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Archive for the ‘Equipment’ Category

Gemischter Leibsalat

04 Apr

Marcel Pommer kennt Ihr vielleicht schon von ein paar ausgefallenen Rezepten im Augenschmaus. Er fotografiert Essbares aber auch zusammen mit nackten Frauen oder letztere ohne Gemüsebeilagen. Ausnahmsweise fällt es mir dabei schwer, zu beschreiben, was mich an diesen Bildern fasziniert, ohne festzustellen, dass alle anderen – auch die ach so großen Vorbilder im Genre – es einfach nicht gut genug machen.

Marcels Blick auf seine Modelle ist eindeutig in die Formen des weiblichen Körpers verliebt, aber ohne die ganz rosarote Brille, denn alle Speckrollen, Flecken und Streifen gehören auch dazu. Ebenso wie die Ironie, ohne die alle Angelegenheiten mit ein oder zwei nackten Personen schnell langweilig sind.

Man sieht die Damen also so klassisch schön oder auch unschön, wie sie eben sind. Abgebildet auf eine Weise, die die Realität betrachtet, ohne geifernd, lechzend oder – am anderen Ende der Skala – weichgezeichnet zu sein. Seine Modelle wiederum werfen mir als Betrachter, sofern ihre Gesichter zu sehen sind, keine „bitte nimm mich dringend“ sagenden Blicke zu, was mich enorm entspannt.

Das Ganze spielt oft in der Natur, aber nicht der friedrich-romantisch’schen, sondern gern mal im Walddreck gewälzt. Oder in Form von Obst und Zimmerpflanzen in geschlossenen Räumen, wo man den Balanceakt schafft, den lustigen Umstand, dass manche Körperteile Früchten ähneln, ohne (sichtbares) Kichern und Prusten in ästhetische Bilder zu bannen.

© Marcel Pommer© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

© Marcel Pommer© Marcel Pommer
© Marcel Pommer© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

© Marcel Pommer© Marcel Pommer
© Marcel Pommer© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

© Marcel Pommer© Marcel Pommer
© Marcel Pommer© Marcel Pommer

alien technology © Marcel Pommer

© Marcel Pommer© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

Es bleibt sichtbar immer eine Inszenierung und spielt genau damit. Der Fotograf und das Modell schaffen eine Szene, die nicht so furchtbar angestrengt versucht, natürlich, beiläufig oder alltäglich daherzukommen. Sondern: Ja, wir machen Nacktfotos, die später andere anschauen und die auch mal seltsam sind. Danke, dass ich Betrachter mich nicht als Voyeur oder zu Autoerotik genötigt fühlen muss.

Wer zur wahrscheinlich kleinen Gruppe – warum gibt es sonst so wenig Ähnliches? – gehört, der derlei analoge Schwarzweiß-Fotografien gefallen, der findet diese und viele andere Arbeiten von Marcel Pommer auf seiner Webseite sowie bei Facebook, Flickr oder deviantART.


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3. April 2014

03 Apr

Ein Beitrag von: Sebastian

Untitled-©-Sebastian


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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DIY Clay Camera Tags

03 Apr
Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

Cherries go on cake, chocolate fudge on ice cream and camera tags on awesome gifts.

Camera tags are the gift (wrap) that keeps on giving. Long after the gift has been unwrapped and forgotten, this tag will live on.

They are simple to make and will impress your photo mad friends before they’ve even opened the gift.

Ready to be a wrap rockstar? Follow us.

Learn How to Make Your Own Camera Tags

(…)
Read the rest of DIY Clay Camera Tags (256 words)


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Sieh, das Gute liegt so nah

03 Apr

Letzte Woche erreichte mich unter meinem fotografischen Rückblick folgender Kommentar von Tobias Weisserth. Bezug nehmend darauf, dass ich in Karlsruhe wohne und Menschen auf der Straße fotografiere, schrieb er unter anderem Folgendes:

Für Fotografie braucht man Inspiration. Inspiration ist auch, wenn nicht vor allem, vom Ort abhängig. In deutschen Kleinstädten findet man das weniger. Ich weiß das, weil ich auch in sehr vielen deutschen Kleinstädten gelebt habe: Brühl, Kaiserslautern, Zweibrücken und einige andere. Karlsruhe fällt für mich auch in diese Kategorie. Ich habe mich nach dem Studium bewusst für eine Großstadt entschieden, auch wenn hier die Mieten dreimal bis viermal so teuer sind wie in einer Kleinstadt.

