Ein Beitrag von: Steffen Fischer

kwerfeldein – Fotografie Magazin
Als im letzten Dezember die Lomography Belair X 6-12 angekündigt wurde, herrschte in gewissen Kreisen eine kribbelige Aufregung. Zugegeben, man weiß bei lomografischen Kameras nie genau, was einen erwartet und wie der Balanceakt zwischen Plastiktrash und charmanten Effekten ausfällt, aber der Gedanke an Mittelformatfotos im Breitbildformat von 6×12 hat mich auch sofort gereizt.
Während ich noch ein paar Monate auf die Gelegenheit warten musste, eine Belair für kwerfeldein testen zu können, stapelten sich in der Lomography Community die nur mäßig begeisterten Reviews. Dass viele der Plastikknipsen ihre speziellen Eigenheiten haben, kennt man ja schon, aber bei dem stolzen Preis hatten die meisten etwas anderes erwartet.
Wobei sie neben einer dem Preis entsprechenden Qualität wohl vor allem eins erwartet haben: Dass auch die Belair wieder ein Schätzchen für den totsicheren Schuss im Vorbeigehen und aus der Hüfte ist. Aber weit gefehlt, denn riesiges Mittelformat heißt vor allem auch, dass der Schärfebereich selbst bei – im Vergleich zum Kleinbild – totsicheren Blenden von f/8 und aufwärts ziemlich schmal ist.


Vor allem die Frage, wie man unter diesen Umständen sinnvoll fokussieren kann, treibt seitdem die Belair-Besitzer um, die trotz dieser Schwierigkeit und anderen technischen – nennen wir es mal: – Unzulänglichkeiten einfach nicht die Finger von ihr lassen können.
Durch diese Berichte, die ersten veröffentlichten Tipps und Tricks sowie meinen eigenen Erfahrungen mit der Kodak Junior, die ähnlich schwer zu fokussieren ist, war ich also schon vorgewarnt, als die lang erwartete Belair endlich zum Testen bei mir eintraf.


Ursprünglich hatte ich die Idee, den ersten Film ganz naiv zu belichten, als wüsste ich von nichts. Da ich aber wie gesagt nicht ohne auch praktische Vorkenntnisse war, warf ich die Idee über Bord, las fleißig Reviews und Tipster in der Lomography Community und setzte direkt einige davon beim ersten Testfilm um: Ein Pappschnipsel eingeklebt zur Vermeidung locker aufgewickelter Filme und eine Entfernungskarte zum Fokussieren, angepasst auf meine persönliche Armlänge und Augenabstand.
Letztere funktioniert sehr gut, wenn man sie unter den gleichen Bedingungen herstellt wie man sie auch einsetzt. Ich hatte leider zuhause im T-Shirt gemessen und stellte unterwegs mit Jacke und Rucksack auf dem Rücken fest, dass meine ausgestreckten Arme nun näher am Körper waren. Aber deswegen heißt es ja auch „Testfilm“.


Als größeres Problem identifizierte ich nach der Entwicklung des ersten Films den Parallaxenfehler des Suchers. Da ich bisher fast ausschließlich mit Spiegelreflexkameras gearbeitet habe, war für mich neu, was viele andere sicher schon von ihren Kameras kennen. Ich musste also erst ein Bauchgefühl dafür entwickeln, bei welcher Entfernung ich den Aufnahmewinkel wie stark korrigieren muss, damit die abgebildeten Objekte oben nicht angeschnitten werden und unten nicht mehr als gewünscht zu sehen ist.
Davon abgesehen war ich mit den Bildern des ersten Films (inklusive unbeabsichtigter Doppelbelichtung) soweit zufrieden. Also nahm ich die Belair für ein Wochenende nach Utrecht mit und ging direkt zum Panoramaformat 6×12 über. Das Format 6×9 kenne ich schon von meiner Kodak Junior und mit dem altbekannten Seitenformat 2:3 finde ich es am wenigsten spannend.

