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Archive for the ‘Equipment’ Category

14. März 2014

14 Mar

Ein Beitrag von: Vivien J-Dora

Frankfurt, Nacht, Nachaufnahme, Tiltshift, Tilten, Langzeigbelichtung


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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Kreativität

14 Mar

Mein Psychologielehrer machte mit uns zu Beginn der Lehreinheit „Kreativität“ ein Experiment: Wir hatten eine Minute Zeit, alle weißen Lebensmittel aufzuschreiben, die uns in den Sinn kamen. Alle schrieben eifrig und die Blätter füllten sich schnell.

Bei der Auswertung ging es jedoch nicht darum, möglichst viele Lebensmittel gefunden zu haben, sondern besonders einzigartige. Mehl und Eier standen wahrscheinlich auf jedem Zettel, während Mäusespeck und Zuckerwatte kaum einer aufgeschrieben hatte.

Gezeigt werden sollte uns damit, dass kreative Ideen durch originelles, einzigartiges Denken entstehen. Künstler können gut assoziativ denken, ihre Leistung liegt meist darin, gängige Denkstrukturen zu durchbrechen, wodurch ihre Arbeiten häufig nicht nur als etwas Besonderes bewertet werden, sondern auch schnell als verrückt.

Warum einige Menschen kreativer sind als andere, ist wahrscheinlich sogar genetisch verankert. Einer Studie der Semmelweis-Universität in Budapest zufolge gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Neuregulin-Gen und der Kreativität eines Menschen. Gleichzeitig besteht jedoch auch ein Zusammenhang des Gens mit Schizophrenie.

Das Gen kommt in einer C- und einer T-Variante vor. Probanten, die von ihren Eltern jeweils die T-Variante vererbt bekamen, gaben originellere Antworten, neigten jedoch auch häufiger zu Schizophrenie. Probanten mit der CC-Variante wurden als am wenigsten kreativ bewertet, während Träger der CT-Variante mittelmäßig abschnitten.

Nun nahmen an dieser Studie nur 200 Probanden teil, die zum Großteil aus künstlerischen und akademischen Berufen kamen. Um die Ergebnisse zu untermauern, wäre eine größere, repräsentativere Studie nötig. Aber das Ergebnis zeigt schon in die Richtung einer gängigen Meinung: Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander.

Schon Aristoteles meinte, es gäbe kein großes Genie ohne einen Schuß Verrücktheit. Und viele berühmte Künstler scheinen es zu bestätigen: Robert Schumann, Vincent van Gogh oder Sylvia Plath, um nur einige wenige zu nennen.

Nun heißt das nicht, dass jeder, der kreativ ist, auch droht, wahnsinnig zu werden oder gar selbstmordgefährdet ist. Kreativität ist etwas, zu dem jeder Mensch fähig ist und zeigt sich bei jedem Menschen anders: Fotografieren, Malen, Schreiben, Musizieren, Witze machen oder ganz anders.

Um die eigene Kreativität zu fördern, gibt es viele Möglichkeiten. Wie bereits geschrieben, geht es darum, neue Denkstrukturen zu entwickeln. Anbei ein paar Tipps, die aus meiner persönlichen Erfahrung schöpfen:

1. Sich selbst nicht zu ernst nehmen.
Habe ich Angst, etwas falsch zu machen oder albern zu wirken, dann blockiere ich mich. Dabei ist es doch völlig egal, denn wenn das Resultat wirklich albern ist, hatte ich zumindest viel Spaß. Zudem verpflichte ich mich ja nicht, es auch zu veröffentlichen.

2. Kreativität kann man nicht erzwingen.
Kreativität kommt oft zu Besuch, wenn sie möchte, man muss es ihr nur gemütlich machen. Zum Beispiel durch einen schönen Spaziergang, einen lustigen Abend mit Freunden, Tanzen, Lachen. Unter Druck bleibt sie jedoch gern weg.

3. Inspirieren lassen.
Arbeiten und Werke anderer Künstler können stark inspirieren. Diese müssen nicht einmal auch Fotografien sein. Auf mich selbst wirkt Musik sehr stark, aber auch Gedichte und Malerei formen oft Bilder in meinem Kopf, die ich anschließend umsetzen kann.

