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Posts Tagged ‘Rezension’

Rezension: Lomo’Instant Wide

09 Dec

Eine doppelte Frau sitzt an einem Cafétisch.

Ein Beitrag von: Tamara Skudies

Die Lomo’Instant Wide ist das neueste Produkt aus dem Hause Lomography für Fujis „Instax Wide“-Filme. Bisher besitze ich in dem Format eine alte Fuji Instax 200 und das Instant Back für die Lomography Belair. Der Film hat mich schon immer mit seinem Format und der Farbwiedergabe überzeugt und die neue Kamera von Lomography eröffnet einem ganz neue Möglichkeiten, ihn kreativ zu nutzen.
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Rezension: Chandigarh Redux

27 Aug

Cover Fotobuch Chandigarh Redux von Werner Feiersinger

Anlässlich des Todestags des Architekten Le Corbusier, der sich heute zum fünfzigsten Mal jährt, möchte ich Euch das aktuelle Fotobuch „Chandigarh Redux“ vorstellen, das Einblick in seine städtebaulichen Visionen gibt. Für die indische Stadt Chandigarh fungierte er als Berater, Raumplaner und Architekt einzelner Gebäude.
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Rezension: Himmel aus Beton

30 Jul

Himmel-aus-Beton-©-Gisela-Erlacher-Artikelbild

Nicht selten haben Brücken neben ihrer Funktion als Verkehrsbauwerke auch symbolischen Charakter und repräsentieren zum Beispiel ganze Städte. Genau diese Art der Bilder von Brücken interessiert die österreichische Fotografin Gisela Erlacher allerdings nicht. Viel mehr hat sie ihren Blick den Resträumen unter den Verkehrsbauwerken zugewendet.
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Rezension: Roger Steffens – the family acid

13 Jul

© Roger Steffens - The Family Acid

Es gibt eine ganze Reihe von Auslösern, ein Fotobuch zusammenzustellen und zu realisieren. Seien es nun konkrete Projekte, Serien oder auch Monografien, die eine Rückschau auf das Lebenswerk eines Fotografen liefern. Eine Herausforderung ist dabei immer auch, aus einer großen Menge Bilder eine wirklich starke Auswahl zu treffen und diese in eine stimmige Reihenfolge zu bringen.
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Rezension: Anders Petersen – Monographie

08 Jul

© Anders Petersen - Monografie_001

Als ich im März mal etwas länger auf den Straßen Münchens unterwegs war, verschlug es mich auch in den Showroom des Verlags Schirmer/Mosel. Für den Liebhaber der gehobenen Fotobuchkunst ist so ein Showroom schon ein Eldorado, doch an dem Tag war ich mehr auf der Suche nach eigenen Bildern. Dennoch fiel mir dort das Buch eines mir bis dato noch nicht bekannten Fotografen auf: Die Monographie von Anders Petersen. Schon beim kurzen Durchblättern fand ich großen Gefallen an den wilden Bildern, die dort seitenfüllend zu finden waren.
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Rezension: Alec Soth – Songbook

18 May

SongbookBack

Ich habe an dieser Stelle schon das eine oder andere Buch besprochen. Tatsächlich sind Fotobücher für mich zu einer Leidenschaft geworden. Die Leidenschaft ist zugegebenermaßen noch in den Kinderschuhen und sie wuchs anfangs langsam in mir heran.
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Rezension: The Black Series

19 Nov

Das Buch „The Black Series“ ist für mich ein persönliches Buch, nicht zuletzt, weil ich selbst darin abgebildet bin und die Fotografin Claudia Wycisk kenne. Es war für mich sehr spannend, die Serie von ihrer Entstehung bis hin zum fertigen Buch mitverfolgen zu können.

Ich habe großen Respekt vor Claudia, denn der Weg zu dem Buch in seiner jetzigen Form, war nicht leicht. Viel Leidenschaft und ein starker Wille stehen dahinter. Aber beginnen wir ganz von vorn. Denn da stand zunächst ein einzelnes Portrait von einer jungen Frau in antiken schwarzen Kleidern. Das Bild hatte etwas Faszinierendes, und das regte Claudia an mehr Frauen auf dieselbe Art und Weise zu fotografieren.

Fotobuch: The Black Series

Die Menschen von heute zeitlos werden zu lassen, war dabei das Ziel. In klassischen Portraits setzte sie nach und nach auch Männer, Kinder und Pärchen in Szene. Auch ich durfte mit meiner jüngsten Tochter vor Claudias Kamera stehen und fühlte mich in meinem alten Kleid trotz schwarzem Hintergrund und Studiolicht auf einmal in der Zeit zurückversetzt.