Den zweiten Film (im Panoramaformat nur sechs Bilder!) füllte ich am Samstag, aber ich hatte nur wenig Zeit und meine Stimmung war mittelmäßig, was man der Motivwahl und den Ergebnissen ansieht. Zum Glück war das dank des tollen Wetters am Sonntag anders und so konnte die Belair an der Oudegracht zeigen, was sie kann.
Besonders für Panoramen im Hochformat finde ich das Format großartig, erst recht im Zusammenspiel mit den am Mittelformat schön weitwinkligen 58mm einer der zwei verfügbaren Brennweiten. Neben dem auszugleichenden Parallaxenfehler muss man aber auch darauf achten, den Bildausschnitt im Sucher nicht zu knapp zu komponieren. Er zeigt nach links und rechts wohl etwas mehr als dann tatsächlich auf dem Film landet.




Nachdem ich mit den Eigenheiten der Belair halbwegs vertraut zu sein schien, entwickelten sich beinahe automatisch Ideen für konzeptuellere Kleinserien im Format 2:1 in meinem Kopf. Das extreme Format schien mir förmlich nach Architektur, nach strenger Bildaufteilung, Symmetrie zu schreien. Aber auch Landschaften schienen mir passend.
Also zog ich los und klapperte für einen Film einige U-Bahnhöfe und für einen anderen den nahegelegenen Stadtwald ab, um Langzeitbelichtungen zu machen. Das Problem mag auch gewesen sein, dass ich weder den richtigen Dreh raus hatte, um die Menschenmassen in amorphe Ungetüme zu verwandeln, noch dass sich im Wald ein Lüftchen regte, das an überhaupt einem Ast gezerrt hätte.

Die größeren Probleme beim Betrachten der Bilder waren dann aber erneut der Parallaxenfehler, der all meine Symmetrieversuche vereitelte und die eher mäßige Eignung der Belair für Langzeitbelichtungen aufgrund ihrer Verarbeitung. Da sich der Auslöser am ausgezogenen Verschluss befindet, wackelt die ganze Kamera bei der Betätigung etwas. Das sieht man dann leider.
Passend zu den Wechselobjektiven gibt es auch Wechselsucher. Durch einen Dreh um 90° wird der Sucher fixiert. Allerdings rastet er nicht fest ein, weshalb es mir immer wieder passiert ist, dass er nicht exakt gerade nach vorn ausgerichtet war. So kam auf einigen Bildern zum Parallaxenfehler verikal noch ein Schwenkfehler horizontal.


Die Sache mit der Architektur, Symmetrie und durchkomponierter Bildaufteilung im schönen Format 2:1 ließ mich noch nicht los. Einen letzten Versuch unternahm ich hier: Doppelbelichtungen von jeweils dem gleichen Motiv, aber kopfherum. Natürlich wieder Parallaxenfehler auf unterschiedliche Entfernungen ausgleichen.
Letzteres gelingt mir einfach nicht so gut, wie es meine Motivideen bräuchten, auch wenn es besser wird. Dafür klappt das Schätzen der Entfernung immer besser, sodass die Schärfe nicht mehr so heftig daneben liegt wie bei meinen ersten Filmen.


Inzwischen gibt es zwar auch ein fertiges 35mm-Back zu kaufen, mit dem man komfortabel Kleinbildfilme in der Belair belichten kann, aber bevor diese Möglichkeit bestand, kamen die ersten schon darauf, es mit Hilfe von etwas Pappe zu machen, die die Kleinbilddose im Inneren der Kamera an ihrem Platz hält.
Dazu noch etwas Pappe, die von außen das Zählfenster gegen einfallendes Licht schützt und vor dem Loslegen „Klicks zählen“, um nach Gehör in etwa die richtige Menge Film nach jeder Auslösung weiterzuspulen. Ich entschied mich für einen Diafilm, der nach Crossentwicklung einen grauen Träger bekommt und so für mich sehr einfach zu digitalisieren wäre.

In der folgenden Zeit trug ich die Belair zur Abwechslung eher im Alltag mit mir herum und hielt Ausschau nach Motiven, die farblich ansprechend und für das extreme Panoramaformat von 3:1 interessant sein könnten.
Zum auszugleichenden Parallaxenfehler und eventuell verdrehten Sucher kam nun noch die Herausforderung, mich im Sucher auf das mittlere Drittel zu konzentrieren, in dem etwa der Kleinbildfilm liegen würde. Ich hatte eigentlich gedacht, dass das nur schief gehen kann.


