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Archive for the ‘Equipment’ Category

Chris’ Technik – Als Student mit teurem Hobby

03 Jul

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Technik kann ganz schön aufschlussreich sein, wie ich beim Schreiben dieses Artikels merkte. Ich halte es für wichtig, sich zu überlegen, aus welchen Gründen man sich für sein Handwerkszeug entscheidet, wie sich Bedürfnisse entwickeln und welche Faktoren bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen.

Bei mir war entscheidend, wie sich meine Beziehung zur Fotografie entwickelt hat. Ich fange mal vorn an.

Mann schaut auf eine Straße

Vor Jahren kaufte ich mir, naiver Weise irgendeinem Testbericht glaubend, eine Bridgekamera. Im Nachhinein frage ich mich zwar, warum, aber eigentlich ist es auch egal. Diese Kamera war mein Einstieg in die Fotografie, abgesehen von einer analogen Kompaktkamera, die APS Filme fraß.

Lange blieb ich dabei aber nicht, weil ich merkte, dass es mir im Vergleich zu einer DSLR an entscheidenden Merkmalen fehlte. Also verkaufte ich sie wieder und legte mir eine gebrauchte Canon 350D* zu, zusammen mit dem 18-55-mm-Kitobjektiv. Das waren schon ganz andere Welten. Ich fotografierte damals einfach alles, was mit vor die Linse kam und verknüpfte auch meine Leidenschaft für Konzerte damit.

Konzertfoto, ein Sänger wirft sich in die Menge

Vor der ersten Reise mit Kamera im Gepäck hatte ich das Gefühl, mich so weit entwickelt zu haben, dass ein weiteres Objektiv dazu kommen konnte. Da ich oft auf Konzerten mit schlechten Lichtverhältnissen fotografierte, fiel die Wahl, auch wegen des Preises, auf das Canon 50 mm f/1.8*.

Ab diesem Moment hielt mich die Offenblende in Faszination gefangen, die Kitlinse verschwand im Schrank und kam auch erst wieder raus, als ich sie verkauft habe. Zwischen Reise- und Konzertfotografie kamen immer mehr Portraits hinzu, immer mehr Geschichten und Konzepte, die ich umsetzen wollte.

Augen spiegeln sich in einer Scherbe

Die Canon 350D habe ich irgendwann, nach einer Auslösezahl jenseits von Gut und Böse, an einen Freund verschenkt und mir konsequenterweise eine Canon 550D* gekauft. Für Landschaftsaufnahmen kam ein Tamron 10-24 mm f/3.5-4.5* dazu, das 50 mm bekam irgendwann ein Upgrade auf die f/1.4-Version*, um meine Tiefenschärfe-Faszinazion zu befriedigen.

Für Konzertaufnahmen besorgte ich mir, des Preises wegen, einen Yongnuo YN-460-II*, den ich komplett manuell einstelle. Der Ultraweitwinkel-Effekt des Tarmron war genau das, was ich für Landschaften, aber auch für Konzerte haben wollte, die geringe Lichtstärke störte mich nicht, da ich auf Konzerten, um kürzere Verschlusszeiten zu verwenden, den Blitz nutzte und Landschaftsaufnahmen ohnehin bei eher geschlossener Blende machte.

Ein Angler im Sonnenuntergang

Mit dieser Ausrüstung war ich absolut glücklich. Bis ich mich, aus der Not heraus, umstellen musste. Während eines Praktikums in Kambodscha legte meine Kamera eine Bruchlandung hin: Runter von dem hohen Regal, auf dem ich sie vor den Mäusen schützen wollte, die bereits die Gummiteile angeknabbert hatten. Zerbrochen war zwar nichts, aber der Autofokus machte ab sofort nur noch, was er wollte.

Für mich unvorstellbar, den Rest der Zeit dort ohne funktionstüchtige Kamera zu verbringen, machte ich mich auf den Weg nach Phnom Penh, wo es eine Handvoll Fotogeschäfte gibt, zum Vergleichen der Preise. Der Plan sah vor, einfach eine neue 550D zu kaufen, die alte daheim reparieren zu lassen und zu verkaufen. Nur musste ich feststellen, dass alle APS-C-Kameras dort teurer waren als zuhause in Deutschland. Mein toller Plan wäre also nur mit Verlust aufgegangen. Dafür, obwohl ich preislich nicht daran denken wollte, waren sämtliche Vollformat-Kameras erheblich billiger.

Zwei Frauen sitzen an einem Stand in der Dämmerung

Nach einigem Ringen mit mir und dem Bankkonto kaufte ich also dort eine Canon 5D Mark II*. Im Nachhinein die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. Ich möchte nicht mehr ohne sie arbeiten. Vor allem das Rauschverhalten auch bei hohen ISO-Werten und die hohe Auflösung geben meinem Hang zu düsteren Motiven optimale Möglichkeiten. Auch meine Objektive habe ich allesamt aufgrund der Lichtstärke ausgewählt.

Eine Menschenmenge steht um einen vollen Bud herum

Mein geliebter Tamron-Weitwinkel war leider nicht vollformat-tauglich und musste daher weg. Ersetzt hat ihn das Canon 28 mm f/1.8*. Das ist zwar, auch am Vollformatsensor, kein Vergleich zu den 10 mm, aber für mich absolut ausreichend, vor allem in Kombination mit der Lichtstärke.

Mittlerweile hatte sich in mir eine starke Vorliebe für Festbrennweiten entwickelt. Die Einschränkungen in Sachen Bildausschnitt und die Notwendigkeit, mich mehr bewegen zu müssen, stoßen eine kreativen Prozess in mir an, der sicher anders verlaufen würde, wenn ich einfach nur am Objektiv drehen müsste.

