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Archive for the ‘Equipment’ Category

9. November 2014

09 Nov

Ein Beitrag von: lemmmke

Ein Lichtstrahl fällt in einen verbarrikadierten Raum und spiegelt sich auf einer Platte an der Wand.


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8. November 2014

08 Nov

Ein Beitrag von: Stefan Wolf

In der Küche stehen zwei Männer und trinken einen Schluck.


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Lost Places: Kirche der Geister

08 Nov

Ein Lost Place, der nichts für schwache Nerven ist, ist die verlassene tschechische Kirche St. George. Geister sitzen hier auf den alten Holzbänken, beten oder tuscheln zu zweit unter einem gemeinsamen Tuch. Einige stehen im hinteren Bereich und scheinen den Eingang zu einem weiteren Raum zu bewachen. Ganz ehrlich: Wer sich völlig ahnungslos in diese Kirche begibt, bekommt den Schock seines Lebens.

Da die Geister Teil eines Kunstprojektes sind, passiert dies jedoch recht selten. Die meisten Besucher kommen gerade wegen dieser einzigartigen Installation in das kleine Dorf. Es handelt sich bei den Geistern um die Bachelorarbeit von Jakub Hadrava, der an der Westböhmischen Universität in Pilsen Kunst und Design studierte.

Über 30 Geister aus Gips in einer Kirche sitzend.

Geister aus Gips auf Kirchbänken.

Gipsgeister auf der Kirchenbank sitzend von der Seite.

Fotos: Suspiciousminds

Das Projekt soll zum Innehalten anregen. In der Region Pilsen gibt es viele absichtlich zerstörte Orte mit bewegter Vergangenheit. Die Geister stehen für die Erinnerungen, für die Menschen, die damals an diesem Ort saßen, um zu beten und für die er sehr wichtig war. Und in der Tat wirkt eine Kirche voller Geister weit leerer als eine gänzlich leere Kirche und regt zum Nachdenken an.

Oft liest man von der Kirche der neun Geister, mittlerweile beherbergt sie mit über 30 Gipsfiguren jedoch deutlich mehr. Sie sollen die Besucher zurück in die Vergangenheit holen, in der der Glaube noch einen sehr großen Einfluss auf das Leben der Menschen hatte. Und völlig spurlos geht die Installation an keinem vorbei.

Kircheninneres. Geister auf der Kirchbank mit einfallenden Licht,

Gips-Geister auf Kirchbänken sitzend von oben fotografiert.

Vier stehende Geister vor einem Eingang.

Fotos: Peter Untermaierhofer

Teilweise berichten Fotografen von plötzlich zuschlagenden Türen, sich bewegenden Vorhängen, Kameraproblemen und leeren Batterien in kürzester Zeit. Ob hier die Nerven mit dem einen oder anderen durchgehen oder doch mehr dahinter steckt, überlasse ich jedem selbst.

Erbaut wurde die Kirche bereits 1352. Nach einem verheerenden Brand um 1800 wurde sie im gotischen Stil wieder neu aufgebaut. Nur Teile des mittelalterlichen Mauerwerks blieben erhalten. Nachdem Teile der Decke während einer Trauerfeier 1968 einstürzten, schloss man die Kirche wegen Baumängeln und überließ sie zunächst dem Verfall, bis Jakub Hadrava sie für seine Installation entdeckte.

Loch in der Decke, ringsrum lässt sich ein Heiligenschein erahnen.

Ein Geist aus Gips steht vor einer hölzernen TürKirchgang mit drei unscharfen Geistern im Hintergrund
Geister sitzen auf einer Kirchbank. Von oben fotografiert.

Fotos und Titelbild: Christoph Schaarschmidt / Laura Kaiser

Die Wände im Inneren der Kirche sind zum Großteil schon sehr mitgenommen und es sind kaum Gemälde oder Verzierungen erhalten geblieben. Nur die Inschrift „Mein Haus ist ein Bethaus. Luk. 19/46“ steht noch gut sichtbar über dem Altarbogen.