4. Ideen auf Vorrat sammeln.
Manchmal gibt es einfach Zeiten, in denen ich so viele Ideen habe, dass ich sie gar nicht alle umsetzen kann. Dann schnappe ich mir einen Stift und mein Notizbuch und zeichne sie oder schreibe sie auf. Kommt dann wieder eine Zeit, in der mir nichts einfallen will, ist mein Notizbuch Gold wert. Oft bringen mich meine früheren Einfälle zum Staunen und ohne Buch wären sie wohl verloren gewesen.

5. Inspiration aus Fehlschlägen.
Es gibt hin und wieder fertige Bilder, die mich trotz toller Grundidee einfach nicht überzeugen. Ich hebe sie dennoch auf und sehe sei mir nach einiger Zeit noch einmal an. Mit etwas Abstand finde ich leichter die Fehler, die ich gemacht habe und kann es noch einmal versuchen. Meine Möglichkeiten und Fähigkeiten verändern sich und wachsen und das schlechte Bild vom letzten Jahr wird so vielleicht zu einem zeigenswerten Foto.

Was hilft Euch dabei, kreativ zu werden? Ergänzt meine Punkte gern in den Kommentaren und erzählt, wann die Kreativität bei Euch zu Besuch kommt oder auch, wann sie sich versteckt hält.

Titelbild von Laura Zalenga.


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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12. März 2014

14 Mar

Ein Beitrag von: Zesk Monkeyforce

© Zesk Monkeyforce


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Nature morte

14 Mar

Ein Beitrag von: Annick Henricy

Am 14. Februar 2014 fegte der Sturm Ulla über die Küsten des Finistère in der Bretagne hinweg.
Dies war nun schon der vierte schlimme Sturm innerhalb von weniger als zwei Monaten, mit verheerenden Konsequenzen für die Küstenlandschaft und die dort lebenden Meeresvögel.

Als ich am Morgen des 15. Februars den Strand von la Torche entlang spazierte, wurde ich Zeuge der Schäden, die die Winterstürme verursacht hatten.

Nature morte © Annick Henricy

Die hohen Gezeitenkoeffizienten verbunden mit Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Stundenkilometern hatten Dünen über mehrere Meter landeinwärts weggespült. Der Strand war übersät mit Müll und zahlreiche tote Vögel waren angeschwemmt worden.

Nachdem ich eine Weile spaziert war und mir alles genauer angeschaut hatte, nahm ich mir vor, dieses Szenario im Bilde festzuhalten. Je länger ich mich umschaute, desto weniger sah ich den Müll. Vor meinem inneren Auge entstanden kleine Stillleben, die ich nun versuchte, mit meinem Fotoapparat festzuhalten.

Nature morte © Annick HenricyNature morte © Annick Henricy

Diese Stillleben sind Zeugnisse vom Handeln des einzigen müllproduzierenden Lebewesens, dem Menschen, und den Konsequenzen seines Verhaltens für Natur und Umwelt. Ich habe diese Fotoreihe „nature morte“ genannt, was die französische Übersetzung für „Stillleben“ ist. Wortwörtlich übersetzt heißt es „tote Natur“.

Nature morte © Annick Henricy

Am Strand begegnete ich einem älteren Seefahrer, Jahrgang 1939, der mir erklärte, woher ein Teil dieses Mülls stammt. Er erinnerte sich noch gut an seine Kindheit und daran, wie er als Sechsjähriger nach dem Krieg in den Bunkern spielte, die während des Krieges in die Dünen gebaut worden waren.

Durch die seit dem Zweiten Weltkrieg eingetretene Erosion ist die Küstenlinie an vielen Stellen um einige Dutzend Meter zurückgedrängt worden. So liegen diese Bunker heutzutage im Meer und sind bei Flut teilweise überschwemmt.

