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Archive for the ‘Equipment’ Category

16. November 2013

17 Nov

Ein Beitrag von: Jennifer Wettig

© Jennifer Wettig


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Von der Mutter zur Fotografin

16 Nov

Ein Beitrag von: Livia Johanning

Meine fotografische Geschichte beginnt wie viele: Nachdem ich mein drittes Kind bekam (heute sind es vier), wollte ich großartige Portraits von meiner Tochter knipsen. Schnell wurde eine Kamera gekauft und los ging es. Schon nach wenigen Versuchen merkte ich, dass es schwierig werden würde. Ich dachte, was Neugeborenenfotografen wie Carrie Sandoval oder Kelley Ryden machen, kann doch nicht so schwer sein. Ich wurde eines Besseren belehrt!

Mir gefielen diese friedlichen, schlafenden Babys in ihren perfekten Posen, entspannt schlummernd, manchmal lächelnd. Meine ersten Versuche endeten in verdrehten Perspektiven, unentspannten Gesichtern, kleinen, zu Fäusten geballten Händen, ganz zu schweigen von meiner Kamera–Einstellung im Automatik-Modus.

© Livia Johanning

Ans Aufgeben dachte ich aber nicht, denn es macht mir viel zu große Freude, diese kleinen Geschöpfe abzulichten. Um meinen Idolen näher zu kommen, musste ich besser werden. Mein großes Glück war, dass ich die letzten Jahre in den USA lebte und so die Möglichkeit bekam, an diversen Workshops teilzunehmen, unter anderem denen von Kelley Ryden und Tracy Raver.

Dieses Coaching war eine Offenbarung für mich. Angefangen von der Kameratechnik über Setup, Aufbau, Requisiten bis hin zum Umgang mit dem Neugeborenen und verschiedenen Beruhigungstechniken erlernte ich dort mein fundiertes Wissen. Fortan sahen meine Bilder komplett anders aus, viel professioneller.

© Livia Johanning
Eine kleine Drehung der Kamera lässt den Eindruck zu, dass der Kopf des Babys erhöht liegt.

Es sind oft die kleinen Details, die ein Foto von einem Baby perfekt machen, auch wenn dies sehr unterschiedlich bewertet werden kann. Mir ist es zum Beispiel wichtig, dass ein Baby tief schläft, seine Fingerchen ausgestreckt sind, das Gesicht entspannt ist. Wichtig hierfür ist ein sehr warmer Raum, zusätzlich stelle ich einen kleinen Heizlüfter an mein Posing-Kissen, das einem großen Sitzsack ähnelt.

Dazu imitiert ein kleines Gerät Geräusche wie es das Baby im Mutterleib hören konnte, alles läuft ruhig und entspannt ab. Trotzdem brauchen manche Babys die erste Stunde beim Shooting, um „anzukommen“, da mache ich manchmal nicht ein einziges Foto! Damit ist auch die Shootingdauer von etwa vier Stunden zu erklären.

Haben sich die Babys aber an die fremde Umgebung gewöhnt und schlummern friedlich, beginne ich mit den verschiedenen Posen. Es haben sich einige Bezeichnungen für diese unter den Fotografen eingebürgert, wie etwa Froggy Pose, Tacco Pose, Potato Sack oder Wrapped Shot.

© Livia Johanning
Tacco Pose

© Livia Johanning
Wrapped Shot

Natürlich habe ich den Automatik-Modus nie wieder benutzt und auch die Nikon D90 gegen eine D4 ersetzt, mit der ich sehr zufrieden bin. Zu Beginn der Session bestimme ich zunächst den Weißabgleich mittels Graukarte. Diese Methode garantiert mir authentische Farben.

Vorzugsweise arbeite ich nur mit Tageslicht, da es Babyhaut am meisten schmeichelt. Mit einer Blende von f/2.2 erreiche ich genügend Schärfe vom Kopf bis zu den Zehen und habe einen schön weichen Hintergrund mit wunderbarer Raumtiefe.

