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Archive for the ‘Equipment’ Category

Eine Million Postings

28 May

Ich möchte hier auf einen Artikel von Martin aus der letzten Woche antworten und einen anderen Aspekt an der Nutzung sozialer Netzwerke als Fotograf in den Fokus rücken: Das Rattenrennen darum, auf Facebook und Co. immer wieder Dinge veröffentlichen zu müssen, um wahrgenommen zu werden.

Zunächst aber zum Artikel „Eine Million Likes“ von Martin: Natürlich hat er vollkommen Recht, wenn er sagt, dass man als Fotograf, der im Netz aktiv ist, dringend davon loskommen muss, Bilder machen zu wollen, die vorwiegend anderen Leuten gefallen, Bilder, die möglichst viele Likes generieren. Ein Aspekt allerdings rückt in seiner Betrachtung etwas in den Hintergrund: Das Streben nach Anerkennung ist etwas Natürliches, es ist dem Menschen als sozialem Wesen wohl einfach einprogrammiert.

Als Fotografen müssen wir in diesem Punkt sozusagen gegen unsere Natur handeln, denn es ist nie gut, seine eigene Arbeit daraufhin auszurichten, ob sie irgendjemandem gefällt. Wer sein Publikum schon bei der Entstehung seiner Inhalte einbezieht und übermäßig berücksichtigt, der wird immer eher Entertainer als Künstler sein.

Dead Tree 1 © Sebastian Baumer

Viel problematischer daran, Bilder im Netz zu veröffentlichen, empfinde ich persönlich einen anderen Aspekt: Das Thema „Geschwindigkeit“. Ich meine damit den scheinbaren Zwang, immer und immer wieder neu Dinge veröffentlichen zu müssen.

Die mit endlosen Items gefüllten Streams und Timelines von Facebook, Twitter und Social Media haben zu der merkwürdigen Situation geführt, dass in solchen Medien, die Daten eigentlich dauerhaft abspeichern, nur noch die absolute Gegenwart wahrgenommen wird. Kaum etwas scheint uns älter und weiter entfernt als das Facebook-Posting von vorgestern.

Dead Tree 5 © Sebastian Baumer

Dieser Aspekt des schnellen In-Vergessenheit-Geratens, die Tatsache, dass auf den großen Seiten im Netz nur noch das konsumiert wird, was quasi im Hier und Jetzt passiert, baut großen Druck auf jeden auf, der im Netz veröffentlicht, nicht nur auf Fotografen.

Druck, immer wieder neue Arbeiten mit möglichst viel Getöse in soziale Netze zu werfen, weil man glaubt, dass man sonst nicht wirklich wahrgenommen wird, dass man übersehen wird oder schnell nach hinten rutschen könnte in dem endlosen Strom an Dingen, die nach Aufmerksamkeit kreischen. Druck, der dahin führen kann, Sachen unfertig und noch unverarbeitet rauszuwerfen, bis hin dazu, quasi in Echtzeit im Netz über seine Arbeit zu berichten, was nicht wenige Leute praktizieren.

Dead Tree 8 © Sebastian Baumer

Diesem Druck, so finde ich, sollte man sich massiv und rigoros verweigern. Ist man erst einmal auf den Zug aufgesprungen und macht das endlose Rattenrennen mit, dann leidet nach einiger Zeit massiv die eigene Arbeit darunter. Du veröffentlichst dann vielleicht auf Deinem Fotoblog und auf Facebook einige Zeit lang jede Woche drei Bilderserien, vielleicht hast Du für die Zwischenzeit auch mal was im Archiv, was Du einschieben kannst, wenn es gerade nicht läuft.

Aber irgendwann hast Du Dich der Maschine so unterworfen, dass Du auch unfertiges Zeug rauswirfst, produzierst, damit Du überhaupt etwas zu zeigen kannst. Damit es nicht ins Stocken gerät. Wie würde das nur aussehen, was denken die Leute, wenn Du plötzlich über Wochen oder gar Monate nichts veröffentlichst? In Martins Worten: Bullshit. Großer Bullshit.

