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Archive for the ‘Equipment’ Category

Kaliforniens Wüsten aus der Luft

17 Jan

Ein Beitrag von: Tanja Ghirardini

Fliegen fasziniert mich. Die Welt von oben betrachten zu können, ist etwas ganz Besonderes. Schon mein Vater hatte einen Flugschein und seit meiner Kindheit bin ich dieser Faszination erlegen. Wie aufregend war es jedes Mal, wenn ich mit ihm in der Cesna eine Runde über meine Heimat drehen konnte.

Und diese Begeisterung hat nie nachgelassen. Ich habe mich in der Luft immer wohl gefühlt, viel wohler als zum Beispiel auf dem Wasser. Und wie es der Zufall oder das Schicksal so wollte, habe ich auch einen Piloten geheiratet.

Gemeinsam haben wir viel Zeit in der Luft verbracht. Und da die Fotografie seit einigen Jahren einen sehr großen Teil meines Lebens einnimmt, war meine Kamera natürlich auch bei unseren gemeinsamen Flügen dabei.

Und so haben wir zunächst meine Heimat, den Chiemgau, immer wieder überflogen und fotografiert und sind so zu einem richtig guten Team geworden.

California Aerials © Tanja Ghirardini

California Aerials © Tanja Ghirardini

Meine nächste Leidenschaft ist das Reisen und durch den Beruf meines Mannes habe ich das große Glück, dieser Leidenschaft intensiv nachgehen zu können. Viele atemberaubende Landschaften durfte ich bereits sehen, aber was mir bei meiner letzten USA-Reise im Herbst vergönnt war, lässt mich immer noch staunen.

Wir haben uns in Los Angeles eine Cesna gemietet und sind gemeinsam über die Wüsten Kaliforniens geflogen. Der ganze Flug war ein unbeschreibliches Erlebnis. Aber als wir über das Death Valley und das Owens Valley flogen, hatte ich vermutlich einen Puls von 200 und Schnappatmung.

Ich konnte es nicht fassen, was die Natur hier zu bieten hatte. Die Farben, Formen und geologischen Formationen änderten sich im Minutentakt: Sanddünen, Felsen, Salzseen, Flussläufe, Herbstbäume, Krater, farbige Gesteinsschichten. Dinge, die man in dieser Form nur aus der Luft zu sehen bekommt. Mal unwirklich wie eine Mondlandschaft, dann wieder unglaublich farbintensiv. Mal scheinbar komplett vegetationslos und karg und dann erscheint wieder eine Oase mit unfassbarer Pflanzen- und Farbenpracht.

California Aerials © Tanja Ghirardini

California Aerials © Tanja Ghirardini

Das Fotografieren gestaltete sich jedoch schwierig, da die Cesna kein Fenster hatte, das sich weit genug öffnen ließ. Auch die Tragflächen mit ihren Streben waren immer irgendwie im Weg. Es hat eine Weile gedauert, bis ich herausfand, wie ich fotografieren musste, um nicht die Spiegelung des Fensters oder Teile des Flugzeugs auf dem Foto zu haben: Nach hinten unten.

Mein Rücken hat sich nicht gerade für diese Verrenkungen bedankt. Und mein Mann musste immer genau so fliegen, dass ich aus dieser Position auch an die potentiellen Motive heran kam. Gut, dass wir so ein eingespieltes Team sind.

California Aerials © Tanja Ghirardini

California Aerials © Tanja Ghirardini

Die nächste Schwierigkeit lag darin, dass wir an einigen Stellen ziemlich nahe an militärischem Sperrgebiet vorbeiflogen und jedes unserer Flugmanöver genau beobachtet wurde. Sobald wir eine Kurve flogen, die irgendwie von der vorgegebenen Route abwich, wurden wir binnen Sekunden angefunkt und nach unseren Absichten gefragt.