Aber, Überraschung: Der Kleinbildfilm gehört zu meinen Belair-Filmen mit der besten Ausbeute. Klar, muss man mögen: Extremes Panoramaformat mit Sprockets, den Aufschriften am Filmrand und seltsamen Farben von der Cross-Entwicklung.
Aber bis auf wenige Aufnahmen sitzen der Bildausschnitt und die Schärfe. Ich kam also langsam wirklich in Fahrt. Das Gespür für die Belair entwickelte sich, der bisher immer wieder etwas vorhandene Frust wich mehr und mehr der Freude an den Ergebnissen, die zusehends funktionierten.


Zum Abschluss wollte ich noch ein ganz andersartiges Projekt mit der Belair umsetzen. Portraits sollten es werden und da ich nun einige Schwierigkeiten im Umgang mit ihr kannte, war klar, dass ich die Szene vor einem Stativ mit ausgemessener Entfernung aufbauen wollte.
Es durfte also ruhig in einem Zimmer sein, längere Belichtungen wären kein großes Problem. Nun keine strengen Linien mehr, sondern das Gegenprogramm: Zum verträumten Seitenlicht auch ein verträumtes Outfit und Styling sowie ums Objektiv etwas Folie für einen Wischiwaschi-Effekt ringsrum.
Die Idee, die mir hier erst kam, hätte ich früher vielleicht gut gebrauchen können, um dem Parallaxenfehler Herr zu werden: Vorm Einlegen des Filmes setzte ich eine milchige Plexiglasscheibe an die Rückseite der Belair, auf der sich nun (im Dunkeln, also Tuch drüber) das exakte Bild abzeichnet, wenn man die Blende öffnet. So konnte ich mein Modell X. also schön mittig im Bild ausrichten.


Wenn ich mir also irgendwann eine eigene Belair kaufe – und ich bin geneigt – dann werde ich als erstes den Aufbau mit Stativ und Plexiglas wiederholen und mir mit einem für verschiedene Entfernungen abgemessenen Testaufbau die Abweichung zwischen Sucher und tatsächlichem Bild ansehen.
Damit sollte es möglich sein, sich Notizen zu machen, mit denen man unterwegs einen besseren Anhaltspunkt erhält, wie stark das Sucherbild abweichen muss, damit es passt. Also, Parallaxenfehler: Ha!

