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Archive for the ‘Equipment’ Category

4. Oktober 2014

04 Oct

Ein Beitrag von: Manfred Schröder

Sicht auf die weiß-schwarze Eiger-Wand.


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3. Oktober 2014

04 Oct

Ein Beitrag von: Treska H

Durch eine offene Tür kann man in ein Bad schauen, in der Badewanne liegen viele beleuchtete rosa Luftballons und es ragt ein Paar Frauenbeine heraus.


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DIY Boho Photo Mobile

03 Oct
Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

Remember that time you went to the beach and took a zillion polaroids and picked up some sea glass and coral?

Go grab those things and throw together this awesome boho photo mobile!

It’s completely personalised art made from your photos and trinkets.

Those rocks? Hang it up! That stack of photos? You know what to do. That bunny? Umm, put him down and follow us!

Learn How To Make Your Own Boho Photo Mobile

(…)
Read the rest of DIY Boho Photo Mobile (239 words)


© Erika for Photojojo, 2014. |
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Lichtstudien

03 Oct

Ein Beitrag von: Martin Valentin Fuchs

Fotografie beschreibt mehr oder weniger das Aufzeichnen von Licht. Ein Fotograf ohne Licht wäre demnach wie ein Fisch ohne Wasser, der vergebens den Versuch unternimmt, nach Luft zu schnappen. Doch Licht ist nicht gleich Licht. Als essentiellstes aller fotografischen Werkzeuge präsentiert es sich außerordentlich individuell, facettenreich und sprunghaft.

Die am häufigsten verwendete Lichtquelle ist die Sonne. Die Charakteristik des Sonnenlichts steht unter ständigem Einfluss von Wetter, Tages- und Jahreszeit, wodurch sie ein schier endloses Spektrum an unterschiedlichen Lichtsituationen und Stimmungen zu bieten hat.

Aufgrund dieser Vielseitigkeit hat sie in den vergangenen zwei Jahren auch ihren Weg in mein Herz gefunden. Seitdem versuche ich unentwegt, sämtliche Erscheinungsformen des Sonnenlichts zu beobachten und so gut es geht für mein fotografisches Schaffen zu nutzen.

Männlicher Oberkörper von Licht beschienen.

Mann im Wald mit Lichtschein auf dem Oberkörper.

Unendlich weit entfernt, erscheint uns die Sonne lediglich als Lichtpunkt am Himmel, wodurch sich die Charakteristik des direkten Sonnenlichts durch besonders harte Schatten und starke Kontraste auszeichnet. Wer jemals um die Mittagszeit bei wolkenlosem Himmel den Versuch unternommen hat, ein Portrait zu fotografieren, der wird sich augenblicklich an die damit verbundene Problematik erinnern können.

Schatten, die so gnadenlos wirken, als würden sie sich durch das Gesicht des zu Portraitierenden schneiden. Je nach Verwendungszweck und bildgestalterischen Absichten kann aber auch diese Lichtstimmung zum gewünschten Ergebnis führen, so zum Beispiel bei diversen Modeaufnahmen. Ich persönlich neige jedoch dazu, direkte Mittagssonne im Freien so gut es geht zu meiden, da mir die Schatten zu hart und unvorteilhaft erscheinen.

Mann mit Lichtreflex im Gesicht.Frau auf einem Stuhl mit Lichtschein im Gesicht.

Durch kleine Hilfsmittel wie Stoffe mit unterschiedlichen Dichten und Strukturen versuche ich jedoch immer wieder, zu hartes oder zu flächiges Licht abzuhalten, Schatten aufzuhellen oder ornamentale Lichtmuster herbeizuzaubern. Auch Bäume können ähnliche Effekte hervorrufen und Wälder bieten mir generell einen netten Zufluchtsort, wenn lichttechnisch am freien Feld nicht mehr viel zu machen ist.

Ein Gefährte, der seinen fixen Platz in meiner Kameratasche hat und wirklich immer dabei sein muss, ist mein kleiner Spiegel, der mir dabei hilft, Licht in die gewünschte Richtung umzuleiten und einen punktuellen Einsatz ermöglicht. Durch die Verwendung des Spiegels bleibt der Ursprung dieser starken Lichtquelle meist im Verborgenen, wodurch es mir ermöglicht wird, eine gewisse Unklarheit ins Bild zu bringen.