Dead Tree 4 © Sebastian Baumer

Im täglichen Umgang mit meiner eigenen Arbeit und mit Veröffentlichungen im Netz empfinde ich das Streben nach endlosem und konstantem Output als viel problematischer als die Frage, ob ein bestimmtes Bild beim Publikum ankommt.

Natürlich hat beides damit zu tun, wie man von außen wahrgenommen werden möchte, aber das Streben nach Anerkennung ist ein natürlicher Vorgang. Jeder mag es, wenn seine Arbeiten gemocht werden, während das zwanghafte Streben nach Geschwindigkeit direkt in den Burn Out führt.

Dead Tree 9 © Sebastian Baumer

Ich habe eine große Sammlung von Bildern, die seit Monaten oder sogar Jahren auf meiner Festplatte liegen. Sie liegen dort, weil ich noch nicht die Zeit hatte, sie zu sotieren, beschneiden, bearbeiten, oft auch, weil ich sie schon bearbeitet habe, aber noch nicht dazu gekommen bin, sie mir noch einmal in Ruhe anzusehen und zu überlegen, ob ich sie für mich behalten oder doch an irgendeiner Stelle zeigen möchte.

Den Zwang, ein neues Foto direkt irgendwo zu posten, habe ich nicht mehr oft und wenn ich ihn doch verspüre, was in der Euphorie des Machens natürlich vorkommt, dann unterdrücke ich ihn sofort. Ich habe für mich gelernt, dass es der bessere Weg ist.

Dead Tree 3 © Sebastian Baumer

Schlussendlich kann man den ganzen Komplex auf eine alte Rivalität zweier Begriffe herunterbrechen: Quantität und Qualität. Es ist immer besser, auf die Qualität zu setzen. Zeig Deine Arbeiten, aber zeig sie erst, wenn Du wirklich zufrieden damit bist und nicht, weil Du mal wieder etwas zeigen musst. Finde Deinen eigenen Veröffentlichungsrhythmus, der nichts mit dem von anderen Nutzern zu tun haben muss.

Das gilt übrigens nicht nur für den, der veröffentlicht, sondern auch für den Leser: Guckt Euch mal ein paar alte Artikel in Fotomagazinen an (gerne auch auf kwerfeldein, wir haben da ein paar tausend auf Lager), besucht ein paar gute Portfolios von Fotografen, guckt mal wieder in ältere Fotobücher rein. Klickt auf die Facebookseiten von Fotografen und scrollt dort bis nach unten.

Es ist nämlich so, dass man die wirklich guten Sachen sehr leicht verpasst, wenn man im Netz immer nur dem neuesten und angesagtesten Zeug hinterherläuft.


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27. Mai 2014

28 May

Ein Beitrag von: Hanna König

hohes Gras vor Waldbokeh


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Turn Your Photos IntoIncredibly Large Black & White Prints

27 May

Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

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© laurel for Photojojo, 2014. |
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Photojojo

 
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Frauen in Kabul

27 May

Ich weiß, zugegeben, sehr wenig über Afghanistan. Den Krieg, das Taliban-Regime, das alles kenne ich nur aus dem Fernsehen. Aber wie sieht es heute in Afghanistan aus? Die französische Fotografin Delphine Renou gibt einen Einblick in das aktuelle Leben von Frauen in der Hauptsdtadt Kabul.

Ihre Portraits zeigen starke Frauen, die selbstbewusst und voller Stolz in die Kamera schauen. Politikerinnen, Rapperinnen, Jornalistinnen – sie alle formen ein neues Gesicht Afghanistans und streben nach Unabhängigkeit und Freiheit.

Die Portraitserie „Kabul Women“ gehört zu einem Dokumentarfilm, der diese modernen Frauen seit 2013 begeleitet und noch in der Entstehung ist.

Dank einer NGO kam ich 2012 das erste Mal nach Afghanistan. Die Entdeckung des Landes war eine Offenbarung. Ich sah Hoffnung in den Augen der Menschen. Dies ist eine Nation, die versucht, trotz einer schmerzhaften Vergangenheit und einer ungewissen Zukunft, einen Neuanfang zu schaffen.

