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Archive for the ‘Equipment’ Category

25. Januar 2014

26 Jan

Ein Beitrag von: Henrik Hansen

Landschaft, Wasser, See, Schilf, Fluss, Nebel,


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt

25 Jan

Ich möchte Euch ein Buch über Fotografie vorstellen, das über 250 Seiten hat, in dem aber nur 19 Fotos abgebildet sind. Wer zurecht erst einmal findet, dass das etwas mager klingt, sei beruhigt: Beim Lesen entstehen unendlich viele Fotos im eigenen Kopf.

Was ist das nun für ein Buch? Es handelt sich um „Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt“*, geschrieben von Deutschlands einzigem professionellen Daumenkinographen Volker Gerling. Im Jahr 2012 habe ich ihn bereits interviewt. Damals endete unser Gespräch damit, dass Volker sagte, er arbeite gerade an einem Buch über seine Wanderschaften.

Volker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag Metrolit

Volker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag Metrolit

Hier ist es nun, wenn man so will. Das vorliegende Buch ist in weiten Teilen das Tagebuch, das Volker Gerling auf seiner ersten Wanderschaft von Berlin nach Basel geführt hat. Versehen mit einigen nachträglichen Anmerkungen und Einzelbildern aus Daumenkinos, die an verschiedenen Stellen erwähnt werden.

Nachdem Volker im Sommer 2002 bereits monatelang den Menschen auf den Straßen und Plätzen Berlins seine Daumenkinos als Wanderausstellung auf seinem Bauchladen gezeigt hatte, beschloss er, im Sommer 2003 auf Wanderschaft zu gehen. Sein Plan für dieses dreimonative Vorhaben: Von Berlin über Leipzig, Regensburg und München nach Basel reisen. Zu Fuß, ohne Geld. Unterwegs neue Daumenkinos machen.

Volker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag Metrolit

Volker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag Metrolit

Anfangs läuft er zwar euphorisch, aber auch etwas ängstlich, was ihn erwarten wird, los. Relativ schnell ist er erschöpft, weil er an das stundenlange Gehen mit dem Gepäck noch nicht gewöhnt ist. Doch schnell macht er die ersten Begegnungen mit gastfreundlichen, interessanten oder auch einfach nur seltsamen Menschen. Sie geben ihm Verpflegung mit auf seine Reise und während sie seine Daumenkinos durchblättern, kann er das Leuchten und die Faszination in ihren Gesichtern beobachten.

In 36 Kapiteln kann man Volkers Reise nachvollziehen und immer mal wieder auf das hintere Vorsatz blättern, auf dem die Route quer durch Deutschland abgebildet ist. In jedem Kapitel hat mich immer wieder aufs Neue erstaunt, was für Begegnungen er hat. Wie viele Menschen neugierig auf diesen fremden Mann sind, ihm ihre Geschichten erzählen oder ihm einfach mit etwas Wasser aushelfen.

Manchmal ist er auch allein, zweifelt an allem und steigt einmal sogar als Tramper für ein paar Kilometer in ein Auto. Diese Spritztour endet aber mit dem Gefühl, dem eigenen Ich zu schnell vorausgeeilt zu sein und nun erst einmal warten zu müssen, bis man vollständig an Ort und Stelle ist. Wenn man monatelang zu Fuß unterwegs ist, bewegt man sich in einem ganz anderen Tempo.

Volker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag Metrolit

Volker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag Metrolit

Warum beschreibe ich das hier alles, obwohl es nur wenige Fotos zu sehen gibt und es auch nicht darum geht, eine Anleitung zum Fotografieren zu lesen? Weil der Blick in Volkers Tagebuch meiner Meinung nach für mein fotografierendes Ich viel wertvoller ist als jede normale Anleitung und jeder Fotoband es sein könnte.

Man erfährt einige der innersten Gedanken von jemandem, der sich für ein paar Monate der Welt relativ schutzlos ausgeliefert hat, um ihr seine Fotos zu zeigen. Seine Fotos, die in den Händen der Betrachter zu kleinen Filmen werden, zu Ausschnitten des Lebens, die sich beliebig wieder und wieder sehen oder auch anhalten oder ganz langsam, Bild für Bild, betrachten lassen.

