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Archive for the ‘Equipment’ Category

20. Januar 2015

21 Jan

Das Bild des Tages von: Fabian

Blick auf einen Marktplatz in Schwarzweiß

Fotolinks des Tages

1. Von Kameras, die keine sind

Dass Smartphone-Hersteller die Fotoindustrie sehr stark unter Ihre Fittiche nehmen, ist sicher keine Neuigkeit. So wundert es sicher keinen, dass Apple auch 2014 zu den führenden Unternehmen gehört, deren Kameras genutzt werden. Warum Chip also von einer „überraschenden Statistik“ spricht, können wir nicht ganz nachvollziehen, finden die Auseinandersetzung mit dem Thema jedoch wichtig. → ansehen

2. Offengelegte Sectio caesarea

In den letzten Tagen haben wir häufig über Menschen berichtet, die den Status-Quo der Fotografie hinterfragt oder einfach übergangen haben. Heute wurden wir in diesem Zuge auf den Franzosen Christian Berthelot aufmerksam, der Neugeborene unmittelbar nach einer (=Kaiserschnitt) fotografiert. Berthelots Aufnahmen werden von Rezipienten hitzig diskutiert, denn es stellt sich die Frage, ob dies wirklich sein muss. Wir finden: Ja, das darf sein, denn auch die Geburt ist ein Teil des Lebens, über die es gar nicht genug gute Fotografien geben kann. → ansehen

+ Auch der Stern hat die Thematik angeschnitten und stellt Bilder vor, die in der Klickstrecke auf Spiegel Online nicht zu sehen sind.

3. Von Professionen, Luft und Liebe

Kann man mit Leidenschaft für ein Thema realistisch davon ausgehen, auch beruflich in diesem Bereich Fuß zu fassen? Die Fotografin und Psychologin Jenna Martin bejaht dies, und zwar mit guten Argumenten. Sie ist der Auffassung, dass Leidenschaft über das normale Maß an Begeisterungsfähigkeit hinausgeht und sich die Frage nach dem Markt für die Tätigkeit dadurch löst, wie proaktiv die Sache angegangen wird. Unbedingt lesen. → ansehen


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Go-go GoPro Accessories

20 Jan

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© Erin for Photojojo, 2015. |
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Das Dunkle in mir

20 Jan

Eine Person mit bemaltem Rücken

Ein Beitrag von: Christoph Ermert

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da erschien mir alles geregelt und normal verlaufend. Ich fühlte mich in mir sicher und mein Handeln war souverän. Inzwischen kommt mir das vor wie ein fremdes Leben. Denn plötzlich sollte alles anders kommen und nicht nur diverse Umstände in meinem Leben änderten sich, sondern auch ganz viel an mir. Meine Komfortzone löste sich um mich herum auf.

Bis zu diesem Zeitpunkt war es mir immer gelungen, eine ganz bestimmte Sache fast komplett aus meinem Leben rauszuhalten: Gefühle. Je weniger ich an positiven als auch negativen Gefühlen zuließ, desto besser würde es mir gehen, dachte ich. Aus heutiger Sicht – naiv und dumm.

Mit stetiger Entwicklung und Auseinandersetzung mit mir selbst kam es zu mehr und mehr Gefühlen. Mehr als mir lieb waren und scheinbar auch mehr als ich ertragen konnte. Denn irgendwann sollte ich mich nicht nur am Boden meiner Wohnung, sondern gefühlt am Ende meines Lebens wiederfinden. Was ich hatte? Depressionen ­­– wie es später auch offiziell hieß.

Ein Mann im Tütü

Nach einiger Zeit war mir klar: Entweder das Ganze kostet mich mehr als ich habe oder ich muss meinen Stolz überwinden und mir Hilfe suchen. Ich entschied mich für Letzteres und begab mich in Therapie – ein Segen! Innerhalb der Therapie ging es unter anderem darum, zu beschreiben, wie es mir geht, wenn ich keine Kraft mehr habe, wenn ich nicht mehr an mich und an das Gute glaube.

Aber ich konnte und kann es kaum beschreiben, was ich empfinde und wie ich mich fühle. Wie kann ich davon reden, was mich derart an den Abgrund bringt? Wie soll ich mit Sprache darstellen, dass mir die Kraft zum Atmen fehlt? Wie soll ich Worte finden, wenn ich nichts Schönes an und in mir selbst finde? Sprache kreiert und schafft Neues. Aber was ist, wenn sich kein Material finden lässt, mit dem die Sprache arbeiten kann?

Einsamkeit, Passivität, Isolation – dies sind Schlagwörter, mit denen man eine Depression beschreiben kann. Doch nicht nur Betroffene sind sich im Klaren, dass dieser Versuch des Sprachgebrauchs, des Ringens um Worte einen erschöpft und unbefriedigt zurück lassen muss.

In Konfrontation mit der Krankheit selbst findet man sich meist in Angst und Hoffnungslosigkeit wieder, denn die wichtigste und entscheidendste Kommunikationsmöglichkeit mit der eigenen Umwelt wird einem verwehrt.

Ein Mensch kniet in der Erde

Also brauchte ich einen anderen Weg. Eine Möglichkeit, die mir und meiner Umwelt zeigt, was mit mir passiert, was ich empfinde. Der Plan war folgender: Wann immer ich unter dieser dunklen Wolke saß, sollte ich mir überlegen, wie das ganze als Foto aussehen würde.