Die Kirche befindet sich in Lukowa, einem Ortsteil der tschechischen Kleinstadt Manetin in der Region Pilsen. Ganz im Gegensatz zu vielen Lost Places ist dieser Ort völlig legal zu besichtigen, ja der Besuch ist sogar gewünscht.

Die Kirche ist Teil einer Wanderroute, die mehrere Kirchen miteinander verbindet und im Rahmen des Programms „Pilsen – Kulturhauptstadt Europas 2015“ beworben wird. Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um Spenden zur Instandhaltung gebeten.


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7. November 2014

08 Nov

Ein Beitrag von: Carsten Frenzl

Angeblitzte Schneeflocken vor Polarlichtern.


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Subjektive Landschaften

07 Nov

Ein Beitrag von: Kathrin Loges und Jan D. Wunderlich

Warum fotografieren wir Landschaften? Was fasziniert uns derart an der Landschaftsfotografie, dass wir unermüdlich die Natur erkunden und in Fotografien festhalten wollen?

Die fotografische Darstellung einer Landschaft basiert nicht allein auf einer bildhaften Wiedergabe einer vorgefundenen Landschaft, sondern sie ist die subjektive Sicht einer Situation und Ergebnis einer aktiven Wahrnehmung eines Raumes. Dabei kann diese individuelle Fokussierung auf einen spezifischen Ausschnitt einerseits diesen betonen, andererseits gerade auch auf Dinge und Zustände verweisen, die nicht abgebildet sind.

Die Masse an Möglichkeiten der subjektiven Wahrnehmung und Fokussierung sowie unterschiedlicher Deutungsprozesse eröffnet vielfältige Kontexte der Natur, so dass die fotografische Abbildung von Landschaften immer wieder Neues hervorbringen kann und die persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik Landschaft nie zu Ende geht.

Bäume in einem nebligen Wald.

Baum in einem nebligen Wald, Rinde nah zu sehen.

Besonders faszinieren uns fragile Fragmente menschlicher Existenz auf den Portraits von Natur und Landschaft; diese geben dem abgebildeten Raum eindrücklich die Bedeutung von Landschaft als eine kulturhistorische Gesamtheit und portraitieren gewissermaßen uns selbst als Teil einer kollektiven Einheit, welche die uns umgebende Natur kontinuierlich prägt und verändert. Das fotografische Abbild einer bestimmten Landschaft zeigt uns keine pure Natur, sondern ein Bild gesellschaftlicher „Kontaminationen“ der Natur.

Strommast an einer Landstraße im Nebel.

Verschneites Feld, beim Vorbeifahren fotografiert.

Verschneites Feld, beim Vorbeifahren fotografiert.

Gleichzeitig betrachten wir die Natur als Ausdruck unserer eigenen Subjektivität: das findet in der Auseinandersetzung unserer persönlichen zerbrechlichen Empfindungen mit deren Ebenbildern in der Natur statt und manifestiert sich in den romantischen Abbildern der Landschaften.

Das erhabene Gefühl beim Betrachten gigantischer aber auch zerbrechlicher Landschaften geht einher mit dem Bewusstsein der eigenen Empfindsamkeit; die Sicht auf die Natur repräsentiert gewissermaßen unser persönliches Seelenbefinden. Die individuellen Bilder, die wir in der Natur erkennen, erscheinen uns manchmal wie ein Spiegel der eigenen Seele.

See im Nebel.See im Nebel.

Auf der Suche nach etwas Bestimmten entsteht oftmals eine sehr persönliche Sicht auf die Natur, man könnte auch sagen, wir versuchen mit unserer Arbeit gewissermaßen eine lyrische Bildsprache zu finden, mittels derer eine poetische Verbindung vom Betrachter zum Bild geschaffen wird.

