Ein Beitrag von: Michael

kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity
Fotobände müssen nicht immer teuer sein. Es gibt auch wunderbare, günstige Schätze, die einen tollen Einblick in die Arbeiten bekannter Fotokünstler geben. Wir haben zehn Tipps zusammengesucht: Von alten Meistern wie August Sander und Henri Cartier-Bresson bis hin zu zeitgenössischen Fotografen wie Martin Parr.
Wir hoffen hier ist für jeden etwas dabei. Und wer noch weitere tolle günstige Fotobücher kennt, kann unsere Sammlung gern in den Kommentaren erweitern.
Nicht nur für Sofortbildfans eine Inspiration: „The Polaroid Book“* versammelt eine Auswahl der Polaroid Collection, die dadurch entstand, dass die Firma Polaroid kostenlos Material an Künstler schickte und im Gegenzug ausgewählte Werke für ihre Sammlung erhielt. Im Zuge der Insolvenz wurde 2010 ein Großteil bei Sotheby’s versteigert.
Das Buch erschien jedoch bereits 2008 und zeigt die unglaubliche Vielfalt der Sofortbildfotografie. Vertreten sind auch einige große Namen wie Robert Mapplethorpe, Ansel Adams, Helmut Newton oder Robert Frank.
Die Hardcover-Ausgabe ist dreisprachig (Englisch, Deutsch, Französisch) angelegt und versammelt auf 351 Seiten 254 Fotografien von 203 verschiedenen Künstlern. Es ist im Verlag Taschen erschienen und kostet 9,99 €.


Ein Buch, das ohne Hintergrund nicht unbedingt funktioniert, aber wenn man diesen hat, ist es großartig! „Antlitz der Zeit“* von August Sander zeigt beeindruckende Portraits von Menschen des 20. Jahrhunderts. Sander suchte für jede Berufsgruppe einen Menschen, der diese am besten repräsentiert.
Und was für Typen das sind! Wunderbare Charaktergesichter, in einzigartigen Schwarzweiß-Fotografien festgehalten. Der Lehrer, der Boxer, der Tapezierermeister, die Arbeiterfamilie, der Industrielle – sie alle und viele weitere finden sich in dem Band wieder. Auf 144 Seiten gibt es 60 Portraits zu entdecken.
Das Buch enthält ein schönes Vorwort von Alfred Döblin. Es ist mit etwa 19 x 14 cm recht klein, kostet dafür aber auch nur 6,95 €.
In „Wirtschaftswunder“* lässt der Fotograf Josef Heinrich Darchinger die Zeit zwischen 1952 und 1967 in tollen Farbaufnahmen wieder auferstehen. Wer selbst die Zeit nach dem Krieg miterlebt hat, fühlt sich wahrscheinlich gleich zurückversetzt und für alle anderen ist es ein Stück Geschichte, die alles andere als langweilig ist.
VW-Käfer, Storck-Automaten, Strümpfe stopfen und Picknicks im Grünen – aufgenommen hat Darchinger die Fotos auf Reportagereisen quer durch die junge Bundesrepublik mit seiner Leica.
Die Hardcover-Ausgabe ist im Verlag Taschen erschienen und umfasst 208 Seiten. Es enthält 140 Farb- und 55 Schwarzweiß-Fotos. Der Preis beträgt 9,99 €.


Martin Parr kombiniert Kunst und Dokumentarfotografie. Er erfasst die Tücken des Lebens in der Gemeinde und die Probleme und Absurditäten der Konsumgesellschaft.
Unzählige Bücher sind von ihm bereits erschienen. Der Band „Martin Parr“* ist einer der günstigeren mit 9,90 €. Er erschien im Verlag Phaidon im Taschenbuchformat. Auf 128 Seiten finden sich 55 Farbaufnahmen. Das Buch bietet einen guten Einstieg in das absurde Parr-Universum.
„Henri Cartier-Bresson: Meisterwerke“* heißt unsere nächste Empfehlung. Eingeleitet wird das Taschenbuch von einem 12-seitigen Text des Fotografen selbst, in dem er über seine Arbeit und den entscheidenden Augenblick schreibt. Danach folgen die wohl bekanntesten Aufnahmen des französischen Schwarzweiß-Künstlers.
Das Buch ist mit etwa 19 x 14,5 cm recht klein, bietet jedoch einen tollen ersten Einblick in die Arbeiten von Henri Cartier-Bresson und ist mit 6,95 € sehr günstig. Erschienen ist das Taschenbuch im Verlag Schirmer Mosel.