Nichts würde mich aus Hamburg in eine Stadt wie Karlsruhe bewegen können. Außerdem führt mich mein Beruf beinahe monatlich in Städte wie London, Paris, San Francisco, Las Vegas, Washington D.C., New York, Seattle, Turin. Ich war dieses Jahr bereits in Seattle und Las Vegas und werde im April wieder Zeit in Las Vegas, New York und San Francisco verbringen. DAS bringt Inspiration!

Auch wenn ich nicht hauptberuflich Fotograf bin, habe ich mein Leben und meinen Beruf nach meinen fotografischen Bedürfnissen ausgerichtet. Der wesentliche Bestandteil dieser Ausrichtung ist das heimische Umfeld und die Möglichkeit, regelmäßig an verschiedene Orte der Welt zu reisen.

Statt einer fotografischen Pause würde ich einfach mal einen fotografischen Ortswechsel empfehlen und Karlsruhe Karlsruhe sein lassen und andere Bühnen erkunden, vielleicht auch längerfristig mit einem Umzug in andere Stadt oder gar in ein anderes Land.

Warum ich hier darauf eingehe

Als ich letzte Woche von einem Bekannten auf Tobias’ Kommentar angesprochen wurde, merkte ich im Gespräch darüber, wie viel das Thema eigentlich hergibt. Denn es geht hier nicht um Tobias, sondern um die Aussage, die nicht selten in fotografischen Kreisen kursiert.

Doch damit ich das Thema nicht irgendwie mit metaphorischem Herumgeschwurbel erklären muss, habe ich mich entschieden, das letzte Drittel seiner Worte hier zu zitieren. So kann niemand behaupten, dass „sowas doch keiner denkt“.

Wichtig: Das Zitat oben behandelt nur den letzten Teil des Kommentars, den ganzen Kommentar könnt Ihr hier nachlesen.

Spezifikationen des Artikels

Ich bin kein Profi. Weder mag ich die Bezeichnung, noch bin ich der Schlaumeier vom Bau. Zwar geben sich „Profi-Fotografen“ gerne als solche aus, doch – oder gerade weil – die Erwartungen an mich oft in dieser Form geäußert werden, möchte ich mich direkt davon distanzieren.

Ich argumentiere hier als Mensch und kann deshalb nur von mir und meinen subjektiven, bruchstückhaften Erfahrungen sprechen.

Kommentierung des Kommentars

Ich werde nun einzelne Aussagen von Tobias herausgreifen und besprechen.

Für Fotografie braucht man Inspiration. Inspiration ist auch, wenn nicht vor allem, vom Ort abhängig.

Zu allererst wird hier die Argumentationsgestaltung von Tobias deutlich. Er setzt eigene Erfahrungen absolut, er spricht (wenn auch unbewusst) von „man“. Und „man“ wird im deutschen Sprachgebrauch stellvertretend für ich/wir benutzt. Oder auch als gedachte Person, die nach eigenem Ermessen richtig handelt1.

Im ersten Satz mag das noch passend sein, doch schon ab dem zweiten wird es haarig. Inspiration ist seiner Aussage nach vom Ort abhängig. Für alle.

Ich möchte an dieser Stelle im oben aufgeführten Kontext bleiben: Straßenfotografie. Diese findet an Orten statt, an denen sich Menschen aufhalten. Dörfer, Kleinstädte, Großstädte. Sogar in der Natur.