Ach ja, zum Thema Accessoires kann ich nur sagen: Sie machen süchtig und arm! Darum habe ich begonnen, sie selbst anzufertigen. Nicht selten sitze ich an der Nähmaschine und kreiere für die nächste Session neue kleine Outfits.

© Livia Johanning

Alles in allem kann ich sagen, dass ich meine Arbeit liebe. Um von der Mutter zur guten Fotografin zu werden, braucht es mehr als eine gute Kamera: Geduld und Ausdauer, fundiertes Fachwissen und absolute Liebe zu den kleinen Erdenbürgern.

Inzwischen gebe ich selbst mein Wissen weiter in Form von Workshops oder Einzelcoachings.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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15. November 2013

15 Nov

Ein Beitrag von: Martin Dietrich

A Darkness © Martin Dietrich


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Wenn ich meine Augen schließe

15 Nov

Ein Beitrag von: Teresa Schreibweis Torrents

… ganz still bin, in mich hineinhöre und versuche, mich zu erinnern, dann erscheint es mir, ich blättere in meinem Gedächtnis, als sei es ein Buch. Eines dieser alten, in Leder gebundenen Werke, die nach Staub, Regen und Sonnenlicht riechen und die durch so viele Menschenhände gewandert sind.

Eines, das zwar gebraucht und abgewetzt ist, vielleicht schon beginnt, auseinanderzufallen, aber das so reich ist an Worten wie kein anderes, das aus allen Nähten platzt vor Erinnerungen. Dieses Buch ist wie mein eigenes Spiegelbild. Und doch sind es nicht die Worte, die letztendlich für mich sinngebend sind, sondern viel mehr das Sich-dabei-Erinnern.

© Teresa Schreibweis Torrents

Die Bilder, die plötzlich vor dem inneren Auge auftauchen, während Du Seite für Seite durch Deine Finger gleiten lässt. Ein Schmunzeln wird sich in Dein Gesicht stehlen, ohne dass Du recht weißt, warum. Bild um Bild wird zu einem Ganzen, als hätten sie nur darauf gewartet, dass Du die einzelnen Teile wieder zusammenfügst.

Begriffe wie Zeit und Ort erscheinen Dir dabei so verschwommen wie unwichtig. Zu viel Information hat sich über die Jahre in Deinem Gedächtnis festgesetzt, als dass Du Dich an solche Dinge zu erinnern vermagst, zumal Zeit und Ort in der Erinnerung eine nur sehr kleine Rolle spielen.

Es ist etwas ganz anderes, was Dein Unterbewusstsein als erinnernswert empfindet und ein Bild davon abspeichert. Es sind Dinge, die Du im eigentlichen Moment vielleicht gar nicht bewusst in Dir aufgenommen hast, die aber gerade deshalb so unwiderruflich ein Teil Deiner Selbst geworden sind.

Andreas © Teresa Schreibweis Torrents

Und während sich die Bilder nun zusammenfügen, wirst Du erkennen, dass sich aus dem Nebel heraus Augen formen. Wunderschöne, strahlende Augen, die Dich so sehr zu fesseln vermögen, wie an dem Tag, an dem Du ihnen begegnet bist. Und wie damals werden sie Dir immer noch etwas melancholisch erscheinen, aufmerksam und beobachtend, sanft und warm, aber gleichzeitig wachsam und misstrauisch und wie damals wirst Du Dich auch jetzt noch in ihrer Tiefe verlieren. Wie von selbst werden Nase und Mund, Wangen, Stirn und Kinn entstehen.

Isa © Teresa Schreibweis Torrents

Es heißt, wenn Zeit vergeht, erinnert man sich nur noch an die schönen Details. Aber ist es nicht viel mehr so, dass man sich mit der Zeit einfach traut, zu erkennen, dass Hässliches oft bloß als Synonym für Markantes benutzt wird? Und dass es gerade diese Unregelmäßigkeiten sind, die eine Person zu einem Individuum, zu etwas Besonderem machen?