Ein Foto wird immer eine inszenierte Realität sein, deren Metaebene eine Aussage über die Realität des Fotografen und der des Betrachters trifft. Umso schöner, wenn das nur auf eine sehr flüchtige Art und Weise gelingt und umso berührender, wenn diese Bildsprache von anderen ebenso gelesen wird bzw. eine Bedeutungsebene entsteht, die ein Gefühl vermitteln und Impulse geben kann.

Bäume in einem nebligen Wald.Bäume in einem nebligen Wald.

Das Medium Fotografie erlaubt uns, mittels vorhandener Techniken bestimmte individuelle, subjektive Aspekte herauszuarbeiten und zu betonen. Dabei unterscheidet sich unsere digitale Nachbearbeitung gar nicht so sehr von der analogen Verarbeitung des Materials bis zum fertigen Bild – die zeitintensive Beschäftigung mit einem Bild ist Teil eines fotografischen Gestaltungsprozesses – sei es nun bei der Auswahl von Filmmaterial, Papier, Gradation, Verarbeitungs- und Belichtungsvarianten im Labor oder aber bei der digitalen Bearbeitung am Schreibtisch.

Die Digitalisierung der Fotografie macht die Abbildung von Landschaften und die Verbreitung der Bilder massentauglich und eröffnet damit ganz neue Möglichkeiten. Parallel zur Faszination der nicht jedem zugänglichen „Alchemie“ der analogen Fotografie ist ein einfacher Zugang geschaffen und es entstehen unerwartete Blickweisen und Bildsprachen.

Das eigentlich Unmögliche und augenscheinlich wenig Interessante wird aus individuellen Blickwickeln festgehalten und der Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt. Nüchterne Objektivität oder die inszenierte Komposition, Trockenplatten, abgelaufene Filme oder der Einsatz digitalen Bildrauschens als Gestaltungselement – lassen wir uns einfach täglich neu inspirieren.

Gestrüpp wächst zwischen Bäumen im Wald.

Eine wilde Wiese in Gegenlicht und Nebel.

Vertrocknetes, hohes Gras.

Verschneiter Tannenwald vor verhangenem Himmel.


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Das Ende einer Ära

07 Nov

1977 wurde in den USA die erste kommerzielle Videothek eröffnet. Mitte der achtziger Jahre gab es auch in der BRD schon an die 1000 Verleihe. Die Kinobranche sah sich bedroht durch dieses neue Phänomen, das inzwischen selbst dem Niedergang geweiht zu sein scheint.

Videotheken boten als Depots für zahllose Leihfilme Material für Abertausende Stunden an seichter oder aufreibender bis hin zu anstößiger Abendunterhaltung. Ob bombastischer Blockbuster, schmierige Schnulze oder schmutziger Porno – die Filmverleihe bedienten nahezu jeden vorstellbaren Geschmack quer durch die Gesellschaft.

Verkaufstisch mit nicht jugendfreiem Filmmaterial.

DVD-Regal in einer Videothek.

Schon immer waren sie Orte, an denen Angehörige unterschiedlicher Teile der Gesellschaft sowie unterschiedlicher Generationen aufeinander treffen. Lokalzeitungen berichten inzwischen wiederholt, wie die Zahl der Videotheken in Deutschland abnimmt. Im Jahr 2007 gab es insgesamt 4173, 2011 waren es nur noch 2218. Ein deutlicher Abwärtstrend zeichnet sich ab, der durch die Verbreitung von Abo-Diensten im Netz weiter zunehmen wird.

DVD-Regal in einer Videothek.

Video on Demand boomt, denn es ist bequem, direkt am heimischen Gerät zu wählen, was man schauen möchte, wobei sich zudem sogleich manche Scham- oder Altersgrenze mit überwinden lässt. Heute noch existierende Videotheken bauen ihr Angebot durch ein umfangreiches Sortiment an Snacks und Utensilien für den „perfekten Videoabend“ aus, um auf diese Weise Umsatzeinbrüchen entgegenzuwirken.

DVD-Regale in einer Videothek.