Nature morte © Annick Henricy

In den sechziger Jahren blühte die Baubranche im Finistère. Für die Bauunternehmer lag es auf der Hand, dass sie sich ihren Sand in den Dünen beschafften, wobei große Löcher entstanden. Es war zwar nicht legal, aber niemand störte sich daran. Die Löcher wurden wiederum genutzt, um Bauschutt oder sonstigen Müll zu entsorgen.

Schlussendlich wurde diese illegale Deponie mit Sand zugeschüttet und es wuchs wortwörtlich Gras über die Sache. Leider hatte niemand die Erosion der Dünen bedacht. Und so kam es, dass bei den letzten Stürmen die Deponie wieder freigeschwemmt wurde.

Nature morte © Annick Henricy

Als ich auf diesen freigeschwemmten Müll stieß, fiel mir das Sprichwort von Antoine Laurent de Lavoisier ein: „Rien ne se crée, rien ne se perd…“ – „Nichts entsteht ganz neu, nichts geht verloren…“

Ich habe auch die jüngste von Menschenhand gemachte Verschmutzung dokumentiert. Während des Sturms Ulla waren 520 Container von einem Schiff gefallen. Die Ladung eines dieser Container, Hotelpantoffeln, ist auch an den nahegelegenen Stränden an Land gespült worden.

Nature morte © Annick Henricy

Wie viel in Sachen Umweltschutz bereits getan wäre, würde der Mensch auf sinnlosen Konsum wie Hotelpantoffeln verzichten?!

Das ganze Jahr über findet man am Strand kleine weiße und bunte Plastikkügelchen. Auf Französisch tragen sie den lieblichen Namen „larmes de sirène“, zu Deutsch also „Meerjungfrauentränen“.

Die Realität dahinter ist jedoch eine viel hässlichere. Es handelt sich hierbei um den giftigen Rohstoff für Plastikware, der durch unangemessenen Transport immer wieder ins Meer gelangt. Die Meeresvögel halten die Kügelchen für Nahrung, fressen sie und sterben daran.

Nature morte © Annick Henricy

Meine Fotos wollte ich schön gestalten. Die verstörende Realität verband ich mit dem schönen Licht der Sonne. Mit diesem Gegensatz versuchte ich, die Konsequenzen menschlichen Handelns auf die Umwelt zu verdeutlichen.

Ich möchte Denkanstöße geben, denn wie ein altes indianisches Sprichwort sagt: „Die Erde ist kein Geschenk unserer Eltern, unsere Kinder leihen sie uns!“


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Immer wieder Menschen

14 Mar

Ein Beitrag von: Normen Gadiel

Normalerweise fotografiere ich überwiegend inszenierte Portraits. Vermutlich liegt das daran, dass ich die Unterschiedlichkeit der Menschen sehr interessant finde. In den letzten Monaten hat sich aber immer mehr gezeigt, dass ich unterwegs auch gern Menschen fotografieren möchte – nur eben nicht mehr inszeniert, sondern in Form der Straßenfotogafie.

So richtig begonnen hat es für mich im Jahr 2012 auf dem Melt-Festival. Es ging mir damals nicht darum, die Bands zu fotografieren oder die Meute vor der Bühne. Mein Fokus lag auf Personen, die umherliefen, standen oder tanzten und sich dadurch von der Masse etwas isolierten. Wenn mir dann die Personen aufgrund ihres Aussehens, ihrer Bewegung oder Ähnlichem aufgefallen sind, wollte ich diesen Moment festhalten.

© Normen Gadiel

Bei der späteren Bearbeitung fand ich diese Bilder sehr ehrlich, da die Personen mich als Fotografen nicht wahrgenommen und somit ihre Haltung und Mimik nicht geändert haben. Durch diese Erfahrung bin ich auf die Idee gekommen, diesen dokumentarischen Stil öfters einzusetzen.

Also habe ich auch im nächsten Jahr meine Kamera wieder eingepackt und bin aufs Melt gefahren. Glücklicherweise habe ich dieses Mal vom Veranstalter einen Fotopass bekommen, was mir die Arbeit dort erleichtert hat.