Eine Frau liegt auf einem Fliesenboden.

Ähnlich versuche ich mit lichtdurchlässigen Medien zu arbeiten, um dadurch ebenfalls eine Stimmung der Fremdartigkeit und Absurdität zu erzielen. Durch das Phänomen der Kaustik können wellenförmige oder marmorierte Lichteffekte entstehen, sodass kaum noch erkennbar ist, woher das Licht stammt und welche Lichtquelle verwendet wurde.

Lina Sheynius wäre an dieser Stelle als meine erste Muse zu nennen. Mit beachtlicher Experimentierfreudigkeit fängt sie spezielle Lichtsituationen in besonders intimer Atmosphäre ein und beweist dabei ein sehr feines Gespür für den Umgang mit dem Facettenreichtum des Mediums Licht.

Rücken mit Lichtreflexen

Direktes Sonnenlicht, das durch Öffnungen in einen geschlossenen Raum eindringt, stellt für mich wohl die attraktivste Lichtsituation dar. Ich persönlich neige dazu, mit sehr extremen Lichtsituation zu arbeiten. Entgegen der Grundregel, dass der Motivkontrast nur so groß sein darf, dass alle Nuancen von der Kamera erfasst werden können, riskiere ich bewusst Überbelichtungen und den damit verbundenen Verlust von Bildinformationen.

Primär geht es mir darum, die Erbarmungslosigkeit der direkten Sonneneinstrahlung und die auf den ersten Blick verlorenen bzw. zerstörten Bildteile als Gestaltungsmittel zu nutzen. Diese vernichtende Wirkung des Lichts, die meist noch durch ein Überstrahlen in die umliegenden Bildteile unterstützt wird, strahlt eine fast übernatürliche Kraft aus und hilft mir dabei, absurde, fragwürdige oder sakrale Stimmungen zu schaffen.

Frau liegt in einem Lichtschein.

Mann auf einem Bett mit starkem Lichteinfall.

Ein Künstler, der es außerordentlich gut verstand, derartige Lichtstimmungen zu nutzen, um ein Gefühl der Tristesse und Isolation hervorzurufen, war Edward Hopper und stellt damit eine maßgebliche Inspirationsquelle für mich dar. Lichtbalken, die den Raum durchziehen und dabei Menschen umschließen, die meist stieren Blickes ins Leere starren, zeichnen seine Werke aus. Die alltäglichen Szenerien wirken trotz starker Beleuchtung kühl und trostlos.

Mit ähnlicher Herangehensweise fängt Hellen van Meene Phasen der Adoleszenz ein, wozu sie Jugendliche, ähnlich wie Hopper, in ein besonderes Licht setzt, um dadurch auf deren Entwicklung und die damit verbundenen Stimmungen, wie ihr Gefühl der Fremdartigkeit, hinzuweisen.

Mann steht in einem Lichstschein in einem sonst dunklen Raum.

Es gibt aber auch Lichtsituationen, die sich von vornherein wesentlich charmanter und pflegeleichter präsentieren, als das direkte Sonnenlicht. So zum Beispiel das liebreizende Paar der blauen und goldenen Stunde. Wie die Namen schon vermuten lassen, herrschen zu besagten Stunden besondere Stimmungen, die sich vor allem durch außergewöhnliche Farbtemperaturen auszeichnen. Vor allem die tief stehende Sonne zur goldenen Stunde nutze ich gern für stimmungsvolle Gegenlichtaufnahmen.

Frauenportrait im Gegenlicht.

Als weitere treue Begleiter, die ich gern an meiner Seite begrüße, erweisen sich Nebel, Dunst und Wolken. Diese Gefährten verursachen besonders weiches bzw. diffuses Licht, das bei meinen Arbeiten vor allem bei schlichten Portraits mit neutraler bis kühler Atmosphäre zum Einsatz kommt. Allerdings können diese Lichtsituationen auch dabei helfen, verklärte bis düstere Stimmungen zu kreieren.

