Ein Beitrag von: peppi124

kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity
Albträume. Wer hatte sie als Kind nicht? Gruselige spinnenbeinige Tiere unterm Bett, Gespenster, die an den Rollläden kratzen, böse Clowns im Wald, die Kinder in den Hochstand locken. Wir alle kennen das so oder anders noch aus unseren Kindheitstagen, doch die meisten dieser Träume, die uns damals so sehr beschäftigt und verängstigt haben, sind heute längst vergessen.
Der häufigste Grund, warum wir heute nachts aufschrecken, ist die Panik, einen wichtigen Termin zu verpassen oder die Sorge um nahstehende Menschen. Vielleicht gibt es noch den einen oder anderen Albtraum, der sich so tief eingebrannt hat, dass wir uns auch noch nach Jahren an ihn erinnern können.
Ich habe heute äußerst selten solche skurrilen und detaillierten Albträume, wie ich sie als Kind hatte. Vielleicht hat sich meine Fantasie verändert, vielleicht habe ich die Angst vor Übersinnlichem verloren, denn so träumen wie damals, das kann ich heute gar nicht mehr.
Obwohl Menschen in jedem Alter ihres Lebens träumen, sind sie im frühen Kindesalter besonders sensibel und empfänglich dafür. Die Abgrenzung zwischen Realität und Fantasie ist bei jüngeren Kindern viel weniger ausgeprägt als im Alter und dies führt zu verwirrenden und ängstlichen Träumen, da das Kind für vieles, was es tagsüber beobachtet, noch keine rationale Erklärung hat und sich somit seiner Fantasie behelfen muss.
Angst, Traurigkeit, Ärger, Verwirrung, Ekel, Enttäuschung und Scham sind die Gefühle, die wir am häufigsten in unseren Albträumen empfinden. Und genau diese Palette menschlicher Emotionen bietet auf der künstlerischen Ebene viel Platz für Interpretationen.


Der 1940 geborene New Yorker Künstler Arthur Tress hat sich schon vor 50 Jahren viele Gedanken um die fantasievolle Traumwelt der Kinder gemacht, vor allem Albträume haben ihn fasziniert. Im Alter von zwölf Jahren bekam er von seinem Vater seine erste Kodak geschenkt, das Filmentwickeln brachte er sich durch Zeitschriften und geliehene Büchern aus der Bibliothek selbst bei.
Schon früh interssierte er sich für das klassische Schwarzweiß-Kino und begeistert von den Surrealisten rund um René Magritte entwickelte er seinen Hang zu melancholischen und fantastischen Bilderwelten. Zufälligerweise hatte er Ende der 60er Jahre die Möglichkeit, in einem alljährlichen Kreativ-Workshop mit Kindern in Manhatten mitzuarbeiten und das damalige Thema war „Träume“.
Dies brachte Arthur auf die Idee, sich mit den Kindern über ihre Albträume zu unterhalten, zumal er seine eigenen Träume als banal und alltäglich beschreibt. Später befragte er auch Freunde, an welche prägnanten Träume aus ihrer Kindheit sie sich noch erinnern können.


Arthur begann, diese Albträume mit den jeweiligen Kindern nachzustellen. Oftmals ist es schon der gewählte Ort allein, der dem Bild seine düstere Stimmung verleiht, sodass die Schwierigkeit der Darstellung eines Traumes überwunden werden konnte. Ein alter Autofriedhof, verlassene Häuser – er fand viele Möglichkeiten, zu improvisieren und die Fantasien der Kinder zu inszenieren, was allerdings für die Fotografie der 60er und frühen 70er Jahre sehr untypisch war.
Damals wurde in New York hauptsächlich Straßenfotografie gemacht, „staged photography“ – also gestellte Bilder wie auf einer Theaterbühne – war gegen den Strom. Er schaffte es, diese fantastischen Traumsequenzen in einem sehr realistischen, fast schon dokumentarischen Stil zu visualisieren. Und Arthur sollte mit seinen gruseligen und düsteren Bildern Erfolg haben, denn:
Ich sehe auch nicht länger den Unterschied zwischen gestellter Fotografie, inszenierter Fotografie, Konzeptfotografie oder dokumentarischer Fotografie. Sie sind doch alle nur Projektionen der Fantasie des Fotografen. Dieser Stil wurde mein Markenzeichen für die nächsten 20 Jahre, diese Art von surrealer und verstörender Fotografie.