So formt Deine Erinnerung ein Bild nach dem anderen, von Menschen, denen Du begegnet bist in Deinem Leben. Die Dich geprägt haben auf ihre besondere Weise, sei es für bloß einen kurzen Augenblick oder eine halbe Ewigkeit. In Deinem Gedächtnis entstehen dabei keine perfekten Bilder der Symmetrie oder Ebenmäßigkeit. Ganz im Gegenteil. Das Wort Schönheit erscheint Dir plötzlich als so entsetzlich ungenau und unzureichend, um damit einen Menschen in seiner Ganzheit erfassen und zu beschreiben vermögen.

Jens © Teresa Schreibweis Torrents

Meine Fotografie beobachtet still und aufmerksam. Sieht den Menschen in all seinen Facetten, ob analog oder digital, in seinen schillerndsten Farben oder in seinen düstersten Grautönen.

Man hat schon oft Fotografien als den Versuch beschrieben, Erinnerung festzuhalten. Wenn ich nun meine Fotografien betrachte, in den Gesichtern dieser Menschen lese, mich von ihnen mitnehmen lasse auf ihrer Reise, ob sie nun traurig sind, glücklich lächeln, verschlossen oder offen sind, so ist es sicherlich auch ein Versuch, Momente für immer festzuhalten.

Erinnerung zu schaffen aus Angst oder aus der Überzeugung heraus, dass sie vergehen werden. Doch das ist nur ein Aspekt und erklärt noch nicht, warum gerade Menschen mich so sehr in ihren Bann ziehen.

Meine Fotografie entsteht aus dem Bedürfnis heraus, den Menschen als etwas wundervoll Vielschichtiges zu beschreiben. Auf diese Weise versuche ich, ihren Charakter und ihre Geschichte auszudrücken und forme letztendlich so auch meine Erinnerung, mein Gedächtnis. Denn ihre Geschichte ist schließlich auch meine Geschichte, ein Teil meiner Selbst.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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14. November 2013

15 Nov

Ein Beitrag von: Ilias Katsouras

 Ilias Katsouras


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DIY: Photo Piñatas

14 Nov
Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

Have you ever wondered why piñatas are exclusively reserved for fiestas and strange colorful animals?

Well that’s not the case anymore, amigos! Allow us to introduce Photo Piñatas.

Turn your friends’ faces into awesome candy-filled piñatas for sweet personalized gifts.

You don’t need to wait for Cinco de Mayo, photo piñatas are fit for every occasion.

Need to say you’re sorry? Hard-to-buy-for-friend’s birthday? Father’s day? Proposing? Photo Piñatas for everyone!

Vamos!

Learn How to Make Photo Piñatas

WHY IT’S COOL

Your friends will love having their faces immortalized on a piñata that is just the right size for their personal stash of candy. Who is the ultimate friend? You are.

Ingredients:

before

  • White Card Stock
  • Crepe Paper Streamers
  • Masking Tape
  • Double Sided Tape
  • Ruler
  • Pencil
  • Scissors
  • Candy and confetti to fill your box
  • Photo as large as the front of your box

STEP 1: Cut

beforeIf you’re feeling confident at your geometry skillz, you can cut your rectangles at any dimension.

For the rest of us, measure and cut two 8” squares and four 3” by 8” rectangles out of the white cardstock.

STEP 2: Tape

beforeLay one of the square pieces of cardstock in the middle and tape the four smaller rectangles to its sides to make a cross.

STEP 3: Gettin it 3D

beforeFold each side up and tape corners.

This is starting to look like a real box, right?

STEP 4: Candy Time!

beforePut all the candy and confetti you can fit into the box.

Why don’t you help yourself to a lollipop? You’ve been working hard.

STEP 5: Put a lid on it

beforeTape the remaining square to the top of the box to make your lid. Goodbye candy.

STEP 6: Cut

beforeTrim your photo to the same size as the front of your piñata (8×8″ in our case). Then cut it evenly into 1″ strips.

Yep, just like that.

STEP 7: Fringe

beforeStick a strip of double sided tape neatly along the top edge on the back of your photo strips. Then stick them onto crepe paper streamers.

Fringe time! Cut even, thin strips from the bottom up to just before the edge of the double sided tape. Continue along until the entire strip is fringed.

