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Archive for the ‘Equipment’ Category

Michaels Equipment für Landschaftsfotos

06 Jun

Ich fotografiere nun schon seit über fünf Jahren Landschaften und mit der Zeit hat sich einiges an Equipment angesammelt. Um meine Fotoideen so wie im Titelbild umzusetzten, sind für mich neben Kamera und Objektiven einige weitere Dinge essentiell.

Doch fangen wir mit der Kamera an: Seit zwei Jahren fotografiere ich mit einer Canon EOS 5D Mark II*. Obwohl schon etwas in die Jahre gekommen, macht sie immer noch tolle Fotos, die ich locker auf 150 x 100 cm Fineart-Papier entwickeln lassen kann, wenn ich sauber arbeite. Außerdem mag ich die Bedienung. Alle mir wichtigen Einstellungen lassen sich in Sekunden erledigen.

Foto von Michael Breitung und seinem Equipment auf Korsika

Um vom Weitwinkel bis Telebereich alles abzudeken, trage ich drei Objektive auf Fototouren ständig bei mir: Das Canon EF 16-35mm 1:2,8L II*, das ich vor allem wegen der einzigartigen Sonnensterne, die es fabriziert, so liebe. Von Tamron das 24-70mm 1:2.8 Objektiv*, das eine sehr gute Schärfe liefert. Und wiederum von Canon das 70-200mm 1:4 L IS*, das ich für Detailarbeit nutze.

Mindestens genauso wichtig wie Kamera und Objektive ist für mich das Stativ geworden. Für 95 % meiner Fotos nutze ich ein Stativ. Da ich fast all meine Fotos in irgendeiner Form überblende, fotografiere ich selbst bei Sonnenschein mit Stativ, auch wenn die Belichtungszeiten Aufnahmen freihand zulassen würden.

Bewärt hat sich als Stativ das Benro C-298 M8, das ich drei Jahre in Verwendung hatte. Mittlerweile ist es auf der Ersatzbank, weil ich etwas Kompakteres wollte. Das Induro CT114* habe ich seit einem halben Jahr im Einsatz. Ebenfalls von Induro stammt der Stativkopf, den ich verwende. Da ich Kugelköpfe zu fummelig finde, nutze ich den PHQ-1 5-Wege-Neiger*. Damit lassen sich Landschaftsfotos präzise komponieren und zusammen mit einer Kirk LRP-1 Schiene auch einreihige Panoramen anfertigen.

Was ich auch nicht mehr missen möchte, ist das L-Winkel von RRS. So kann ich blitzschnell zwischen Quer- und Hochformat wechseln.

Obwohl ich viel mit Belichtungsreihen arbeite, sind für mich Verlaufsfilter unverzichtbar geworden. Von Lee nutze ich einen 0.6 hard GND und einen 0.6 soft GND, die ich einzeln oder in Kombination vors Objektiv schiebe. Wenn ich am Meer fotografiere oder einen ebenen Horizont habe, verwende ich gelegentlich einen Singh-Ray 2-Stop Reverse Grad.

Aber wie schon angesprochen, reichen mir Filter allein nicht aus. Ich nutze Verlaufsfilter immer in Kombination mit Belichtungsreihen, um alle Details einzufangen. Durch die Filter erhalte ich ein gutes Ausgangsfoto, in dem ich dann nur noch kleine Bereiche aus den anderen Belichtungen einblenden muss.

Wo wir gerade bei Filtern sind, darf ich den Polfilter natürlich nicht vergessen. Besonders im Wald oder am Wasser nutze ich einen Hoya HD Polfilter*, um Reflexionen zu minimieren.

Am Wasser und vor allem am Meer wäre ich außerdem ohne Objektivreinigungstücher aufgeschmissen. Diese gibt es in unzähligen Ausführungen von zahlreichen Herstellern. Ich setzte seit einiger Zeit auf Bambus-Tücher* in verschiedenen Größen. Damit bekomme ich selbst die salzhaltige Gischt am Meer wieder schlierenfrei von meinen Filtern. Die Reinigungstücher zu vergessen, wäre für mich eine Katastrophe.

Die Liste an Zubehör geht noch weiter. Jedoch habe ich die wichtigsten Bestandteile meiner Aurüstung genannt. Bleibt noch die Frage nach der richtigen Verpackung. Der perfekte Kamerarucksack ist für mich der F-Stop Satori. Er ist bequem, öffnet am Rücken, hat viele Fächer, ist gut konfigurierbar und passt ins Handgepäck.

Damit habe ich, denke ich, genug über Equipment geredet. In meinen nächsten Artikeln liegt dann der Fokus wieder darauf, was ich damit mache.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas kauft, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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Gedanken zur Unschärfe

06 Jun

Ein Beitrag von: Anne Henning

Seit jeher existiert die Vorstellung, Unschärfe habe etwas mit Fehlerhaftigkeit zu tun. Einerseits geben doch zahlreiche Handbücher standardmäßig Tipps, wie man Unschärfe vermeiden kann, andererseits sind es gerade unscharfe Fotos, die den Betrachter besonders in ihren Bann ziehen. Gibt es also gute und schlechte Unschärfe?

Ich bescha?ftige mich gern historisch und kunstwissenschaftlich mit verschiedensten Dingen, die mir in der Fotografie begegnen und u?ber die ich dann la?nger nachdenken muss. Unscha?rfe ist eines davon. Es ist spannend, wie sich eine vermeintliche Fehlerhaftigkeit, na?mlich, dass einzelne Bildteile nicht zu erkennen sind, in der Kunst etabliert hat, und das in erstaunlich vielen Formen. Und hier daru?ber zu schreiben, ermo?glicht es mir erneut, einige meiner liebsten Unscha?rfefotos anderer Fotografen vorzustellen.

