Ein Beitrag von: Katrin Adam

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Im vergangenen Jahrzehnt ist die Wirtschaft der Mongolei mit beispielloser Geschwindigkeit gewachsen. In jedem Jahr stieg das Bruttoinlandsprodukt um mehr als zehn Prozent.
Das Wachstum des Landes rührt größtenteils aus einem Boom in der Bergbauindustrie, denn die Mongolei verfügt über große Vorkommen an Bodenschätzen wie Kupfer, Gold und nicht zuletzt Kohle. Globale Branchengiganten haben längst begonnen, enorme Summen in das zentralasiatische Land zu investieren.


Der italienische Fotograf Michele Palazzi hat über drei Jahre hinweg das Land mehrfach besucht und den wirtschaftlichen Auf- und den gesellschaftlichen Umschwung in der Mongolei dokumentiert.
Wie die unregulierte beschleunigte Entwicklung des Landes die traditionelle Lebensweise der viehtreibenden nomadischen Bevölkerung bedroht, zeigt er in seiner Arbeit „Black Gold Hotel“.



Viele mongolische Familien haben die traditionelle Lebensweise inzwischen aufgegeben und sind in große städtische Zentren gezogen, um Arbeit in der Industrie zu finden. Nicht selten führt sie dieser Entschluss jedoch in den finanziellen und sozialen Abgrund, nämlich dann, wenn sie aufgrund des immensen Zustroms an Gleichgesinnten keinen Job finden.


Der Fotograf begleitete die Nomaden auf ihrem Zug durch die Steppe, lernte die neuen Stadtbewohner kennen und verbrachte einige Zeit mit den Bergarbeitern. Nah ist er an den Menschen, einfühlsam und unaufgeregt zeigt er uns, wie sie leben.
All diesen Menschen gemein ist, dass sie bestmöglich versuchen, mit den Umständen umzugehen. Doch Umweltverschmutzung durch Müll, Kohlestaub und Industrieabfälle vergiften die Vegetation und machen denen, die wenig haben, das Leben schwer.


Inspiriert zu dieser sehr persönlichen Arbeit, so der Fotograf, habe ihn der Film „Die Geschichte vom weinenden Kamel“. In ihm stecke viel Poesie und auch ein nostalgisches Element, dem er nachgehen wollte.
Doch auch einen journalistischen Anspruch habe er an das Projekt gehabt, selbst wenn er sich selbst eigentlich nicht als Journalisten betrachte.


Sein politisches Interesse habe ihn 2009 nach seinem Studium an der Scuola Romana di Fotografia zum Bildjournalismus geführt, erzählte Michele Palazzi mir. Er habe stets den Drang, zu verstehen, warum etwas so ist, wie es ist und den Dingen auf dokumentarische Weise auf den Grund zu gehen. Doch erachte er seine Sichtweise keineswegs als absolut maßgeblich oder objektiv.


Der Modernisierungsprozess in der Mongolei habe ihn schier überwältigt. Als er das erste Mal die Hauptstadt Ulan Bator besuchte, habe er beim Anblick des Stadtbildes sehr gemischte Gefühle gehabt – eine ungare Mischung aus Chaos, Nostalgie und Ausweglosigkeit, die ihm übel aufstieß.
Dass sich die Modernisierung nicht einfach anhalten oder gar umkehren lässt, sei Michele bewusst. Auch wolle er keinesfalls etwas oder jemanden konkret verurteilen. Ihm sei es in erster Linie persönlich wichtig, zu dokumentieren, was ihn umtreibe.



Ohne Förderung, ohne Auftrag widmete er sich seinem Projekt und unternahm immer wieder auf eigene Kosten Reisen in die Mongolei, um seinem Thema auf der Spur zu bleiben.
Viele Menschen habe er kennengelernt, zeitweise bei ihnen übernachtet, ihnen bei der Arbeit geholfen, mit ihnen gegessen und mit den Kindern gespielt. Es beweist, dass er mit Hingabe bei der Sache ist. Er sammelt nicht nur Bilder ein, er lebt die Story.



