Ein Beitrag von: Nicolas Heinzelmann

kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity
Da ist diese Stille wieder. Ich bekomme sie selten zu sehen, aber in diesen Bildern kann ich sie erkennen. Frei vom Kitsch konventioneller Landschaftsaufnahmen laden diese Bilder eines Herrn Wouter Van de Voorde ein, in ihnen zu verweilen. Es sind keine Klickstrecken-Bilder, die ich, einmal gesehen, schnell wieder vergesse. Sie prägen sich ein, jedoch sanft und leise.
Wouter Van de Voorde ist ursprünglich Belgier, doch vor sechs Jahren zog es ihn mit seiner australischen Freundin eben dort hin. Nach Australien. Ursprünglich fotografierte der studierte Maler seine Umgebung um seinen Freunden zu Hause zu zeigen, wo er nun lebte.
Doch irgendwann packte ihn die Leidenschaft, Wouter wechselte vom Digitalen zum analogen Mittelformat und hat seitdem ein großartiges Portfolio aufgebaut, das seinesgleichen sucht. Für seine Serie „Hume Landscapes” fotografierte er Pferdekoppeln, unberührte Landschaften, gelegen zwischen Autobahnen.










Was mich zum Fotografieren antreibt ist ein starker Drang, meine Umgebung zu erkunden; obwohl ich hier schon sechs Jahre lebe ist dieser Ort immer noch sehr neu für mich.
So umreißt Wouter seine Motivation, doch das Zentrum seiner Aufmerksamkeit ist das Natürliche in seiner usprünglichsten Form.
Ich habe ein Faible für spärliche Landschaften – und es fühlt sich so an, als ob ich an solchen Orten meine eigene Erzählweise einbringen kann.
Was die Zukunft betrifft, hat Wouter Van de Voorde keinen speziellen Vorsatz, den er verfogt, außer genau das zu tun, was er jetzt gerade macht. Denn die „Fotografie ist ein Ziel an sich”. Wenn das mal kein gutes Schlusswort ist.
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Auf den ersten Blick sind es spannende Wesen, Tiere Unterwasser, die in Schwärmen durch das klare Blau ziehen. Auf den zweiten Blick erkennt man aber, dass es sich um Müll handelt – kunstvoll arrangierten Plastikmüll. Die Australierin Kim Preston hat eine ästhetische Serie erschaffen, um zum Nachdenken anzuregen und auf ein sehr ernstes Problem aufmerksam zu machen.
Wenn anstelle von Fischen Plastiktüten, statt Quallen Badehauben durch die Meere schwimmen und Strohhalme und Gummihandschuhe die großen Korallenriffe ersetzen, ist es längst zu spät. Diese düstere Zukunftsvision zeigt die Fotoserie „Plastic Pacific“ von Kim Preston. Die Idee zu dieser Serie kam ihr auf Reisen durch Südost-Asien.

Auf einer kleinen Insel in Indonesien, erinnere ich mich, gab es diese riesigen Berge im Landesinneren aus Plastikflaschen, Beuteln und kaputten Plastikstühlen, welche die Rasenflächen und Straßen der Wohngegenden bedeckten. Ich wusste, dass das alles irgendwo hin muss und das dieses Wohin oft das Meer ist.
Ich reise, um zu entdecken, aber das machte mir auch das ganze Ausmaß meiner eigenen Schuld an diesem Problem bewusst. Ich wollte, ohne Panikmache zu betreiben, etwas erschaffen, das den Betrachter zu der selben Erkenntnis führt.