Besonderen Feinsinn für Lichtstimmungen jeglicher Art beweist Sally Mann, wodurch sie eine außergewöhnliche Brillanz in ihren Schwarzweiß-Fotografien zustande bringt und mir eine weitere Inspirationsquelle bietet. Vor allem mit ihren Familienportraits, die an Stimmung und Authentizität kaum zu übertreffen sind.

Männerportrait im Regen.

Ein weiterer Favorit auf meiner Liste ist indirektes Sonnenlicht, das durch große Fenster in einen Raum eintritt und ihn so mit weichem Licht durchflutet. Dennoch ist eine klare Lichtrichtung vorgegeben, was zu einem ausgewogenen Kontrast und einem schönen Licht-Schatten-Spiel führt. Gegebenenfalls verwende ich bei dieser Lichtsituation einen Aufheller, um zu dunkle Schatten etwas aufzuhellen.

Das Arbeiten mit vorhandenem Licht ist nicht immer einfach und kann den Geduldsfaden wirklich einmal überspannen. Auf jeden Fall wird ein gewisses Maß an Spontanität und Flexibilität gefordert.

Sich umgreifende Arme.

Rücken mit nach hinten gebogenen Armen.

Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, das Licht und all seine Facetten bewusst wahrzunehmen und zu studieren, um eine gewisse Sensibilität für den Umgang mit dem vielseitigen Spektrum des Lichts zu entwickeln. Bislang war jedoch nur von natürlichem Licht die Rede. Doch auch Kunstlicht kann dabei helfen, besondere Stimmungen zu erzeugen.

Das beste Beispiel hierbei stellt wohl Gregory Crewdson dar. Mit exorbitant teuren Szenerien und filmartigen Lichtaufbauten hat er das Arbeiten mit Licht in der Fotografie wahrscheinlich zur Perfektion gebracht.

Frau mit Faden durch den Mund.

Mann zwischen hohen Gräsern.

Dabei geht es jedoch nicht um klassische Studiofotografie. Crewdson arbeitet stets mit Mischlichtsituationen, das heißt er verwendet vorhandenes Umgebungslicht und setzt gezielt durch diverse künstliche Lichtquellen, wie etwa Autoscheinwerfer, Wandleuchten, Taschenlampen oder Straßenlaternen spezielle Akzente. So mischt er natürliches, übernatürliches und mystisches Licht, wie es schon alte Meister wie Caravaggio und Rembrandt pflegten und kreiert auf diese Weise geheimnisvolle, unbekannte und unerklärliche Stimmungen.

Darin sehe ich auch meine Aufgabe für die Zukunft. Mein Spektrum zu erweitern und den Reichtum an Lichtsituationen, den die Sonne hervorbringt, noch durch die Komponente der künstlichen Lichtquellen zu erweitern. Dabei setze ich mir das Ziel, noch experimenteller und vielseitiger mit Licht zu arbeiten. Im Endeffekt darf man ruhigen Gewissens alle Register ziehen, experimentieren und das Spektrum des Lichts bis aufs Letzte ausschlachten.


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2. Oktober 2014

02 Oct

Ein Beitrag von: Jonas Hafner

© Jonas Hafner


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Über die Galerie Oben

02 Oct

Über den Wert von Kunst kann man lange Anekdoten schreiben. Keine Bange, die in Falten gelegte Stirn kann gern entrunzelt werden, denn es folgt keine hochintellektuelle kunsttheoretische Abhandlung. Ich möchte ein alternatives Ausstellungskonzept vorstellen, das zeigt, welche Kraft Kunst entfalten kann, wenn man passende Schlüssel zum Verstehen untereinander austauscht.

Ich bin erst vor kurzem Teil der kwerfeldein-Redaktion geworden und Martin hat mich vor einiger Zeit gefragt, ob ich nicht irgendwann Lust hätte, eine fotografische Arbeit von mir vorzustellen. Ich möchte stattdessen gern von einem alternativen Ausstellungskonzept, der (Ge-)Heimgalerie Oben, berichten. Mein Beitrag darf Dich gern zum Nachmachen inspirieren. Bevor ich Euch die Galerie Oben vorstelle, will ich erzählen, wie es dazu kam.