Welche Haltung würde ich einnehmen? Wie sieht der Raum aus, in dem ich mich befinde? Welche Farben würden dominieren? Dies war und ist der erste Teil meiner Selbsttherapie und im Grunde der wichtigste und schwierigste, denn so schlecht es mir auch geht, ich muss mich auf mich konzentrieren, schauen wie es mir geht, ein Gefühl für mich bekommen.

Am Anfang kam mir das alles mehr als seltsam vor, denn nun musste ich mich meinen Gefühlen wirklich stellen und sie ausdrücken. Außerdem fehlte mir die Kraft, der Antrieb und der Glaube daran, mich darauf einzulassen.

Aber ich versuchte es trotzdem, machte mir Notizen und kleine Skizzen. Denn vieles, was ich in diesen dunklen Zeiten denke und erlebe, verschwindet später zusammen mit dem Nebel, da ich in der Dunkelheit zumeist nicht wirklich bei mir bin und alles wie in einem Traum erlebe.

Eine Person mit blankem Rücken

Der zweite Teil ist deutlich einfacher. Sobald es mir etwas besser geht, nehme ich meine Fotoausrüstung und suche mir einen Ort, an dem ich das Foto machen kann, baue alles auf, spiele etwas mit Perspektive, Belichtung und Fokus und bringe mich in Stellung.

Besonders perfektionistisch bin ich dabei nicht. Erstens würde es nicht zu mir passen und zweitens geht es mir selten um ein perfektes Bild, sondern darum, einen Ausdruck für das zu finden, was in mir ist. Und das ist selten perfekt.

Dass ich jedoch überhaupt anfange, produktiv zu werden, ist für mich ein wichtiger Schritt. Es gibt mir eine Aufgabe und das Gefühl, dass ich etwas schaffen kann. Aber auch die Bewegung, das Laufen durch den Wald und den Ort gibt mir wieder Augen für die Dinge, die ich zuvor nicht wahrnehmen konnte. Diese wiedergewonnene Sicht löst mich bereits ein Stück aus meiner Dunkelheit und Isolation.

Eine Person hinter einem Baum

Sobald ich mit dem Zwischenergebnis zufrieden bin, mache ich mich auf dem Weg nach Hause, setze mich an den PC und schiebe so lange an den Reglern von Lightroom, bis ich das Gefühl habe: Ja das kommt hin – das ist im Groben das, was ich haben wollte, das ist ein Teil von mir.

Danach kommt nur noch etwas Kleinarbeit, ich verlasse meinen PC und lasse das Foto im Vollbildmodus darauf. Nun gehe ich immer wieder an den PC und schaue, was der erste Eindruck mit mir macht und verändere die Kleinigkeiten, die nicht zur Stimmung passen. Irgendwann bin ich zufrieden, die Stimmung und dieser erste Eindruck, das alles passt zu mir.

Bäume und die Silhuette einer Person

Meistens drucke ich mir die Bilder aus, hänge sie in meine Wohnung und versuche dieses Wesen im Bild und diese Welt, in der es wandelt, zu verstehen. Dadurch werden die Bilder Warnzeichen für mich selbst. Sie erinnern mich daran, dass ich mich in diesen Zeiten verloren fühle und sie voller Schmerz sind.

Gleichzeitig sind die Bilder dadurch aber auch ein Antrieb, diese Zeiten so selten und so mild wie möglich zu erleben. Manchmal rauben die Bilder mir auch heute noch den Atem – ich bin sprachlos, was aus mir geworden ist und ich habe Angst, dass der Schmerz mit all seiner Wucht zurückkommt.

Aber ich sehe auch, was anders ist, wenn ich die entwickelten Bilder mit den ursprünglichen Bildern in meinem Kopf vergleiche. Oft komme ich zu einem interessanten Punkt: Fast alle Bilder sind nachher heller und freundlicher („freundlich“ ist sicherlich ein vollkommen falscher Begriff in diesem Zusammenhang) als es ursprünglich vor meinem Auge war. Heller und schärfer als ich mich gefühlt habe. Vermutlich ist es das, was mich letzten Endes ausmacht: Ich bin nicht nur dunkel, abseits und unscharf. Nein. An mir gibt es auch viel Gutes und Schönes.

Doppelbelichtung mit Rauch

Oft sind es eben zwei Welten, in denen ich mich bewege: Eine helle und eine dunkle Welt. Diese zwei Welten zu vereinen ist schwer, aber mein großes Ziel. Ich möchte diese Depression nicht mehr von mir wegschieben und so tun, als wenn sie eine Krankheit wäre, die sich mal eben mit Hilfe von Tabletten und Therapie kurieren lässt. Nein, das, was dunkel und beängstigend an mir ist, das bin eben auch ich.

Ich möchte, dass Freunde und Menschen, die mich lieben, mich als Ganzes, bestehend aus diesen zwei Welten, wahrnehmen. Ich möchte nicht mehr nur das Eine sein. Deshalb lasse ich sie meine Bilder sehen und stelle sie ins Internet. Ich strebe dabei nicht nach Anerkennung oder versuche, Mitleid zu erwecken – sondern ich versuche, mich mitzuteilen und somit Verständnis für meine Situation zu schaffen.