Daher würde ich sagen: Straßenfotografie ist natürlich vom Ort abhängig, aber von welchem ist – Gott sei Dank – jeder Person selbst überlassen. Und somit auch die …

Inspiration

Wer sich von welchem Ort inspiriert fühlt, ist so offen, wie Oma Friedas Scheunentor morgens um fünf. Inspiration hat so viele Gesichter, dass sie sich eben nicht an einen Ort binden lässt.

Um bei mir zu bleiben: Inspirierend ist für mich das Leben, wie es ist. Gespräche mit Freunden, Bücher und vor allem Bildbände. Diese führen mir vor Augen, wo Fotografen gelebt haben und wie sie damit umgegangen sind.

Und ganz besonders fühle ich mich inspiriert, wenn ich durch Karlsruhe laufe. Hier bin ich zuhause, kenne mich aus und fühle mich auf gewisse Weise mit den hier lebenden Menschen verbunden. Das Wörtchen Heimat kommt hier auch ins Spiel.

In deutschen Kleinstädten findet man das weniger. Ich weiß das, weil ich auch in sehr vielen deutschen Kleinstädten gelebt habe: Brühl, Kaiserslautern, Zweibrücken und einige andere. Karlsruhe fällt für mich auch in diese Kategorie.

In deutschen Kleinstädten findet man das (= Inspiration) weniger. Aha? Nochmal: Hätte Tobias „ich“ statt „man“ geschrieben, kein Problem.

Jedoch möchte ich dem Ganzen mal eines entgegensetzen: Ich mag deutsche Kleinstädte. Sehr sogar. Sie mögen trist und karg sein, vielleicht sogar hässlich. Manche Ecken sind wunderbar architektonisch gestaltet, andere brutal versifft, vernachlässigt und kaputt.

Was ist daran nicht liebenswert? Warum kann mich das nicht inspirieren? Gerade die Interaktion der dort wohnenden Menschen mit urbanen Elementen festzuhalten, kann sehr herausfordernd sein.

Außerdem führt mich mein Beruf beinahe monatlich in Städte wie London, Paris, San Francisco, Las Vegas, Washington D.C., New York, Seattle, Turin. Ich war dieses Jahr bereits in Seattle und Las Vegas und werde im April wieder Zeit in Las Vegas, New York und San Francisco verbringen. DAS bringt Inspiration!

Schön! Auch ich war schon in diversen „Weltstädten“ wie New York, Paris, Barcelona und und und. Ich liebe es, mir unbekannte Kulturen kennenzulernen. Das ist erfrischend, neu und wirklich spannend. Jedoch sind sie für mich nicht per se besser oder schlechter zum Fotografieren geeignet als Karlsruhe.

Ich mag Karlsruhe sehr. Warum? Weil es mir auch emotional nahe ist, weil ich meine eigene Geschichte damit verbinde, weil es ein bisschen zu mir gehört. Gerade das ist für mich (wohlgemerkt: für mich) fotografische Herausforderung und zugleich Arbeit an meiner handwerklichen Kompetenz.

Ganz nebenbei bin ich nicht so reich, dass ich regelmäßig Ausflüge in allerlei Weltstädte buchen könnte. Ich kann es mir schlicht und einfach nicht leisten. Und wenn ich ehrlich bin, will ich auch nicht. Ich habe hier die besten Freunde und meine Familie. Und das spielt für mich eine große Rolle.

Umzug?

Statt einer fotografischen Pause würde ich einfach mal einen fotografischen Ortswechsel empfehlen und Karlsruhe Karlsruhe sein lassen und andere Bühnen erkunden, vielleicht auch längerfristig mit einem Umzug in andere Stadt oder gar in ein anderes Land.

Wir sind also an der Spitze der Argumentation angekommen. Tobias rät mir, umzuziehen. Zur Not sogar in ein anderes Land.

Nun, ich werde mal die Inspiration Inspiration sein lassen und hier keine Haarspalterei betreiben.

Wenn die Konsequenz des Fotografierens jedoch sein sollte, dass ich nicht mehr dort leben kann, wo ich zuhause bin, dann male ich lieber kitschige Bilder von Bachblüten oder suche mir ein anderes Hobby.