Der Fotograf Ben Kuhlmann sieht in dem Untergang einer Branche Stoff für eine Dokumentation. Dabei gehe es ihm aber nicht um die Menschen, die dort verkehren, sondern viel mehr um die Formulierung eines subjektiven Blickes auf diese Einrichtungen, ihre Gestaltung und Atmosphäre.

Ihn interessiere vor allem auch die Verortung der Videotheken im Stadtraum. Kann jenseits der städtischen Randlagen, wo einst die Hauptverkehrsrouten die Filialen mit motorisierten Kunden fütterten, heute eine zentralere Position im Stadtbild die eine oder andere Existenz weiterhin sichern?

DVD-Regal in einer Videothek.

Ben Kuhlmann widmet sich ganz dem Fotografieren verbliebener Videotheken und hat deshalb eine Crowdfunding-Kampagne dafür gestartet. Ihn zu unterstützen lohnt sich; sein Projekt mündet in der Produktion eines limitierten Fotobuches, das möglicherweise schon in wenigen Jahren ein Zeitzeugnis vergangener Alltagskultur sein wird.


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DIY Pop-Up Photos

07 Nov
Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

Flat pack, flat hair, flat soda. Flat out yuck.

Nothing good ever comes with just one level so it’s time for your photos to aim higher.

Step up and give your photos depth with a quick stack, a fold and a pop.

Pop-up photos make sweet keepsake gifts and will make any desk/wall/shelf look great.

Feel that? Another dimension awaits! (oohhh-oohhhh-hhoooh)

Learn How To Make Your Own Pop-Up Photos

(…)
Read the rest of DIY Pop-Up Photos (301 words)


© Erika for Photojojo, 2014. |
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6. November 2014

06 Nov

Ein Beitrag von: Suso Horbo

Frau mit dem Rücken zur Kamera und Telefonhörer über der Schulter.


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5. November 2014

05 Nov

Ein Beitrag von: Nuo Ng

Hochzeitspaar im eisigen Gebirge


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Interview mit Fotojournalist Florian Büttner

05 Nov

Ein Beitrag von: Florian Büttner

Florian Büttner hat sich mit seinen einfühlsamen Reportagen einen Namen gemacht hat. Er widmet sich immer wieder Themen, die ohne sein Kameraobjektiv nicht ans Licht der Öffentlichkeit geraten würden.

Ursprünglich brachte ihn seine Reiselust zur Fotografie, heute begeistert er als erfolgreicher Fotojournalist mit Veröffentlichungen in Magazinen wie GEO, dem Stern oder dem ZEIT-Magazin. Zusätzlich unterstützt er durch den Verkauf seiner Bilder soziale Projekte für Flüchtlinge und Straßenkinder. Im Interview erzählt er, wie er auf einer Nazi-Demo zu seinem Beruf fand und welche seiner Bilder ihm besonders wichtig sind.

Florian Büttner, was zeichnet Deiner Meinung nach einen guten Fotografen aus?

Erst einmal gibt es viele unterschiedliche Arten von Fotografen. Ein Werbe-Fotograf braucht andere Fähigkeiten als einer, der in Krisengebieten arbeitet. Ich kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung als Fotojournalist sprechen. Natürlich sollte man kreativ sein und braucht einen Sinn für Ästhetik und Komposition – neben technischen Fähigkeiten und dem Wissen, wann und wie man diese einsetzt – das ist Grundvoraussetzung.

Mindestens genau so wichtig ist aber der Umgang mit Menschen. Das klingt klischeehaft, aber meiner Erfahrung nach gibt es viele Situationen, in denen man ohne soziale Kompetenzen wie Humor und Sensibilität gar nicht erst in die Situation kommt, fotografieren zu können. Es braucht zunächst einmal Vertrauen und Sympathie, damit ein Protagonist – insbesondere jemand mit einem eher unkonventionellen Lebensentwurf – sich und seine Welt öffnet und seine Dokumentation zulässt. Das ist die Basis für eine gute Fotostrecke.

