Ein Beitrag von: Highlight

kwerfeldein – Fotografie Magazin
Ein Beitrag von: Stefan Hefele
Mit einem sehr guten Gefühl konnten wir unsere Tour wieder Richtung Norden fortsetzen. Kaum ahnend, dass allem noch die Krone aufgesetzt werden sollte.
Wir hatten noch so manchen Ort auf unserer To-Do-Liste und haben uns absichtlich dafür entschieden, nicht schon alles bei der Hinfahrt abzufahren. So blieb auch die Rückfahrt spannend.
Wir wussten, dass es uns wegen der widrigen Bedingungen und des vielen Schnees eventuell unmöglich war, bestimmte Plätze zu erreichen. Kvalvika wird aber als wohl schönster Strand der Lofoten gehandelt und das war uns auf jeden Fall einen Versuch wert.
Dick eingepackt und mit Energieriegeln ausgerüstet, starteten wir unseren Marsch am Fjord Selfjorden bei einer roten Fischerhütte. Der erste Anstieg war schon recht mühsam und wir erreichten ein langgezogenes Tal, das zu durchqueren fast schon einem Halbmarathon ähnelte.
Ich ging voraus und sank immer wieder bis zur Hüfte in tiefen Schneeverwehungen ein. Tückische, versteckte Felsspalten machten das Vorankommen noch halsbrecherischer. Als wir endlich den höchsten Punkt erreichten, pfiff uns ein fieser Wind vom Meer kommend um die Ohren.
Vor uns lag ein tief eingeschneites, steiles Geröllfeld. Wir wogen unsere Chancen ab und kamen zum Entschluss, dass umzukehren die wohl gesündere Lösung war. Wir waren beide sehr hungrig und nach einer kurzen Pause hinter einem windgeschützten Stein ging es wieder bergab. Vor der letzten Steigung eröffnete sich uns ein faszinierendes Panorama mit Blick über den Selfjorden im weichen Licht der untergegangenen Sonne.
Die Konturen des windgeglätteten Schnees nutzte ich für die Bildgestaltung. Weiches Licht und das viele Weiß waren in dem Moment eine richtige Wohltat für die Sinne. Manchmal muss man eben große Hürden nehmen, um kleine aber sehr angenehme Erfolge zu feiern.

Schon auf dem Hinweg wollten wir den schönen Strand von Utakleiv anfahren, wurden jedoch durch wildes Schneegestöber und schlechte Sicht gezwungen, unsere Reise fortzusetzen. Unser nächster Halt war also Utakleiv, mit der Hoffnung auf besseres Wetter.
Die Aussichten waren gut und als wir ankamen wurde uns zwar kein Traumlicht geboten, jedoch schneite es nicht und sogar eine dezente Färbung lag in den Wolken. Jeder von uns packte seine Sachen zusammen und so gingen wir den Rest des Tages unserer Arbeit nach.
Auf den glitschigen, ins Meer ragenden Felsen, die mit Löchern und den verschiedensten Steinen in unterschiedlichen Farben gesäumt waren, war das fotografische Auge gefordert und so entstanden ein paar sehr interessante Fotos.

Es wurde langsam, doch stetig dunkler und bald war nicht mehr genug Licht vorhanden, um vernünftige Seelandschaften zu fotografieren. Nachdem wir eine Woche lang jede Nacht vergeblich einige Stunden in der Kälte auf die Aurora gewartet hatten, hatte ich keine Lust mehr, mir meinen Hintern abzufrieren.
Der Tag war sehr anstrengend gewesen und ich beschloss, früher in den Schlafsack zu steigen. Felix wollte draußen nur noch etwas Musik hören und eine Zigarette rauchen. Als ich gerade in die Traumwelt verschwand, hämmerte er ans Auto und schrie: „POLARLICHTER!!“
In diesem Moment packte mich das Adrenalin und wir stürmten in totaler Dunkelheit über die mit tiefen Schnee bedeckten Felsen zur glitschigen Küste. Welch Glück, dass wir gerade an einem der schönsten Küstenabschnitte der Lofoten waren.
Alles fühlte sich an wie im Traum: Die Aurora wurde immer heftiger und trumpfte mit ihrem ganzen Farbspektrum auf. Während wir wie ferngesteuert über die rutschigen Felsen kletterten, wurde mir bewusst, welch unglaubliches Schauspiel wir hier gerade sehen durften.
Nach über einer Stunde Shooting kletterte ich in tiefer Dankbarkeit zurück in den Schlafsack und konnte beruhigter schlafen als je zuvor.

