Ein Beitrag von: Paul Bauer

kwerfeldein – Fotografie Magazin
Wir entführen Euch im Fotospecial heute nach Mittelerde. Bilder von Elfen, Hobbits und fremden, beeindruckenden Landschaften findet Ihr hier. Die Fantasiewelt ist unglaublich inspirierend, nicht nur für uns. In unseren gesammelten Links geht es jedoch schnell wieder in die Wirklichkeit. Wir haben Lustiges und Ernstes wie immer bunt gemischt. Aber vor allem hoffen wir, dass die Links Euch informieren und zu neuen Projekten anregen.
Fotospecial: Mittelerde
Flickr

500px

Deutschsprachig
• Der Fotograf Björn Abelin erreicht durch einfaches Spiegeln eine beeindruckende Wirkung, die bei seinen Bildern an Apokalypse erinnert.
• Fabian Weiß dokumentierte in seinem Projekt „Wolfskinder“ mit emotionalen Bildern die Hintergründe sowie die Landschaft der Jugendsozialarbeit in Deutschland. Emerge zeigt diese beeindruckende Arbeit.
• Herzerwärmende Bilder einer ungewöhnlichen Freundschaft: In Norwegen haben sich ein Fuchs und ein Hund gefunden.
• So steril, so klinisch sauber, so abgewrackt: Der Fotograf Bastian Gehbauer zeigt in seinen Bildern Umgebungen, in der Menschen Sex haben, in der Leben entsteht oder endet.
• Falls Ihr ab und zu Gedächtnislücken habt: Fotografieren bremst das Gedächtnis aus.
International
• Wie verschieden Körperposen wirken, zeigen diese Aktbilder von Gracie Hagen mit dem bezeichnenden Titel „The Illusions of the body“.
• Engadget berichtet über den wohlbekannten Straßenfotografen Matt Stuart und hat auch ein Video, in dem zu sehen ist, wie er zu seinen großartigen Aufnahmen kommt.
• Wenn es einen Film gibt, den Martin Euch dringend ans Herz legen möchte, dann ist es „Everybody Street“. Darin werden viele altbekannte (und eher weniger bekannte) wie Bruce Gilden, Bruce Davidson und Jeff Mermelstein vorgestellt sowie interviewt, die in New York City die Straßenfotografie geprägt haben. Für jeden, der etwas mit Street, Fotogeschichte und analoger Fotografie anfangen kann. Schaut Euch unbedingt den Trailer an. Der Film kostet 13 $ .
• 500pxArt heißt die Seite, auf der die große Fotoplattform 500px jetzt auch Bilder ihrer Mitglieder zum Verkauf anbietet.
• Eine Sammlung von 28 emotionalen, traurigen und auch erschreckenden Bildern.
• Um Euer Gleichgewicht gleich wiederherzustellen, gibt es hier eine Sammlung von 29 lustigen Bildern, die schnell falsch verstanden werden können.
• Schönsein in den 30er und 40er Jahren nahm zum Teil sehr gruselige Formen an. Bilder von erschreckenden Schönheitsprodukten findet Ihr hier.
• Sehr lehrreich: Jim Estrin vom New York Times Lens Blog spricht über ihre Kriterien für ein Feature.
Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

