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Archive for the ‘Equipment’ Category

DIY: Camera Brooch

01 May
Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

Boring Blazer? Tiresome Trench? Stupid Suit?

No need to rush out for a full-on makeover. Give your stale clothes a splash of character with a DIY Camera Brooch.

All it takes are a few supplies and your kindergarden coloring skills.

You’re just twenty minutes away from adding fashionable flair to your wearisome wardrobe.

Learn How to Make a Camera Brooch

(…)
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© laurel for Photojojo, 2014. |
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Schau mich nicht an

01 May

Wir haben viele Möglichkeiten, unserem Gegenüber zu zeigen, wer wir sind und was uns wichtig ist. Anhand der Mimik und unseres Verhaltens lesen wir einander wie Bücher.

Alle paar Monate betrachte ich meine Bilder. Alle Bilder, die ich seit 2010 gemacht habe. Es sind eine Menge, aber zum Glück nicht so viele. Sie füllen lediglich drei Negativordner.

Ich versuche, in der Gesamtheit der Bilder etwas zu entdecken. Eine Botschaft oder eine Linie, der ich unbewusst folge. Ich bin ein sensibler Mensch, möchte ich behaupten, und ich denke oft erst nach, nachdem ich etwas getan habe. Das hat mir mein Vater schon als Kind vorgeworfen. Es scheint eine mich definierende Eigenschaft zu sein.

Im Alltag versuche ich natürlich angepasst erst zu denken und dann zu handeln, man möchte ja im Rudel überleben. Aber in der Fotografie läuft das anders. Mein Werkzeug ist die Kamera, die ich lernte zu beherrschen. Ich muss nicht mehr groß über sie nachdenken. Im Blindflug weiß ich, was ich einstellen muss und welche Hebel ich kurbeln und welche Knöpfchen ich drücken muss.

Aber alles andere läuft unbewusst ab. Ich fotografiere am liebsten Menschen, immer noch. Wir sind eine so spannende Spezies. Wir vereinen, was liebens- und hassenswert ist. Ich kann mich also ganz und gar auf mein Gegenüber konzentrieren, wenn wir uns treffen.

Bei der Durchsicht meiner Arbeiten fiel mir etwas auf: Das Gesicht der abgebildeten Person war oft nicht sichtbar. Es wurde verdeckt, oft natürlich absichtlich durch ein Buch, ein Bild oder lediglich mit den Händen.

Oft waren es die ersten Bilder, die ich von einem Menschen machte, manchmal handelte es sich aber auch um Menschen, die ich schon öfter traf und mit denen ich mehr verbinde als das, was auf den Bildern sichtbar ist.

© Marit Beer

© Marit Beer

Wozu diente also der Schutz des Gesichts, fragte ich mich rückblickend. Wenn wir weinen, dann schützen wir uns. Wir heben die Hände und wollen nicht zeigen, dass wir angreifbar sind. Schmerz und Trauer passieren im Verborgenen.

Wir wollen nicht schutzlos sein. Wir wollen uns nicht ausliefern. Wenn wir uns nicht als schön empfinden, dann wollen wir nicht fotografiert werden. Ein Foto ist unser Spiegel. Es zeigt uns unsere größte Angst, äußerlich zu versagen.

Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich die Bilder betrachtete. Sie bekamen plötzlich eine gewaltige Aussagekraft und ich erinnerte mich an die vielen Gespräche über Schönheit und Alter, über das Zeigen und Nichtzeigen, über die Scham schlaffer Haut an den falschen Stellen oder nicht der Norm entsprechend geformter Brüste oder Oberschenkel.

Es war alles dabei und ich kannte es auch von mir. All das war mir nicht unbekannt und doch forderte ich den Menschen vor mir. Wollte, das wir gemeinsam etwas zeigen, das zeigenswert ist, auch oder gerade auf die Gefahr hin, dem Schönheitsideal nicht zu entsprechen, eben weil wir doch Schönheit darin ausmachten.

© Marit Beer

© Marit Beer

Die Fotografie ist ein oberflächliches Ding, wie mir scheint, aber wir haben die Möglichkeit, diese Oberfläche Stück für Stück abzugraben. Denn die darunter liegenden Schichten sind immer die spannensten.