Ich denke das ist die Stärke des Projektes: Man kennt diese alten Bilder der Urgroßeltern und fühlt sich ihnen auf einmal sehr nah, auch wenn man sie persönlich nicht oder kaum kannte.

Fotobuch: The Black Series

Aber auch für alle, die nicht Teil des Projektes sind, ist das Buch sicher interessant, denn Claudia ist eine Schwarzweiß-Künstlerin. Jedes der über 100 Portraits ist perfekt arrangiert und eine Inspiration für jeden Portraitfotografen. Wenn man in die verschiedenen Gesichter blickt, kann man sich kaum vorstellen, wie diese Menschen wohl heute in Jeans und T-Shirt über den Markplatz laufen.

Das Buch ist als Hardcover mit 152 Seiten erschienen. Neben einem Vorwort, gibt es auch einen Bericht der Fotografin. Darin beschreibt sie sehr genau wie die Serie entstand und geht dabei sogar auf Details zur Kamera und Lichteinstellungen ein, was es meiner Meinung nach gar nicht gebraucht hätte und dem Ganzen vielleicht etwas den Zauber nimmt.

Fotobuch: The Black Series

In der Mitte des Buches findet sich eine kleine Kurzgeschichte der Jounalistin Mariana Friedrich. Claudias Bilder inspirierten sie zu diesem fiktiven Text. Zwischen den einzelnen Fotos finden sich auch kleine Zitate der Portraitierten, die erzählen, wie sie das Shooting empfanden und sich in den fertigen Aufnahmen sahen.

Das Buch sollte zunächst über eine Crowdfounding-Plattform vorfinanziert werden. Leider erreichte diese ihr Ziel nicht. Claudia ließ sich davon jedoch nicht einschüchtern und arbeitete weiter an ihrem Traum, die Serie, an der sie so lange gearbeitet hatte, endlich als Buch in Händen halten zu können. Im Eigenverlag ließ sie es in einer Edition von 300 Exemplaren drucken.

Fotobuch: The Black Series

Informationen zum Buch

„The Black Series“ von Claudia Wycisk
Sprache: deutsch
Einband: Gebunden
Seiten: 152
Maße: 23 x 23 cm
ISBN: 978-3-00-045443-1
Preis: 55 Euro
limitiert auf 300 Exemplare


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Rezension: Wacom Cintiq Companion

30 Jun

Mitte Februar war es endlich soweit; bei mir trudelte die neueste Errungenschaft aus dem Hause Wacom zum Testen ein: Das Wacom Cintiq Companion. Ein eigenständiger Tablett-PC mit einem Bildschirm, der gleichzeitig Grafik-Tablett ist. Ich verwandelte mich in diesem Moment zu einem Tech-Nerd und konnte sogar kurz die von tollem Design faszinierten Apple-Jünger verstehen.

Dann aber nahm der pragmatische Teil in mir Überhand und sagte: Ist ja alles schön und gut, aber das Gerät ist ganz schön teuer. Ich werde es drei Monate lang testen, dabei damit Spaß haben und es dann zurückschicken, ohne ein Tränchen zu vergießen, denn einen Laptop und ein Grafik-Tablatt habe ich ja schon, was soll das Gerät hier noch anderes können als diese beiden?

Wacom Cintiq Companion mit Tastatur, Stift und Etui

Eigenschaften

Das Wacom Cintiq Companion ist 37,5 ? 24,8 ? 1,7 cm groß, davon 13,3 ” Bildschirmfläche. Am Rand befinden sich vier belegbare Buttons, der sogenannte „Rocker Ring“ mit vier weiteren Buttons und dem Windows-Start-Button in der Mitte. Es gibt zwei Webcams und neben dem Einschalter und dem Rotation-Lock-Schalter ein paar ausgewählte Anschlüsse sowie einen Kippschalter für die Lautstärke.

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Netzkabel der Pro Pen mit Etui, neun Wechsel-Spitzen und Farbringen auch eine Tasche, ein Aufsteller mit drei verschiedenen Winkel-Einstellungen und ein Reinigungstuch für die Bildschirmoberfläche. Optional dazu gibt es eine kleine Bluetooth-Tastatur mit USB-Ladekabel, die ich ebenfalls im Test hatte.