Jedoch ist die Fotografie für mich exakt das Gegenteil. Sie bedeutet, achtsam und – Achtung, antiquiertes Wort – dankbar für das zu sein, was um mich herum ist. Hinter die Dinge und Personen zu schauen und selbige nicht als selbstverständlich zu sehen.

Ich für meinen Teil ziehe es jedenfalls vor, so zu arbeiten, als der Inspiration hinterherzureisen. Denn auch – man glaubt es kaum – ein Paris, New York oder Frisco kann irgendwann langweilig werden.

Und dann?

Langeweile

Vor nicht allzu langer Zeit hat mir ein ambitionierter New Yorker Straßenfotograf gestanden, dass er New York inzwischen schrecklich langweilig fände. O-Ton: „It bores the hell out of me.“

Er kenne mittlerweile jede Straße auswendig (und das muss was heißen), es gäbe nichts Neues mehr und außerdem wäre es seiner Ansicht nach nichts Außergewöhnliches, in solch einer Weltstadt zu fotografieren. Das könne jeder.

Immer, wenn ich ihm von Karlsruhe erzählte, bekam er große Augen. Wollte mehr davon hören. Für ihn war dieses unbekannte Karlsruhe, das er nur von meinen Bildern kannte, überhaupt nicht langweilig.

Mir hat das zu denken gegeben.

Ich glaube, dass ich als Straßenfotograf die Aufgabe habe, meine Heimat zu dokumentieren. Den Ort, an dem ich lebe, zu karikieren, einzufangen, plastisch zu machen. Damit sich Menschen in 30 Jahren daran erinnern können, wie es damals war.

Für mich ist das Inspiration. Und ich muss nur zur Haustür hinauslaufen und es kann losgehen. Ist das nicht toll? Finde ich schon.

Abschließen möchte ich mit einem Zitat von Mihály Csíkszentmihályi, einem emeritierten Professor für Psychologie an der University of Chicago, aus seinem Buch „Creativity: Flow and the Psychology of Discovery and Invention“*:

[…] creative individuals are remarkable for their ability to adapt to almost any situation and to make do with whatever is at hand to reach their goals.

Dieses Zitat schließt beides mit ein: Menschen, die sich an neuen Orten schnell anpassen können und diejenigen, die auch in der Heimtatstadt klarkommen. Kreativ zu sein, ist nicht entweder oder. Es ist mehr. Denn es hat etwas mit Persönlichkeit zu tun.

1 Quelle: Wiktionary zu „man“

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas kauft, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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2. April 2014

02 Apr

Ein Beitrag von: Flo.We

Being Part of the Nature © flo.we


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Star Wars Miniaturfotografie mit Lego

02 Apr

Star Wars? Hat mich nie interessiert. Vielleicht hatte ich auch den falschen Freundeskreis dafür. Möglich. Heute werde ich mit hochgezogenen Augenbrauen bestaunt, wenn ich mit verschränkten Armen gestehe, keinen einzigen Teil der Triologie gesehen zu haben.

„Ach was. Echt nicht? Kann nicht sein. Das gehört doch dazu!“ – „Krieg der Sterne? Mir doch schnuppe.“

Alle darauf folgenden Überzeugungsversuche, mich für das unsägliche Filmerlebnis zu gewinnen, scheitern meist kläglich an meiner Leidenschaftslosigkeit für das Genre.

Doch: Seit zwei Wochen interessiert mich das Thema. Warum das? Weil ich wissen will, was den Fotografen Vesa Lehtimäki an Star Wars fasziniert hat.

Auf mein neugieriges Nachfragen hin kommt er ins Plaudern:

2009 fing ich an, Spielsachen zu fotografieren. Die eigentliche Idee war, alles, was wir hatten zu dokumentieren, bevor die Sachen kaputtgehen, verschwinden oder weggegeben würden. Und mit den Star-Wars-Figuren kam meine Begeisterung für die Original-Triologie wieder hoch und das Projekt geriet außer Hand.