Da verstehen die Amerikaner keinen Spaß. Und wir wollten dann doch nicht riskieren, plötzlich in Begleitung einer F16 zu sein. Trotzdem konnte ich viele Farben und Formen der Natur fotografieren.

California Aerials © Tanja Ghirardini

California Aerials © Tanja Ghirardini

Die Bilder sind alle aus einer Höhe von etwa 2.000 bis 2.500 Metern entstanden. Ein Größenvergleich ist schwer, da aus dieser Höhe Bäume oder Menschen nur noch sehr klein zu erkennen sind, besonders in der kleinen Internetauflösung.

Auf dem ersten Sanddünenfoto zum Beispiel ist ziemlich genau in der Mitte des Bildes ein Mensch abgebildet, der in der 100%-Ansicht auf dem Original gut zu erkennen ist. In der hier gezeigten verkleinerten Version wird es da schon schwierig, da die Dünen bis zu 100 m hoch sind. Wer ihn trotzdem findet, darf ihn behalten.

Auf manchen Bilder kann man auch Bäume und Josua-Palmlilien in Form von kleinen dunklen oder farbigen Punkten erkennen.

California Aerials © Tanja Ghirardini

California Aerials © Tanja Ghirardini

Auch, wenn ich schon oft geflogen bin, war dieser Flug für mich eines der schönsten und aufregendsten Erlebnisse. Es hat mir wieder gezeigt, dass die Natur die größte Künstlerin ist.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Über analoge Ehrlichkeit und Blumen im Haar

17 Jan

Ein Beitrag von: Lisa Licht

Angefangen hat alles vor fünf Jahren als ich noch zur Schule gegangen bin und mir das Wahlfach Fotografie verglichen mit allen anderen ziemlich sympathisch war. Ich habe zu dieser Zeit eine alte analoge Canon von meinem Opa bekommen und hatte einen unglaublich beeindruckenden Lehrer. Kennt Ihr das, wenn man merkt, dass jemand seine Arbeit wirklich liebt? Das passiert in meiner Welt leider gar nicht so oft.

Mich beeindruckt so etwas aber ungemein. Mein Fotografie-Lehrer ist so jemand. Ein Fotograf der alten Schule mit dicker Hornbrille und Bart. Er hat damals etwas ziemlich Gutes gemacht: Er hat mich komplett angesteckt mit seiner Liebe und Hingabe zur Fotografie.

Nina © Lisa Licht

LenaPola © Lisa Licht

Ich werde niemals den Geruch der Chemikalien in unserer kleinen Schuldunkelkammer vergessen, die Spannung beim Entwickeln, das Geschrei, wenn ein Schüler mal aus Versehen auf den Lichtschalter am und dann alle tierisch lachen mussten.

Ich liebe die Analogfotografie, weil sie rein und ursprünglich ist und eine unglaubliche Tiefe besitzt. Sie zeigt, dass man in der Kunst an keiner Stelle etwas vortäuschen muss, um etwas Schönes zu erschaffen.

Elisa © Lisa Licht

Maria © Lisa Licht

Für mich ist das der wichtigste Grundsatz in meinen Fotos: Natürlichkeit. Den Menschen so zeigen wie er ist oder es zumindest so gut es geht versuchen. Diese Art des Fotografierens in der digitalen Fotografie behalten.

Das heißt nicht, ohne Bildbearbeitung auszukommen. Aber es heißt, besondere Züge, die zu Individuen dazugehören, zu behalten, egal ob diese jetzt der Mehrheit gefallen oder nicht.

Mir geht es mit meiner Fotografie immer um den Menschen – auch, wenn ich mich immer noch nicht entscheiden könnte, welcher Bereich mir dabei am meisten Freude macht.

Lisa © Lisa Licht

LenaKleid © Lisa Licht

Was zum Beispiel in der Welt der Mode wirklich großartig ist, ist, dass man in andere Welten schlüpfen kann. Dass man gestalten kann. Dass das Thema Mode eigentlich, wenn man genau hinsieht, kein oberflächliches Thema ist, sondern die Kleidung eines Menschen unglaublich viel über ihren Träger aussagt.