STEP 8: Stick

beforeStick each fringed strip to the front of your box to put your photo back together again, just like a puzzle.

It is easiest to start from the bottom up.

Taking It Further

  • Get creative with the dimensions. Make smaller cubed photo piñata boxes or go huge and make them life-size
  • Take photos of your friend’s head (no, don’t tell them why) from all sides to make a ‘3D’ photo piñata
  • If the gift is for a couple, mesh their faces together by alternating strips of each one’s face

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Photojojo

 
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Surreal, mysteriös und unheimlich

14 Nov

Ein Beitrag von: Noel Kerns

Ich war schon immer ein Nachtmensch. So lange ich mich erinnern kann, war und bin ich in den frühern Morgenstunden zwischen 1 und 3 Uhr am kreativsten. Dieses Gefühl ist etwas Besonderes: Der einzige wache Mensch auf der ganzen Welt zu sein – selbst, wenn man es nicht ist.

So entsteht eine Dringlichkeit und Energie. Man will sehnlichst das Beste aus diesen finalen, abflauenden Momenten machen, bevor die menschliche Physiologie die Überhand gewinnt und einen in den Schlaf der Massen einlullt.

Bevor ich jetzt weiterschreibe, sollte ich erklären, was ich eigentlich tue. Ich bin ein Fotograf der Nacht und auf Bilder verlassener Orte spezialisiert. Alte Tankestellen, Gasthöfe, Krankenhäuser, Fabriken.

N255S © Noel Kerns

Meine Belichtungszeiten werden in Minuten statt in Sekundenbruchteilen gemessen und ich benötige diese Zeit, um Szenen mit zusätzlichem Licht (Taschenlampen und Leuchten) zu versorgen. Es handelt sich um eine Technik, die auch „Light Painting“ genannt wird.

Das ist kein Photoshop-Trick, wie viele annehmen. Die Effekte in den Bildern entsehen, während der Verschluss der Kamera geöffnet ist.

Mit meiner Prädestination für das nächtliche Leben macht es wohl Sinn, dass ich mich der Fotografie in der Nacht verpflichtet fühle. Und die Erweiterung dessen erfordert ein kreatives Denkvermögen bei dieser Arbeit.

Diner © Noel Kerns

Entgegen den Gegebenheiten der konventionellen Tageslicht-Fotografie, bei der jemand eine ansprechende Szene sieht und versucht, sie künstlerisch einzufangen, muss man sich beim Light Painting das, was man an den Locations kreieren will, erst einmal vorstellen. Und dann die Beleuchtungstechniken anwenden, während der Verschluss offen ist, um das Bild zu machen, das man zuvor in Gedanken gesehen hat.

Die Ästhetik eines Bildes, das im Mondlicht gemacht wurde, ist im Vergleich zu einer Sonnenlichtaufnahme eine ganz andere. Wolken streichen über den Nachthimmel, Sterne hinterlassen Muster in der Kulisse des tieflauen Weltalls. Autos erscheinen als Lichtstrahlen, die durch die Szene rasen und bewegtes Wasser wirkt wie eingefroren von der Zeit.

Und alltägliche Objekte sehen in einer Langzeitbelichtung oft ganz anders aus, als im hellen Tageslicht. Geringfügige Details offenbaren sich erst im Mondlicht. Gegenstände, die im harten Tageslicht oft übersehen werden, verändern sich zu Zentren der Schönheit und beeindrucken erst in der Nacht.

Christian Church © Noel Kerns

Genau das mag ich. Das Surreale, Mysteriöse und Unheimliche in den Bildern.

Nun mag das erklären, warum ich diese Fotos mache. Aber dies ist ein Fotomagazin und ich bin gebeten worden, ein wenig darüber zu berichten, wie ich die Bilder mache. Legen wir also los:

Wie schon erwähnt, liegen meine Belichtungszeiten im Minutenbereich. Um genauer zu sein, liegen sie irgendwo zwischen einer und vier Minuten. Ich hatte aber auch schon Belichtungen über zehn bis zwölf Minuten.