Seitdem ich diese zweite Seite an mir entdeckt habe und sie erkennbar ist, sind deutlich weniger Freunde um mich herum – denn ich bin wohl kompliziert. Oder zumindest ist es meine Situation. Aber die Menschen, die ich heute noch habe, sind die Menschen, die mir Geborgenheit geben.

Ein Mann liegt auf dem Schoß einer Frau

Ich möchte keinen Appell für diejenigen schreiben, denen es auch so geht wie mir, denn ich weiß nicht, inwieweit es anderen eine Hilfe sein kann, sich in Bildern auszudrücken und selbst zu sehen. Aber einen Appell habe ich doch: Es ist keine große Kunst, solche Bilder zu machen, aber eine große Kunst, Menschen in ihren Bildern als Ganzes zu sehen und zu verstehen.


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19. Januar 2015

20 Jan

Das Bild des Tages von: afineyoungman

Ein Haus vor einem Hügel.

Fotolinks des Tages

1. Eine komische Mischung

Den Freunden des Surreal-Kuriosen wird dies ein visuelles Festmahl sein: Bored Panda publizierte eine prächtige Reihe bizarrer Kabinett-Karten, die echte Fotografie und Illustration miteinander vermischt. Diese Serie, die vom Macher Colin Batty bei Bored Panda eingereicht wurde, ist deshalb so interessant, weil sie Gewöhnliches mit Ungewöhnlichem auf faszinierende Weise verbindet und sämtliche No-Gos ignoriert (man malt doch nicht auf alte Foto-Karten!). → ansehen

+ Falls Ihr Euch fragt, was mit Kabinett-Karten eigentlich gemeint ist, hilft ein Blick auf Wikipedia.

2. Liebe unterm Himmelszelt

Fotografen aus aller Welt sind derzeit hellauf begeistert, denn sie haben derzeit die Chance, den Kometen mit dem wunderschönen Namen „C/2014 Q2 Lovejoy“ auf Film oder Sensor zu bannen. Zwar ist das Wetter über Deutschland dieser Tage für solche Abenteuer ungeeignet und, naja, finden muss man das fliegende Wunder auch erst mal. Doch da kommt ein Artikel von Spiegel Online gerade recht. Dieser zeigt einerseits 5 großartige Aufnahmen von Lovejoy und gibt anderseits ein paar kleine Tipps, wie man dem Kometen überhaupt auf die Schlichte kommt. → ansehen

3. Offene Wunden der Zentralafrikanischen Republik

2014 war ein Jahr der Tragödien und es war für viele schon schwer, dem Lauf der wichtigsten Ereignisse zu folgen. Dabei ging insbesondere eine schreckliche Sache unter: Die Unruhen und mörderischen Konflikte in der Zentralafrikanischen Republik. Dort begannen muslimische Rebellen einen Krieg, der viele Menschen tötete und einige Gegenbewegungen provozierte. Mit dabei: 6000–10000 Kindersoldaten. Der Franzose William Daniels fotografierte die Geschehnisse und zeigt erneut die Grausamkeit des Mordens und der Rache auf. (Vorsicht: die Bildstrecke zeigt schwer verletzte und tote Menschen.) → ansehen


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Versteckspiel mit Sandra Lazzarini

19 Jan

© Sandra Lazzarini

An den Bildern der italienischen Fotografin Sandra Lazzarini bin ich lange hängen geblieben. Vielleicht, weil jedes ein gewisses Geheimnis birgt, denn den Portraits fehlt häufig das Gesicht, das für Aufnahmen von Menschen doch so wichtig erscheint. Aber dieses Versteckspiel gibt den Bildern etwas Surreales und sehr Interessantes.

Oft verstecken die Modelle von Sandra sich selbst hinter Blumen und Händen oder drehen sich mit dem Rücken zur Kamera. Sie stehen in der Natur oder im Urbanen. Man wartet fast schon darauf, dass sie gleich die Blumen fallen lassen oder den Arm senken, damit man einen Blick auf das vollständige Gesicht erhaschen kann. Aber vergebens, nichts passiert. Sandra selbst schreibt zu ihren Bildern:

Ich liebe es, Frauen zu fotografieren, insbesondere Frauen mit verdeckten Gesichtern durch Gesten, die unfertig wirken, als würde gerade etwas passieren. Dadurch werden wir alle Teil dieser pausierten Realität zwischen Nachdenklichkeit und Selbstvergessenheit.

Sich sehr wohl der Erfolglosigkeit bewusst, die es bedeutet, einer Liebe den Rücken zuzukehren oder sich vor der unerbitterlichen Kraft zu verstecken, die ausbricht, wenn eine Liebe in das eigene Leben tritt. In der Welt der Fotografie halte ich mich für einen Tropfen im Meer.

Eine Frau vor einem blühenden Baum hält sich ein Auge zu.

Eine Frau steckt mit dem Kopf in einer Hecke.

Eine Frau steht im Gebüsch und hält einen Tennisball vor ihr Auge.

Eine Frau mit Partyhut auf dem Gesicht, liegt auf einem Steg.

Eine Frau mit weißen Blüten in der Hand und vor dem Gesicht.

Eine Frau hält zwei Laubblätter wie Hörner an ihren Hut.