© Chris Hieronimus

Quasi vervollständigt wurde meine aktuelle Ausrüstung durch das Canon 85 mm f/1.8*, das ich gerade für Portraits auch nicht mehr hergeben würde. Mit diesen drei Linsen und der 5D bin ich derzeit wunschlos glücklich. Zumindest fast. Wenn in tropischen Gebieten das Objektiv innen kondensiert und man den halben Tag nur weißen Schleier sieht, fängt man gedanklich schon an, auf ein versiegeltes Canon-L-Objektiv zu sparen. Man muss sich ja schließlich auch Träume bewahren.

Ich probiere und experimentiere gern, was sicher auch damit zu tun hat, dass mein Studentengeldbeutel vieles nicht zulässt. So kam kürzlich ein altes 135-mm-f/2.8-Objektiv vom Flohmarkt dazu, das über einen Adapter, der mich die Fokuspunkte der Kamera nutzen lässt, an der 5D funktioniert.

Test-Portrait mit dem alten 135mm f/2.8

Test-Portrait mit dem alten 135 mm f/2.8

Ich überlege auch schon länger, mir ein Lensbaby* zuzulegen, weil mir eine Tilt-Shift-Linse* allein für den Effekt zu teuer wäre. Ich hatte aber ohnehin noch ein kaputtes 50 mm f/1.8 hier liegen, das ich dann einfach auseinander genommen und stümperhaft mit einem Stück Teichfolie zusammen geklebt habe, damit ich es frei bewegen kann. So spare ich mir jetzt auch erst einmal das Lensbaby.

Ein Mann steht vor einem Fenster

Testfoto mit dem DIY Tilt Objektiv

Für meine Selbstportraits und manche Spielerei brauche ich ein Stativ. In meinem Fall ist das ein ziemlich altes, schweres Velbon-Stativ, das bei mir Zuflucht vor der Verschrottung gesucht hat. Und dann sind da noch die billigsten Funkauslöser, die ich finden konnte, die Yongnuo RF-603 C3*.

Neben der digitalen Technik stehen noch einige analoge Flohmarkt-Funde in der Vitrine, neben einer Canon AE-1*, die ein Geschenk meines Schwiegervaters war und leider viel zu selten benutzt wird.

Ich denke, jeder muss die Ausrüstung finden, die persönlich am besten passt. Ich bezweifle stark, dass ich mich von meiner 5D jemals trennen werde, eher würde ich dieselbe wieder kaufen. Ähnliches gilt für meine Objektive, die würde ich höchstens (irgendwann, Träume und so) gegen die jeweils lichtstärkere Version tauschen.

Ein Mann fotografiert

© Samuel Kümmel

Für mich ist Technik reines Handwerkszeug, das es mir ermöglicht, die Bilder aus meinem Kopf umzusetzen. Wenn man weiß, was man will, kann sie einem ganz neue Welten eröffnen. Ich finde es auch wichtig, zu wissen, was man nicht will.

Für mich als Student käme allein aus finanziellen Gründen nicht in Frage, etwas zu kaufen, das ich nicht regelmäßig nutze. Selbst meine vergleichsweise billigen Flohmarkt-Funde landen daher regelmäßig wieder bei Ebay. Mit meinem aktuellen Equipment sind die Grenzen sehr weit gesteckt, auch wenn es natürlich immer noch eine Kategorie nach oben geht.

Vielen Dank für das Titelbild an Samuel Kümmel!

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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Fotografie zur blauen Stunde

03 Jul

Vor einiger Zeit habe ich mich in einem Artikel der Landschaftsfotografie zur Mittagszeit gewidmet. Hartes Licht und grelle Farben zeichnen diesen Tagesabschnitt aus. Die blaue Stunde bildet dazu einen starken Kontrast. Sie wird von indirektem Licht dominiert. Fotos, die dann aufgenommen werden, wirken oft mystisch und bekommen einen leicht bläulichen Farbstich.

Die blaue Stunde beginnt nach Sonnenuntergang und dauert in Europa je nach Jahreszeit zwischen 30 Minuten und einer Stunde lang. Wem diese Zeit nicht reicht, um das gewünschte Foto einzufangen, der hat morgens vor Sonnenaufgang noch einmal das gleiche Zeitfenster.

Noch vor ein paar Jahren war die blaue Stunde für mich eher eine Notlösung. Oft wartete ich auf einen glühend roten Himmel nach Sonnenuntergang, doch stattdessen musste ich mit tiefem Blau vorlieb nehmen. Nach und nach fand ich aber Gefallen an den resultierenden Fotos.

Das schöne an der blauen Stunde ist, dass man immer mit ihr planen kann. Egal ob bei klarem oder bewölktem Himmel und sogar bei Regen, es lassen sich immer tolle Fotos machen. Sofern man einen leicht mystischen, teils düsteren Look mag.

Warm erleuchtete Gasse unter einem dunklen, blauen Himmel

Städte

Am liebsten fotografiere ich Städte im Licht der blauen Dämmerung. Ich warte dann ganz gezielt auf den Moment, wenn das warme Licht der Straßenlaternen und das kühle Umgebungslicht die perfekte Balance bilden.

Die hell erleuchtete Karlsbrücke mit dem Blick auf die Prager Altstadt

Ein Stativ ist bei solchen Fotos Pflicht. Die Belichtungszeiten liegen bei f/11 und ISO 100 zwischen 15 Sekunden und einer Minute, wenn ich ein perfektes Histogramm erhalten möchte. Zudem mache ich immer mehrere Belichtungen, um zusätzlichen Spielraum bei der Bearbeitung der Fotos zu haben.

Meistens steht mein Stativ gute 30 Minuten an einem Fleck und ich mache über den Zeitraum der Dämmerung hinweg mehrere Fotos. So fange ich unterschiedliche Lichtstimmungen ein, teils mit weniger künstlichem Licht, teils mit mehr. Zuhause kann ich dann ganz bequem auswählen.