Volker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag Metrolit

Volker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag Metrolit

Hier erfahre ich aus erster Hand, wie anstrengend, aber auch wunderschön – für sich selbst ebenso wie für die Menschen, die man trifft – es sein kann, sich ganz seinen Bildern zu verschreiben und der Aufgabe, sie anderen zu zeigen.

Volker hat für sich beschlossen, dass es das Beste für ihn und seine Bilder ist, mit ihnen auf Wanderschaft zu gehen. Mich regt die Lektüre seiner Erfahrungen also dazu an, mich zu fragen, was das Beste für mich und meine Bilder ist. Wie sollten sie entstehen? Wie sollte ich sie der Welt zeigen? Und muss ich dafür vielleicht auch einfach mal aus meinem bequem eingerichteten Alltag heraus?

Was aus dieser Überwindung, dem Schritt hinaus, entstehen kann, erfährt man im Epilog zur Wanderschaft. Dem möchte ich hier natürlich nicht vorgreifen, nur soviel: Die Begegnungen und Begebenheiten seiner ersten Wanderschaft wurden zu den Ausgangspunkten neuer Wanderungen und Treffen mit Fremden nach vielen Jahren. Verbindungen zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Volker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag MetrolitVolker Gerling, Bilder lernen laufen..., Verlag Metrolit

Wem kann ich „Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt“ nun besonders empfehlen? Allen, die sich manchmal fragen, ob Bildermachen allein schon alles ist. Allen, die manchmal das Gefühl beschleicht, dass ihre Bilder nicht allein vom Tutorialslesen besser werden. Allen, die sich für die Geschichten und Gedanken hinter Bildern interessieren.

Informationen zum Buch

„Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt“*
Autor: Volker Gerling
Verlag: Metrolit
Seiten: 256
Abbildungen: 20, schwarzweiß
Sprache: Deutsch
Maße: 21 x 12,8 x 2 cm
Einband: Hardcover, gebunden
Preis: 18,99 €

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, zahlt Ihr keinen Cent mehr, wir erhalten aber eine kleine Provision.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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24. Januar 2014

25 Jan

Ein Beitrag von: Sebastian Dorbrietz

Island, Wandern, Gebirge, Eis, Schnee


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Geschichte der Bildbearbeitung

24 Jan

Bildbearbeitung wird oft argwöhnisch betrachtet. Man vermutet sie überall, manche Fotografen wollen ihre Arbeiten gern frei davon wissen und schauen etwas spöttisch auf die „Photoshopper“ herab. Dabei ist die Fotomanipulation so alt wie die Fotografie selbst.

Die Fotografie lässt sich nicht von der Manipulation lösen. Sie beginnt bereits mit der Entscheidung, jetzt in diesem Moment ein Bild zu machen und nicht eine Sekunde früher oder später. Sie geht weiter bei der Wahl des Bildausschnitts. Jedes Foto ist zwangsläufig begrenzt. Was ist rechts und links im Bild? Nur der Fotograf entscheidet, was ein- und was ausgeblendet werden soll.

Auch durch die Wahl der Kamera, des Objektivs und des Films verändert sich ein Foto. Entscheidet man sich für einen Schwarzweißfilm, retuschiert man die Farben aus der Welt. Fuji oder Kodak? Beide geben die Farben unterschiedlich wieder und die Tonwerte verändern sich beim Entwickeln des Films natürlich auch.

Es gibt noch so viele Faktoren aufzuzählen, die ein Bild verändern, aber darum soll es hier gar nicht gehen. Halten wir einfach fest: Die Fotomanipulation ist untrennbar mit der Fotografie verbunden. Aber natürlich kann man jedes Bild mehr oder weniger manipulieren.

Interessant wird es bei der Suche nach der bewussten Veränderung des bereits fertigen Bildes.

Bereits 1855 begeisterten das Publikum der zweiten Weltausstellung in Paris zwei Versionen des gleichen Portraits. Ein deutscher Fotograf zeigte die Möglichkeiten der Retusche und machte die Fotografie damit noch beliebter.

Möglichkeiten gab es viele. So wurden zum Beispiel verschiedene Negative übereinandergelegt und belichtet oder komplett neu zusammengesetzt, wodurch völlig neue Kompositionen entstanden – wie etwa Köpfe auf fremden Körpern. So geschehen um 1860 mit US-Präsident Abraham Lincoln, dessen Kopf auf den Körper des Politikers John Calhoun montiert wurde.