Herausgekommen ist eine Reise in Bildern in den Alltag der Menschen im ganzen Land, von den Familien in der Wüste Gobi, die sich trotz aller Schwierigkeiten entschieden haben, den Traditionen der Steppe treu zu bleiben bis zu den Jugendlichen in Ulan Bator, die eher einen westlich orientierten Lebensstil führen.
Von den Kindern der Armen, die gezwungen sind, im Zivilisationsmüll nach Schutz und Essbarem zu suchen, bis hin zu denen, die auf der Suche nach dem Glück in der Stadt das Nomadenleben hinter sich gelassen haben und jetzt zwischen beiden Welten gefangen sind.


Wer sich weitere von Micheles Arbeiten anschauen möchte, dem empfehle ich an dieser Stelle einen Blick auf seine Webseite.
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Photos aren’t just a treat for the eyes. They can also be music to your ears!
We’ve put together the Ultimate Photo Playlist, over 70 songs about photos and all of the emotions they stir up– ranging from happy feet to heartbroken.
Whether you’re a photographer or simply an admirer of the art, somewhere on this list is a song (or two or three or many more!) for you.
Now get ready because these songs are guaranteed to get you in the mood…for photography!
Turn Up the Volume (…)
Read the rest of Ultimate Photo Playlist: Songs That Really Click (1,043 words)
© Taylor for Photojojo, 2014. |
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Ein Beitrag von: Kathrin Stahl
Mann? Frau? Was für eine Rolle spielt geschlechtliche Identität in unserer Gesellschaft? Wie wichtig ist es, sich auf eine Rolle, auf ein Geschlecht festzulegen und wie ergeht es transidenten Menschen?
Was ist Transidentität?
Die dauerhafte Gewissheit, sich dem biologisch anderen Geschlecht zugehörig zu fühlen. Die Ablehnung der mit dem biologischen Geschlecht verbundenen Rollenerwartungen und der drängende Wunsch, sozial und juristisch anerkannt im gewünschten Geschlecht zu leben.
Die Straße entlang gehen, sich unter Menschen zu begeben, wird zu einem kaum zu bewältigenden Akt, wenn man sich seiner Identität sicher ist, sie aber nicht leben darf. Wie schwer es ist, die Tatsache anzuerkennen, dass man im falschen Körper geboren wurde, wie schwer, sich seinem Umfeld anzuvertrauen, was für ein Glück es bedeutet, wenn Mann endlich Frau sein darf und Frau endlich Mann: Wer kann sich das schon vorstellen?

Als meine Tochter, die damals noch mein Sohn war, begann, sich zu schminken und in kurzem Rock zu Partys zu gehen, wurde das Thema „Transidentität“ Teil unserer Familie. Wir alle wuchsen langsam hinein.
Gleichzeitig mussten und müssen wir erkennen, das weite Teile der Gesellschaft lange nicht so weit sind. Wer als Mutter erlebt hat, wie am Nebentisch über das eigene Kind getuschelt und gelacht wird, wie das eigene Kind an unserer Gesellschaft und an unseren Institutionen, Gesetzen und Vorgaben leidet, kann nicht anders, als aufzustehen. Einfach nichts zu tun, wenn man doch mit seiner ganz eigenen Sprache, der Sprache der Bilder, etwas bewegen kann, das geht einfach nicht.
Wie dankbar bin ich, als Fotografin auf ganz besondere Weise für meine Tochter und hoffentlich auch ein klein wenig für andere transidente Menschen etwas bewegen zu können: Mit einem Fotoprojekt.

Die Idee dazu entwickelte sich langsam. Der Wunsch, etwas zu tun, wurde mit jedem Brief der Krankenkasse, mit jedem gedankenlosen Kommentar, den meine Tochter entgegen geschleudert bekam, stärker.
Immer häufiger redeten wir darüber, wie ein solches Projekt aussehen könnte. Transidente Frauen in einem Boudoir-Shooting zu zeigen, um ihr Gefühl der Weiblichkeit in Bildern unterstreichen zu können, war eine Idee – die ich verwarf, weil es mir allzu voyeuristisch schien. Bilder nackter Transmenschen vor und nach der OP gibt es schon. In diese Richtung wollte ich nicht. Für mich musste es etwas Behutsames sein.
Ziel des Projektes sollte sein, dass Menschen, die sich vorher nicht mit dem Thema Transidentität auseinander gesetzt haben, verstehen können, verstehen wollen. Immer klarer wurde mir, dass ich nicht den Weg des inszenierten Portraits gehen wollte. Ich glaube, dass man Verständnis schaffen kann, indem man sich auf Gemeinsamkeiten konzentriert: In Reportagen wollte ich transidente Menschen deshalb so zeigen, wie sie leben. Mit Dingen und Menschen, die ihnen wichtig sind, in einer Umgebung, die ihnen etwas bedeutet.


