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Archive for the ‘Equipment’ Category

Touristen

30 Sep

1976 wurde Roger Minick eingeladen, auf dem Ansel-Adams-Workshop am Yosemite Nationalpark Fotografie zu unterrichten. Dort machte er eine Feststellung, die seine Arbeit fortan veränderte und vier Jahre später in einem seiner verheißungsvollsten Projekte mündete.

Minick, geboren 1944 in Ramona, Oklahoma, entdeckte nichts Neues, sah aber mit neuen Augen: Amerikanische Touristen. In beachtlichen Massen reisten sie heran, um die Aussicht zu genießen und das obligatorische Foto ihrer selbst vor der Berglandschaft des Yosemites aufzunehmen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Minick bei Naturfotografien Touristen stets aus Aufnahmen ausgeklammert, doch in diesem Moment imponierte ihm ihr Anblick und ganz unerwartet verspürte er das Bedürfnis, diese Sorte Menschen zu fotografieren. Drei Jahre später begann er eine Tour mit seiner Frau und dokumentierte auf dieser Touristen vor allerlei weltbekannten Sehenswürdigkeiten in Amerika.

Zunächst in schwarzweiß, bis er merkte, dass irgendetwas fehlte. In den frühen 1980ern hatte er dann ein ausgereiftes Konzept und fotografierte fortan mit einer Mittelformatkamera, bestückt mit Blitz und auf Farbfilm mit ISO 400. Minick sprach Touristen direkt und freundlich an, erklärte sein Vorhaben und bat als Dankeschön ein Polaroid der Personen vor ihrerem Lieblingshintergrund an.

Ende der 1990er Jahre vollendete Roger Minick sein Projekt, das den Titel Sightseer bekam. Die Aufnahmen zeigen einwandfrei ausgeleuchtete Personen, die in ihrer Urlauber-Montur farbenfroh das jeweilige Zeitkolorit präsentieren. Kräftige Kontraste bringen sowohl Landschaft als auch die Eigenartigkeit der von Minick ausgesuchten Personen fabelhaft zum Tragen.

Ein Fotograf mit vollem Rüstzeug.

Pärchen in bunter Kleidung am Canyonlands Nationalpark.

Pärchen unter Regenjacken an den Niagara-Fällen.

Familie vor dem Disneyworld.

Familie vor ihrem Auto am Grand Tetons Nationalpark.

Vater und Sohn am Glacier Point des Yosemite Nationalparks.

Flaggen-Mann am Mall in Washington, DC.

Zwei Pärchen am Shenandoah Nationalpark

Mann mit rotem T-Shirt und Familie am Grand Canyon Nationalpark.

Mann mit langem Bart und Tattoos vor der Cadillac Ranch.

Mutter und Sohn an der Miveras-Terrasse am Yellowstone-Nationalpark.

Sleeper Tour Bus am Goulding © Roger Minick

Zwillinge mit identischen Kleidern vor dem Yellowstone Nationalpark.

Einige Touristen versammeln sich auf einer Aussichtsplattform an den Niagara-Fällen.

Eine Frau vor Yosemite mit einem Yosemite-Kopftuch.

Obwohl sämtliche Aufnahmen gestellt sind, entsprechen sie dennoch dem Flair gängiger Straßenfotografie. Die „Originale“ und der eingesetzte Aufhellblitz bewirken eine sowohl angenehme als auch ulkige Stimmung, die weder kritisch noch romantisierend das Gesamtbild bewerten lässt.

Roger Minick hat geschafft, was nicht viele schaffen: Unverwechselbare Aufnahmen. Auf seine Weise hat er ein Umfeld sondiert, eine (offensichtliche) Besonderheit herausgegriffen und diese zu dem Thema deklariert. Konsequent blieb er bei seinen Instrumenten, sodass eine kohärente Serie entstand.

„Sightseer“ wurde sehr erfolgreich und in Ausstellungen, Büchern und auf Titelseiten exponiert. Der entsprechende Bildband ist auf Blurb zu finden, für den die namenhafte Kunsttheoretikerin und Kuration Lucy Lippard das Vorwort geschrieben hat.


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30. September 2014

30 Sep

Ein Beitrag von: Moni Bergauf

Ein Pfad im Nebel


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Anleitung: Polaroids scannen

30 Sep

In den letzten Monaten, in denen ich immer weniger Zeit hatte, konzeptuelle Serien umzusetzen oder wie früher nur für den Spaß an der Sache jede Woche ein Portraitshooting zu machen, ist mir die SX-70 immer weiter ans Herz gewachsen. Einzelne Bilder halten wieder meine Alltagsmomente fest. Aber sie zu digitalieren – ein Graus!

Ebenso, wie ich immer zufriedener mit meinen Polaroid-Ergebnissen wurde, ich mehr und mehr einzelne Bilder als wichtige Teile meines Werkes betrachte, wurde es mir auch immer wichtiger, diese Ergebnisse nicht nur schnappschussartig in die sozialen Kanäle zu spülen, sondern eine digitale Version bzw. Sicherung auch für Reproduktionen zu besitzen, die qualitativ dafür taugt.

