Ein Beitrag von: Felix Pacholleck

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Ein Beitrag von: Alexandra Höhn
Die Arbeiten, die ich hier zeige, sind alle in den letzten beiden Jahren entstanden. Es sind Einzelarbeiten und doch passen sie irgendwie zusammen. Mittlerweile. Das liegt daran, dass sehr viel persönliche Denke von mir drin steckt, aber es ist auch ein Prozess von Unsicherheit, Eigenkritik, Lernen und der Löschen-Taste am Rechner.
Ich bin besessen vom nächsten Bild, das ich machen werde und von dem ich hoffe, dass es besser ist. Und – was noch viel wichtiger ist – diese Besessenheit macht mich glücklich. Als ich vor drei Jahren angefangen habe, mit dem iPhone rumzuknipsen, (das waren noch die netten Zeiten auf Instagram) hat mir mein Freund die Bilder von einem berühmten Fotografen gezeigt.


Ich kannte damals noch keinen einzigen. Dieser Fotograf war William Eggleston. Ich sah seine Bilder und habe mir eine richtige Kamera gekauft, erst digital, analog kam später dazu. William Eggleston fotografiert Zimmerdecken, ein Stück Auto, ein Schild und alles in unglaublichen Farben. Er fotografiert das Gewöhnliche ungewöhnlich, mit einem genialen Bildaufbau.
Mittlerweile habe ich fast all seine Fotobücher und ich kann sie wieder und wieder anschauen. Und die Dokumentationen über ihn! Er antwortete einmal in einem Interview mit „That is the most stupidest question I ever heard“. Dafür mag ich ihn auch ziemlich gut leiden. Ich könnte jetzt noch ewig über William Eggleston schreiben, aber ich soll ja über mich etwas sagen.


Der Grund, warum mein Freund mir Eggleston gezeigt hat, ist, dass ich das Alltägliche spannend finde. Landschaften oder Straßenfotografie kann ich nicht. Sieht beides bei mir langweilig aus. Ich glaube, das liegt wiederum daran, dass ich deutsch bin. Ich brauche die Kontrolle. Wenn man ein Bild aber zu sehr kontrolliert, wird’s auch langweilig. Das ist natürlich Geschmacksache, aber ich finde Gurskys „Rhein“ zum Gähnen.
Um jetzt die Brücke von Eggleston zu Gursky zu schlagen: Ich bin immer auf der Suche nach dem Detail, nach der ungewöhnlichen Perspektive, nach etwas, was „hakt“, wo der Blick hängen bleibt oder was man nicht gleich versteht und dann räume ich das Bild auf. Alles kommt weg, was stört oder was zu viel ist, was den Blick ablenken könnte. Bis das, was übrig bleibt, fast abstrakt wirkt.


Ich mag einen „ordentlichen“ Bildaufbau. Obwohl ich jetzt nicht der ordentlichste Mensch bin, mag mein Auge es einfach am liebsten aufgeräumt. Und darauf sollte man hören. Auf sein Auge. Jeder guckt die Dinge anders an, jeder hat einen anderen Geschmack. Ich habe eine Weile gebraucht, um das zu akzeptieren. Dass ich nun mal kein Martin Parr bin und auch keine Nan Goldin. Obwohl ich ihre Bilder toll finde, aber ich bin das eben nicht. Wenn ich in deren Richtung anfangen würde zu fotografieren, wäre das nicht echt, weil es nicht mit mir zu tun hat.
Meine Bilder wirken für manche vielleicht etwas verschlossen, aber so bin ich. Ich mag auch keine Titel, ich will nicht eine Geschichte zum Bild erzählen, das Bild soll für sich sprechen. Seit diesem Jahr tut sich was mit meinen Arbeiten, ich soll über meine Fotografie etwas sagen. Das fällt mir einfach schwer, ich liebe den Prozess, aber nicht die Selbstvermarktung.