Mit Kopfsteinen gepflasterter Weg führt durch eine Gasse mit historischen Häusern

Landschaften

Während es mir bei Städten nicht schwer fällt, zur blauen Stunde zu fotografieren, ich diese Zeit sogar gegenüber Sonnenauf- und -untergang bevorzuge, muss ich mich bei Landschaften deutlich mehr anstrengen, um ein überzeugendes Foto zu erhalten.

Mir fehlt hier meist der Farbkontrast, das Blau beherrscht die komplette Szenerie und hat keinen Gegenspieler. Bei manchen Landschaften ist das aber gar nicht nötig. Das sind solche Landschaften, die von besonderen Formen und Strukturen dominiert werden. Oder wo die Linienführung im Bild den Reiz ausmacht und weniger das Licht.

Die markanten Felsen am Giant’s Causeway im blauen Licht der Dämmerung

Es sind solche Fotos, die auch gut in schwarzweiß funktionieren würden. Die sanften Kontraste der blauen Sunde und das fast schon monochromatische Licht erschaffen einen ausgeglichenen Bildeindruck.

Als Fotograf kann man sich voll auf die Komposition konzentrieren. Es gibt keine Ablenkungen und ich selbst kann an solchen Abenden oder Morgen die Landschaft viel intensiver genießen, als wenn ich mit meinen Fotos spektakulärem Licht nachjagen würde. Zur blauen Stunde ist weniger oft mehr.

Ein einsamer Leuchtturm an einer felsigen Küste

Über die Jahre habe ich gelernt, dass es für einen Landschaftsfotografen weit mehr gibt, als einen gelegentlichen spektakulären Sonnenuntergang oder eine glühende Dämmerung am Morgen. Ich kann mittlerweile mit fast jeder Lichtsituation etwas anfangen. Wichtig ist die geeignete Motivauswahl und etwas Flexibilität, um vorgefertigte Pläne auch mal über den Haufen zu werfen.

Lasst Euch also nicht entmutigen, wenn der Himmel am Abend zuzieht und das erhoffte Lichtspektakel ausbleibt. Wartet noch ein bischen länger und nutzt das Licht der blauen Stunde, um ein Foto zu machen, bei dem die Landschaft im Vordergrund steht. Oder wechselt zu einem Motiv, das einen schönen Farbkontrast mitbringt.


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2. Juli 2014

02 Jul

Ein Beitrag von: Renee Q.

Eine nackte Frau sitzt auf Steinen, im Hintergrund Wald.


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Wartende Häuser

02 Jul

Petra Mattheis und Sascha Nau, alias die Regentaucher, sind Euch vielleicht noch bekannt von ihrem Gastartikel im vergangenen Monat.

Dass sie nicht nur Portraits können, sondern auch Architektur, zeigen sie mit der Bildserie „Wartende Gebäude“. Im Herbst 2013 begannen sie, Gebäude in Leipzig in Becher-Tradition bei immer gleichen Lichtverhältnissen in Frontalansicht zu fotografieren. Alle diese Häuser befinden sich in einem Zwischenstadium.

Die Serie soll weniger ein Zeitdokument sein, wie sie sagen, sondern die eigentümliche Atmosphäre einfangen, die von diesen meist verlassenen Gebäuden ausgeht.

Leipzig ist nicht mehr die gleiche Stadt, in die wir vor Jahren gezogen sind. Vor allem in den westlichen Stadtvierteln ist eine Dynamik entstanden, durch die Baulücken, Brachen und sanierungsbedürftige Häuser langsam verschwinden. Der Charme der Stadt spiegelt sich in diesen wartenden Gebäuden und in den Freiflächen, die sie oftmals umgeben.

"Brick" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Klubheim" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Arbeitsgemeinschaft" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Ivy" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Clueso" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Beat" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Ute" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Neon" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Tracks" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Spinnerei" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Sors" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Tree" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

"Ruine" aus der Serie Awaiting © Regentaucher

Manche dieser Häuser stehen kurz vor einer Sanierung, andere werden vermutlich in unmittelbarer Zukunft abgerissen werden. Sie dienen als Präsentationsfläche für Sprayer und trotzen der Witterung seit Jahren mehr oder weniger gut.

Es bleibt abzuwarten, ob Zuzug und Verdrängung, Wandel und Erhalt langfristig ein ausgewogenes Verhältnis zueinander finden.

Neugierig geworden? Weitere Arbeiten von Sascha und Petra findet Ihr auf ihrer Webseite sowie auf ihrem Portfolio bei Behance. Und auch auf Google+ könnt Ihr ihnen folgen.


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1. Juli 2014

01 Jul

Ein Beitrag von: Aliza Razell

Wanderer auf nebligem Bergrücken


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Wettbewerb: Kreativität entfesseln mit Wacom

01 Jul

Überraschung: Wir haben nicht nur das neue Wacom Cintiq Companion zum Testen bekommen, sondern veranstalten ab heute in Kooperation mit Wacom auch den größten Wettbewerb, den es bei kwerfeldein bisher gab. Und dieses Mal wird es einen Gewinner geben, der sich das Companion verdienen kann.

Du kannst das gewinnen: Ein Tablett-PC mit ingetriertem Grafik-Tablett im Wert von 1.799 €, wenn Du bei diesem Wettbewerb mitmachst und ein Projekt einreichst, das so wahnsinnig gut ist, dass es uns aus den Latschen haut. Was das Wacom Cintiq Companion ist, kannst Du in der gestrigen Rezension nachlesen.

Wacom Cintiq Companion mit Stift.

Die Regeln

Sechs Wochen Zeit. Ab jetzt habt Ihr genau sechs Wochen Zeit, der Einsendeschluss ist der 12. August 2014 um 7 Uhr morgens. Einsendungen, die zu spät eintreffen oder zum Teilnahmeschluss unvollständig sind, werden nicht berücksichtigt.