Eine Frau mit Blumenstrauß in der Hand steht an der Wand mit dem Rücken zur Kamera.

Eine Frau hält einen Strauß aus weißen Blüten vor ihr Gesicht.

Eine Frau hält in einer Hand eine Blume. Die andere streckt sie weit aus, so das sie durch den Bildrand abgeschnitten ist.

Hände umarmen eine Pflanze auf einem Balkon.

Eine Frau steht in einem eingezäunten kleinen Garten an einer Straße und umarmt einen Baum.

Wenn Ihr nicht genug vom Versteckspiel bekommt, dann besucht doch auch einmal die Webseite von Sandra Lazzarini.


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18. Januar 2015

19 Jan

Das Bild des Tages von: Sebastian Kahl

Ein zutrauliches Eichhörnchen.

Fotolinks des Tages

1. Hipstermerkel

Unsere Bundeskanzlerin ist inspirierend. Zumindest, wenn man sich den Tumblr „Hipstermerkel“ ansieht, auf dem verschiedene Menschen ein Portraitfoto von Angela Merkel auf verschiedenste Weise bearbeitet haben. Im Hipsterstil mit Bart und Brille oder mit diversen Grafiken und Sprüchen. → ansehen

+ Wenn Ihr jetzt selbst kreativ sein wollt: Das Originalfoto stammt von einem Artikel auf Spiegel Online. Die eigenen Werke kann man auf dem Tumblr einreichen.

2. Auf dem Thron

Die Mächtigen der Welt sind auch nur Menschen. Dies zeigt recht eindrücklich die Künstlerin Cristina Gugger alias Krydy anhand von Fotomontagen, in denen sie Politiker und andere Machtinhaber auf das Klo setzt: Von Angela Merkel über Papst Franziskus bis hin zur Queen. Gut gemacht sind diese Bildmanipulationen auf jeden Fall. → ansehen

3. Der weibliche Körper im Wandel

Die Fotografin Polly Penrose hat sich über sieben Jahre lang selbst portraitiert. Ihre Aktaufnahmen zeigen sie in oft sehr akrobatischen Posen und offenbaren die Veränderungen ihres Körpers. Die Serie heißt „A Body of Work“ und wird in ein paar Jahren sicher noch um einiges interessanter. Hoffentlich bleibt Polly dabei. → ansehen


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Die 5 Videos des Monats

18 Jan

Video © Aileen Wessely

Unsere Fotorückblicke auf das Jahr 2014 sind vorbei und kwerfeldein nimmt wieder normale Fahrt auf. Dazu gehören natürlich auch in diesem Jahr die monatlichen Videos. Deshalb haben wir auch für heute wieder fünf sehr sehenswerte Bewegtbild-Inhalte gesucht und gefunden, bei denen sicher für jeden etwas dabei ist. Film ab für die Januar-Ausgabe und viel Spaß dabei.

 

1. Projections In The Forest

Sechs Wochen haben die Künstler Friedrich van Schoor and Tarek Mawad in den Wäldern gefilmt, um das Material für „Projections In The Forest“ fertigzustellen. Herausgekommen ist ein extrem faszinierender Kurzfilm, der nicht einfach nur wunderschöne Naturaufnahmen beinhaltet, sondern die glühenden, leuchtenden, schimmernden Naturphänomene der Biolumineszenz durch Nachbearbeitung betont. Dieser Wald ist magisch.

• Weiterführender Link: Ein ähnliches Projekt gibt es bei National Geographic, nur nicht im Wald, sondern im Wasser.

 

2. Long Live Film

Das Indie Film Lab macht einen Road Trip und will eine kurze Dokumentation darüber drehen. Dann steigt Kodak als Sponsor ein und das Projekt entwickelt sich zu einem knapp 50-minütigen und sehr sehenswerten Feature über die Liebe von Fotografen zur Arbeit mit analogem Material. Was kann man dazu noch sagen? Lang lebe Film!

• Weiterführender Link: Auf das Blog des Indie Film Lab kann man auch mal einen Blick werfen.

 

3. Gigapixels Of Andromeda

Ein Video, das man unbedingt im Vollbild gucken sollte: Wir betrachten ein 1,4-Milliarden-Pixel-Foto der NASA unserer Nachbargalaxie, der Andromeda-Galaxie und reisen an einer schier unendlich scheinenden Zahl von Sternen vorbei. Auch das, was auf dem Photo wie Bildrauschen wirkt: Alles einzelne Sonnen, vielleicht mit einzelnen Planeten, auf denen jemand sitzt und zu uns zurückguckt.

• Weiterführender Link: Die anderen Fotos, die die NASA auf der Seite des Hubble-Teleskops zeigt, sind zwar nicht so riesig, aber teilweise noch spektakulärer.

 

4. The Little Nordics

Der Filmemacher und Fotograf Martijn Doolaard wirft in seinem bezaubernden Kurzfilm „The Little Nordics“ einen Blick aus der Luft auf Island und Norwegen – mit einem Fokus auf den Menschen und ihren seltsamen Tätigkeiten in spektakulären Landschaften und einer Vorliebe für den Tilt-Shift-Effekt. Unbedingt sehenswert.

• Weiterführender Link: Natur- und Landschaftsfotos aus Norwegen kann man den ganzen Tag lang angucken.