Wie der Journalist Lyse Doucet sagte: „Niemand geht nur einmal nach Afghanistan, man kommt immer wieder zurück oder hofft es. Wir scherzen oft, dass es wie eine Krankheit ist: Afghanitis. Es ist wie eine unheilbare Krankheit und niemand ist auf der Suche nach einem Heilmittel.“

Eine junge Frau mit Kopftuch trägt Boxhandschuhe und hält diese in Pose zur Kamera.

Fahima, 19 Jahre alt, trainiert drei Mal pro Woche im Olympiastadion Ghazi in Kabul. Dieses Stadion wurde berühmt durch die Steinigung von Frauen während des Talibanregimes. „Ich will mein Land stolz auf mich machen. Ich träume davon, Champion zu sein.“

Eine junge Frau mit Baseballkappe trägt Lippenstift auf. Man sieht nur ihr Spiegelbild.

Paradise Sorouri, 25 Jahre alt, ist eine der ersten weiblichen Rapperinnen in Afghanistan. Paradise tritt provokativ auf in einer sehr konservativen Gesellschaft, was nicht ohne Risiko ist. „Viele Menschen akzeptieren nicht, dass eine Frau rappt. Ich erfahre oft Beleidigungen und manchmal auch Bedrohungen.“

Eine Frau sitzt im Auto am Steuer. Der Fahrlehrer greift ihr gerade ins Lenkrad.

Zohra, 21 Jahre alt, lernt Autofahren bei der Mamozai Fahrschule. „Autofahren ist eine große Chance für Frauen, um unabhängiger zu werden. Aber ein Auto zu kaufen ist immer noch teuer.“

Eine Frau in rotem Umhang und schwarzem Kopftuch hällt ihren mit Tinte getränkten Zeigefinger nach oben.

Massouda Habib, 30 Jahre alt, ist Kandidatin bei der Landeswahl für die Provinz Kabul. Nach der Wahl zeigt sie stolz ihren mit blauer Tinte gefärbten Finger. „Ich bin stolz darauf, für was ich mich verpflichte, ich will kämpfen, um diesen Teil meines Landes zu verändern, wie er es verdient. Auch wenn ich nicht gewinne, werde ich weiterhin aktiv bleiben.“ Während des Krieges unter dem Taliban-Regime hat Massouda Afghanistan nie verlassen. „Ich habe das Leid meines Volkes gesehen.“

Eine junge Frau sitzt in einem Studio auf einem Stuhl.

Aisha Ilyad, 21 Jahre alt, ist Moderatorin des Senders 1TV. Sie floh nach Pakistan während des Taliban-Regimes. Aisha träumt davon, im Rampenlicht zu stehen. Allerdings bedeutet vor der Kamera zu stehen für einige Familien noch eine Schande. „Die Leute denken, dass der Journalismus kein Beruf für Frauen ist. Es braucht Zeit, gegen die Vorstellung anzukämpfen.“

Eine Frau inmitten von Männern steht an einer Videokamera.

Eine Filmemacherin während Nouruz, dem persischen Neujahrsfest.

Eine Frau posiert vor einer Graffittiwand.

Shamsia Hassani, 25 Jahre alt, ist eine Graffiti-Künstlerin. „Als ich anfing mit Graffiti, wollte ich für die Gleichstellung der Frauen kämpfen. Ich dachte, durch Kunst könnte ich die Wunden des Krieges reinigen.“

Eine Frau auf einem Pferd am Strand.

Eine Frau auf einem Pferd in der Nähe des Qargha See, wenige Kilometer von Kabul entfernt. Es ist noch sehr selten, dass eine Frau auf einem Pferd reitet.

Eine Frau liest auf einem Bett ein Buch.

Shabnam, 21 Jahre alt, ist ein Studentin an der Universität Kabul.

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch.

Ein freiwillige Helferin während der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Afghanistan. 5. April 2014 – Es ist ein historischer Tag für das Land.