Ein Interesse an Kunst ist bei mir vor Kurzem neu aufgeflammt, nachdem ich mich an meiner eigentlichen Profession satt gedacht hatte. Mittlerweile habe ich einen kleinen Berg Lektüre über Kunst verschlungen und gehe gern auf Ausstellungen. Meine ersten Begegnungen mit der Kunstwelt haben bei mir jedoch relativ schnell rege, rhythmische Salven an Irritation hervorgerufen.

Ausstellungen sind in der Regel recht gut besucht. Mich verwunderte jedoch lange Zeit, dass für so manchen Ausstellungsbesucher das Weinbuffet interessanter zu sein scheint als die Kunst, die an den Wänden hängt. Böse Zungen mögen behaupten, dass Vernissagen die Freitag- und Samstagabendpartys für den Berufstätigen im Alter von 30+ sind.

Auch beschlich mich relativ schnell das düstere Gefühl, dass Galeriekunst ein eher kleines Publikum anspricht. Um die liebevoll an Wände und im Raum drappierten Werke zu verstehen, benötigt man verschiedene Schlüssel, die dabei helfen, Zeichen und Symbole zu deuten. Diese Schlüssel sind meistens auf Vernissagen nicht ganz leicht zu ergattern.

Die letzte Ausstellung, die ich besuchte, umfasste eine Makro-Videoaufnahme von Knöpfen sowie auf dem Boden verteilte, aneinandergeleimte Plastikrohre. Andere Besucher waren wohl ähnlich irritiert, sodass ein Unglücksrabe auf die Installation „Fensterglas am Boden“ trat, in panikartigem Zustand die Flucht ergriff und den Künstler mit vertränten Augen zurückließ. Vergleichbar humoristische Anekdoten über die Kunstwelt sind übrigens bei Glen Coco im Vice Magazine nachlesbar.

Ich will ganz ehrlich sein: Auf den meisten Ausstellungen verstehe ich auch heute nur die Hälfte von dem, was der Künstler wohl sagen will. Meistens fühle ich mich wie Inspektor Columbo, der die Skulptur „Geist eines toten Hundes“ bewundert. Auf den wenigsten Ausstellungen habe ich das Gefühl, persönlich bewegt oder angesprochen zu sein.

Barnett Newman (1905 – 1970) meinte: „Die Bedeutung [von Kunst] muss sich durch das Sehen und nicht das Sprechen ergeben.“ Ich würde Newman zustimmen. Persönlich habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass das Sprechen über Kunst neue Bedeutungsebenen erschließt, die durch das bloße Sehen nicht erfassbar sind. Diese Erfahrung des Mehrwerts durch das Sprechen über Kunst war ein Hauptmotivator für die „Gründung“ der Galerie Oben.

Eine Einladungskarte mit PortraitEin Mann zieht sich den Pullover über den Kopf.

Einladungskarte mit Spielautomat

„Geister“ von Marit Beer

Ein bisschen frustriert von meinen anfänglich tapsigen Versuchen in der Kunstwelt habe ich beschlossen, die Galerie Oben zu eröffnen. Und das zunächst in meiner Wohnung. Ich hatte von ähnlichen alternativen Kunstschauplätzen, also einer Art „geheimer Galerien“, schon gehört. Unter anderem existiert derzeit in Berlin eine von der Künstlerin April Gertler gegründete Wohnungsgalerie namens Sonntag, die Kunst und Kuchen jeden dritten Sonntag in Berlin in einer leeren Wohnung anbietet. Ein tolles Konzept, wie ich fand!

Am Anfang ging es mir vor allem darum, Menschen, die ich schätze, einander vorzustellen und miteinander zu vernetzen. Die Galerie Oben trägt ihren Titel deshalb, weil der Hauptausstellungsraum sich in einer Erhöhung in einem Raum befindet, der nur über eine wacklige Holzleiter begehbar ist. Mir war diese Konzeption wichtig, weil es einen kritischen Bezug zu bestehenden Ausstellungskonzepten herstellt, also einen eher beschwerlichen Weg zum Kunstverständnis physisch spürbar macht.