Abgeben: Eine Kleinserie. Euer Projekt sollte eine Kleinserie von drei oder mehr Bildern umfassen und einen Titel haben. Falls Ihr eine großartige Idee habt, die nicht in unser Kistendenken von „3 Bilder“ passt, schreibt eine E-Mail an Aileen und fragt sicherheitshalber nach. Da wir kreative, ungewöhnliche Arbeiten sehen möchten, soll auch anderes möglich sein.

Abgeben: Eine Dokumentation. Dokumentiert von der ersten Idee an Euer Projekt. Beschreibt Euer Konzept, zeigt Zwischenschritte, beschreibt Techniken, zeigt Details und haltet den Verlauf Eures Projektes fest. So sehr wir hier gern Ausführlichkeit und Tiefgang haben, bitten wir Euch gleichsam, so kurz und knackig wie möglich zu bleiben.

Einsendung anonymisiert. Achtet darauf, dass in Euren eingereichten Bildern (auch EXIF-Daten) und der Dokumentation Euer Name und Links zu Euren Portfolios nicht auftauchen. Um eine möglichst faire Auswertung zu garantieren, wird jede Einsendung mit einer Nummer versehen. Für die Veröffentlichung der Gewinner-Arbeiten aktualisieren wir diese gemeinsam mit den Preisträgern natürlich noch.

Große Dateien bitte per Download. Eure eingesendeten Bilder sollten eine Mindestbreite von 960 px haben, können aber auch größer sein. Sollte Eure Einsendung (alle Bilder + Dokumentation) eine Gesamtgröße von 5 MB überschreiten, nutzt bitte Dienste wie Wetransfer zur Übertragung.

Einsendungen nur per E-Mail an Aileen. Damit nichts verloren geht und wir die Anonymisierung zur Auswertung konsequent umsetzen können, wendet Euch mit allen Fragen sowie Einsendungen ausschließlich an Aileen. Sie schickt Euch auch eine kurze Eingangsbestätigung.

Wacom Cintiq Companion mit Stift, Tastatur und Aufsteller.

Auswertung

Wir machen einen Zeitplan. Sobald kurz nach dem Einsendeschluss feststeht, wie viele gültige Einsendungen wir erhalten haben, lassen wir Euch wissen, wann die Auswertung abgeschlossen sein und der Gewinner feststehen soll.

Wir bewerten Eure Arbeiten. Jeder Redakteur bewertet die anonymisierten Einsendungen anhand der Kriterien „Innovativität des Konzepts“, „technische Umsetzung“, „Dokumentation“ und „Gesamtwirkung“ auf einer Skala von 1 (wenig/schlecht) bis 10 (viel/gut). Die Einzelbewertungen der Redakteure werden zu einer Gesamtbewertung jeder eingereichten Arbeit zusammengefasst.

Wir schicken Euch Feedback. Leider werden wir nicht jedem Einsender eine ausführliche Bewertung zukommen lassen können, aber jeder erhält zumindest die Gesamtbewertung der einzelnen Kriterien der Redaktion. Optional können die Redakteure Kommentare zu den Einsendungen hinterlassen, die wir Euch auch zustellen.

 

Wir haben einen Gewinner

Den stellen wir vor. Natürlich präsentieren wir die Arbeit, die nach Punkten das Wacom Cintiq Companion gewinnt, hier für alle. Außerdem vielleicht noch Platz zwei, drei und lobende Erwähnungen. Das machen wir von der Anzahl und Überzeugungskraft der Einsendungen abhängig.

Frau mit Federschmuck, um die drei Papierraben fliegen.

Digitale Collage von Aileen, erstellt mit dem Wacom Cintiq Companion. Modell: Miss Souls

Die Idee

Macht etwas Neues. Wir möchten keine Arbeiten aus Euren Archiven sehen, sondern eigens für diese Aktion erstellte Werke, die Ihr von der ersten Idee bis zur letzten Verkleinerung für Web durchdenkt. Macht etwas ganz anderes aus Euren Fotos als bisher.

Macht etwas Kreatives. Da auch das Wacom Cintiq Companion, das dem Gewinner winkt, kein reines Fotografie-Tool ist, möchten wir mit Euch die üblichen Grenzen der Fotografie sprengen. Bezieht andere Medien mit ein, denkt out of the box.

Traut Euch. Nehmt ein Projekt oder Konzept in Angriff, das Ihr vielleicht schon länger vor Euch herschiebt, weil es so richtig groß und aufwändig wird. Oder für das Ihr persönliches Neuland betreten, etwas ausprobieren müsst. Jetzt ist der Zeitpunkt dafür gekommen, packt es an!

Frau mit Geäst auf dem Kopf, um die frei Kolibris fliegen.

Digitale Collage von Aileen, erstellt mit dem Wacom Cintiq Companion. Modell: Miss Souls

Teilnahmebedingungen

Einverstanden: Mit der Teilnahme an diesem Wettbewerb willigt Ihr ein, dass Eure Arbeiten unter Eurem Namen auf kwerfeldein vorgestellt werden dürfen, sofern wir sie dafür auswählen. Die Anschrift des Gewinners wird zum Zwecke der Zustellung des Gewinns an Wacom weitergegeben.

Erklärung: Mit der Einsendung von Arbeiten erklärt Ihr ausdrücklich, eigenes Material zu verwenden und Fremdmaterial als solches zu kennzeichnen sowie eine schriftliche, ausdrückliche Erlaubnis der Rechteinhaber zur Verwendung zu besitzen. Minderjährige Teilnehmer benötigen eine Einverständniserklärung des/der Erziehungsberechtigten.