Was einen guten Fotografen außerdem noch auszeichnet, ist Biss. Nicht nur bei der Arbeit am Motiv oder wenn man sich mit einer Story auch mal quält, sondern besonders, wenn es um die Akquise geht. Wenn man ein Thema will, muss man dafür kämpfen, die Redaktionen nerven und lernen, sich dabei von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Notfalls muss man ein Projekt vorfinanzieren und darauf vertrauen, dass es so gut wird, dass man es später loswird.

Jemand sitzt traurig vor einer Wand.

Dokumentation der Situation der Flüchtlinge und die Räumung der Gerhard-Hauptmann-Schule in Berlin: Hafid sitzt in einem der Flure der GHS.

Wie ist es Dir damit als freiberuflicher Fotograf ergangen?

Die ersten drei Jahre waren echt schwer und zäh. Ich kam von der Uni und hatte keinen Plan, wie das ganze Geschäft funktioniert. Akquise – Mappenrunden – Bürokratie. Ich musste erst lernen, hinter meinen Bildern zu stehen, diese selbstbewusst zu präsentieren und zu verteidigen. Gut fotografieren zu können allein reicht nicht, um sich zu etablieren. Man muss sich auch gut verkaufen können und das ist nicht so einfach.

Außerdem ist es schwer, aus dem ganzen Material für eine Story dann eine Auswahl zu treffen und eine finale Strecke zu legen. Das ist aber die halbe Miete! Zu verstehen, welche Bilder in eine Geschichte gehören, welche es braucht, um etwas zu erzählen und manchmal auch tolle Bilder rauszuschmeißen, weil sie die Story nicht weiterbringen, sind einige der wichtigsten Fähigkeiten des Fotojournalisten überhaupt.

?Ich kann das bei Kollegen immer gut und schnell – hadere aber oft bei meinen eigenen Strecken, weil ich teilweise mit einem Motiv emotional zu verknüpft bin. Da ist es sehr sinnvoll, sich von Kollegen ein paar Meinungen zu holen.? Genauso wichtig und schwer ist es, ein Gespür für relevante Themen zu entwickeln.

Das beginnt mit dem persönlichen Interesse und führt auch zur Frage, für welche Magazine sich ein Thema eignet. Oft wundert man sich dann doch wieder, wie falsch man eine Story eingeschätzt hat oder wie gering das Interesse der Redaktionen ist. Mir hilft es dabei sehr, dass ich den Großteil meiner Themen gemeinsam mit freien Schreibern entwickle.

Ein Mann grillt in einem Haus Fleich auf seinem Grill.

Wie bist Du überhaupt zur Fotografie gekommen?

Ich bin keiner, der mit fünf Jahren schon die Kamera seines Vaters in die Hand bekommen hat und seither weiß, dass er Fotograf werden will. Das war bei mir ein bisschen pragmatischer. Ich bin nach dem Zivildienst viel durch Asien gereist und habe in der Zeit überlegt, was ich wohl machen könnte. Es sollte vor allem ein Beruf sein, bei dem ich reisen kann.

Ich habe dann gedacht: Reisejournalist fängt schon mal mit „Reise“ an, das kann ja nicht so verkehrt sein. Dann habe ich aber ein Praktikum bei zwei Bielefelder Fotografen – Veit Mette und Martin Brockhoff – gemacht. Meine erste Aufgabe war die Dokumentation einer Nazidemo in Bielefeld mit einer alten Nikon FM2 und einem 50-mm-Objektiv, schwarzweiß. Da habe ich wirklich etwas gespürt und danach wusste ich: Fotograf – das könnte echt was für mich sein.

Und was gefällt Dir daran besonders?

Ehrlich gesagt weiß ich heute erst zu schätzen, wie richtig diese Berufswahl für mich war. Ich kann relativ kreativ sein, ich komme viel herum, ich lerne sehr viele interessante Menschen kennen, bekomme Einblicke in verschiedenste Lebensweisen.