Eine Frau bekommt von einer anderen Frau die Augenbrauen gezupft.

In einem Haar-Salon in Aria City, dem neuen Wohnviertel von Kabul.

Vier Frauen sitzen auf einer Decke im Park.

Picknick in den Babur Gärten. Diese Familie aus Kandahar kam ein paar Tage nach Kabul, um hier Zeit zu verbringen.

Die Fotografin Delphine Renou hat ein unabhängiges Kollektiv von Dokumentarfotografen und Filmemachern für soziale und humanitäre Fragen rund um die Welt geschaffen: Digitalmill. Mehr über die Reportage „Kabul Women“ findet Ihr auf der Webseite des Projektes.


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Wanderlust und Bergwelten

27 May

Ein Beitrag von: Daniel Ernst

Vor fünf Jahren hielt ich meine erste Spiegelreflexkamera in der Hand und war sofort im Bann der Fotografie. Anfänglich über die Portraitschiene kam ich zur Reise- und Landschaftsfotografie, die heute den Großteil meiner Fotos darstellt.

Die größte Begeisterung gilt dabei den Bergen und den unnatürlich, abstrakt erscheinenden Gipfeln und Geröllfeldern. Ich möchte mit meinen Bildern die Leute dazu motivieren raus zu gehen, in diese Welt einzutauchen und einfach nur die Natur zu genießen.

Meine Ausrüstung besteht derzeit aus einer digitalen Kleinbildkamera mit Objektiven, die den Bereich von 24 bis 85 mm abdecken. Meine Lieblingsobjektive sind dabei lichtstarke 24-mm- und 35-mm-Objektive. Hinzu kommen ein stabiles Stativ, ein Polarisationsfilter und mehrere Graufilter mit Verlängerungsfaktoren von 8 bis 1000.

© Daniel Ernst

Die Aufnahme

Bevor ich verreise, picke ich mir in Google Earth interessante Positionen heraus und schaue im Internet, ob es zu diesen Punkten eventuell Tourenberichte, Videos oder sogar Aufnahmen gibt. Der Vorteil davon ist, dass man direkt einen Einblick in die Schwierigkeit der Wanderung bekommt und durch die Bilder abschätzen kann, ob sich der Aufwand lohnen wird.

Ist ein interessantes Motiv gefunden, baue ich mein Stativ auf, berechne gegebenenfalls die Belichtungszeit bei einer Langzeitbelichtung und drücke den (Fern-)Auslöser.

© Daniel Ernst

Um die Bilder bereits bei der Aufnahme etwas von der Masse abzuheben, versuche ich meist, zu ungewöhnlichen Zeiten an den Orten zu sein. Gerade Berchtesgaden und der Königssee sind überlaufen von Touristen und man sieht mehr oder weniger immer die gleichen Motive.

Meine Bilder unterscheiden sich von den Motiven her auch nicht dermaßen, sind aber zu Zeitpunkten aufgenommen, an denen der Großteil der Menschen noch im Bett liegt.

Beispielweise war ich bereits zu Sonnenaufgang am Jenner, statt mit der ersten Gondel voller Touristen hochzufahren oder nehme das erste Boot über den Königssee, statt dem zweiten oder dritten. Bisher hat es sich immer gelohnt.

Diese Aufnahme aus Südtirol entstand auf diese Weise. Nachdem die letzte Gondel von der Zallinger Alm hinunter gefahren war, war es plötzlich besonders ruhig und idyllisch. Wir saßen zu zweit auf der Terasse der Hütte, auf der es vor zehn Minuten kaum einen freien Platz gegeben hatte.

So hatte ich die Möglichkeit, diesen schönen Sonnenuntergang zu fotografieren. In die Hütte hatte ich mich auch gleich für ein paar Nächte eingebucht und hatte so schöne Motive bereits zu Sonnenaufgang.

© Daniel Ernst

Die Nachbearbeitung

Nun zum schwierigsten Teil: Welche Bilder bearbeite ich? Mir fällt die Auswahl höllisch schwer, da ich sehr selbstkritisch bin. Deswegen liegt sicherlich noch das eine oder andere Schätzchen im Raw-Format in den Tiefen meiner Festplatte.