• „If only for a second“ ist ein Fotoband der Mimi Foundation. Für das Projekt wurden 20 Krebspatienten und -patientinnen verkleidet, während sie die Augen geschlossen halten mussten. In dem Moment, in dem sie sich selbst im Spiegel betrachten durften, hielt ein Fotograf die erstaunten und glücklichen Gesichter fest. Eine Sekunde, in der die Krankheit vergessen war. Seht Euch unbedingt auch das Video dazu an! Das Buch kann ausschließlich über die Mimi Foundation erworben werden.
• Wer sich ein wenig für Fotogeschichte interessiert und wie unser Herausgeber bei W. Eugene Smith hängengeblieben ist, wird sich über dieses Buch freuen: „Dream Street“*. Dazu empfehlen wir zwei Artikel: Hier beschreibt Sam Stephenson, wie es für James Karales war, unter Smith für dessen Pittsburgh-Projekt zu arbeiten. Und in diesem Artikel von Harold Feinstein werden seine Erinnungen über die Zeit mit Smith ausführlich beschrieben.
Wettbewerbe
• Der Verlag Gruner + Jahr schreibt den Henri-Nannen-Preis aus. Noch bis zum 3. Januar 2014 können eigene, aber auch fremde Arbeiten in der Kategorie Foto-Reportage eingereicht werden.
Videos
Alex Stoddard haben wir Euch bereits im Interview vorgestellt. In dieser Folge von „Framed“ spricht der 17-Jährige über seine Arbeiten und man kann ihm beim Kreieren eines Selbstportraits über die Schulter schauen.
Jean Kilbourne über das Bild, das die Werbeindustrie von Frauen verbreitet und was sie damit anrichtet.
* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.
kwerfeldein – Fotografie Magazin

Gibt man seine Kamera aus der Hand, achtet man immer darauf, dass sie auch mit Kameragurt um den Hals benutzt wird. Sicher ist sicher. Warum dann beim Stativ sparen? Gerade in unebenen Gelände möchte man doch, dass die Kamera sicher steht und man sich ohne Angst auf die Bilder konzentrieren kann. Die Adresse für gute Stative ist dabei Manfrotto.
Bereits im Herbst gab es bei Manfrotto die Neuauflage der beliebten 190er Stativ-Serie. Die Produktreihe besticht durch ihre schnelle und flexible Nutzung. So lässt sich die Mittelsäule mit einem einfachen Handgriff in die horizontalen Position schwenken.


Die Stativschulter hat einen Easy-Link-Anschluss für die Befestigung von Zubehör wie LED-Leuchten, Blitzgerät, Reflektor oder sonstiger Ausrüstung auf einem ausziehbaren Arm oder einer Halterung. Die Stative gibt es in Carbon oder Aluminium mit je drei oder vier Beinsegmenten.
In unser Kalendertürchen hat Manfrotto die Aluminium-Variante mit drei Segmenten und einem Wert von 219,90 € gelegt. Mit seinem Gewicht von 2 kg hält es eine Belastung von bis zu 7 kg aus und wird damit sicher zu einem großartigen Begleiter für unseren glücklichen Gewinner.
Um das Stativ zu gewinnen, schreibe einen Kommentar unter bürgerlichem Namen und gültiger E-Mail-Adresse bis heute um 24 Uhr. Danach verlosen wir es per Zufallsgenerator unter allen Kommentatoren. Die genauen Gewinnspielregeln findest Du hier. Viel Glück!
kwerfeldein – Fotografie Magazin

Der beste Monitor nützt nichts, wenn er nicht richtig kalibriert ist. Das merkt man spätestens, wenn die Bilder aus dem Labor auf einmal ganz anders aussehen als am Rechner. So mancher vermeintliche Gelbstich liegt in einem nicht richtig eingestellten Monitor begründet.
Richtig gut und einfach geht die Monitorkalibrierung mit einem Spyder von Datacolor. Er regelt Helligkeit, Weißpunkt und den Anstieg der Tonwerte – aber nicht nur auf dem Monitor, sondern auch dem iPad, iPhone und Android-Gerät mit der kostenlosen Spydergallery App.
Der Spyder kommt zusammen mit einer Software, die man installieren muss. Der Spyder lässt sich dann ganz einfach über USB verbinden und misst eine Reihe von Farben auf dem Bildschirm. Am Ende lässt sich wunderbar vergleichen, wie das Bild vor und nach der Kalibrierung aussieht.