Schon interessant, was passiert, wenn ein Projekt außer Hand gerät, nicht war?

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Star Wars Lego © Vesa Lehtimäki

Vesa selbst schreibt weiter, er habe „es sehr genossen, die Spielzeuge abzulichten und die Möglichkeiten der Miniatur-Fotografie auszuschöpfen“. Übrigens ist Vesa sowohl auf Facebook als auch auf Twitter zu finden.

Ja, so ist das eben, wenn die Dinge zusammenkommen: Für mich ist das Star-Wars-Projekt ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es ist, das zu fotografieren, womit man sich identifiziert, was einen begeistert, kurz und ein wenig kitschig: Was man liebt.

Und jetzt? Richtig. Jetzt kaufe ich mir die Star-Wars-Trilogie*.

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Im Gespräch mit Grit Schamass

02 Apr

Hoffentlich gibt es nicht allzu viele Hausstauballergiker unter Euch. Und falls doch, so hoffen wir zumindest, dass Ihr nicht auch allergisch auf Bilder von Staub reagiert. Diesen hat sich die Fotokünstlerin Grit Schamass nämlich als ungewöhnliches Motiv für ihre Werkreihen auserkoren.

Staub, Plural: Stäu·be, Stau·be (Deutsch)
Substantiv, m
Der Plural wird meist nur in technischem Zusammenhang verwendet und bezieht sich auf mehrere Arten von Staub, also einen Sortenplural. (Wiktionary)

kitchen tiles © Grit Schamasskitchen tiles © Grit Schamass

Hey, Grit. Super, dass Du Dir die Zeit für ein Interview genommen hsat. Erzähl doch mal: Wie hat das bei Dir angefangen mit der Fotografie und wie bist Du dorthin gekommen, wo Du heute bist?

Kunst hatte eigentlich schon immer eine große Präsenz in meinem Leben. Als Kind habe ich es geliebt, mit dem zu spielen, was ich in der Natur und der Wohnung gefunden habe. Und später habe ich mir aus ungewöhnlichen Dingen Spielzeug selbst gebaut. Etwas Eigenes erschaffen fand ich immer spannender als die fertigen Dinge nur zu benutzen.

Ich glaube, meine Eltern waren sehr glücklich darüber, dass ich ihnen nicht immer in den Ohren gelegen habe, auch diese Puppe oder jenes neue Pony aus der Fernsehwerbung haben zu wollen. Sie hatten nie viel Geld und mussten damit ja nicht nur mich, sondern auch meine sechs Geschwister versorgen. Das hat mich sicherlich geprägt, wir haben auch alles aufgehoben, was noch zu irgendetwas zu gebrauchen war.

white mystery © Grit Schamass

Im Kunstunterricht in der elften Klasse hatte ich dann eine Art Erweckungsmoment, als wir zum Thema Dadaismus Collagen aus Müll angefertigt haben. An sich war ich da natürlich schon in meinem Element, aber es war etwas Neues und Aufregendes für mich, aus Resten etwas zu machen, was erst einmal nur aus Selbstzweck existiert.

Was nur das Ziel hat, an einer Wand zu hängen, angesehen zu werden und keine Funktion oder weiteren Zweck haben muss. Aber im besten Falle trotzdem eine Botschaft. Ich habe von diesem Ansatz aus dann weitergearbeitet und viel mit Skulpturen und in den Raum ragenden Collagen gearbeitet.

wuthering heights © Grit Schamass

Um mein Studium an der Universität der Künste in Berlin zu finanzieren, habe ich auch eine Weile bei der Müllabfuhr gearbeitet. Da hatte ich dann einen schön parallelen Zugang zu meinem Arbeitsmaterial und kam auch mal aus dieser ganz hochgestochenen Gesellschaft raus. Leider haben die Arbeitszeiten oft mit meinen Vorlesungszeiten kollidiert, weshalb ich das nicht lange machen konnte.

