Ein Beitrag von: Flo Dystopia

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Lino Russo ist ein junger Grafikdesigner aus Neapel in Italien. Ausdrücklich ist er kein Fotograf, das zu betonen ist ihm wichtig. Trotzdem findet sich zwischen seinen geometrischen und minimalstischen Arbeiten, die vor allem aus Illustrationen und Videos bestehen, auch ein wunderbares Beispiel für fast abstrakte urbane Fotografie.
Er hat seine Serie „Skymetric“ getauft, ein Kunstwort aus „Sky“ (Himmel) und „-metric“ von geometrisch. Das beschreibt auch schon ganz gut, was man sehen kann. In jedem Bild gibt es ein Stückchen strahlend blauen Himmel. Dem gegenüber steht immer Architektur, die aus ihrem Kontext gelöst wurde.
Linien, Flächen, grelle Farben, schematische oder schiefe Muster. Sie alle greifen in den natürlichen Raum ein, in dem wir uns ursprünglich befinden. Wir haben aufgeräumt: Alles ist einfach, überschaubar und sauber. Geordnet.











Da Lino kein Fotograf ist, träumt er auch von etwas ganz anderem: Eines Tages wäre er gern für die gesamte Identität einer großen Marke verantwortlich. Als Multitalent hat er ja schon einmal die besten Voraussetzungen dafür, das dann auch mit vielen Medien umsetzen zu können.
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Das „White Sands National Monument“ liegt etwa 25 km südwestlich von Alamogordo im Staat New Mexico auf einer Höhe von knapp 1.300 Metern. Von Bergen umringt, umfasst das Becken 710 km². Das entspricht etwa der Größe von Hamburg. Eine Fläche, die außschließlich aus weißen Sanddünen voller Gipskristalle besteht. Es ist das größte Gipsdünenfeld der Welt.
Gleb Simonov hat diesen beeindruckenden Ort dokumentiert und man kann sich kaum vorstellen, dass dieser Ort real ist. Glebs Fotos zeigen die Weite und Helligkeit der scheinbar endlosen Gipsdünen. Dazwischen immer wieder Spuren menschlicher Zivilisation, die irgendwie fehl am Platz wirkt. Ein Auto, Picknicktische, am Horizont kaum wahrnehmbar Häuser. Wer sich hier verläuft, ist wohl verloren.











Der russische Fotograf lebt derzeit in New York. Seine Leidenschaft sind Landschaften und die Poesie. Leider verstehe ich kein Russisch, aber wenn seine Gedichte nur annähernd so gut sind, wie seine Landschaftsaufnahmen, dann empfehle ich sie. Ihr findet sie, wie seine Fotos, auf seiner Webseite. Gleb ist auch auf Behance und Flickr vertreten.
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Ich hoffe, ich langweile Euch nicht, aber ja, ich bin immer noch an meinem 365-Tage-Projekt. Zwar bin ich dabei etwas chaotisch und auch wenn ich jeden Tag fotografiere, fehlt die Motivation, immer alles zu zeigen, hin und wieder hänge ich auch mal ein oder zwei Tage nach, aber ich bleibe dran.
So richtig in meinen Alltag übergegangen ist es aber ehrlich gesagt noch lange nicht und ich bezweifle, ob dies jemals passieren wird. Oft lese ich bei anderen, dass das Fotografieren beinahe ein Zwang wird und sie ohne nicht mehr leben können. Ich kann. Locker. Gern auch mal mehrere Tage hintereinander. Und dank des Projektes muss ich mich in diesen Tagen stark motivieren und aufraffen.

Spazierengehen hilft dann aber ungemein. Ob nur einen kleinen Weg mit meiner Tochter durch die Nachbarschaft oder ein Ausflug in den Wald. Wenn ich mich einmal endlich einmal aufgerafft habe und unterwegs bin, kommt die Lust auf’s Fotografieren früher oder später automatisch.
Gleichzeitig frage ich mich immer öfter, ob mich das Projekt weiter bringt. Ein bisschen Ahnung von Licht glaube ich mittlerweile zu besitzen und auch einen Sinn für Kompositionen. In dieser Hinsicht lerne ich nicht mehr so viel. Helfen würde mir, mit viel mehr Planung und Vorbereitung an ein Foto zu gehen. Dafür fehlt jedoch schnell die Zeit, auch weil ich ja mit den täglichen Bildern beschäftigt bin. Also versuche ich, zumindest einmal pro Woche ein Konzeptbild umzusetzen.