Versprochen: Wir veröffentlichen keine Teile Eurer Einsendungen oder große Versionen Eurer Werke ohne Rücksprache mit Euch. Außerdem geben wir keine Daten wie Namen oder Anschrift an Dritte weiter; davon ausgenommen ist die Weitergabe der Anschrift des Gewinners zur Gewinnzustellung.

Berechtigt: Mitmachen dürfen alle natürlichen Personen mit Wohnsitz (bzw. Lieferadresse) in Europa. Die einzureichende Dokumentation ist auf Deutsch zu verfassen.

Ausgeschlossen: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitglieder der Redaktion sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wir behalten uns vor, Einsendungen mit diskriminierenden, gewaltverherrlichenden, diffamierenden, beleidigenden oder rechtsverletzenden Inhalten auszuschließen.

 

Trotz der vielen Formalien sind wir sicher, dass wir nun das kreative Feuer in Euch geweckt haben. Sechs Wochen sind eine lange Zeit, also fangt noch genau heute an, an Eurem Projekt zu feilen. Denn alle anderen tun das auch und jeder Tag ist ein Vorsprung. Also: Ran an die Kameras!


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Meet the Dream Scope, An IRL Filter Kit

01 Jul

Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

When you snooze, you have visions of flying on a unicorn over a cloud raining glitter, through fields of rainbow-y color never seen in the waking world … until now.

The Dream Scope Filter Kit will make your dreams a reality.

The Dream Scope comes with a true blue (and red, and yellow) set of 37mm pro-grade glass and aluminum gradient color filters.

Use one or all three. Stack and spin them to get awesome technicolor patterns, lens flare and swirly rainbow hues in-camera, without an app.

The kit attaches to any phone even includes a tripod mount! Set it up next to your bedside and maybe some of those colorful filters will take your dreams to a whole new level of technicolor.

Color Your World with the Dream Scope
$ 30 at the Photojojo Shop


© Britta for Photojojo, 2014. |
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30. Juni 2014

30 Jun

Ein Beitrag von: Juste Pixx

Zweite voller Platanenfrüchte, im Hintergrund eine Domkuppel.


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Der letzte Tag des Sommers

30 Jun

Der letzte Tag des Sommers. Ich klicke die Bilder durch und erkenne hier und da bereits Herbst, ja sogar Winter. Warum heißt die Serie so? Was zeigen mir diese Bilder, die ich nicht richtig erfassen kann, aber mich dennoch interessieren? Ich mag das Klare, Weite. Ich mag die Fetzen, die ich wie ein Puzzle in meinem Kopf zusammenfüge. Langsam formen sich die Fotos zu einer Geschichte. Abschied steht für mich ganz groß darüber. Daher also der Titel.

Ich schreibe den polnischen Fotografen Przemyslaw Matlag kurzerhand an und frage nach weiteren Infos. Die Sprachbarriere ist leider groß und wir einigen uns, dass die Bilder alles erzählen. Zumindest seine Intentionen schreibt er mir auf Englisch, ich übersetze:

Orte, die ich besuchte und Gefühle, die widerhallen. Schnitte in die Realität; dauerhaft in mehr oder weniger 1/60 einer Sekunde festgehalten, um Emotionen, Eindrücke und Gemütszustände zu bewahren. Diese Serie ist ein sehr persönliches Sammelalbum, jedes Bild wurde aus einer unklaren, oft undefinierbaren Notwendigkeit heraus gemacht. Einfach instinktiv.

Nach einiger Zeit haben sich die Aufzeichnungen zu einer Geschichte geordnet. Die Geschichte über die Sehnsucht, die Sehnsucht nach etwas Undeffinierbarem und der Wunsch nach etwas, das vielleicht schon Teil der Vergangenheit oder der Zukunft ist. Oder etwas, was sogar niemals passiert soll.

Ein Wald bei Nacht mit Laterne.

Eine mit Rauhreif bedeckte Wiese.

Ein Stück Teppich mit Hauswand.

Ein weites schneebedecktes Feld mit Strommasten.

Dunkle Gräser.

Ein verlassener Raum mit Fenster.

Ein Mann mit Zigarette hinterm Ohr.

Regen, der auf eine Autoscheibe prasselt.

Eine Heiligenstatue in der Dunkelheit.

Eine Straße, unscharf abgebildet.

Zwei Türen mit Efeuranken.

Blick durch ein Fenster auf eine Häuserfront.

Ein Mann läuft in den Wald.

Ein Wald bei Nacht. Darüber die Mondsichel.

Ein weiter Blick über leeres Meer in der Dämmerung, am Horizont winzige Lichter.

Mehr von Przemyslaw findet Ihr auf seiner Webseite und auf Facebook.


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Rezension: Wacom Cintiq Companion

30 Jun

Mitte Februar war es endlich soweit; bei mir trudelte die neueste Errungenschaft aus dem Hause Wacom zum Testen ein: Das Wacom Cintiq Companion. Ein eigenständiger Tablett-PC mit einem Bildschirm, der gleichzeitig Grafik-Tablett ist. Ich verwandelte mich in diesem Moment zu einem Tech-Nerd und konnte sogar kurz die von tollem Design faszinierten Apple-Jünger verstehen.

Dann aber nahm der pragmatische Teil in mir Überhand und sagte: Ist ja alles schön und gut, aber das Gerät ist ganz schön teuer. Ich werde es drei Monate lang testen, dabei damit Spaß haben und es dann zurückschicken, ohne ein Tränchen zu vergießen, denn einen Laptop und ein Grafik-Tablatt habe ich ja schon, was soll das Gerät hier noch anderes können als diese beiden?

Wacom Cintiq Companion mit Tastatur, Stift und Etui

Eigenschaften

Das Wacom Cintiq Companion ist 37,5 ? 24,8 ? 1,7 cm groß, davon 13,3 ” Bildschirmfläche. Am Rand befinden sich vier belegbare Buttons, der sogenannte „Rocker Ring“ mit vier weiteren Buttons und dem Windows-Start-Button in der Mitte. Es gibt zwei Webcams und neben dem Einschalter und dem Rotation-Lock-Schalter ein paar ausgewählte Anschlüsse sowie einen Kippschalter für die Lautstärke.