Während meines Studiums habe ich dann gemerkt, dass mein bisheriger Weg gewissermaßen in eine Sackgasse führt. Das Konzept für meine Skulpturen war zu offen und es wirkte mir selbst immer stärker zu aufgesetzt, mir gezielt die verrückten und seltsamen Teile aus dem rauszufischen, was andere Menschen wegwerfen. Ich wollte etwas Allgemeingültigeres, weniger Ausgewähltes. Ich wollte meine Arbeiten viel stärker auf den Alltag stützen.

shapes © Grit Schamass

Und da bist Du dann irgendwann – im wahrsten Sinne des Wortes – über den Müll gestolpert, der uns wirklich ständig umgibt, nämlich Staub und anderen „Hausmüll“ aus den feinsten Poren unserer Wohnungen?

Genau, ich habe mich immer weiter vorgearbeitet, immer stärker verallgemeinert und denke nun, dass es – abgesehen von kosmischem Staub – kaum noch eine größere Ebene gibt, auf die ich mich begeben könnte.

Wichtig war für mich auch der Schritt weg vom Zusammensetzen des Materials. Inszenieren möchte ich schon, aber eher im Sinne der Darstellung der tatsächlichen Gegebenheiten, in spannendes Licht gerückt. Deswegen war für mich dann die Fotografie auch das Mittel der Wahl, weil ich ja Dokumentation und Kunst miteinander verbinden wollte.

Da das Medium für mich zu diesem Zeitpunkt ziemlich neu war, wollte ich so viel wie möglich darüber lernen und habe einige Praktika bei anderen künstlerischen Fotografen absolviert. Allerdings waren die eher ernüchternd, meistens war der Lohn dafür ziemlich mager und ich habe mehr Kaffee gekocht, Rechnungen kopiert und Büros geputzt als wirklich etwas Brauchbares gelernt. Die Namen nenne ich jetzt mal lieber nicht.

cobweb © Grit Schamass

Oh, das klingt ja nicht schön. Toll, dass Du trotzdem dran geblieben bist und wir nun die Früchte dieser Arbeit genießen dürfen. Hast Du eine konkrete Botschaft in Deinen Bildern?

Es geht mir vor allem um das Gefühl, das sich beim Betrachten entwickelt. Staub, Haare, Hautschuppen, Krümel und was sich so alles auf dem Fußboden, in den Ecken und Zwischenräumen findet, wird ja erst einmal eher mit Ekel betrachtet. Dabei handelt es sich um einen Mikrokosmos, der ein unverzichtbarer Teil des Lebenskreislaufes ist, in dem wir uns befinden.

Ich finde, dass diese Tatsache viel mehr Aufmerksamkeit und Achtung verdient. Ein so zentraler Bestandteil unseres Lebens wird geächtet und geschmäht – also stelle ich ihn in das Zentrum meiner Arbeiten. Und stelle die Frage, ob es dort nicht auch viel zu entdecken gibt, was uns entgeht, wenn wir diese Zeugnisse der Schöpfung am wöchentlichen Putztag mit einem Knopfdruck am Staubsauger so brutal aus unserem Sichtfeld entfernen.

black © Grit Schamass

Wie entstehen denn bei Dir neue Bilder, wenn das Motiv grundsätzlich immer das gleiche bleibt?

Ja, was Du da ansprichst, ist schon schwierig. Aber ich sehe das als Herausforderung. Man könnte sich immer ein neues Motiv suchen, sobald man sich mit einem kurz beschäftigt hat, aber dann arbeitet man meiner Meinung nach zu oberflächlich. Um tief in die Möglichkeiten eines Motives vorzudringen, muss man dranbleiben.

Und es ist ja auch wichtig, seine eigene oberflächliche Betrachtungsweise abzulegen. Auf Portraits sind auch immer nur Menschen zu sehen. Werden sie deswegen per se langweilig, wenn man schon mehrere davon gemacht hat? Mit Staub verhält es sich ebenso: Man muss die ganz persönlichen Unterschiede jedes Mal wieder erkennen und angemessen in Szene setzen.

city map © Grit Schamass

Du fotografierst analog und meistens schwarzweiß, warum?