Die Kamera ist dabei manchmal wie ein goldener Schlüssel zum Leben anderer Menschen – für eine kurze Zeit erlaubt man mir einen tiefen Einblick. Außerdem bin ich relativ frei, was meinen Arbeitsalltag angeht und kann davon gut leben. Klingt doch ziemlich gut.

Demostration am Oranienplatz in Berlin.

Auf einer Demonstration hält ein Mann eine Flagge in der Hand.

Für Deine Arbeit kommst Du also viel herum. Du beschränkst Dich bei Deiner Themenwahl aber nicht nur aufs Ausland. Erst kürzlich hast Du im Magazin der Süddeutschen Zeitung eine Reportage über die Lebensumstände von Flüchtlingen in Deutschland veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Ich wollte schon lange eine Geschichte in Berlin machen, aber ich glaube, je länger ich an einem Ort lebe, desto abgestumpfter wird der Blick für das Besondere an ihm. Alles wird gewöhnlich, meine Antennen für Geschichten senden nicht mehr.

Irgendwann hat mir Christoph Cadenbach – Redakteur beim SZ-Magazin und ein guter Freund – von der Situation in der von Flüchtlingen bewohnten Berliner Gerhart-Hauptmann-Schule erzählt und mich mit dorthin genommen. Und eigentlich war mir am ersten Tag schon klar, dass diese Schule ein ganz besonderer Ort ist und dass hier sehr vieles, was gerade politisch in der Welt passiert, in einer Berliner Geschichte zusammen kommt. Ein Mikrokosmos der Flüchtlingsbewegung sozusagen.

Ich hatte im Vorfeld immer mal wieder etwas vom Protestcamp am Oranienplatz und den Protestmärschen gehört, mich aber immer nur passiv damit auseinandergesetzt. Hier war das sofort anders, ich war schnell überwältigt von so viel Input auf so vielen Ebenen. Ich wusste aber auch sehr schnell, dass es extrem schwierig würde, dort zu fotografieren.

Eine Hand, ein Zaun und Polizei in kompletter Montur mit Schlagstöcken.

Während der in dem Artikel beschriebenen Räumung der Schule war Journalisten der Zugang zum Gebäude verboten. Du hast trotzdem fotografiert. Wie war das für Dich?

Am Montag hörte man erste Gerüchte über eine unmittelbar bevorstehende Räumung. Es hieß, der Senat oder der Bezirk sollten am nächsten Morgen um 9 Uhr tagen und darüber entscheiden. Am nächsten Morgen um 9.30 Uhr sind bestimmt 30, 40 Wannen an meinem Fenster in der Hermannstraße vorbeigefahren und da wusste ich, was los war – und dass es verdammt knapp würde jetzt.

Die Entscheidung des Senats muss also schon lange vorher gefallen sein, denn viele der Polizisten waren aus anderen Bundesländern – die bestellt man nicht mal so eben, wenn man nicht weiß, wie das Ergebnis aussieht. Ich hab also meine Kamera geschnappt, zwei Karten und zwei Batterien, habe mich aufs Fahrrad geschwungen und als ich ankam, war alles schon abgesperrt – aber noch ein wenig unorganisiert.

Klar war, die Presse darf noch nicht einmal vor die Schule. Letztendlich hatte ich Glück mit dem Timing. Ich bin im richtigen Moment über einen Hinterhof und dann über eine Mauer direkt auf den Schulhof gelangt. Da herrschte überall Chaos und Verwirrung. Der Bezirkspressesprecher, beschützt von einem Haufen Bodyguards, rannte da durchs Haus und versuchte, Zettel mit den Räumungsbedingungen zu verteilen.

Er sprach immer wieder von „freiwillig“ und „Angebot“, während die erste gepanzerte Hundertschaft sich bereits im Erdgeschoss der Schule aufgestellt hatte. Auch das BKA war da mit mindestens 25 Mann, Knarren und Schlagstöcken. Dann kam Baustadtrat Panhoff mit einer schusssicheren Weste und versuchte, die Bedingungen zu erklären.

In der Schule stehen sich Flüchtlinge und Polizisten gegenüber.