Eugène Atget fotografierte und dokumentierte Paris und dessen Vororte zwischen 1888 und 1927. Häuser, Straßen, Schaufenster und Parkanlagen – Atget sammelte innerhalb von 40 Jahren an die 10.000 Ansichten von Paris, die mehr als bloße Dokumentationen sind. Die Aufnahmen haben eine starke Ästhetik und oft schwingt eine leichte Surrealität mit.
Im großformatigen Bildband „Atget. Paris“* sind einige seiner besten Aufnahmen versammelt. Dazwischen gibt es viele Texte (dreisprachig: Deutsch, Englisch, Französisch) über den Künstler, seine Arbeit und das alte Paris. Erschienen ist das Buch im Verlag Taschen und kostet 9,99 €.
Karl Blossfeldts Aufnahmen zeigen die Schönheit der Natur. Seine Fotos entstanden eigentlich als Unterrichtsmaterial. Die Fotografie war für ihn nur ein Werkzeug, dennoch gilt er mit seinen ästhetischen Stillleben von Pflanzen in der Fotografie als Vertreter der Neuen Sachlichkeit.
44 der schönsten Pflanzenportraits finden sich im Buch „Alphabet der Pflanzen“*, eingeleitet mit einem Text des Literaturwissenschaftlers Gert Mattenklott. Es erschien im Verlag Schirmer Mosel und kostet 6,95 €.


Man Ray ist unbestritten einer der originellsten Künstler des 20. Jahrhunderts und eröffnete dem Surrealismus mit der Fotografie ein neues Medium. Seine Aktstudien, Modefotos und Portraits schlugen ein neues Kapitel in der Geschichte der Fotografie auf.
Die Monografie „Man Ray“* aus dem Verlag Taschen versammelt sowohl die legendären wie auch die weniger bekannten Motive Man Rays. Das Buch kostet 9,99 €.
Über 30 Jahre lang reiste der Fotograf Edward Sheriff Curtis durch Nordamerika, um das Wesen und die Traditionen der Ureinwohner des Landes in Wort und Bild festzuhalten. Mehr als jeder andere Forscher oder Künstler prägt Curtis bis heute unsere Vorstellung von den nordamerikanischen Ureinwohnern.
Das Buch „Edward S. Curtis“* zeigt seine eindrucksvollsten Fotografien und beschreibt außerdem sein eigenes Lebensabenteuer, das ihn nicht nur in die Weite der Prärien, sondern auch in die Filmstudios von Hollywood führte. Erschienen ist es im Verlag Taschen mit einem großen Format von etwa 31 x 25 cm. Der Band kostet 9,99 €.


In „Meisterwerke der Fotografie“* finden sich 150 Fotografien. Für (fast) jedes Jahr seit Entdeckung der Fotografie ein Bild. Zu jedem Foto gibt es einen kurzen Text, der die Besonderheiten des Fotos und seine Entstehung beschreibt. Zusammen mit der Einleitung und der Bibliografie ist dieser Band ein kleines Kompendium der Fotografiegeschichte.
Es ist im Verlag Reclam erschienen und hat das typische Format der kleinen gelben Reclambücher, die man vor allem noch aus Schulzeiten kennt. Das kleine Format lässt es zu einer wunderbaren Reiselektüre werden. Gerade lag der Preis noch genau bei 10 €, nun ist er wieder auf 12 € geklettert. Das Buch ist jedoch so toll, dass wir es nicht übers Herz bringen, es von unserer kleinen Liste zu streichen.
* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.
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Don’t miss out on capturing the merriment (or mishaps) of your adventurous autumn on video, with this collection of gear!