Am Anfang habe ich nur digital gearbeitet. Das ist gut für die Lernkurve, aber von der Ästhetik her viel zu glatt. Gerade bei meinem Thema und meinen Protagonisten! Das organische Korn unterstreicht den ebenso zufälligen und über die Zeit gewachsenen Charakter der Motive ganz wunderbar.

Das Schwarzweiße wiederum bietet sich an, um auf das Wesentliche zu reduzieren. Insbesondere dann, wenn es keine besonderen farlichen Highlights in einem Staubkonglomerat gibt. Manchmal ist es ganz reizvoll, wenn zum Beispiel in einem Haushalt jemand rote Haare hat, diese Farbnuancen wiederzufinden. Aber im Allgemeinen ergibt sich nur ein Grau in Grau und dann ist man im Grunde schon bei schwarzweiß.

personal © Grit Schamass

Was machst Du, bevor Du auf den Auslöser drückst? Hast Du beim Arbeiten so eine Art Konzept?

Da ich immer seriell arbeite, steht am Anfang tatsächlich ein formales Konzept, das ich bearbeiten möchte. Zum Beispiel einzelne Dinge auf einer reinweißen Fläche zeigen, senkrecht von oben. Oder einmal die besonders großen Ballen in den dunklen Ecken zeigen, nah dran und formatfüllend.

Oder ich studiere, wie sich verschieden geformte Strukturen, die ja oft auch offen sind, in den Raum greifen, sich auflösen und neu zusammenfinden, in verschiedene Formate bringen lassen. Anschnitte ergeben eine ganz neue Wirkung, lassen einen Ballen größer wirken als er tatsächlich ist, weil die menschliche Wahrnehmung darauf getrimmt ist, das Sichtbare über den Rand hinaus fortzusetzen.

the straight line © Grit Schamass

Wie verhält es sich mit der Präsentation Deiner Bilder? Reicht Dir dafür das Netz oder möchtest Du auch eine haptische Erfahrung?

Das ist eine spannende Frage, denn die unterschiedlichen Stofflichkeiten von Staub, Haaren und Kleinkram äußern sich natürlich nicht nur in ihrem Aussehen, sondern ganz besonders in ihrer Haptik. Wer sich noch nie überwunden hat, einmal in ein solches Büschel hineinzugreifen und es ganz langsam zwischen den Fingern zu reiben, auf der Haut zu fühlen, kann das sicher nicht nachvollziehen.

Solange ich also über die Entfernung des Netzes hinweg nur Bilder zeigen kann, bleibt mir lediglich der Aufruf zu dieser seinserweiternden Erfahrung. Vielleicht wäre es ein spannender Ansatz für eine Ausstellung in der Zukunft, neben den Bildern auch Möglichkeiten zum Anfassen zu bieten.

white mystery © Grit Schamass

Dann könnte man an den Anfass- und Anschauungsobjekten auch noch eingehend die dreidimensionale Ausdehnung, ja, fast Bauart studieren. Was da passiert, ist ja beinahe Architektur en miniature, da gelten ja ebenso die Gesetze der Statik.

Erst einmal freue ich mich aber auf die Reaktionen der Menschen, die ich jetzt zusätzlich erreichen kann. Meine Fotografien über die Grenzen der Kontinente hinweg allen zeigen zu können ist ja etwas ganz Neues für mich. Vielleicht hat der Staub überall auf der Welt eine ganz ortstypische Konsistenz?

Liebe Grit, ich danke Dir sehr für diese Einsichten in Deine außergewöhnlichen Arbeiten!

Grit Schamass zeigt ein paar ausgewählte Werkreihen aus ihrem Schaffen im Portfolio auf Flickr. Ihre eigene Webseite ist noch in Arbeit.