Alle weiteren Details der Spezifikationen findet Ihr bei Interesse auf der Produktseite des Wacom Cintiq Companion von Wacom.

Wacom Cintiq Companion seitlich

Wacom Cintiq Companion mit Zubehör

Erfüllte Erwartungen

Die Darstellung ist einfach toll. Der Bildschirm ist knackscharf, hat satte Farben und feinste Abstufungen auch in den Lichtern und Tiefen, genau so wie ich mir das wünsche bzw. von meinem Eizo-Monitor am Desktop-PC gewohnt bin. Ebenfalls wie ich mir das wünsche: Die Farbdarstellung wird nicht seltsam, wenn ich den Betrachtungswinkel zur Oberfläche verändere.

Der Pro Pen liegt mit seiner umlaufenden Gummierung angenehm in der Hand, seine zwei Tasten sind für mich so erreichbar, wie ich es gewohnt bin und wenn man damit über die Bildschirm-Oberfläche fährt, fluppt es einfach. Die Druckstufen, die Positions- und Neigungserkennung des Stifts sind präzise und fein. Manchmal sogar fast zu fein, wenn man die Details seiner (wackligen) Linienführung unbarmherzig abgebildet sieht.

Menschen wie mir sagt es nicht viel, wenn im Datenblatt steht, dass ein Intel® Core™ i7 Prozessor und 8 GB DDR3 RAM verbaut sind. Fakt ist: Windows läuft flüssig. Wenn ich in Photoshop eine ganze Horde Ebenen à 21 MP übereinander gestapelt habe, bleibt das so und die Wartezeit auf Photomerge, das aus einem Dutzend Fotos (auch à 21 MP) ein ganzes baut, reicht nicht zum Kaffeekochen. So soll es sein, um wohl noch ein paar Jahre damit arbeiten zu können, ohne technisch ins Hintertreffen zu geraten.

© Aileen Wessely; Modell: Luna Leung

Wacom gibt die Laufzeit mit fünf Stunden an. Natürlich je nachdem, was man gerade macht, wie viele Programme noch so laufen und ob die Bildschirmhelligkeit voll aufgedreht ist – kennt man ja. In meinem Bildbearbeitungs- und Collage-Endspurt mit Belastungstest für Photoshop durch über 40 Ebenen für das Titelbild (knapp 30 MP) waren es viereinhalb Stunden. Passt.

Auch angenehm: Beim Hochfahren hört man, dass das Companion anspringt und wenn man es herunterfährt, hört man, dass die Lüftung sich abschaltet, aber im Betrieb ist das Gerät so geräuscharm, dass ich es nicht wahrnehme. Der Bildschirm wird auch im längeren Betrieb (das Maximum am Stück bei mir: ca. 20 Stunden) nicht heiß. Klar, wenn draußen 30 °C im Schatten sind, hätte ich lieber eine gekühlte Oberfläche, aber die zumindest erwärmte Oberfläche war gut auszuhalten.

Das gesamte Design des Geräts mit seinem Zubehör ist einfach angenehm. Minimalistisch, ohne beliebig zu sein und komplett in schönem Schwarz mit ein paar silbernen, grauen, metallischen bzw. blauen Highlights. Die Verarbeitung ist erstklassig, mir sind keine Grate, Passungenauigkeiten oder ähnliches aufgefallen. Dadurch wirken auch Plastik-Teile nicht billig, dazu trägt auch die Oberflächenstruktur und teilweise Gummierung bei.

Ein Mädchen in langem schwarzen Kleid mit Holzkrone und Stab steht vor einem großen Baum in einem Wald, über ihr Lichtreflexionen.

Collage aus sechs Ebenen.

Ein Mädchen in langem schwarzem Kleid steht mit einem Stab in einem überdimensionalen Vogelnest.

Brenizer-Erweiterung aus elf Fotos.

Die Begeisterung liegt im Detail

Was mich am stärksten mitgerissen hat: Es macht einen unfassbaren Unterschied, ob ich einen Stift über ein Grafik-Tablett bewege und mit den Augen auf einen angeschlossenen Monitor schaue, auf den die Bewegungen übertragen werden oder ob ich den Stift auf genau dem Bildschirm bewege, auf den auch meine Augen gerichtet sind. Das hätte ich niemals gedacht und hat meine (durch jahrelanges digitales Malen mit Maus und Stift trainierte) Digitalkreativität einen großen Satz nach vorn katapultiert.

