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Archive for the ‘Equipment’ Category

21. Türchen: Epson

21 Dec

Epson Fotodrucker

21. Türchen

Erst dieses Jahr auf der Photokina vorgestellt, steht der Epson SureColor SC-P600 heute in unserem Türchen. Mit ihm könnt Ihr hochwertige Fotodrucke bis zur A3+-Größe produzieren. Ihr müsst oft Eure Fotos ausdrucken lassen? Mit diesem Drucker macht Ihr Euch selbstständig und druckt demnächst bequem von zu Hause aus.

Der SureColor SC-P600 druckt sehr schnell und fertigt einen A3+-großen Bogen in nur 153 Sekunden an. Zwei Papierzuführungen ermöglichen Ausdrucke auf verschiedenen Foto- und Künstlerpapieren wie Leinwand und auch dicken Materialien von bis zu 1,3 mm Stärke. Ein Rollenpapierhalter erlaubt den einfachen Druck von Panoramabildern.

Epson Fotodrucker

Über ein 6,8 cm großes Farbdisplay ist der Drucker auch ohne Computer einfach zu bedienen. Er verfügt über einen WLAN-Anschluss. In ihm kommen zudem die neu entwickelten UltraChrome-HD-Tinten mit insgesamt neun Farben (CMY, lm, lc, lg, llg Matte- und Photoblack) zum Einsatz, die einen sehr weiten Farbraum abdecken und auf geeigneten Papieren die bis dato höchste Schwarzdichte im A3+-Fotodruck erlauben. Er ist für einen Preis von 769,00 € erhältlich.

Um den Epson SureColor SC-P600 zu gewinnen, schreibe einen Kommentar unter bürgerlichem Namen und gültiger E-Mail-Adresse bis heute um 24 Uhr. Danach verlosen wir ihn per Zufallsgenerator unter allen Kommentatoren. Die genauen Gewinnspielregeln findest Du hier. Viel Glück!


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Die 5 Videos des Monats

21 Dec

Video © Aileen Wessely

Die Beschäftigung mit Fotografie muss nicht nur in Bildgalerien oder Texten stattfinden – auch das bewegte Bild eignet sich perfekt. An dieser Stelle zeigen wir Euch in Zukunft einmal im Monat eine bunte, handverlesene Wundertüte aus fünf sehr sehenswerten Videos, die wir in den Weiten des Internets gefunden haben: Kunst, Interviews, Tutorials, Dokumentationen und mehr. Film ab für die erste Ausgabe.

 

1. Blackout City

Haben wir nicht schon genug Timelapse-Videos gesehen? Nicht, wenn sie so gut sind wie dieses: Nicholas Buer sammelt seit Jahren an verschiedenen Orten Bildmaterial, um es zu einem Film zusammenzufügen, der die dauerbeleuchtete Stadt London so zeigt, wie man sie in Wahrheit nie zu Gesicht bekommt: Unter dem Sternenhimmel bei kompletter Dunkelheit. Das Ergebnis ist eindrucksvoll.

• Weiterführender Link: Auch die Landschaftsfotografie von Nicolas ist sehr sehenswert.

 

2. Celluloid

Der Videokünstler Marco Brambilla dreht einen kurzen Film eines tanzenden Liebespaars und überlagert die einzelnen Frames digital mit Film-Ageing-Effekten. Das Ergebnis? Ein wundervolles Stück Kunst, das an einer beliebigen Stelle pausiert werden kann und jeweils ein tolles abstraktes Bild ergibt. Unbedingt anguckenswert.

 

3. Der Fotobuch-Salon: „Purity“ von David Magnusson

Ein äußerst spannendes Format: In ganzen neunzig Minuten besprechen Damian Zimmermann (Photoszene), Markus Schaden (Schaden.com), Wolfgang Zurborn (Lichtblick School), Oliver Rausch und Frank Dürrach (Fotoakademie-Koeln) in Anlehnung an „Das literarische Quartett“ in jeder Folge ein Fotobuch. In der ersten Ausgabe geht es um das umstrittene Buch „Purity“ von David Magnusson.

• Weiterführender Link: Ein Interview mit David Magnusson bei Spiegel Online.

 

4. The Art Of Photography: Martin Munkácsi

Auf dem generell abonnierenswerten YouTube-Channel des Video-Podcasts The Art Of Photography wird der in Ungarn geborene Fotograf Martin Munkácsi vorgestellt, der als Reportage- und Fashion-Fotograf zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts zählt. Wir bekommen einen ausführlichen Einblick in das Leben und sehen sehr viele Bilder des extrem vielseitigen Fotografen, der als Einfluss von Henri Cartier-Bresson gilt.

• Weiterführender Link: Auf The Art Of Photography gibt es unheimlich viele gute Inhalte.