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1. April 2014

02 Apr

Ein Beitrag von: Michael Savage

© Michael Savage


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90 von 365 Tagen

02 Apr

Noch immer mache ich mein 365-Tage-Projekt. Der März hat es mir jedoch nicht leicht gemacht. Teilweise kam ich ganz schön ins Straucheln und die entstandenen Bilder waren manchmal banaler als mir lieb ist.

Der März hat mir gezeigt, wie einfach es ist, aus dem Takt zu kommen, welch kleine Dinge die Motivation senken und wie schwer es ist, sich wieder aufzuraffen. Alles begann mit einem kaputten Selbstauslöser. Da ich bis dahin meist Selbstportraits gemacht hatte, warf mich das ganz schön zurück.

Ich wurde gezwungen, meine Pläne umzuwerfen und andere Dinge zu fotografieren. Denn so ein Selbstauslöser verwöhnt ganz schön und dann auf einmal ohne zu arbeiten, schien mir zunächst unglaublich schwer, ja sogar unmöglich.

© Katja Kemnitz

Zum Glück entdeckte ich die Nahlinsenempfehlung von Jennifer. Kurzerhand bestellte ich mir vier Nahlinsen für knapp 20 € und begann, mich an Makroaufnahmen zu versuchen. Es folgten dadurch einige banale Bilder von Blüten und Bienen. Aber es macht unglaublichen Spaß!

Auch mich selbst fotografierte ich mit den Nahlinsen und kann sagen: Nach einer Nahaufnahme des Gesichtes mit vier Dioptrien möchte man sich erst einmal unter der Bettdecke verstecken und weinen. Aber Dank moderner Bildbearbeitung ist dabei sogar eines meiner Lieblingsbilder des Monats entstanden.

© Katja Kemnitz

Ein weiter Rückschlag war, dass andere Fotografen, die ich verfolge, ihre Tage- und Wochenprojekte aufgaben. Jedes Mal ein ganz schöner Schlag auf die Motivation. Was mich wieder aufbaute, waren großartige Fotografen, die mit ihren Projekten bereits fertig sind oder in den letzten Zügen liegen.

Allen voran Logan Zillmer, der sich jeden Tag selbst in unglaublichen, konzeptuellen Bildern inszeniert und genau heute sein Projekt abschließen müsste. Ich bewundere ihn sehr und kann mir nur vage vorstellen, was ihn das für Nerven und Zeit gekostet haben muss. Denn während ich an manchen Tagen auch einfach nur meine Tochter beim Spielen aufnehme, erstellte er jeden Tag aufwändige, großartig bearbeitete Kunstwerke.

© Katja Kemnitz

Ein „positiver Rückschlag“ in meinem Projekt ist meine erste Einzelausstellung in Köln, die mich doch stark einspannt und mir die Zeit für die Umsetzung großer Bildideen nimmt. Aber das nehme ich dann doch gern in Kauf.

Generell merke ich, dass es mir immer einfacher fällt, auch simple Bilder zu zeigen, besonders, wenn ich selbst damit etwas verbinde. Zum Beispiel die Beerdingung eines kleinen Vogels, den meine Kinder im Gebüsch fanden. Oder der erste Gänseblümchenstrauß des Jahres in der Vase auf der sonnenbeschienenen Kommode.

© Katja Kemnitz

Dennoch hoffe ich, dass der April wieder etwas aufregender wird und ich Dank repariertem Selbstauslöser weiter an meiner Waldserie arbeiten kann. Auf meinem Tumblr könnt Ihr mitverfolgen, wie es wird.


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101 Landscape Visionary Insights Not To Miss – A New eBook & Video Series

02 Apr

If you love outdoor photography and are hungry to learn more from seasoned professionals then there is a great eBook and video series that has just been launched: 101 Visionary Insights. 10 professional photographers, including myself, discuss inspiring and creative techniques to improve your photography and get the most out of your time in the field.

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101 Visionary Insights eBook & Video series - featured Jim M. Goldstein

 

Copyright Jim M. Goldstein, All Rights Reserved

101 Landscape Visionary Insights Not To Miss – A New eBook & Video Series

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