Ich weiß aber nicht, ob ich in der Fashion/Beauty-Fotografie zurecht kommen würde, weil ich wirklich kein oberflächlicher Mensch bin und manche Konventionen in diesem Bereich sicher nicht einfach hinnehmen könnte.

Auf der anderen Seite würde mir sicher sehr viel Farbe fehlen, wenn ich mich jetzt entschließen würde, nur noch journalistisch, ehrlich und dokumentarisch zu fotografieren und ich keinem, der vor meiner Kamera steht, mehr eine Blume ins Haar stecken dürfte.

Lisa&Nemo © Lisa Licht

Christina © Lisa Licht

Ich glaube, wir Fotografen arbeiten am produktivsten und inspiriertesten, wenn wir ein starkes Gefühl haben. Egal ob es ein positives oder ein negatives Gefühl ist. Ich merke, dass mir besondere Ideen kommen, wenn ich besonders glücklich bin. Dann sind die Motive in meinen Fotos Menschen oder Dinge, die ich liebe. Ballerinas, Federgestalten oder Sternenmädchen zum Beispiel.

Aber genauso sprudelt es nur so an Ideen, wenn mich etwas wirklich ärgert. Beides kann total beeindruckend sein. Wenn jemand mir mit einem Foto zeigt, wie schön die Welt doch ist, aber genauso, wenn man Schmerz oder Ärger mit einem Foto verarbeiten kann. Das ist es, was ich am meisten an der Fotografie liebe.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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How To Make A Magical VineUsing Stop Motion

16 Jan

When we first saw Matt Willis of yelldesign’s flawless stop motion Vine videos, we thought, “How in the world does he even…?”

So we asked him … AND HE TOLD US!

It turns out he doesn’t use any fancy apps or software or even voodoo. He just uses Vine, his phone and know-how.

He was kind enough to share his know-how with us and you too!

Matt gave us step by step instructions on how to make an apple disappear into a tabletop (and how to pull it back out again). No magic required.

Learn Matt’s Pro-tips for Wow-Worthy Stop Motion Vines

(…)
Read the rest of How To Make A Magical Vine
Using Stop Motion (570 words)


© laurel for Photojojo, 2014. |
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16. Januar 2014

16 Jan

Ein Beitrag von: Nanne Springer

Far Above Us And Way Below © Nanne Springer


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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15. Januar 2014

16 Jan

Ein Beitrag von: Tom Blatt

Karavane, Wüste, Himmel, Dünen, Sand, Himmel,


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FLight Pollution

15 Jan

FLight Pollution – Stars and Satellites and Planes, Oh My!

When looking up in the night sky it can be an awe inspiring experience, but it can also be alarming. While many people focus on light pollution being an issue an equally alarming issue is FLight pollution (Flight + Light = FLight pollution). This doesn’t get much attention primarily because few photographers photograph and present sequences of images to highlight the problem. While much of my time  is spent cloning plane and satellite trails out of my fine art star trail photography, I thought it would be good to share what the night sky actually looks like over 90 minutes. As you’d imagine there are a good number of flights that pass overhead in 90 minutes and at night you can see them all.

Location Info:

This particular photo was taken of the Minarets in the Sierra Nevada mountains near Mammoth Lakes, CA.

 

Copyright Jim M. Goldstein, All Rights Reserved

FLight Pollution

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Verhalte Dich einfach normal, das ist verrückt genug

15 Jan

Ein Beitrag von: Peter de Krom

Vor drei Jahren zog ich in meine Heimatstadt Hoek van Holland zurück. Es ist eine kleine niederländische Stadt, die sich in der spitzesten Ecke Hollands wiederfindet. Man könnte sagen, dass alles, was irgendwie typisch niederländisch ist, in diese enge Ecke getrieben wird und dort einen wunderbaren Cocktail unserer Kulturen und Angewohnheiten kreiert.