 

5. Methods in Macro Photography

Der talentierte Makro-Fotograf Thomas Shahan nimmt uns mit auf eine seiner Fototouren und erklärt seinen Weg, um gute Makro-Bilder von Insekten zu machen. Besonders hilfreich für jeden, denn dein Ansatz und sein Equipment sind oft selbstgebastelt, Lo-Fi und es ist sehr erstaunlich, was er bereits mit einem umgekehrten Objektiv, einem selbstgebastelten Diffusor und dem internen Blitz erreicht.

• Weiterführender Link: Ein Artikel mit ausführlicheren Informationen über Umkehrringe für erschwingliche Makro-Fotografie.

 

Die Bonus-Links

• Ganze 200 kostenlose Dokumentationen hat Open Culture gesammelt. Darunter auch viel über Fotografie.

• Leider nicht einbettbar, trotzdem sehr sehenswert: Der spanische Fotograf Alberto García-Alix über seine Fotografie.

• Mit Artikel: Kenji Yamaguchi ist so etwas wie der Daniel Düsentrieb von National Geographic und baut Spezialanfertigungen für die Fotografen, die etwas ausgefallenere Ansprüche haben.

 

Welche sehenswerten Videos rund um die Fotografie habt Ihr in der letzten Zeit gefunden, die wir vergessen haben? Sagt es uns auf Twitter oder in den Kommentaren.


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20. Dezember 2014

21 Dec

Das Bild des Tages von: Johannes Carolus

Mann schwimmt im Wasser. Perspektive von oben.

Fotolinks des Tages

1. Krypto-Fotografie im Aufkommen

Das Wort „Datenverschlüsselung“ ist heutzutage in aller Munde und die Sicherheit der eigenen Privatsphäre ist im Kontext der globalen Überwachung sehr gefragt. So drängt sich die Frage auf, ob Verschlüsselung nicht auch im Bereich der Fototechnik möglich ist. Einem Hacker mit dem Namen „Hickok“ ist es nun gelungen, einen Prototyp zu bauen, indem er Linux-basierte Firmware auf eine Samsung NX3000 spielte, die ein solches Unterfangen zulässt. Damit können nur Menschen, die das eingerichtete Passwort kennen, aufgenommene Fotos einsehen. Gerade im Bereich des investigativen Fotojournalismus kann eine auf diese Weise modifizierte Kamera verhindern, dass Behörden Fotos überprüfen können. Laut Hickok kann die Kamera gestohlen werden, Diebe gehen dabei jedoch leer aus. Ob die frei zum Download stehende Software auch auf anderen Kameras aus der Samsung-Reihe läuft, ist zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt. Dies dürfte nur eine Frage von (sehr) kurzer Zeit sein. → ansehen

+ Hackaday klärt die Frage, ob Fotos ohne Passwort kopiert werden können.

2. Rennomierte Foto-Editoren und Fotografen nennen wichtige Fotobände 2014

Fotobücher waren wohl noch nie so beliebt, wie 2014. Es ist also nicht verwunderlich, dass Best-Of-Listen auch dieses Jahr von Fotobuch-Listen dominiert werden. Die „Vogue Italia“-Fotoabteilung bat Fotografen, Editoren und Künstler, zwischen drei und fünf Fotobücher auszuwählen, die 2014 essentiell waren. Bei den Personen handelt es sich um anerkannte Persönlichkeiten wie den Magnum-Fotografen Peter Van Agtmael, TIME-Foto-Chefredakteur Mikko Takkunen, World-Press-Award-Juror David Campbell und viele andere. Somit erfreut sich diese Liste großer Relevanz und wird manchen Geldbeutel um ein paar Euro erleichtern. Was bei näherer Betrachtung etwas sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass Joel Meyerowitz nur zwei Bücher nennt, und prompt sein eigenes Buch empfiehlt. → ansehen

3. Woher kommt der Weihnachtsschmuck?

Mittlerweile wird wohl ein Großteil unserer Wohnungen mit Weihnachtsschmuck verziert sein. Doch wenn man gerade einen roten Stiefel in der Hand hält, könnte die Frage auftauchen, wo der denn eigentlich herkommt. The Guardian hat recherchiert und ist dem Weihnachtsschmuck auf die Schliche gekommen. 60 % des global genutzten Schmucks wird in einem Ort in China hergestellt, der 600 Firmen beherbergt und in dem hauptsächlich Migranten für 250 bis 380 € pro Monat 12 Stunden am Tag arbeiten. Unter welchen Umständen die Arbeiter produzieren, was wir uns in der Adventszeit an Türen, Fenster und Bäume hängen, und warum wohl mehr Chinesen den Weihnachtsmann als Jesus kennen, darüber informiert dieser ausführliche Artikel, der mit ein paar sehr deutlichen Aufnahmen einen Blick hinter die Kulissen des Weihnachtsfestes zulässt. → ansehen

+ Die chinesische Nachrichtenseite Sina News zeigt viele der vor Ort gemachten Fotos in höherer Auflösung.