Täglich werden wir mit unnützem Plastikmüll konfrontiert. Im Supermarkt laufen wir an in Folie verpackten Bio-Bananen vorbei, kaufen Produkte, die doppelt und dreifach verpackt wurden und bekommen an der Kasse eine Tragetüte in die Hand gedrückt, die auf dem Heimweg schon kaputt geht und direkt in der Tonne landet. Kim macht das traurig.
Diese übertriebene Nutzung von Kunststoffen als Verpackung von Konsumgütern ist eine tägliche Quelle der Frustration für mich. So vieles davon ist völlig unnötig, aber die Folgen unserer Verschwendung sind enorm. Ich glaube, dass wir in den westlichen Gesellschaften (und darüber hinaus) zu selbstgefällig sind und dass, wir die wahren Ergebnisse unserer Handlungen in der Art, wie wir unseren Müll sammeln, nicht sehen.

Technisch entstand die Serie mit einfachsten Mitteln. Kim fotografierte sie in ihrem Hinterhof mit einer Nikon D5000, einem 85mm f/1.8 Nikkor-Objektiv, einem Nikon SB600 Blitzgerät und einer Softbox. Die Objekte hingen von einem Kleiderständer mit verlängertem Arm und als Hintergrund diente ein blauer Stoff. Angelschnur und starkes Gewebe-Klebeband kamen zum Einsatz.
Ursprünglich wollte Kim die Serie Unterwasser in einem großen Aquarium fotografieren, aber ihr geringes Budget zwang sie kreativ zu werden. Nachträglich fügte sie dem blauen Hintergrund in Photoshop noch künstliche Pinselstriche hinzu, um die Illusion von Wasser zu erzeugen.

Wenn meine Serie jemanden zum Nachdenken anregt und zu Veränderungen veranlasst, wäre es fantastisch. Aber ich denke es ist wichtig, dass die Menschen von selbst darauf kommen. Ich möchte nicht predigen, geschweige denn vorschreiben, was zu tun ist.
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Schaue ich in das Portfolio des armenischen Fotografen Arthur Sakhkalyan, sehe ich vor allem Portraits. Portraits von Menschen und von Tieren.
Seine Bilder bestechen durch eine charmante Unperfektheit. Hier stimmt rein technisch gesehen nicht alles: Belichtungsfehler, abgeschnittene Gesichter, Portraits von hinten – unten – oben, ein verwirrender Fokus oder eine verrutschte Doppelbelichtung.
Doch wenn man sich auf Arthur Sakhkalyans Fotografien einlässt, stimmt wieder alles, denn seine Portraits transportieren vor allem eines: Nähe. Das Suchen vermeintlicher Fehler in seinen Aufnahmen sind für ihn nur Anzeichen, dass wir eine fehlerhafte Denkweise in der Fotografie haben.
Ich fotografiere so, wie ich mich in dem Moment fühle. Ich bewerte nichts, noch versuche ich irgendwas Spezielles zu zeigen, es geht nur um die Präsenz des Moments. Und ja, es gibt diese Momente, da bevorzuge ich ein halbes statt ein ganzes Gesicht.
Warme, intensive Aufnahmen von Menschen, die nicht nach Katalog oder Werbung aussehen, sondern nach besonderen Persönlichkeiten. Die sitzen und rauchen, lachen, sich die Augen reiben und einfach lebendig sind.
Tiere, die nicht in einem Studio ins rechte Licht gerückt werden oder wild und exotisch sind, sondern einfach auf der Weide stehen, Fliegen in den Augen haben und sich auch mal wegdrehen. Egal ob Mensch oder Tier, Arthur zeigt ihre Natur.