© Britta for Photojojo, 2014. |
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Die Beziehung des russischen Fotografen Oleg Videnin zur Fotografie reicht bis in seine Kindheit zurück. Mit seinen Portraits nimmt er den Betrachter oftmals mit nach Brjansk, seinen Heimatort. In den Vorstädten und Dörfern um seine Heimat entstehen Bilder von Menschen, die den Betrachter in eine eigenartige Beziehung zu den fotografierten Personen setzen.
Man kommt nicht umhin, sich der Geschichte zu widmen, die sich in den Gesichtern abzeichnen. Man ist der Melancholie der zeitlosen Aufnahmen ausgesetzt. Die Wirkung der Bilder ist eng mit dem inneren Schaffensprozess des Fotografen verbunden, dessen Motivation dahinter, eine Person zu fotografieren, nicht einfach in Worte zu fassen ist. Videnin formuliert es so:
Wenn ich mit jemandem durch die Stadt spaziere, der meine Fotos kennt, höre ich manchmal: „Schau mal, das ist Deine Art von Person, warum fotografierst Du sie nicht?“. Und ich fotografiere sie nicht und zwar aus dem einfachen Grund, dass die Person eben nicht „meiner Art“ entspricht, vielleicht meinem Stil ähnelt, aber doch nicht meins ist.
Und warum nicht? Die Person ist visuell ebenso interessant, hat die passende Beschaffenheit, das Auftreten und die richtige Kleidung. Das Licht ist gut und der Hintergrund wundervoll. Ich weiß es nicht. Ich fühle nur. Die Unterscheidung zwischen dem, was mein ist und allem anderem, ist sehr fein und teilweise mystisch.
Ich weiß sicher, dass die Entscheidung keine gedankliche ist. Auch keine des Herzens. Natürlich kann es auch beides sein, eine Entscheidung der Gedanken und des Herzens, aber insgesamt stimmt das nicht. Es ist am ehesten etwas Intuitives, Instinktives, fast Animalisches.
Man kann es vielleicht so ausdrücken: Ich suche nach einem passenden Spiegel. Nicht nach einem, der sich für mich mit seiner Innenwelt, seiner Freude und seinen Sorgen, seiner Schwäche und Liebe interessiert. Es geht nicht um Interesse an mir, aber trotzdem bin ich nicht frei davon, Empathie zu empfinden und merke das vielleicht auch beim Fotografieren.
Aber das hält nur Sekunden an und ist eher zweitrangig. Was wirklich zählt, ist das Finden eines Spiegels. Natürlich sind alle Menschen Spiegel für jeden anderen, aber sie sind alle verschieden, spiegeln unterschiedlich. Sie verzerren, verschönern und verformen. Meine Aufgabe ist es, den für mich einzigartigen Spiegel zu finden, der, obgleich er krumm, schäbig und gebrochen sein mag, doch meinen eigenen inneren Zustand in jenem Moment am genauesten widerspiegelt.
Dieser Zustand muss sich, auf unsichtbare Weise, für den Bruchteil einer Sekunde, mit dem Bild der Person im Sucher verbinden und sich als reflektiertes Licht auf die silberne Emulsion ergießen.
Community work day #2. Bryansk region. 2007.
Andrey, first blood. Bryansk region. 2006.
Beatl. Bryansk region. 2012.
Smolensk road. Bryansk region. 2007.
Teenage years. Bryansk. 2005.
Young Russia. Bryansk region. 2003.
The Rewarded. Bryansk region. 2004.
The soldiers kiss. Bryansk. 2007.
Wheel. Bryansk region. 2007.
Male and female. Bryansk region. 2004.
Valentina in white. Bryansk region. 2008.
Tonya on Lovers bridge. Astrachan. 2007.
Sergey, Ilya and Vika in Berezka young camp. Bryansk region. 2008.
Masha. Bryansk region. 2010.
Neben einer Reihe an Büchern, die er veröffentlicht hat, gibt es auch einen Film über seine Arbeit. Den Bildband mit den hier gezeigten Arbeiten gibt es direkt beim Fotografen zu erwerben.
Der zitierte Text wurde vom Russischen ins Englische und für diesen Artikel vom Englischen ins Deutsche übersetzt.
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Wir hoffen, Ihr habt Euch gut von Halloween erholt. In unseren Netzwerken haben sich die letzten Tage einige Fotos von Geistern, Totenköpfen, Hexen und anderen Monstern wiedergefunden und manche davon waren wirklich angsteinflösend. Ob man diesen Tag mag oder nicht, an gruseligen Bildern kommt man nicht mehr vorbei. Zum Ausklang gibt es deshalb in unserem Fotospecial noch einmal Hexenhäuser zu bewundern.
Fotospecial: Hexenhäuser
Flickr
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Deutschsprachig
• Fotograf Sarker Protick reiste an den Padma, den längsten Fluss in Bangladesh, und kreierte hier die Serie „Of River and Lost Lands“.
• Uschi, Dorina, Gurt und Fink sind fotografierende Kühe aus der Schweiz. Mehr darüber weiß Zeit Online.
• „Picasso im Blick der Fotografen“ ist eine Dokumentation, die Ihr momentan in der Mediathek von ARTE sehen könnt.
International
• Wie sich die Identitäten von Gurskys Bild „99 cent“ und einer ähnlichen Aufnahme von Lyza Danger im Verlauf von zehn Jahren online so stark vermischen, dass es schwer ist, herauszufinden, welches Bild welches ist.
• Warum eine Kernkompetenz kreativer Menschen ist, NEIN zu sagen, davon handelt dieser Artikel, der wohl einer der wichtigsten zum Thema in den letzten Monaten ist.
• Hier findet Ihr eine Auswahl der Gewinner des National Geographic Wettbewerb 2014.
• Lust auf einen Roadtrip mit Théo Gosselin?
• Dieses Jahr wurde ein 9-jähriger Junge als Wildlife-Fotograf des Jahres vom National History Museum in London gekührt. Und das natürlich nicht ohne Grund.
• Technik: Ryan Brenizer, bekannt durch seine Brenizer-Methode, hat die Nikon D750 und die D810 ausführlich getestet.
• Die atemberaubenden Aufnahmen des Astronauten Chris Hadfield machen derzeit die Runde im Netz – hier ist eine kleine Auswahl seiner insgesamt 45.000 Fotografien aus dem All.
• Wenn Pflanzen-Künstler Duy Anh Nhan Duc und Fotografin Isabelle Chapuis zusammenzuarbeiten, entstehen diese surrealen Portraits.
• Nick Gentry malt Portraits auf Filmnegative.
• Neue Aufnahmen des Kometen 67P/C-G, auf dem demnächst die Sonde landet.
Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