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Die Abenteuer von Wolfgang dem Wolfshund

20 Dec

© John Stortz

Wer auf Reisen geht, der kann eine gute Begleitung gebrauchen. Der amerikanische Illustrator und Fotograf John Stortz fand seine Begleitung vor zwei Jahren in einem Tierheim: Einen weißen Wolfshund mit dem passenden Namen Wolfgang. Gemeinsam reisen sie seitdem quer durch die USA und erleben Abenteuer.

Dabei ist Wolfgang nicht nur ein treuer Begleiter, sondern auch ein prima Fotomodell. In Johns Bildern steht er vor beeindruckenden Landschaften, rennt über Baumstämme und trabt durch seichte Gewässer. Beim Anblick dieser Fotos möchte man selbst am liebsten gleich auf Wanderschaft gehen und einen ebenso tollen Freund finden.

Wolfshund springt über das Wasser und spiegelt sich darin.

Ein weißer Wolfshund steht im Wasser.

Ein Hund rennt über eine Wiese. Im Hintergrund eine Holzhütte.

Hund sitzt in einem Lichtschein vor dem Sternenhimmel.

Hund rennt auf die Kamera zu.

Ein Hund setzt zum Sprung an. Dahinter ein Waldsee.

Ein Hund ballanciert auf Baumstämmen.

Ein Hund sitzt auf einer Wiese vor einem Gebirge.

Ein Hund rennt über einen im Wasser liegenden Baumstamm.

Hund sitzt auf einer Straße.

Hund sitzt auf einem Baumstamm und sieht in die Landschaft.

Hund auf einer gelben Wiese im Nebel.

Hund in einem gefrorenen Wald.

Hund rennt einen Holzpfad entlang.

Hund sitzt im Wald. Durch die Baume bricht das Sonnenlicht.

Hund steht auf einem Fels und sie in die Flusslandschaft hinunter.

Wer die beiden weiter auf ihren Abenteuern begleiten möchte, kann Johns Bildern auf Instagram oder Tumblr folgen. Wer sich für Drucke oder die Illustrationen von John interessiert, sollte in seinem Shop vorbeischauen.


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Lost Place: Ein verlassenes Dorf

20 Dec

Verlassenes Dorf

Auf der Karte ist es eingezeichnet, der Weg führt von der Hauptstraße weg auf die Nebenstraße einer Nebenstraße. Eine kilometerlange Sackgasse, die am Meer endet. Eine hauptsächlich von Ziegen genutzte Straße führt zu einem in ein winziges Tal gebettetes Dorf, das nur noch wenig Leben beherbergt. Umgeben von idyllischer Natur, Bergen und dem Blick auf das offene Meer in der Ferne strahlt es eine verstörende Ruhe aus.

Bereits von der Abzweigung der Hauptstraße aus ist es zu sehen, schon auf Entfernung wirkt es befremdlich. Fährt man die einzige befahrbare Straße entlang durch das Dorf, begegnet man noch etwas Leben in Form von ein, zwei geparkten Autos und einem noch bewohnten Haus, umgeben von Pflanzenkübeln.

Häuserdächer im Grünen

Foto: Chris Hieronimus

Blanke Häuser und Wolken

Foto: Hanna Malou

Wir hatten davon gehört, dass es ein komplett verlassenes Dorf auf der anderen Seite dieser griechischen Insel geben soll. Der Mitarbeiter der Mietwagenfirma konnte uns vor der Abfahrt nichts darüber sagen, obwohl er aus der Gegend stammt, in der das Dorf liegt. Der Punkt auf der Karte deutet nicht auf eine verlassene Siedlung hin, es ist einfach ein Punkt wie alle anderen.

Aber gut, wir waren entschlossen, es selbst herauszufinden. Nach einigen Stunden Fahrt an malerischer Küste und gemütlichen kleinen Dörfern vorbei, einige Kilometer hinter der letzten größeren Stadt und nach einigen unbeabsichtigt gefahrenen Schleifen biegen wir an der richtigen Abzweigung ab und fahren einmal durch den kurzen Straßenabschnitt, der durch das Dorf führt. Begeisterung macht sich breit.

Am Ortsausgang führt ein Weg ins eigentliche Dorf hinein, dort lassen wir unser Auto nach wenigen Metern stehen. Die Wege im Dorf sind nicht für Fahrzeuge gemacht. Das erste Haus ist verschlossen, eine rostige Treppe führt hoch aufs Dach, so wie bei vielen anderen Häusern im Dorf. Wir gehen hinauf. Vom Dach aus bietet sich uns ein großartiger Blick über das ganze Dorf und das kleine Tal, in dem wir uns befinden.

Es müssen um die 150 Häuser sein, die teilweise offen stehen, teils fest verschlossen sind. Manche sind eingestürzt, andere gut erhalten. Die Kirche im Dorf ist seltsamerweise frisch renoviert, glänzt mit neuen Fenstern und macht einen gepflegten Eindruck.

