Ein Beitrag von: Leon Beu

kwerfeldein – Fotografie Magazin
Ein Beitrag von: Peter Breuer
Die Straße ist das mobilste Bühnenbild der Welt. Ein paar Schritte vorwärts und im Sucher der Kamera verschieben sich der Hintergrund und das komplette Mobiliar der Szene gegeneinander – die Laterne, die eben noch das Bild am Rand begrenzte, zerschneidet plötzlich die Szenerie in zwei Hälften. Lässt sich das für die Dramaturgie nicht nutzen oder ist sogar kontraproduktiv? Dann lauf weiter.

Straßenfotografie kann das antizipierende Flanieren eines Henri Cartier-Bresson, Brassaï, Alfred Eisenstaedt oder Robert Doisneau sein, die ihre bildnerischen Zufälle nicht bloß fanden, sondern sie sogar provozierten: Indem sie warteten, bis die Situation, deren Geschehen sie nur vermuteten, sich tatsächlich in dem Bildausschnitt ereignete, den sie als Bühne für ideal hielten.
Oder extremer noch – wie Lee Friedlander – der Schicht um Schicht überlagerte: Spiegelungen von Glas, Himmel und Chrom oder gestaffelte urbane Landschaften, die durch die Personen, die ins Bild traten, zur Erzählung wurden. Kontaktabzüge von Cartier-Bresson belegen, dass vor dem auf den Punkt genauen „decisive moment“, für den er bekannt wurde, auch etliche weniger entscheidende Augenblicke lagen.

Mit dem Erscheinen von Robert Franks Bildband „The Americans“ in 1958 änderte sich der Fokus der Straßenfotografie erstmals – vom genialen Einzelbild zum Denken in filmischen Serien, die sich von der Totalen in die Halbnahe bewegen und auch mit unterstützenden Bildern und Bildpaaren arbeiteten.

Einer der konzeptionellsten Straßenfotografen der Fotografiegeschichte ist lediglich eine literarische Figur: Der von Paul Auster erdachte Auggie Wren ist der Besitzer eines Tabakladens in Brooklyn. Im von Paul Auster und Wayne Wang inszenierten Film „Smoke“ spielt Harvey Keitel jenen Auggie, der jeden Morgen die gleiche Kreuzung vor seinem Geschäft dokumentiert.
Ohne Rücksicht auf Komposition und Licht lässt er seine Fotografien der Kreuzung Atlantic Avenue und Clinton Street einfach „passieren“ und baut aus der schieren Monumentalität von 4000 Fotografien ein Zeitdokument, in dem Menschen sich auf dem Weg zur Arbeit begegnen, laufen, stolpern und zwangsläufig auch altern.

Was einen Straßenfotografen auszeichnet, ist seine eigene Unsichtbarkeit. In dieser Disziplin ohne Regieanweisungen ist es kein Nachteil, eine unscheinbare Erscheinung zu sein. Auffällig lange Teleobjektive verbieten sich ohnehin von selbst: Ein Straßenfotograf ist weder ein Sniper, noch ein Paparazzo, sondern lediglich ein Passant, der seine Augen durch eine Kamera ersetzt.
Es ist kein Zufall, dass die ideale Brennweite für viele Straßenfotografen zwischen 28 und 50 Millimetern liegt und nicht nur dem Vergrößerungsfaktor des menschlichen Auges, sondern auch dessen Fähigkeit zur Tiefenschärfe ähnelt. Mal ganz abgesehen von den Vorteilen verwacklungsfreier Aufnahme durch kürzere Objektivbauweise und höhere Lichtstärke.