Arthur Sakhkalyan fotografiert seit über elf Jahren. Er benutzt hauptsächlich Polaroid-Land-Kameras oder seine Mamiya RZ 67. Weitere Portaits und Landschaftsbilder sind in seinem Flickr-Portfolio zu finden.
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© Britta for Photojojo, 2014. |
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Fotos tragen unsere Erinnerungen in sich. Viele von uns, die ohne digitale Fotografie aufgewachsen sind, haben Erinnerungen, Familiengeschichte und Zeitzeugnisse auf vielen unterschiedlichen Medien festgehalten.
Manche haben sicherlich, so wie ich, Kisten voller Umschläge mit Abzügen, Negativen, Dias und Fotoalben, oftmals liebevoll versehen mit Daten und Anmerkungen. Sie helfen uns bei der Frage danach, wer wir sind.
„This is you“ heißt ein Projekt der Fotografen Angel Albarrán und Anna Cabrera, in dem sie sich mit der Beziehung der Identität der Menschen zu ihren Erinnerungen befassen. Der Titel rührt von Kindheitserinnerungen her. Es sind die Worte des Großvaters, der einen mit seiner hölzernen Balgenkamera ablichtete, den Abzug in Händen hielt und sagte: „Das bist du“.

Erinnerungen verblassen und verfallen in Fragmente. Fotografien lassen uns zurück denken und holen scheinbar Verlorenes wieder hervor. Sie treten an die Stelle unserer abstrakten Erinnerungen. Unsere Erinnerungen sind oft auch nur die durch Fotos wiederhergestellte Sicht auf die Vergangenheit.
Angel Albarrán und Anna Cabrera bekamen vor einiger Zeit Negative von einem Freund, der diese im Müll gefunden hatte. Nach dem Scannen der Negative zeigte sich, dass es sich um etwa 40 Jahre alte Familienfotos handelte, die so unterbelichtet waren, dass die Personen darauf nicht mehr zu erkennen waren.


Den Fotografen wurde bewusst, dass es sich dabei um die Aufnahmen jeder beliebigen Familie handeln konnte, auch ihrer eigenen. Die Fotos wurden für sie zum Symbol von Erinnerung und den Blick auf die eigene Vergangenheit und Identität.
Sie fingen an, die Bilder durch eigene Aufnahmen zu ergänzen und schufen so eine Serie fiktiver familiärer Erinnerungen, von Personen, die es so nie gegeben hat, und die durch die Anonymität der Bilder von jedem stammen könnte. Leitend dabei war die Frage, welche Erinnerungen durch Bilder geweckt werden, die auch die eigenen sein könnten.
Um die Serie zu vereinheitlichen und die eigenen Bilder stimmig in die alten Bilder einzureihen, entschieden sich die Künstler für einen abstrakten Druckprozess. Die warmen Farben der Aufnahmen unterstützend, wurden die Fotos mit japanischem Gampi Papier auf Blattgold verarbeitet, was den Bildern gleichzeitig eine matte Oberfläche verlieh. Es sollte keine starke Retusche an den Bildern erfolgen und dennoch das Gefühl von zeitlosen Erinnerungen entstehen.


Ich konnte viele Parallelen finden zwischen diesen Bilden und den Abzügen, die ich in meinen eigenen Familienalben habe. Es sind Bilder, die vor meiner Zeit entstanden sind und die meine Eltern und Großeltern auf Reisen, Feiern und im Alltag zeigen. Aufnahmen aus meiner frühen Kindheit, die meine gesamte Erinnerung an diese Zeit darstellen.
Eigentlich handelt es sich dabei überhaupt nicht um Erinnerungen, aber die Bilder schaffen in meinem Kopf die Illusion, Ereignisse und Erlebnisse aus dieser Zeit vor mir zu sehen, auch wenn es nur die hinter Plastik geklebten Fotos in abgegriffenen Alben sind, die ich vor Augen habe.