Schon in der fru?hen Landschaftsmalerei war Unscha?rfe ein beliebtes Stilmittel, eine romantische Grundstimmung zu schaffen. Man denke nur an Caspar David Friedrichs abendliche Naturlandschaften, in denen Himmel und Erde scheinbar nahtlos ineinander u?bergehen.

Konturenscha?rfe zeugt von Kontrolle u?ber das Gesehene, ein scharfer Blick impliziert Pra?zision und Unbestechlichkeit, Unscha?rfe hingegen ermo?glicht es dem menschlichen Auge, Dinge miteinander sanft verschmolzen zu sehen, wo sonst vielleicht nur harte Kanten oder schroffe Gegensa?tze zu finden wa?ren.

Ob bei Landschaft oder Architektur, so ko?nnen Gegensa?tze besa?nftigt und malerisch weich gemacht werden. Unscha?rfe hat also eine Funktion und ist nicht nur ein zufa?llig gewa?hlter Pinselstrich oder eben in der Fotografie ein falsch eingestellter Fokus. Im U?brigen sind heutzutage Scha?rfe und Unscha?rfe feste Termini der Fotografie, wa?hrend bei gemalten Bilden eher von Sfumato oder Verblauung gesprochen wird.

Fotograf: Ludwig West

Fotograf: Ludwig West

Fotografin: Snjezana Josipovic

Fotografin: Snjezana Josipovic

Seit der Erfindung der Daguerrotypie und somit der Mo?glichkeit, Fotografien dauerhaft zu fixieren, diente das Foto als Wiedergabe der Wirklichkeit in all ihren Details. Erst 1859, also 20 Jahre nach ihrer Erfindung, wurde die Gleichung Fotografie = Scha?rfe auf einer internationalen Konferenz in London erstmals in Frage gestellt.

Plo?tzlich wurde empfohlen, statt gleichma?ßiger Scha?rfe mal den Hintergrund verschwimmen zu lassen, doch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die „unscharfe Richtung“ auch Mode im deutschsprachigen Raum. Es wurden in Fachzeitschriften sogar regelma?ßig Tipps gegeben, wie man durch Gelatinefolien, Tu?llschichten oder sogar Damenstru?mpfe zwischen Kamera und Objektiv gespannt, feine Unscha?rfen erzeugen konnte.

Es galt vor allem als schick, gerade Frauen nicht gnadenlos vollscharf abzubilden, sondern sie dezent weichzuzeichnen, um eventuelle kleine Makel so vertuschen zu ko?nnen. Auch heute gibt es eine Tendenz, weibliche Modelle eher unscharf abzulichten, um ihnen eine Zartheit zu verleihen. Doch auch hier variiert der Grad der Unscha?rfe natu?rlich erheblich.

Portrait einer nackten Frau in kalten Farben

Fotograf: Hasse Linden

Portrait einer blonden Frau im BH, vor einem Heizkörper.

Fotografin: Orphin

Ob es nun darum geht, etwas zu vertuschen oder bestimmte Dinge in den Fokus zu ru?cken, um die unscharfen Aspekte zu u?berlagern und somit den Blick des Betrachters gezielt zu lenken, ist letztendlich eine Frage des Wahrheitsanspruches an das Foto und welche Geschichte es erza?hlen soll.

Scharfe Details haben eine besonders blickfangende Wirkung, wenn der Rest des Bildes in partieller Unscha?rfe verschwimmt. Dabei ist es spannend, wie manchmal Vordergrund und manchmal Hintergrund als Blickfa?nger dienen, allein durch die Entscheidung zu Scha?rfe und Unscha?rfe.

Fotografin: Marit Beer

Fotografin: Marit Beer

Fotografin: Nastya Kaletkina

Fotografin: Nastya Kaletkina

Der Fotograf Heinrich Ku?hn war 1897 der Meinung, es sei Aufgabe der Unscha?rfe, innere Bilder sichtbar zu machen. Vorstellungs- und Erinnerungsbilder waren fu?r ihn so fotografisch umsetzbar, denn auch unser echtes Erinnerungsvermo?gen gibt uns keine detaillierte Aufschlu?sselung, wie eine vergangene Szene genau ausgesehen hat.

Farbe und Muster einer Tapete, die Form eines Mo?belstu?cks oder Details der Kleidung, an Einzelheiten ko?nnen wir uns oft nur unscharf erinnern. Verblasste Erinnerung hat A?hnlichkeiten mit unscharfen Fotografien, auch wenn Wissenschaftler bestreiten, dass es u?berhaupt so etwas wie ein „inneres Bild“ gebe und dieses Denken lediglich inspiriert sei durch Filme.1

Und wirklich: Unscha?rfe fungiert in Filmen gleichsam als Code, denn man hat gelernt, dass es sich entweder um eine Ru?ckblende oder einen Traum handeln muss, wenn die Bilder verschwimmen oder weichgezeichnet sind. Denkt mal dru?ber nach, es ist faszinierend, wie stark wir filmisch gepra?gt sind!

Dennoch ist es spannend, wie ein unscharfes Foto uns Verschwinden suggeriert, einen U?bergang zwischen Realita?t und Nichts, ein indefinites vertra?umtes Dazwischen und der Betrachter zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit hin- und hergeschoben wird.