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Netzkabel der Pro Pen mit Etui, neun Wechsel-Spitzen und Farbringen auch eine Tasche, ein Aufsteller mit drei verschiedenen Winkel-Einstellungen und ein Reinigungstuch für die Bildschirmoberfläche. Optional dazu gibt es eine kleine Bluetooth-Tastatur mit USB-Ladekabel, die ich ebenfalls im Test hatte.

Alle weiteren Details der Spezifikationen findet Ihr bei Interesse auf der Produktseite des Wacom Cintiq Companion von Wacom.

Wacom Cintiq Companion seitlich

Wacom Cintiq Companion mit Zubehör

Erfüllte Erwartungen

Die Darstellung ist einfach toll. Der Bildschirm ist knackscharf, hat satte Farben und feinste Abstufungen auch in den Lichtern und Tiefen, genau so wie ich mir das wünsche bzw. von meinem Eizo-Monitor am Desktop-PC gewohnt bin. Ebenfalls wie ich mir das wünsche: Die Farbdarstellung wird nicht seltsam, wenn ich den Betrachtungswinkel zur Oberfläche verändere.

Der Pro Pen liegt mit seiner umlaufenden Gummierung angenehm in der Hand, seine zwei Tasten sind für mich so erreichbar, wie ich es gewohnt bin und wenn man damit über die Bildschirm-Oberfläche fährt, fluppt es einfach. Die Druckstufen, die Positions- und Neigungserkennung des Stifts sind präzise und fein. Manchmal sogar fast zu fein, wenn man die Details seiner (wackligen) Linienführung unbarmherzig abgebildet sieht.

Menschen wie mir sagt es nicht viel, wenn im Datenblatt steht, dass ein Intel® Core™ i7 Prozessor und 8 GB DDR3 RAM verbaut sind. Fakt ist: Windows läuft flüssig. Wenn ich in Photoshop eine ganze Horde Ebenen à 21 MP übereinander gestapelt habe, bleibt das so und die Wartezeit auf Photomerge, das aus einem Dutzend Fotos (auch à 21 MP) ein ganzes baut, reicht nicht zum Kaffeekochen. So soll es sein, um wohl noch ein paar Jahre damit arbeiten zu können, ohne technisch ins Hintertreffen zu geraten.

© Aileen Wessely; Modell: Luna Leung

Wacom gibt die Laufzeit mit fünf Stunden an. Natürlich je nachdem, was man gerade macht, wie viele Programme noch so laufen und ob die Bildschirmhelligkeit voll aufgedreht ist – kennt man ja. In meinem Bildbearbeitungs- und Collage-Endspurt mit Belastungstest für Photoshop durch über 40 Ebenen für das Titelbild (knapp 30 MP) waren es viereinhalb Stunden. Passt.

Auch angenehm: Beim Hochfahren hört man, dass das Companion anspringt und wenn man es herunterfährt, hört man, dass die Lüftung sich abschaltet, aber im Betrieb ist das Gerät so geräuscharm, dass ich es nicht wahrnehme. Der Bildschirm wird auch im längeren Betrieb (das Maximum am Stück bei mir: ca. 20 Stunden) nicht heiß. Klar, wenn draußen 30 °C im Schatten sind, hätte ich lieber eine gekühlte Oberfläche, aber die zumindest erwärmte Oberfläche war gut auszuhalten.

Das gesamte Design des Geräts mit seinem Zubehör ist einfach angenehm. Minimalistisch, ohne beliebig zu sein und komplett in schönem Schwarz mit ein paar silbernen, grauen, metallischen bzw. blauen Highlights. Die Verarbeitung ist erstklassig, mir sind keine Grate, Passungenauigkeiten oder ähnliches aufgefallen. Dadurch wirken auch Plastik-Teile nicht billig, dazu trägt auch die Oberflächenstruktur und teilweise Gummierung bei.

Ein Mädchen in langem schwarzen Kleid mit Holzkrone und Stab steht vor einem großen Baum in einem Wald, über ihr Lichtreflexionen.

Collage aus sechs Ebenen.

Ein Mädchen in langem schwarzem Kleid steht mit einem Stab in einem überdimensionalen Vogelnest.

Brenizer-Erweiterung aus elf Fotos.

Die Begeisterung liegt im Detail

Was mich am stärksten mitgerissen hat: Es macht einen unfassbaren Unterschied, ob ich einen Stift über ein Grafik-Tablett bewege und mit den Augen auf einen angeschlossenen Monitor schaue, auf den die Bewegungen übertragen werden oder ob ich den Stift auf genau dem Bildschirm bewege, auf den auch meine Augen gerichtet sind. Das hätte ich niemals gedacht und hat meine (durch jahrelanges digitales Malen mit Maus und Stift trainierte) Digitalkreativität einen großen Satz nach vorn katapultiert.

Das Companion lässt sich nicht nur mit dem Stift bedienen, sondern auch mit Touch-Klicks und -Gesten steuern. Großartig finde ich, dass sich diese Touch-Funktion mit einem Klick auf einen Knopf am Rand des Geräts einfach an- und abschalten lässt. Ich habe ziemlich schnell einen Workflow mit sich abwechselndem Einsatz von Stift und Touch entwickelt.

Das Gerät erkennt automatisch die aktuelle Neigung und dreht die Anzeige hochkant oder quer in alle vier Richtungen. Mit einem Schalter lässt sich die aktuelle Orientierung einrasten, sodass sie nicht ungewollt umspringt, wenn man sich mit dem Companion in einer seltsamen Haltung befindet. Man kenn das ja von Smartphones: Wie oft hab ich meines schon zurecht-geschüttelt!