1972 stellte Arthur Tress erstmals seine Albtraum-Serie aus, ein Jahr später erschien das Fotobuch „Dream Collector“*. Durch die Veröffentlichung schaffte er es, Vorurteile über inszenierte Fotografie abzubauen, verhalf dieser schließlich zum Durchbruch und wurde damit wegweisend für viele Fotografen und Fotografinnen nach ihm.
Die Kinder, die der heute 73-Jährige in den 60er Jahren auf den Straßen New Yorks nach ihren Albträumen befragt hat, sind in einem ganz anderen Umfeld als unsere heutigen Kinder aufgewachsen. Und dennoch würde ich behaupten, zum Leben erweckte Märchenfiguren oder riesige Raben können auch heute noch in nächtlichen Fantasien in Kinderköpfen auftauchen.
Beim Erschaffen dieser Szenarien kommt es oft zu einer Kombination aus dem eigentlichen Traum, mystischen Archetypen, Märchen, Horrorfilmen, Comics und einem Spiel der Fantasie. Diese Erfindungen reflektiert oft das Innere des Kindes, seine Hoffnungen und Ängste sowie die symbolische Verwandlung in seine Lebenswelt, wie Zuhause oder Schule, in ganz neuen Formen. Und ich wollte wissen, wie diese Visionen darstellbar sein könnten.



Nichtsdestotrotz wäre es spannend, heute Kinder nach ihren Albträumen zu befragen und diese fotografisch umzusetzen, vor allem wenn es stimmt, dass wir in unseren Träumen unsere Realitätswahrnehmung verarbeiten. Kindliche Traumbilder als kleine Sozialstudie: Inwieweit sich die Gute-Nacht-Geschichten, Kinderfilme und Medieneinflüsse heutzutage auf die Träume und Albträume von Kindern auswirken, das wäre sehr interessant.
Haben Kinder in den 60ern, in denen Hitchcocks „Die Vögel“ in die Kinos kam, anders geträumt als die junge Generation, die in den 70ern „Der Exorzist“ gesehen hat und wieder anders als Kinder zu Zeiten von Kings „Es“ in den 90ern?
Arthur Tress’ Fotos wären somit Zeitzeugen der Ängste, die Kinder vor rund 50 Jahren die Nacht über gequält haben. Aber wie sähe dieses Kopfkino heute aus? Genau das habe ich ihn abschließend auch gefragt und auch er glaubt, dass Kinder von damals im Traum mit den selben Archetypen wie heute zu kämpfen haben. Dennoch vermutet er:
Obwohl, mit all dem Input der visuellen Welt mit ihren Spezial-Kinoeffekten und Videospielen träumen Kinder heute vielleicht sogar in 3D, Surround Sound und HD. Ich hatte als Kind beispielsweise auch nur Schneewittchen und nicht Guardians of the Galaxy.