Ich möchte behaupten, dass jeder, der sich der Menschenfotografie annimmt, auch Verantwortung zu tragen hat. Die Verantwortung dem Menschen gegenüber, den er abbildet genauso wie das, Bild das er zeigt und somit das Gesellschaftsbild mitformt.

Ich möchte die Menschen, die ich bisher fotografiert habe, begleiten. Ich möchte sie auch noch in 50 Jahren ablichten dürfen. Ich möchte zeigen, wie schön der Mensch sein kann, wenn man ihn lässt.

Ich möchte nicht dem ewigen Jugendwahn hinterher jagen, nicht immer nur abbilden, was jeder kennt. Die Welt ist größer als das, was wir scheinbar vor uns sehen. Wir sollten uns aufmachen, danach zu suchen – in den Gesichtern, die ein Geheimnis in sich tragen.


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The Black Series

01 May

Vor über einem Jahr stellte Claudia Wycisk eine neue Fotoserie bei uns vor: „Woman in Black“ zeigte schwarzgekleidete Frauen in klaren Schwarzweiß-Portraits. Seitdem ist ihre Serie gewachsen und fand vor Kurzem mit dem hundertsten Portrait ihren Abschluss. „The Black Series“ heißt sie nun und zeigt auch Männer, Kinder und sogar ganze Familien.

Ihre Portraits wirken wie aus einer anderen Zeit. Claudia wählte besonders charakteristische Gesicher aus und fuhr für einige Shootings mit ihrem mobilen Studio quer durch Deutschland. Auch in Bonn machte sie Halt, um mich mit meiner jüngsten Tochter zu portraitieren. Ihre ruhige, geduldige Art half mir sehr, mich in die Rolle einzufühlen.

Nur wenige Stunden später schickte mir Claudia vier Fotos fertig bearbeitet und obwohl ich die bisherigen Bilder ihrer Serie kannte, war ich überrascht. Die simple Lichtsetzung, die Schnelligkeit, aber auch mich selbst so anders zu sehen, war für mich überraschend. Vielen Dank liebe Claudia, dass ich Teil dieser großartigen Serie sein darf.

Das abgeschlossene Projekt wird in einem Bildband zu sehen sein, limitiert auf 300 Exemplare. Wer Interesse hat und Claudia beim Druck durch eine Vorbestellung unterstützen möchte, kann dies noch bis zum 30. Juni tun.

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

© Claudia Wycisk

Das Projekt könnt Ihr auch auf Facebook verfolgen. Sehenswert sind ebenfalls Claudias andere Fotografien, die Ihr auf ihrer Webseite findet. Wir freuen uns schon auf ihr nächstes Projekt.


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Es werde Farbe

30 Apr

Ich habe Kolorierungen für mich entdeckt. Alten Schwarzweiß-Aufnahmen neues Leben einzuhauchen, sie etwas mehr ins Jetzt zu holen und mit Farbe zu versehen, macht unglaublichen Spaß. Und auch, wenn ich die Technik noch nicht perfekt beherrsche, bin ich völlig fasziniert von dem Möglichkeiten und Ergebnissen.

Alte kolorierte Fotos haben mich schon lange beeindruckt. Im Netz findet man einige großartige Beispiele. Und diese Bilder waren es auch, die mir gesagt haben: Sowas schaffst Du bestimmt nicht.

© Toni Frissell, Kolorierung: Katja Kemnitz

Als ich vor einigen Tagen in Photoshop das Farbe-Ersetzen-Werkzeug entdeckte, merkte ich jedoch, wie wunderbar man damit im Modus „Farbe“ Farben verändern kann, ohne Tonwerte zu verändern. Ich öffnete eines meiner Lieblingsbilder von Toni Frissell, eine Unterwasseraufnahme, und begann, das Werkzeug auszuprobieren. Nach drei Stunden, einigen Sackgassen und neuen Versuchen war ich fertig mit meinem Bild und zu meiner Überraschung sehr zufrieden.