Ein verlassenes Dorf

Foto: Hanna Malou

Ein verlassenes Dorf

Foto: Chris Hieronimus

Auf dem weiteren Weg ins Dorf stoßen wir schnell an eine Absperrung, hinter der sich ein Bewässerungssystem von Gartenschläuchen ausbreitet, das eine Vielzahl an Pflanzen, Blumen und kleinen Beeten versorgt. Die wenigen Menschen, die hier noch leben, haben sich inmitten der Ruinen kleine Oasen einrichtet. Dieses erste bewohnte Haus ist recht weit oben, mit Zugang zur Straße. Ein weiteres bewohntes Haus entdecken wir mitten im Kern des Dorfes, nachdem wir an vielen verlassenen Häusern und Ruinen vorbei gegangen sind.

Die Bewohner sehen wir nicht, wir hören sie nur ab und zu, zwischen Ziegen und Hundegebell. Unweigerlich fragen wir uns, wer hier noch lebt und warum. Weshalb lebt man in einem großen, nahezu menschenleeren Dorf, das zum Großteil der Verwitterung preisgegeben ist? Teilweise geht die Fantasie mit uns durch, als wären wir Jugendliche in einem Abenteuer-Roman.

Wurden die Häuser vielleicht überhaupt nicht verlassen, sondern ihre Bewohner verstarben nach und nach? Auf der Insel gibt es sicher Schwierigkeiten damit, den Nachwuchs zu halten. Vermutlich zieht es die Jugend in die wenigen Städte oder aufs Festland. Es ist nachvollziehbar, dass dieses kleine Dorf zwar dank malerischer Umgebung in völliger Ruhe liegt, aber als dauerhafter Wohnort wenig attraktiv ist und kaum Chancen bietet, mit seinem Leben etwas anzufangen.

Zwei Menschen auf einem Dach

Foto: Chris Hieronimus

Wir finden einige Dokumente, Briefe und Zeitungen, die auf 1995 datiert sind und schließen daraus, dass das Dorf bis dahin bewohnt war. Das wiederum spricht eher dafür, dass es doch einen Zeitpunkt gab, an dem die verbliebenen Dorfbewohner sich entschlossen haben, wegzuziehen. Sind die wenigen Menschen, die heute hier leben, übrig geblieben oder haben sie sich später in dem verlassenen Dorf nieder gelassen? Wir möchten als Besucher nicht stören und machen daher einen Bogen um die Grünanlagen der Leute. Es wird recht früh dunkel, daher entschließen wir uns dazu, die Nacht im Dorf zu verbringen.

Es gibt einfach viel zu viel zu entdecken, als dass wir nach wenigen Stunden schon wieder fahren könnten. Wir wandern also durch das Dorf, untersuchen Häuser nach offenen Türen und Fenstern. Leider sind die offenen Häuser nicht in einem Zustand, der es erlauben würde, darin ein Lager aufzuschlagen. Da das Tal aber völlig windstill ist, gehen wir zurück auf das Dach des ersten Hauses und stellen unser Zelt auf. Die Dämmerung macht das Dorf nicht unbedingt freundlicher.

Die Geräusche der Ziegen, Katzen, Hunde und der Menschen lassen sich nicht genau zuordnen, wir sitzen also auf dem Dach und haben ein mulmiges Gefühl im Bauch. Der Entdeckergeist und das rationale Denken ergeben sich schließlich der Paranoia, spätestens als irgendein lautes Geräusch durch das Tal schallt, zu dem jeder von uns dreien eine andere Assoziation hat.

Ein Hochzeitsfoto auf einer Keksdose

Foto: Chris Hieronimus

Ein Bild an der Wand

Foto: Hanna Malou

Wir entscheiden uns dennoch für einen Nachtspaziergang durch das Dorf. Das Licht der wenigen Laternen ist ausreichend und wir wollen uns die Kirche gern näher anschauen. Der einzige Weg zur Kirche führt an einem der noch bewohnten Häuser vorbei, aus dem Stimmen und klapperndes Geschirr zu hören sind. Ein Mann füttert die Katzen. Auf dem Rückweg machen wir dennoch einen Bogen um das Haus und klettern über eine Ruine. Die Paranoia gewinnt.

Den entspannten Abend auf dem Häuserdach hätte nur ein Lagerfeuer noch aufwerten können. Wir sind versorgt mit lokalen Früchten und blicken in die Ferne, wo im Dunkeln der Übergang von Meer zu Horizont verschwimmt. Unsere Stimmung wird getragen von der Bewunderung für die Schönheit dieses Ortes und zugleich der Verwunderung über die Paradoxien, die sich uns nicht erschließen.

Am nächsten Morgen weicht die Paranoia der warmen Morgensonne. Das zuvor an der Straße geparkte Auto steht mit laufendem Motor neben unserem Mietwagen. Von unserem Dach aus beobachten wir und fragen uns, was vor sich geht. Haben wir jemanden mit unserer Anwesenheit verärgert? Ein Mädchen steigt mit ihrem rosa Rucksack aus dem Wagen, läuft vor zur Straße und steigt in den Schulbus ein, der sie die Hügel hinauf mitnimmt.