Die gezeigten Fotografien entstanden 1987 mit einer zweiäugigen Rolleiflex auf Tri-X 400 Film von Kodak. Der Vorteil der zweiäugigen Kamera liegt in der Konzentration auf das leuchtende Bild der Fresnel-Mattscheibe, die man vor seinem Oberkörper trägt – die seitenverkehrte Abbildung entkoppelt dieses Bild noch weiter vom Augenblick und lenkt den Blick nur noch auf die Komposition.
Mit dieser Kamera ist es leicht, unsichtbar zu bleiben, ohne zum Voyeur zu werden. Für mich selbst habe ich einen ähnlich diskreten Charme von Technik erst viele Jahre später wieder mit einer Sony RX100 erlebt, die ich als stabiles, sucherloses Teil schätze, das in jede Hosentasche passt. Mit einer Chipgröße, die auch höhere ASA-Zahlen erlaubt.
Dass Bilder nicht nur nicht „gestohlen“ werden, sondern den Abgebildeten auch gezeigt werden können, ist natürlich im Digitalzeitalter ein Vorteil. Kein Fehler, wenn man zwar bei der Aufnahme unsichtbar war, während des Fragens aber so charmant wie möglich ist.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
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Den großen und schweren Bildband „XL Photography 3. Art Collection Deutsche Börse“* hatte ich mir eigentlich wegen einer Arbeit von Sibylle Bergemann angeschafft, bin beim Durchsehen der ganz unterschiedlichen Serien dann aber am eindrucksvollen Bild eines verlassenen Kriegsschiffes hängen geblieben.
In der Buchreihe „XL Photography“ gibt die Gruppe Deutsche Börse Einblicke in den Bestand ihrer Fotosammlung, die in den letzten Jahren vor allem um großformatige Werke zeitgenössischer Künstler erweitert wurde. Im dritten Band werden 17 Künstler mit ihren Arbeiten sowie jeweils Einführungstexten und Kurzbiografien vorgestellt.
Darunter ist auch Simon Roberts, der sich als Brite, der erst 16 Jahre alt war, als die Sowjetunion zerbrach, mit dem „großen und geheimnisvollen Land“ Russland fotografisch auseinandersetzte. Dabei hatte er sich viel vorgenommen: Über ein Jahr lang bereiste er abseits der russischen Ballungszentren das Land, um eine „Bestandsaufnahme des modernen Russlands“ anzufertigen.
Aber selbst ein Jahr ist zu kurz für so ein großes Land: Roberts hat sich in Russland sehr wohlgefühlt, aber bei Weitem nicht alles gesehen, was es dort zu sehen gibt. Am Ende ist daraus unter dem Titel „Motherland“* ein 153 Bilder umfassendes Buch geworden, das inzwischen ausverkauft, aber noch gebraucht ab ca. 70 € oder als PDF-Download für 1 £ zu haben ist.