Fotografin: Snjezana Josipovic

Fotografin: Snjezana Josipovic

Fotografin: Celeste Ortiz

Fotografin: Celeste Ortiz

Im Bildjournalismus hingegen haben unscharfe Fotos eine genau entgegengesetzte Wirkung auf den Betrachter: Sie zeugen von Authentizita?t. Selbst ein verwackeltes Foto hat einen Sensationscharakter, man vermutet den ehrlichen Schnappschuss eines Fotografen, der frei von Kalku?l oder Verwertungsinteresse zufa?llig Zeuge einer bestimmten Szene wurde.

Ob Geisterfotografie oder andere mystische Begebenheiten – je unglaubwu?rdiger eine Begebenheit, desto ho?her die Wahrscheinlichkeit, dass das Beweisfoto unscharf ist. Dass auch hier der Betrachter geschickt manipuliert wird, ist offensichtlich.

Fotograf: Moune Drah

Fotograf: Moune Drah

1907 heißt es in einer Rezension zu einer Fotoausstellung dann liebevoll ausgedru?ckt:

Der Apparat nimmt die Gegensta?nde nicht mehr wie fru?her mechanisch auf, sondern sieht sie durch ein Temperament. Er kann blinzeln und fixieren, kann u?ber Kleinigkeiten hinwegsehen und bei Bedeutendem verweilen, kann auch verzeichnen und schrullenhaft sein, mit einem Wort: Er hat eine Seele bekommen.2

Und auch ich habe bei manchen Fotografien genau dieses Gefu?hl, dass die alte Kamera eine Seele hat und unscharfe Bilder erzeugen in mir oft die Illusion, mit meinem Blick alles und doch nichts greifen und begreifen zu ko?nnen. Fu?r mich ist es manchmal befreiend, den Blick nicht auf vorgegebene scharfe Punkte fixieren zu mu?ssen, sondern den Gedanken freien Lauf zu lassen. Eine Nassplatte auf sich wirken lassen, mit all ihren Unscha?rfen dank — aus heutiger Sicht — la?ngst u?berholter Technik.

Fotograf: Jan Eric Euler

Fotograf: Jan Eric Euler

Ein Bild, das seinem Betrachter Details vorentha?lt, gibt sich auch selbst nicht preis. Viel mehr zelebriert es eine gewisse Distanz und Ra?tselhaftigkeit, was wiederum unser Interesse weckt.

Oder: „Das Bild besitzt auf einmal die Autorita?t, auch schweigen zu du?rfen und sich nicht verho?ren lassen zu mu?ssen“, wie es Wolfgang Ullrich in seiner „Geschichte der Unscha?rfe“ sehr passend ausdru?ckt.3 Atmospha?re, Stimmung und die eigene Fantasie des Betrachters ru?cken in den Mittelpunkt und er muss selbst die Leerstellen fu?llen, die das Foto ihm vorgibt.

Fotografin: Marina Jerkovic / Zimmer117

Fotografin: Marina Jerkovic / Zimmer117

Ich bin ein großer Bewunderer von Unscha?rfe, ist sie auch manchmal Mittel zum Zweck, uns auf etwas aufmerksam zu machen oder etwas vor unserem Auge verschwimmen zu lassen. Trotzdem glaube ich, ist es oft genug Zufall, dass genau im Moment des Abdru?ckens der Fokus falsch justiert war. Und gerade diese Fotos sind es, die zeigen, dass es keine unpassende oder falsche Unscha?rfe geben kann, wenn das Foto eine eigene Poesie, A?sthetik und Geschichte besitzt.

Fotografin: Anne Henning

Fotografin: Anne Henning

Fotograf: Rüdiger Beckmann

Fotograf: Rüdiger Beckmann

Oder, wie es die großartige britische Fotografin Julia Margaret Cameron, die im 19. Jahrhundert fu?r ihre unscharfen Portraits beru?hmt war, aber auch vielerorts kritisiert wurde, schon 1864 ausgedru?ckt hat:

What is focus – and who has a right to say what focus is the legitimate focus?

 

Quellen und Literatur

1 Wolfgang Ullrich, Die Geschichte der Unschärfe, S. 75
2 Fritz Matthies-Masuren, Künstlerische Photographie, S. 94
3 Wolfgang Ullrich, Die Geschichte der Unschärfe, S. 15


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Hoffnungslose Wanderer

06 Jun

Wenn sich 24 junge Fotografen zusammentun, denkt man zunächst vielleicht an einen Fotokurs, aber diese bunte Truppe formte sich nicht durch einen gemeinsamen Klassenraum. Sie fanden sich durch ihre Bilder und den gemeinsamen Stil im Internet. Und nachdem die ersten Planungen für ein gemeinsames persönliches Treffen liefen und die Vorfreude darauf zu groß und die Zeit bis dahin zu lang waren, entstand ein gemeinsames Fotoprojekt.

Ich bin sehr froh, Teil dieses Projekts sein zu dürfen, denn wir beschlossen, das Lied „Hopeless Wanderer“ von Mumford & Sons zu illustrieren. Jeder Fotograf bekam eine Zeile und setzte diese auf seine persönliche Art in einem Portrait, meist sogar in einem Selbstportrait, um.

Eine Frau liegt im Wasser. Aus ihrem Mund quillt ein rotes Tuch, das um sie herum schwimmt.

You heard my voice © Sina Domke

Eine Frau steht am Waldrand. Ihr langer Umhang liegt über dem Waldboden zwischen den Bäumen.

I came out of the woods by choice © Laura Zalenga

Ein Mann sitzt in einer sonnenbeschienenen Ecke und raucht. Der Rauch steigt dicht auf.

Shelter also gave their shade © Curtis Spahl

Eine Frau mit wehendem Gewand steht in einem nebligen Wald.

But in the dark I have no name © Paula Ohmann

Ein Mann und eine Frau sitzen am Tisch und halten sich an den Händen.