Hat man erst einmal einige Grundtechniken entwickelt, ist das Kolorieren gar nicht so schwierig, braucht aber Geduld. Ich dubliziere für jede neue Farbe, die ich anbringen möchte, die Ebene und teste einige Farben durch. Ich passe die Größe und Härte des Werkzeugs an und male vorsichtig über die grauen Töne. Bin ich unzufrieden, kann ich im Protokoll zurück oder nutze das Radieren-Werkzeug. Ist die Farbe zu kräftig, verändere ich die Deckkraft der Ebene.

Ein wenig Wissen über Licht und Farben ist von Vorteil. Farben beeinflussen sich gegenseitig, reflektieren. Besonders Hautfarben finde ich sehr schwierig. Haut ist nicht gleichmäßig, hier und da mal gelblich, mal rötlich. Gerade hier muss ich noch viel üben.

Anne Frank, Kolorierung: Katja Kemnitz

Oft musste ich auch einfach raten. Ob der Mantel im Original nun blau, rot oder braun war, weiß ich nicht und kann es auch nicht mehr herausfinden. Ich wähle also die Farbe intuitiv und schaue, wie sie mit dem Rest des Bildes harmoniert.

Einige Fotos funktionieren auch viel besser als andere. Eine gute Ausgangsqualität ist super, aber bei alten Bildern nicht immer gegeben. Rauschen macht die Bearbeitung zum Beispiel schnell schwierig und oft wirkt die Kolorierung darauf nicht mehr wie ein Foto, sondern eher wie ein Gemälde. Einige Versuche habe ich so aufgegeben, weil ich beim Bearbeiten merkte, dass es mit dem Bild für mich nicht funktioniert.

© Toni Frissell, Kolorierung: Katja Kemnitz

Vor allem benötigen Kolorierungen viel Geduld, die mir leider all zu oft fehlt. Ich bin niemand, der gern mehrere Stunden an der Bearbeitung eines Fotos sitzt. Lieber stürme ich hinaus und mache ein neues Bild. Dabei tut es sehr gut, sich einmal mehr Zeit zu nehmen und wenn ich mich darauf einlasse, ist es beinahe eine meditative Arbeit. Zumal ich kein Tablet besitze und jeden Schritt vorsichtig mit der Maus gehen muss.

Bis ich es so perfekt beherrsche, wie man es in den tollen Beispielen der Profis sieht, dauert es sicher noch, aber es macht Spaß und ich lerne mit jedem Bild wieder etwas.

Habt Ihr schon einmal koloriert? Welche Technik nutzt Ihr und habt Ihr noch Tipps für mich?


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Italien in den 80ern

30 Apr

Unter Kennern und Könnern werden ältere Straßenfotografien besonders gern in Farbe gesehen. In den 1950ern und darauffolgenden Jahrzenten entstanden, entfalten sie heute einen ganz besonderen Reiz. So fallen Namen wie William Eggleston, Joel Meyerowitz oder Helen Levitt, die zu bekannteren Pionieren gehören. Heute möchte eine Serie zur Einsichtnahme geben, die das öffentliche Leben Italiens in den 80ern präsentiert.

Charles H. Traub selbst war und ist jedoch kein Einheimischer, sondern Amerikaner. Infolgedessen fotografierte er mit den Augen eines Touristen – was keineswegs negative Folgen hatte. Seine Aufnahmen sind gespickt mit Humor, italienischer Anmut und satten Farben.

Was jedoch ist das Besondere an derartigen Fotografien? Was bringt es uns, Bilder anzusehen, die vor dreißig Jahren entstanden sind? An dieser Stelle möchte ich Garry Badger zitieren:

Sie bringen Dich an Plätze, zu denen Du nicht gehen kannst, wie etwa die Oberfläche des Mondes und sie bilden auch Erinnerungen, sie bringen Dich an ein vor langer Zeit. Sie erlauben Dir, durch Zeit und Raum zu reisen.¹

Und das trifft – Kraft Virtuosität der Aufnahmen Traubs – auch in diesem Fall fraglos zu. Denn bei aller Farbenpracht und Originalität sind sie von einer Beiläufigkeit, die nicht zu übersehen ist. Wiederholt sind Füße abgeschnitten oder der Horizont sitzt schief. So gar nicht profihaft wirken die Kompositionen, nein, viel eher aus dem Alltag gegriffen, genuin und deshalb glaubwürdig.