Late Arrival © Noel Kerns

Aktuell fotografiere ich mit einer Nikon D300 und benutze einen Funkauslöser zum Öffnen und Schließen des Verschlusses. Die Kamera wird – und das ist offensichtlich – mit einem Stativ gesichert.

Die große Mehrheit meiner Bilder fotografiere ich mit einer Blende von f/5.6 und ISO 200. Da ich zwei der drei Belichtungsvariablen konstant halte, muss ich die Belichtungszeit nur noch an die unterschiedlichen Umstände des Mondlichtes vor Ort anpassen.

Die Light Paintings mache ich manuell und deshalb benutze ich kein extravagantes Trigger-System, um die Leuchten zu bedienen. Ich benutze eine Auswahl an Blitzen (meist mit Zoom) und ein paar unterschiedliche Hochleistungs-Leuchten, die ich, wie gesagt, manuell auslöse.

Pollard House © Noel Kerns

Der Prozess des Fotografierens ist recht einfach: Ich öffne den Verschluss und laufe zu den Orten, an denen ich die Lichttechnik ausführe. Dann schließe ich den Verschluss.

Natürlich kann es sehr gefährlich sein, durch verlassene Gebäude im Mondlicht (oder sogar in der Dunkelheit) zu schleichen, deshalb sind für meine Sicherheit eine Inspektion des Ortes im Voraus und die Planung der Laufroute essentiell. Man will nicht durch den Flur eines verlassenen Hauses fallen, wenn das vermeidbar ist. Glaubt mir, denn das ist mir schon einmal passiert.

In Vorträgen und Workshops fragt an diesem Punkt für gewöhnlich jemand: „Wenn Du wirklich im Bild herumläufst, warum kann man Dich dann nicht sehen?“

Retro Rocket Fuel © Noel Kerns

Die Antwort ist, wenn man drüber nachdenkt, einfach: Das wenige Licht, das der Mond zu uns reflektiert, erfordert (wie oben beschrieben) bis zu vier Minuten Belichtungszeit. So lange ich mich bewege oder hinter Objekten wie Wänden oder Bäumen versteckt bin, halte ich mich für die Kamera sichtbar nie länger als den Bruchteil einer Sekunde am selben Ort auf. Und das ist einfach zu kurz, um mich dann auf dem Bild zu sehen.

Das ist im Grunde, wie ich arbeite. Natürlich gibt es eine Menge technischer und ästhetischer Faktoren, die neben dem oben Beschriebenen zu bedenken sind. Jedoch ist das ein guter Grundriss des Prozesses und sollte Euch auf den richtigen Weg bringen, falls Ihr mit der Fotografie im Mondlich und Light-Paintings experimentieren wollt.

?Dieser Artikel wurde von Martin Gommel aus dem Englischen übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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13. November 2013

13 Nov

Ein Beitrag von: Johannes Pistorius

© Johannes Pistorius


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Gesichter Bonns

13 Nov

Ein Beitrag von: Beatrice Treydel

Als Kind und Jugendliche habe ich nie daran gedacht, aus meiner Heimat weg zu gehen. Und vor 24 Jahren – so die Überlieferung meiner Familie – habe ich das wohl so formuliert: „Ich will nicht in den Westen!“ Ich war gerade fünf Jahre alt, als ich das mit voller Überzeugung und als lautstarken Protest skandierte, immer dann, wenn meine Familie die Verwand- und Bekanntschaft im Westen besuchen wollte.

Damals mussten wir, wer hätte es gedacht, wenn wir aus der ehemaligen DDR (dem heutigen Thüringen) kurz nach der Wende in den Westen reisten, über die Grenze. Und was bedeutete damals „Grenze“? Ganz genau: Menschen mit Gewehren! Die fand ich als Kind alles andere als nett und das führte zu meiner Aussage. Für mich symbolisierten die Männer den Westen. Auch, wenn genau die eigentlich aus dem Osten waren. Als Kind kann man da schon einmal durcheinander kommen.