Auch das hat mit mir zu tun, ich steh nun einmal nicht gern im Rampenlicht und ich fotografiere lieber als zu reden. Aber natürlich habe ich auch ein Ziel, auf das ich hinaus will und das heißt raus aus dem Internet! Ich will ein Foto in der Hand halten, ein Buch anschauen, in eine Galerie gehen.
Das Internet überfordert mich. Es gibt so viele Fotos und über alle geht man klick klick klick. Mein Hirn kann so viele Bilder gar nicht verarbeiten. Und es gibt dank digitalen Kameras auch immer mehr, die fotografieren. Umso wichtiger also, eine eigene Visualität zu entwickeln. Und dann?


Der Zeitraum, über den ich am Anfang gesprochen habe, ist abgeschlossen. Das war sozusagen meine „Kindheit“. Jetzt bin ich „erwachsen“ und arbeite an ersten Projekten, deren Planung mich mehr Zeit kosten wird als die Realisation. Ich bin Teil eines Kollektives, mit zehn anderen Fotografen aus Europa, Russland und Israel.
Und ich arbeite an einem Konzept für ein kleines Fotobuch. Was dabei rum kommt, darüber mache ich mir kaum Gedanken. Ich mache es einfach, weil ich es machen muss, weil es mich glücklich macht. Das ist meine Motivation.
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Farben werden durch den physiologischen Prozess des Sehens in Gefühle umgewandelt, in Farbempfindungen. — Wolfarth
„Martin?“ Nichts. „Maaaaaartin!“ Als mich ein Klassenkamerad angestupst hatte, war ich plötzlich da. Die Klassenlehrerin hatte uns gefragt, was unsere Lieblingsfarbe ist. Ich lief rot an, fühlte mich ertappt, denn ich hatte schon wieder nicht aufgepasst.
Meine zittrige Antwort war der Farbe meines peinlich berührten Gesichtes gleich: „Rot.“ Eigentlich war die Frage für mich immer einfach gewesen, denn als Rothaariger hatte ich mich mit der Farbe des Blutes verbündet.
Und das, obwohl meine Haare gar nicht rot waren. Sie waren eher kastanienbraun oder orange, aber so richtig rot natürlich nicht. Rot sagte man nur dazu. Das wusste ich, doch innerlich mochte ich sie alle, die warmen Farben.
Sie waren nicht nur auf meinem Kopf, sondern in Form von Sommersprossen auf meiner Haut. Die übrigens auch des Öfteren rot wurde — das Wort „Sonnenbrand“ sollte an dieser Stelle reichen.




