So geht es bei „Max ist Marie“ um Menschen, die studiert haben oder auch nicht, mit Ausbildung oder ohne. Mit Partner, mit Kind, mit Hund oder allein lebend. Menschen eben. Mit allem, was ihnen gut tut und Geborgenheit gibt. Da Bilder nicht alles erzählen können, habe ich beschlossen, dass Texte die Geschichten komplett machen sollen.
Und so reise ich nun seit ein paar Monaten umher. Zu Michelle, die gern Zeit in ihrem Wohnwagen an der Ostsee verbringt und Kraft im Schamanismus findet. Zu Helmi, die früher zur See fuhr, ihre Frau verlor und erst vor wenigen Jahren ihre echte Identität entdeckte. Zu Jan, der lange Spaziergänge mit seinem Hund über alles liebt und von einem Leben am Wasser träumt.
Hanni, die schon ihr Leben lang in Basel lebt, am liebsten jeden Tag mit der Fähre über den Rhein übersetzen würde, weil daran Erinnerungen an einen Fährmann hängen, mit dem sie früher zusammen war. Zu Asta, deren kleine Kinder jetzt zwei Mamas haben….
Wir verbringen ein, zwei Stunden miteinander, reden. Gemeinsam schlendern wir durch die Gegend, die sie sich ausgesucht haben, treffen uns bei ihnen Zuhause oder in einem Café, das sie mögen. Dabei fotografiere ich. Es entstehen Dokumentationen, Ausschnitte aus dem Leben des Menschen, der vor mir sitzt oder neben mir geht.


„Max ist Marie“ begann mit einer Fotosession mit meiner eigenen Tochter. Vorsichtig gingen wir vor, wussten wir doch überhaupt nicht abzuschätzen, wie die Resonanz sein würde. Würden sich überhaupt Transmenschen finden, die bereit wären, sich für das Projekt portraitieren zu lassen? Würden Paare mich weiterhin als Hochzeitsfotografin buchen, würden gar bestehende Kunden abspringen?
Kurz nachdem ich den Blogeintrag live geschaltet hatte, explodierte meine Inbox förmlich, die Kommentare unter dem Blogeintrag wurden stündlich mehr: Es waren nur positive, schöne Rückmeldungen von den verschiedensten Seiten.
Mittlerweile haben sich über 50 Menschen mit transidentem Hintergrund aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich gemeldet; sie möchten zusammen mit uns etwas bewegen, wollen Teil des Projektes sein. Bislang hat mich das Projekt nach Berlin getragen, nach Basel, Mainz, Flensburg, Friedrichsstadt. Nürnberg ist noch für dieses Jahr geplant, Nordrhein-Westfalen folgt. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Für dieses Projekt drängte sich mir eine schwarzweiße Bildsprache auf. Sie spiegelt unser aller Schwarzweiß-Denken wider, wenn es um ein Anderssein geht. Gleichzeitig konzentriert sie sich auf das Wesentliche: Nichts lenkt ab von Gesten, Mimik, Gesichtern.
„Max ist Marie“ ist ein einfühlsames Projekt. Transidente Menschen werden nicht zu etwas Besonderem, allein dadurch, dass sie transident sind. Und sie sind nicht alle gemeinsam in eine Schublade zu stecken. „Wir sind ebenso eine homogene Gruppe wie zum Beispiel Rothaarige“, hat es ein Transmann beschrieben, den ich portraitieren durfte.
Ich hoffe, dass meine Portraits ein Stück weit dazu beitragen können, dass die Welt, in der wir leben offener wird für Menschen, die eine Geschichte zu erzählen haben.
Danke allen für all die Unterstützung, die wir bisher erfahren durften.
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Streetfotografie ist eigentlich nicht mein Genre und dennoch blieb ich bei den Bildern des gebürtigen Italieners Andrzej Pilichowski-Ragno hängen. Diese düsteren Schwarzweiß-Fotos mit harten Kontrasten faszinieren mich. Überall gibt es etwas zu entdecken und die Bilder erzählen kleine, dunkle Geschichten.
Andrzej lebt und arbeitet seit vielen Jahren in der polnischen Stadt Krakau. Hier ist er sehr erfolgreich mit seinen „Stadtlandschaften“, wie er sie nennt. Nach seinem Studium der Fotografie wurde er Mitglied der ZPAF, einer renommierten Vereinigung der polnischen Kunstfotografen und stellte seine Fotos in vielen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen aus. Seine Bilder sind eine Mischung aus Streetfotografie und Sozialdokumentation. Er selbst beschreibt seine Fotografien wie folgt:
Es ist sehr schwer für mich, zu erklären, von was meine Fotografien handeln. Letztendlich bin ich einfach von Stadtlandschaften fasziniert. Keine bestimmte Stadt, sondern eine nicht vorhandene Stadt oder eher eine Stadt, die nur in meiner Fantasie existiert.