Früh morgens beschloss ich, mir den sandigen Teil des Strandes vorzunehmen. Die Wolken waren sehr dicht, aber es kündigte sich eine warme Färbung in den immer wieder auftauchenden Wolkenlücken an.
Mit Steinen lässt sich wunderbar ein Bild gestalten. Etwas Geduld und ein offener Blick und man findet meist eine für das Auge angenehme Formation. Spielt dann noch, wie in diesem Fall, die Komponente Glück mit rein, vervollständigen die sonst eher passiven Wolken das Kunstwerk.
Schnell stellte ich meine Kamera aufs Hochformat ein, wählte eine etwas kürzere Langzeitbelichtung von einer Sekunde und fokussierte so, dass der komplette Bildausschnitt scharf war. Dank der Belichtungszeit von einer Sekunde war es mir möglich, die brechende Welle und die Bewegung der Gischt einzufangen.

Nach einem äußerst erfrolgreichen Besuch in Utakleiv – nicht zuletzt wegen der Polarlichter – neigte sich unsere Reise so langsam dem Ende zu. Während wir eine kurvenreiche Bergstrecke fuhren, wurde die Luft plötzlich in sattes Gold getränkt.
Nebelschwaden und tiefhängende Wolken wurden von frühem Morgenlicht durchflutet und ergaben ein zauberhaftes, verträumtes Bild.

Den restlichen Tag waren wir wieder auf der Suche nach einer passenden Location, jedoch ohne großen Erfolg. Außerdem hingen schon fast den ganzen Tag dicke Wolken am Himmel, die kaum Licht freigaben. So kam es, dass wir bis in die anbrechende Nacht ans nördliche Ende der Inselkette vorankamen.
Die einzelnen zerklüffteten Inseln der Lofoten sind übrigens seit einigen Jahren mit Brücken oder Tunneln miteinander verbunden, so dass man recht angenehm ohne Fähre zurechtkommt.
Noch in der Dämmerung versuchten wir, uns mit Hilfe unseres Kartenmaterials vorzustellen, welche Gegend ein eventuelles Fotomotiv bergen konnte. Schließlich bogen wir auf eine wenig befahrene Straße ab, die uns zum im Nordosten gelegenen Morfjorden führte.
Mittlerweile nun schon zu dunkel für Tageslichtaufnahmen, inspizierten wir trotzalledem mit Kopflampen ausgestattet die Gegend. Man weiß ja nie, schließlich hatten wir letzte Nacht das Glück und sahen Nordlichter. Ganz bestimmt würde uns das zwei Tage hintereinander passieren, witzelten wir.
Geduldig trotzten wir zum wiederholten Male, verpackt in warme Klamotten und dicke Schuhe, der Kälte und warteten stundenlang bei Minusgraden, während wir in den Himmel starrten. Die Wolkendecke löste sich etwas und die Pracht des funkelnden Sternenhimmels offenbarte sich uns.
Mit kaum Lichtverschmutzung um uns herum konnten wir problemlos die Milchstraße sehen. Ich machte einen Testschuss gen Himmel und sah, dass eine längliche Wolke vor uns leicht grün schimmerte und gar keine Wolke war, sondern ein Polarlicht, das dort schon ein Weilchen auf seinen Einsatz gewartet hatte.
Der Himmel hatte endgültig wieder unsere Aufmerksamkeit. Das lange Warten hatte sich erneut gelohnt. Nun musste sich die Aurora Borealis nur noch in all ihrer Schönheit entfalten. Einige Zeit später ging es los: Erst tänzelte sie nur langsam und sanft über einen Bereich im Himmel, bis schließlich alle Fesseln fielen und sie uns erneut ein Schauspiel, das ich nicht in Worte fassen kann, darbot.
Plötzlich eröffnete sich ein Feuerwerk direkt über unseren Köpfen. Zügig richtete ich das Stativ aus und wählte eine kurze Brennweite von 15 mm, um die gigantischen Ausmaße der „Explosion“ einzufangen. Gerade mit meiner 36MP auflösenden Nikon D800E muss ich penibel fokussieren.
Bei Offenblende f/2,8 stellte ich den Fokus schon im Vorhinein ein. Empfindlichkeit wählte ich auf ISO 800 bei einer Belichtung von 30 s. Auslöser gedrückt, warten. Der Bildschirm blitzte auf. Auf so ein Ergebnis hatte ich kaum gehofft. Es machte mich in dem Moment einfach nur gllücklich.