So leave that click in my head © Nikolas Brummer

Eine Frau, versteckt hinter braunem Laub, trägt im Mund grüne Blätter.

And I will remember the words that you said © Jonas Hafner

Eine Frau steht mit vor der Brust gekeuzten Armen auf einer Wiese. Wolken liegen tief auf der Wiese und verdecken ihr Gesicht.

Left a clouded mind and a heavy heart © Petra Holländer

Eine Frau tanzt auf einem Steg über dem Wasser.

But I was sure we could see a new start © Andrea Peipe

Ein Mann steht mit ausgebreiteten Armen auf einem Feld. Erde fliegt um ihn herum weg.

So when your hope’s on fire © Normen Gadiel

Vier Arme von unten strecken sich nach oben zu einer weiteren Hand.

But you know your desire © Moritz Aust

Ein Junge steht mit einer Kerze schützend unter einem Baum.

Don’t hold a glass over the flame © Melf Mayer

Ein Mann sitzt nachdenklich auf einem Felsen und blickt ins Meer.

Don’t let your heart grow cold © Jennifer Köhler

Eine Frau sitzt betend in der Kirche.

I will call you by name © Lisa-Marie Kaspar

Zwei Frauen stehen Hand in Hand im Wald und sehen in unterschiedliche Richtungen.

I will share your road © Charlotte Grimm

Eine Frau ist halb alt und halb jung und zieht mit einer Hand die alte Haut von ihrem Gesicht ab.

I wrestled long with my youth © Ines Rehberger

Ein Mädchen, das sich eine Hand in etwas Abstand vor das Gesicht hält.

We tried so hard to live in the truth © Hanna Fasching

Ein Mann steht mit dem Rücken zur Kamera und zieht Tapetenbahnen ab, die den Wald zeigen. Darunter kommt abgeholzter Wald zum Vorschein.

But do not tell me all is fine © Jan Plähn

Eine Frau lehnt sich rücklings über eine weiße Brüstung.

When I lose my head, I lose my spine © Sabah Syed

Eine Frau in einem Kleid aus Buchseiten rennt weg. Die Buchseiten fliegen um sie herum.

And I won’t remember the words that you said © Foufinha

Ein Mann liegt auf einem Holzboden im Staub von einer Decke umhüllt.

You brought me out from the cold © Chris Hieronimus

Eine Frau sitzt in einem leeren Gewächshaus auf dem staubigen Boden.

Now, how I long, how I long to grow old © Katja Kemnitz

Eine Frau liegt in grünen Zweigen und umarmt sich selbst.

Hold me fast © Anna Heimkreiter

Ein Mädchen steht allein auf einem Berg und sieht in die Ferne.

Cause I’m a hopeless wanderer © Paulina Metzscher

Ein Mann liegt mit dem Rücken nach unten und ausgebreiteten Armen im Wasser, auf dem sich Wolken spiegeln.

I will learn, I will learn to love the skies I’m under © David Uzochukwu

Und was für eine Freude war es immer, wenn wieder ein Bild fertig war und gezeigt wurde. Viele fertigten sogar Videos ihrer Shootings an und es war großartig, das kleine Projekt wachsen zu sehen. Ich freue mich schon auf das nächste!


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5. Juni 2014

05 Jun

Ein Beitrag von: Sebastian Freitag

© Sebastian Freitag


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Loop Portraits:Romain Laurent Reveals His Tricks

05 Jun

When we see a photo that just makes us say, “How in the world?!” we just have to stop talking out loud to our computer screen, hunt down the genius behind said stunner and ask them…

“How in the world?!”

Turns out it’s Romain Laurent who crafts the mind bending, perfectly looped portraits that had us agog.

So, we tracked him down and bombarded him with “hows,” “whys” and “you’re so cools.”

Check out his answers and see more of his loop portraits over on our blog.

Romain Laurent Reveals The Tricks to His Trade

(…)
Read the rest of Loop Portraits:
Romain Laurent Reveals His Tricks (753 words)


© laurel for Photojojo, 2014. |
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4. Juni 2014

05 Jun

Ein Beitrag von: Chris Hieronimus

Symmetrische Ansammlung von Fenstern, Mehrfachbelichtung in schwarzweiß.


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Wunderwesten

04 Jun

Ein Beitrag von: Petra Mattheis und Sascha Nau

Bis vor einigen Jahren war Leipzig noch nicht in aller Munde. Da waren die Straßen noch leer, die Hausfassaden hatten eine braungräuliche Färbung und in den Schlaglöchern auf den Straßen konnten problemlos kleinere Hunde verschwinden.

Inzwischen ist Leipzig nicht mehr die gleiche Stadt, in die wir vor Jahren gezogen sind. Vor allem in den westlichen Stadtvierteln hat sich eine Dynamik entwickelt, wodurch Baulücken, Brachen und sanierungsbedürftige Häuser langsam verschwinden.

Eine junge Frau steht bei niedrigstehender Sonne auf einem Dach und schaut hinter sich über die Stadt.

Anna Schimkat, Freie Künstlerin

Ein lockiger junger Mann steht in einem Raum und zündet sich eine Zigarette an.

Wolf Konrad Roscher, Projektraum WKR

Vieles von dem, was den Charme der Stadt in der Vergangenheit ausmachte, spiegelt sich in diesen Gebäuden, aus denen die Pflanzen treiben und in den Freiflächen, die sie oftmals umgeben.

Der Leerstand, die Brachen, die Vielfalt an Gebäuden zog viele an, die offen waren und Lust hatten, Dinge auszuprobieren. Wohnraum war günstig und eröffnete die Möglichkeit, unkonventionelle Gedanken zu formulieren.