Mehr Bilder von Andrzej findet Ihr auf seiner Webseite. Folgen könnt Ihr ihm auch auf Facebook.
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Jetzt häufen sich die Berichte über die gerade vergangene Fotomesse „Photokina“ auf den Blogs und Magazinen. Gefühlt war jeder zweite Fotograf vom 16. bis 21. September in Köln und ich möchte hier gern diese vielen verschiedenen Erfahrungen sammeln.
Deshalb würde ich mich freuen, wenn Ihr in den Kommentaren von Euren Photokinaerlebnissen berichtet. Ob Ihr nur einen Tag zu Besuch wart oder die gesamten sechs Tage mitgenommen habt, ob Ihr völlig begeistert seid oder die Photokina nie wieder sehen wollt – Erzählt von Euren Erlebnissen. Und um einen Einstieg zu schaffen, folgt nun zunächst mein eigener Bericht für Euch.
Ich sehe die Photokina grundsätzlich nicht ganz unkritisch, aber da ich in Bonn lebe und meine Anfahrt kaum der Rede wert ist, gehe ich doch alle zwei Jahre zumindest für einen Tag zur Messe. So auch dieses Jahr. Relativ unvorbereitet und ohne direkte Ziele fuhr ich am Donnerstag, den 18. September also Richtung Köln.
Im Vorfeld habe ich meine Witze gemacht, dass man mit dem Stichwort „Photokina“ in der Google-Bildersuche einen eher fragwürdigen Eindruck der Veranstaltung bekommt und kann sagen, dass ich an meinem Besuchstag zum Glück keine halbnackten Modelle sehen musste, die sonst gern als Testobjekte für die angepriesenen Kameras auf die Bühne gestellt werden.
Ganz im Gegenteil lief ich zunächst an einem kleinen Workshop von Calvin Hollywood vorbei, der dort einen ganz normal gekleideten Mann portraitierte und das Publikum mit einige Witzen, aber durchaus informativ unterhielt.
Schon in den letzten Jahren haben mich die kleinen Stände immer mehr angezogen als die großen Shows und so lief ich langsam durch die Hallen, schnappte mir bei Wacom einen großartigen Cupcake und hielt nach interessanten Dingen Ausschau.
Eines meiner kleinen Ziele war der Stand von Impossible, denn dort hatte man im Vorfeld angekündigt, einen Techniker vor Ort zu haben, der Sofortbildkameras kostenfrei repariert und ich habe ein Sorgenkind: Eine Polaroid 680. Er hätte sie auch ohne Weiteres repariert, aber das Problem meiner Kamera war leider kein kleines, sodass ich sie erst am nächsten Tag wieder hätte abholen können.
So begnügte ich mich damit, fasziniert die aufgeschraubten SX-70 zu betrachten und den Mann mit 40-jähriger Berufserfahrung bei seiner Passion zu beobachten.
Bei meinem nächsten Ziel wurde ich leider etwas enttäuscht. Der sonst so große und beeindruckende Stand von Lomography war nun gut versteckt in Halle 9 zwischen vielen anderen und um ein Vielfaches kleiner als gewohnt. Das tolle Petzval-Objektiv konnte ich mir hier dennoch ansehen, ebenso wie die Ende des Jahres erscheinende Lomo Instant.
Als meine Füße langsam nach Pause riefen, stellte ich fest, bisher kein einziges Foto gemacht zu haben. Überall liefen die Leute mit ihren umgehängten Kameras herum und es blitzte hier und da recht wild. Aber ich sah für mich einfach kein Motiv. Die Geräuschkulisse, die Wärme, meine schmerzenden Füße – das alles erzeugte in mir wenig Lust zum Fotografieren.