Die erste Künstlerin, die in der Galerie Oben ihre Bilder zeigte, war Marit Beer, die ich auf ihrer ersten Ausstellung in Berlin kennengelernt habe. Irgendwann habe ich ihr von meiner Idee zur Galerie Oben erzählt und sie hat eingewilligt, ihre Serie „Geister“ auszustellen.

Die Serie thematisiert übernatürliche und mystische Phänomene. Mich sprachen ihre Arbeiten an, weil sie ohne Sprache funktionieren und auf einer ästhetischen Ebene zauberhaft entrückt wirken. Marit sagt über ihre Arbeiten:

Zum einen möchte ich mich mit Menschen, mit denen ich arbeite, austauschen und zum anderen Betrachter erreichen. Ich möchte weder belehren, noch die Welt besser machen. Aber es ist schön, die Fantasie anderer anzuregen und Ideen zu kommunizieren.

Schöner und treffender kann man den Wert von Kunst nicht in Worte fassen. Diese beer’sche Philosophie war maßgeblich für die Zusammenstellung der ersten Ausstellung. Im Rahmen der Eröffnung haben wir 25 Einladungskarten erstellt, die wir über den Postweg versendet haben. Dieser persönliche Kontakt hat für mich vor allem etwas mit Wertschätzung der Besucher und der Künstler zu tun.

Mir war es ein Anliegen, einen Raum für Gespräche zu gestalten, der die Leute zum Austauschen und Kennenlernen anregt. Dazu habe ich die Besucher gebeten, Getränke mitzubringen. Letzteres hat mich nicht nur vor einer privaten Wirtschaftskrise bewahrt, sondern auch dazu beigetragen, dass alle Eingeladenen bei der Gestaltung des Abends involviert waren. Im Verlauf dessen haben sich Gespräche über Kunst und Fotografie, Geister und schottischen Absinth entsponnen. Da sich die Besucher angeregt mit Marit unterhielten und anscheinend wohlfühlten, plante ich eine Fortsetzung.

Eine Frau haucht an eine Folie.Eine Frau steht hinter einer Folienwand.

„A Lower World“ von Giampiero Assumma

Ich lud den italienischen Fotografen Giampiero Assumma ein, in der Galerie Oben auszustellen. Seine Serie „A Lower World“ thematisiert das Thema „Madness“ oder „Verrücktheit“. Dazu hat Giampiero mehrere Jahre Insassen in forensischen Psychiatrien in Italien portraitiert. In seinen Arbeiten geht es vor allem um Grenzen des Normativen und wie sich Anderssein ausdrückt. Seine Arbeiten schätze ich vor allem für ihre psychologische Tiefe und technische Brillianz.

Da mir das Thema für meinen doch sehr gemischten Freundes- und Bekanntenkreis nicht ganz leicht verdaulich erschien, bat ich Christian Kaufmann, einen befreundeten Wissenschaftler, einen kurzen, verständlichen Einführungsvortrag zu halten. Christian stellte verschiedene Definitionen psychischer Erkrankungen vor. Er berichtete auch über historische Veränderungen und aktuelle Entwicklungen psychischer Diagnosen.

In der Galerie Oben entstand eine heitere Atmosphäre, die Raum für Albernheit und lockeren Austausch bot. Vor allem merkte ich, dass man sich in so einem Rahmen eher traut, Fragen an den Künstler zu stellen, für die an anderer Stelle kein Platz ist. Giampiero berichtete über seine persönliche künstlerische Motivation und über humorvolle sowie ernste Begebenheiten während seiner Arbeit in den forensischen Psychiatrien.

Soladatengruß von vier Männern.

Zwei rauchende Männer.