Verlassene Küche

Ein Fernseher auf einem Herd

Fotos: Chris Hieronimus

Wir spazieren erneut durch das Dorf, dieses Mal im Hellen. Über Dächer, Balkone und durch offene Fenster kletternd finden wir in vielen Häusern Spuren der Menschen, die sie einst bewohnten. Fotos, Briefe, Tagebücher und persönliche Gegenstände, teilweise vollständig eingerichtete Zimmer mit Schränken samt kompletter Garderobe. Warum wurden so viele persönliche Gegenstände zurückgelassen? Wer würde sein Haus verlassen, aber Tagebücher und Hochzeitsfotos nicht mitnehmen?

Auf einem Balkon weiter oben steht ein Mann und raucht eine morgendlich Zigarette. Wir grüßen und spazieren weiter. Ein weißer Bus fährt durch das Dorf, den wir später einige Kilometer weiter wiedertreffen. Zwischen zwei halb eingestürzten Gebäuden pflücken wir einige reife Granatäpfel vom Baum und essen sie in der warmen Sonne auf „unserem“ Dach. Dann verabschieden wir uns von diesem seltsamen Ort, unsere offenen Fragen nehmen wir mit.

Ein verlassenes Zimmer

Kaputte Schuhe

Fotos: Hanna Malou

Der Besitzer des weißen Busses ist Obsthändler im nächsten Dorf. Er hat uns auf dem Dach zelten sehen, sagt er lachend. Über die Geschichte des Dorfes kann er uns auch nicht viel sagen, was zum Teil auch der Sprachbarriere geschuldet ist. Die Menschen sind einfach irgendwann gegangen, sagt er. Er lässt uns von dem köstlichen, lokalen Honig probieren, wir kaufen Obst und Gemüse und machen uns wieder auf den Weg.


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19. Türchen: Walimex

20 Dec

walimex pro Einsteiger Set

19. Türchen

Unsere Türchen werden immer größer und schon heute passt der Gewinn kaum noch unter einen normalen Weihnachtsbaum, denn die Firma Walimex hat nicht nur ein einfaches Studiozubehör zur Verfügung gestellt, sondern ein ganzes Studio-Set für ambitionierte Hobbyfotografen.

Im „Walimex pro VC-300 Excellence Einsteiger Set“ enthalten ist eine leistungsstarke VC Excellence Blitzleuchte mit 300 Ws und integriertem Empfänger, einem weißen Durchlichtschirm und einem sehr stabilen Lampenstativ. Alles, was man für einfache Lichtsetups braucht. Die Ausrüstung ist leicht und schnell verstaut, wodurch sich das Set auch für Aufnahmen außer Haus eignet.

Alle Einstellungen wie Blitzleistung oder Einstelllicht können bequem per Tastenklick über den separat erhältlichen Funkauslöser vorgenommen werden oder auch über das übersichtliche und benutzerfreundliche Bedienpanel am Blitz selbst. Die Leistung ist von 1/1 bis 1/32 regelbar und genauso wie das 150 W Einstelllicht stufenlos und proportional einstellbar.

walimex pro VC-300 Excellence Einsteiger SetWalimex Pro First Steps Studio Schulungs-DVD

Obendrauf legt Walimex noch die Schulungs-DVD „Walimex Pro First Steps Studio“, sodass Ihr direkt kreativ werden könnt. Die DVD bietet drei Stunden Material mit zahlreichen Tipps und Tricks für die ersten Schritte im Studio und zehn beispielhafte Licht-Setups für verschiedene Bildergebnisse.

Die DVD hat einen Wert von 34,99 €, das Studio-Set kostet 319 €. Über beides zusammen kann sich unser heutiger Gewinner freuen. Viel Glück!

Um das Set zu gewinnen, schreibe einen Kommentar unter bürgerlichem Namen und gültiger E-Mail-Adresse bis heute um 24 Uhr. Danach verlosen wir es per Zufallsgenerator unter allen Kommentatoren. Die genauen Gewinnspielregeln findest Du hier. Viel Glück!


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19. Dezember 2014

20 Dec

Das Bild des Tages von: sinnen

Eine Frau mit Christbaumkugeln auf dem Kopf.

Fotolinks des Tages

1. Dezentrale Fluchtlicht-Impressionen

Was macht eigentlich Flutlicht? „Klar, es beleuchtet ein Fußballstadion.“ Falsch. Es beleuchtet noch viel mehr, nämlich anliegende Nachbarschaften. Christoph Buckstegen hat sich diesem Phänomen angenommen und eine ungewohnte Sicht auf Fußball-Städte dokumentiert. Gerade weil Buckstegen keine erkennbare Bildbearbeitung betreibt, wirkt das surreale Licht umso glaubwürdiger und überzieht die Stadtlandschaften mit einer Art Magie. → ansehen

+ Für Neugierige liegt im Spielmacher-Verlag das zugehörige Fotobuch* bereit, das auch unter dem Christbaumlicht eine gute Figur macht.