Das Companion lässt sich nicht nur mit dem Stift bedienen, sondern auch mit Touch-Klicks und -Gesten steuern. Großartig finde ich, dass sich diese Touch-Funktion mit einem Klick auf einen Knopf am Rand des Geräts einfach an- und abschalten lässt. Ich habe ziemlich schnell einen Workflow mit sich abwechselndem Einsatz von Stift und Touch entwickelt.

Das Gerät erkennt automatisch die aktuelle Neigung und dreht die Anzeige hochkant oder quer in alle vier Richtungen. Mit einem Schalter lässt sich die aktuelle Orientierung einrasten, sodass sie nicht ungewollt umspringt, wenn man sich mit dem Companion in einer seltsamen Haltung befindet. Man kenn das ja von Smartphones: Wie oft hab ich meines schon zurecht-geschüttelt!

Die erste Übung nach dem Einschalten: Detailstudie in Paint.

Die erste Übung nach dem Einschalten: Detailstudie in Paint.

Am Anfang dachte ich, dass ich sicher schnell einen favorisierten Winkel finden würde, in dem ich den Aufsteller für das Tablett benutze. Aber weit gefehlt: Gerade, wenn ich länger dran arbeite, ist es schön, nach einer Weile die Körperhaltung verändern zu können und in zwei Sekunden einen anderen Winkel passend dazu eingestellt zu haben.

Mittels eines einfachen Kalibrierungsdialogs (auf vier Fadenkreuze in den Ecken tippen) sind Stift und Tablett auch blitzschnell auf den aktuellen Betrachtungswinkel eingestellt und es kann weitergehen.

Der Aufsteller lässt sich natürlich entsprechend der Rotation in zwei Richtungen anbringen und auch komplett flach an das Gerät anklipsen, wenn er nicht benötigt wird. So kann er auch nicht so leicht verloren gehen, weil er nicht getrennt herum liegt, sondern immer dran ist. Auch in der Tasche ist er damit natürlich platzsparend im Hauptfach mitverstaut.

© Aileen Wessely© Aileen Wessely

Überrascht hat mich auch die kleine Tastatur. Man braucht allein schon für den Einrichtungsvorgang von Windows auf jeden Fall eine, ich möchte aber nicht ständig mit der Kabel-Tastatur für meinen Desktop-PC hin und her wechseln. Außerdem ist die natürlich vergleichsweise riesig und für unterwegs nicht zu gebrauchen.

Da ich blind tippe, hätte ich eigentlich erwartet, auf dem etwas verkleinerten Wacom-Tastaturlayout zielsicher die Tasten zu verfehlen, aber dem war nicht der Fall. Das Design ist gerade so stark verkleinert, dass es noch passt. Die Tasten sind gerade so flach, dass meine Finger sich noch gut darauf orientieren können.

In den bisherigen vier Monaten der Benutzung habe ich die Tastatur nur zwei Mal aufladen müssen (via USB-Kabel, Betrieb immer kabellos via Bluetooth). Damit hält Wacom das, was sie versprechen: Aufladen nur ca. alle zwei Monate nötig. Und ich hatte schon befürchtet, dass es sich rächt, sie ab und zu eingeschaltet herumliegen zu lassen, wenn ich sie nicht brauche. Quatsch.

Neu waren für mich im Vergleich zu meinem bisherigen Billig-Tablett die Stift-Funktionen Radierer und Neigungserkennung. Letztere bietet einem zum Beispiel für die Pinsel in Photoshop ganz neue Möglichkeiten und der Radierer ist eine echte Zeitersparnis beim Zeichnen oder digitalen Collagieren.

Kleines Experiment: Animation aus einer Handvoll Fotos.

Gewöhnungssachen

Windows 8 nervt. Punkt. Dafür kann Wacom aber nichts und wenn ich zurückdenke, habe ich den Satz „Windows [Versionsnummer einsetzen] nervt.“ über jede Version von Windows gesagt, anfangen bei 95. Und trotzdem habe ich mich an jede Version gewöhnt, obwohl ich beim Suchen nach verschobenen Einstellungen stundenlang geflucht habe. Ich werde darüber hinweg kommen.

Der Pro Pen klappert. Ich weiß nicht genau, welche Teile es sind, ich schätze mal der Radierer-Einsatz und die Stiftspitze, die beide beweglich gelagert sind, um die fein abgestufte Druckerkennung zu gewährleisten. Am Anfang hat mich das irritiert, da ich von meinem Billig-Stift absolute Geräuschlosigkeit gewohnt war, aber jetzt fällt es mir nicht mehr so auf.