Den Anblick der Belair habe ich Euch bisher vorenthalten: So kann sie aussehen. Aktuell sind die drei Modelle „City Slicker“, „Jetsetter“ und „Trailblazer“ lieferbar. Hier sehr Ihr letzteres.
Mein Fazit nach neun Filmen und viel Ausprobieren: Während das Prinzip des gekonnten Huftschusses auf einer Party bei vielen anderen lomografischen Spielzeugen ohne Zweifel funktioniert, muss die Belair sich deutlich anders einordnen und hängt so etwas zwischen zwei Stühlen.
Der Preis, die Bildanzahl pro Film, die schmale Schärfeebene und die recht lange kürzeste Belichtungszeit sprechen dafür, Aufnahmen genau zu planen und dabei möglichst auch ein Stativ zu verwenden. Andererseits zwingen einige Teile der Verarbeitung und technische Eigenheiten einen geradezu, zu tricksen, zu experimentieren und ein sehr speziell auf diese Kamera geeichtes Bauchgefühl zu entwickeln.
Geeignet scheint mir die Belair also vor allem für Menschen, die den Ehrgeiz, die Geduld und den Geldbeutel dafür aufbringen, diese kleine Zicke beherrschen zu lernen. Zugegeben, das ist eine wirklich überschaubare Zielgruppe, aber diese wird auf der Höhe der Lernkurve dann auch mit feinen Bildern belohnt.
Lomography Belair X 6-12
Kameratyp: Ausziehbare Balgenkamera
Filmtyp: Mittelformat (120) im Format 6×6, 6×9 oder 6×12
Objektiv: Wechselobjektive 58mm und 90mm
Sucher: aufsteckbare Wechselsucher für 58mm und 90mm
Blende: f/8 oder f/16
Batterie: 2 x 1.5V (2 x LR44)
Modus: Zeitautomatik, ohne Batterie 1/125 s oder Bulb-Modus
Fokus: manueller Zonenfokus: 1 m, 1,5 m, 3 m und unendlich
ASA-Einstellung: manuell: 50, 100, 200, 400, 800, 1600
Filmtransport: manuell über Zählfenster
Blitz: Blitzschuh-Anschluss vorhanden
Stativanschluss: 1/4 ”
Lieferumfang: Kamera, zwei Objektive, zwei Sucher, drei Filmformatmasken
Preise: 249 € (City Slicker), 299 € (Jetsetter), 349 € (Trailblazer)
Zusatzausstattung: Belairgon-Objektive 90mm und 114mm, 35mm-Rückteil
kwerfeldein – Fotografie Magazin
Ein Beitrag von: Marcel Pommer
Was dem einen sein Käse, ist dem andern sein Tofu, sagten schon die alten Römer. Oder so ähnlich. Und was dem Käse sein Penicillium roqueforti, ist dem Soja sein Rhizopus oligosporus.
Klingt grausam, ist aber in Wirklichkeit sehr lecker und zum Glück nicht mehr nur in Indonesien zuhause: Tempeh – durch Edelpilze fermentierte Sojabohnen.
Schmeckt im Gegensatz zu Tofu total nach was, nämlich angenehm nussig, absolut nicht eklig wie Natto und sieht auch noch schön aus. Ist im Grunde direkt aus dem Kühlfach essbar, aber durch Grillen, Braten oder Frittieren wird mehr daraus. Das Tollste, was man bisher aus Soja machen kann.
Tempeh wird hier und heute frittiert, in Backteig und Cashew, und mit bunten Beilagen angerichtet.
Portionen: 4 Personen
Zeit: 90 Minuten

Zutaten:
300 – 400 g Tempeh
1 1/2 Tassen Rundkornreis
250 g Zuckerschoten
8 Datteln
2 Orangen
Für die Tempehmarinade:
100 ml Sojasauce (Shoyu)
200 ml warmes Wasser
1 fein gehackte Knoblauchzehe
Für den Backteig:
80 g Mehl
100 g Cashews
40 g Maisstärke
100 ml Sake
1 EL Zucker
warmes Wasser
1 TL Salz
1 TL Backpulver
1 EL Apfelessig
Für die Erdnusssauce:
100 g blanchierte, geschälte Erdnüsse
150 g Erdnussmus
Saft von 2 Orangen
Saft einer Zitrone
2 fein gehackte Knoblauchzehen
fingerlanges Stück Ingwer, fein gehackt
1 EL Korianderpulver
1 rote Chili
Salz

Zubereitung
Die Form des Tempeh, die man ergattern kann, entscheidet über die Form der Stücke. Ein Block von 400 g sollte erst in zwei dünne, vollformatige Scheiben und diese dann in 32 Dreiecke zerlegt werden. Einen Zylinder zerteilt man in etwa 1,5 cm dicke Halbkreise.
Die Stücke sind so nicht zu groß und können gut mariniert werden. Ich mag’s én bloc – das Eckige muss später ins Runde, also in die Pfanne oder Fritteuse. Mit einer Gabel jedes Stück einstechen, in die Marinade geben, zur Seite stellen. Über Nacht im Kühlschrank wäre ideal, aber eine Stunde warm tut’s auch.

Backteig: Fließfähig, aber dick muss er werden. Cashews so zerkleinern, dass dabei nicht zu große Stücke entstehen, in etwa so wie handelsübliche gehackte Mandeln. Dabei fällt auch Feinpulveriges an, das man absieben und mit in den Teig geben kann.
Die Stückchen in einem tiefen Teller zur Seite stellen und die anderen festen Zutaten in der Schüssel kurz vermischen, den Sake dazugeben und mit dem Handrührgerät und gerade so viel Wasser gut verrühren, dass ein glatter Teig entsteht, der nur langsam vom Löffel tropft. Zur Seite stellen und eine gute halbe Stunde gehen lassen.
Den Reis mindestens vier Mal waschen und das stärkehaltige Wasser abgießen, bis es klar bleibt, denn wir wollen klebrigen Reis, nicht matschigen. Den Reis mit der 1,5-fachen Menge Wasser und 1 TL Salz 15 Minuten lang einweichen und nach Anleitung im Reiskocher oder laaangsam im geschlossenen Topf garen.