2. New York City U-Bahn, 1966

Wer bei Fotos von der New Yorker U-Bahn sofort an Bruce Davidson und seine Blitz-Portraits von Passanten denken muss, kann nun seinen Horizont um Aufnahmen von Danny Lyon erweitern. Dieser war einige Jahre früher dran und das sieht man nicht nur am Kleidungsstil der abgebildeten Menschen, sondern auch an der Tatsache, dass die U-Bahnen noch nicht vollständig „zugetagt“ waren. Da Lyon keinen Blitz benutzte, wirken die Aufnahmen um einiges natürlicher als bei Davidson und bekommen dadurch einen unverwechselbaren Charme. → ansehen

3. Flickr lenkt ein

Vor einem Monat traf Flickr eine Entscheidung, die auf sehr viel Widerstand in der Community stoß und international für Aufregung sorgte: Nutzer sollten Bilder als Prints bestellen können, die unter CC-Lizens standen und nicht direkt zum Verkauf angeboten wurden. Nachdem der Aufschrei nicht abriss, gab Flickr nun bekannt, dass zwar weiterhin Fotos bestellt werden können, nicht mehr aber Fotos, die CC-lizensiert sind. Verkäufe werden rückwirkend vergütet. Es zeigt sich also, dass Flickr (Yahoo) durchaus auf seine Nutzer hört und gegebenenfalls einlenkt. → ansehen

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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18. Türchen: Wacom

19 Dec

Wacom Tablet

18. Türchen

Heute gibt es etwas für alle Kreativen: Das Intuos Pro M von Wacom verbirgt sich hinter unserem 18. Türchen und bietet Euch unter anderem die Möglichkeit, Fotografien nachträglich mit dem Stifttablett am Computer zu individualisieren.

Der Wacom Grip Pen mit 2048 Druckstufen und Neigungswinkelerkennung erlaubt es, mit der gewohnten Präzision traditioneller Stifte zu arbeiten, während sich durch die verbesserten Multi-Touch-Gesten Bilder ganz natürlich verschieben und zoomen lassen. Die kabellose Anbindung macht die Handhabung zudem flexibel und bequem.

Wacom Logo

Der Gewinner profitiert zusätzlich von der aktuellen Wacom-Promoaktion und erhält das Intuos Pro inklusive gratis Extras wie einem Adobe Creative Cloud Komplett-Abo für 3 Monate, einem WhiteWall-Fotogeschenk-Gutschein im Wert von 50 € und einem Autodesk® SketchBook® 90-Tage-Pro-Abo. Das Tablet hat einen Wert von 349,00 €.

Um das Intuos Pro zu gewinnen, schreibe einen Kommentar unter bürgerlichem Namen und gültiger E-Mail-Adresse bis heute um 24 Uhr. Danach verlosen wir es per Zufallsgenerator unter allen Kommentatoren. Die genauen Gewinnspielregeln findest Du hier. Viel Glück!


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18. Dezember 2014

19 Dec

Das Bild des Tages von: Andreas Fusser

Fassade der neuen Messe in Basel.

Fotolinks des Tages

1. Opfer sexueller Übergriffe beim Militär

Als die Fotojournalistin Mary F. Calvert davon las, dass es 2012 beim amerikanischen Militär 26.000 sexuelle Übergriffe gab und nur eins von sieben Opfern diesen Umstand überhaupt meldet, war Calvert von den Zahlen berührt. Sie entschied sich, mit Opfern der Übergriffe ein Foto-Projekt zu machen. Calvert ging zu Anhörungen und lernte darüber Frauen kennen, die unter anderem deshalb, weil sie darüber sprachen, ihren Arbeitsplatz verloren. Frauen, die auch im Nachhinein sehr darunter litten, medikamentenabhängig und depressiv wurden. Unfassbar ist, dass die Webseite der Fotografin an mindestens zwei Air Force One Stützpunkten geblockt ist. → ansehen

2. Über die Gewinner des National Geographic Contests

Blick hinter die Kulissen: Was bewegt die Juroren des National Geographic Contests dazu, ein bestimmtes Bild abzulehnen und wie wird die finale Auswahl der fast 10.000 Fotos gemacht? In einem sehr spannenden und Einsicht gewährenden Video (ca. 5 Minuten) werden die letzten Entscheidungen des Teams transparent gemacht. Doch nicht nur das Video lohnt sich. Im Link findet sich zum Gewinnerbild ein Interview mit Brian Yen, der jede Menge Hintergrund-Informationen zur Bildentstehung preisgibt und erklärt, warum er keine anderen Bilder kommentiert und favorisiert. → ansehen

3. 3. Videoportrait über die junge Fotografin Flora Borsi

Die ungarische Fotografin Flora Borsi haben wir im Magazin bereits mit ihrer Fotoserie „des monstres“ vorgestellt. Die FAZ hat heute ein Video der Deutschen Welle über die junge Künstlerin geteilt. Diese macht bevorzugt Selbstportraits. Leider wird im Video kein Unterschied zwischen Selfies und Selbstportraits gemacht und es werden simple Handyschnappschüsse mit den Kunstwerken von Flora Borsi verglichen. Am Ende landet man bei der Frage, ob junge Menschen zu narzisstisch sind. Insgesamt aber dennoch sehenswert. → ansehen


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Die Redaktion stellt sich vor: Anne Henning

18 Dec

Mädchen steht vor Lichtkegel in Fensterform.