Das Projekt hat einen spannenden Gedankenfluss in mir angeregt. Nicht nur darüber, wie meine Erinnerungen konstruiert sind, sondern auch darüber, wie ich mit meiner Fotografie umgehe. Fotos können als Medium auf so vielen Wegen kommunizieren, dass es dem Fotografen nahezu unmöglich ist, die Wirkung eines Bildes genau zu steuern. Interpretationen gibt es wohl mindestens so viele wie ein Bild Betrachter findet.
Ich frage mich, worin der Wert meiner Bilder in 40 Jahren bestehen wird. Was werden sie dann zu sagen haben? Welchen Teil meiner Erinnerung werden sie ergänzen oder ersetzen? Vermutlich werden meine Erinnerungen stark romantisiert sein, denn Schattenseiten finden sich selten in einem Familienalbum. Und wenn doch?
Wie würde ich wohl in 40 Jahren mit einem Fotoalbum umgehen, das auch die dunklen Momente der Vergangenheit wiederspiegelt? Natürlich bilden Fotos immer das subjektive Erleben ab, und die Vorliebe dafür, Schönes festzuhalten und Schlechtes zu vergessen, ist menschlich.
Die Schatten in den Bilden dieser Serie hinterlassen bei mir allerdings ein Gefühl der Unvollständigkeit meiner Erinnerung und den Drang danach, später in meinem Leben durch Bilder nachvollziehen zu können, wie ich die Welt damals, also heute, gesehen haben werde, die guten und die schlechten Zeiten.

Die gesamte Serie ist auf der Webseite der beiden Fotografen zu finden. Das Paar, beide sind gebürtig in Spanien, lebt in Frankreich und arbeitet seit über 17 Jahren zusammen. Sie sind fasziniert von der Beziehung des Menschen zu Raum und Zeit und nähern sich dieser Thematik über verschiedene fotografische Medien, weshalb sie gerne mit unterschiedlichen Verfahren experimentieren.
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Viele Menschen, die schon eine Weile digital fotografieren, haben irgendwann mal Lust, die analoge Welt der Fotografie zu erkunden. Sie wollen nicht gleich mit Mittelformat anfangen, doch neben der Frage, welche Kamera denn zu kaufen sei, wissen sie erstmal gar nicht, welchen Film sie nehmen sollen. Und wo sie ihn bekommen.
So geht es heute auch mir. Vor ein paar Wochen habe ich mir eine Canon AE-1 Spiegelreflexkamera gekauft und wollte direkt loslegen. Doch dann musste ich erstmal bremsen. Denn da ist doch gar kein Sensor drin (ach, echt?).
Filme? Gibt es wie Sand am Meer. Und jeder ist ein bisschen anders. Ich hatte aber keine Lust, tausende Erfahrungsberichte über Filme im Internet zu studieren.
Angefangen habe ich dann einfach mit dem Fotoland-Film aus dem DM, der für 1,45 € zwar günstig ist, ich mir jedoch bis heute nie ganz sicher bin, ob es bei ihm nicht auch mal einen Ausfall geben kann. Schlechte Erfahrungen habe ich aber bisher keine damit gemacht.
Aktuell nutze ich gerne den Kodak Portra 400* (ein Farbfilm) und den Kodak Tri-X 400* (ein Schwarzweißfilm). Für meine Straßenaufnahmen verwende ich gern den Portra, um meine Familie zu fotografieren, den Tri-X.
Jedoch sind beide recht teuer, sei es nun auf Amazon oder direkt beim Fotohändler. Und naja, ganz ehrlich schwimme ich nicht im Geld und bin daher öfter ganz einfach unsicher, ob es nicht noch andere Filme gibt, die gut sind (mit „gut“ meine ich auch, ob sie sich gut pushen lassen, aber das führt nun zu weit).
Zwar habe ich einige kompetente Kollegen in der Redaktion, doch ich dachte, dass ich auch mal hier in die große Runde fragen möchte. Schließlich interessiert das Thema nicht nur mich.
~
Deshalb mache ich diese Umfrage, die für jeden Analogen einfach zu beantworten ist:
Bitte schreibe die volle Bezeichnung des Films (es dürfen auch mehrere sein) und seine Eigenheiten in einen Kommentar. Außerdem ist für mich der Preis interessant und wo Du die Rolle kaufst. Wenn Du Beispielbilder, die Du damit gemacht hast, verlinken kannst, wäre das die Krönung, aber mach Dir keinen Stress.
Auf geht’s!
* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.
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