Abraham Lincoln mit falschem Körper ca. 1860

1908 erschien das Buch „Complete Self-Instructing Library Of Practical Photography“ von J. B. Schriever. Darin wird zum Beispiel das Bemalen des Negativs erklärt. Mit dieser Methode konnten sogar geschlossene Augen wieder geöffnet werden. Aber auch Kapitel wie „Radieren von dicken Hälsen“ oder „Richten von schielenden Augen“ zeigen, dass Schönheitsretuschen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts durchaus gängig waren.

Illustration Nr. 33 aus Complete Self Instructing Library of Practical Photography width=

Die Anleitungen des Buches gehen aber weit über die einfachen Schönheitskorrekturen hinaus. Auch ganz surreale, künstlerische Bilder werden thematisiert, wie zum Beispiel die Verwandlung eines Portraits in eine Büste.

Illustration Nr. 36 aus "Complete Self Instructing Library of Practical Photography"

Neben diesen Retuschen und künstlerischen Bearbeitungen gab es aber auch sehr früh schon Bilder, die bewusst täuschen sollten, wie die Cottingley-Feen von 1917. Auf uns wirken die Feen, die auf den Bildern vor den Kindern tanzen, sehr unecht. Anfang des 20. Jahrhunderts lösten sie jedoch Begeisterung und eine neue Welle des Feenglaubens aus.

Nicht zuletzt, da die Fotos untersucht und als echt bewertet wurden. In Wahrheit handelte es sich jedoch bei den Feenwesen um ausgeschnittene Kartonbilder. Die Fotos zeigen also keine nachträglichen Bildmanipulationen, logen aber dennoch.

Früh gab es bereits die politisch motivierte Bildmanipulation. Stalin und Lenin zum Beispiel ließen oft unliebsam gewordene Menschen nachträglich aus den Fotos retuschieren. 1920 hielt Lenin eine Rede in Moskau. Leo Trotzki und Lew Kamenew standen im Originalbild auf den Stufen des Podestes. Auf dem retuschierten Foto wurden beide übermalt und durch Holzstufen ersetzt.

Lenin 1920

Ob böswillige Täuschung oder gängige Retusche – die Möglichkeiten waren bereits kurz nach der Erfindung der Fotografie vielfältig. Was möglich war, wurde probiert, nicht zuletzt durch die Surrealisten Anfang des 20. Jahrhunderts. Heute sind die Möglichkeiten dank der digitalen Fotografie oft einfacher umsetzbar.

Das getäuscht werden kann, heißt natürlich nicht, dass man es tun muss. Nicht zuletzt bei Dokumentationen und Nachrichtenbildern ist das Thema Manipulation umstritten. Man denke nur an das Siegerbild des Worls Press Photo Award 2013, dessen Dramatisierung durch einfache Lichveränderung starke Empörung auslöste.

 

Quellen:
• Sonntag, Susan: Über Fotografie. Frankfurt am Main 2010.
• http://chestofbooks.com/arts/photography/Practical-Photography-2/Chapter-XXXIII-Lesson-XXIV-Opening-Closed-Eyes.html [Stand: 21. Januar 2014]
• http://www.fourandsix.com/photo-tampering-history/ [Stand: 21. Januar 2014]
• http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/2344/finden_sie_die_fehler.html [Stand: 21. Januar 2014]
• http://www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html [Stand: 21. Januar 2014]


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Incognito Magazine Holders

23 Jan
Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

If celebrity gossip, comic books or certain shades of monochrome are higher on your reading list than classic literature, no need to feel bad. Just grab your camera and library card and listen up!

In a few quick steps we will show you how to use your photography skillz to hide your favorite (if slightly embarrassing) reads in plain sight.

These photo magazine/book holders will make your shelf look perfectly respectable while your secrets are still just a quick reach away.

Go put on your dark coat and sunglasses – we are going undercover!