Verona 82 © Charles Traub

Rome 82 © Charles Traub

Naples 82 © Charles Traub

Reggio Emlia © Charles Traub

© Charles Traub

© Charles Traub

Florence 81 © Charles Traub

Florence 82 © Charles Traub

Capri 82 © Charles Traub

Milan 81 © Charles Traub

Venice 81 © Charles Traub

Naples 81 © Charles Traub

Amalfi 82 © Charles Traub

Rome 81 © Charles Traub

Da ich selbst vor Kurzem Farbe dem Monochromen vorgezogen habe, bin ich umso glücklicher über jeden Fotografen, der „früher“ in Farbe dokumentierte. Charles Traub hat es geschafft, mich erneut dafür zu begeistern. Und scheint damit nicht nur mich erreicht zu haben:

Dolce Via wurde in der TIME Lightbox vorgestellt und ist eines der Bücher, die ARTnews unter dem Titel „11 edgy new photo books that will make you look (and think) twice“ publizierte. Beim ICP (International Center of Photography) gab es sogar eine Signierstunde. Und die hier gezeigte Serie „Dolce Via“ (Süßer Weg) ist seit März auch als Buch* erhältlich.

¹ Ten questions for Martin Parr and Gerry Badger | Phaidon

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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29. April 2014

30 Apr

Ein Beitrag von: Futzliputzli

blue © Futzliputzli


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Der Mond

29 Apr

Der Mond faszinierte schon immer die Menschen und auch heute noch birgt er einige Geheimnisse, trotz größter Bemühungen der Forschung. Kein Wunder, dass er bereits kurz nach der Entdeckung der Fotografie zum Motiv eben dieser wurde.

Das erste bekannte Foto des Mondes stammt von John W. Draper und wurde von seiner Dachsternwarte in New York City am 26. März 1840 aufgenommen. Die Daguerrotypie wirkt sehr surreal und viel erkennt man nicht: Der Mond als kreisrundes Objekt mit einer dunklen Sichel links. Die anderen kreisrunden Objekte sind Bildfehler auf der Platte, auf der das Bild aufgenommen wurde.

© John W. Draper

Draper verbesserte seine Technik und schnell wurde deutlich, dass die Fotografie die Astronomie revolutionieren kann und immer mehr Astronomen begannen, die Himmelskörper mit der neuen Technik zu dokumentieren, statt Handskizzen anzufertigen, um Erkenntnisse über Positionen, Helligkeiten und besondere Merkmale zu sammeln.

Besonders hervorzuheben ist dabei der Astronom Lewis. M. Rutherfurd, nachdem auch der Mondkrater Rutherfurd benannt ist. Auf seinem Foto vom 6. März 1865 erkennt man schon deutlich mehr der Kraterlandschaft des Mondes. Es wurde ebenfalls im privaten Observatorium des Fotografen aufgenommen. Die Aufnahme wurde kommerziell vermarktet. Rudolf Wolf schreibt im Verzeichniss der Sammlungen der Zürcher-Sternwarte von 1878:

Diese wundervolle Abbildung stellt den Mond nach einer von Herrn Rutherford 1865 III 8, also etwa am 12. Tage seines Alters, zu New-York gemachten, und sodann bis auf 53cm Durchmesser vergrösserten Aufnahme dar.

© Lewis M. Rutherfurd

Eines der ersten Bilder der Erde vom Mond aus machte die Mondsonde Lunar Orbiter 1 am 23. August 1966. Über der Mondoberfläche unten im Bild sieht man unsere Erde als kleine Sichel aufgehen. Das Bild könnt Ihr auch in größerer Auflösung im Flickr-Account der NASA bewundern.

© NASA

Das erste vom Menschen angefertigte Bild, das auf dem Mond entstand, ist nicht der berühmte Fußabdruck von Buzz Aldrin, sondern eine etwas unspektakulärere Aufnahme der Mondoberfläche mit angeschnittener Raumsonde links im Bild. Der Fußabdruck entstand erst einige Minuten und Fotos später, bleibt jedoch im kollektivem Gedächtnis als Symbol für die Mondlandung am 20. Juli 1969 bestehen.