Keine Kontrolleure, die einen schief angucken, wenn die Kamera etwas größer ist – ach, war das schön. Großen Männern in schwarz, ausgestattet mit einer Neonweste, den Unterschied zwischen Festbrennweite und Zoom-Objektiv zu erklären, konnte ich mir somit ersparen.

© Normen Gadiel

© Normen Gadiel

Aufgefallen ist mir auch, dass es mich bei der Straßenfotografie kaum interessiert, was andere Fotografen machen. Was nicht bedeuten soll, dass ich mich nicht gern durch Portfolios klicke. Viel mehr ist es so gemeint, dass ich nicht das Gefühl bekomme, Fotograf XY macht richtig gute Fotos und das würde ich so auch gern können.

Die Fotos sind etwas Persönliches, dokumentieren sie doch auch irgendwie mein Leben, den Raum, in dem ich mich bewege und meine Interessen. Alles, was in meine Bilder einfließt, sind die Inspirationen, denen man sich nicht entziehen kann, wenn man Bilder konsumiert. Ein Potpourri aus allem, was ich bisher gesehen habe.

© Normen Gadiel

© Normen Gadiel

Ich weiß, dass ich erst am Anfang stehe und meinen Blick noch üben muss. Allerdings habe ich jetzt schon einige Schätzchen, auf die ich stolz bin. Immer, wenn ich diese Fotos betrachte, merke ich, wie viel Freude sie mir bringen. Die Fotografie ist ein Medium, das es uns ermöglicht, auch nach Jahren die Erinnerungen zurückzuholen – ich finde das wunderbar.

Letztes Jahr ging es dann für mich nach Italien. Es war mein erster Urlaub, in dem ich wirklich bewusst nach Motiven gesucht habe. Ich habe mir bisher darüber nie Gedanken gemacht, aber warum sollte ich Dinge fotografieren, die schon Abertausende Male von anderen Menschen fotografiert wurden?

Während ich nach einem guten Motiv suche, passiert es oft, dass ich das Auge nicht vom Sucherfenster nehme, um den Augenblick nicht zu verpassen. Ich gebe zu, das mag bescheuert aussehen, aber ein Moment ist manchmal einfach zu kurz, um ihn durch das Ausrichten der Kamera vergehen zu lassen.

© Normen Gadiel

© Normen Gadiel

Bei diesem Foto bin ich froh, dass ich den Kuss fotografieren konnte, allerdings stören mich die anderen Menschen und der Roller. Der Blickwinkel hätte auch besser sein können. Aber das ist genau die Schwierigkeit bei der Straßenfotografie. Ich denke, dass man eine Art Gespür für Situationen entwickeln muss, um schon vor dem eigentlichen Foto am richtigen Fleck zu stehen.

Da in meinen Fotos der zufällige Moment eine große Rolle spielt und ich nicht bewusst versuche, Missstände aufzuzeigen, habe ich auch kein Problem damit, Menschen ungefragt zu fotografieren. Die entstandenen Fotos sind am Ende nur Abbildungen des mich umgebenden öffentlichen Raumes und der darin enthalten Gesellschaft. Ich finde es wichtig, dass diese Art der Fotografie immer einen Platz haben wird. Scripted reality brauchen wir in der Fotografie nicht.

© Normen Gadiel

© Normen Gadiel

Auch, wenn viele andere Fotografen ganz bewusst eine kleine, leise und somit unauffällige Kamera für die Straßenfotografie nutzen, macht es mir nichts aus, mit der doch eher klobigen 5D Mark II zu fotografieren. Wobei ich natürlich nichts gegen eine kleine und leise Leica hätte.

Ich werde einfach abwarten, wie sich meine Fotografien entwickeln. Sollte ich irgendwann zu dem Entschluss kommen, dass mich die Kamera aufgrund ihrer Größe daran hindert, Situationen so einzufangen, wie ich es mir vorstelle, dann werde ich mich nach Alternativen umschauen.

Das schöne an Fotos, die einen dokumentarischen Hintergrund besitzen, ist, dass sie sich wie ein Wein verhalten können. Die Fotos werden zwar nicht besser, jedoch steigt ihre Bedeutung im Sinne eines Zeitzeugen und die Fotos werden wertvoller – auch ohne monetären Hintergrund und zumindest für einen persönlich.