Learn How to Make Your Own Incognito Magazine Holders

(…)
Read the rest of Incognito Magazine Holders (243 words)


© Erika for Photojojo, 2014. |
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Photojojo

 
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23. Januar 2014

23 Jan

Ein Beitrag von: Arne Piepke

Unbenannt-©-Arne-Piepke


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Die Magie der Pflanzen

23 Jan

Nicht vielen Fotografen gelingt es, die abstrakte Schönheit von Pflanzen und der Natur so einzufangen wie Iwona Drozda-Sibeijn. Ihre Arbeiten zeigen diese Magie in den kleinen Details, die jeder kennt, der gern mit einer Kamera und einer Makrolinse durch Wald und Wiesen zieht.

in Seclusion © Iwona Drozda-Sibeijn

Die Vorliebe für die Motive ihrer Fotografie entwickelte sich bei Iwona schon zeitig. „Meine frühe Kindheit habe ich auf der Farm meiner Großmutter verbracht“, erzählt die Künstlerin, „als ich in die Stadt gezogen bin, wurde mir klar, wie wichtig das eigentlich für mich ist. Ich liebe die Erscheinungsformen der Natur, die Stille, Komplexität und Unvorhersehbarkeit, man kann sie in jeder Lichtstimmung einfangen, was mir als Fotografin natürlich endlose Möglichkeiten gibt.“

red blessing © Iwona Drozda-Sibeijn

Dabei gilt ihre Liebe sogar zuallerst den Pflanzen und nicht der Kunst, was sich in Bildern widerspiegelt, die einen sehr präzisen, aber seine Motive auch sehr liebenden Blick offenbaren: „Ich mag es sogar lieber, wenn ich im Wald rumlaufen und die Dinge angucken kann, als sie zu fotografieren. Es ist natürlich am besten, beides gleichzeitig zu tun, aber das ist ein endloser Konflikt.“

sentient © Iwona Drozda-Sibeijn

Vor einigen Jahren zog die gebürtige Amerikanerin in die Niederlande und gründete mit ihrem Mann eine eigene Firma, in der sie Design und Fotomanipulation professionell betreibt. „Ich lerne gern neue Dinge“, sagt sie, „am Anfang habe ich mich auf meine fotografischen Fähigkeiten konzentriert. Dann lernte ich, meine Szenen besser zu präsentieren und Komposition wie Diptycha und Triptycha zu machen. Zur Zeit mache ich viele CD-Artworks für andere Künstler und der nächste Schritt wird wohl zu Motion Graphics gehen.“

inEvitable © Iwona Drozda-Sibeijn

Iwona differenziert in ihrer Arbeit aber strikt zwischen Fotomanipulation, Design und der reinen Fotografie. „Das ist wichtig, dass ich die beiden Facetten meiner Arbeit trenne. Ein Foto würde ich nie auf dieselbe Art bearbeiten, zum Beispiel keine Elemente entfernen, den Kopierstempel verwenden oder Dinge einbauen, die nicht da waren. Ich könnte das leicht tun, aber es würde sich falsch anfühlen.“

In ihren Naturbildern verändert sie Details, Farben, man könnte fast sagen, dass sie den Pflanzen eine Schönheitsretouche verpasst. „Ich verbringe viel Zeit damit, die Fotos in die Form zu bringen, in der ich sie präsentieren will. Farben, Vingetten und solche Sachen, in diesem Prozess verwerfe ich auch viele Bilder. Die Details sind mir sehr wichtig, wahrscheinlich sogar zu wichtig. Oft lasse ich die Bilder erst einmal liegen und schaue sie später wieder an. Ich bin Perfektionistin und veröffentlich nur sehr wenig von meiner Arbeit.“

injection © Iwona Drozda-Sibeijn

Der niedrige Zahl an Veröffentlichungen und das Streben nach den besten Bildern zahlen sich am Ende aus: Die machmal auch etwas düstere, aber immer sehr kraftvolle, fast magische Bejahung des Lebens in seinen pflanzlichen Erscheinungsformen in den Bildern von Iwona Drozda-Sibeijn ist einen zweiten, dritten und vierten Blick wert.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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22. Januar 2014

22 Jan

Ein Beitrag von: Lara & Andreas

Mond, Baum, Blätter, Montage


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Die Farben der Musik

22 Jan

Ein Beitrag von: Christopher Wesser

Hi, mein Name ist Chris und ich bin Musiker… Nein. Halt. Nochmal. Hi, mein Name ist Chris und ich bin Fotograf. Ach, eigentlich trifft beides zu, was wohl auch der Grund dafür ist, warum ich mich am wohlsten fühle, wenn ich Musiker vor meiner Kamera habe.