In unserem Türchen liegt der Datacolor Spyder4ELITE mit einem Wert von 208 €. Falls Ihr Euren Monitor bereits nach dem Kauf kalibriert habt: Die Monitorfarben und -helligkeiten verändern sich im Laufe der Zeit und eine erneute Einstellung ist daher nach einiger Zeit ratsam.
Um den Spyder zu gewinnen, schreibe einen Kommentar unter bürgerlichem Namen und gültiger E-Mail-Adresse bis heute um 24 Uhr. Danach verlosen wir ihn per Zufallsgenerator unter allen Kommentatoren. Die genauen Gewinnspielregeln findest Du hier. Viel Glück!
kwerfeldein – Fotografie Magazin
Ein Beitrag von: Ljuba Gonchar
Ich glaube, alles fing damals mit dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ an. Ich war so unglaublich beeindruckt von den Bildern und so verliebt in die Geschichte des Films (und natürlich auch ein kleines bisschen in den Hauptdarsteller).
Die vielen liebevoll zusammengewürfelten Detailaufnahmen hatten es mir damals besonders angetan. Also kaufte ich mir eine billige Digicam und fing an, Selbstportraits zu machen. Andere zu fragen, ob sie nicht Modell vor meiner klapprigen Kamera stehen wollten, kam zunächst nicht in Frage. Zu groß war die eigene Unsicherheit.
Über die Selbstportraits schmiss ich voller Begeisterung gelb-grüne Filter aus kostenlosen und simplen Programmen, um mir meine eigene „fabelhafte Welt“ zu zaubern – mit dem Ergebnis, dass ich heute beim Anschauen der damals entstandenen „Werke“ einen hysterischen Lachanfall bekomme.

Dann lernte ich 2009 Andrea Hübner kennen und durfte als Modell vor ihrer Kamera stehen. Ich war total fasziniert von den damals entstandenen Bildern und dem gesamten Prozess. Außerdem habe ich mir zum ersten Mal selbst auf Bildern gefallen.
„Wow“, dachte ich, „der Wahnsinn. So etwas will ich auch können.“ Also habe ich angefangen, mehr zu fotografieren, Tonnen an Tutorials bei Youtube anzuschauen, bin manchmal nächtelang in Fotocommunitys hängen geblieben und habe vor Frust packungsweise Raffaello gegessen, weil meine Fotos nicht so wurden, wie ich sie im Kopf hatte.
Irgendwann kam der Punkt, an dem ich merkte, dass eine einfache Kamera nicht mehr ausreicht und dass es viel spannender ist, andere Menschen zu fotografieren. Bis ich allerdings endlich das Geld für das nötigste Equipment und den Mut, andere anzusprechen, zusammengespart hatte, sind knapp zwei Jahre vergangen. Aber heute liebe ich es, andere Menschen zu fotografieren.

Ich mag es besonders, den Menschen in seiner Fragilität und seiner Besonderheit zu zeigen. Sanft, zart und mit viel Gefühl. Dabei spielt für mich immer der Blick der Person eine große Rolle. Ich glaube, mir geht es auch oft darum, die abgebildete Person so zu zeigen, wie ich sie sehe – nicht, wie sie sich selbst gern sieht. Ich liebe Detailaufnahmen, die Reduktion auf besondere Handhaltungen, auf die Füße, auf Schmuckstücke, auf Augen oder nur Lippen.
Am liebsten fotografiere ich draußen in der Natur. Ja, gern auch bei Wind, Regen, Schnee und glühender Sommerhitze. Meine Vorgehensweise ist dabei unterschiedlich. Manchmal finde ich es spannend, nach besonderen Orten für Shootings zu suchen.
Manchmal sehe ich ein Kleid, ein Bild im Internet, einen Film oder höre ein bestimmtes Lied, schaue bei einer Zugfahrt aus dem Fenster und entdecke dabei eine tolle Landschaft, lese einen wundervollen Satz auf Twitter und schon habe ich dazu Bilder im Kopf. Inspiration gibt es heutzutage ja genug. Man muss nur mit offenen Augen und Ohren durch den Tag laufen.

Gibt es dann eine konkrete Idee, suche ich mir für meine freien Arbeiten ein passendes Modell. Nicht selten läuft es auch anders herum: Ich sehe ein atemberaubendes Gesicht, das mich absolut umhaut und lasse mir dazu Ideen einfallen. Ab und an fotografiere ich auch im größeren Team, mit zwei Modellen und Visagisten und tausche mich gern mit anderen Fotografen aus.
Manchmal liebe ich es auch, ganz allein mit dem Modell loszuziehen. Häufig fällt es den Menschen dann leichter, sich fallen zu lassen, Sachen auszuprobieren, ohne dass man Angst hat, jemand würde einen auslachen. Für mich ist es auch besonders wichtig, dass sich die fotografierte Person wohlfühlt und dass zwischen mir und dem Modell eine Verbindung entsteht. Nur dann können auch tolle Bilder geschaffen werden.