Die erste Übung nach dem Einschalten: Detailstudie in Paint.

Die erste Übung nach dem Einschalten: Detailstudie in Paint.

Am Anfang dachte ich, dass ich sicher schnell einen favorisierten Winkel finden würde, in dem ich den Aufsteller für das Tablett benutze. Aber weit gefehlt: Gerade, wenn ich länger dran arbeite, ist es schön, nach einer Weile die Körperhaltung verändern zu können und in zwei Sekunden einen anderen Winkel passend dazu eingestellt zu haben.

Mittels eines einfachen Kalibrierungsdialogs (auf vier Fadenkreuze in den Ecken tippen) sind Stift und Tablett auch blitzschnell auf den aktuellen Betrachtungswinkel eingestellt und es kann weitergehen.

Der Aufsteller lässt sich natürlich entsprechend der Rotation in zwei Richtungen anbringen und auch komplett flach an das Gerät anklipsen, wenn er nicht benötigt wird. So kann er auch nicht so leicht verloren gehen, weil er nicht getrennt herum liegt, sondern immer dran ist. Auch in der Tasche ist er damit natürlich platzsparend im Hauptfach mitverstaut.

© Aileen Wessely© Aileen Wessely

Überrascht hat mich auch die kleine Tastatur. Man braucht allein schon für den Einrichtungsvorgang von Windows auf jeden Fall eine, ich möchte aber nicht ständig mit der Kabel-Tastatur für meinen Desktop-PC hin und her wechseln. Außerdem ist die natürlich vergleichsweise riesig und für unterwegs nicht zu gebrauchen.

Da ich blind tippe, hätte ich eigentlich erwartet, auf dem etwas verkleinerten Wacom-Tastaturlayout zielsicher die Tasten zu verfehlen, aber dem war nicht der Fall. Das Design ist gerade so stark verkleinert, dass es noch passt. Die Tasten sind gerade so flach, dass meine Finger sich noch gut darauf orientieren können.

In den bisherigen vier Monaten der Benutzung habe ich die Tastatur nur zwei Mal aufladen müssen (via USB-Kabel, Betrieb immer kabellos via Bluetooth). Damit hält Wacom das, was sie versprechen: Aufladen nur ca. alle zwei Monate nötig. Und ich hatte schon befürchtet, dass es sich rächt, sie ab und zu eingeschaltet herumliegen zu lassen, wenn ich sie nicht brauche. Quatsch.

Neu waren für mich im Vergleich zu meinem bisherigen Billig-Tablett die Stift-Funktionen Radierer und Neigungserkennung. Letztere bietet einem zum Beispiel für die Pinsel in Photoshop ganz neue Möglichkeiten und der Radierer ist eine echte Zeitersparnis beim Zeichnen oder digitalen Collagieren.

Kleines Experiment: Animation aus einer Handvoll Fotos.

Gewöhnungssachen

Windows 8 nervt. Punkt. Dafür kann Wacom aber nichts und wenn ich zurückdenke, habe ich den Satz „Windows [Versionsnummer einsetzen] nervt.“ über jede Version von Windows gesagt, anfangen bei 95. Und trotzdem habe ich mich an jede Version gewöhnt, obwohl ich beim Suchen nach verschobenen Einstellungen stundenlang geflucht habe. Ich werde darüber hinweg kommen.

Der Pro Pen klappert. Ich weiß nicht genau, welche Teile es sind, ich schätze mal der Radierer-Einsatz und die Stiftspitze, die beide beweglich gelagert sind, um die fein abgestufte Druckerkennung zu gewährleisten. Am Anfang hat mich das irritiert, da ich von meinem Billig-Stift absolute Geräuschlosigkeit gewohnt war, aber jetzt fällt es mir nicht mehr so auf.

Das Tablett ist mit 1,8 kg kein Leichtgewicht. Zugegeben, dieser Punkt könnte für viele ein Killer-Argument sein, die erwarten, dass man sich das Companion fröhlich pfeifend unter den Arm klemmt und beschwingt loszieht. Ich hab’s versucht und war nach schon nach einigen Minuten unglücklich, das Companion immer wieder von einer Seite auf die andere verlagernd.

Wenn diese sonst wunderbare Tasche für das Gerät einen Gurt hätte, wäre das alles kein Problem, dann ließe sich das Paket einfach umhängen und wäre gut transportabel. Ich werde also irgendwann meine Tasche in guter alter DIY-Manier mit einem Gurt ausstatten, um das Problem zu umgehen. Solange transportiere ich das Companion in meinem Rucksack, wo es – wie mein ähnlich schwerer Laptop – bei Weitem nicht so ins Gewicht fällt.

Mit zwei USB-Ports kann man leben, aber zumindest drei wären viel angenehmer gewesen. Ob ich das Companion als einzigen PC oder ergänzend zu anderen Geräten (wie ich) verwende: Ich möchte ein oder zwei Festplatten für Backups anschließen und auch mal einen Scanner oder Kartenleser. Dann sind die zwei Slots schnell voll und man muss anfangen, herumzustecken. Auch eine Mikrofon-Buchse wäre eine super Sache gewesen, um das Companion als Allrounder einzusetzen.

© Aileen Wessely

Abzüge bei der B-Note

Was mir wirklich, wirklich fehlt, ist ein Standfuß für den Stift, in den ich ihn abstellen kann, wenn ich ihn kurz oder länger nicht brauche, weil ich das Gerät per Touch bediene oder einen längeren Text tippe (bei kurzen kann man ihn sich ja gut zwischen die Finger klemmen). Die Bewegung, den Stift aus einer stehenden statt liegenden Position aufzunehmen, ist einfach angenehmer und er läuft so weniger Gefahr, auf meinem Schreibtisch unter irgendetwas begraben zu werden.