So wurde mein Scan-Prozess, der geplagt war von Fusseln, verfälschten Farben und den gefürchteten Newtonringen unter dem wachsenden Anspruch immer abenteuerlicher. Am Ende standen für jedes Polaroid zwei Scans, die ich mit stundenlanger Arbeit in Photoshop (inklusive Einstellungsebenen) zu einem Bild zusammenfügte und die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann.

Ich nahm mir also etwas Zeit, den gesamten Prozess zu optimieren, vom Scannen selbst bis zur digitalen Nachbearbeitung des Bildes. Durchforstete noch einmal ausgiebig Google zu machbaren Lösungen zur Vermeidung von Newtonringen. Hier findet Ihr meine gesammelten Erkenntnisse nun zusammengefasst.

Blick an einem Waldrand entlang.

Scan-Adapter (bauen)

Digitalisiert man ein Polaroid einfach mit einem handelsüblichen Flachbettscanner, zoomt etwas ins Bild und schaut es sich genau an, wird man neben Fusseln dort auch bunte Ringmuster finden, die sogenannten „Newtonringe“. Sie entstehen hier, weil die Mylar-Schicht des Polaroids fast parallel auf dem Glas des Scanners liegt. Die physikalischen Details lassen sich zum Beispiel in der Wikipedia nachlasen.

Um den Effekt zu vermeiden, hilft es nur, das Polaroid einen Hauch anzuheben, sodass der Abstand zwischen Mylar und Scannerglas vergrößert wird. Impossible bietet dafür einen Scan-Adapter an, der genau das kann und laut einigen Rezensionen seinen Dienst auch zur vollsten Zufriedenheit tut.

Newtonringe auf einem Bild in Vergrößerung.

Wem der Adapter von Impossible zu viel kostet oder wer das gerade ausverkaufte Modell bräuchte, kann sich einen Adapter mit einem Minimum an handwerklichem Geschick und etwas Geduld zum Ausprobieren auch selbst bauen. Es gilt, aus dem, was man so zur Verfügung hat, etwas zusammenzubasteln, was das Polaroid so wenig wie möglich, aber so weit wie nötig vom Glas abhebt. Leider haben die meisten Flachbettscanner nur eine sehr schmale Schärfeebene über dem Glas, daher ist hier größtmögliche Genauigkeit gefragt.

Was man braucht: Eine stabile(!) und ebene(!) Platte als Rückwand, etwas größer als Dein Polaroid-Format. Nachdem ich es mit verschiedenen Pappen probiert hatte, die alle noch zu viel Flexibilität besaßen und so beim Beschweren in der Mitte wieder auf das Scannerglas gedrückt wurden, bin ich dann auf ein Stück Spanplatte der Stärke 16 mm gekommen. Da biegt sich nix.

Denkbar ist auch ein Stück Glas oder Metall in der passenden Größe. Ich gehe davon aus, dass man ein so kleines Stück einer Spanplatte in jedem Baumarkt am Holzzuschnitt als Verschnitt geschenkt oder zumindest für sehr wenig Geld bekommt. Vielleicht hat auch ein werkender Bekannter ein Reststück rumliegen.

Scan-Adapter mit und ohne Polaroid.

Mein selbst gebauter Scan-Adapter. Links: Ohne Polaroid, die Klebepunkte sind sichtbar. Rechts: Mit Polaroid, der Bildteil liegt auf den Klebepunkten.

Auf diese Platte klebt man nun Abstandshalter, die später das auf der Platte selbst befestigte Polaroid etwas vom Glas abheben. Diese können aus Pappe oder auch anderem Material sein, das das Glas nicht zerkratzt. Ich habe mich für die dünne Wellpappe einer Amazon-Verpackung entschieden. Denkbar sind auch mehrere Lagen dickes Papier oder dünne Pappe, die man Stück für Stück aufschichtet, bis die passende Höhe erreicht ist.

Um das Polaroid an der Rückwand zu befestigen, habe ich einige sehr kleine Stückchen doppelseitiges Klebeband auf der Rückwand dort befestigt, wo auf der Rückseite des Polaroids die schwarze Plastikfläche ist. Da der weiße Rand beim Scannen keine Probleme macht und auf der Rückseite noch dazu eine papierartige Struktur hat, die durch Kleber beschädigt wird, habe ich diese Bereiche ausgespart.

Auch bei der Kleberart kann man experimentieren. Empfehlenswert ist eine Lösung, die genug Klebekraft hat, um das Polaroid sicher festzuhalten (es besitzt in sich eine gewisse Spannung) und es beim vorsichtigen Ablösen aber natürlich nicht zu zerstören. Für den Test eignen sich also ein paar eher misslungene Polaroids.

Polaroid wird vom Scan-Adapter abgelöst.

Nach dem Scannen vorsichtig ablösen. Ist der untere Rand nicht festgeklebt, geht es von hier am einfachsten. Ein flacher Winkel ist günstig, um das Innere des Polaroids wenig in Mitleidenschaft zu ziehen.