© NASA

© NASA

Ende 2013 landete das erste Mal seit etwa 40 Jahren mit der chinesischen Mondsonde Chang’e-3 wieder ein ferngesteuerter Rover auf der Mondoberfläche und sendete erneut erstaunliche Bilder zur Erde.

Von der Erde aus ist es mittlerweile selbst Hobbyfotografen möglich, mit relativ einfachen Mitteln beeindruckende Bilder unseres Mondes zu machen.

Quellen:
• Stiegler, Bernd / Thürlemann, Felix: Meisterwerke der Fotografie. Stuttgart 2011.
• http://www.nasa.gov [Stand: 20. April 2014]
• http://blogs.ethz.ch [Stand: 20. April 2014]
• http://art-stronomy.tumblr.com [Stand: 20. April 2014]


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Von der Idee zum Bild mit Laura Zalenga

29 Apr

Viele kennen sicher das 52-Wochen-Projekt. Dieses Jahr habe ich mich einer Gruppe angeschlossen, die für jede Woche ein gemeinsames Thema hat. In Woche 16 stand „Emotion“ auf dem Plan und ich ein bisschen auf dem Schlauch.

Sonntag Mittag. Noch acht Stunden bis zum Ende der Woche und noch kein Foto für „Emotionen“ in Sicht. Ich hatte einige Ideen durchgedacht, mehrere Emotionen in einem Foto zu kombinieren, aber das wäre ein einziges Gefühlschaos geworden. Mir war klar, dass es kein fröhlich lachendes Bild werden würde. Wer meine Bilder kennt, weiß, dass ich eher den melancholischen Geschichten verfallen bin.

Aber Tränenbilder gibt es schon so viele. Ich hatte zwar Ideen, aber fand diese nach spätestens drei Minuten schon mehrfach auf diversen Plattformen umgesetzt. Ja ja, man könnte unzählige Artikel zum Thema „eine einmalige Idee gibt es nicht“ schreiben.

Was mich schließlich zu meiner Idee führte, war eine einfach 90°-Drehung. Auf all den Bildern, die ich fand, liefen die Tränen das Gesicht hinunter. Also beschloss ich mich, dem liegenden Weinen zu widmen und sich meine Tränen in einem kleinen See um das Auge sammeln zu lassen.

pond © Laura Zalenga

Einfacher gedacht als getan. Man legt sich ja nicht einfach mal mit dem Fernauslöser in der Hand unter sein Stativ und fängt auf Knopfdruck an zu weinen. Zumal gleich einen ganzen See. Daher ist dies eines der wenigen Bilder, für die ich mir einen Assistenten suchen musste.

„Ähm, hast Du kurz Zeit, mir Wasser ins Auge zu schütten?“
„Wie bitte?“

Was soll ich sagen, ich kann sehr gut wie ein kleiner Dackel schauen.

Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer sein würde, einen kleinen Wasserteich auf einem Auge zu positionieren. An irgendeiner Seite läuft es immer über und zerstört die Spannung der geschlossenen Form.

pond © Laura Zalenga

Außerdem hätte es sich vielleicht doch gelohnt, das sprudelnde Mineralwasser in der Flasche durch Leitungswasser zu ersetzen. Na ja, wer faul sein will, muss leiden.

Mit schmerzendem Auge bin ich dann auch ein wenig ungeduldig geworden und habe meinen Assistenten leicht verärgert gefragt, ob er sich auch wirklich Mühe gibt, einfach nur einen kleinen See in meinem Auge zu zaubern, statt einer großen Pfütze unter meinem Kopf.

Wir haben am Ende noch die Rollen getauscht und ich bin sehr, sehr kleinlaut geworden, als ich bemerkt habe, dass es fast unmöglich ist. Nächstes Mal dann also mit Plan und Pipette.

pond © Laura Zalenga

goldfisch © Laura Zalenga

In der Bearbeitung ging es mir darum, den kleinen, etwas zu unscheinbaren Teich stärker herauszuarbeiten. Ich versuchte, den Hautton so gleichmäßig wie möglich zu gestalten, entfernte das ablenkende Stückchen Ohr und die Haare am Boden und wählte einen etwas näheren Ausschnitt.