 

5. How To Make A Panorama In Photoshop

Wie macht man eigentlich ein richig gutes Panorama in Photoshop? Hier werden für alle einzelnen Schritte des Zusammenbauens von Einzelbildern sehr hilfreiche Tipps gegeben.

 

Die Bonus-Links

• Bei „The Art Of Photography“ (dem YouTube-Channel, den ich in der letzten Ausgabe vorgestellt habe) gibt es dieses Mal eine Doku über einen echten Klassiker der Fotografie: Ansel Adams.

• Leider nicht einbettbar: Arno Rafael Minkkinen macht seit 40 Jahren surreale Kunstfotografie, immer schwarzweiß, immer mit einzelnen Körperteilen in den Bildern. LensCulture hat ihn interviewt und zeigt viele seiner Fotos im Feature „Art Is Risk Made Visible“. Die Vielseitigkeit seiner Bildwelten sollte man sich auf seiner Webseite unbedingt in Ruhe angucken.

• Bei Open Culture gibt es Urbanes zu sehen: New York, Los Angeles und Chicago in den 40ern und in Farbe in bewegten Bildern.

 

Welche sehenswerten Videos rund um die Fotografie habt Ihr in der letzten Zeit gefunden, die wir vergessen haben? Sagt es uns auf Twitter oder in den Kommentaren.


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17. Januar 2015

18 Jan

Das Bild des Tages von: Steven Böhm

Jänner © Steven Böhm

Fotolinks des Tages

1. Nicht. Sofort. Sehen.

Analoge und digitale Fotografie sind kein getrennt lebendes Ehepaar. In den letzten Jahren sprießen Startups, die sich der Verknüpfung beider Welten verschrieben haben. Eines davon ist WhiteAlbum und eine App für iOS. Was an der App analog ist? Ganz einfach: Man sieht die Fotos, die man mit WhiteAlbum macht nicht sofort und kann sie auch nicht mehr optimieren. Nein, erst wenn die Fotos entwickelt (gedruckt) und vom Service an den Benutzer verschickt wurden, gibt es ein Wiedersehen. Mit Freude? Wer weiß. Spannend ist es auf jeden Fall. → ansehen

2. Geschwungene Bewegungen einfrieren

Eine elegante Tänzerin wirft weißen Puder in Luft und ein Fotograf macht ein Bild davon. Mit Blitzen und einer 6000/s. Was daraus entsteht, ist alles andere als gewöhnlich. Jeffrey Vanhoutte und der Filmmacher André Nicolas Vantomme erarbeiteten ein Set von wahrlich zauberhaften Aufnahmen im Rahmen einer Werbeaktion für den niederländischen Kaffeesahne-Hersteller Campina Friesland Kievit. Tipp: Schaut Euch sowohl das finale Video, als auch das Making-Of am Ende des Artikels an. → ansehen

3. Anleitung zum Doppelbelichten

Zugegeben, es passiert recht selten, dass wir in den Foto-Links des Tages Tutorials empfehlen, doch heute machen wir eine Ausnahme. Denn auf 121clicks haben wir zwei tolle Videos mit Sara Byrne gefunden, die sich dem Thema digitale Doppelbelichtungen im Bereich der Portraits annimmt und dafür mit der EOS 5D MK III arbeitet. Das Canon-Modell verfügt praktischerweise über Spezialfunktionen, die dies erleichtern. Falls Ihr nun keine Mark III habt, dürft Ihr trotzdem kicken. Denn ein Großteil der Beispielfotos im Artikel ist super. → ansehen


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Varieté: Die wichtigsten Fotos der Redakteure 2014

17 Jan

Vaters Hände © Marit Beer

Noch ist es keine Tradition, aber wir sind auf dem besten Weg dahin, eine daraus zu machen: Inspiriert von den großartigen und vielfältigen Geschichten zu den wichtigsten Fotos unserer Leser haben auch die Redakteure von kwerfeldein in ihre Archive des letzten Jahres geschaut und stellen hier ihre wichtigsten Bilder vor.

 

Ein Mädchen aus Togo schaut in die Kamera.

Martin Gommel

Mitte Dezember 2014 war ich unzufrieden. Ich hatte genug von den Schlagzeilen über Flüchtlinge in Deutschland gehört, von den politischen Debatten und den Demonstrationen. Ich wollte aber keine Zahlen mehr. Ich wollte Menschen zu den Zahlen.

So schnappte ich mir meine Kamera und lief zur Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) hier in Karlsruhe. Vor dem Gebäude habe ich in den letzten Wochen viele Menschen kennengelernt, die aus Verzweiflung, Hungersnot, Krieg und vielen anderen Gründen zu uns nach Deutschland geflohen sind.

So traf ich auch das kleine Mädchen Nadia. Sie kam mit ihrer Mutter und ihrem Onkel auf mich zu und ich begann, mich ein wenig mit ihnen zu unterhalten. Ich hieß sie willkommen in Deutschland, stellte mich und mein Vorhaben vor.

Mit ein paar Gesten, ein wenig Englisch und der Hilfe des Onkels konnten wir gut kommunizieren. Nadias Mutter erzählte mir, dass ihr Heimatland Togo in Westafrika ist und sie war sofort damit einverstanden, als ich fragte, ob ich paar Aufnahmen von Nadia machen dürfe.