Achtung, eine knappe Zusammenfassung: Anne. Denkt viel, liest oft, schreibt gern. Verkopft. Arbeitet dennoch bevorzugt mit den Händen. Bildhauerin. Fotografin. Über diese Beziehung wird im Folgenden nachgedacht.

Fotografie ist ein Fenster. Durch dieses Fenster blicken wir allein oder gemeinsam auf eine Wirklichkeit da draußen, ganz als sei der Träger unseres Bildes transparent und zeige die Welt dahinter. Für mich ist dieses Fenster aber nicht transparent. Es ist sichtbar. Es ist Oberfläche, es ist Material, es ist Haptik.

Diese Oberfläche interessiert mich genauso wie die Welt dahinter. Ich finde es großartig, Bilder anzuschauen, aber genauso wichtig ist es für mich, sie zu berühren. Dahinter steht ein längerer Entwicklungsprozess, denn vor zehn Jahren, als ich angefangen habe, mit Verstand zu fotografieren, war mir das Medium noch nicht so wichtig.

Anknüpfend an die alte Kinderkamera, die ich zu Grundschulzeiten hatte und mit der ich alles um mich herum festhalten konnte, habe ich mir mit 16 eine analoge Canon zugelegt und wieder angefangen zu fotografieren. Schnell bin ich vom Kleinbild ins Mittelformat gewechselt, das Rechteck forderte von mir immer zu viele Entscheidungen, die ich im Quadrat nicht mehr treffen musste.

Islandpferde auf grüner Wiese mit Belichtungsfehler.

Ich habe angefangen, Kunst auf Lehramt zu studieren und bin dadurch zum ersten Mal mit der Dunkelkammer in Berührung gekommen. In Berührung! Denn erst durch das eigene Entwickeln, das Fühlen von Fotopapier und den Geruch von Chemie habe ich angefangen, mich bewusster mit der Thematik der Materialität auseinanderzusetzen.

Was ist dieses Foto, dieses Fenster? Was kann es überhaupt darstellen und ist nicht alles Dargestellte nur ein Scheinbild der Wirklichkeit, nur Spuren auf lichtempfindlichem Material? Was ist das für eine Oberfläche? Und was ist Inhalt, was ist Träger?

Schwarzweißtportrait eines Mädchens mit gescannter bunter Blume im Haar.

Ich habe mich in den nächsten Jahren phasenweise von der Fotografie distanzieren müssen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Ich studiere inzwischen in einer Bildhauerklasse an der Kunstakademie Düsseldorf und habe meine Antworten in der Bildhauerei gefunden. Hier gibt es keine Fenster oder Scheinbilder. Was ich aus Holz, Gips oder Metall baue, kann ich berühren, riechen, von allen Seiten betrachten.

Skulpturen kommen mir manchmal sehr viel ehrlicher als Fotografien vor und dennoch habe ich immer wieder das Gefühl, das beides wichtig ist und eigentlich gar nicht so unterschiedlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Ich musste nur genügend Gemeinsamkeiten finden, um mich auf beides einlassen zu können.

Ein Diptychon aus einem nach oben ragenden Baum und einer Holz-Filz-Arbeit.

Ein Gefühl oder eine Frage, die man sowohl durch ein Foto als auch durch eine Plastik beantworten kann.
Chemiefehler in der Dunkelkammer oder reißendes Holz, weil man es nicht lange genug getrocknet hatte – es sind beides Zufälle, die im jeweiligen Medium passieren, die wichtig sein können und manchmal sogar ähnliche Spuren hinterlassen.

Oder das Abfotografieren meiner dreidimensionalen Arbeiten, die auf Film ganz anders wirken als im Atelier, losgelöst von Zeit und Raum und manchmal ephemere Zwischenschritte festhalten, die es sonst gar nicht mehr gäbe.

Steine an dünnen Fäden aufgehangen.

Erst durch diese Schnittstellen habe ich den Wert des parallelen Arbeitens in beiden Medien schätzen gelernt und die Haptik als verbindendes Element für mich erkannt. Denn nicht nur in der Bildhauerei arbeite ich mit meinen Händen, auch in der Fotografie ist das möglich, es kommt nur darauf an, wie man ein Foto interpretiert. Ist das Fenster transparent oder sichtbar?

Für mich ist das ganz klar: Ein Negativ ist nicht nur eine Wiedergabe des aufgenommenen Moments in Komplementärfarben, es ist eine kleine Leinwand. Ich liebe es, nachträglich im Negativ zu arbeiten, durch Tesafilm, Flusen, Risse oder Löcher im Negativ entfaltet sich eine Art Vordergrund im Foto, es scheint, als schwebe das Element über dem Motiv, als habe das Bild eine neue Dimension erhalten und gewinne so an skulpturaler Qualität.