Ein Mann steht auf einem Stapel Kartons und hält eine überdimensionale brennende Fackel.

Helge Hommes, Freier Künstler

Eine Frau steht vor einer unverputzten Ziegelwand und schaut nach oben.

Jana Reichenbach Behnisch, Mitinhaberin des Tapetenwerks

Viele Kreative kamen in den Leipziger Westen, weil der Raum hier noch nicht komplett durchorganisiert war. Weil Freiraum vorhanden war, der Platz ließ für ungewöhnliche Gedanken.

Es entstand der Verein Haushalten, dessen Wächterhäuserkonzept vorsah, leerstehende Häuser durch Nutzung vor dem Verfall und Vandalismus zu schützen.

Eine junge Frau hält einen auf den Hinterbeinen stehenden Ziegenbock an der Leine und füttern ihn mit Blättern.

Christiane Schulze mit Ziegenbock Heinz, Inhaberin eines Gartenlokals

Ein langhaariger, vollbärtiger Mann lächelt sympathisch in die Kamera.

Steffen Balmer, Westbesuch e.V.

Die Eigentümer werden dabei von den Kosten und der generellen Sorge um ihr Haus entlastet, während die Bewohner – die Wächter des Hauses – für den Bestandserhalt sorgen und dafür kostengünstig wohnen dürfen.

Brachliegende Flächen wurden in Eigeninitative von Müll und Schutt gesäubert und anschließend entstanden die Nachbarschaftsgärten, in denen Platz ist für das Gemüsebeet des einen und die Hängematte des anderen.

Zwei erwachsene Menschen springen gleichzeitig in die Luft.

Birgit Schulze Wehninck & Sven Riemer, Buchkinder Leipzig

Ein Mann sitzt in seiner Werkstatt und raucht.

Frank Schwärzel, Mitglied bei Haushalten e.V.

Es entstanden Selbstnutzerprojekte, bei denen sich Menschen zusammenschlossen und sich ihren Wohnraum nach gemeinsamen Vorstellungen gestalteten. Es entstand das Buchkinderkonzept, der Westbesuch und viele weitere Projekte.

Was macht den Leipziger Westen so besonders? Warum erlebt man den Raum hier als bereichernden Freiraum? Warum entstehen gerade hier so viele kreative Projekte?

Eine junge Frau steht entspannt in einem Galerieraum und schaut nach rechts.

Eva Walker, Freie Künstlerin

Ein Mann und eine Frau sitzen auf den Stufen einer Treppe in einem alten unrenovierten Gebäude.

Charlotte Wilde & Michael Vogel, Figurentheater Wilde & Vogel

Noch ist hier alles im Umbruch. Nicht alles läuft nach gewohnten Mustern, was gut ist! Noch ist nicht alles kanten- und gesichtslos!

Wir wollten die Menschen kennenlernen, die mit ihrer Eigeninitiative die Entwicklung des Leipziger Westens voranbrachten und voranbringen.

Ein Mann mittleren Alters steht vor dunklem Hintergrund und senkt nachdenklich den Blick.

Bertram Haude, Freier Künstler

Ein Mann mit Brille sitzt vor Retrotapete in einem Retrostuhl.

Thomas Parker, Betreiber eines Coffee- und Copyshops

Wir wollen einen Teil dazu beitragen, sowohl die wunden als auch die wundervollen Seiten der Entwicklung zu dokumentieren. So entstand das Projekt, das wir „Wunderwesten“ nennen und im Rahmen dessen wir inzwischen zahlreiche Gespräche geführt haben.

Als Fotografen denken wir natürlich in erste Linie in Bildern und versuchen, gute Aufnahmen von den Menschen und deren Umgebung anzufertigen. Doch viele dieser Menschen haben wirklich etwas zu sagen und so ist uns das gesprochene und später niedergeschriebene Wort bei diesem Projekt ans Herz gewachsen.


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Straßen: Orte der Begegnung

04 Jun

Bernd Arnold hat mit seinem Projekt „Black East Wild West“ ein Überthema geschaffen, in das sich vier Unterthemen einreihen, die allesamt im Genre der Straßenfotografie anzusiedeln sind. Und das alles in Deutschland. Wie, was, und vor allem: warum?

Fangen wir noch einmal von vorn an. Der Kölner Bernd Arnold fotografiert auf der Straße. Seine Bilder sind zwar spontan und ungestellt, doch eines hat er immer im Hinterkopf: Das Thema, an dem er gerade arbeitet. Und nochmals muss ich einschränken: Es sind Orte, auf die er sich begrenzt.

Das alles hat er vier Mal gemacht und diesen vier Themen Namen gegeben: „Mimesis“, „Das Portal“, „Die Zone“ und „Black East“. Alle gemeinsam sind zusammengefasst unter dem Titel „Black East Wild West“ und beschäftigen sich mit den Orten der Aufnahme, haben dabei aber das Verhalten der Menschen genau im Blick.

Arnold ist einer der Fotografen, die den zweiten Blick fordern. Dabei verzichtet er auf Dramatik und forciert den Betrachter, kleine, unscheinbare, im Angesicht der Thematik aber entscheidende Details zu erkennen und einzuordnen.

 

Die Zone

Straßenfotografie: Licht und Schatten, ein Hund tritt deutlich hervor.

Straßenfotografie: Verdrehte Hand auf dem Rücken eines Mannes.

Straßenfotografie: Die Beine verschiedener Menschen.

Straßenfotografie: Hartes Licht trifft auf ein paar Menschen, viele Schatten.

 

Mimesis

Straßenfotografie: Ein Mann schaut zur Seite.

Straßenfotografie: Blick in eine Menschenmasse.

