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Posts Tagged ‘Rezension’

Rezension: Die Nacht – Junge polnische Fotografen

05 Feb

Gleich fünf verschiedene Cover hat die Sonderausgabe „Young Polish Photographers“ von dienacht. Warum sich der Herausgeber nicht für eins entscheiden konnte, liegt wahrscheinlich am großen Facettenreichtum der jungen polnischen Fotografie.

Für die Ausgabe wählte Calin Kruse 14 Arbeiten der polnischen nationalen Filmschule in Lodz. Ziel war es, die verschiedenen Stile und Ästhetiken zu zeigen und einen Überblick über die aktuelle polnische Fotoszene zu geben.

memory images von Gosia Fraszek

Im Magazin findet man tatsächlich 14 sehr abwechslungsreiche Bilderserien. Zu jeder gibt der jeweilige Fotograf eine kurze Beschreibung, die, ebenso wie die Fotos, sehr unterschiedlich sind. Von kurzen, klaren und prägnanten Darstellungen bis hin zu verträumten, blumigen Worten über die eigenen Arbeiten ist alles dabei. Jeder Text ist dreisprachig aufgeführt auf Deutsch, Englisch und Polnisch.

Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den Bildern, was fast schon ein wenig stört, denn viele der Serien kommen nicht mit ein paar Worten aus, sondern wirken erst durch genauere Kenntnise der Hintergründe richtig. Ich möchte schnell mehr über einige Fotoserien erfahren, weshalb die Links zu den Homepages der Künstler unter jedem Text absolut sinnvoll sind.

the day before von Anna Orlowska

Persönlich besonders interessant fand ich die Serie „The day before“ von Anna Orlowska. Sie zeigt Bilder vor großen Lebensereignissen und man kann die Gedanken über die baldigen Veränderungen fühlen. Aber auch die Portraits der Arbeiter des Elektrizitätswerkgebäudes in Bytom von Agnieszka Wrzesniak und die emotionalen Diptycha von Gosia Fraszek lassen mich nicht unberührt.

Einzig die Körperlandschaften von Agnieszka Skrzypczak und die Topographien von Ewa Ciechanowska wirken im Heft mit den Maßen 15 x 18 cm nicht so richtig. Diese Arbeiten brauchen viel Platz und große Wände. Man hat dies wohl schon selbst bei Erstellung der Ausgabe bemerkt und sie über zwei Seiten gedruckt. Der Buchknick durch die Bilder macht für mich jedoch mehr kaputt, als dass die größere Darstellung hilft.

map of the body von Agnieszka Skrzypczak

Abgesehen von dieser kleinen Kritik kann und möchte ich „Young Polish Photographers“ empfehlen, denn es gibt wirklich einen hervorragenden Überblick über die polnische Fotografie. Viele der vorgestellten Künstler werden sicher noch öfter zu sehen sein, nicht zuletzt, da einige von ihnen mittlerweile bereits internationale Preise gewonnen haben.

Zu kaufen gibt es das Magazin für nur 10 € im „dienacht“-Shop. Es handelt sich um eine limitierte Auflage von 500 Stück. Die Cover werden per Zufallsprinzip verschickt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Rezension: Ralph Larmann: „U2 – Die 360°-Tour“

06 Nov

Welcher Konzertfotograf träumt nicht davon: Zugang zu allen Konzertbereichen, der Band nahe kommen und auch noch im Privatjet ins Stadion geflogen werden. Der deutsche Fotograf Ralph Larmann hatte all diese Privilegien bei der 360°-Tour von U2.

Dabei entstanden außergewöhnliche Bilder, die im neuen Bildband „U2 – Die 360°-Tour – Um die Welt in 760 Tagen“ versammelt sind. Dass die Wahl für diesen Job auf Ralph Larmann fiel, ist dabei kein Zufall. Er dokumentierte bereits zahlreiche nationale und internationale Konzerte und begleitete schon in den 90er Jahren die Band.

Ein Glück, dass er 2011 nun abermals Teile der US- und Europa-Tour dokumentieren konnte. Aber wie hält man das laut dem Rolling Stone Magazine „mit Abstand extravaganteste Hi-Tech-Spektakel der Stadionrock-Historie“ fest? Larmann nutzte für seine Arbeit hauptsächlich zwei Leica S2-Kameras im digitalem Mittelformat, sowie passend zum Namen der Tour viele Kugelpanoramen, die die Einzigartigkeit der Bühne sehr gut festhalten.

Aber auch ganz klassische, teilweise schwarzweiße Konzertfotos kann man bei Larmann entdecken. Mir persönlich gefallen diese unaufgeregten Bilder etwas besser. Um jedoch die unglaubliche Größe des Konzerts und die Menge des Publikums festzuhalten, reicht ein einfaches Bild kaum aus. Man muss nur kurz bedenken, dass über 7 Millionen Menschen die 110 Konzerte besuchten. Ralph Larmann dokumentierte zudem nicht nur das Konzert an sich auf vielfältige Weise, sondern auch den Auf- und Abbau der beeindruckenden Bühne.

In dem Buch „U2 – Die 360°-Tour – Um die Welt in 760 Tagen“ sind über 180 Fotos von Larmann zu sehen. Teilweise einzeln auf einer ganzen Seite, oft etwas kleiner und von Texten begrenzt, selten auch auf einer Doppelseite. Insgesamt ist die Darstellung der Bilder eine gute Mischung, auch wenn einem als Fotograf die Bilder natürlich nie groß genug sein können. Neben den Fotos enthält das Buch auch technische Studien und die Bühnenentwürfe.

Das Fotobuch ist vor allem für Musik- und insbesondere U2-Fans interessant, aber auch Konzertfotografen können viel Inspiration aus den Fotos schöpfen. Die Texte im Buch stammen vom englischen Journalisten Dylan Jones und sind mir persönlich etwas zu überschwänglich, geben jedoch einen guten Einblick in die Tournee, persönliche Informationen zur Band und es werden ein paar kleine Anekdoten erzählt.

Das 256 Seiten starke Hardcoverbuch ist im Hannibal-Verlag erschienen und hat in etwa A4-Format. Die deutsche Ausgabe kostet 39,99 € und kann unter anderem über Amazon* erworben werden.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, bekommen wir eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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