Das ganze Ausmaß des gigantischen Sonnensturms ist hier recht gut zu sehen. Ein Beweisportrait, das ich wohl bis an mein Lebensende gerne vorzeigen werde.

Die letzte Nacht auf den Lofoten hatte es also noch einmal so richtig in sich. Keinen besseren Zeitpunkt hätte es geben können, um eine besondere Reise zu beenden.
Ich hoffe, den winterlichen Charme der Inselkette jenseits des Polarkreises so eingefangen zu haben, dass Euch die ganze Mystik und Dramatik, die die Inseln ausstrahlen, erreicht hat. Weitere Bilder der traumhaften Lofoten gibt es für Neugierige auf meiner Webseite.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
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Glitching is the digital equivalent of throwing a roll of film into water and seeing what happens.
While you might not want to dip your phone in H2O, you can get experimental with your phone photos other ways.
And by other ways, we mean panorama glitching.
All you need is a sweep of the arm to get your panorama to stitch a scene in really strange and awesome ways.
(We used iOS 6′s built-in panorama, but you can try this with pretty much any auto-stitching pano app.)
1) Stitch totally different parts of a scene
The result ends up looking like a diptic with sweet transitions that vary from wavy edges to smooth stitching or black edges.
2) Make a jagged composition of a single subject by jerking your hand as you shoot the pano. This makes for a choppy, mosaic-like image.
Try other experiments like twisting your phone as you shoot. More examples at the link below!
BONUS: Another trick to try is getting your model to show up multiple times.
Make Panorama Phoneography Experiments
p.s. Show us your panoramas! Post it to our Facebook wall, and tomorrow (4/9) we’ll pick 4 favorites to feature on our Facebook page.
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Ein Beitrag von: Stefan Hefele
Berühmt für ihre majestätische Natur ragt die Inselkette der Lofoten im nördlichen Norwegen in den Atlantik. Gerade im Winter bilden die verschneiten Berge einen malerischen Gegensatz zum rauen Meer. Genau zu dieser Jahreszeit offenbart sich dort mit etwas Glück auch ein unbeschreibliches und faszinierendes Schauspiel – Polarlichter.
Zu Beginn diesen Februars durfte ich zehn Tage lang die gewaltige Schönheit der Lofoten fotografieren. Neben majestätisch-winterlicher Natur wurde ich auch Zeuge eines magisch anmutenden Naturphänomens, dem Polarlicht.
Zusammen mit Felix Röser, einem befreundeten Fotografenkollegen, landete ich um 22 Uhr auf dem Flughafen Evenes. Unser Ziel war heute nur noch, den Mietwagen abzuholen und einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Der norwegische Winter empfing uns mit Minustemperaturen und massenweise Schnee.
Es war nicht leicht, einen wenig befahrenen Seitenweg zu finden, der genug Platz für unser Auto bot. Schließlich waren wir erfolgreich und kuschelten uns in die warmen, dicken Schlafsäcke.
Nachdem der Morgen recht grau war, starteten wir sofort in Richtung unseres ersehnten Reiseziels. Während meiner Recherche hatte ich viel von tief einschneidenden Fjorden, spektakulären Bergformationen, tiefhängenden Wolken und Straßen, die sich durch die gemalte Landschaft ihren Weg bahnen, gelesen.
Das Bild, welches sich in meinem Kopf gebildet hatte, wurde nun immer klarer und realistischer. Ich fühlte mich, als wäre ich angekommen und war bereit, das bevorstehende fotografische Abenteuer anzugehen.
Unstadvika bis Reine
Unser erstes Ziel war der Strand von Unstad. Auf dem Weg dorthin fing plötzlich der Himmel an zu brennen. In der Hoffnung, dies nutzen zu können, versuchten wir, einen Ort anzufahren, der laut unserer Karte ein interessantes topographisches Profil aufwies.
Dort angekommen, brauchte ich eine Weile, um die richtige Komposition zu finden. Ich experimentierte mit Quer-, Hoch-, und abermals Querformaten. Letztendlich konnte ich mich mit einer Hochformatgestaltung anfreunden.