Nach dem Shooting bearbeite ich ausgewählten Fotos. Am meisten drehe ich dabei an den Farben, um die gewünschte Stimmung zu erreichen. Dabei nutze ich hauptsächlich Lightroom. Meiner Meinung nach ändere ich recht wenig an meinen Fotos. Bislang faszinierte mich sehr die Natürlichkeit und Einfachheit von Bildern ohne großen Schnickschnack. Vielleicht sieht das in einem Jahr ganz anders aus.
Generell zaubere ich Pickelchen, Äderchen und große Augenringe weg, da diese ja nicht permanent zum Menschen gehören. Muttermale lasse ich da, wo sie sind. Diese kleinen Pünktchen am Körper, die individuellen Landkarten jedes Menschen, sollen meiner Meinung nach nicht retuschiert werden. Gleiches gilt bei Sommersprossen.

Ich glaube, irgendwann fängt jeder, der fotografiert an, alltägliche Dinge ganz anders wahrzunehmen. Man entwickelt mit der Zeit eine Art detaillierten Blick für seine Umwelt, erfreut sich sprichwörtlich an kleinen Dingen und versucht dann, diese festzuhalten.
Ich habe gelernt, viel mehr zu beobachten, mehr auf Körperhaltung und die Mimik zu achten. Ehrlich gesagt habe ich lange Zeit nach etwas gesucht, das mich so sehr interessiert, erfüllt und meine Zeit bis tief in den frühen Morgen raubt. Die Fotografie hat sich genau zu solch einer Leidenschaft entwickelt.

Durch die Fotografie und den Kontakt zu unterschiedlichen, mir zunächst fremden Menschen bin ich mittlerweile ziemlich offen und kontaktfreudig geworden. Heute fällt es mir nicht schwer, auf Menschen zuzugehen und auch mit vollkommen fremden Menschen in der Bahn Gespräche anzufangen.
Es klingt vielleicht unglaublich kitschig, aber durch die Fotografie bin ich erwachsen geworden. Ich habe mir selbst bewiesen, dass man durchaus etwas erreichen kann, solange man es auch wirklich will. Es ist unwichtig, wie viel Zeit, Wutanfälle und Tränen man für manche Dinge braucht. Das Wichtigste ist nur, dass man nicht aufgibt.
kwerfeldein – Fotografie Magazin

Wir lieben Bildbände, das habt Ihr sicher schon gemerkt, spätestens durch unsere Artikelserie „Blickfang“. Natürlich wollten wir auch in unserem Kalender tolle Bücher verlosen und sind sehr froh, dass uns der Verlag Hatje Cantz als Sponsor für dieses Türchen zugesagt hat. Nicht zuletzt, weil wir uns die fünf Bildbände selbst aussuchen konnten.
Deshalb findet Ihr hier eine bunte Mischung von Bildbänden, quer durch die Redaktion unsere aktuellen Lieblingsbücher aus dem Hause Hatje Cantz. Einige davon haben wir bereits ausführlich vorgestellt.

Fred Herzog – Photographs
Zum Beispiel das Buch des großartigen Streetfotografen Fred Herzog, der besonders für seine farbigen Straßenaufnahmen bekannt ist. Wir hatten es bereits in unserem Artikel Fantastische Bildbände zur Straßenfotografie, Teil 2 empfohlen. Im Buch finden sich die Straßen von Vancouver, Supermärkte, Tankstellen, Bars, Stadtszenen, Landschaften und immer wieder die Menschen.
Der Bildband zeigt auf 192 Seiten Fred Herzogs Arbeiten anlässlich einer Ausstellung im c/o Berlin 2011. Er kostet im Handel 29,80 €.