© Beatrice Treydel
Ich in der Bonner Altstadt im Frühling

Inzwischen habe ich bereits an vielen Orten Deutschlands gewohnt und gearbeitet. So auch in Mannheim, Mainz, Frankfurt, Köln und in dem kleinen, liebenswerten Kaff in Thüringen, aus dem ich ursprünglich stamme. Aber nirgendwo habe ich mich bisher so daheim gefühlt wie in Bonn. Besonders fasziniert mich, dass diese Stadt trotz ihrer Überschaubarkeit so viel Leben, Geschichte und Flair hat. Ich fühle mich wohl hier zwischen den Rheinländern und den Menschen aus aller Welt.

Deshalb entstand auch meine Idee, zu zeigen, was alles in Bonn steckt. „Gesichter Bonns“, das ist mein Portraitprojekt, meine Liebeserklärung an Bonn und die Menschen, die hier leben. Als Fotografin liebe ich zwei Dinge ganz besonders: Portraits zaubern und neue Menschen kennenlernen. Und genau das kann ich mit diesem Projekt verbinden.

© Beatrice Treydel

Mit meinem Projekt bin ich auf der Suche nach den Menschen, die wie ich eine Liebesgeschichte zur Stadt erzählen wollen. Die sich hier daheim fühlen, egal ob sie schon immer hier gewohnt haben oder wie ich „eingewandert“ sind – ganz unabhängig von Alter oder sozialem Stand.

Mein Ziel ist es, viele verschiedene Menschen zu portraitieren und das Ergebnis in einer Ausstellung – ja, mein Traum wäre sogar ein Bildband – zu zeigen. Bis dahin veröffentliche ich nicht die eigentlichen Projektbilder, sondern Outtakes oder schöne Bilder, die dabei auch noch entstanden sind. Ich möchte ja nicht die ganze Spannung verderben, bevor es zu einer Ausstellung kommt.

Vor über zwei Jahren hatte ich zum ersten Mal die Idee zu diesem Projekt und erst im Frühjahr 2013 habe ich dann wirklich damit begonnen. Mein Projekt hat nichts mit Streetfotografie zu tun. Ich bewundere die ganzen Künstler in diesem Bereich, aber diese Art der Fotografie liegt mir nicht. Denn ich nehme mir sehr gern Zeit für jeden meiner Teilnehmer und lerne ihn oder sie ein bisschen kennen.

© Beatrice Treydel

Schließlich möchte ich den Menschen so ablichten wie er ist und ihn ganz natürlich einfangen. Für jeden Teilnehmer entstehen zwei Fotos: Eines mit Studiolicht und eines irgendwo in Bonn. Obwohl ich natürliches Licht sehr liebe, habe ich mich dazu entschieden, auch Studio-Portraits zu machen. Unter diesen immer gleichen Bedingungen lenkt einfach nichts vom Menschen ab und die Vielfalt der Gesichter Bonns wird gut unterstrichen.

Beim Studio-Portrait lege ich großen Wert auf die Gesichtszüge des Menschen, beim Outdoorshooting möchte ich den Charakter des Menschen und seine Eigenheiten unterstreichen. Deshalb sucht sich jeder Teilnehmer genau diesen Ort selbst aus. Abgerundet wird das Ganze durch kleine Text zu jedem meiner Gesichter Bonns, in denen die Person und ihre Liebesgeschichte zur Stadt kurz beschrieben sind.

© Beatrice Treydel

All die Begegnungen dokumentiere ich in meinem Blog, sammle Zitate über Bonn bei Twitter und poste zu jedem Teilnehmer ein Bild bei Facebook. Gerade über die sozialen Medien erreiche ich besonders viele neue Teilnehmer. Menschen, die auch ihre Geschichte zur Stadt beitragen möchten. Geschichten, die man nicht suchen kann, die einen stattdessen selbst finden.

So wie die junge Frau, die in kein Schema passt und diverse Schubladen sprengt. Sie ist über Facebook auf das Projekt aufmerksam geworden und hat mich angeschrieben. Jemanden ohne feste Bleibe bei diesem Projekt dabei zu haben, finde ich sehr wichtig.