Als wir später Unstad erreichten, empfing uns eine wunderbare Lichtstimmung. Nachdem wir seit Stunden noch nichts gegessen hatten, musste aber erst ein ordentliches Outdoor-Frühstück her. Anschließend packten wir unsere Ausrüstung und erkundeten den Strand.
Die Wolken hatten eine wunderbare Färbung. Mit den glatten Felsen im Vordergrund fand ich schnell einen passenden Kontrast zu den bizarren Bergen im Hintergrund.

Unser Ziel auf dieser Reise war vor allem, die Strände anzufahren, die mit dem Auto erreichbar waren. Durch die Mengen an Schnee wäre ein Vorankommen zu Fuß nur äußerst beschwerlich gewesen.
Weiter Richtung Westen suchten wir den im Sommer beliebten Badestrand Hauklandstrand auf. Düstere Wolken schoben sich am Himmel voran. Immer wieder rissen Lücken auf, durch die das warme, hoffnungsvolle Gelb der tiefstehenden Sonne schimmerte.

Als es Nacht wurde – und das tat es hier schon recht früh, gegen 15:30 Uhr – starrten wir wie gebannt gen Himmel, um vielleicht ein leichtes, entfernt grünes Schimmern wahrzunehmen. Dieses Jahr treten vermehrt starke Sonnenstürme auf. Perfekt also, um die geheimnisvolle Aurora Borealis zu beobachten.
Während unsere Gaskocher fast in Zeitlupe vor sich hinbrannten, um uns etwas warme Nahrung herbeizuzaubern, ließen wir unsere Blicke etliche Male schweifen – nichts passierte. Bis in die weite Nacht hinein warteten wir auf den von der Brandung umtobten Felsen. Als schließlich eine dicke Wolkendecke aufzog, gaben wir auf und zogen uns ins Auto zurück.
Am nächsten Morgen waren unsere Scheiben von innen gefroren und ein Durchsehen nicht möglich. Zudem waren wir eingeschneit und mussten erst einmal den Schnee beiseite räumen, so dass wir starten konnten.
Das Licht war uninteressant. Doch dies hatte nichts zu bedeuten. Gerade hier auf dem Lofoten-Archipel, das sich ins offene Nordmeer streckt, konnte das Wetter uns minütlich überraschen.
Eine kurze Autofahrt später und wir waren am Strand von Flakstad. Das Licht schimmerte golden durch die schneegetränkten Wolken. Wir wollten schon die Umgebung inspizieren, als ein heftiger Schneesturm uns erst einmal ins Auto zwang. Etliche Minuten später wurde es wieder farbiger und die Luft schien in einen goldenen Glanz gehüllt zu sein.
Schnell wurde die Ausrüstung gepackt und nach einem passenden Motiv gesucht. Um keine nassen Füße zu bekommen, konnte ich mich hier während des Fotografierens glücklicherweiße auf die umliegenden Steine verlassen.

Am nächsten Tag stand etwas auf dem Plan, worauf ich wirklich sehr gespannt war: Reine. Dieser Ort hat mich beim Recherchieren verzaubert und kam mir vor wie eine Art Paradies inmitten von meerumtobten Bergen und Schnee.
Die Fahrt mit dem Auto war äußerst angenehm, da sich die Landschaft von ihrer malerischsten Seite zeigte. Während sich die schneebedeckte Straße Richtung Süden schlängelte, konnte ich abschalten und genießen: Keine Raser, keine Drängler, kein Stress.
Wir waren sowieso fasziniert, wie sich die Norweger hier auf ungesalzenen, schnee- und eisbedeckten Straßen sicher fortbewegen konnten, bis wir feststellten, dass unsere Reifen mit kleinen Spikes gesäumt waren. Von da an konnte ich nochmals entspannter fahren.
Bevor wir Reine erreichten, entdeckten wir eine interessante Landschaft in einem zerklüfteten Fjord. Die Lichtstimmung war erneut auf unserer Seite und so brachen wir im Tiefschnee auf zu einer kleinen, versteckten Eisbucht, die mit bizarren Eisformationen verziert war.