Habe ich ein interessantes Motiv gefunden, bearbeite ich die Datei mit Camera Raw und Photoshop. Als erstes passe ich den Weißabgleich an und bestimmte den Schnitt. Die Bearbeitung an sich ist dann kein großes Geheimnis, da ich meist nur Farb- und Kontrastanpassungen vornehme.

© Daniel Ernst

Seit etwa einem Jahr nutze ich für alle meiner Fotos VSCO Film. Ich suche mir ein passendes Preset aus, das meine gewünschte Farbdarstellung liefert und passe dieses dann jedem Bild entsprechend an.

In Camera Raw nutze ich oft die lokalen Anpassungen und digitale Grauverlaufsfilter, um die Lichter entweder zurückzugewinnen oder sie teilweise auch überstrahlen zu lassen, wie etwa in diesem Bild:

© Daniel Ernst

Durch die Aufnahme mit teilweise zwei Graufiltern leiden alle meine Bilder unter massiven Farbverschiebungen und sind teilweise etwas unterbelichtet. Deswegen ist es umso wichtiger, dass ich immer im Raw-Format fotografiere.

Bei den Nachtaufnahmen steckt dagegen deutlich mehr Nachbearbeitung drin, da diese aus mehreren Aufnahmen bestehen. Um die Technik einmal ganz allgemein zu erläutern, bestehen die Bilder meist aus zwei bis drei Aufnahmen:

  • Umgebung bei niedriger ISO, geschlossener Blende und langer Belichtungszeit
  • Sterne bei sehr hoher ISO (3200+), weit offener Blende (>2.0) und relativ kurzer Belichtungszeit, je nach Brennweite, um keine Striche zu bekommen
  • Evtl. eine Aufnahme, um Wolken verwischen zu lassen

Die Aufnahmen passe ich anschließend in Camera Raw an und setze sie in Photoshop über Ebenen zusammen. So auch geschehen bei folgendem Bild. Entstanden aus drei Aufnahmen, zeigt es die Langkofelscharte bei Nacht und wunderbarem Sternenhimmel. Das Bild wurde nahe der Langkofelhütte aufgenommen, die auch meine Unterkunft war.

© Daniel Ernst

Ab September wird mein Blog richtig befüllt, denn es geht über Hong Kong nach Neuseeland, wo ich mehrere Monate leben werde. Über Australien und eventuell die USA reise ich dann nach einem Jahr zurück in die Heimat – soweit zumindest der Plan.

Wenn noch Fragen offen sind oder Ihr Euch für ein bestimmtes Bild und die dahinter steckende Technik interessiert, dann fragt gern nach.


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26. Mai 2014

26 May

Ein Beitrag von: Peter Eberhardt

Architecture © Peter Eberhardt


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Agbogbloshie

26 May

Agbogbloshie ist eine der größten Elektroschrott-Mülldeponien der Welt und liegt im westafrikanischen Ghana. Der Inhalt von rund 600 Kontainern landet hier jeden Monat. Kevin McElvaney hat die Kinder und Jugendlichen getroffen und portraitiert, die hier leben.

Viele von ihnen sterben an Krebs, bevor sie 30 Jahre alt werden. Und das für gerade einmal 2 Dollar am Tag, die sie verdienen, indem sie den Elektroschrott verbrennen, um anschließend die darin enthaltenen Edelmetalle zu verkaufen.

Die Fotostrecke wird am 6. und 7. Juni in Hamburg, Warnholtzstraße 4 ausgestellt. Der Fotograf Kevin McElvaney und sein Partner des Projektes, der ghanaische Umweltaktivist Mike Anane, der extra aus Accra anreisen wird, sind vor Ort und stellen sich gern den Fragen der Gäste.

Die Idee ist, dass diese Ausstellung anschließend von jedem in seine Stadt geholt werden kann, um auf das enorme Problem aufmerksam zu machen. Die nächsten geplanten Stopps sind in Chicago, San Francisco, Amsterdam und Accra.

