy Bourdin – Retrospektive
Zeit: 1. November 2013 – 26. Januar 2014
Ort: Deichtorhallen, Hamburg
Link

Mehr aktuelle Ausstellungen

 

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kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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