Zum Schluss sah ich mir noch einige der Ausstellungen an, wie den Deutschen Jugendfotopreis. Aber meine Aufmerksamkeitsspanne war leider schon stark gesunken und ich merkte, dass ich den Bildern gar nicht mehr gerecht werden konnte.
Insgesamt war es dennoch ein gelungener Tag. Einige nette Gespräche und zufällige Wiedersehen haben für mich dabei eine ausschlaggebende Rolle gespielt. Nächstes Mal dann vielleicht lieber doch zwei Tage und ein bisschen mehr Planung, aber auf jeden Fall wieder.
Wart Ihr auch auf der Messe? Berichtet von Euren Erfahrungen und verlinkt auch sehr gern auf Eure Blogbeiträge, ich freue mich über neue Anregungen und Tipps für das nächste Mal.
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Der Wettbewerb „Astronomie-Fotograf des Jahres“ wird vom Royal Observatory Greenwich und vom BBC Sky at Night Magazine organisiert und läuft bereits das sechste Jahr in Folge. Im Jahr 2014 mit einer Rekordzahl von Teilnehmern: Es gab 2500 Einreichungen aus 51 Ländern.
Die Zahlen zeigen auch, wie spannend und beliebt das Feld der Astrofotografie ist und wie es durch immer bessere Technik für mehr Menschen möglich ist, unglaubliche Ergebnisse zu erzielen.
Die Gewinnerbilder, Zweitplatzierte und Nominierte werden im Royal Observatory Astronomiezentrum in Greenwich noch bis zum 22. Februar 2015 ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Ich denke, das sind Fotos, die erst im großen Format richtig wirken. Also, solltet Ihr eine Reise nach London geplant haben, schließt unbedingt auch das Astronomiezentrum in Eure Pläne mit ein. Für alle die es nicht nach London schaffen, gibt es auch das Buch „Astronomy Photographer of the Year: Collection 3“* mit den Fotos des Wettbewerbs.
Im Folgenden präsentieren wir Euch die Erstplatzierten jeder Kategorie. Um auch die Zweitplazierten und Nominierten zu sehen, schaut doch auf des Webseite des Royal Observatory vorbei. Und wenn Ihr selbst Astrofotografie betreibt: Auch im nächsten Jahr wird ein neuer Wettbewerb starten.
Polarlichter über einer Gletscherlagune © James Woodend (Großbritannien) – Gewinner der Kategorie „Erde und Weltall“ und Gesamtsieger.
Leuchtend grüne Polarlichter, aufgenommen in Islands Nationalpark Vatnajökull, werden fast symmetrisch im Gletschersee Jökulsárlón reflektiert. Das Fehlen von Wind und Strömung erzeugt auf dieser geschützten Lagunenszene einen fesselnden Spiegeleffekt und gibt das Gefühl von völliger Stille. Trotzdem zeigt es überraschend viel Bewegung, da die Kurven der Polarlichter von den veränderlichen Kräften des Erdmagnetfeldes geformt werden.
Coastal Stairways © Chris Murphy (Neuseeland) – Sir-Patrick-Moore-Preis für den besten Newcomer.
Felsformationen im Bezirk Wairarapa in Neuseeland schaffen einen krassen Vordergrund und Kontrast zu den scheinbar tanzenden staubigen Wolken der Milchstraße. Keine Lichtverschmutzung und eine klare, frische Nacht boten dem Fotografen eine fantastische Gelegenheit für dieses schöne Bild.
Pferdekopfnebel (IC 434) © Bill Snyder (USA) – Gewinner der Kategorie „Tiefe des Weltalls“.