Der Ort Reine mit seinen etwa 300 Einwohnern ist ein typisches Postkartenmotiv. Hinzu kommt, dass der Aussichtspunkt, von dem aus ich fotografieren wollte, direkt an einem kleinen Parkplatz vor dem Dorf liegt. Perfekte Bedingungen also, für all die mit Digitalkameras bewaffneten Touristen.
Ich vermeide normalerweise solche Treffpunkte, war jedoch so fasziniert vom Motiv selbst, dass ich es in meiner Sammlung haben musste. Dank der Jahreszeit gehörte der Parkplatz auch so gut wie komplett uns allein.
Mein erstes Foto entstand während des Sonnenuntergangs. In fast schon kitschigem Pinkblau präsentierte sich Reine von seiner idyllischsten Seite und bescherte mir eine zufriedene Nacht. Da störte es mich kaum, dass wir erneut keine Polarlichter zu sehen bekamen.

Am nächsten Morgen war ich wieder früh wach, um die Atmospähre in einem ganz anderen Licht einzufangen. Die letzten Sterne funkelten noch am Himmel, während sich die Landschaft so langsam in die unterschiedlichen Farben des Morgens hüllte.

Nun war Halbzeit auf unserer Reise. Über die Rückfahrt werde ich im zweiten Teil dieses Artikels berichten. Bislang hatte sich uns das Nordlicht noch nicht gezeigt. Das sollte sich aber noch ändern.
kwerfeldein – Fotografie Magazin
Unser Aufruf für Euer schlechtestes Bild war natürlich ein Aprilscherz. Wir hatten aber viel Freude dabei, Eure Fotoverbrechen anzusehen und freuen uns auch weiterhin über Kommentare mit Links zu furchtbaren Bildern.
Fotospecial: Rolltreppen
Flickr

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Deutschsprachig
• Spiegel Online interviewte Eric Kim zu seiner Arbeit als Straßenfotograf.
• Der Stilpirat hat ein Albumcover fotografiert und zeigt seine Ergebnisse. Viel verrät er jedoch nicht, außer, dass er dafür „eine grüne Wand, einen Blitz und einen Fotoapparat“ nutzte.
• Über die Berliner Nachkriegsfotografien von Ernst Hahn berichtet die Berliner Morgenpost.
• Nicht direkt Fotografie, aber wir finden es spannend: Die App ColorSay hilft Farbenblinden weiter.
• Stern Online zeigt eine kleine Bildstrecke mit einigen der bekanntesten Bildern des Portraitfotografen Yousuf Karsh.
International
• Nacho Ormaechea aus Spanien fotografiert Menschen auf der Straße. Und füllt ihre Silhouetten mit weiteren Fotos.
• Liebe Unterwasserfans, an Rafal Makiela kommt Ihr nicht vorbei.
• Das finnische Fotoatelier von O. Haapala macht ein feines Projekt mit neo-viktorianischen Portraits. Tolle Kostüme, Make-up und Bearbeitung, oft genau richtig knapp am Vintage-Kitsch vorbei.
• Verfolgt noch irgendjemand Street-Fashion-Blogs? Dann schaut Euch Ali an: Ein einzelner Mann, der jeden Tag großartige Kleidung trägt und damit genauso gut ein Fashionblog füllt.
• Ein erfüllter Kindertraum: Tippi Degré wuchs in der afrikanischen Wüste auf und schloss dort Freundschaften mit allerhand wilden Tieren.
• Das britische Paar Lisa Gant und Alex Pelling bereist die Welt und heiratet in jedem Land, das es besucht, entsprechend der dortigen Traditionen. Den schönsten Tag des Lebens immer und immer wieder erleben.
• A Lesser Photographer ist ein Manifest, das schön zusammenfasst, was wir auch die ganze Zeit predigen: Es kommt nicht auf die Kamera an.
• 1965: Hobbyfotograf Marc Weinstein bastelt sich einen Fake-Presseausweis und fotografiert ein Konzert der Beatles. 2013: Weinstein versteigert die Fotos für satte £ 30.000.
• Liebe Reisefotografen, schaut Euch doch mal David Lazar an.
• Eine beeindruckende Sammlung von Affenportraits hat James Mollison.
• Ihr habt noch nicht genug von den Bildern der Holi Festivals? Dann schaut Euch noch diese an oder diese.
• Achtung, Katzencontent! Aber was für welcher: Die herzerwärmende und großartig fotografierte Freunschaft eines Mädchens und ihrer Katze. Ganz weit weg vom Kitsch und trotzdem „awwww!“
• Eine schöne Fotoidee: Blüteneis. Frühling, wir wären dann so weit.
Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