„Romantik in Zeiten des Kapitalismus“ von Oliver S. Scholten

Nach diesem Abend stand das Fundament der Galerie Oben und die nächste Ausstellung wurde geplant: Eine Exkursion in das Atelier Unten (Position Fotografie) von Oliver S. Scholten. Die Idee zu einer Exkursion hatte verschiedene Gründe:

Zum Ersten habe ich den Nachbarn unter mir am darauffolgenden Tag mit einem Blumenstrauß und wackeligen Besserungsbekundungen besänftigen müssen. Er fand die Liebesgesänge auf die Leica M6 doch etwas zu laut. Zum Zweiten fand ich die Idee, dass eine Galerie Oben in ein Atelier Unten wandert, um Kunst zu betrachten, symbolträchtig (der Kunstkenner erspäht vielleicht die Ironie in dieser Analogie).

Thematisch orientierte sich die Idee zur Ausstellung an den Konzepten von Eva Illouz, einer Soziologin, die historische Veränderungen von Gefühlswelten erforscht. Zu diesem besonderen Anlass lud ich Brooke Nolan, eine Wissenschaftlerin aus der Anthropologie, ein, einen Einführungsvortrag zu halten.

Sie berichtete darüber, wie sich die Definition von Liebe zwischen verschiedenen Kulturen unterscheidet und welche Rolle Gesellschaftssysteme bei der Ausgestaltung zwischenmenschlicher Bindungen spielen. Den weiteren Höhepunkt des Abends bildete eine Musikperformance von Lucrecia Dalt.

Im Herzen ist Oliver selbst ein Romantiker. Eine romantisch anmutende Arbeit möchte ich hier kurz vorgestellen, da sie dafür steht, wie sich die Kraft von Kunst voll entfalten kann: Oliver hat vor Jahren auf einem Flohmarkt ein einzelnes Puzzleteil gefunden und aufgehoben. Unerwarteterweise sollte das seltene Fundstück noch sein Gegenstück finden, denn vor ein paar Monaten traf er eine junge Frau, die durch Zufall das Tattoo eines exakt gleichen Puzzleteils im Nacken trug.

Solche magnetischen Anziehungskräfte haben vielleicht eine tiefere Bedeutung: Diese beiden Fotografien können nicht nur symbolisch für Liebe in Zeiten des Kapitalismus stehen (die „Suche nach dem fehlenden Puzzlestück“), sondern unterstreichen auch die Philosophie der Galerie Oben, denn es geht darum, passende Puzzlestücke anzubieten, die das Verständnis von Kunst erleichtern.

Galerie Oben Oliver S Scholten und Brooke Nolan

Vortrag von Brooke Nolan © Giampiero Assumma

Musikerin mit Gitarre

Lucrecia Dalt in der Galerie Oben © Kat Kapo

Was braucht man für eine (Ge-)Heimgalerie?

Eigentlich nicht viel: Leute, die sich für Kunst interessieren und Leute, die (gute) Kunst machen. Es braucht einen Ausstellungsort und ein bisschen Mut zum Chaos. Es braucht eine persönliche, warme Atmosphäre, die Gespräche ermöglicht, die in herkömmlichen Ausstellungsräumen meist nicht entstehen. Es braucht vielleicht ein bisschen Leidenschaft.

Es braucht nicht unbedingt so viel Programm, wie das bei mir der Fall war. Es reicht schon, ein paar Kunstwerke auszustellen und die Leute miteinander ins Gespräch zu bringen. Wenn das gewährleistet ist, dann erreicht man das, was Kunst fernab von marktorientierten Kriterien bedeutet: Miteinander kommunizieren, berührt werden, sich einlassen und mit anderen Personen (zusammen) wachsen.

Das macht im Wesentlichen für mich den Wert von Kunst aus. Das ist im Kern auch das, was bei den meisten Menschen mit Lebenszufriedenheit einhergeht: Enge und warmherzige Kontakte zu pflegen, die nichts Unmenschliches fordern, aber Raum für Entwicklung ermöglichen.

Einige Freunde haben mir bereits von anderen Ausstellungskonzepten aus den letzten Jahrzehnten berichtet, die ähnlich gut funktionierten. In diesem Sinne möchte ich Euch ganz herzlich einladen, eine eigene Galerie zu gründen und Freunde/Bekannte/(für Mutige:)Unbekannte einzuladen. Einen Versuch ist es wert! Und im schlimmsten Fall kennt Ihr Eure Nachbarn etwas besser und verziert deren Küchentische am darauffolgenden Tag mit einem bunten Blumenstrauß.