Würde man seine Serie fortsetzen, kämen heute sicher mit Hilfe von Digitaltechnik und Nachbearbeitung in Photoshop rein technisch gesehen ganz andere Ergebnisse heraus, als Arthur Tress vor knapp 50 Jahren mit rein analoger Ausrüstung und seiner zweiäugigen Rolleiflex darstellen konnte.
Der Mittelformatfotografie ist er viele Jahre lang treu geblieben, auch wenn er sie 1974 sogar vor Henri Cartier-Bresson verteidigen musste, der bekanntermaßen eher dem Kleinbildfilm verfallen war. Und auch, wenn sie sich nicht auf das Format einigen konnten, teilten sie doch die Liebe zum Surrealismus und achteten die Arbeit des anderen. Heute fotografiert Arthur Tress mit einer Hasselblad, aber Photoshop besitzt er immer noch nicht.
Vielleicht ist die wahre Revolution in der hohen Qualität zeitgenössischer Fotografie heutzutage nicht der Computer oder die Digitalkamera, sondern die Ausbreitung exzellenter Bearbeitungsprogramme, Workshops und Fotomessen, die es in meinem Alltag gar nicht gab. Vielleicht aber habe ich als Autodidakt einen besonderen Sinn für Eigeninitiative und die Neugierde für lebenslanges Lernen hat mir geholfen, Kommerzialisierung oder Langeweile in meinen Arbeiten zu vermeiden.


Abschließend kann ich nur sagen, dass ich seine Bilder und vor allem diese Serie großartig finde. Beängstigend und verstörend, aber auch eine Zeitreise in unsere Kindertage, in denen uns die eigene Fantasie manchmal schlaflose Nächte gebracht hat. Arthur Tress gehört sicherlich zu den wichtigen Fotografen der 60er und 70er Jahre in New York, auch heute noch stellt er aktuelle und frühere Serien in großen und kleinen Ausstellungen überall auf der Welt aus.
Seine Arbeiten hängen in Museen und Galerien, sind in Bildbänden und Monografien zu sehen, er hat allerhand Preise gewonnen und trotz aller Berühmtheit hat er sich die Zeit genommen, mir einige Fragen zu beantworten. Gerade in den letzten Jahren sind seine frühen Werke wiederentdeckt, medial weit gestreut worden und heute relevanter denn je, wobei er vermutet, den traurigen Grund dafür zu kennen:
Vielleicht hat es genau deshalb eine so große Internetreaktion auf diese starken Bilder gegeben, weil in den vergangenen Jahren mit dem Wiederaufleben der schrecklichen Bombenanschläge von Gaza, Irak und Afrika die Welt augenscheinlich wieder ein sehr beängstigender und gefährlicher Ort geworden ist.
Der „Dream Collector“ scheint genau dieses Unwohlsein und diese Ängsten mit uns als verletztlichem Opfer aufzugreifen. Unsere Ängste in einem konkreten Bild verarbeitet zu sehen, ist also etwas Beruhigendes, wie wenn einen damals die Eltern nach einem verstörenden Albtraum getröstet haben.
Mit herzlichem Dank an Arthur Tress für seine Antworten und die Bereitstellung von Fotografien und Interview-Material.
* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.
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Der 28-jährige Australier Joe Nigel Coleman feiert das Leben. Und das, ohne mit seinen Bildern in die billig-kitschige Glorifizierung zu verfallen, die man gerade bei Naturaufnahmen häufig zu sehen bekommt. Dafür sind die Bilder des Fotografen zu eigenständig.
Die Fotografie sei für ihn die Möglichkeit, das Leben um ihn herum aufzunehmen und das nicht notwendigerweise so, wie es ist, sondern, wie er es sieht – oder sehen will. Coleman ist sich der leichten Übertreibung bewusst und führt sie noch weiter aus. Es sei eine Art romantisierte Reflexion seines Lebensstils, seiner Träume und Sehnsüchte.
Und so kreiert der Fotograf ein Portfolio, das sehr sowohl an Richard Gastons Reiseaufnahmen oder Bastian Kalous’ Polaroids erinnert. Trotzdem drückt Coleman seinen Aufnahmen einen Stempel auf, auch in physischer Form. Denn eine Vielzahl seiner analogen Fotografien ist überlagert mit Light Leaks und Spielereien, mit denen er seine Aufnahmen ziert.