• Bruce Barnbaums „Die Kunst der Fotografie“* ist eine gelungene Mischung aus Bildband und Lehrbuch und gibt ambitionierten Fotografen Anregungen zur Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten.
• Thorsten Klapsch wirft mit „Atomkraft“* einen sachlich-dokumentarischen Blick auf die Zweckarchitekturen der nuklearen Energiegewinnung.
Videos
Beruhigend: Karst Country, ein Infrarot-Zeitraffer.
Spannend und sehr gut fotografiert: Ein gewagter Balance-Akt.
Ausstellungen
Anna Lehmann-Brauns MISS YOU
Zeit: 21. März – 18. April 2013
Ort: LSD Galerie, Potsdamer Str. 65, 10785 Berlin
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David Lynch – Transient.
Zeit: 16. März – 20. April 2013
Ort: Galerie Obrist, Kahrstraße 59, 45128 Essen
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Tiina Itkonen – Ultima Thule
Zeit: 16. Februar – 20. April 2013
Ort: Gallery TAIK, Bergstraße 22, 10115 Berlin
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HORST ADEMEIT – Observation
Zeit: 9. März – 20. April 2013
Ort: Galerie Gebr. Lehmann, Lindenstraße 35, 10969 Berlin
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Frank Gaudlitz. Sonnenstraße
Zeit: 23. März – 20. April 2013
Ort: Galerie Rothamel, Fahrgasse 17, 60311 Frankfurt/Main
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Farbe Form Fotografie Fläche
Zeit: 8. Februar – 20. April 2013
Ort: DZ BANK Kunstsammlung, ART FOYER, Platz der Republik, 60265 Frankfurt/Main
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Sophia Keller „Doppelklick“
Zeit: 1. März – 20. April 2013
Ort: Galerie Edition Camos, Aldringenstraße 1a, 80639 München
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„Bevor du gehst“ Matthias Bulang
Zeit: 21. Februar – 21. April 2013
Ort: frauen museum wiesbaden, Wörthstraße 5, 65185 Wiesbaden
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Jörn Vanhöfen » grenzenlos
Zeit: 16. Februar – 21. April 2013
Ort: Kunstverein Konstanz, Wessenbergstr. 39/41, 78462 Konstanz
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HighLights. Photoselection – 30 Jahre
Zeit: 21. März – 24. April 2013
Ort: Galerie Hilaneh von Kories, Stresemannstr. 384a, 22761 Hamburg
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Laurenz Berges
Zeit: 2. März – 27. April 2013
Ort: Galerie Wilma Tolksdorf, Hanauer Landstrasse 136, 60314 Frankfurt/Main
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Severin Koller – Installationen des Alltags
Zeit: 27. März – 27. April 2013
Vernissage: 26. März 2013, 19 Uhr
Ort: EIGENSINNIG. Schauraum für Mode und Fotografie, Sankt-Ulrichs-Platz 4, 1070 Wien
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Erzbahntrasse – Fotografien von Stefanie Vielhauer
Zeit: 1. Dezember 2012 – 27. April 2013
Ort: Stadtteilgalerie bild.sprachen, Bergmannstraße 37, 45886 Gelsenkirchen
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Katrin Streicher – „Kulissen des Alltäglichen“
Zeit: 6. – 28. April 2013
Vernissage: 5. April 2013, 19 Uhr
Ort: aff-Galerie, Friedrichshain, Berlin
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IMOGEN CUNNINGHAM
Zeit: 19. Februar – 28. April 2013
Ort: Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern, Maximilianstraße 53, 80538 München
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„Manfred Paul – Berlin Nordost“
Zeit: 25. Januar – 4. Mai 2013
Ort: Collection Regard, Steinstraße 12, 10119 Berlin
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David Favrod, Michel Le Belhomme | THERE ARE MORE THINGS*
Zeit: 17. März – 5. Mai 2013
Ort: exp12 / exposure twelve, Greifswalder Straße 217, 10405 Berlin
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Kairo. Offene Stadt. Neue Bilder einer andauernden Revolution
Zeit: 2. März – 5. Mai 2013
Ort: Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen
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Women – Fotografien von Martine Franck
Zeit: 28. Februar – 5. Mai 2013
Ort: Galerie der Stadt Fellbach, Marktplatz 4, 70734 Fellbach
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Steve Schapiro – THEN AND NOW – Eine Retrospektive
Zeit: 24. März – 5. Mai 2013
Ort: Kunsthalle Rostock, Hamburger Straße 40, 18069 Rostock
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PLACES AND SPACES – Emily Andersen
Zeit: 9. April – 5. Mai 2013
Ort: Literatur Moths, Rumfordstraße 48, 80469 München
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Fotos – Österreichische Fotografien von den 1930ern bis heute
Zeit: 30. Januar – 5. Mai 2013
Ort: 21er Haus, Arsenalstrasse 1, Wien
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DAKOTA BAR – Knut Wolfgang Maron
Zeit: 8. März – 5. Mai 2013
Ort: Galerie AG, Münzstraße 24, 19055 Schwerin
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Ulrich Mack: Kennedy in Germany
Zeit: 9. März – 8. Mai 2013
Ort: in focus galerie, Brüsseler Str. 83, 50672 Köln
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Horst Hamann. HAMANNYC
Zeit: 10. April – 10. Mai 2013
Ort: Galerie BRAUBACHfive, Braubachstr. 5, 60311 Frankfurt/Main
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Jean-Baptiste Huynh »Remanence«
Zeit: 22. Februar – 11. Mai 2013
Ort: CWC GALLERY, Auguststraße 11–13, 10117 Berlin
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Das Nahe und die Ferne – Fotografie und Raum
Zeit: 6. April – 12. Mai 2013
Ort: Künstlerhaus Dortmund, Sunderweg 1, 44147 Dortmund
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Ein Beitrag von: Diego León-Müller
Literaturfotografie muss nicht zwingend die Handlung eines Werkes widerspiegeln; die Atmosphäre eines Buches einzufangen war mir in der folgenden Serie wichtiger.
In seinem Roman „Die Stadt der Blinden“ beschreibt der Literatur-Nobelpreisträger José Saramago eine durch eine Epidemie wie in ein weißes Meer gehüllte, erblindete Stadt.
Die Erblindeten werden in die Quarantäne einer verlassenen Irrenanstalt geschickt und als das Chaos ausbricht, stellt sich eine Frau, die sehen kann, der Anarchie entgegen. Als das System in der Abschottung auseinanderbricht und kein Soldat mehr da ist, der die wehrlosen Blinden zurückhalten kann, brechen die Blinden aus in eine blinde Welt, metaphorisch für eine Welt, die unfähig ist, Gut und Böse zu unterscheiden.
Die Bildserie zur „Stadt der Blinden“ wird, mit den vorliegenden, teilweise gekürzten Zitaten aus selbigem Buch, im Sommer auf einer Gruppenausstellung der Hochschule Hannover gezeigt.