Hier scheinen die Menschen ihr Leben nach dem Motto zu führen: „Verhalte Dich einfach normal, das ist verrückt genug.“ Und das ist wirklich so.

In meiner Arbeit versuche ich, die verschiedenen Facetten, die diese Stadt zeigt, herauszuarbeiten. Von meiner eigenen Straße bis hoch zur See fotografiere ich alle möglichen Szenen, die mir begegnen.

Dann füge ich die Bilder zu meinem Online-Notizbuch hinzu und manchmal führen diese zu größeren Projekten, an denen ich dann für längere Zeitabschnitte arbeite. Und irgendwann versuche ich, die Bilder zu publizieren oder auszustellen.

Scootrangers Maassluis © Peter de Krom

Nederland © Peter de Krom

Durch die Fotografie versuche ich zu verstehen, wie sich eine kleine Gesellschaft selbst erhält, indem sie dem Leben von vielen Generationen Struktur gegeben hat. Es passiert immer irgendetwas Seltsames an diesen Orten, an denen jeder versucht, zu einem gewissen Grad in der „Normalität“ zu leben.

Und diese seltsame Stimmung versuche ich sowohl einzufangen als auch zu verstehen. Ungefähr ein Mal pro Woche fahre ich auf einem Moped durch meine Heimatstadt und besuche ungefähr fünf Orte, an denen interessante Sachen passieren. Manchmal suche ich auch nach bestimmten Ereignissen, wenn Leute Dampf ablassen oder irgendetwas feiern.

© Peter de Krom

Hoek van Holland © Peter de Krom

Meinen fotografischen Hintergrund bilden die dokumentarische Fotografie und der Journalismus. Drei Mal die Woche arbeite ich auftragsmäßig für das Nachrichtenblatt NRC Next oder andere Kunden. An anderen Tagen arbeite ich an eigenen Projekten, die ich manchmal mit meiner Arbeit für Zeitungen kombinieren kann.

Ich schätze mich sehr glücklich, einige gute Schreiber und Journalisten zu haben, die meine Bilder mit großartigen Texten ergänzen.

Ich versuche, viele Orte in kürzester Zeit zu besuchen, aber manchmal bleibe ich länger an einem Platz und versuche, aus einer Situation etwas herauszukitzeln. Dabei achte ich darauf, nicht wie ein Fremder auszusehen und ein freundliches Gesicht zu zeigen.

© Peter de Krom

Hoek van Holland © Peter de Krom

Derzeit fotografiere ich mit einer Canon EOS 5D Mark III, die ich mit einer 35mm-Festbrennweite oder dem 24-70 L Mk II bestücke. Der „silent mode“ an der 5D funktioniert perfekt und bewahrt mich vor vielen Gesprächen mit Menschen, die ich fotografiere.

In meiner Arbeit schätze ich den Kontext sehr. Deshalb arbeite ich auch gern mit einer 35mm-Festbrennweite. Ich mag es nicht, Leuten die Kamera ins Gesicht zu halten oder – anders herum – dem Betrachter das Bild unter die Nase zu reiben.

Genauso, wie ich mir Zeit dafür nehme, meine Bilder zu machen, mag ich es, wenn Menschen meine Bilder länger ansehen müssen, um sie komplett zu verstehen.

avondvierdaagse in Hoek van Holland © Peter de Krom

© Peter de Krom

Weiter mag ich es grundsätzlich nicht, wenn man die Gegenwart des Fotografen in einem Bild sehen kann. Die fotografierte Person wird auf den Fotografen eine bestimmte Reaktion haben, die sehr zu dessen Nachteil werden kann.

Dann sagt das Bild mehr über den (nervigen) Fotografen als über den fotografierten Menschen aus. Auf diese Art wird das Ganze zu einem Trick.

Nederland, Eindhoven © Peter de Krom

Ich versuche also, einen Moment so pur wie möglich einzufangen.