Gregory Crewdson – 1985 – 2005
Hinter diesem Titel verbergen sich großartige Inszenierungen. Jedes Bild erzählt eine Geschichte des amerikanischen Alltags, der zum Teil sehr surreal und unheimlich wirkt. Für seine Bilder betreibt Gregory Crewdson einen unglaublichen Aufwand, den man sonst nur aus Hollywoodfilmen kennt: Lichtregie, Kran und Statisten sind obligatorische Bestandteile eines Shootings. Auch bekannte Schauspieler wie Gwyneth Paltrow and Tilda Swinton konnte er für seine Fotos gewinnen.
Diesen Bildband nimmt man öfter in die Hand und entdeckt immer wieder etwas Neues darin. Er kostet 49,80 € und umfasst 248 Seiten.

1914 – Welt in Farbe
Ein Stück Geschichte haltet Ihr mit diesem Buch in Händen. Die ersten Farbfotos der Welt aus dem Archiv des Albert Kahn, sowie Bilder des russischen Fotografen Sergej M. Prokudin-Gorskii sind in diesem Buch zu finden. Dazu gibt es einige Texte zu deren Entstehung. Wir haben das Buch bereits ausführlich vorgestellt.
Die aktuelle Ausstellung zum Buch gibt es noch bis Ende März im LVR Landesmuseum in Bonn zu sehen. Das Buch gibt es im Handel für 24,80 € zu kaufen.

Sonja Braas – So Far
Landschaftsaufnahmen und Naturgewalten zeigen die Fotos von Sonja Braas. Bei genauerem Hinsehen stimmt jedoch etwas nicht. Die Aufnahmen wirken zu perfekt, aber dennoch oder gerade deshalb faszinierend. Sonja Braas erschafft in vielen Bildern künstliche Welten durch Modellbauten.
Die dramatischen, surreal anmutenden Natur- und Landschaftsszenarien gibt es für 38 €. Die Hardcoverausgabe ist großformatig mit etwa 30 x 30 cm und liegt wunderbar schwer in den Händen.

Abbas Kiarostami – Stille und bewegte Bilder
Abbas Kiarostami ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Weltweit aber als Filmemacher, Lyriker und Fotograf bekannt, stellt dieses Buch erstmals eine umfassende Publikation des Künstlers dar. In seinen Bildern vereinen sich seine grafische und filmische Sicht. Baumreihen in schwarzweiß, wie gemalt. Regenbeperlte Fensterscheiben, die das Licht und Formen dahinter verzerren wie Bilder eines Films.
Den Namen sollte man sich unbedingt merken und nach Filmen wie „Der Wind wird uns tragen“ oder „Der Geschmack der Kirschen“ Ausschau halten. Die Publikation des Künstlers umfasst 99 Abbildungen auf 160 Seiten in den Sprachen Deutsch und Englisch. Sie ist für 39,80 € erhältlich.
Um eines der fünf vorgestellten Bücher zu gewinnen, schreibe einen Kommentar mit Deinem Wunschgewinn unter bürgerlichem Namen und gültiger E-Mail-Adresse bis heute um 24 Uhr. Danach verlosen wir sie per Zufallsgenerator unter allen Kommentatoren. Die genauen Gewinnspielregeln findest Du hier. Viel Glück!
kwerfeldein – Fotografie Magazin
Ein Beitrag von: Pia Steen
Steil geht es den schmalen, holprigen Pfad den Berg hinauf. In der Ferne höre ich bereits das tosende Rauschen des wilden Baches und die Vorfreude steigt. Nur noch einige Höhenmeter bis zum Eingang der Klamm. Was nun folgt, ist Faszination pur für mich. Schillerndes Wasser, bunte Felsformationen, reißende Strudel, große und kleine Gumpen, überall plätschert und gurgelt es. Ein Paradies für detailverliebte Fotografen!
Ich werde immer wieder gefragt, was Klammen eigentlich sind. Eine Klamm ist nichts anderes als eine enge Felsschlucht, in der sich ein Fluss oder Bach befindet. Entstanden sind diese Abgründe angeblich nach der Eiszeit, als sich das Schmelzwasser über Jahrtausende seinen Weg in den Fels gegraben hat.