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13. März 2014

13 Mar

Ein Beitrag von: Thorsten Muehlbacher

London in Motion © Thorsten Muehlbacher


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DIY Camera Wrap Bag

13 Mar
Extra photos for bloggers: 1, 2, 3, 4

We know your camera is your favorite toy so why put in in a lame generic bag?

Show your camera (or phone) a little love and make it a totally rad wrap bag to keep it protected and looking great while off duty.

Get that glassy look off your face! We promise this requires only the teensiest bit of sewing.

PLUS as pay-off you get to customize it with any fabric/strap combo you choose.

Cats? Sequins? DO IT!

Learn How to Make Your Own Camera Wrap Bag

(…)
Read the rest of DIY Camera Wrap Bag (479 words)


© Erika for Photojojo, 2014. |
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Immer wieder Menschen

13 Mar

Ein Beitrag von: Normen Gadiel

Normalerweise fotografiere ich überwiegend inszenierte Portraits. Vermutlich liegt das daran, dass ich die Unterschiedlichkeit der Menschen sehr interessant finde. In den letzten Monaten hat sich aber immer mehr gezeigt, dass ich unterwegs auch gern Menschen fotografieren möchte – nur eben nicht mehr inszeniert, sondern in Form der Straßenfotogafie.

So richtig begonnen hat es für mich im Jahr 2012 auf dem Melt-Festival. Es ging mir damals nicht darum, die Bands zu fotografieren oder die Meute vor der Bühne. Mein Fokus lag auf Personen, die umherliefen, standen oder tanzten und sich dadurch von der Masse etwas isolierten. Wenn mir dann die Personen aufgrund ihres Aussehens, ihrer Bewegung oder Ähnlichem aufgefallen sind, wollte ich diesen Moment festhalten.

© Normen Gadiel

Bei der späteren Bearbeitung fand ich diese Bilder sehr ehrlich, da die Personen mich als Fotografen nicht wahrgenommen und somit ihre Haltung und Mimik nicht geändert haben. Durch diese Erfahrung bin ich auf die Idee gekommen, diesen dokumentarischen Stil öfters einzusetzen.

Also habe ich auch im nächsten Jahr meine Kamera wieder eingepackt und bin aufs Melt gefahren. Glücklicherweise habe ich dieses Mal vom Veranstalter einen Fotopass bekommen, was mir die Arbeit dort erleichtert hat.

Keine Kontrolleure, die einen schief angucken, wenn die Kamera etwas größer ist – ach, war das schön. Großen Männern in schwarz, ausgestattet mit einer Neonweste, den Unterschied zwischen Festbrennweite und Zoom-Objektiv zu erklären, konnte ich mir somit ersparen.

© Normen Gadiel

© Normen Gadiel

Aufgefallen ist mir auch, dass es mich bei der Straßenfotografie kaum interessiert, was andere Fotografen machen. Was nicht bedeuten soll, dass ich mich nicht gern durch Portfolios klicke. Viel mehr ist es so gemeint, dass ich nicht das Gefühl bekomme, Fotograf XY macht richtig gute Fotos und das würde ich so auch gern können.

Die Fotos sind etwas Persönliches, dokumentieren sie doch auch irgendwie mein Leben, den Raum, in dem ich mich bewege und meine Interessen. Alles, was in meine Bilder einfließt, sind die Inspirationen, denen man sich nicht entziehen kann, wenn man Bilder konsumiert. Ein Potpourri aus allem, was ich bisher gesehen habe.

© Normen Gadiel

© Normen Gadiel

Ich weiß, dass ich erst am Anfang stehe und meinen Blick noch üben muss. Allerdings habe ich jetzt schon einige Schätzchen, auf die ich stolz bin. Immer, wenn ich diese Fotos betrachte, merke ich, wie viel Freude sie mir bringen. Die Fotografie ist ein Medium, das es uns ermöglicht, auch nach Jahren die Erinnerungen zurückzuholen – ich finde das wunderbar.