Anders kann ich’s mir jedenfalls nicht erklären, dass mein bisheriger fotografischer Werdegang mich von Natur über Lifestyle bis hin zur People-Fotografie und nun zurück zu meinen kreativen Wurzeln geführt hat: Zur Musik.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Aber warum eigentlich genau dieses Feld der Fotografie? Irgendwie hat die Musik schon immer eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. Schon mein Vater ist ein sehr begnadeter Akkordeon-Spieler, was er eigentlich an mich weitergeben wollte. Ich bin dann aber doch bei der Gitarre gelandet und habe mich jahrelang durch unzählige Bands gespielt und entsprechend viele Musiker kennen gelernt.

Habe mir ihre Marotten angeeignet und mich nächtelang in Proberäumen einem gesundheitsgefährdend extremen Gemisch aus Schlagzeug, Gitarre, Rauch und Alkohol ausgesetzt. Ich spielte unter freiem Himmel vor Hunderten von jubelnden Leuten und in winzigen Clubs vor nicht einmal zehn Menschen, die mir gelangweilt zusahen, während ich auf der Bühne an meinen sechs Saiten zupfte.

Mein Instrument fiel in den ungünstigsten Momenten während eines Auftritts aus und einmal habe ich sogar einen Begeisterungskuss geerntet, als ich von der Bühne gekommen bin. Zusammengefasst: Ich konnte in den letzten zwölf Jahren einige sehr extreme Hochs und Tiefs zusammen mit meinen Mitmusikern erleben und sowas schweißt zusammen.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Zu einem immer wiederkehrenden Tief gehört definitiv das Thema Bandfotos. Vor einigen Jahren war ich selbst noch der, der mit seinem Instrument in der Hand unbeholfen vor der Kamera stand und nicht so genau wusste, wie man sich als Band eigentlich präsentieren will oder soll. Und irgendwie kommt diese Erinnerung als Flashback doch jedes Mal wieder, wenn ich meine Kamera in Richtung eines Musikers halte.

Vor allem, wenn man die Bands und Künstler fragt, was sie sich eigentlich so für Fotos vorgestellt haben und dann nur ein Schulterzucken bekommt. In günstigen Fällen erhält man noch vage Umschreibungen wie „soll nicht so aufgesetzt wirken“ oder „auf jeden Fall irgendwo draußen“. Da wird man als Fotograf schnell zum Creative Director, was für mich persönlich heißt, dass ich mich weiter mit der Musik der Gruppe auseinandersetzen muss, um Stimmungen und Themenfelder herauszuhören, die man in Fotoshootings umsetzen kann.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Das wirklich Positive dabei: Für Musiker gibt es kein „das ist mir jetzt doch irgendwie zu künstlerisch“. Je abgefahrener die Ideen des Fotografen sind, desto besser. Irgendwie muss man sich ja abheben. Immerhin sind die Fotos meistens das Erste, was man von so einer Band sieht. Sogar noch bevor man überhaupt die Musik gehört hat.

Da muss man schon mit einer gewissen Feinfühligkeit an die Sache rangehen, damit sich der Betrachter der Bilder in etwa vorstellen kann, was musikalisch auf ihn zukommt. Man versucht sozusagen, aus Musik und Bildern ein einheitliches audiovisuelles Ganzes zu erschaffen, das bestenfalls in allen Adjektiven übereinstimmt.

Wenn ich mir die Musik der Bands anhöre, dann schreibe ich einfach die Stichworte mit, die mir in dabei in den Sinn kommen: „freundlich, minimalistisch, akustisch, natürlich“ und schon ist mein Moodboard für das Shooting fertig. Meistens reicht der Band dann auch nur ein kleiner Funke oder eine ungefähre Idee. So eine Gruppe aus Musikern entwickelt sehr schnell eine starke Eigendynamik, das ist bei einem Fotoshooting dann durchaus vergleichbar mit einer Bandprobe.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Der eine wirft einen Begriff in die Runde, der andere findet einen kaputten Schirm am Straßenrand und schon formiert sich die ganze Band, um darunter zu posieren, so wie sie sich auch im Proberaum musikalisch nur einzelne Bruchstücke zuwerfen, um daraus ein großes Ganzes zu machen. Diese Art des kreativen Flusses ist für People-Fotografen erstrebenswert, aber rar.