Meine Begeisterung für warme Farben hat sich bis heute nicht verändert. Ich liebe den „Fluss der Farben“* von Raghubir Singh, die zahlreichen Braun- und Rottöne in Leiters „Early Color“* und diejenigen, die mir jeden Tag in der Stadt begegnen.
Karlsruhe ist derzeit vollgestopft mit roten Baustellenschildern, gelben Straßenmarkierungen und (Gott sei dank jetzt nicht mehr) oranger CDU-Werbung. Menschen tragen gern ein saftiges Gelb, rote Jacken fallen immer auf und die orange Gießkanne, nun, wer kennt sie nicht?
Die hier gezeigten Aufnahmen bilden übrigens einen guten Kwerschnitt meiner Arbeit der letzten zwölf Monate. Hält man ein Sieb darunter und lässt nur das durch, was warme Farben beinhaltet, bleiben diese übrig. Ich bin schon sehr gespannt auf die kommenden Jahre und wer weiß, vielleicht mache ich ja mal ein Buch daraus.
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Die „Mall Armenia“, früher Galerie „Gabriel Mejia“, ist das Herz des beliebten Handelszentrums der Hauptstadt der Provinz Quindio in Kolumbien. Für wenig Geld kann man dort alle wichtigen Waren und Dienste erwerben. Auf extrem engem Raum sitzen die Händler und Dienstleister dort in ihren Kabinen, um sie herum drei Metallplatten, an denen alles untergebracht ist, was sie definiert oder was sie anzubieten haben.
Diesem skurrilen Mikrokosmos hat sich Gabriel Linares fotografisch angenommen. Der 23-Jährige ist Journalist und Sozialvermittler, angehender Fotojournalist und Designer für Audiovisuals. Im Spannungsfeld seiner Tätigkeiten interessiert er sich insbesondere für das, was er in seinem direkten Umfeld vorfindet.
Seine Serie „A vuelo de pájaro“ zeigt die Handwerker der Mall aus einer anderen Perspektive, die der normale Bürger nie haben wird, der ihnen und ihren Läden immer von vorn gegenübertritt. Aus der Vogelperspektive werden Details und Gegenstände hinter den Ladentischen ebenso sichtbar wie die unterschiedliche Art der Einrichtung.
Cesar Burbano, Schneider
Cesar Burbano, Botaniker
Alberto, Sammler
Gustavo Rincón, Händler
Alirio Zuluaga, Händler
Gemay Marulanda, Techniker
Laura Gómez, Schuhmacherin
Jose Noel, Botaniker
Edgar Alzate, Schneider
Fernando, Sammler
Luz Sánchez, Stylistin
In diesen winzigen Räumen herrscht teilweise Chaos, teilweise penible Ordnung, aber so richtig einladend wirkt keiner auf mich. Auf so engem Raum bleibt auch wenig Platz für Werbung oder ein ausgefeiltes System. Es muss nur alles untergebracht werden, was verkauft werden soll oder Gerätschaft für ein Handwerk ist.
Vor allem wird sehr deutlich, welche Vielfalt an Dingen hier auf kleinstem Raum seinen Platz findet, von dem aus eine Person ihr Überleben sichert. Gemein ist dabei allen Kabinenläden, dass sie nicht visuell ansprechend eingerichtet sind, wie wir es (hierzulande?) gewohnt sind.
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Statt der üblichen Wort zu unseren browserFruits gibt es heute mal einen kleinen Hinweis zu unserer Facebookseite. Dort könnt Ihr noch bis heute Abend um 20 Uhr eine von drei portablen Festplatten von Seagate gewinnen. Überhaupt empfehlen wir Euch, uns auf Facebook zu folgen, wenn Ihr keinen unserer Artikel verpassen wollt. Und ab und zu gibt es dort auch andere Links, Umfragen und kleine Überraschungen, wie unsere Verlosung mit Seagate.
Fotospecial: Grachten
Flickr

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Deutschsprachig
• Während man in Berlin um eine große Freifläche kämpfte, wartet in Detroit ein großes Stadion darauf, vergessen zu werden.
• Der 30-jährige Fotograf Andrea Ronchelli und der Übersetzer Andrej Mironow sind bei Berichterstattungen in der Ost-Ukraine getötet wurden. Hintergründe und mehr über die Situation für Journalisten in der Ost-Ukraine hat der Tagesspiegel.
• „Bürger, Journalist? Erfahrungen eines ägyptischen Fotografen.“ Auf Alsharq haben wir ein Interview mit dem agyptischen Journalisten Roger Anis gefunden.
International
• Warum die sogenannte „Leica-Fotografie“ tot ist. Und warum Leica selbst sie getötet hat. Spannender Schlenker in die Geschichte der großen Namen und wie sich das Image des Konzerns geändert hat.
• Ein Instagram-Feed, das unter dem Namen Everydayiran Fotos von Straßenfotografen aus dem Iran sammelt.
• Die Library Of Congress hat ein sehenswertes Set auf Flickr mit Farbaufnahmen der 1930er bis 40er Jahre.
• Auch das Museum of Modern Art hat seine Sammlung Online. Darunter auch viele historische Fotografien.
• „City Slivers – The Jerusalem Photo Project“ ist ein vielversprechendes Gemeinschaftsprojekt von zur Zeit 13 Fotografen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Stadt systematisch fotografisch zu dokumentieren.
• Fotografisch kaum interessant und dennoch toll: 22 Vorher-Nachher-Fotos von aufgewachsenen Haustieren.
• 60 historische Bilder von berühmten Persönlichkeiten. Wer wollte nicht schon immer mal einen Mug Shot von Bill Gates sehen?
• 22 verrückte Bilder, bei denen wir absolut keine Ahnung haben, was vor sich geht und warum sie fotografiert wurden. Lustig sind sie aber sehr.
• Die berühmten Pin-Up-Bilder der 50er Jahre hatten meist Fotografien als Vorlagen. Und darauf posen reale Frauen im typischen Stil mit übertriebenen Mimiken, was ziemlich absurd wirkt.
• Dale Yudelman aus Kapstadt macht mit dem iPhone Bilder seiner Heimadtsatdt. Die Serie „Life Under Democracy“ zeigt Aufnahmen von „unter der Oberfläche des Alltags.“
Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