Das Tablett ist mit 1,8 kg kein Leichtgewicht. Zugegeben, dieser Punkt könnte für viele ein Killer-Argument sein, die erwarten, dass man sich das Companion fröhlich pfeifend unter den Arm klemmt und beschwingt loszieht. Ich hab’s versucht und war nach schon nach einigen Minuten unglücklich, das Companion immer wieder von einer Seite auf die andere verlagernd.

Wenn diese sonst wunderbare Tasche für das Gerät einen Gurt hätte, wäre das alles kein Problem, dann ließe sich das Paket einfach umhängen und wäre gut transportabel. Ich werde also irgendwann meine Tasche in guter alter DIY-Manier mit einem Gurt ausstatten, um das Problem zu umgehen. Solange transportiere ich das Companion in meinem Rucksack, wo es – wie mein ähnlich schwerer Laptop – bei Weitem nicht so ins Gewicht fällt.

Mit zwei USB-Ports kann man leben, aber zumindest drei wären viel angenehmer gewesen. Ob ich das Companion als einzigen PC oder ergänzend zu anderen Geräten (wie ich) verwende: Ich möchte ein oder zwei Festplatten für Backups anschließen und auch mal einen Scanner oder Kartenleser. Dann sind die zwei Slots schnell voll und man muss anfangen, herumzustecken. Auch eine Mikrofon-Buchse wäre eine super Sache gewesen, um das Companion als Allrounder einzusetzen.

© Aileen Wessely

Abzüge bei der B-Note

Was mir wirklich, wirklich fehlt, ist ein Standfuß für den Stift, in den ich ihn abstellen kann, wenn ich ihn kurz oder länger nicht brauche, weil ich das Gerät per Touch bediene oder einen längeren Text tippe (bei kurzen kann man ihn sich ja gut zwischen die Finger klemmen). Die Bewegung, den Stift aus einer stehenden statt liegenden Position aufzunehmen, ist einfach angenehmer und er läuft so weniger Gefahr, auf meinem Schreibtisch unter irgendetwas begraben zu werden.

Der eigentliche Bildschirm des Companion ist von mehreren Rand-Elementen umgeben, auf dem an einer Seite zum Beispiel auch die Tasten und auf der anderen der Helligkeitssensor untergebracht sind. Zwischen Rand und Bildschirm-Oberfläche ist eine dünne Rille, in der sich garantiert Krümel, Schmutz und sowas ansammeln werden. Ich freue mich nicht darauf, das in ein paar Monaten säubern zu müssen.

Egal, wie herum ich das Wacom einsetze (als Rechtshänder meistens quer mit den Tasten links): Ich schaffe es beim Arbeiten, gerade beim freien Zeichnen, immer wieder, mit einem Arm den Helligkeitssensor zu verdecken. Dann dunkelt sich der Bildschirm ab und es dauert ein paar Sekunden bis zur nächsten Messung.

Klar, wir haben 2014 und es ist eine Zeit, die idealerweise papier- und kabelarm funktioniert. Leider sieht die Realität anders aus, sodass nicht die ganze Welt mit wunderbarem WLAN-Empfang eingedeckt ist. Eine LAN-Buchse gehört immer noch zu den Dingen, die ich an PCs egal welcher Form nicht missen möchte. Beim Companion fehlt sie mir und ich habe viele Stunden den Akku meines Handys und die Internet-Option meines Mobilvertrags strapaziert.

© Aileen Wessely, Modell: Sina© Aileen Wessely, Projekt: T(r)anzparenz

In der Praxis

Was ich mit dem Companion gemacht habe: Internetkram, also auf den Webseiten surfen, auf denen ich mich eben so rumtreibe, dort Fotos und Videos geschaut, gern auch lange Texte gelesen. Artikel für kwerfeldein recherchiert und geschrieben. Office- und E-Mail-Kram. Vor allem aber ganz viel Bildbearbeitung vom Schnappschuss, der nur eine schnelle Farb-Korrektur braucht, über normale Portraits und Dokumentationen bis zu aufwändigen Collagen oder Kompositionen mit der Brenizer-Methode.