Dabei war der Monat alles andere als langweilig. Meine erste Einzelausstellung begann Mitte April in Köln und es war toll, die Bilder an der Wand zu sehen und mit Menschen zu sprechen, die tatsächlich nur gekommen sind, um mich mal kennenzulernen und meine Fotos zu sehen. Ein komisches, aber tolles Gefühl.
Zudem habe ich mich viel mit Kolorationen beschäftigt, über die ich bereits hier gesondert geschrieben habe. Diese beanspruchen so viel Zeit, dass ich sie mit in mein Projekt aufgenommen habe, auch wenn die Originalbilder natürlich nicht von mir sind.

Bei der Durchsicht meiner monatlichen Bilder merke ich immer wieder, dass es mir sehr gut tut, zurückzublicken und zu reflektieren. Also ein wirklicher Tipp für alle, die das Projekt bereits machen oder noch starten möchten: Nehmt Euch Ende des Monats Zeit, sucht Euch Eure persönlichen fünf Favouriten des Monats aus und fragt Euch, was Ihr gelernt habt, was für Gefühle beim Betrachten der Bilder aufkommen, wohin Ihr wollt.
Vielleicht sollte ich das gar nicht auf das Projekt beschränken. Es ist sicher für jeden hilfreich.
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Matt Walford ist Werbe- und Redaktions-Fotograf aus Großbritannien. Seine wesentlichen Einflüsse sind klar der Surrealismus und Konzeptualismus. Sein Werk wird vorangetrieben durch das ständige Ausloten der Möglichkeiten von Ideen, verwandelt in verspielte Bilder.
Sein Hauptwerkzeug ist dabei oft die Dekonstruktion und anschließende Re-Konstruktion der Natur. Alle seine Arbeiten sind ausgesprochen fantasievoll und leben vom Einsatz von Bildbearbeitungssoftware, mit der der Brite aus ganz unterschiedlichen Versatzstücken vollkommen neue Welten und Bilder mit doppeltem Boden erschafft.
Der Eingang zu dieser außergewöhnlichen Welt könnte aussehen wie eines der Portale aus seiner gleichnamigen Serie. Diese hat mich von all seinen Arbeiten mit Abstand am meisten beeindruckt. Nicht, weil die anderen Serien nicht großartig wären – aber so etwas hatte ich einfach noch nicht gesehen.
Durch Spiegelungen an verschiedenen Symmetrieachsen rund um den Mittelpunkt des Bildes hat Matt aus recht einfachen Naturaufnahmen Gebilde erschaffen, die aussehen wie Eingänge zu etwas. Man sieht nicht, was dahinter liegt, aber die Verlockung ist groß, es auf eigene Faust herauszufinden, einfach einzutreten.












Wie genau er vorgegangen ist, um zu diesen Ergebnissen zu kommen, möchte er auf Nachfrage lieber nicht verraten, sondern das kleine Geheimnis für sich behalten. Kann ich verstehen, neugierig war ich aber schon, obwohl man durch eigene Experimente das Ergebnis sicherlich nachvollziehen könnte.
Viel wichtiger ist Matt die Botschaft der Serie: Die Schönheit und Komplexität der Natur zu betonen. Dabei stellt der sich auf einen pantheistischen Standpunkt, den man deutlich sieht. Eine tiefe Verbeugung vor dem unfassbaren Werk von Zufall, Gott oder sonstwem, das sich alltäglich um uns herum entfaltet und nur selten von uns gewürdigt wird.
Matts Arbeiten findet Ihr auf seiner Webseite sowie Behance und wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr ihm auch auf Twitter folgen.
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Foodstylistin Anna Keville Joyce hat eine großartige Serie geschaffen, die den liebevollen Namen „A Tribute to Budgie“ (Eine Hommage an den Wellensittich) trägt. Die Serie besteht aus 100 Prozent essbaren Dingen und ist tatsächlich ihrem verlorenen Wellensittich gewittmet. In jedem Bild wurde eine andere Vogelwelt auf einem Teller erschaffen. Ein Flamingo tanzt auf Radieschenscheiben, während eine Eule den Betrachter aus großen Pilz- und Porree-Augen anstarrt.
Beim Anrichten der Elemente achtete Anna auch sehr auf die passenden Farben, Formen und Texturen. Ihre Kompositionen wurden von Fotograf Agustín Nieto zentriert von oben dokumentiert.
Da es sich um Lebensmittel handelt, habe ich nur wenigen Stunden, um die Bilder zu erstellen. Ich beginne immer mit dem Lebensmittel, das (hoffentlich) am längsten hält und arbeite mich dann nach hinten zu den heikelsten durch.





Anna Keville Joyce ist Food-Stylist und Illustratorin und kommt ursprünglich aus den USA, lebt derzeit jedoch in Buenos Aires. Sie arbeitet für kommerzielle sowie künsterische Fotografie- und Filmaufnahmen. Anna ist auch auf Facebook und Instagram vertreten.
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