Sprühkleber und andere dauerhafte Varianten haben den Nachteil, dass sie nicht ausgetauscht werden können, wenn nach einiger Benutzung die Klebekraft hinüber ist. Formatfüllende Klebeflächen haften meist zu stark. Ein Muster aus Klebepunkten reicht aus, sodass die Mylar-Schicht zwischen diesen Punkten auf der Vorderseite des Polaroids nicht „durchhängt“.

Bevor Du den Abstandshalter fest an die Rückwand klebst, empfiehlt es sich, erst ein paar Testscans zu machen. Der Abstand muss so groß sein, dass Du natürlich keine Newtonringe mehr siehst, der Scan aber auch noch knackig scharf ist. Also verschiedene Abstandshalter testen oder die Höhe Schritt für Schritt erhöhen. Ich habe meine Wellpappe nach den ersten unscharfen Ergebnissen kräftig platt gedrückt und so den richtigen Abstand erreicht.

Noch zwei Tipps: Markiere Dir durch Abmessen die Position auf der Rückwand so, dass Du das Polaroid parallel zur Kante ankleben kannst. So musst Du es in der Nachbearbeitung im Idealfall nicht mehr gerade drehen, da Du die Kante der Rückwand beim Scannen am Rand des Scannerglases ausrichten kannst. Für mehr Schärfe kannst Du den Scan-Adapter auch mit etwas Schwerem wie einem Buch flächig auf dem Scanner beschweren.

Detail des weißen Rands eines Polaroids in unterschiedlicher Schärfe.

Verschieden scharfe Scan-Ergebnisse bei nur sehr gering verändertem Abstand zwischen Polaroid und Scannerglas.

Scannen

Mit einem funktionierenden Scan-Adapter ausgestattet, kann es nun losgehen. Falls Du kein Mikrofasertuch besitzt, kannst Du Dir zum Beispiel bei jedem Optiker ein paar Brillenputztücher besorgen. Wenn man nett fragt, bekommt man sie sogar kostenlos. Mit diesem Tuch kann man zum Einen das Scannerglas gründlich abwischen.

Zum Anderen kann man das Polaroid mit dem Mikrofasertuch auch auf dem Adapter festkleben. Ich lege es dazu an die markierte Stelle, drücke es mit dem Tuch erst in der Mitte des Bildes fest und wische dann von dort mit leichtem Druck nach außen, bis es gut fixiert ist. Zum Schluss wische ich noch einmal den weißen Rand gründlich ab, bis ich mit bloßem Auge keine Fusseln mehr erkennen kann.

Spätestens jetzt solltest Du dich mit den Farb- und Korrektureinstellungen Deiner Scanner-Software vertraut machen. Automatische Korrekturen solltest Du eher abschalten, sodass der Scan möglichst neutral wird und Du gewünschte Anpassungen später selbst machen kannst.

Auch, wenn Du Dein Polaroid im Moment vielleicht nur scannen möchtest, um es mal eben irgendwo im Netz zu zeigen, empfiehlt es sich, mit größtmöglicher Auflösung (bei mir 1.200 dpi, wer mer hat, nimmt mehr) zu scannen, um später bei Bedarf auch Abzüge machen zu können, ohne neu scannen zu müssen.

Den fertigen Scan speicherst Du als TIFF oder JPEG mit höchster Qualität. Da ohnehin noch etwas Nachbearbeitung folgt, muss man sich hier noch nicht die Mühe machen, das Bild exakt zu beschneiden.

Gescanntes, unbearbeitetes Polaroid.

Mein Ausgangsmaterial, das Dank Mikrofasertuch und Ausrichtung schon sehr fusselarm und fast gerade ist.

Nachbearbeitung

Egal, wie sauber Du das Polaroid gewischt hast und selbst, wenn Du Dir vor dem Scannen sogar die Hände gründlich gewaschen hast: Es werden Fussel und Krümel zu finden sein. In einem Bearbeitungsprogramm Deiner Wahl zoomst Du also auf 100 % in das Bild ein, arbeitest Dich systematisch über das ganze Polaroid und entfernst mit einem Reparaturpinsel oder ähnlichem Werkzeug dieses Zeug.

Danach verwendest Du Hilfslinien, um zu überprüfen, ob Dein Scan wirklich gerade ist. Falls nicht, markierst Du das gesamte Bild, wählst zum Beispiel in Photoshop Bearbeiten > Frei transformieren und drehst das Bild entsprechend. Hierfür ist es hilfreich, den Drehpunkt etwa auf die linke obere Bildecke zu setzen, durch diesen Punkt eine senkrechte Hilfslinie zu ziehen und die linke untere Bildecke durch Drehen auf die Hilfslinie auszurichten.

Screenshot aus Photoshop: Polaroid drehen.

Hilfslinien helfen, das gescannte Bild wirklich gerade auszurichten.

Nach dem Drehen schneidest Du Deinen Scan auf das eigentliche Bild zu. An diesem Punkt ist mir aufgefallen, dass viele Polaroids nicht ganz symmetrisch sind, der weiße Rand um das Bild also etwa auf einer Seite mal etwas schmaler ist als auf der anderen. Ich messe das genau ab und schneide so zu, dass der Rand links, oben und rechts gleich breit ist. Das ist aber nur mein Perfektionismus.