Die Idee mit dem kleinen Goldfisch kam mir irgendwann während des Bearbeitens. Ich musste an „Cry me a river“ denken und wie bei mir aus dem Fluss ein kleiner Teich geworden war. Diese Idee vom „Teich“ im Gesicht, wollte ich verstärken und meine erste Assoziation war ein Goldfisch.

pond © Laura Zalenga

Mir gefällt es, wenn ich den Betrachter ein wenig zum Schmunzeln oder Nachdenken bringen kann. Wenn er oder sie sich überlegen kann, ob es das Gesicht eines Riesen ist oder doch ein winziger Goldfisch.

Wenige Dinge machen mir so viel Spaß wie das Kreieren von Bildern, die ohne die Möglichkeiten der Bildbearbeitung nur in meinem Kopf möglich wären.


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Surreale Momentaufnahmen

29 Apr

Ein Beitrag von: Chris Hieronimus

Auf Flickr bin ich auf den Fotostream von Nanne Springer gestoßen, die dort unter dem Namen Øndun veröffentlicht. Ich war überrascht, welche Faszination ihre Arbeiten auf mich ausüben. Beim Betrachten wollte ich mehr darüber erfahren, warum mich diese Bilder so in ihren Bann ziehen. Das Format, das Schärfespiel, Spiegelungen, zumeist in dramatischen Schwarzweißtönen.

Unter einem der Bilder fand ich dann einen Hinweis darauf, womit sie die fesselnde, träumerisch emotionale Stimmung ihrer Bilder erschafft: Pentacon six tl. Unter dem besagten Bild ist von einem Carl Zeiss Jena Biometar 80mm f/2.8 die Rede. Aus der Kombination von analogem Mittelformat, Bildkomposition und tiefen Emotionen entstehen einzigartige, surreale Momentaufnahmen, in denen man sich verlieren und wiederfinden kann.

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

© Nanne Springer

„Her eye is drawn to the surreal and fleeting moment of life, with the greatest appreciation for strong emotional imagery.“ So beschreibt ein anderer Fotograf die Arbeiten der deutschen Künstlerin, die momentan in Kanada lebt.

Nannes Bilder könnt Ihr auch auf Facebook oder auf ihrer Webseite verfolgen.


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Aperitif: Diese Woche auf kwerfeldein

29 Apr

Diese Woche erfahrt Ihr, warum unsere Redakteurin Laura einen Fisch im Gesicht hat, wie jemand stille, gefühlvolle Fotos mit Fremden macht und warum Redakteurin Marit gerne einmal Menschen versteckt. Hinter Büchern oder Bilderrahmen zum Beispiel. Nun aber mal ganz langsam und von vorn.

Beim Verstecken von Menschen geht es eigentlich darum, wie wichtig Gesichter sind. Und es stellt sich die Frage, ob Portraits auch ohne sie auskommen. Vergleichen kann man dann zum Beispiel mit den ausdrucksstarken Portraits (mit vielen Gesichtern) von Claudia Wycisk.

Neben diesen Artikeln rund um das Thema Portrait halten wir noch Beiträge zu weiteren Genres für Euch bereit. So gibt es zum Beispiel einen spannenden Blick auf die Straßen Italiens in den 80er Jahren. Und ungewöhnliche Landschaftsaufnahmen aus einer Gegend voller weißer Sanddünen.

© Alex Veledzimovich

© Marit Beer

Katja wirft außerdem einen Blick zurück auf einen weiteren Monat in ihrem 365-Tage-Projekt. In diesem hat sie sich unter anderem mit dem Kolorieren von Schwarzweiß-Fotos beschäftigt. Ihre bisherigen Erfahrungen mit dieser Technik stellt sie Euch auch gesondert vor.

Unser persönliches Highlight in dieser Woche – wenn wir einmal so parteinehmend sein dürfen und obwohl wir natürlich alles toll finden, was wir Euch vorstellen – ist die unglaublich kreative Foodfoto-Serie, die Vögel auf Teller zaubert. Aber wir wollen auch nicht zu viel verraten.

In die nächste Woche starten wir am kommenden Montag mit einer neuen Buchrezension. Martin hat sich einen konzeptuellen Streetfotoband vorgenommen, in dem nur Bilder von Menschen sind, die in ihren Haaren zwirbeln oder rennen. Klingt schräg? Ist es auch. Aber gut? Oh ja!


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