© Kevin McElvaney

© Kevin McElvaney

© Kevin McElvaney

© Kevin McElvaney

© Kevin McElvaney

© Kevin McElvaney

© Kevin McElvaney

© Kevin McElvaney

Ich habe Kevin gefragt, was ich tun kann, damit mein alter PC nicht in Ghana landet. Er empfiehlt die offiziellen Recyclinghöfe, merkt jedoch an, dass auch hier hin und wieder Sub-Unternehmer das System stören und am Ende wiederum das passiert, was nicht passieren soll: Die illegale Entsorgung statt Recycling.

Am Schluss kann man leider nur zu der Erkenntnis kommen, dass Verzicht und weniger Konsum all das minimieren kann, denn keines der Versprechen in Politik und Industrie greifen bis heute, auch 30 Jahre nach den Baseler Konventionen. ARTE hat hierzu kürzlich ein Spezial gebracht.


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Im Gespräch mit Nayeem Kalam

26 May

Ein Beitrag von: Chris Hieronimus

Beim Durchstöbern der Bilder meiner letzten Asien–Reise kam mir die Frage in den Sinn, warum ich in all den Netzwerken und Foto-Websites so wenig Bilder von Fotografen aus dieser Gegend sehe.

Reisefotografie ist eine Sache, aber es musste doch auch Menschen geben, die, in asiatischen genauso wie in europäischen Ländern, die Welt um sich herum mit der Kamera festhalten. Nur kannte ich so gut wie keine. Einige Websites, Blogs, Portfolios und Flickr-Streams später bin ich auf Nayeem Kalam aufmerksam geworden.

Die Lichtstimmung, persönliche Note und gleichzeitig das Alltägliche in seinen Bildern faszinierte mich. Ich freue mich sehr, dass er bereit war, ein Interview mit mir zu machen.

Ein Mädchen mit einem Spinnenschleier. Eine Straßenfotografie.

Danke, dass Du Dir Zeit für dieses Interview nimmst. Erzählst Du uns etwas über Dich und was Dich zur Fotografie gebracht hat?

Ich heiße Nayeem Kalam und komme gebürtig aus Chittagong, Bangladesch. Mein Vater ist aus Myanmar (Burma) immigriert und ein bekannter, wohlhabender Mann. Allerdings sehr konservativ und kein großer Fan der Fotografie.

Ich habe mein halbes Leben im Ausland verbracht und sollte einen soliden höheren Bildungsgrad erzielen, was ich nie wirklich erreicht habe. Stattdessen habe ich meine Jugend in Cafés und Bars verbracht, mich unter viele verschiedene Nationalitäten gemischt.

Ich habe mein Leben genossen, wo es nur ging, vor allem mit Frauen. Ich hatte ein märchenhaftes Leben. Mit der Fotografie habe ich eine lange Geschichte, die begann, als ich neun Jahre alt war, mit meiner ersten Kamera.

Eine Yashica, wenn ich mich richtig erinnere. Aber ernsthaft damit beschäftigt habe ich mich erst, als ich aus Europa zurückkam und mein Land in Fetzen wieder sah.

Bettler überall, Ungerechtigkeit und Korruption, die die Straßen und alles andere regierte. Armut und fehlende Bildung, Mangel an Menschenrechten und das blinde Folgen anderer Kulturen und Trends.

Ich habe nichts gesehen, was mir gefallen hat – außer den Gesichtern der Menschen. So bin dazu gekommen, wenn man es „richtige“ Fotografie nennen will.

Eine Frau mit einem Notizblock und langem Tuch über dem Kopf. Eine Straßenfotografie.

Beim Betrachten Deines Flickr-Streams ist mir aufgefallen, dass Du zu vielen Fotos einiges zum Hintergrund erzählst, wer zu sehen ist und in welcher Situation das Bild entstanden ist. Fotografierst Du meist Fremde oder Dir bekannte Menschen aus Deiner Heimatstadt?