Die weiteren Schritte sind nun optional und ihre Notwendigkeit vor allem davon abhängig, wie realistisch die Farbwiedergabe Deines Scanners ist. Meiner hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und eindeutig ein paar Farbverschiebungen, also korrigiere ich den Scan noch. Um hier ein sinnvolles Ergebnis zu erhalten, empfiehlt sich natürlich auch, einen kalibrierten Monitor zu verwenden.

Polaroid mit bearbeitetem und unbearbeitetem Rand.

Links: Bis auf Retusche unbearbeiteter Scan. Rechts: Der weiße Rand nach der Umwandlung in Schwarzweiß und Korrektur mittels Gradationskurven.

Als erstes wähle ich den weißen Rand mit dem Schnellauswahl-Werkzeug aus. Da sich nur selten reines Weiß im Bildteil des Polaroids befindet, hebt sich der Rand gut ab. Um für den Bildteil eine neutrale Umgebung zu bekommen, wandle ich den markierten weißen Rand in Photoshop über Bild > Korrekturen > Schwarzweiß um. Die Voreinstellung „Infrarot“ gefällt mir dabei am besten, weil sie die Rautenstruktur des Rands sehr schön hervorhebt.

Diese Struktur arbeite ich anschließend mittels (Bild > Korrekturen >) Gradationskurven noch etwas heraus und passe die Gesamthelligkeit des weißen Randes an. Er soll so hell wie möglich sein, ohne die Struktur zu verlieren. Meine Kurve, die die Tiefen etwas betont und die Mittelwerte und Lichter fast unverändert lässt, sieht meistens etwa so aus:

Screenshot von Gradationskurven in Photoshop.

Das ist natürlich Geschmackssache und abhängig vom Material, das Dein Scanner liefert. Anschließend kehre ich die Auswahl um, sodass nun der Bildteil allein markiert ist. Mit dem echten Polaroid in der Hand korrigiere ich zum Beispiel auch mittels Gradationskurven die Farben, bis sie möglichst nah am echten Bild sind.

Wer drauf pfeift, wahrheitsgetreu zu bleiben, hat hier natürlich alle Mittel in der Hand, aus seinem Polaroid etwas ganz anderes zu machen und nach Herzenslust herumzuexperimentieren. Wenn man ein netter Mensch ist, schreibt man im Netz hinterher dazu, dass das Polaroid digital verändert wurde, sonst verletzt man insbesondere in analogen Communities ungeschriebene Gesetze.

Eine verkleinerte Web-Version kann man abschließend noch leicht nachschärfen. Möchte man sein Polaroid abziehen lassen, können sich je nach gewünschter Größe noch weitere Bearbeitungen anschließen. Um ein Bild auf 120 x 120 cm ausbelichten zu lassen, habe ich ein Polaroid beispielsweise mal stark vergrößert und nachgeschärft – vom Ergebnis war ich überrascht und habe nun eine gigantische Polaroid-Orchideen-Doppelbelichtung zuhause.

Polaroid: Blick an einem Waldrand entlang.

Mein fertig retuschiertes und korrigiertes Polaroid, dessen Farben nun eher dem echten Exemplar entsprechen.

Ich hoffe, dass diese Zusammenfassung von Scan- und Nachbearbeitungstipps für Polaroids Euch helfen konnte und dem einen oder anderen nächtelange Retusche von Newtonringen erspart. Wenn Ihr weitere Ideen, eigene Erfahrungswerte und Tipps in den Kommentaren ergänzen möchtet, ist das super.


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David Gibson: „The Street Photographer’s Manual“

29 Sep

Ein Beitrag von: Tilman Haerdle

David Gibson lebt in London und ist eines der Gründungsmitglieder des Straßenfotografie-Kollektivs in-public. Neben seiner eigenen fotografischen Aktivität leitet er regelmäßig in aller Welt Workshops zum Thema Straßenfotografie. Jetzt hat er mit „The Street Photographer’s Manual“* ein Buch vorgelegt, das Interessierten als Leitfaden zur Straßenfotografie dienen soll.

Als ich über den Blog von in-public vom Erscheinen dieses Buchs erfuhr, dauerte es nicht lange, bis ich mich entschloss, es mir auch zu kaufen. Da ich mich vorher intensiver mit der Interpretation von Straßenfotografie aus der Sicht der in-public-Fotografen auseinandergesetzt hatte, kam dieses Buch, zudem noch mit dem Versprechen, ein Handbuch der Straßenfotografie zu sein, genau zur rechten Zeit.

The Street Photographer’s Manual © David Gibson

In seiner tongebenden Einleitung befasst sich Gibson mit der Frage, was Straßenfotografie überhaupt ist. Rein formal kann man hier einige Regeln exemplarisch nennen:

  • Keine gestellten Bilder
  • Bilder sollten nicht zugeschnitten oder anderweitig wahrheitsverfälschend bearbeitet werden – es zählt das fotografierte Bild
  • Gegenstand der Straßenfotografie ist der Mensch und Anzeichen seiner Existenz in unserer Umwelt – es müssen also nicht notwendigerweise Menschen zu sehen sein

In der Fotografie geht es um Beobachtung, nicht um die Manipulation von Bildern.