Galerie Oben Publikum

Galerie Oben © Giampiero Assumma

Lachender Mann

Christian Kaufmann © Kat Kapo

Künstler erklärt Kunst

Oliver S. Scholten © Kat Kapo

Menschen vor Galerie

Galerie Oben © Giampiero Assumma

Wer sich über die ausgestellten Künstler und deren Inhalte informieren möchte, schaue auf der Webseite der Galerie Oben nach. Dort wird voraussichtlich auch die nächste (öffentliche) Galerieschau angekündigt.

Wer sich für die Tücken des Kunstmarktes interessiert und Hintergrundlektüre zum Wert von Kunst sucht, dem seien folgende drei Publikationen wärmstens ans Herz gelegt:

Findlay, Michael (2012). Vom Wert der Kunst. Ein Insider erzählt. München: Prestel Verlag.
Völcker, Wolfram (Hrsg.) (2009). Was ist gute Kunst?. Ostfildern: Hatje Cantz Verlag.
Thornton, Sarah (2009). Sieben Tage in der Kunstwelt. Fischer Verlag.

Über Kommentare Eurerseits, Berichte über eigene „geheime“ Galerieversuche oder Fragen zur Konzeption freue ich mich natürlich.


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Leseraktion: Dein Foto dieses Sommers

02 Oct

Jetzt ist er wohl endgültig vorbei, der Sommer 2014. Um ihn gedanklich noch einmal aufleben zu lassen und gebührend auf Wiedersehen zu sagen, seid in dieser Leseraktion wieder Ihr gefragt: Zeigt uns Euer bestes Foto dieses Sommers. Wir zeigen die spannendsten Bilder im Magazin.

Ob Ihr im Sommer für ein Landschaftsbild oder ein Konzeptshooting losgezogen seid oder ob Ihr Euch an ungewöhnlichen Blickwinkeln versucht habt, während hinter Euch die Familie im Sommerurlaub im Meer geplanscht hat – sucht Euer interessantestes Sommerfoto heraus.

Jetzt, wo es langsam kälter und viel zu schnell dunkel wird, erhellt die Durchsicht Eures Archivs vielleicht auch noch einmal Eure Stimmung. Ihr könnt Euch noch einmal an die schönen warmen Tage erinnern und sie mit uns teilen. Wir freuen uns schon, sie gemütlich bei einer warmen Tasse Tee und in eine Decke gehüllt anzusehen.

Zeigt uns nicht nur Euer Foto, sondern erzählt uns auch, warum es für Euch so besonders ist. Wann und wie es entstanden ist oder welche Erinnerungen damit verbunden sind. Vielleicht habt Ihr auch eine bestimmte Idee umsetzen wollen?

Teilnahmebedingungen

  • Suche Dein kreativstes Sommerfoto 2014 heraus.
  • Poste den Link dazu in einem Kommentar.
  • Beschreibe in ein paar Sätzen, warum Du gerade dieses Bild ausgewählt hast und wie es entstanden ist. Achtung: Fotos ohne Beschreibung werden nicht berücksichtigt.
  • Mit dem Kommentar stimmst Du einer möglichen Veröffentlichung auf kwerfeldein zu.
  • Einsendeschluss ist am Montag, den 6. Oktober um 20 Uhr.

Im Anschluss daran schaut sich unsere Redaktion all Eure Fotos an und liest ihre sommerlichen Entstehungsgeschichten. Wir wählen unsere ganz persönlichen Lieblinge aus und stellen sie hier noch einmal für alle vor. Wie immer ist unsere Auswahl rein subjektiv und stelle keine Wertung dar.