Klammen gibt es Tausende. Tiefe, weniger tiefe, breitere, engere, längere und kürzere. Man findet sie hauptsächlich in der Nähe von Gebirgen wie beispielsweise den Alpen. Im Laufe der Jahre wurden in die Felsschluchten Holzstege geschlagen, um die Abgründe für Touristen begehbar zu machen.
Doch so faszinierend das Fotografieren in den nassen Schluchten ist, es birgt auch einige fotografische Herausforderungen. Mit ein paar simplen Tipps und ein wenig Erfahrung macht das Fotografieren in den nassen Abgründen aber jede Menge Spaß.

Weniger ist mehr
Bei meiner ersten größeren Klammtour war ich bereits nach dem langen Aufstieg zum Klammeingang völlig erschöpft. Ich hatte meine komplette Fotoausrüstung eingepackt, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Ein Fehler, wie ich schnell feststellen musste. Jedes Gramm, das man zusätzlich tragen muss, kann auf den teils anspruchsvollen Touren zur Qual werden.
Daher habe ich meine Ausrüstung bei meinen Klammgängen mittlerweile auf das Nötigste reduziert. So habe ich beispielsweise nicht mehr alle Objektive dabei, sondern nur noch drei Linsen. Ein Superweitwinkel 17-40mm für die engen Stellen in der Schlucht, meine Standardlinse 28-70mm für die meisten Gegebenheiten und ein Teleobjektiv 70-300mm für Plätze, an die ich nicht näher herankomme oder bei denen ich Details herausstellen möchte.
Auch Graufilter habe ich in den recht dunklen Abgründen bisher noch nicht gebraucht. Ein Polfilter, um Spiegelungen zu entfernen, reicht vollkommen. Dazu ein Stativ, Akkus, ausreichend Speicherkarten und einen Fernauslöser. Neben der Tagesverpflegung wie Getränke und Snacks war es das an fotografischem Equipment.


Eng, enger, Klammstege
Wer schon einmal in einer Klamm war, der weiß, wie eng die Stege in den nassen Tiefen oftmals sind. Bei entgegenkommenden Personen muss man sich regelrecht aneinander vorbeiquetschen. Besonders mit einem Fotorucksack und einem Stativ bestückt ist das keine große Freude. Immer wieder muss man sein Stativ abbauen, um andere Leute vorbeizulassen. Dabei geht einem die komplette Komposition verloren.
Zudem sind die Holzstege sehr empfänglich für Vibrationen. Häufig sieht man noch nicht mal die Besucher der Klamm, spürt aber bereits ihre Schritte auf den Holzbalken. Gerade bei nötigen Langzeitbelichtungen ist das ärgerlich und lässt das Bild trotz Spiegelvorauslösung gern verwackeln.
Mein Tipp: Die Klammen nicht am Wochenende besuchen! Denn dann herrschen dort regelrechte Völkerwanderungen. Unter der Woche hat man meist alle Zeit der Welt und ist so gut wie allein in der Schlucht. So stören weder entgegenkommende Personen, noch die dadurch entstehenden Vibrationen auf den Stegen.


Überall Wasser
In den mystischen Tiefen ist es nicht nur wesentlich kälter als draußen, sondern auch deutlich nasser. Unter einem tobt das wilde Wasser und spritzt hinauf, von den steilen Felswänden tropft das kalte Nass auf einen herab. Eine Regenjacke ist daher ein nützliches Utensil auf der Klammtour. Ich habe es mir allerdings mittlerweile angewöhnt, eine Watthose aus Neopren mitzunehmen.
Die ist zum einen schön warm, wasserdicht und der größte Vorteil: Ich bin wesentlich flexibler, was meinen fotografischen Standort angeht. Häufig kann man in den Klammen direkt ans Wasser gehen. Mit einer wasserfesten Watthose kann ich mich bauchnabeltief in den eiskalten Fluss stellen.
So bin ich nicht an die engen Stege gebunden und habe wesentlich mehr Gestaltungsspielraum beim Komponieren der Bilder. Für weniger tiefe Stellen reichen auch Neoprenschuhe und eine kurze Hose.