• Christoph Bangert stellt sich moralische und ethische Fragen über seine Arbeit als Kriegsfotograf in seinem bei Kehrer erschienen Buch „War Porn“*. Ist es moralisch zu rechtfertigen, als Fotograf in Kriegsgebieten zu arbeiten? Warum sind wir alle von Bildern des Elends anderer angezogen? Produziere ich Kriegs-Pornografie? Die Bilder zeigen den Krieg ungeschönt und ohne Zensur. Das Buch kostet 29,90 €.
• Ihr kennt doch sicher MAMIKA, die tolle Großmutter im Superheldenanzug? Sie lässt sich von ihrem Enkelsohn Sacha Goldberger in wunderbaren Bildern portraitieren, die auch als Buch erhältlich sind: „MAMIKA: Große kleine Großmama“, erschienen im Huber Verlag für nur 14,95 €.
Zitat der Woche
Photography is the story I fail to put into words.
Destin Sparks –
Mehr Zitate
Videos
Ein Film über Künstler, bei denen der fotografische Prozess nur zum Teil zum fertigen Ergebnis gehört. (Danke an Julia für den Link.)
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Meine Tochter besitzt eine Kamera, die ich ihr vor längerer Zeit geschenkt habe. Es handelt sich dabei um eine Kodak EasyShare Sport* in orange, die ich vor Jahren von Kodak für meine Reise nach New York City gesponsort bekam. Für meine Tochter ist die Kamera genau richtig, da sie viel aushält, wasserdicht und einfach zu bedienen ist.
Durch die Blitzautomatik sind alle Bilder hell genug und meine Tochter liebt es, von Zeit zu Zeit damit zu fotografieren. Meine Frau und ich haben ihr bisher keine „Foto-Regeln“ beigebracht und wollen es auch dabei belassen. So macht sie einfach Fotos von allem, was sie fotografieren will. Mit ihren fünf Jahren hat sie großen Spaß dabei, alles auszuprobieren (und lacht sich oft schlapp über die Lustigkeit mancher Aufnahmen).
Als ich heute mit ihr zusammen auf der Kamera alle gemachten Fotos durchzippte, war sie ganz stolz darauf. Ich musste sofort daran denken, hier eine kleine Auswahl der Bilder zu zeigen und fragte sie. Meine Tochter war einverstanden und freute sich darüber.










Ich habe darauf verzichtet, die Fotos zu beschneiden oder auf andere Weise zu „verbessern“ – das wäre aus meiner Sicht nicht angemessen. Schließlich handelt es sich nicht um meine eigenen Aufnahmen.
Kurze Info: Ich habe meiner Tochter erklärt, dass hier vielleicht Leute kommentieren werden. Eine Auswahl der Kommentare werde ich ihr vorlesen. Nur, dass Ihr Bescheid wisst.
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