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1. Oktober 2014

02 Oct

Ein Beitrag von: Daniel Ernst

Kowloon © Daniel Ernst


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Mila und die anderen

01 Oct

Vor gut drei Jahren schrieb Nancy Eichler bei uns ihren ersten Gastartikel. Damals war ihre Muse Rahada der Mittelpunkt ihrer Arbeit. Seit gut einem Jahr lässt sie sich zur Fotografin ausbilden und ich wollte von ihr wissen, ob sich an der Art und Weise ihrer Herangehensweise etwas verändert hat. Außerdem fand ich in ihrem Flickr-Stream einige spannende neue Arbeiten und bat sie, uns ein bisschen hinter die Kulissen schauen zu lassen.

Seit ich die Ausbildung zur Fotografin mache, hat sich an der Sicht und der Art und Weise,
wie ich fotografiere, nichts verändert. Ich bekomme jetzt nur in monatlichen Abständen fotografische Aufgaben, die ich erfüllen muss.

Eine Frau steht auf dem Bahnsteig und ihr Haar weht als der Zug an ihr vorbeifährt.

Hier musste ich ein Bild in Motiv und Licht nachstellen. Ich entschied mich für ein Bild, das mir schon immer im Kopf herumschwirrte, weil ich das gern auch mal versuchen wollte. Nun hatte ich den „Auftrag“ dafür.

Ein Mann steht auf einem Feld mit einem Hut und schaut in die Kamera. Der Hut sitzt schief.

Beim selben Dozenten hatte ich das Thema „Künstlerportrait“. Ich bin seit einiger Zeit mit Ben Ivory befreundet und für diese Monatsaufgabe fragte ich ihn, ob ich ihn portraitieren dürfte. An dieses Shooting denke ich noch heute, weil ich es mich sehr inspiriert hat.

Eine Lanschaft liegt vor uns.

Arles, Frankreich

Ein Ausstellungsraum. Jemand sitzt am Fenster. Nur ein Teil ist im Lichtschein zu sehen.

Im Juli bin ich mit der Schule nach Arles auf das Fotofestival „Les Rencontres Arles Photography“ gefahren. Dieses Festival bietet 50 Ausstellungen und Workshops in einer Stadt an. Die Ausstellungen finden in Burgen, Kirchen, Gassen usw. statt und die Eindrücke nähren mich heute noch.

Ein Mann schaut frontal in die Kamera.

Wenn ich nicht für die Schule fotografiere und Modelle dafür suchen muss, fotografiere ich die Menschen um mich herum, die meinen Weg kreuzen.

Eine nackte Frau schaut nicht in die Kamera.

Ein Mann steht im Licht mit nackten Oberkörper.

Die Muse steht am Fenster und schaut raus.

Jemand steht im Dunklen und hebt die Hand zur Kamera.

Eine Frau in Farbe und blond.

Halbnackt am Fenster stehen und ohne Gesicht.

Ein unscharfes Portrait voller Glitzer.

Eine weiße Katze schaut direkt in die Kamera.

Oder auch mein Mädchen Mila Superstar. Sie versteckt sich zwar sofort, wenn sie mich mit dem „großen schwarzen Ding“ vor dem Gesicht sieht, aber es gibt Momente, in denen macht sie mit und wird sofort mit einem Leckerli belohnt.

Vielleicht fragt Ihr Euch, warum die Überschrift „Mila und die anderen“ lautet. Die Antwort folgt auf dem Fuße: Mila ist die Empfangsdame des Hauses. Da Nancy viele ihrer Portraits zuhause gestaltet, ist ihre weiße Zauselkatze immer mit dabei. Sie begrüßt den jeweiligen Gast, setzt sich auf seinen Schoss und fängt unmittelbar an zu brummen, wie mir Nancy berichtet.

Sie macht es lockerer und sie kümmert sich ganz lieb um die Modelle, sie sind abgelenkt und entspannter, wenn sie sie streicheln. In der Zeit kann ich Filme wechseln, neue Musik anmachen usw.

Ein Dankeschön an Nancy und Mila. Möchtet Ihr mehr Arbeiten von Nancy sehen, dann schaut auf Flickr oder Facebook vorbei.


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You’ve got stars in your eyes thanks to the Lensbaby Spark!

01 Oct

Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

Your effort to add a little sparkle to your photos has left your friends more shocked than excited… confetti in the face!

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© Britta for Photojojo, 2014. |
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