Ich hatte mich aber schlicht nicht getraut, jemanden auf der Straße anzusprechen und dann bekam ich elektronische Post von ihr. Sie ist Lebenskünstlerin mit einem großen Herz und ganz viel Kreativität. Und genau das ist es auch, was sie an Bonn liebt. Die Kreativität all der Musiker und Künstler.

© Beatrice Treydel

Einer dieser kreativen Köpfe ist 1zwo3. Ein Streetartkünstler, dessen Pasteups (Zeichnungen auf Papier, die er an Wände klebt) die ganze Stadt schmücken. In Bonn aufgewachsen und mit den Ausstellungen im Naturkundemuseum König groß geworden, lässt er sich noch heute von den Exponaten inspirieren und Tiere oftmals in seine Werke einfließen.

© Beatrice Treydel

Ich hatte bisher schon so viele tolle Begegnungen. So auch mit dem Leistungssportler Alhassane Baldé, der 2016 wieder an den Paralympischen Spielen teilnehmen möchte. Er wurde in Conakry (Guinea) als Zwillingskind geboren und ist durch einen Ärztefehler bei der Geburt ab dem 8. Brustwirbel querschnittsgelähmt. Sehr früh kam er dann zu seinem Onkel nach Deutschland, wo er schließlich auch aufgewachsen ist. Mit sechs Jahren entdeckte er auf einer Messe sein Interesse am Rennrollstuhlsport. Und heute ist er Dritter auf der Weltrangliste!

© Beatrice Treydel

Ab und zu im Leben denkt man „wenn ich das jetzt nicht tue, ärgere ich mich mein ganzes Leben“, schüttelt sich kurz die Zweifel ab und rennt los. So ging es mir im Frühjahr dieses Jahres, als mir plötzlich Bernhard Hoecker beim Einkaufen über den Weg lief. Er ging raus, ich rein. Kurz nachgedacht, schnell hinterher gelaufen und ihn schüchtern angesprochen. Und siehe da: Er ist genauso wie ich ihn mir vorgestellt habe – sehr sympathisch und vollkommen unkompliziert.

Bis zu dem Moment im September, als es dann an meiner Tür klingelte und er sich mit „Hi, hier ist der Bernard“ meldete, hab ich aber nicht so recht daran geglaubt, dass er wirklich Zeit findet. Es war ein sehr schöner und entspannter Vormittag mit ihm und ich freue mich noch immer riesig über seine Aussage „Ich mache mit bei ‚Gesichter Bonns‘, denn Bonn ist mehr als eine Stadt.“

© Beatrice Treydel

Nach meinen Projektterminen bin ich immer ganz aufgekratzt. Ich freue mich dann immer riesig über die damit verbundenen Erlebnisse. Um all die Anfragen bewältigen zu können, vereinbare ich inzwischen für die Studio-Portraits Sammeltermine. Und genau dabei entstehen wahnsinnig schöne Momente. Menschen, denen ich noch nie begegnet bin und die sich untereinander auch nicht kennen, sitzen zusammen, scherzen, haben Spaß und denken alle nicht daran, meinen Zeitplan einzuhalten.

Aber es stört keinen. Nicht einmal, dass Leute beim Shooting drum herum sitzen. Denn eigentlich hatte ich für jeden ein Zeitfenster eingeplant, bei denen kein anderer Teilnehmer dabei sein sollte. Aber alle blieben und hatten Spaß zusammen.

© Beatrice Treydel

Ich werde oft gefragt, wie viele Menschen ich fotografieren möchte und wann ich mit meinem Projekt fertig bin. Dann antworte ich: „Sobald ich das bunte Bild der Stadt abgelichtet habe, so wie ich es immer vor mir sehe.“

Es ist wirklich diese Stadt. Es sind die Menschen. Es ist diese Vielfalt, die man in den Straßen sieht. Es ist das Gefühl, dass man angekommen ist. Und nun, fast 24 Jahre später, bin ich in der damaligen Hauptstadt genau dieses Westens gelandet und ich finde es super! Über unsere schöne Stadt Bonn kann ich voller Überzeugung sagen: „Ich will nicht weg aus dem Westen!“


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12. November 2013

13 Nov

Ein Beitrag von: Julian

Farallon Islands © Julian


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