Außerdem habe ich mit Freude gezeichnet. Das erste, was ich nach der Einrichtung getan habe, war, mich einige Zeit in die Studie eines Papierknäuls aus meinem Mülleimer zu vertiefen. Mit pixeligen Strichen in Paint, weil noch nichts anderes installiert war. Und weil ich denke, dass man am Einsatz rudimentärster Software hier gut sehen kann, wie großartig die Hardware ist.

Dazu hat mir das Companion den Anstoß gegeben, mit der Arbeit an einem Musikvideo anzufangen, von dem ich schon rede, seit meine Freunde von Computerfreak den Song „Unbekanntes Pferd“ Ende November gecovert haben. Das Video ist eine gezeichnete Schwarzweiß-Animation, die bei 9 Bildern pro Sekunde auf Foto-Material basiert. Da es noch nicht fertig ist, hier als Vorschau die Anfangssequenz:

Ich habe sicherlich nicht alle Funktionen des Companion getestet. Es hat zum Beispiel auch zwei eingebaute Webcams, von denen ich nur eine genau einmal für einen Schnappschuss eingesetzt habe. Ich bin einfach kein Webcam-Benutzer. Ebensowenig nutze ich zwei Bildschirme, sodass ich keinen Monitor als Erweiterung angeschlossen habe. (Bin aber zuversichtlich, dass Windows 8 das ebenso gut hinbekommt wie seine jüngeren Vorgänger.)

Da ich trotz aller Begeisterung doch einige Kritikpunkte am Companion aufgeführt habe, mag man sich zurecht fragen, warum ich es am Ende behalten – also: gekauft – habe. Der Hauptgrund ist vor allem: Die sehr viel reibungslosere digitale Integration des Workflows, den ich von einem Stift auf Papier gewohnt bin, inspiriert mich ungemein.

Ich habe Projekte in Angriff genommen und begonnen, meinen Stil viel stärker in eine Richtung zu erweitern, die in der diffusen Gegend meines Herzens und meiner Vorstellungen liegt, die dem näher kommt, was ich statt – relativ austauschbaren – Portraits von schönen Menschen in schönem Gebüsch eigentlich machen möchte. Bisher erschien mir der Weg dorthin zu steinig, weil die Umsetzung der Vorstellung in meinem Kopf nicht so unmittelbar möglich war.

Eine Frau mit Gestrüpp auf dem Kopf schaut durch ein Steinfenster, um ihren Kopf haben sich sechs Papiervögel versammelt.

„the bird catcher“ | Modell: Miss Souls. Bei über 40 Ebenen brauchen Operationen wie Hineinzoomen in Photoshop eine Sekunde, aber auch dann geht’s noch flüssig weiter.

Inklusive Tastatur und Mehrwertsteuer hat das Companion einen Preis von 1.849,80 €, den man zurecht als stolz bezeichnen kann. Allerdings hat meine Kamera vor einigen Jahren ungefähr das Gleiche gekostet und ich schätze es so ein, dass ich beide Geräte in einem ähnlichen Umfang nutzen werde und sie mir beide unschätzbare kreative Möglichkeiten bieten. Wenn die 5D mir das Geld wert war, ist es das Companion also auch.

Für wen lohnt sich also die Investition in eine Mischung aus Grafik-Tablett und Tablet-PC mit Super-Monitor? Meiner Meinung nach vor allem für diejenigen, die in der Nachbearbeitung ihrer Fotos nicht nur ein bisschen an den Kurven zupfen, sondern die Grenzen der Fotografie überschreiten wollen. Die sich nicht die Frage stellen, ob das, was sie da gerade tun, eigentlich noch Fotografie ist, sondern die einfach ihre Kunst machen und die Hürden der Ideen auf dem Weg vom Hirn zum Pixel minimieren wollen.


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Rezension: Back to The Future

23 May

Ein Kind und ein Mann lachen auf den beiden Passbildern mit gleicher Pose in die Kamera. Sie tragen den gleichen Anzug, die gleiche Krawatte – ja, sogar die gleiche, etwas zu große Brille. Und sie sehen sich ähnlich. Aber es sind nicht Vater und Sohn, sondern es ist ein und dieselbe Person: Pancho aus Buenos Aires. Einmal 1983 und einmal 2010.

Er ziert das Cover des Buches „Back to The Future“* von Irina Werning. Das Projekt „Zurück in die Zukunft“ kennt Ihr vielleicht schon durch die Werbekampagne der Deutschen Bahn aus dem Jahr 2012.

© Irina Werning's Back to the Future, Pancho, Buenos Aires, Argentina, 1983 and 2010, published by teNeues, www.teneues.com. Photo © 2014 Irina Werning. All rights reserved.