Und auch im Positiv reizt es mich, weiter zu denken. Analoge Bearbeitung durch Feuer, Stifte oder Hinzufügen von zusätzlichen Elementen verändert das Foto ganz ohne Photoshop.

Verkehrt herum stehendes Bild eines Mädchens auf einer Wiese, in die Risse gebrannt wurden.

Vielleicht liegt es an meiner täglichen Arbeit im Atelier, aber für mich gibt es so viele Schnittmengen zwischen Fotografie und Bildhauerei, dass es vor meinen Augen verschwimmt. Durch das Scannen meiner Negative verirren sich nachträglich bewusst oder zufällig Kleinigkeiten in meine Bilder, nehmen Raum ein, werden plastisch.

Das Weiterarbeiten am Foto, ob in der Dunkelkammer, am Negativ oder am Scanner, ist für mich wichtiger Teil des Prozesses, eben weil analoge Fotografie Material ist. Eben weil jedes Fenster auch eine Glasscheibe hat.

Hundebeine von hinten fotografiert und ein dunkles Loch in der Mitte.

Kürbispflanzen im Gras und viele Schnitte und Katzer im Bild.

Vor einiger Zeit fiel mir ein Zitat des italienischen Künstlers Lucio Fontana in die Hände. Eines, das seinen Balanceakt zwischen Malerei und Bildhauerei auf den Punkt definiert und mich nachhaltig beeindruckt hat:

Ich mache ein Loch in die Leinwand, um die überkommenen bildlichen Formeln hinter mir zu lassen, das Gemälde und die traditionelle Kunstauffassung und ich entfliehe im symbolischen, aber auch im materiellen Sinne dem Gefängnis der gatten Oberfläche.

Und im ganz Kleinen möchte auch ich meine Spuren unter der glatten Oberfläche des Fotos hinterlassen. Es ist mir wichtig, nicht nur festzuhalten, was ich sehe, sondern dies auch mit einer Handschrift, einem Fingerabdruck zu tun. Wie ich erzähle, ist genauso relevant wie das, was ich erzähle.

Mit inszenierter Fotografie kann ich wenig anfangen und auch sonst würde ich mich keinem klassischen Genre zuordnen. Ich denke, meine Arbeiten sind relativ verkopft, meistens stehen eine ganze Geschichte und einige durchdachte Nächte hinter einem Foto und selbst, wenn diese Geschichte manchmal auch nicht lesbar ist, habe ich sie doch erzählt und aus dem Kopf befreit.

Schöpfen kann ich dabei immer aus der Literatur. Lesen ist für mich die nahrhafteste Inspiration und dabei kann mich der Begleittext zu einem Bildband von Jannis Kounellis genauso versorgen wie die 70er-Jahre-Journale Peter Handkes*. Und in jedem Roman von Günter Grass finde ich ebenso gedankliche Anregung wie in Wolf Erlbruchs Kinderbüchern. Zwischen den Zeilen steht alles, man muss nur genau genug hinsehen.

Diptychon mit einem Schwarzweißakt und einer Person am Strand, mit ausgeschnittenem Loch in der Mitte.

In Kauf nehmen muss ich dafür, dass ich sehr langsam arbeite, dass ich mir viel Zeit lasse, eine Idee durchzudeklinieren, bevor ich den Film einlege und dann wird es doch ganz anders als geplant. Dass ich auch mal wochenlang nur Bilder denke, aber keine schieße.

Dass in so vielen Büchern Zettel kleben und auf so vielen Blättern Notizen stehen, dass ich sie unmöglich alle jemals umsetzen werde. Und dass ich die meisten meiner Fotos niemandem zeigen möchte, weil sie auch still und leise in einem Koffer liegend funktionieren.

Nur sehr selten entschließe ich mich, das eine oder andere Bild online zu zeigen, auszustellen oder gedruckt ins Atelier zu hängen. Vielleicht bin ich auch einfach zu kritisch. Aber ich arbeite daran.

Schwarzweißfoto eines Hand in die Wolle gecannt wurde.

Und wenn ich nicht daran arbeite, dann schreibe ich hier eben über Fotografie. Vorzugsweise über Phänomene, die mich aus dem heiteren Nichts gepackt haben und faszinieren. Gern über intermediale Positionen, da mich das auch in meinem Alltag beschäftigen. Oder über kunstwissenschaftlich angehauchte Themen, die ich hier zitieren und aufdröseln kann.

Ich hoffe, ich konnte und kann auch zukünftig kwerfeldein durch meinem Kopf bereichern. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Meine fotografische Entwicklung habe ich für das wunderschöne „I think we are alone now #3 – Magazin für analoge Fotografie“ nochmal etwas ausführlicher dargestellt. Das liebevoll gemacht Zine, über dessen letze Ausgabe hier auch schon berichtet wurde, kann ich aber ebenso für die anderen vier Beiträge sehr empfehlen. Bestellbar ist es für 4 € bei Weltschmerz Distro.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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