Derweil die Zuckerschoten in kaltem Wasser waschen, dann für 5 – 7 Minuten in kochendes Salzwasser geben, nach dem Abgießen für 10 Sekunden in kaltes Wasser tauchen, um das Weitergaren zu unterbinden. Auf einem Tuch ausbreiten und gut trocknen lassen.
Für die Sauce die Erdnüsse unter Rühren im Topf rösten, bis sie Farbe und Duft aufweisen. Herausnehmen, im selben Topf das Korianderpulver, den fein gehackten Ingwer und (kurz) den fein gehackten Knoblauch in 1 EL heißem Öl anschwitzen. Erdnüsse wieder dazugeben, einmal umrühren und sogleich das Ganze mit Orangen- und Zitronensaft ablöschen und zugedeckt auf kleiner Flamme köcheln lassen.
Bevor die Flüssigkeit zu sehr verdunstet ist, das Erdnussmus hineinrühren – wenn es zu dick wird, auch etwas heißes Wasser – und dann die Sauce mit dem Pürierstab zur gewünschten Konsistenz verarbeiten. Kleingeschnittene Chilischote hineingeben, auf kleinster Flamme weiterköcheln lassen, zum Schluss mit Salz abschmecken, warmhalten.

Nun schlägt die Stunde der Fritteuse. Wer keine hat, nimmt eine kleine Pfanne mit senkrechter Wand; in eine 20cm-Pfanne passen 3/4 L Öl, vorzugsweise Erdnuss. Die Temperatur stimmt dann, wenn sich an einem Holzlöffel Blasen bilden, die Küche sich aber nicht mit Rauch füllt.
Die gut abgetropften Tempehstücke werden in Stärke gewendet, vielleicht mit Hilfe einer Fleischgabel durch den Teig gezogen und nach leichtem Abtropfen und wenden in Cashewstücken ins heiße Fett gegeben. Nach 5 Minuten ist jedes Stück ausgebacken. Goldgelb, nicht zu hell, nicht zu schwarz. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Der Reis sollte mittlerweile fertig sein.
Die Zuckerschoten von jeder Seite eine halbe Minute in wenig heißem Öl anbraten, mit einer Prise Zucker bestreuen und nach einer Minute leichten Karamellisierens mit ein paar Tropfen Mirin (oder Sake oder anderem Kochwein) ablöschen, einmal schwenken, gleich herausnehmen.
Wenn man den Reis hübsch anrichten möchte, verhindern ein paar Tropfen Sesamöl nicht nur das Festklemmen im Förmchen, sondern geben auch noch eine Geschmacksnote. Den kann man natürlich auch mit gerösteten Sesamkörnern erzielen. Datteln, wenn man warmes Obst mag, in der Gemüsepfanne kurz erwärmen und mit kalten Orangenfilets paaren.
Sake und Ingwertee sind gute Getränke-Optionen oder halbtrockener Weißwein.

Fotorezept
Für die Bilder kamen eine mittelgroße Softbox und ein silberner Aufheller zum Einsatz. Außerdem unser Lieblingstisch, ein grauer fester Stoff, Schüsseln in einem hübschen Steingrau oder Weiß, eine gusseiserne Pfanne und ein Teller, der wohl in vielen Haushalten anzutreffen ist.
Du hast auch ein leckeres Rezept und die passenden Food-Fotos dazu, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen? Dann werde einfach selbst Teil von „Augenschmaus“!
kwerfeldein – Fotografie Magazin
Ein Beitrag von: Elke Vogelsang
Die Hundeschnauze – multifunktionales Präzisionswerkzeug, Meisterwerk der Natur, immer im Einsatz, Informationen aufnehmend, ein Mosaik aus Formen und Mustern, lustig anzuschauen, stupsend, schlabbernd, schmatzend.
Ja, ich habe so etwas wie eine Hundeschnauzenobsession. Und so wurde ich zu meiner Serie „Schnauze“ inspiriert, bei der ich Hundeschnauzen in Aktion und detailreicher Pracht abbilde.
Ich habe das große Glück, meine beiden Leidenschaften – Fotografie und Hunde – beruflich ausüben zu dürfen. Meine drei Hunde Noodles, Scout und Ioli sind meine Freude, Freizeit und Erholung. Natürlich müssen sie als Motive herhalten. Das machen sie auch nur zu gern, bedeutet dies doch auch immer Belohnung für sie.