Vor allem die Arbeit mit fremden Modellen ist mit einer gewissen Distanz behaftet, die es nur sehr beschränkt zulässt, außergewöhnliche und neue Ideen anzugehen. Arbeitet man mit Musikern, die sich ständig in der Situation des gemeinsamen kreativen Schaffens befinden, kann man sich als Fotograf ab einem gewissen Punkt einfach zurücklehnen und die Show genießen.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Der Einblick in diese beiden kreativen Felder hat mir außerdem so einige Überraschungen beschert. Im Endeffekt kann man sagen, dass sich Musiker von Fotografen nur in ganz kleinen Nuancen unterscheiden. Eigentlich ist nur das Werkzeug und das Endprodukt unterschiedlich, aber sämtliche Elemente und Vorgehensweisen dazwischen liegen gespenstisch nah beieinander.

Als ich das erste Mal ernsthaft mit einem Modell zusammen gearbeitet habe, mit der Absicht, eine repräsentative People-Strecke zu produzieren, konnte ich irgendwie wieder diese Nervosität spüren, die ich hatte, als ich das erste Mal mit meiner Gitarre auf einer Bühne stand. Nicht umsonst hört man viele englischsprachige Fotografen auch sagen „I had a gig“, wenn sie von einem Shooting reden.

Faktisch tun beide Künstlergruppen auch das Gleiche: Es werden Stative aufgebaut und dabei beschwert man sich schon über zu wenig Platz oder darüber, dass die Kälte einem die Finger einfriert. Wenn ganz viel Budget dahinter steckt, hat man sogar noch die Möglichkeit, bevor es losgeht einen ordentlich Licht- bzw. Soundcheck zu machen und wenn’s dann ernst wird, wundert man sich, warum plötzlich alles anders ist als beim Testen.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Lauter Leute schauen einen gespannt an und hoffen, dass man etwas Außergewöhnliches zeigt. Man hofft auf guten Sound (oder Licht) und dass die Technik nicht streikt. Und wenn dann doch die Technik streikt, gibt man dem unfähigen Assistenten die Schuld, der irgendeine Verkabelung verbockt hat.

Außerdem gibt’s da immer – also wirklich immer – diesen alten, grauhaarigen Mann mit der braunen Anzughose und dem Bierbauch, der eigentlich nur zum Zuschauen gekommen ist, aber das, was man da als Künstler tut, schon ungefähr 128 Jahre länger und vor allem besser macht und der befürchtet, dass man ohne seine Tipps und sein Reinreden so gar nichts Vorzeigbares zustande bringen wird. Wo kommt der eigentlich immer her? Hat der kein Zuhause?

Wenigstens kann man den Veranstaltern bzw. Kunden nicht vorwerfen, sie würde sich nicht um uns kümmern. Ich habe bisher weder als Livemusiker noch als gebuchter Fotograf für mein Essen oder Getränke zahlen müssen.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Die Entdeckung dieser Parallelen hat mir in der Fotografie so manche Türen geöffnet und vieles einfacher gemacht. Sowohl als Künstler als auch als Musiker kommt man einfach unausweichlich immer wieder an einen Punkt, an dem man das eigene Schaffen hinterfragt. Sowohl bezüglich Sinn als auch Qualität. Diese Phase kann einen ganz schön aus der Bahn werfen oder sogar zum Aufgeben bringen.

Meine Erfahrung als Musiker hat mir dabei geholfen, diese Hürden in der Fotografie immer wieder zu überwinden. Ich hatte bereits oftmals erfahren, dass kreative Tiefs kein Dauerzustand sind und man sich einfach durchkämpfen muss. Ich wusste immer, dass es, wenn es bergab geht, auch irgendwann wieder bergauf geht. Vielleicht sogar noch viel steiler, als man es erwartet hätte.

Es hat sich bisher sowohl fotografisch als auch musikalisch immer gelohnt, am Ball zu bleiben, zu üben, die Zähne zusammen zu beißen, sich nicht zu viel reinreden zu lassen und vor allem offen zu sein. Offen für alles. Für jede Inspiration, jeden neuen Denkansatz und für jede neue Lektion. Denn auch nach 13 intensiven Jahren habe ich an der Gitarre noch lange nicht ausgelernt und genau so wird auch beim Fotografieren sein.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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21. Januar 2014

22 Jan

Ein Beitrag von: Melina Cenicero

Bokeh, Locken, Hintergrund, dunkel


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