Nadia hatte mich seit des Beginns meiner Unterhaltung mit ihrer Mutter und ihrem Onkel nicht aus den Augen gelassen und die ganze Zeit über fixiert. So tat sie es auch, während ich in die Knie ging und durch den Sucher blickte. Dieses Verhalten überraschte mich, weil ich das von keinem anderen Kind ihres Alters kannte.

Wie ich von Nadias Mutter erfuhr, ist sie zwei Jahre alt. Sie hat in ihrem kurzen Leben sicherlich schon einiges erfahren, was nicht zu den schönsten Momenten eines Kinderlebens zu zählen ist.

Ich werde Nadia nie wieder sehen, da Flüchtlinge in der LEA nur für sehr kurze Zeit sind. Ich wünsche ihr das Beste und hoffe, dass sie in Deutschland ein neues Zuhause findet, das ihr Sicherheit gibt und sie wohlbehütet aufwachsen kann.

 

Eine Frau mit bunten Haaren im Gras liegend.

Katja Kemnitz

Ich fand es unglaublich schwer, dieses Jahr das für mich wichtigste Foto zu wählen, denn ich mag viele meiner Bilder ganz gern, aber wirklich wichtig ist mir kaum eines. Warum kann ich nicht so genau sagen. Es war einfach ein schweres Jahr mit Monaten, in denen ich mich schon fast in die Fotografie flüchtete und Monaten, in denen ich die Kamera nicht berührte.

Ich habe mich am Ende für das Portrait von Paula entschieden, denn es entstand in einer Zeit, die schön und wichtig für mich war. Ein Meet-up mit vielen Fotografen aus ganz Deutschland, Österreich und Luxemburg. Paula ist eine dieser Fotografen. Ich kannte sie vorher nicht und auch jetzt weiß ich noch viel zu wenig über sie, habe viel zu wenig mit ihr gesprochen. Aber das Bild verspricht mir, dass ich noch viele tolle Menschen kennenlernen werde, wenn ich möchte und dass es sich lohnt, auf andere zuzugehen.

 

Doppelbelichtung mit Orchideenblüten.

Aileen Wessely

Gefühlt habe ich noch nie so viel gearbeitet wie im letzten Jahr. Entsprechend wenig habe ich fotografiert und wenn, dann waren es meistens Polaroids. Gedanken dazu möchte ich seit Längerem schon aufschreiben und schaffe es hoffentlich auch noch, sie in eine sinnvolle Form zu bringen.

Bei einem Job im April war ich überfordert und unzufrieden mit der Vorbereitung und Kommunikation mit meinem Kollegen. An einem Tag hat er meine geballte Wut abbekommen; wobei ich so zorngeladen auch entsprechend schlecht darin bin, sinnvoll zu kommunizieren. Nach einer Aussprache haben wir uns aber doch wieder vertragen.

Mit der Orchidee, die zu der Zeit zuhause bei mir geblüht hat, hat das inhaltlich wenig zu tun, doch hat meine Stimmung zwischen aufgestauter Wut und freudiger Entspannung nach der Versöhnung dazu geführt, dass ich den Wunsch hatte, sie assoziativ in ein Bild zu bannen. So entstand ohne rationalen Zusammenhang, sondern geleitet vom Bauchgefühl eine vierteilige Serie von Doppelbelichtungen der Pflanze.

Ich möchte nicht sagen, dass das zweite Bild mir am besten gefallen würde, aber ich betrachte es seit der Entstehung der Bildreihe als den Höhepunkt: Während das erste Bild noch den chaotischen Zustand des Konflikts zeigt, bebildern die beiden letzten Bilder schon das Sich-Ausbreiten und langsame Abklingen nach der Auflösung. Dazwischen der Moment – geradezu Augenblick, Sekundenbruchteil – der Versöhnung, Synchronisation.

 

Vogelperspektive auf ein Meer aus Häusern zu Beginn der Abenddämmerung.

Robert Herrmann

Im Frühling 2014 verbrachte ich einen Monat in Istanbul. Es war mein erster Besuch in der türkischen Metropole und sehr schnell begann sie, mich zu faszinieren.

Große, laute, volle Städte üben eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Es steckt so viel Anmut in ihrem komplexen Durcheinander. Immer wenn ich eine Stadt besuche, die ich noch nicht kenne, versuche ich, die ihr zugrunde liegenden Muster zu entschlüsseln und zu verstehen.

Ich nutzte jeden Tag, um so viele Ecken Istanbuls wie möglich kennenzulernen und besuchte neben den touristischen Hotspots auch weniger attraktive Gegenden. Ziemlich schnell stellte ich fest, dass Istanbul in jeder Hinsicht unglaublich vielschichtig ist: strukturell, historisch, geografisch, kulturell, ethnisch, sozial.

Die Stadt scheint aus allen Nähten zu platzen. Überall wird hastig gebaut, immense Infrastrukturprojekte greifen tief in die Topografie und in die gewachsene Bau- und Gesellschaftsstruktur ein.

Byzantinisches Erbe und informelle Bauten teilen sich das Stadtbild mit neuen Wolkenkratzern, Symbolen für die Macht des Kapitals. Dass es in diesem wachsenden Konglomerat von inzwischen 14 Millionen Menschen zu Spannungen kommt, liegt da nicht fern.