Die argentinische Fotografin Irina ist neugierig und sie liebt alte Fotos. Sobald sie in einem Haus ist, geht sie auf die Suche danach. Und irgendwann begann sie, diese alten Bilder zusammen mit den darauf abgebildeten Menschen nachzustellen.

Sie analysiert die Fotos dafür nach dem Licht und der Technik und kopiert sie bis ins Detail genau. Selbst rotgeblitzte Augen und kleine Bildfehler fehlen auf den neuen Fotos nicht. Die Kleider kauft oder näht sie selbst, die Hintergründe sucht und baut sie nach.

Ihr Bildband zum Projekt ist im Verlag teNeues erschienen und es ist ein Buch, das Freude macht. Ich habe es selbst schon mehrere Male angesehen, bin immer wieder fasziniert und vergleiche voller Freude die Menschen von damals und heute. Diese Bilder sind so wunderbar komisch! Sobald ich Besuch bekomme, gebe ich es gleich in dessen Hände und es Folgt jedes Mal die gleiche Reaktion: Gelächter und Faszination.

© Irina Werning's Back to the Future, Riff Raff, London, Great Britain, 1976 and 2011, published by teNeues, www.teneues.com. Photo © 2014 Irina Werning. All rights reserved.

© Irina Werning's Back to the Future, Mechi, Buenos Aires, Argentina, 1990 and 2010, published by teNeues, www.teneues.com. Photo © 2014 Irina Werning. All rights reserved.

Das Thema Älterwerden ist an sich ja eigentlich ein eher ernstes, aber dank Irina Werning bekommt man dazu einen völlig neuen Zugang. Interessant ist auch, dass sie Kinderbilder aus aller Welt nachstellt: Argentinien, Großbritannien, USA, Frankreich, Deutschland, Indien, Island, Ghana und einige mehr. Und so ist bereits den Ausgangsbildern durch ihre kulturellen und geschichtlichen Besonderheiten meine Aufmerksamkeit sicher.

Auf jeder Doppelseite des Buches ist links das Ausgangsbild und rechts das nachgestellte Foto zu sehen. Darunter sind klein der Vorname des oder der Abgebildeten, das Land und die beiden Jahreszahlen vermerkt. Ein sehr kurzes Vorwort der Fotografin geht den 160 Seiten vorraus. Es ist überall im Handel oder direkt beim Verlag teneues.com erhältlich.

Informationen zum Buch

Back to The Future*, Irina Werning
Gebundene Ausgabe
160 Seiten
Größe: 26 x 21 x 2 cm
Verlag: teNeues
Neupreis: 39,90 €

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.


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Rezension: Falllicht

19 Apr

Vor ein paar Wochen habe ich Euch in unseren Ausstellungstipps Fenster, Ausgabe 1 die Arbeit „Light Fall“ von Guido Baselgia empfohlen, die noch bis zum 3. Mai in Zürich zu sehen ist. Der Weg ist mir leider zu weit, aber heute möchte ich Euch hier das Buch zu dieser epochalen Werkreihe vorstellen.

Der Fotograf Guido Baselgia war von 2006 bis 2014 mit seiner Fachkamera in verschiedenen Ecken der Welt unterwegs, um sich seinem zugegebenermaßen sehr weit gesteckten Thema anzunähern. Es geht um das Zusammenspiel der Erde mit anderen Gestirnen, das wir hier vor allem in Form von Lichtphänomenen wahrnehmen können. – Licht, das auf die Erde fällt.

Der nun vorliegende Zyklus „Light Fall“ bzw. „Falllicht“ fächert diese Phänomene sehr weit auf. So weit, dass ich auf den ersten Blick irritiert war und das Gefühl hatte, dass zu viele verschiedene Dinge hier unter einem Titel vereint werden. Aber bei erneutem Betrachten wachsen die unterschiedlichen Bildtypen immer weiter zusammen.

Falllicht © Guido Baselgia

Um Euch eine Vorstellung davon zu geben: Zu sehen sind Dämmerungen. Zwielicht auf Berg- und Schneelandschaften. Nebel. Gestochen scharfe, vom Vordergrund bis in den Hintergrund detaillierte Buschlandschaften in der Mittagssonne. Dann fast vollkommene Dunkelheit, in der nur noch schemenhaft Landschaften oder Wolkenformationen zu erahnen sind.