Am Bild dieses aufgegebenen Kriegsschiffes, das in der Kola-Bucht bei Murmansk liegt, blieb mein Blick beim Blättern dann erst einmal hängen, während ich alle anderen Bilder davor und danach innerhalb weniger Sekunden erfasst und durchschaut zu haben meinte. Aber das tiefe Blau der Szene nahm mich länger gefangen.
Die ganze Kulisse ist von einem so winterlichen Blau, dass die Kälte wie eine Welle eisiger Luft aus dem Bild zu mir herauszuschwappen scheint. Natürlich wird das Gefühl noch vom im Bild sichtbaren Schnee, Eis und der hinter den Schiffsleichen stehenden Nebelwand unterstützt.
Keine Menschenseele ist zu sehen. Ich stelle mir vor, wie Simon Roberts allein neben den Schiffswracks stand – nein, eigentlich – wie ich in der absoluten Stille der überfrorenen, in Winterschlaf gezwungenen Szene die schneidend kalte, russische Winternebelluft einatme. Mich faszinieren die eisigen Blautöne, die von tiefstem Fastschwarz auf der Schiffswand bis hin zu klarem Weiß im Schnee reichen.
Und die vielen Details, die ich mit den Augen erkunden kann: Von hier nach dort verlaufende Seile, überfrorene Leitern waren einmal Wege und auf der Schiffshaut liegt eine scheinbar nur ganz dünne Raureifschicht, die in mir die Vorstellung auslöst, dass sie unter der Berührung meiner warmen Finger wegschmelzen würde, wie ich es von Eisblumen auf Autolack in unseren milden europäischen Wintern kenne.
Mehr aus der sehr sehenswerten Serie von Roberts’ Russland-Projekt gibt es auf seiner Webseite zu lesen und zu sehen. Neben beeindruckenden Landschaften, für unsere Augen seltsam anmutender Architektur und Alltagsszenen gibt es auch viele, sehr unterschiedliche Portraits der Menschen zu sehen.
Auch Roberts’ andere Serien sind spannend und einige sehr experimentell. Seine Webseite ist definitiv ein Ort, an dem man sich mit einer Tasse Tee oder Kaffee mal für ein paar Stunden sehr gepflegt verlieren kann, was ich Euch hiermit sehr ans Herz lege.
Informationen zum Buch
„XL Photography 3. Art Collection Deutsche Börse“*
Fotografen: Paul Almasy, Jessica Backhaus, Sibylle Bergemann, Pietro Donzelli, Alberto Garcia Alix, Seydou Keï ta, Yoon Jean Lee, Boris Mikhailov, Simon Norfolk, Martin Parr, Simon Roberts, Ricarda Roggan, Wilhelm Schürmann, Alfred Seiland, Malick Sidibé, Alec Soth, Joel Sternfeld
Verlag: Hatje Cantz
Seiten: 144
Sprache: Englisch und Deutsch
Maße: 32,1 x 31,7 x 2,1 cm
Einband: Hardocver, gebunden
Preis: neu 49,80 €, gebraucht ab ca. 14 €
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kwerfeldein – Fotografie Magazin
Ein Beitrag von: Benedetta Falugi
Die Fotografie habe ich eher beläufig entdeckt, als ich Fotos für einen Möbelverkauf machte, um meiner Mutter mit ihrem Antiquitäten-Laden zu helfen. Als mir meine neugefundene Leidenschaft klar wurde, machte ich mich auf eine persönliche Suche. Besonders an meinen Lieblingsorten und bei den Menschen, die dort leben.
Ich liebe es, auf Film zu fotografieren und meine persönlichen Projekte sind allesamt analog. Film ist so warm und meiner eigenen Sensibilität sehr ähnlich. Außerdem finde es gut, dass ich meine Fotos nicht nachbearbeiten muss.
Seit zwei Jahren versuche ich, die Fotografie zu meinem Beruf zu machen. Was nicht wirklich einfach ist, wegen der durch Italien fegenden Wirtschaftskrise. Ich versuche aber, dranzubleiben.










Leider erlebe ich meine Leidenschaft mit Höhen und Tiefen, kreativen Momenten, zeitweise Gedankenlosigkeit, Krisen und Faulheit – was sich nicht gut anfühlt. Aber ich nehme an, dass ich damit nicht allein bin.
Mein Ziel ist es, rigoroser zu sein in den Dingen, die ich tue. Weiter will ich Veränderungen, wieder forschen und nicht steckenbleiben in den Dingen, die ich gut kann, sondern viel mehr experimentieren.
Dieser Artikel wurde von Martin Gommel aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.
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Ein Regenschirm kann nicht nur nützlich sein und für einen trockenen Kopf sorgen, er ist zudem auch wunderbar fotogen, wie unser Fotospecial zeigt. Wir empfehlen, die Augen offen zu halten, um Alltagsgegenstände neu zu entdecken. Neues gibt es auch in unserem sonntäglichen Früchtekorb: Ab jetzt findet Ihr hier immer ein Zitat der Woche, das natürlich etwas mit der Fotografie zu tun hat. Und wer Zitate mag und nicht genug davon bekommen kann, der darf gern einen Blick auf unsere Zitateseite werfen.
Fotospecial: Regenschirm
Flickr