Schnell entdeckte ich die Möglichkeit, vom höchsten Gebäude der Stadt, dem Istanbul Sapphire, einen Blick von oben auf den brodelnden Kessel zu bekommen.

Wie sich dieser gigantische Teppich dicht aneinander stehender Gebäude über die Topografie legte! Nirgends zuvor habe ich solch eine Stadtstuktur gesehen, die so organisch gewachsen und landschaftlich wirkte, obwohl doch allein von Menschenhand erschaffen.

 

Alte Hände berühren Pflanzen.

Marit Beer

Wenn ein Foto das wichtigstes des Jahres sein soll, dann kann es nur ein emotional gefärbtes Bild sein. In meinem Fall war die Wahl nach zwei Sekunden schon getroffen. „Fathers Hands“ ist natürlich das wichtigste Bild für mich.

Diese Hände brachten mir das Laufen bei, hielten mich, wenn ich taumelte, zogen mich aus allerlei Unsinn wieder heraus und gaben mir das Schönste, was ich heute besitze: die Fotografie.

Als letztes Jahr meine Mutter starb, da hatte ich große Angst um meinen Vater. Ich realisierte plötzlich, wie alt er geworden ist und wie nah wir alle dort am Abgrund stehen, wo wir all unsere Lieben niemals stehen haben wollen.

Das eindrucksvollste Bild, das ich bis heute im Kopf habe, ist, als er die Urne in den Händen hielt und als gebeugter Mann die Asche seiner Frau zu Grabe trug, während sich hinter ihm der Trauermarsch wie eine schwarze Blüte auffächerte. Und jetzt fangt bitte nicht alle an zu heulen!

Aber diese Hände, schaut sie Euch genau an. Vielleicht werden Eure Hände eines Tages auch so zerfurcht sein, alt und zerissen von Erinnerungen. Ich wünsche es Euch.

 

Diptychon zweier Baumstämme im Wald

Sebastian Baumer

Das Dyptichon mit den beiden toten Bäumen ist mein wichtigstes Foto des letzten Jahres. Es trägt keinen Titel im eigentlichen Sinne, hat aber einen kurzen Dialog, vielleicht einen Untertitel, der dazugehört, der lautet: „Vater, wo gehen all die toten Bäume hin?“ – „Ich weiß es nicht, mein Sohn.“

Die beiden Aufnahmen aus den Wäldern von Schweden sind nicht die besten Bilder im technischen Sinne, die ich letztes Jahr gemacht habe. Auch nicht im atmosphärischen, inhaltlichen oder sonstigen Sinne. Aber ich verbinde mit ihnen eine Richtung, in die meine eigene Fotografie im letzten Jahr gewandert ist: Eine Art konzeptuelle Naturfotografie. Ich mache derzeit Serien, die die Natur nicht einfach nur im Sinne einer Beobachtung dokumentieren, sondern eine Geschichte hineinlegen und/oder herauslesen wollen.

Die Intention dieser Art von Fotografie ist es, näher an die Natur heranzurücken und sie gleichzeitig mehr aus der Perspektive eines Geschichtenerzählers als eines Dokumentars zu betrachten. Und die zwei toten Bäume, von denen wir nicht wissen, wo sie hingehen, sind ein gutes Beispiel dafür.

 

Ein Mann steht vor einem Kaktus

Kat Kapo

Im Sommer 1987 saß ich mit meiner Großmutter im Garten. Vor uns aufgereiht war eine Artillerie an Schneckenhäusern. Nach einer Weile krochen die von der Sonne Gepeinigten aus ihren bunt gefärbten Häusern. So und mit anderen kleinen Zaubermitteln hat mir meine Großmutter die Natur näher gebracht. In Erinnerung bleiben mir diese gemeinsamen Erkundungen, Geheimnisse und Scherze.

Ich kannte meine Großmutter in gewisser Hinsicht halb und ganz. Einiges von ihr kenne ich nur aus Erzählungen. So auch die Zeit in ihrer Heimat Ostpreußen und die Flucht nach Deutschland nach dem Krieg; sie verbleibt viel mehr als trübe Erinnerung im Fotoalbum meiner Großmutter. Ich habe dieses Familienfotoalbum nach ihrem Tod erhalten, das Erlebnisse ab 1900 bis circa 1970 umfasst und das, wie ich finde, ein wahrer Schatz ist.

Letztes Jahr habe ich begonnen, zu einigen Bildern Geschichten zu schreiben und in einem Buch zu sammeln. Bei der Niederschrift lieh ich mir die Stimme meiner Großmutter. Alles in diesem Buch ist so wahr wie es wahr sein soll, doch vor allem sind Humor und Ernsthaftigkeit wichtige tragende Elemente.

Eine dieser Fotografien ist das Bild von Albert, dem älteren Bruder meiner Großmutter, auf einer Reise in Südamerika und im süffisanten Gespräch mit einem dort einheimischen Kaktus. Albert war ein Weltenbummler und schickte ihr Fotografien und Briefe von fremden Orten in die DDR. Meine Großmutter war dafür bekannt, dass sie diese und andere Geschichten regenbogenfarben und theatralisch nacherzählte.