Die Reihe „Schnauze“ ist entstanden, nachdem ich mir eine Kompaktkamera mit Makromodus zugelegt habe. Ich probierte einige Weitwinkelaufnahmen im Nahbereich aus und machte mir einen Spaß daraus, die Schnauzen meiner Hunde beim Kauen aufzunehmen.
Ein Leckerlie in die Schnüss, mit dem Weitwinkel-Supermakromodus ganz nah ran und abdrücken, wenn’s besonders skurril aussieht. Es dauert eine Weile, bis man den Dreh raus hat. So einige „Schnappschüsse“ werden da gemacht, bevor das Bild dabei herauskommt, das man gerne hätte.
Es hat auch etwas Meditatives. Man sollte nur aufpassen, dass die Modelle nicht zu moppelig werden.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
![]() Extra photos for bloggers: 1, 2, 3 |
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Party time! Excellent!
‘Tis the season for some serious partying and these days no party is complete without a photo booth.
Setting up a photo booth is as simple as providing a backdrop and encouraging your pals to point their smartphones toward it.
We’re here to help you with that first part (you herd your own friends in front it).
We’ll teach you three easy-peasy ways to craft a party poppin’ backdrop.
Give your party photos that extra schwing and have your friends chanting “we’re not worthy! we’re not worthy!”
Learn to Make 3 Simple Festive DIY Backdrops
(…)
Read the rest of Guide to DIY Photo Booth Backdrops (490 words)
© Karla for Photojojo, 2013. |
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Ein Beitrag von: Jessica L.
Kinder sind herzerfrischend! Sie stecken voller Neugierde, Träume und Lebensfreude. Ihre Welt ist bunt, sorglos und fantasievoll. Sie leben den Moment, ohne an das Morgen zu denken oder an das, was war. Diese unbeschwerte Kindheit vergeht wie im Fluge und die Erinnerungen verblassen leider viel zu schnell.
Darum ist es mir wichtig, meine Kinder auf ihrer Entdeckungsreise zu begleiten und die unbeschwerten Momente ihrer Kindheit einzufangen, um den Zauber für die Ewigkeit festzuhalten.


Wer kennt das nicht, „kurz vorm Abendbrot noch etwas auszuhecken“? Wer erinnert sich nicht gern zurück an die eigenen Abenteuer aus längst vergangenen Tagen? Ich hatte das Glück, als Wald- und Wiesenkind aufwachsen zu dürfen, immer auf der Suche nach neuen Erlebnissen.
Ob mit den Nachbarskindern im Wald eine Höhle bauen, durch verwilderte Gärten stromern, verletzte Vögel aufpäppeln oder über Blechdosen am Band kommunizieren, Langeweile kam nie auf. Leider habe ich nur wenige Fotos aus meiner Kindheit und bin froh, dass meine Kids dieses Problem später einmal nicht haben werden.


Ich möchte meinen Kindern auch eine naturverbundene Kindheit ermöglichen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Medien und Digitaltechnik schon früh eine große Rolle spielen, sind freies Spiel und Bewegung in der Natur sehr wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung.
Natürliche Freiräume regen die Fantasie der Kleinen an und fördern die Kreativität, sie können Erlebtes verarbeiten und praktische Erfahrungen sammeln. Deshalb gehen wir oft und gern zum Entdecken in den Wald, zum Drachensteigen auf die Wiese oder zum Verstecken in die Felder.