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Deutschsprachig
• Spiegel Online hat den Fotografen und Bergsteiger Robert Bösch interviewt, der seine beiden Leidenschaften miteinander verbindet.
• Wenn Ihr selbst Kinder habt, die sich für Fotografie begeistern, ist diese Kölner Veranstaltung in den Osterferien (NRW) vielleicht etwas für Euch bzw. Eure Kinder: Abenteuer im Bilderdschungel, eine einwöchige Reise durch die Geschichte der Fotografie für 8- bis 12-Jährige.
• Auf emerge gibt es eine beeindruckende Serie über Mongolische Nomaden von Sven Zellner.
• derStandard.at im Interview mit dem italienischen Fotografen Luca Faccio über Gemeinsamkeiten und Unteschiede von Nord- und Südkorea und darüber, warum die westlichen Medien keine Fotos des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un mehr zeigen sollten.
• Elena Shumilova hat erst 2012 angefangen, zu fotografieren. Jetzt macht sie magische Portraits von ihren Kindern zusammen mit den Tieren auf einer Farm.
• Batmans Abenteuer könnt Ihr hier verfolgen. Gelungene Spielzeuginszenierungen.
International
• „Don’t Take Pictures“ hat in einem Artikel die grundsätzliche Vorgehensweise für Fotografen, die ihre Arbeiten in einer Galerie unterbringen wollen, zusammengetragen.
• Schön? Nicht schön? Auch eine Frage von Licht, Perspektive, Pose, dem richtigen und vorteilhaften Moment. Die Fotografin Gracie Hagen hat das Phänomen in ihrer spannenden Serie „Illusions of the Body“ untersucht.
• Wunderschön und beeindruckend: Noch ungeborene Tiere im Bauch ihrer Mütter.
• Wir sind entzückt: Ratten, die mit Teddybären schmusen.
• Zwei Bilder, die zusammen Kritik über den Fotojornalismus auslösen.
• Nach einer Fotomanipulation feuert die Nachrichtenagentur AP den Pulitzer-Preisträger Narciso Contreras.
• Unglaublich sind diese Aufnahmen eines Vulkanausbruchs in Chile.
• Der Fotograf Steve Rosenfield bat verschiedene Menschen, ihre größten und intimsten Unsicherheiten auf ihre Haut zu schreiben, um sie damit zu portraitieren.
• Laut Complex sollen dies die „50 besten zeitgenössischen Straßen-Fotografen“ sein. Und naja, solche Listen immer einseitig, haben jedoch den Vorteil, dass man dadurch eine Menge neue Fotografen zu sehen bekommt. Wer fehlt Eurer Meinung nach?
• Es folgen 25 (sehr gute) Nahaufnahmen von Tieren.
• Harold Feinstein: Warum es Sinn macht, Fotos, die man „früher“ gemacht hat, immer wieder zu sichten. Und seine Bilder unterstreichen das, was er sagt, mehr als deutlich.
• Nachgestellte Kinderbilder sind nichts Neues, aber diese sind doch wieder schön und lustig.
Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

• In „One circle“* zeigt Fred Hüning intime Bilder einer Familie. Seine Triologie erscheint erstmalig in einem Bildband und ist für 40 € erhältlich. Einen Einblick ins Buch bekommt Ihr hier.
• Beeindruckende Tierportraits von Fotograf Tim Flach zeigt das Stern Portfolio in seiner Nummer 74: Tim Flach – Evolution*. Die Sternbände sind immer eine Empfehlung wert und mit einem Preis von 18 € auch vergleichsweise günstig.
Wettbewerbe
• Noch bis zum 31. Januar könnt Ihr Euch für den Leica Oskar Barnack Preis 2014 bewerben, wenn Ihr (angehende) Berufsfotografen seid.
Zitat der Woche
Welches meiner Fotos mein Favourit ist? Das, was ich morgen machen werde.
Imogen Cunningham –
Mehr Zitate
Videos
In diesem Musikvideo zum Song „Nouveau parfum“ wird die Sängerin von Boggie sozusagen live retuschiert.
Auf die U-Bahn warten, kann so interessant sein. In slow motion.
Ausstellungen
OBSCURA: 121 Blicke – 121 views
Zeit: 31. Januar – 11. Februar 2014
Ort: Galerie Pflüger68, Pflügerstraße 68, 12047 Berlin
Link
Robert Herrmann: Monotony
Zeit: 15. Januar – 11. Februar 2014
Ort: FENSTER61, Torstr. 61, 10119 Berlin
Link
Christoph Zellweger – Rituals of Self Design
Zeit: 19. November 2013 – 2. Februar 2014 (verlängert!)
Ort: Overbeck-Gesellschaft, Königstr. 11, 23552 Lübeck
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the critical camera – Fotografie an Brennpunkten der Welt
Zeit: 30. Januar – 29. März 2014
Ort: Wissenschaftspark Gelsenkirchen, Munscheidstr. 14, 45886 Gelsenkirchen
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Bruno Bisang
Zeit: 21. Januar – 27. Mai 2014
Ort: Monika Mohr Galerie, Mittelweg 45, 20149 Hamburg
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Mehr aktuelle Ausstellungen
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