Der eigentliche Bildschirm des Companion ist von mehreren Rand-Elementen umgeben, auf dem an einer Seite zum Beispiel auch die Tasten und auf der anderen der Helligkeitssensor untergebracht sind. Zwischen Rand und Bildschirm-Oberfläche ist eine dünne Rille, in der sich garantiert Krümel, Schmutz und sowas ansammeln werden. Ich freue mich nicht darauf, das in ein paar Monaten säubern zu müssen.

Egal, wie herum ich das Wacom einsetze (als Rechtshänder meistens quer mit den Tasten links): Ich schaffe es beim Arbeiten, gerade beim freien Zeichnen, immer wieder, mit einem Arm den Helligkeitssensor zu verdecken. Dann dunkelt sich der Bildschirm ab und es dauert ein paar Sekunden bis zur nächsten Messung.

Klar, wir haben 2014 und es ist eine Zeit, die idealerweise papier- und kabelarm funktioniert. Leider sieht die Realität anders aus, sodass nicht die ganze Welt mit wunderbarem WLAN-Empfang eingedeckt ist. Eine LAN-Buchse gehört immer noch zu den Dingen, die ich an PCs egal welcher Form nicht missen möchte. Beim Companion fehlt sie mir und ich habe viele Stunden den Akku meines Handys und die Internet-Option meines Mobilvertrags strapaziert.

© Aileen Wessely, Modell: Sina© Aileen Wessely, Projekt: T(r)anzparenz

In der Praxis

Was ich mit dem Companion gemacht habe: Internetkram, also auf den Webseiten surfen, auf denen ich mich eben so rumtreibe, dort Fotos und Videos geschaut, gern auch lange Texte gelesen. Artikel für kwerfeldein recherchiert und geschrieben. Office- und E-Mail-Kram. Vor allem aber ganz viel Bildbearbeitung vom Schnappschuss, der nur eine schnelle Farb-Korrektur braucht, über normale Portraits und Dokumentationen bis zu aufwändigen Collagen oder Kompositionen mit der Brenizer-Methode.

Außerdem habe ich mit Freude gezeichnet. Das erste, was ich nach der Einrichtung getan habe, war, mich einige Zeit in die Studie eines Papierknäuls aus meinem Mülleimer zu vertiefen. Mit pixeligen Strichen in Paint, weil noch nichts anderes installiert war. Und weil ich denke, dass man am Einsatz rudimentärster Software hier gut sehen kann, wie großartig die Hardware ist.

Dazu hat mir das Companion den Anstoß gegeben, mit der Arbeit an einem Musikvideo anzufangen, von dem ich schon rede, seit meine Freunde von Computerfreak den Song „Unbekanntes Pferd“ Ende November gecovert haben. Das Video ist eine gezeichnete Schwarzweiß-Animation, die bei 9 Bildern pro Sekunde auf Foto-Material basiert. Da es noch nicht fertig ist, hier als Vorschau die Anfangssequenz:

Ich habe sicherlich nicht alle Funktionen des Companion getestet. Es hat zum Beispiel auch zwei eingebaute Webcams, von denen ich nur eine genau einmal für einen Schnappschuss eingesetzt habe. Ich bin einfach kein Webcam-Benutzer. Ebensowenig nutze ich zwei Bildschirme, sodass ich keinen Monitor als Erweiterung angeschlossen habe. (Bin aber zuversichtlich, dass Windows 8 das ebenso gut hinbekommt wie seine jüngeren Vorgänger.)

Da ich trotz aller Begeisterung doch einige Kritikpunkte am Companion aufgeführt habe, mag man sich zurecht fragen, warum ich es am Ende behalten – also: gekauft – habe. Der Hauptgrund ist vor allem: Die sehr viel reibungslosere digitale Integration des Workflows, den ich von einem Stift auf Papier gewohnt bin, inspiriert mich ungemein.

Ich habe Projekte in Angriff genommen und begonnen, meinen Stil viel stärker in eine Richtung zu erweitern, die in der diffusen Gegend meines Herzens und meiner Vorstellungen liegt, die dem näher kommt, was ich statt – relativ austauschbaren – Portraits von schönen Menschen in schönem Gebüsch eigentlich machen möchte. Bisher erschien mir der Weg dorthin zu steinig, weil die Umsetzung der Vorstellung in meinem Kopf nicht so unmittelbar möglich war.

Eine Frau mit Gestrüpp auf dem Kopf schaut durch ein Steinfenster, um ihren Kopf haben sich sechs Papiervögel versammelt.

„the bird catcher“ | Modell: Miss Souls. Bei über 40 Ebenen brauchen Operationen wie Hineinzoomen in Photoshop eine Sekunde, aber auch dann geht’s noch flüssig weiter.

Inklusive Tastatur und Mehrwertsteuer hat das Companion einen Preis von 1.849,80 €, den man zurecht als stolz bezeichnen kann. Allerdings hat meine Kamera vor einigen Jahren ungefähr das Gleiche gekostet und ich schätze es so ein, dass ich beide Geräte in einem ähnlichen Umfang nutzen werde und sie mir beide unschätzbare kreative Möglichkeiten bieten. Wenn die 5D mir das Geld wert war, ist es das Companion also auch.

Für wen lohnt sich also die Investition in eine Mischung aus Grafik-Tablett und Tablet-PC mit Super-Monitor? Meiner Meinung nach vor allem für diejenigen, die in der Nachbearbeitung ihrer Fotos nicht nur ein bisschen an den Kurven zupfen, sondern die Grenzen der Fotografie überschreiten wollen. Die sich nicht die Frage stellen, ob das, was sie da gerade tun, eigentlich noch Fotografie ist, sondern die einfach ihre Kunst machen und die Hürden der Ideen auf dem Weg vom Hirn zum Pixel minimieren wollen.


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