Dieser Artikel wurde von Martin aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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14. Januar 2014

15 Jan

Ein Beitrag von: _flowtation

Hund, Flug, Schnee


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Im Gespräch mit Victor Habchy

14 Jan

Ein Beitrag von: Victor Habchy

Victor Habchy ist Fotograf aus Paris, der sich in allen Bereichen der Fotografie schon einmal versucht hat. Mit konzeptueller Stärke entführt er uns mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen und kraftvollen Portraits in eine eigene Welt.

Auch, wenn er selbst stets unzufrieden mit der eigenen Arbeit bleibt, so spürt man doch die vielen verschiedenen Geschichten, die er eingefangen hat, wenn man sich die immense Menge seiner Bilder ansieht.

Erzählst Du uns etwas über Deinen Hintergrund? Woher kommst Du und wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Es gibt ehrlich gesagt nicht sonderlich viel über meine Vergangenheit zu erzählen. Ich wurde in einer kleinen Stadt in Frankreich geboren und meine Jugend verlief ziemlich normal, um nicht zu sagen langweilig.

Die Fotografie habe ich zufällig entdeckt, als ich versuchte, ein paar Bilder meiner Freunde beim Skateboarden zu machen. Seitdem ist Fotografieren das, was ich ausnahmslos am allerliebsten tue.

© Victor Habchy

Deine Arbeiten sind so vielfältig. Erst hast Du Sport fotografiert, dann Mode, danach Fine Art und so weiter. Findest Du es schwierig, Deine Arbeit genau zu umgrenzen?

Ich stimme Dir da absolut zu! Wenn jemand mich fragt, was für Bilder ich mache, finde ich es schwierig, darauf eine Antwort zu finden. Ich denke, mir gefällt es einfach, Fotos zu machen. Ich habe keinen bestimmten Stil und ich probiere gern neue Sachen aus.

Das einzige gemeinsame Ziel all meiner Bilder ist die Suche nach einer ästhetischen Stimmung. Ich suche immer die Schönheit als solche, nicht nur in der Person, sondern auch in ihrer Bewegung, in Strukturen und so weiter.

© Victor Habchy

Weil Du Bewegung erwähnt hast: Was für einen Stellenwert hat für Dich das Reisen in Deinem Leben als Fotograf?

Reisen ist für mich sehr wichtig, sowohl als Mensch, als auch als Fotograf. Es ist wirklich interessant, in die Fremde zu ziehen und Dinge zu erleben, die man nie zuvor getan hat.

Einmal durch Asien zu reisen ist für mich eine unglaubliche Erfahrung gewesen. Ich mochte meine Augen gar nicht schließen. Im kommenden März fahre ich nach Indien – ich freue mich und bin schon ziemlich aufgeregt.

Ich persönlich halte Deine Arbeit für atemberaubend. Gibt es für Dich ein bestimmtes Bild, auf das Du ganz besonders stolz bist?

Nein, kein einziges. Ich bin von meinen eigenen Bildern normalerweise ziemlich schnell gelangweilt. Auch wenn ich sie manchmal für den Augenblick gut finde, halte ich sie auf längere Sicht dann doch eher für schwach. Ich bin durchweg unzufrieden und strebe immer nach Verbesserung. Ich fühle mich wahrlich nicht als vollkommen, weder als Künstler noch als Fotograf.

© Victor Habchy

Eine Sache, die mir in Deinen Fotos sehr stark auffällt, sind Deine Konzepte und einige wirklich einzigartige Ideen, die ich an anderer Stelle noch nicht so oft gesehen habe. Wie kommst Du auf Deine Ideen?