Ich fotografiere tatsächlich viele Fremde Leute während des Kaffeetrinkens vor einem Hotel. Außerdem fotografiere ich oft aus dem Auto heraus, während des Fahrens (sorry). Hauptsächlich fotografiere ich Menschen, die ich kenne.

Die meisten davon kenne ich, weil ich einmal ein Foto von ihnen gemacht habe. Ich spreche mit den Leuten, die ich fotografiere und versuche, eine Verbindung aufzubauen.

Du musst so eine Menge Leute kennen gelernt und viele Lebensgeschichten gehört haben.

Oh ja, mit Sicherheit!

Ein Mann hält seine Hände vor sein Gesicht. Eine Straßenfotografie.

Wonach entscheidest Du Dich für ein Motiv, das Du festhalten willst? Ist es eine bestimme Seite, die Du abbilden möchtest?

In einem Wort: Instinkt. Ich würde gern etwas Persönliches mitteilen. Ich bin kurzsichtig, brauche Kontaktlinsen, die oft ein Spiel mit mir treiben. Ich bin eine sorglose Seele und kümmere mich nicht darum.

Außerdem trinke ich viel, was meine Augen austrocknet. Damit kämpfe ich jeden Tag und sehe dadurch oft nur wenig.

Aber wenn ich etwas sehe, sehe ich es wie kein anderer. Ich wünschte, ich könnte alles fotografieren; das ist der Drang, der mich weitermachen lässt.

Ansonsten hätte ich die Fotografie schon vor Jahren aufgegeben. Und zu der bestimmten Seite, die Du angesprochen hast: Es ist eine Kombination aus Licht und Menschlichkeit.

Ein Mann läuft mit seiner Tochter, die ihn anlächelt, die Straße entlang. Eine Straßenfotografie.

Wie reagieren die Leute, wenn Du sie fotografierst?

Meistens scheinen sie ehrlich gesagt etwas geschockt zu sein, aber meistens erscheint auch gleich darauf ein Lächeln. Negative Reaktionen habe ich bisher nur ein oder zweimal erhalten.

Und was regelmäßige Straßen-Portraits angeht, bin ich überrascht von der großen Geduld und Bescheidenheit, die Menschen mir entgegenbringen. Ich glaube, es wäre nahezu unmöglich, so im Westen zu fotografieren.

Andere Fotografen berichten mir oft davon, dass sie Angst bekommen, wenn Sie versuchen, Dinge zu tun, die ich mache. Ich bin unglaublich glücklich und gesegnet in diesem Bereich.

Äußerlich etwas von den Einheimischen abzuweichen, hilft sehr. Und auch, wenn es stolz klingen mag: Ausstrahlung und Charisma sollten nicht unterschätzt werden.

Eine Junge steht mit Schirm im Regen. Eine Straßenfotografie.

Mit welchem Equipment arbeitest Du und warum hast Du Dich dafür entschieden?

Ich benutze Canon–Kameras, die EOS 1Ds Mark II & III, wegen ihrer Größe. Ich mag ihre Solidität und Stabilität. Außerdem habe ich große Hände und diese Kameras sind gut zu halten.

Da ich hauptsächlich abends oder nachts viel aus dem Auto heraus fotografiere, nutze ich schnelle Objektive. Ich habe momentan ein 50mm f/1.2L und ein 85mm f/1.2L II. Ich liebe die Tiefenschärfe, die sie mir bieten. Die meisten meiner Fotos entstehen gerade auf Blende 1.2.

Noch eine Frage zum Schluss: Hast Du irgendwelche fotografischen Vorbilder?

Um ehrlich zu sein, ich habe nie Fotografen verfolgt. Ich hatte auch nie eine Ausbildung oder einen Kurs in Fotografie, habe nie Bücher darüber gelesen und war, es mag dich überraschen, noch nie in meinem Leben auf einer richtigen Ausstellung.

Vielen Dank für das Interview, Nayeem!

Cheers!

Dieses Interview wurde von Chris Hieronimus auf Englisch geführt und anschließend ins Deutsche übersetzt.