Kurze und lange Verläufe von Sonne, Mond und Sternenhimmel über wilder Natur ebenso wie über Städten (deren Lichter in der Nacht leuchten) oder abstrakten Wolkenformationen. Ich bin erstaunt, wie viele Variationen der Lichtverläufe es gibt. Gerade, gebogen, von Wolkenschichten unterbrochene Linien.

Senkrecht zu einem besonders üppig mit Sternenspuren gefüllten Himmel zeichnet sich der gerade Verlauf eines Flugzeugs ab. Über der Linie sogar mit den sichtbaren Leuchtsignalen — bip-bip — bip-bip — bip-bip.

Falllicht © Guido Baselgia

Fast abstrakte Langzeitbelichtungen von Wasser- und Wolkenbewegungen, die beinahe zu einer einheitlichen horizontalen Streifenanordnung mit Verlauf verwischt sind. Aber wie viele andere Bilder gerade noch so knapp an der Grenze des Erkennbaren liegen, das man weiß: Dort ist der Himmel, da das Wasser.

Daneben gestochen scharfe Felsformationen, mit Mustern von Schnee oder Eis überzogen. Ein beachtliches Spiel der Natur, das in den unendlich vielen Details, die sich durch herabfallenden, verwehten, gefrorenen und wieder getauten Schnee ergeben, wird auf dunkelgrauem Stein nachvollziehbar.

Aufbrausende Gischt an der Küste in gedämpftem Zwielicht. Die Bewegung einzelner Wellen, verwischt und doch deutlich in ihrer einzelnen Richtung erkennbar, lässt einen grübeln, zu welcher Tageszeit diese Bilder aufgenommen und wie lange sie belichtet wurden.

Falllicht © Guido Baselgia

Surreal anmutende Eislandschaften, die an Aufnahmen eines Rasterelektronenmikroskops erinnern. Knollenartig sind Pflanzen und Steine von dicken Eisschichten überwuchert. Man muss schon genau hinsehen, um irgendwo einige Grasbüschel zu entdecken, die filigran eingefroren sind und so eine Größenzuordnung erlauben.

Direkt neben Bildern, die fast vollkommen dunkelgrau sind, die mit unglaublich schwachem Kontrast und der Tatsache, dass das menschliche Auge trotzdem noch etwas zu erkennen vermag, spielen, steht etwa der Kontrast eines grell erleuchteten Himmels vor einer schwarz im Schatten liegenden Hügelformation.

Der Himmel in seinen Weißabstufungen ist ebenso fein durchgezeichnet wie die Landschaft am Boden. Es sind Wolkenschleier oben und flache Dünen unten erkennbar, immer gerade an der Grenze des Wahrnehmbaren. Besonders das Dunkelgrau in Dunkelgrau fasziniert mich. Ich vergesse meine normalen, starren Erwartungen.

Falllicht © Guido Baselgia

Der Abbildungsteil kommt abgesehen von Seitenzahlen ganz ohne Ablenkungen aus. So herrscht beim Blättern in meinem Kopf automatisch eine meditative, sich langsam ausbreitende Ruhe, die mich ganz erfasst. Im Anschluss an die Abbildungen folgt eine Liste der Aufnahmeorte und -daten aller Bilder.

Die Textbeiträge von Andrea Gnam und Nadine Olonetzky nähern sich der Arbeit relativ philosophisch an und bieten dem Leser und Betrachter so viele neue Ansätze und Inspirationen, wie einzelne Bilder oder das Gesamtwerk interpretiert werden können.

Im Anhang finden sich Auszüge aus den Notizbüchern von Baselgia, in denen er Beobachtungen, Illustrationen und Daten zu Orten und den dortigen Gestirnverläufen notiert hat. Ebensolche Notizen finden sich auch auf Abzügen, dazu Aufzeichnungen zum verwendeten Filmmaterial, Belichtung, Temperatur und andere Angaben.

Informationen zum Buch
Guido Baselgia: Light Fall*
Sprache: Deutsch und Englisch
Einband: Gebunden
Seiten: 144
Abbildungen: 113
Maße: 31 x 30 cm
ISBN 978-3-85881-420-3
Preis: 87 €

Die Galerie Andres Thalmann, Talstrasse 66, Zürich zeigt noch bis zum 3. Mai 2014 die Arbeiten. Geöffnet dienstags bis freitags und samstags von 11 bis 18.30 Uhr bzw. von 11 bis 16 Uhr.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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