Entgegen der Behauptung der Politik war die Polizei bereits kampfbereit im Erdgeschoss der Schule.

Auf dem Dach der Schule stehen Menschen.

Irgendwann schrie alles nur noch durcheinander. Fast eskaliert wäre die Situation, als das BKA dann in die Schule hinein und die Flüchtlinge die Tür verschließen wollten. Ich weiß nicht, ob meine Anwesenheit und die Dokumentation dieser verbalen Scharmützel dazu beigetragen haben, dass nicht härter vorgegangen wurde von Seiten der Polizei.

Gefallen hat es den Verantwortlichen zumindest nicht. Die haben versucht, mich entfernen zu lassen, aber die Flüchtlinge haben sich dazwischen gestellt. Ich habe in dem Moment auch eine starke Verantwortung gefühlt, da zu sein und mögliche unangemessene Gewalt der Behörden zu dokumentieren. Am Nachmittag haben es noch ein paar weitere Presseleute ins Gebäude geschafft, unter anderem Christoph Cadenbach.

Wir beide haben in der großen Aula übernachtet, wo am Tag vorher noch über 70 Flüchtlinge geschlafen haben. Wir haben eigentlich fest damit gerechnet, dass die Polizei stürmt. Das war schon sehr nervenaufreibend, geschlafen habe ich jedenfalls nicht.

Menschen in einem Raum reden miteiander.

Hans-Christian Ströbele versucht, mit den Flüchtlingen zu verhandeln.

Ein Mann schaut traurig in die Kamera.

Denkst Du, dass Du mit Projekten wie diesem etwas verändern kannst?

Naja, sagen wir: Ich glaube gern daran – auch, wenn ich durch diese Veröffentlichungen wahrscheinlich erst einmal nur auf ein Problem oder eine Situation aufmerksam mache und das vielleicht auch nur bei vergleichsweise wenigen Menschen. Ob so ein Stein je eine richtige Lawine ins Rollen bringt, das weiß ich nie. In Bezug auf die Flüchtlingsgeschichte in Berlin ist es mir wichtig, dass die Leute, die die Geschichte lesen und die Bilder sehen, ihr Herz ein wenig öffnen und etwas mehr Solidarität zeigen.

Die Flüchtlinge sind keine Nummern, die zufällig auf Lampedusa stranden – die wollen nicht nach Europa wegen der Kultur, weil sie mal den Rhein runterschippern oder den Eiffelturm besteigen wollen. Die meisten würden viel lieber in ihrer Heimat bleiben und dort eine Familie gründen. Und – ob es nun Kriege, Diktaturen oder wirtschaftliche Gründe sind, die die Menschen dazu treiben, ihr Leben aufs Spiel zu setzten – unsere westliche Gesellschaft und ihr Konsumhunger sind Ursache und Motor hinter dieser Dynamik.

Jemand betet in einem Raum.

Eine Person macht Sport.

Was sind denn Deine nächsten fotografischen Ziele?

Das frage ich mich auch manchmal: Was will ich eigentlich genau erreichen? Klar habe ich immer kleinere Ziele, aber die sind nicht gerade karriereorientiert. Es fing meistens an mit dem Wunsch, einmal in der GEO, im SZ-Magazin oder im Stern zu erscheinen. Und als ich das geschafft hatte, war ich natürlich erst einmal sehr stolz. Aber der Moment des Genießens ist schnell vorbei, wenn ich neue Veröffentlichungen in der Hand halte.

Ich glaube, je älter ich werde, desto wichtiger wird die kompromisslose Verwirklichung bestimmter Ziele im Gegensatz zum kurzen Erfolgsmoment. Deshalb nehme ich mir aktuell eher vor, bestimmte Länder zu bereisen, ein bestimmtes Thema umzusetzen oder mal auf einem großen Festival ausgestellt zu werden. Aber im Großen und Ganzen bin ich einfach froh, dass ich das machen darf, was ich mache – denn es macht mir viel Spaß.


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