Straßenfotografie: Zwei Menschen, die aneinander vorbeilaufen.

Straßenfotografie: Eine Menschenmasse im Gegenlicht.

Straßenfotografie: Fokus auf das Ohr einer Frau.

 

Black East

Straßenfotografie: Mehrere Menschen in einer Fußgängerzone.

Straßenfotografie: Eine Wand von hinten, oben schauen Köpfe von Menschen hervor.

Straßenfotografie: Verschiedene Silhouetten von Menschen.

Straßenfotografie: Eine Frau steht am Wasser. Düstere Aufnahme.

 

Das Portal

Straßenfotografie: Angeschnittene Hand einer Frau.

Straßenfotografie: Eine Frau zwirbelt an ihrem Haar.

Straßenfotografie: Fokus auf eine ältere Frau mit Hut.

Straßenfotografie: Zwei Menschen betreten eine Kirche.

Straßenfotografie: Fokus auf die Haare einer Frau.

Bernd Arnold betrachet die Fotografie als „ein ungewöhnliches Werkzeug – unmittelbar und direkt, ähnlich zu den Improvisationen im Jazz.“ Jazz ist hierbei ein gutes Stichwort, denn Kenner wissen zu gut, dass Jazz zwar oft spontan, aber keineswegs willenlos ist. (Free Jazz lassen wir mal außen vor.)

Weiter beschreibt der Fotograf, schaffe er sich mit diesem spontanen und spielerischen Ansatz die Möglichkeit, in die ihm gewohnten Welten einzutauchen, die, je gewohnter sie sind, umso unsichtbarer werden können. Doch genau diesen Blick hinter die Kulissen des Gewöhnlichen, gar Offensichtlichen muss Arnold wagen, um an seine subtilen Aufnahmen wie die oben Gezeigten zu kommen.

Diesen Vorgang beschreibt er so: „Wenn ich mich inhaltlich aus einer anderen Richtung dem Gewohnten annähere, verändert sich meine Wahrnehmung.“ Und somit wird auch diejenige des Betrachters um eine Sichtweise erweitert – wenn dieser dazu bereit ist.

Mich haben Arnolds Fotografien sowohl zum Nachdenken, als auch zum Umdenken gebracht. Denn seine Aufnahmen haben Kante, sind angenehm unbequem und fordern das, was ich (selbst in zeitgenössischer Straßenfotografie) gewohnt bin, gerade deshalb heraus.

Abschließen möchte ich nun mit einer Empfehlung an all diejenigen, die nach „Black East Wild West“ neugierig geworden sind und drauf und dran sind, munter zu recherchieren. Denn seit Ende 2013 ist der Bildband „Wahl Kampf Ritual“ von Bernd Arnold erhältlich, der Aufnahmen der Bundestagswahlkämpfe von 1984 bis 2013 in düsterem Schwarzweiß präsentiert.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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Rumänische Landschaften

04 Jun

Dieses faszinierende Land steckt mitten in einer seiner größten post-Ceausescu’schen Umbruchszeiten – ökonomisch, sozial sowie strukturell. Es ist ein Land voller landschaftlicher Schönheit, wunderbarer Menschen mit starkem Vertrauen und Glauben, das sich aber den Resten seiner unglücklichen Vergangenheit gegenübersieht.

Meine Bilder sind eine Momentaufnahme in der fortlaufenden Zeit und zeigen eine Zeit, die so vielleicht nie wieder zu sehen sein wird.

Aktuell arbeitet Darran Rees an einem Langzeitprojekt über die Entwicklungsländer von Osteuropa, speziell Rumänien. Seine Frau ist Rumänin und beide lebten einige Jahre in ihrem Heimatland, bevor sie wieder in den Westen zogen. Er reist nun immer wieder dorthin zurück, um die Veränderungen — zum Guten sowie zum Schlechten — festzuhalten.

Die folgenden Bilder aus seiner Serie „Landschape Romania“ wurden im Winter im nördlichen Rumänien an der Grenze zur Ukraine aufgenommen.

In einer nebligen, menschenleeren Schneelandschaft kreuzen sich eine Straße und Bahnschienen in einem spitzen Winkel.

Industriebauten aus Beton, im Vordergrund ein hoher Zaun, Müllcontainer und Schrott.

Eine zerfallene Holzbrücke in einer Schneelandschaft.

In einer Schneelandschaft stehen ein Baum und ein Telegrafenmast neben in die Ferne verlaufnden Bahngleisen, auf denen eine Person läuft.

Gatterartige Holzkonstruktionen und ein schiefer Telegrafenmast in einer Schneelandschaft.

Prellbock am Ende eines Gleises in einer Schneelandschaft.

Schneelandschaft mit Blick in ein Tal voller Felder, im Vordergrund ein knorriger Baum an einem kleinen Hang.

Zwei Frauen in Pelzmänteln stehen an einer verregneten, dörflichen Kreuzung.

In einer weiten Schneelandschaft steht ein einsamer Bauwagen, aus dem ein Mann guckt, davor steht ein Tisch mit aufgetürmten Einweckgläsern.

Ein Mann mit einem Tisch, auf dem Einweckgläser aufgetürmt sind, steht mit einem Trabbi an einem Straßenschild in einer weiten Schneelandschaft.

Ein Hund steht im Schnee neben einem großen Logo, dahinter Gebäude einer Kleinstadt.

Fünf Hunde stehen verloren in einer sehr weiten, weißen Schneelandschaft.

Ein einzelnes Pferd steht vor einer weiten Feldlandschaft mit etwas Schnee.

In einer weiten Schneelandschaft steht ein einzelnes Haus, dessen Fenster mit Holzbrettern vernagelt sind.