Es müssen nicht immer große Ausflüge mit langen Anfahrten sein. Oft reichen die kleinen Dinge in der Nähe, um große Begeisterung auszulösen. Im Gepäck ist dann meine Kamera, denn wenn die Kleinen „Kind“ sein dürfen, erleben sie tolle und spannende Sachen. Dabei entstehen die natürlichsten und schönsten Kinderportraits!
Gerade meine Zwillingsmädchen sind oft so in ihr Spiel versunken, dass sie es nicht bemerken, wenn sie fotografiert werden. Solange sie den anderen in der Nähe wissen, fühlen sie sich sicher und vergessen die Welt um sich herum. Das enge Band zwischen ihnen ist etwas ganz Besonderes und mein Ziel ist es, diese tiefe Seelenverwandtschaft im Bild sichtbar machen.



Mein Großer ist schon in einem Alter, in dem er das Fotografieren bewusst wahrnimmt. Dadurch werden natürliche Schnappschüsse schon schwieriger, aber nicht unmöglich. Wenn der Ausflug Spaß macht, vergisst er auch ganz schnell, dass Spazieren uncool ist.
Der Weg sollte etwas abenteuerlicher sein, Möglichkeiten zum Klettern muss es geben oder Höhlen zum Erforschen. Manchmal kommt er auch mit einer guten Fotoidee auf mich zu und wir ziehen dann beide allein los. Dann dreht sich in diesem Moment mal alles nur um ihn und das genießt er sichtlich, wie man bei der Luftballonserie sieht. Nicht nur die Sonne strahlt.


Aber nicht alle Bilder entstehen spontan und ungeplant. Es gibt auch Shootings, bei denen ich mir im Vorfeld Gedanken mache, was den Kindern gefallen könnte oder was mir früher Spaß gemacht hätte. So ist auch meine Serie „unterm Apfelbaum“ entstanden. Ich habe schon immer von einer Schaukel unter einem alten Baum geträumt und als im Mai die Obstbäume in voller Blüte standen, hatte ich dieses Bild im Kopf.
Also habe ich schnell eine provisorische Schaukel gebaut, die Leiter ins Auto gepackt, einen Baum gesucht, die Schaukel aufgehängt und meine Kinder überrascht. Sie hatten großen Spaß und es sind ein paar wunderschöne Bilder entstanden, wenn auch nicht ganz zufällig.


Gelegentlich bekomme ich Anfragen von Freunden und Bekannten, ihre Kids zu fotografieren. Da meine Studioausrüstung sehr überschaubar ist und ich das halbe Esszimmer umstellen müsste, um die Leinwand aufzubauen, vereinbare ich am liebsten Termine draußen. Für die Kinder ist es dann in erster Linie ein lustiger Ausflug, die Eltern sind entspannt und die Aufnahmen wirken authentisch und fröhlich.
Das Rezept für meine herzerfrischenden Kinderportraits ist kein Geheimnis. Meine Bilder leben von der Einzigartigkeit meiner kleinen Modelle und der Schönheit der Natur. Mit folgenden Zutaten kann jeder seine Kinderschnappschüsse künstlerisch ein wenig aufwerten:


Du brauchst eine geeignete Location.
Ich erkunde meine Shooting-Plätze meistens allein bei meinen Streifzügen durch nahegelegene Wälder, Parks oder Wandergebiete. Da ich auch leidenschaftlich gern Landschaften fotografiere, bin ich immer viel in der Natur unterwegs und weiß, wo es sich lohnt, mit den Kids hinzugehen.
Ob ein bunter Herbstwald voller Moos, Pilze und kleiner Krabbeltiere, ein wogendes Getreidefeld oder ein Sonnenblumenlabyrinth – man muss sich nur mal in der näheren Umgebung umschauen. Gute Möglichkeiten gibt es überall.

Ganz wichtig ist Dein Licht.
Ich liebe es, wenn meine Bilder leuchten. Es unterstreicht einfach die Lebensfreude, die besonders die Kleinen an den Tag legen. Deshalb bin ich oft am späten Nachmittag unterwegs, wenn die Sonne tiefer steht, die Schatten länger werden und das Licht sich in den Grashalmen verfängt. Um das Leuchten einzufangen, fotografiere ich auch gern gegen das Licht und freue mich über jeden Lichtreflex im Bild. Gegenlicht macht süchtig.