Der Pferdekopfnebel ist eines der am meisten fotografierten Objekte am Nachthimmel, aber dieses Bild zeigt ihn in einem ganz neuen Licht. Der Fotograf lenkt das Auge hinunter zu der aufsteigenden und gefalteten Landschaft aus Gas und Staub an seiner Basis, anstatt sich ausschließlich auf die Silhouette des Pferdekopfes zu konzentrieren. Snyder bezieht auch den blauen, hohlraumartigen Bereich an der unteren linken Seite des Pferdekopfs mit ein, in dessen Mitte einen heller Stern steht.
Hybrid Solar Eclipse © Eugen Kamenew (Deutschland). Gewinner der Kategorie „Mensch und Weltall“.
Sonne und Mond versinken zusammen hinter dem Horizont der kenianischen Savanne, wo ein Mann auf einem Felsen von der Verfinsterung, in der die Silhouette des Mondes vor der grellen Sonnenscheibe zu sehen ist, umrahmt wird. Dieses seltene Beispiel einer hybriden Sonnenfinsternis fand im November 2013 statt und begann als ringförmige Sonnenfinsternis, bei der der Mond nicht vollständig die Sonne blockierte, sodass ein heller Ring unbedeckt blieb.
Im Verlauf wurde die Sonnenfinsternis total und bedeckte die Sonne völlig. Zum Ende der Finsternis trat die Sonne wieder hinter dem Mond hervor und es entstand diese atemberaubende Sichelform. Das Foto ist auch Kamenews Hommage an seinen Freund Geoffrey Lowa, der als Reiseleiter und Fotomodell für diese Aufnahme geplant war, aber leider einige Tage zuvor getötet wurde.
NGC 3718 © Mark Hanson (USA). Gewinner der Kategorie „Roboter-Teleskop“.
Aufgenommen von der Ranch Hidalgo in Animas, New Mexiko. NGC 3718 liegt im Sternbild Großer Bär und ist als eine besondere Balkenspiralgalaxie bekannt. Gravitative Wechselwirkung mit seinen Nachbarn in der Nähe von NGC 3729 (die Spiralgalaxie unten links) sind der wahrscheinlichste Grund für die verzogenen Spiralarme der Galaxie, während eine dunkle Staubsträhne sich um das Zentrum wickelt.
Ripples in a Pond © Alexandra Hart (Großbritannien) – Gewinner der Kategorie „Unser Sonnensystem“.
Die brodelnde Oberfläche der Sonne spannt sich in dieser bewegenden Aufnahme unter uns auf, die den Umfang und die Gewalt unseres Sterns vermittelt. Die Region der Sonnenaktivität auf der linken Seite würde in ihrer Größe die Erde mehrfach einschließen. Die äußeren Schichten der Sonne verhalten sich optisch wie eine Flüssigkeit, wie der Bildtitel bereits andeutet, und werden ständig gedreht und durch intensive Magnetkräfte verzogen.
Pferdekopfnebel (IC 434) The Horsehead Nebula (IC 434) © Shishir & Shashank Dholakia (USA) – Gewinner der Kategorie „Junger Astronomie Fotograf des Jahres“.
Dieses Bild stellt deutlich das bekannte rote Glühen hinter dem Pferdekopfnebel dar, produziert von Wasserstoffgas, das sich durch benachbarte Sterne ionisiert. Das Foto stellt die Wolke aus hochkonzentriertem Staub innerhalb des Pferdekopfs ins Zentrum, der eine Silhouette gegen das rote Glühen wirft und viel von dem dahinterliegenden Licht blockt.
Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr und die neuen, beeindruckenden Fotos aus einer Welt, die uns durch Lichtverschmutzung gerade in Großstädten so sehr verschlossen bleibt. Bis dahin schaut in Greenwich vorbei, persönlich oder zumindest virtuell.
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