Elliott Erwitt –

The Street Photographer’s Manual © David Gibson

Die Abgrenzung zu fast jeder anderen fotografischen Kategorie ist damit einfach möglich, er gibt jedoch zu, dass der Übergang zur dokumentarischen Fotografie fließend ist. Bilder, die diesen Regeln genügen, mögen dem Genre der Straßenfotografie zuzuordnen sein, doch gibt sich Gibson mit diesen elementaren Grundsätzen, die er durch Zitate wie das obenstehende in den Text einwebt, nicht zufrieden.

Bei mir blieb nach diesem Abschnitt das Gefühl, dass die Haltung des idealen Straßenfotografen schon fast spirituell zu nennen ist. Ob man diese Maximen in voller Konsequenz umsetzt, bleibt am Ende jedem selbst überlassen.

Jenseits des Formalen betont Gibson, dass die Beschäftigung mit Straßenfotografie zwingend erfordert, dass man jegliche Berührungsängste aufgibt, dass der Gedanke an Zurückweisung oder Ablehnung durch die fotografierten Menschen kein Hinderungsgrund sein darf, ein Bild zu machen. Für viele Einsteiger ist das ein harter Brocken, typischerweise ist man lange Zeit eher zu weit von den fotografierten Menschen weg.

Ein gebeugt gehender alter Mann vor einem Schaufenster mit der Aufschrift „Last few days“.

Viele Mädchen in blau-weißer Schuluniform.

Viele Mädchen in roten Kleidern und ein Junge im Anzug vor einer Backsteinmauer mit der Aufschrift „No parking on this pavement“.

Gibson befasst sich ausführlich auch mit Fotografen-Kollektiven. Er identifiziert den Straßenfotografen als Einzelgänger, wenn er fotografiert, der jedoch den Austausch mit Gleichgesinnten sucht, um von der Rückmeldung anderer zu lernen und selbst durch das Wahrnehmen anderer Fotografien andere Sichtweisen zu erfahren.

Neben den exklusiven, kleinen Zirkeln von Kollektiven wie Street Photographers, in-public, Burn My Eye oder nicht zuletzt auch Magnum geht er auch auf den Austausch auf sozialen Plattformen wie beispielsweise Flickr und Facebook ein. Gerade letzteres identifiziert er als möglichen, aber nicht für jeden passenden Kanal zur Kommunikation mit Gleichgesinnten und Fans.

Das Buch und ein gutes Foto haben Gemeinsamkeiten: Struktur. Gibson gelingt es, durch die Unterteilung des Buches in grössere Kapitel, die die sehr knappen Titel „Busy“, „Quiet“, „Abstract“, „Still“ und „Subjects“ tragen, und Projekte, die die Maximen der Kapitel mit Leben füllen, das weite Feld der Straßenfotografie in begreifbare Abschnitte zu unterteilen.

Über allem liegt ein großer Bogen, das Buch beginnt mit viel Energie und wird immer langsamer, bis es im Kapitel „Still“ dann fast zum Stehen kommt. Das letzte Kapitel „Subjects“ markiert eher einen Abschluss und Ausblick, als noch wirklich zur Reihung der vorderen Kapitel zugehörig zu sein.

Eine Person mit rotem Regenschirm vor einer schiefen Fassade mit blauer Tür.

Ein Mann trägt einen Stapel Matrazen vor einem Bild einer Frau, die auf einer Tür sitzt.

Bunte Spiegelungen auf nassem Asphalt.

Die Wahl seiner Projekte, wie beispielsweise „Order“, „Following“, „Blurred“ oder „Doubles“ mag willkürlich erscheinen, doch sie ergibt Sinn. Vor allem hat diese Strukturierung zumindest mich dazu gebracht, zu hinterfragen, was ich überhaupt darstellen will.

Die einzelnen Projekte führten dazu, dass ich mir beim Fotografieren Gedanken darüber gemacht habe, aus welchem Grund ich genau jetzt den Auslöser drücken will. Die Menge meiner Bilder wurde dadurch nicht weniger, da ich gleichzeitig versucht habe, Situationen aktiver zu bearbeiten und nach Möglichkeit von einer Szene mehr als nur ein Bild zu machen, wenn sie mir interessant erschien. Gibson selbst zur Wahl seiner Projekte:

Es ist wichtig zu wissen, dass die Straßenfotografie keine exakte Wissenschaft ist, dieses Buch also eher wie eine Auswahl verschiedener Gitarrenakkorde – und -einstellungen – sowie ein paar empfohlener Lieder zu verstehen ist.

The Street Photographer’s Manual © David Gibson

Während Gibson in der Beschreibung der einzelnen Projekte in der Regel auf seine eigenen Bilder zurückgreift und dabei auch nicht davor zurückscheut, zur Illustration des Auswahlprozesses schwächere Bilder zu zeigen, schiebt er zwischen jedes Projekt Kurzportraits von zum Kapitelthema passenden Fotografen ein. Die Bandbreite reicht hier von „Ikonen“ wie Saul Leiter über in-public-Kollegen wie Blake Andrews oder Matt Stuart bis hin zu nur echten Insidern bekannten Fotografen wie Oliver Lang oder Shin Noguchi.