Es mag ein wenig dämlich klingen, aber die Ideen tauchen halt einfach in meinem Kopf auf. Ich suche nicht zwanghaft nach Kreativität (Kann man denn überhaupt noch kreativer werden?), ich habe manchmal einfach Ideen, die plötzlich aus dem Nichts kommen. Das passiert mir häufig nachts, besonders, wenn ich müde werde. Das ist etwas lästig, denn ich muss dann immer aus dem Bett, um schnell noch ein paar Ideen aufzuschreiben.

© Victor Habchy

Woher bekommst Du Deine Inspiration? Gibt es jemanden, auf den Du Dich in Deiner künstlerischen Entwicklung besonders beziehst?

Ich schaue mir häufig die Werke auf den Webseiten anderer Fotografen an. Danach bin ich süchtig. (Schau Dir meine Pinterest-Seite an; diese Plattform ist wirklich klasse). Außerdem interessiere ich mich sehr für Gemälde, besonders für jene aus der Zeit der Renaissance.

Ich möchte auch all meinen Fotofreunden danken, die mich auf dieser wunderbaren Reise begleitet haben. Und nicht zuletzt auch meinen Eltern dafür, dass sie intolerant gewesen sind und mich nicht unterstützt haben. Ich bin so viel gereist, wie es ging und bin dadurch unabhängig genug geworden, um zu erfahren, was Freiheit und Freude sind. Das war es absolut wert.

© Victor Habchy

Hast Du noch eine Botschaft an angehende Künstler, was sie beachten sollten?

Willkommen im Internet! Vergesst nie, dass auch die härteste Kritik nicht zwangsläufig eine miese Bewertung Eurer Abeit ist.

Ein Gespräch zwischen Victor und Hanae, Mitarbeiterin bei „The Portfolio“. Das Interview erschien bereits in Englisch auf „The Portfolio Conversations“. Unser Redakteur Robert Herrmann hat es für kwerfeldein ins Deutsche übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Blickfang: Cucurbita

14 Jan

Cucurbita ist der lateinische Name für Kürbis. Denkt man an diese große, schwere Pflanze, würde man nicht auf die Idee kommen, dass ihre Ranken unglaublich grazil und ästhetisch aussehen können. Karl Blossfeldts Aufnahmen zeigen immer wieder die Schönheit der Natur.

Seine Fotos entstanden eigentlich als Unterrichtsmaterial. Die Fotografie war für ihn nur ein Werkzeug, dennoch gilt er als Vertreter der Neuen Sachlichkeit in der Fotografie. Seine Schüler im Fach „Modellieren nach Pflanzen“ zeichneten die Bilder ab, sie dienten als Vorlagen für Ornamente in der Kunstgießerei.

Curcubita © Karl Blossfeldt

Meine Pflanzenurkunden sollen dazu beitragen, die Verbindung mit der Natur wieder herzustellen. Sie sollen den Sinn für die Natur wieder wecken, auf den überreichen Formenschatz in der Natur hinweisen und zu eigener Beobachtung unserer heimischen Pflanzenwelt anregen.

Dies schreibt er im Vorwort zu seinem Buch „Wundergarten der Natur“. Ich selbst besitze die günstige Alternative aus dem Verlag TASCHEN*. In ihr wird das Gesamtwerk Blossfeldts gezeigt. Es beinhaltet „Die Urformen der Kunst“ von 1928, „Wundergarten der Natur“ von 1932 und „Wunder in der Natur“, das erst nach seinem Tod 1942 erschien.

Blossfeldts schwarzweiße Fotgrafien von Pflanzen lassen mich die Natur anders betrachten. Immer, wenn ich das Buch zur Hand nehme, bekomme ich Lust, mich an Stillleben zu versuchen, rauszugehen und nach den schönsten, symmetrischsten Blüten Ausschau zu halten. Ich achte mehr auf Details und die Schönheit der kleinen Dinge.
 
Informationen zum Buch

Karl Blossfeldt: The Complete Published Work*
Seiten: 255
Abbildungen: schwarzweiß
Sprache: Deutsch / Englisch / Französisch
Verlag: Taschen
Preis: 9,99 €
 
* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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