Das bewusst oder unbeweusst eingesetzte Rot, das sich in vielen Aufnahmen Colemans findet, erinnert an den Puls des Lebens, den Coleman fühlt und ein bisschen an die leidenschaftliche Eroberung der Natur. Auch, wenn die hier vorgestellten Aufnahmen auch allein für sich wunderbar funktionieren, spricht doch aus der Gesamtheit der Bildstrecke ein Coleman. Der Coleman, der sagt: „Ich war hier. Und es war gut.“
Er selbst erinnert sich noch gut daran, wie er vor einigen Jahren in einem Prager Geschäft ein paar antike Kameras kaufte. Als er die ersten Rollen Film zurückbekam, schaute er sie mit Schmetterlingen im Bauch durch, völlig begeistert von dem, was er erschaffen hatte. Diese Euphorie und Lust an der Fotografie entstammt seiner durchweg positiven Betrachtungsweise des Lebens.
Und diese ist in allen seinen Bildern wiederzuerkennen – ungeschminkt, nicht inszeniert und auch deshalb angenehm authentisch. Folgen kann man Coleman sowohl auf Facebook als auch Instagram.
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Viele waren vielleicht in dieser Woche in Köln zur Fotomesse oder sind es sogar noch. Für alle Zuhausgebliebenen gibt es heute unsere browserFruits, die ganz unabsichtlich absolut photokinafrei geblieben sind. Vielleicht gibt es ja nächste Woche spannende Berichte und interessante Technikartikel, die dieses Mal noch nicht bis zu uns vorgedrungen ist. Wenn Ihr etwas habt, schreibt uns gern.
Fotospecial: Alleen
Flickr
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Deutschsprachig
• Wenn sich Verlage in der Google-Bildersuche bedienen, kann es schon einmal passieren, dass auf dem Cover eines Mathebuchs eine Pornodarstellerin landet.
• Eine Fotoserie über verfallene Diskotheken: Ruinen des Größenwahns.
• Bon Prix hat gemeinsam mit dem Fotografen Wolfgang Armbruster ein kostenloses E-Book zum Thema Modefotografie zusammengestellt. Hier finden sich viele Informationen zu den Grundlagen und einige Tipps für Fortgeschrittene.
• Der Kriegsfotograf Christoph Bangert (Ihr erinnert Euch vielleicht an das Buch „War Porn“) berichtet auf Zeit Online rückblickend über seine Erfahrungen im Irak, die er bei seinem ersten Auftrag für die New York Times gemacht hat.
• Wir bekommen einfach nicht genug von Cinemagrafien. Dieses Mal von Julien Douvier.
• Der Radiosender WDR2 hatte am vergangenen Montag den Fotografen Jim Rakete zu Gast. Das (ohne Musikunterbrechungen) einstündige Interview könnt Ihr auf der Webseite des Senders anhören und herunterladen.
International
• Der brasilianische Illustrator Rafael Mantesso verbindet Bilder seines Hundes mit Zeichnungen – mit sehr lustigen Resultaten.
• Flickr hat seine Top 20 unter 20 gewählt. Darunter sind einige beeindruckende junge Talente – und für regelmäßige kwerfeldein-Leser auch alte Bekannte.
• Die Fotos der Serie „Death Valley“ von Jordan Sullivan zeigen minimalistische Landschaftsaufnahmen, die ihre besondere Wirkung vor allem als Serie erst richt entfalten.
• Der Fotograf Jérémie Souteyrat hat ausgefallene Einfamilienhäuser in Tokio fotografiert.
• Genug Platz für 864 Millionen Bananen – Wired zeigt Bilder vom Bau eines gigantischen Containerschiffs.
• Martin Parr kennt Ihr sicher. Nein? Seine kuriosen Fotografien der britischen Arbeiterklasse werden hier auf Konbini vorgestellt – und ausführlich kommentiert.
• Alt, günstig und knackscharf: Petapixel hat eine tolle Auflistung mit (relativ) unbekannten Objektiven von Canon, die für den kleinen Geldbeutel große Leistung versprechen.
• Der Fotograf Wang Yuanling zeigt wunderbare Fotos aus den ländlichen Gebieten Chinas. Sie sind stille Zeugen einer schwindenden Welt.
• Sehr kreative Skulpturen aus Lebensmitteln haben wir bei Fubiz entdeckt.
Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