Eine alte Kirche, komplett in ein Baugerüst gehüllt, steht in einer trostlosen Schneelandschaft.

Weite Feldlandschaft mit etwas Schnee, in deren Mitte eine Holzkirche steht, im Vordergrund lungern drei Hunde herum.

Vor einer schneebedeckten Nadelwaldkulisse steht ein weißes Holzkreuz, an dem eine naiv gemalte Jesusfigur hängt.

Darran Rees wurde in Wales geboren und hatte eigentlich Kunst und Malerei studiert, bevor er nach London zog und sich ab Mitte der 1990er Jahre vor allem als Fotograf betätigte. Von London und inzwischen auch New York aus arbeitet er für internationale Agenturen sowie Kunden und an persönlichen Projekten.

Eine seiner liebsten Arbeiten war die für die Fair Trade Charity Organisation, für die er in entlegene Gegenden der Tee und Kaffee anbauenden Regionen in Peru, Afrika, Mexiko und Nicaragua fuhr, um dort die Bauern, Arbeiter, ihre Ländereien und Gesellschaften zu fotografieren.

Neugierig geworden? Weitere Arbeiten von Darran Rees findet Ihr auf seiner Webseite sowie auf seinem Portfolio bei Behance. Ihr könnt ihm auch auf Twitter folgen.


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Mit Warmherzigkeit gegen das Trauma

04 Jun

Ein Beitrag von: Anne Ackermann

Vom englischsprachigen Magazin „Perspective“ der norwegischen Flüchtlingshilfe, dem Norwegian Refugee Council (NRC), bin ich im Juli 2013 angefragt worden, ob ich für einen Auftrag in die Demokratische Republik Kongo (DRC) reisen möchte.

Ich lebe derzeit im Nachbarland der DRC, Uganda, und hatte zu diesem Zeitpunkt immer schon einmal in den Kongo gewollt. Schnell kam meine Autorenkollegin Hilary Heuler (USA) als Autorin mit an Bord.

Eine Frau steht mit ihrem Fahrrad vor einer Hütte, wo eine Gruppe Kinder sie freudig umringt.

Beim Radfahren durch die Straßen von Dungu erhält Schwester Angelique Namaika ein herzliches Willkommen von einer Gruppe von Kindern. Viele Menschen in Dungu kennen die Schwester und ehren sie.

Ein Kleinkind in schumutziger Kleidung schaut zu einer Person hoch, die ihre Hand an den Hinterkopf des Kindes hält.

Sister Angelique Namaika kuemmert sich um Kinder ihres Waisenhauses.

Anfangs war der Auftrag sehr geheimnisvoll, wir wurden bis zum Schluss nicht 100% gebrieft und mussten am Ende gar eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen. Denn nicht nur das NRC, sondern selbst die UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) war als Auftraggeber und Organisator mit an Bord.

Die Geschichte war top secret, ging es doch um die diesjährige und noch geheime Gewinnerin des Nansen-Flüchtlingspreises, des renommierten Preises der UN, der Menschen ehrt, die sich um die Sache der Flüchtlinge besonders verdient gemacht haben. Er wird einmal im Jahr unter den Augen der Weltöffentlichkeit vergeben. Bis es soweit war, mussten wir also unsere Mission selbst später vor Ort in Dungu noch streng geheim halten.

Eine lachende Frau hält ein Kleinkind auf dem Arm.

Eine Frau hält tröstend mit geschlossenen Augen eine andere Frau umarmt.

Sister Angelique Namaika kümmert sich um von den Rebellen der LRA missbrauchte Frauen und Mädchen.

Nach weiteren Briefings und der Organisation der benötigten Visa ging es also im August vom Flughafen Entebbe in Uganda aus mit dem UN-Helikopter in Richtung Nord-Kongo, an die Grenze zur Zentralafrikanischen Republik, in einen kleinen Ort namens Dungu.

Dort kümmert Angelique Namaika, eine kongolesische Ordensschwester, sich aufopfernd um junge Frauen, die von den Rebellen der berüchtigten ugandischen Rebellengruppe LRA („Widerstandsarmee des Herrn“) in den Busch entführt und zu Kindersoldaten und Sexsklaven gemacht worden sind. Als Rückkehrer leiden sie unter dem Trauma der Gewalt, aber auch der Stigmatisierung durch die eigene Gesellschaft.

Eine Frau mit Fahrrad legt lachend einer zweiten Frau, die ein Kind auf dem Arm trägt, ihre Hand auf die Schulter.

Sister Angelique Namaika verabschiedet eine der jungen Frauen, mit denen sie arbeitet, in einem Flüchlingslager am Rande von Dungu.

Eine Frau hält sich ihre Hände vors Gesicht.

Eine junge Frau versteckt ihr Gesicht, während sie in ihrer Hütte in einem Flüchtlingslager am Stadtrand von Dungu, im Nordosten der DRC fotografiert wird. Die junge Frau war von den Rebellen der LRA entführt worden, als sie erst 14 war und ist nun Mutter als Folge einer erzwungenen Beziehung im Busch. Erst durch die Bekanntschaft mit Sister Angelique Namaika nimmt sie nun an Näh- und Kochkursen teil und kommt langsam ins Leben zurück.

Da nicht alle Straßen, die nach Dungu führen, sicher genug sind, dass UN-Fahrzeuge auf ihnen fahren dürfen, wurden wir in einem Militär-Helikopter zusammen mit in Dungu stationierten Blauhelmsoldaten aus Bangladesch und Ägypten eingeflogen. Während des langen Fluges überquerten wir stundenlang dicht bewachsenes Buschland ohne Zeichen menschlichen Lebens.