Letztes Jahr ging es dann für mich nach Italien. Es war mein erster Urlaub, in dem ich wirklich bewusst nach Motiven gesucht habe. Ich habe mir bisher darüber nie Gedanken gemacht, aber warum sollte ich Dinge fotografieren, die schon Abertausende Male von anderen Menschen fotografiert wurden?

Während ich nach einem guten Motiv suche, passiert es oft, dass ich das Auge nicht vom Sucherfenster nehme, um den Augenblick nicht zu verpassen. Ich gebe zu, das mag bescheuert aussehen, aber ein Moment ist manchmal einfach zu kurz, um ihn durch das Ausrichten der Kamera vergehen zu lassen.

© Normen Gadiel

© Normen Gadiel

Bei diesem Foto bin ich froh, dass ich den Kuss fotografieren konnte, allerdings stören mich die anderen Menschen und der Roller. Der Blickwinkel hätte auch besser sein können. Aber das ist genau die Schwierigkeit bei der Straßenfotografie. Ich denke, dass man eine Art Gespür für Situationen entwickeln muss, um schon vor dem eigentlichen Foto am richtigen Fleck zu stehen.

Da in meinen Fotos der zufällige Moment eine große Rolle spielt und ich nicht bewusst versuche, Missstände aufzuzeigen, habe ich auch kein Problem damit, Menschen ungefragt zu fotografieren. Die entstandenen Fotos sind am Ende nur Abbildungen des mich umgebenden öffentlichen Raumes und der darin enthalten Gesellschaft. Ich finde es wichtig, dass diese Art der Fotografie immer einen Platz haben wird. Scripted reality brauchen wir in der Fotografie nicht.

© Normen Gadiel

© Normen Gadiel

Auch, wenn viele andere Fotografen ganz bewusst eine kleine, leise und somit unauffällige Kamera für die Straßenfotografie nutzen, macht es mir nichts aus, mit der doch eher klobigen 5D Mark II zu fotografieren. Wobei ich natürlich nichts gegen eine kleine und leise Leica hätte.

Ich werde einfach abwarten, wie sich meine Fotografien entwickeln. Sollte ich irgendwann zu dem Entschluss kommen, dass mich die Kamera aufgrund ihrer Größe daran hindert, Situationen so einzufangen, wie ich es mir vorstelle, dann werde ich mich nach Alternativen umschauen.

Das schöne an Fotos, die einen dokumentarischen Hintergrund besitzen, ist, dass sie sich wie ein Wein verhalten können. Die Fotos werden zwar nicht besser, jedoch steigt ihre Bedeutung im Sinne eines Zeitzeugen und die Fotos werden wertvoller – auch ohne monetären Hintergrund und zumindest für einen persönlich.


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Kreativität

12 Mar

Mein Psychologielehrer machte mit uns zu Beginn der Lehreinheit „Kreativität“ ein Experiment: Wir hatten eine Minute Zeit, alle weißen Lebensmittel aufzuschreiben, die uns in den Sinn kamen. Alle schrieben eifrig und die Blätter füllten sich schnell.

Bei der Auswertung ging es jedoch nicht darum, möglichst viele Lebensmittel gefunden zu haben, sondern besonders einzigartige. Mehl und Eier standen wahrscheinlich auf jedem Zettel, während Mäusespeck und Zuckerwatte kaum einer aufgeschrieben hatte.

Gezeigt werden sollte uns damit, dass kreative Ideen durch originelles, einzigartiges Denken entstehen. Künstler können gut assoziativ denken, ihre Leistung liegt meist darin, gängige Denkstrukturen zu durchbrechen, wodurch ihre Arbeiten häufig nicht nur als etwas Besonderes bewertet werden, sondern auch schnell als verrückt.

Warum einige Menschen kreativer sind als andere, ist wahrscheinlich sogar genetisch verankert. Einer Studie der Semmelweis-Universität in Budapest zufolge gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Neuregulin-Gen und der Kreativität eines Menschen. Gleichzeitig besteht jedoch auch ein Zusammenhang des Gens mit Schizophrenie.