Aber nicht nur ich will vor dem Wasser geschützt sein. Auch die Kamera und vor allem die Frontlinse werden durch die Gischt immer wieder sehr nass. Die Folge sind hässliche Wasserflecken auf den Fotos. Um dem entgegenzuwirken, habe ich es mir angewöhnt, immer sofort den Objektivdeckel auf die Linse zu schrauben, sobald ich nicht mehr durch den Sucher schaue.
Zudem trage ich immer ein weiches Mikrofasertuch bei mir, mit dem ich den Polfilter nach dem Komponieren des Bildes vorsichtig abtupfe, um anschließend schnell den Auslöser zu drücken, bevor die Linse wieder nass wird.


Vorsicht, rutschig!
So schön das Plantschen mit Watthose im kalten Nass auch ist, das Fotografieren mit einem Stativ auf den teils rutschigen Felsen ist eine Herausforderung. Bevor ich zu einer in meinen Augen schönen Stelle eile, um meine Kamera aufzubauen, taste ich mich vorsichtig durch das Wasser. Denn so schön die Felsen aussehen, so glitschig können sie sein.
Ein falscher Schritt und man landet samt Ausrüstung im Wasser. Ich missbrauche bei meinen Spaziergängen durch den Bach mein Stativ gern als Wanderstock, um mich abzustützen. Bin ich mit meinem finalen Standort zufrieden, baue ich es auf. Dabei achte ich darauf, dass ein Stativbein exakt gegen den Strom ausgerichtet ist. So hat es gegen die teils starke Strömung etwas mehr Halt.


Auch hier ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Gestell nicht genau auf einem rutschigen Stein steht. Sobald ich merke, dass es keinen absolut sicheren Stand hat, verrücke ich es so lange, bis es bombenfest steht. Vor manchen Felsen musste ich allerdings schon kapitulieren. Selbst auf allen Vieren kriechend ist es teilweise unmöglich, Halt zu finden. Dann sollte man sich lieber nach einem anderen Plätzchen umsehen.
Trotzdem kann es immer passieren, dass sich plötzlich etwas an der Kamera oder am Stativ löst und die teure Ausrüstung baden geht. Ich habe mir daher angewöhnt, meinen Kameragurt immer lose in der Hand zu halten. So erzeuge ich keine Vibrationen bei der Belichtung, habe aber im Falle einen Sturzes eventuell noch die Möglichkeit, die Kamera festzuhalten. Ein Bad im Wasser bedeutet meist nicht nur den sicheren Tod der Technik – auch kann die teils starke Strömung das teure Equipment schnell davonspülen.

Die Licht- und Schattenseite der Klamm
Die meisten Leute zieht es bei strahlendem Sonnenschein in die Berge und Klammen. Mich hingegen erst, wenn es ordentlich bewölkt ist oder sogar regnet. Auch, wenn es in den Abgründen recht schattig und dunkel ist, führen einzelne Sonnenstrahlen zu unerwünscht starken Kontrasten.
Das Wasser und die feuchten Felswände reflektieren das Licht extrem. Solch helle Bereiche – neben den teils sehr dunklen Felsspalten – lassen das Bild unruhig wirken und sehen nicht schön aus. Ein bewölkter Himmel sorgt hier für gleichmäßiges, weiches Licht.


Trotzdem hat man in den Tiefen immer das Problem von Hell-Dunkel-Kontrasten zwischen den einzelnen Felsstrukturen. Eine Mehrfachbelichtung hilft hier, um den Dynamikumfang der Schlucht zu bändigen. Für das Wasser mache ich eine extra Belichtung.
Dabei ist es mir wichtig, dass es noch ein wenig Struktur behält. Einen Richtwert gibt es hier nicht. In erster Linie hängt die Belichtungszeit von der Fließgeschwindigkeit des Wassers ab und von der Helligkeit der Klamm. Um mehr Schärfentiefe zu erzeugen, greife ich gern auf Fokusstacking zurück und mache mindestens eine Aufnahme sowohl vom Vorder- als auch vom Hintergrund.