Überhaupt bietet das verwendete Bildmaterial genügend Grund, das Buch auf einer zweiten Ebene zu verstehen, eben nicht nur als Lehrbuch, sondern als exemplarisch für Gibsons Sichtweise der Straßenfotografie.

Somit ist auch klar, dass das Buch nicht nur für Einsteiger in die Straßenfotografie interessant ist. Der Novize profitiert von vielen Anregungen, die einen einfachen Einstieg in dieses Genre ermöglichen. Als erfahrener Straßenfotograf hat man seine Freude am ausgewählten Bildmaterial und an der Möglichkeit, die Entscheidungsprozesse des Autors bei der Bildauswahl nachvollziehen zu können.

The Street Photographer’s Manual © David Gibson

Einziger Kritikpunkt ist die Erscheinungsform als, wenn auch großes, Taschenbuch. Eine etwas robustere Ausführung und Bindung mit Seiten, die auch aufgeschlagen bleiben, wäre schöner gewesen. Dafür ist der Preis mit unter 20 € für ein Buch in dieser Kategorie recht attraktiv.

David Gibson bietet regelmäßig Workshops zum Thema Straßenfotografie an. Termine veröffentlicht er auf seiner Website und auf Facebook.

The Street Photographer’s Manual © David Gibson

Informationen zum Buch

Autor: David Gibson
Taschenbuch: 200 Seiten
Verlag: Thames & Hudson
Sprache: Englisch
Größe: 23 x 17,8 x 2 cm
Preis: 17,30 €

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas kauft, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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29. September 2014

29 Sep

Ein Beitrag von: Susan

Ein Straßenportrait eines Mannes, der Tee eingießt


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28. September 2014

28 Sep

Ein Beitrag von: Anne Puhlmann

Eine Frau steht mit dem Rücken zur Kamera und sieht in den Nebel.


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browserFruits September, Ausgabe 4

28 Sep

Jetzt hält der Herbst auch offiziell in den browserFruits Einzug und zeigt mit dem neuen Titelbild seine melancholische Seite. Und auch im Fotospecial sehen uns gruselige, aber vor allem sehr leckere Kürbisse an. Wir hoffen, unsere Linksammlung macht Euch wie jede Woche Apettit auf Neues und motiviert Euch gleich, selbst loszuziehen. Bis dahin schnappt Euch einen Tee und viel Spaß beim Lesen und Stöbern.

 

Fotospecial: Kürbis

Flickr

500px

 

Deutschsprachig

• Lust, mal Landschaften, Pflanzen, Tiere oder auch Menschen unter der Wasseroberfläche zu fotografieren? Dieses kostenlose E-Book hat dazu umfangreiches Grundwissen und nützliche Tipps versammelt.

• Der Basler Fotograf Kostas Maros reiste 2013 nach Ulan Bator, um den Wandel in der Mongolei zu dokumentieren. Dort stieß er auf die Erdmenschen. Seine Reportage ist als interaktives Soundslide im Tagesanzeiger zu finden.

• Wozu dienen Polfilter, was ist polarisiertes Licht und wann macht es Sinn, diese Filter zu verwenden? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet.

• Spannendes Projekt: Die Fotografin Bettina Flitner hat eine Reihe von Freiern fotografiert, die verrieten, warum sie Prostituierte besuchen.

 

International

• Was haben wir gelacht: Eine kleine Hommage an Malkovich mit Malkovich von Sandro Miller.

• Das Schöne im Verhehrenden finden: Stuart Palley fotografiert Waldbrände in Kalifornien und begibt sich dafür nicht selten in Gefahr.

• Bewegende und verstörende Portraits von Walter Schels zeigen Menschen vor und direkt nach ihrem Tod.

• „Dear New Photographer,…“ – So beginnt der schöne Briefe für alle am Anfang ihres Weges mit der Fotografie.

• Die Awa Guaja sind ein nomadisches Volk in Brasilien, die systematischen Ausrottungsversuchen durch Viehzüchter, Holzfäller und Siedlern ausgesetzt sind. Der Fotograf Domenico Pugliese hat ihr Leben dokumentiert.

• Wäre es nicht toll, wenn man sich den Fokuspunkt, den man bei einem Foto benutzt hat, beim Bearbeiten in Lightroom anzeigen lassen könnte? Dachte sich Chris Reimold auch und baute ein Plugin.

• Japan Camera Hunter feiert die tausendste Ausgabe von „In your bag“, in der acht Fotografen zeigen, was in ihrer Kameratasche steckt. Mit Tascheninhalten von Größen wie Ming Thein oder Andreas Kaufmann absolut lesenswert.

• Fotograf Zhang Jingna nennt 14 Dinge, die für ihn wichtig sind, um in der Fotografie voran zu kommen.

• Ihr kennt doch sicher den großartigen menschlichen Totenkopf von Salvador Dali und Philippe Halsman? Hier gibt es Fotos von seiner Entstehung.