Das Gen kommt in einer C- und einer T-Variante vor. Probanten, die von ihren Eltern jeweils die T-Variante vererbt bekamen, gaben originellere Antworten, neigten jedoch auch häufiger zu Schizophrenie. Probanten mit der CC-Variante wurden als am wenigsten kreativ bewertet, während Träger der CT-Variante mittelmäßig abschnitten.

Nun nahmen an dieser Studie nur 200 Probanten teil, die zum Großteil aus künstlerischen und akademischen Berufen kamen. Um die Ergebnisse zu untermauern, wäre eine größere, repräsentativere Studie nötig. Aber das Ergebnis zeigt schon in die Richtung einer gängigen Meinung: Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander.

Schon Aristoteles meinte, es gäbe kein großes Genie ohne einen Schuß Verrücktheit. Und viele berühmte Künstler scheinen es zu bestätigen: Robert Schumann, Vincent van Gogh oder Sylvia Plath, um nur einige wenige zu nennen.

Nun heißt das nicht, dass jeder, der kreativ ist, auch droht, wahnsinnig zu werden oder gar selbstmordgefährdet ist. Kreativität ist etwas, zu dem jeder Mensch fähig ist und zeigt sich bei jedem Menschen anders: Fotografieren, Malen, Schreiben, Musizieren, Witze machen oder ganz anders.

Um die eigene Kreativität zu fördern, gibt es viele Möglichkeiten. Wie bereits geschrieben, geht es darum, neue Denkstrukturen zu entwickeln. Anbei ein paar Tipps, die aus meiner persönlichen Erfahrung schöpfen:

1. Sich selbst nicht zu ernst nehmen.
Habe ich Angst, etwas falsch zu machen oder albern zu wirken, dann blockiere ich mich. Dabei ist es doch völlig egal, denn wenn das Resultat wirklich albern ist, hatte ich zumindest viel Spaß. Zudem verpflichte ich mich ja nicht, es auch zu veröffentlichen.

2. Kreativität kann man nicht erzwingen.
Kreativität kommt oft zu Besuch, wenn sie möchte, man muss es ihr nur gemütlich machen. Zum Beispiel durch einen schönen Spaziergang, einen lustigen Abend mit Freunden, Tanzen, Lachen. Unter Druck bleibt sie jedoch gern weg.

3. Inspirieren lassen.
Arbeiten und Werke anderer Künstler können stark inspirieren. Diese müssen nicht einmal auch Fotografien sein. Auf mich selbst wirkt Musik sehr stark, aber auch Gedichte und Malerei formen oft Bilder in meinem Kopf, die ich anschließend umsetzen kann.

4. Ideen auf Vorrat sammeln.
Manchmal gibt es einfach Zeiten, in denen ich so viele Ideen habe, dass ich sie gar nicht alle umsetzen kann. Dann schnappe ich mir einen Stift und mein Notizbuch und zeichne sie oder schreibe sie auf. Kommt dann wieder eine Zeit, in der mir nichts einfallen will, ist mein Notizbuch Gold wert. Oft bringen mich meine früheren Einfälle zum Staunen und ohne Buch wären sie wohl verloren gewesen.

5. Inspiration aus Fehlschlägen.
Es gibt hin und wieder fertige Bilder, die mich trotz toller Grundidee einfach nicht überzeugen. Ich hebe sie dennoch auf und sehe sei mir nach einiger Zeit noch einmal an. Mit etwas Abstand finde ich leichter die Fehler, die ich gemacht habe und kann es noch einmal versuchen. Meine Möglichkeiten und Fähigkeiten verändern sich und wachsen und das schlechte Bild vom letzten Jahr wird so vielleicht zu einem zeigenswerten Foto.

Was hilft Euch dabei, kreativ zu werden? Ergänzt meine Punkte gern in den Kommentaren und erzählt, wann die Kreativität bei Euch zu Besuch kommt oder auch, wann sie sich versteckt hält.

Titelbild von Laura Zalenga.


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11. März 2014

11 Mar

Ein Beitrag von: Austen Sorensen

Mensch, Mann, Feld, Blüte, Blumen, Sonnenuntergang


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