Tod dem Todholz
Eine Klamm sieht niemals gleich aus. Nicht nur die Jahreszeiten lassen das Wasser und die Felsen anders leuchten, auch verändert sich ständig ihre Form. Plötzlich liegen Felsbrocken dort, wo vorher keine waren. Andere hingegen sind verschwunden.
Auch kann es vorkommen, dass nach einem Sturm oder starken Regenfällen die Klamm voller hässlichem Todholz ist. Überall liegen umgestürzte Bäume und Tausende von Ästen in der Schlucht. Das hat mir schon manche Klammtour vermiest, da ich das Gestrüpp nicht sonderlich fotogen finde und es ungern auf meine Fotos bannen möchte.
Generell empfiehlt es sich nicht, den Schluchten nach starken Regenfällen einen Besuch abzustatten. Das Wasser steht dann so hoch, dass man selbst mit Watthose nicht in den Bach kann.
Gestalterisch gelten bei der Klammfotografie die gleichen Regeln wie in der Landschaftsfotografie. Beim Bildaufbau suche ich mir gern einen schönen Felsen oder besonders hübsche Steine für den Vordergrund. Für den Hintergrund bieten sich Wasserfälle oder ein besonders schöner Einblick in die Schlucht an.


Hier bietet es sich auch an, Details herauszustellen. Das Hauptmotiv, beispielsweise ein Wasserfall, sollte nicht direkt mittig platziert werden, sondern zum Beispiel im goldenen Schnitt.
Gern gehe ich mit meiner Kamera so tief wie möglich an das Wasser heran. Das erzeugt eine schöne Dynamik. Ist es mir nicht möglich, nah an den Bach zu kommen, achte ich beim Fotografieren in den Abgrund darauf, dass der Steg, auf dem ich stehe, nicht zu sehen ist. Das erfordert oft Millimeterarbeit.
Auf den Holzwegen bietet sich wegen des hohen Geländers deswegen ein Stativ mit Mittelsäule an. Im Wasser oder auf den Felsen hingegen kann die Mittelsäule auf Grund des flachen Standorts aber auch stören. Ich persönlich bevorzuge das Arbeiten ohne Mittelsäule. Zur Not spreize ich das Stativ auf dem Geländer ein, um so ohne störende Elemente in die Tiefe fotografieren zu können.


Augen offen halten
Bereits auf dem Weg zur Klamm entdeckt man oft schon hübsche Fotomotive. So finden sich in den Bergen gern seltene Blumen oder zauberhafte Wasserfälle. Es lohnt sich auf jeden Fall, bereits beim Aufstieg die eine oder andere Weggabelung zu erkunden.
Auch, wenn einen die tollen Motive in den Klammen gern dazu verleiten, die Wege zu verlassen und irgendwo rauf oder runter zu klettern, so sollte man doch nicht vergessen, dass man sich in den Bergen befindet und nicht auf Spielplatz. Gutes Schuhwerk, Kondition und Trittsicherheit sind Voraussetzung für solche Touren.

Hin und wieder sind einige Klammabschnitte aus Sicherheitsgründen wegen Renovierungsarbeiten gesperrt oder im Winter komplett geschlossen. Nicht selten kam es schon zu tödlichen Unfällen in den Schluchten aufgrund von Missachtung diverser Sicherheitshinweise oder wegen Selbstüberschätzung.
Auch ich ertappe mich immer wieder beim Überlegen, wie ich am besten wohin klettern kann, um eine noch bessere Perspektive zu erhalten. Dass es dabei direkt neben mir mehrere Meter tief in den Abgrund geht, vergesse ich in diesem Moment.


Viele wunderschöne Klammen findet man übrigens unweit von München. Im Salzburger Land liegen die mystischen Tiefen quasi aneinandergereiht, eine schöner als die andere. Ich hoffe, ich konnte Euch mit meinen Tipps einen kleinen Einstieg in das Fotografieren von Klammen eröffnen und Eure Neugierde auf das Erkunden der wunderschönen Klüften wecken.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
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© laurel for Photojojo, 2013. |
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