• Die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen sucht jedes Jahr in einem Wettbewerb die Naturfotografen des Jahres. Aus diesem Wettbewerb entsteht auch jedes Jahr ein Buch. Darin enthalten die Gewinnerbilder mit einem Text zu deren Entstehung. „Europäischer Naturfotograf des Jahres“* von 2013 kostet 20 €.
• „Unsere schöne, zerbrechliche Welt“* von Peter Essick. Es enthält unterschiedliche Fotoserien von einigen der schönsten Plätze dieser Erde und dokumentiert die großen Umweltprobleme unserer Zeit. Jedes Foto wird durch einen Text über die Entstehung des Bildes, Essicks persönlichen fotografischen Erfahrungsbericht sowie durch recherchierte Informationen zu den dazugehörigen National-Geographic-Artikeln ergänzt. Die gebunde Ausgabe kostet 32,95 €.
Wettbewerbe
• „KameraKinder“ ist ein Wettbewerb für alle Kinder von 6 bis 12 Jahren, die in Nordrhein-Westfalen leben.
Zitat der Woche
Ich fotografiere, um herauszufinden, wie etwas aussieht, wenn es fotografiert wurde.
Gary Winogrand –
Mehr Zitate
Videos
Ein Film über den Fotografen Jim Rakete. Danke an Julia für den Hinweis.
Selbstportraits für Anfänger. Eine kleine Anleitung.
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Bedrückend, düster und manchmal muten sie gar traurig an. Die Charakter-Zeichnungen Gina Maragoudakis entziehen sich dem witzig-populären Stil gängiger Straßenfotografie und setzen dem Genre, das gerade eine Mini-Renaissance erlebt, einen wohltuenden Kontrapunkt.
Es kann einem in der Magengegend schon etwas komisch werden, wenn die eklektischen, schwer verdaulichen Fotografien ohne Vorwarnung (jedoch mit dem Beiwort „Straßenfotografie”) serviert werden. Um leichte Kost handelt es sich hier nicht. Dafür ist in den Darstellungen zu viel schwarz und es fehlen gänzlich schillernde Farben, Juxtapositionen oder das Gildensche breite Grinsen angeblitzer Passanten.
Allemal ist das Gesamtwerk der Griechin, die seit 2010 mit der Kamera aktiv ist, keine IKEA-Straßenfotografie, sondern viel mehr Hommage an Tristessen des Alltags, abgebildeten Menschen unweigerlich ins Gesicht geschrieben.







Stellenweise erinnert das Werk an Portraits einer Diane Arbus, die Menschen am Rand der Gesellschaft (Kleinwüchsige, Albinos, Homosexuelle) fotografierte, wobei nicht von der Hand zu weisen ist, dass Gina Maragoudaki eine Bildästhetik (zurückgenommene Farbe, hang zum Skurrilen) innehat, die bei zahlreichen griechischen Straßenfotografen zu finden ist. Bestes Beispiel ist der oft zitierte Charalampos Kydonakis.
Inspiration sei kein Instant-Prozess für sie, meint Maragoudaki. Ein Traum, eine Sehnsucht, ein schmerzhafter Verlust, ein großartiges Buch, ein Gemälde, ein philosophischer Gedanke oder gar eine intensive Liebe. Was immer sie tief bewege, sei das raue Material ihrer Inspiration.
In der lockeren – und schnell zu überlesenden – Aufzählung findet er sich wieder, der düstere Moment: Ein schmerzhafter Verlust kann und wird Auslöser sein, zu fotografieren. Außerdem dachte sie als Kind, die Fotografie sei etwas Magisches – und „ich glaube das immer noch“.
Und wer dafür offen ist, kann diese Magie in den unheimlichen Aufnahmen einer noch – auf die Zeit ihrer Fotopraxis bezogen – sehr jungen Fotografin, die übrigens Teil des Kollektives PUBLiGRAPHY ist, finden.
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