• „The Decisive Moment“* von Henri Cartier-Bresson, eines der wichtigsten Fotobücher des 20. Jahrhunderts bekommt eine zweite Auflage. Wie es dazu kam und warum es heute fast unmöglich ist, das Buch 62 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung exakt nachzuproduzieren, wird im Gespräch mit Gerhard Steidl erklärt.
• Kinder-Portraits mit Elefanten, Lamas, Ponys, Tigern, Kängurus, Schimpansen, zahllosen Hunden, Katzen und anderen Tieren: Amalia ist bevorzugtes Modell ihrer Mutter und Tierfotografin Robin Schwartz. „Amelia & die Tiere“* zeigt einige der schönsten Fotos. Erschienen ist es im Verlag Kehrer für 35 €.
Wettbewerbe
• Walimex Pro hat ein kleines Gewinnspiel auf Facebook ins Leben gerufen. Um teilzunehmen, sucht Euer schönsten Urlaubsfoto heraus und folgt den Teilnahmebedingungen.
Zitat der Woche
The true mystery of the world is the visible, not the invisible.
Oscar Wilde –
Mehr Zitate
Videos
Dieses Video ist zwar schon etwas älter, aber dennoch sehenswert: Ted Forbes stellt in „The Art Of Photography“ (wir empfehlen den ganzen Kanal) den aktuellen Rechtsstreit über das Urheberrecht der Fotos von Vivian Maier knapp vor und erklärt einige Hintergründe dazu.
* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.
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Ein Beitrag von: Lukas Furlan
„Roaming at night“ ist ein fortdauerndes Projekt, dessen Inhalt ich auf mehrere Serien aufteile. Eine anfängliche Intention hinter diesen Bildern gab es eigentlich nicht wirklich, viel mehr war mein Wohnort und die zur Verfügung stehende Zeit ausschlaggebend.
Durch mein Studium in Wien, das den Großteil des Jahres in Anspruch nimmt, habe ich nicht immer die Möglichkeit, meiner primären fotografischen Leidenschaft, der Landschaftsfotografie, nachzugehen. Kein Grund, die Kamera links liegen zu lassen – die Abwechslung zwischen der alpinen Landschaft meiner Heimat und dem urbanen Gelände hier in Wien habe ich nicht nur fotografisch zu schätzen gelernt.
Vor allem die nächtlichen Streifzüge durch die Stadt sind jedes Mal ein kleines Abenteuer und Ausbruch aus dem teils stressigen Studium. Manchmal allein, meist dann aber doch in Gesellschaft durchkreuzt man bis tief in die Nacht die Stadt. Warum nachts?





































Abgesehen von zeitlichen Engpässen tagsüber, ist vor allem die nächtliche Atmosphäre entscheidend. Das artifizielle Licht der Stadt, gemischt mit den verschiedenen Wetterbedingungen bringt ein großes Spielfeld für Fotografen hervor.
Manchmal gespenstisch still und düster, anderorts lichterfüllt und lebhaft. Bei unseren nächtlichen Ausflügen streifen wir meist ohne genaues Ziel umher, ständig auf der Suche nach passenden Motiven – was sich nicht immer als einfach und unproblematisch herausstellt.
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