Dieses Foto ist das erste gewesen, zu dem ich einen Text („Post von Albert“) schrieb. Es bildet somit auch den Auftakt zu einer Erzählreihe, die mich angeregt hat, über die Bedeutung kollektiver Erinnerungen und über Fotografie als Mittel zu deren Zementierung zu forschen. Die Bilder meiner Großmutter und Texte sind bis zum 7. Februar in einer Gruppenausstellung über das Zusammenspiel von Bildern und Worten in der Galerie imago fotokunst in Berlin zu besichtigen.

 

Eine Hand und ein Gesicht in einer Spiegelung

Chris Hieronimus

„Guilt“ ist für mich das wichtigste Foto des letzten Jahres, weil es ein sehr persönliches ist. Es ist ein Teilaspekt meiner Sicht auf die Welt. Der Begriff der Schuld steht stellvertretend für die Unfähigkeit der Menschen, mich eingeschlossen, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Im Blick auf Umwelt und Mitmenschen führen uns unsere Gedanken nur zu uns selbst zurück.

Oft nicht in der positiven Art und Weise, in unserem Gegenüber uns selbst zu erkennen, sondern letztlich in der Entscheidung, unser Selbstverständnis auf andere zu übertragen. Es fällt mir oft schwer, in der Menschheit mehr als nur den Kreislauf von Gewalt und Diskriminierung zu sehen.

Das Foto ist somit ein Appell an mich selbst, die guten Seiten menschlicher Gemeinschaft nicht aus den Augen zu verlieren. Als Selbstportrait nimmt das Bild mich selbst in die Verantwortung.

 

Schwarzweißfoto einer Berglandschaft mit Löchern im Foto

Anne Henning

Letzen Sommer hatte ich endlich genug Zeit und Mittel, um zu reisen. Dieses Foto ist in Siglufjörður, einem kleinen Fischerdorf in Island entstanden.

Wir standen vor dieser gewaltigen und unwirklichen Bergkette, um uns herum nur Wind, Nebel, Eis, krächzende Möwen und die totale Freiheit. Es war kalt und diesig, die Wolken standen dicht und der Regen nieselte auf uns herab. Ich hatte keine Idee, wie ich mit dieser Lichtsituation umgehen sollte und habe einfach zweimal die Kiev mit offener Blende in diesen wahnsinnigen Himmel gerichtet.

Wochen später zuhause dann dieses Foto in den Händen zu halten, war ein wunderschönes Gefühl. Auch wenn es ganz anders aussieht, als der Himmel in diesem Moment eigentlich war, hat es dennoch diese kalte Stimmung und die unwirkliche Weite, die ich in dem Moment der Aufnahme gespürt habe.

Við bedeutet „wir“. Wir beide, zwei kleine Menschen, warmer Atem in kalter Luft, vor diesem rauhen Gebirge.


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16. Januar 2015

17 Jan

Das Bild des Tages von: Jan Gottweiß

Hangzhou Westlake Pavillon © Jan Gottweiß

Fotolinks des Tages

1. Comeback eines umstrittenen Fotografen

Manche Menschen bekommen direkt eine Wut, wenn Sie den Namen eines Fotografen hören, der bekannt für seine am Rande der Pornografie entlangschlitternden Portraits ist: Terry Richardson. Die Wut ist nicht unbegründet, denn Richardson wird mehrfach vorgeworfen, unsichere Models zu Posen zu überreden, die Ihnen hinterher peinlich sind – und sie sexuell zu nötigen. Bis heute wurde Richardson nicht angeklagt und dennoch war 2014 ein Jahr, bei dem sich viele Künstler und Magazine wie die Vogue deutlich von ihm distanzierten. Dies hat nun ein Ende, denn „Harper’s Bazaar“ und „Rolling Stone“ präsentieren Fotos von Richardson auf Ihrer Titelseite. Spiegel Online berichtet. → ansehen

2. Vom Versuch, einen Fotoband drucken zu lassen

Alain Laboile und natürlich-schöne Kinderportraits, das gehört zusammen. Der französische Bildhauer und Vater von 6 Kindern überzeugt schon eine ganze Weile mit seinen Schwarzweiß-Aufnahmen, die dank ihrer teils inszenierten, teils spontan wirkenden Bildgestaltung eine ergreifende Tiefe innehaben. Vor zwei Tagen gab Laboile auf Facebook bekannt, dass in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Kehrer-Verlag ein Fotoband erscheinen wird. Jedoch nur dann, wenn genügend Bestellungen eingehen. Wer von seinen Bilder genauso angetan ist wie wir, ein paar Euro übrig hat und die Sache unterstützen will, kann das Buch vorbestellen. Wir drücken die Daumen. → ansehen

+ Redakteurin Aileen Wessely interviewte 2013 den begabten Fotografen ausführlich.

3. Bienen, die keine sind

Fotografie und Kunst, das ist nicht zu trennen. Und eigentlich empfehlen wir im Ausblick nur Artikel und Bildstrecken, die rein fotografische Kunst sind. Doch heute pausieren wir vorübergehend die Nabelschau und wagen den (viel zu seltenen) Blick über den Tellerand der Fotografie. Es geht dabei um Bienen, Schmetterlinge, Käfer, kurz: Insekten, die in brillanter Manier aus Metallschrott zusammengebastelt wurden. Zuerst denkt man, dass … → ansehen


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Comments Off on 16. Januar 2015

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