• Achtung, es wird süß und kitschig: 18 Tiere, die durch Fenster gucken.

 

Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

Buchtipps: Poladarium - Das grosse Lehrbuch Digitale Fotografie

• Ein Lehrbuch und Nachschlagewerk für ambitionierte Fotografierende*, die ihr Werkzeug noch besser beherrschen lernen möchten. Neben Kamera-, Licht- und Aufnahmetechnik werden die Regeln der Bildgestaltung und -bearbeitung sowie fotografische Themen, Spezialtechnik und die Geschichte der Fotografie vorgestellt.

• Kein Buch, aber ein toller Kalender, den wir immer wieder gern empfehlen: Das Poladarium*. Ein Abreißkalender für jeden Tag im Jahr voller toller Sofortbilder.

 

Wettbewerbe

• Seid Ihr auf Flickr aktiv? Hier gibt es gerade ein kleines Gewinnspiel zum Thema „Überlebensgroß“ für alle Mitglieder mit Wohnsitz in Deutschland.

 

Zitat der Woche

Ich ziehe es stets vor, im Atelier zu arbeiten. Es isoliert die Menschen von ihrer Umwelt. Sie werden gewissermaßen … symbolisch für sich selbst. Ich habe oft das Gefühl, dass die Leute genauso zu mir kommen, um fotografiert zu werden, wie sie zum Arzt oder zur Wahrsagerin gehen würden – nämlich um etwas über ihr Befinden zu erfahren. Sie sind also auf mich angewiesen. Ich muss auf sie eingehen.

Richard Avedon –

Mehr Zitate

 

Videos

Jedes Erlebnis muss teilbar sein, sonst wurde es nicht erlebt. In dem Kurzfilm „Aspirational“ von Matthew Frost kritisiert Kirsten Dunst diese Entwicklung.

 

Erinnert Ihr Euch noch an die Versunkene Welt von Andreas Franke? Zum Projekt gibt’s jetzt ein Video:

 

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Die Regeln des Wassers

28 Sep

Ein Beitrag von: Nikos Pavlidis

Ich denke mal, dass jeder die ursprüngliche Idee hinter diesen Bildern kennt, die darin besteht, ein paar glückliche Momente mit Freunden oder der Familie am Strand festzuhalten.

Am Anfang fotografierte ich mit der Canon 7D, die ich hatte, allerdings „hielt“ diese Kamera meinem Wunsch, dem Wasser nahezukommen, nicht stand. Ziemlich schnell traf mich eine große Welle und ich saß mit einer toten Kamera für fünf Monate ziemlich dumm da. Dann entschied ich mich endlich und kaufte eine wasserdichte Olympus.

Diese Kamera ließ mich nun so nah ans Wasser heran, dass sich alles änderte: Die Figuren, die Schatten und sogar das Licht. Alles folgte ganz neuen Regeln, die manchmal ziemlich unvorhersehbar und für das Auge ziemlich beeindruckend waren.

Zwei Kinder spielen im Gegenlicht im Wasser vor blauem Himmel.

Ein Junge spielt im Wasser vor blauem Himmel.

Als ich die Ergebnisse später auf meinem Computermonitor ansah, waren die Ergebnisse so imposant, dass der Wow-Effekt alle meine Bemühungen vereitelte, die besten auszusuchen. Nur langsam begannen meine Augen, klarer zu sehen und einige Bilder begannen, aus der Masse hervorzustechen, sie sprachen irgendwie zu mir und lehrten mich zur gleichen Zeit etwas.

Ich lernte also eine Menge Dinge aus den Erfahrungen mit Wasser. Zuerst einmal war ich in der Lage, die besten Bilder ziemlich schnell zu identifizieren, während ich alle irgendwie eindrucksvollen Effekte beiseite ließ. Das wäre sowieso früher oder später passiert, aber das Wasser half mir, es eher zu lernen.

Es verbesserte außerdem meine Reaktionszeit, wenn es darum ging, ein bestimmtes Subjekt zu fotografieren. Das ist eine sehr gute Sache, denn die Wahrheit ist, dass sehr viele Fotos verloren gehen, weil die eigene Reaktionszeit zu langsam ist.

Ein Kind und ein Schiffsrumpf durch Wasser betrachtet.

Portrait aus dem Wasser heraus mit unscharfem Gesicht.

Nachdem ich eine kleine Auswahl dieser Bilder zusammengestellt hatte, setzte ich mich hin und verglich sie mit alten Bildern, die ich früher aufgenommen hatte, etwa mit Straßenbildern. Ich bemerkte, dass die meisten von ihnen mehr gemeinsame als unterschiedliche Elemente hatten, wenn man die Straßenfotografie mal etwas weiter betrachtet als nur zu sagen, dass Straßenfotografie ist, wenn man auf die Straße geht und alles fotografiert, was sich bewegt.

Im Wasser haben die Menschen dort und ihre Interaktionen untereinander in meinen Augen die gleichen Charakteristiken wie jede andere Art von sozialen Interaktionen, die man im sogenannten Rahmen der „Straßenfotografie“ festhalten könnte.

Drei Menschen vor blauem Himmel mit Wasserspritzern.