Du brauchst gutes Glas.
Offenblende macht auch süchtig. Am liebsten fotografiere ich mit meinen lichtstarken Festbrennweiten mit einer Blende von f/2.8 oder offener. Wenn man einmal damit anfängt, kann man nicht mehr aufhören. Lichtstarke Festbrennweiten gibt es schon für 100 € und steigern das gestalterische Potenzial einer günstigen Einstiegs-DSLR enorm. Ich mag die selektive Schärfe und das sahnige Bokeh.
Oft benutzte ich auch Zweige oder Blüten, indem ich sie direkt vor das Objektiv halte und sie in Unschärfe verschwimmen lasse, um dem eigentlichen Motiv mehr Tiefe zu verleihen oder es gekonnt einzurahmen.
Ich habe zwar nur meinen „Fuß-Zoom“, aber dafür setze ich mich viel mehr mit dem Motiv auseinander. Immer seltener muss ich nachträglich über die Bildbearbeitung den geeigneten Schnitt wählen, weil der Bildaufbau stimmt.


Bringe Spannung in Deinen Bildaufbau.
Bei meinem Blick durch den Sucher wende ich intuitiv gestalterische Regeln der Fotografie an, aber breche sie auch ganz bewusst. Um mehr Spannung in den Bildaufbau zu bringen, nutze ich Dinge, die vor Ort gegeben sind. Zäune, Wege, Stufen, Äste oder ähnliches können dem Bild sowohl räumliche als auch inhaltliche Tiefe verleihen.

Verleihe Deinem Bild die nötige Würze.
Um meinen Aufnahmen den letzten Schliff zu geben, peppe ich sie ein wenig mit Bildbearbeitung über Photoshop auf. Ich nehme alle Fotos in RAW auf und bearbeite sie zunächst im RAW-Konverter. Ich stelle die Grundeinstellungen wie Belichtung, Kontrast, Sättigung und Farbtemperatur ein und prüfe, wie das Bild in Schwarzweiß wirken würde. Gegebenenfalls füge ich eine Vignette ein oder entferne störende chromatische Aberrationen.

Dann öffne ich das Bild in Photoshop und wende nach Gefühl folgende Bearbeitungsschritte an:
Zur Anhebung des Kontrasts nutze ich die Gradationskurve. Um das Original nicht zu verändern, dupliziere ich das Bild und führe alle Veränderungen an der Kopie aus. Wenn bestimmte Bereiche zu dunkel oder zu hell sind, lege ich eine Ebenenmaske an, male mit dem Pinselwerkzeug die betroffenen Stellen frei und stelle an der Deckkraft die gewünschte Stärke ein. (Wer gerade „nur Bahnhof“ versteht, sollte sich vielleicht eine entsprechende Lektüre über Photoshop zulegen).
Meistens drehe ich dann über die Farbbalance noch ein wenig an den Farben und wenn nötig, korrigiere ich bestimmte Farbtöne über die selektive Farbkorrektur.

Bei der Haut- und Gesichtsretusche muss bei Kindern nicht viel gemacht werden. Leuchtende Kinderaugen verstärke ich, indem ich die Lichter mit dem Abwedler aufhelle oder hier ebenfalls die Ebenenmaske nutze und in der Kopie Helligkeit und Kontrast übertrieben anhebe, um dann mit einer geringen Deckkraft den Kontrast mit dem Pinselwerkzeug über die Hauptebene zu malen. Kleine Hautunreinheiten entferne ich mit dem Ausbesserungswerkzeug.
Als abschließenden Schritt entferne ich störende Elemente im Bild mittels Kopierstempel. Sicher gibt es noch viele andere Möglichkeiten, die zu einem noch besseren Ergebnis führen würden. Ich bin immer offen und dankbar für Tipps und Anregungen. Dennoch möchte ich nicht stundenlang an einem Bild sitzen und es völlig verfremden. Meine Aufnahmen sollen in erster Linie die Natürlichkeit von Kindern unterstreichen.
Zu guter Letzt ist ein Quäntchen Glück auch nicht zu verachten.

Ich hätte nie gedacht, dass sich aus meinen anfänglichen Kinderschnappschüssen eine so große Liebe zur Fotografie entwickeln würde. Es ist viel mehr als ein Hobby.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
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