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Auf der Schwelle – Leben im Frauenhaus

26 May

Als ich in der Wikipedia unter deutschen Straßenfotografen die dort aufgeführte Brigitte Kraemer entdeckt und ihre Webseite durchgesehen hatte, war ich neugierig. Zum einen gibt es in Deutschland sehr wenige Straßenfotografen, zum anderen sind Frauen leider eine Seltenheit im Genre.

So bestellte ich mir „Mann und Auto“* und nahm, beeindruckt von den Aufnahmen des Bandes, telefonischen Kontakt mit der Fotografin auf. Es stellte sich heraus, dass sie gerade ein neues Buch veröffentlicht hatte. Wir einigten uns darauf, hier einige Bilder aus der Serie zu veröffentlichen. Es handelt sich dabei um Aufnahmen aus einem Frauenhaus, die Brigitte Kraemer seit den 80ern mit ihrer Leica M6 auf Schwarzweiß-Film erstellt hatte.

Nun, nicht jeder weiß, was ein Frauenhaus ist. Aus dem Wort geht hervor, dass es sich um einen Ort für oder von Frauen handelt. In der Tat ist ein Frauenhaus dafür bestimmt, Schutz suchende und oft unter Gewalt von Männern leidende Frauen aufzunehmen und ihnen sowohl Wohn- als auch Zufluchtsort zu sein. Es handelt sich also um eine Welt, die der Öffentlichkeit aus gutem Grund nicht zugänglich ist.

Somit ist es eine Besonderheit, dass Brigitte Kraemer es geschafft hat, dennoch Aufnahmen vom Leben im Frauenhaus zu machen und diese zu veröffentlichen. So bietet sie Einblick in den sehr privaten Bereich der Frauen, den sie ihr geöffnet haben, um die Umsetzung eines solchen Vorhabens möglich zu machen.

Zwei Frauen umarmen sich gegenseitig.

Kinder und Erwachsene in der Küche.

Szene mit Wunderkerzen.

Eine Frau steht mit ihrem Kind am Fenster, neben ihr dreht sich ein zweites im Vorhang.

Kinder toben im Zimmer.

Zwei Frauen liegen nebeneinander im Bett.

Zwei Jungs schauen gemeinsam zum Fenster hinaus.

Tanszene draußen.

Eine Frau liegt auf einem Herd.

Ein Mädchen, dem die Haare elektrisiert zu Berge stehen, lacht in die Kamera.

In ihrer Danksagung auf der letzten Seite des Buches berichtet Kraemer über ihren fotografischen Prozess Folgendes:

Ich habe keine fertigen Bilder im Kopf, ich bin dabei, schaue und eine Situation entwickelt sich. Und dann entstehen Kompositionen, die etwas erzählen vom Leben der Menschen.

Weiter beschreibt sie, wie wichtig ihr die Schicksale der Frauen waren und immmer noch sind, denn die Kontakte zu den ehemaligen Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen hätten sie Jahrzehnte begleitet. Damals wie heute sei sie erstaunt darüber, was Machtausübung bewirken kann.

Ihr ganz persönlicher Dank gelte den Frauen und ihren Kindern. Sie hätten ihr Vertrauen geschenkt und ihre Geschichten erzählt. Ihrem Mut, sich ihrer eigenen Situation zu stellen und sich zu öffnen, ist es zu verdanken, dass die Fotografin die Frauen ein Stück ihres Weges begleiten durfte.

Entstanden ist dadurch ein Projekt, das seit April in Buchform* erhältlich und im Klartext-Verlag erschienen ist. Ich möchte es uneingeschränkt empfehlen, da es mir einen tiefen und bewegenden Einblick in das Leben der Frauen gewährt hat.

Nachdem ich nun diesen Artikel fertig geschrieben habe, geht für mich die Beschäftigung mit der sensiblen Thematik vorerst zu Ende. Die Bilder der Frauen und Kinder haben mich jedoch insofern berührt, als dass ich sie so schnell nicht vergessen werde.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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25. Mai 2014

25 May

Ein Beitrag von: Manfred Majer

Growing © Manfred Majer


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