Gesicht von unten vor blauem Himmel mit Wolke.

Auch als fotografisches Element fasziniert mich das Wasser. Manchmal steht es ganz still und gibt einem die Ruhe, das Bild zu komponieren, während die einzige Sorge dabei ist, den Horizont anständig zu zentrieren. Ein andermal wird es unverhersehbar und füllt den Bildausschnitt mit Linien und Formen und man hat so viel Zeit, zu verstehen und es zu genießen.

Die Sachlage wird so richtig unkontrollierbar, wenn gleichzeitig Menschen und Wasser im Bild sind, dann nimmt das Schicksal das Steuer in die Hand, entreißt dem Fotografen jegliche Verantwortung und dann steht man nur noch so da und bewundert, wie sich dieser Körper mit diesem Urelement vereinigt.

Badeszene mit einigen Leuten, im Vordergrund eine ältere Frau mit rotem Ball.

Dicker Bauch in einer Badehose im Wasser, im Hintergrund ein Surfer.

Ich genieße wirklich jeden einzelnen Klick der Kamera, wann immer ich in dieser Umgebung bin, aber oft genug teilen die restlichen Menschen um mich herum diese Freude nicht gleichermaßen mit mir.

Als ich eines Tages an einem Strand zwei Badende fotografierte, die Tennis spielten, stand ein Mann auf, kam zu mir herüber und fragte mit beängstigendem Ton: „Warum fotografieren Sie meine Frau?“ Ich antwortete mit einem breiten Lächeln und erklärte ihm, dass ich nicht nur seine Frau fotografierte, sondern eine Gruppe von Menschen, die ohne sie vollkommen uninteressant wäre. Und auch, dass ihre Anwesenheit einen einzigartigen Moment schuf, der nie wieder kommen würde. Drei Minuten nachdem er mich angesprochen hatte, war ich schon dabei, Fotos von ihm und seiner Familie zu machen.

Wasserfontäne vor blauem Himmel.

Spiegelung zweier Menschen auf einem Schiff.

Aber die Leute sind nicht immer so aufgeschlossen. Als ich eines anderen Tages mit einem bekannten Straßenfotografen und Freund von mir, der nach Athen gekommen war, Fotos machte, fand ich mich plötzlich in einer Auseinandersetzung mit einem Typen wieder, der nicht wollte, dass ich Fotos von zwei Frauen machte, die ihm wiederum vollkommen unbekannt waren.

Nach diesem Kampf begannen die zwei Frauen, ihn zu beleidigen und gaben mir ihre Telefonnummern für den Fall, dass ich entscheiden würde, den wütenden Typen anzuklagen und sie als Zeuginnen für meine Seite bräuchte. Ich denke mal, dass mein fotografierender Freund nun noch einmal darüber nachdenken wird, erneut nach Athen zu kommen.

Unterwasseraufnahme mit einer Leiter und Füßen unter Wasser und einem Kopf über Wasser.

Ein anderes Mal in Istanbul fing eine Frau an, einem anderen fotografierenden Freund gegenüber zu rufen: „Polizei, Polizei, die machen Bilder von mir!“ Meiner Meinung nach hält dieser Freund immer noch den Geschwindkeitsrekord unter den Straßenfotografen.

Das ist das Spiel und das sind seine Regeln.

Dieser Artikel wurde für Euch von Aileen Wessely aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


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27. September 2014

28 Sep

Ein Beitrag von: Rahel Krabichler

Umgedrehtes Mädchen sitzt auf einer Stange.


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Wohnen in Beton

27 Sep

Der Münchner Fotograf und Art Director Nick Frank versteht etwas von Architekturfotografie. Auch auf kwerfeldein haben wir eine Auswahl seiner Bilder bereits gezeigt. Für die Serie „Concrete Living“ hat er sich auf die Suche nach Betonhochhäusern und Individualität begeben.

Fündig wurde Nick Frank in Hongkong und Kowloon in China. Seine Bilder zeigen in mathematischer Strenge fast abstrakte Bauwerke, in denen Mengen auf engstem Raum wohnen. „Enge, die für Europäer etwa unerträglich erscheint, gewinnt in einem Land mit der Population Chinas einen anderen Stellenwert. Auf kleinstem Raum wird hier gelacht und geweint, gelitten und gelebt. Alles eine Frage der Kultur?“, fragt der Fotograf selbst nach der Bedeutung hinter seiner Arbeit.

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Eine abstrakte Ansicht eines Hochhauswohnblocks

Die Serie „Concrete Living“ beschäftigt sich auf der inhaltlichen Ebene vor allem mit Individualität und Aufmerksamkeit. „Leben entsteht, formt, überdauert – über Generationen. Immer wieder und wieder“, sagt Nick. Und diese Basisfunktionen unserer Gesellschaft scheinen an den Orten, die Nick dokumentiert hat, auch auf engstem Raum sehr gut zu funktionieren. Eine Frage der Perspektive und Kultur.

Mehr von den Arbeiten und sehr vielseitige Fotoserien von Nick Frank könnt Ihr Euch auf seiner Webseite und bei Behance ansehen.


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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