Ich bekam eine Vorstellung von der Größe, aber auch der natürlichen und unerwarteten Schönheit eines Landes, das normalerweise eher mit Krieg und Verderben assoziiert wird. Die Rebellen selbst sind nicht mehr unmittelbar in Dungu anzutreffen, machen aber immer noch in Splittergruppen das Buschland um Dungu herum unsicher.

Das sind allerdings mehr Überfälle auf kleine Gehöfte, um den eigenen Hunger zu stillen und weniger tatsächliche Entführungen. Daher kommen aber immer noch Vertriebene auf der Suche nach Schutz in Dungu an. Dort bewacht die UN die Stadt, also konnten wir uns relativ sicher fühlen. An die Ausganssperre ab 18 Uhr hielten wir uns natürlich dennoch strikt.

Zwei Hütten in einer afrikanischen Landschaft.

Eines der IDP Camps außerhalb Dungus, in dem Schwester Angelique Namaika regelmaessig Frauen besucht, betreut und sie in Kursen unterrichtet.

Eine Frau fährt auf einem Fahrrad vor einer Hütte.

In Dungu angekommen, begann dann auch schon gleich die Arbeit und wir lernten Schwester Angelique Namaika kennen. Ihre Warmherzigkeit und die hingebungsvolle Arbeit für die jungen Frauen sind mir heute noch in Erinnerung. Sie war auch sehr professionell im Umgang mit uns und das, obwohl sie von den Medien geradezu belagert wurde. Gerade war ein spanisches Fernsehteam da gewesen, nach uns hatte sich direkt das nächsten Autoren- und Fotografenteam angekündigt.

Dennoch war sie eine große Hilfe, nahm uns überall mit hin, zeigte uns ihre Projekte und Schützlinge und verlor nie die Geduld. Auch nicht nach stundenlangem Interviewen und Fotografieren. Ihrem einzigartigen Draht zu den jungen Frauen ist es auch zu verdanken, dass ich trotz der schwierigen Rahmenbedingung (ich durfte einige Frauen aus Sicherheitsgründen nicht mit dem Gesicht zeigen) zu tollen Portraitaufnahmen kam.

Eine Frau mit zwei Kindern posiert vor zwei Hütten.

Melanie, 18, hat zwei Kinder mit aus der LRA-Gefangenschaft gebracht und wurde hier vor ihrem Haus in einem IDP Camp außerhalb Dungus fotografiert.

Eine Frau hilft einer anderen beim Anziehen einer Schürze.

Schwester Angelique Namaika hilft Monique mit dem Anziehen ihrer Schürze. Monique, eine ehemalige Entführte, hat viele neuen Fähigkeiten von der Schwester gelernt.

Ohne den Kontakt über die Schwester wäre das für mich allein natürlich nie möglich gewesen. In der Zeit, die wir mit der Schwester, der Preisträgerin des diesjährigen Nansen-Flüchtlingspreises verbrachten, ist mir auch vor allem eines aufgefallen: Die Einfachheit der Mittel, mit denen die Schwester so Großes bewirkt.

Da wird kurzerhand eine kleine Kirche in ein Klassenzimmer verwandelt: Eine Tafel und ein paar Holzbänke auf den Sandboden gestellt und los geht es mit dem Alphabetisierungsunterricht. Mehl, Öl, ein wenig Zucker und eine Bratpfanne reichen im Kochkurs aus, um den Frauen das Brotbacken zu lehren. Schon durch eine einfache Fähigkeit wie diese ist es den Frauen möglich, ihre Kinder in die Schule zu schicken, sodass sie lesen und schreiben lernen und später einmal auf eigenen Füßen stehen können.

Bei den Bildern war es mit somit wichtig, dass sie einfach, mitfühlend und nah am Menschen sind, gleichzeitig von einer Ehrlichkeit und Direktheit, wie ich sie auch in der Arbeit der Schwester wiedergefunden habe.

Eine Frau bindet ihre Schürze im Rücken.

Eine Frau hält in einem Türrahmen ein Kind auf dem Arm. Sie stehen im grellen Gegenlicht, das von draußen in den dunklen Raum fällt.

Susy ist aus der LRA-Gefangenschaft mit einem Sohn zurückgekommen und möchte nun mit der Hilfe der Schwester studieren und sich eine Zukunft aufbauen.

Viele der Schicksale der Frauen sind sehr hart und es ist für mich nach all den Interviews und der Arbeit am Thema sowohl in der DRC als auch in Uganda immer noch weitestgehend ein Rätsel, wie die Frauen das Trauma bewältigen und dann scheinbar zumindest nach außen hin wieder mit beiden Beinen auf dem Boden landen.

Auch, wenn ich mich auf diese Reisen als Fotografin begebe, die einen guten Job machen will, komme ich oft als Mensch wieder, der etwas Neues gelernt hat. Ich glaube, das ist es, was mir dabei mit am meisten gefällt.

Das Gesicht einer Frau, halb von grünen Blättern verdeckt.

Eine betende Frau in einer sonst leeren, einfachen Kirche.

Schwester Angelique Namaika betet im Morgengottesdienst in der Kirche in Dungu.

Hilary und ich haben zwar nur drei Tage in Dungu verbracht, doch die Begegnung mit Schwester Angelique Namaika, die unerwartete Schönheit von Dungu mit seiner saftig grünen Natur sowie den alten Kolonialbauten aus der Zeit der Belgier werde ich wohl so schnell nicht vergessen.

Geblieben sind wie immer die Fotos, die hoffentlich vielen Leuten erzählen werden, dass es auch an scheinbar hoffnungslosen Orten Menschen gibt, die einen Unterschied machen.


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