Sollte es je dazu kommen, dass ein Soldat die verschossenen Kugeln zu rechtfertigen hat, dann wird er sicher bei der Fahne schwören, er habe aus Notwehr gehandelt, und hinzufügen, auch zur Verteidigung seiner unbewaffneten Kameraden, die in einer humanitären Mission unterwegs gewesen seien und sich plötzlich von einer Gruppe von Blinden bedroht sahen, die ihnen zahlenmäßig überlegen war. Am besten wäre es, die verhungern zu lassen, mit dem Tier stirbt auch das Gift.
Es gibt viele Arten, zum Tier zu werden, das ist nur der Anfang.

Sie klopfte diskret an die Tür, zehn Minuten später war sie nackt, nach fünfzehn stöhnte sie, nach achtzehn flüsterte sie Liebesworte, die sie nicht mehr vorzutäuschen brauchte, nach zwanzig geriet sie ausser sich, nach einundzwanzig fühlte sie, wie ihr Körper vor Lust zerbarst, nach zweiundzwanzig schrie sie,
Jetzt, jetzt,
und als sie wieder zu Bewusstsein gelangte, sagte sie, erschöpft und glücklich,
Ich sehe noch immer alles weiß.

Wie geht es Ihnen, Herr Doktor,
wir sagen dann
Gut,
dabei liegen wir im Sterben, das nennt man im Volksmund,
aus dem Herzen eine Mördergrube machen.
Wenn wir nicht in der Lage sind, ganz wie Menschen zu leben, dann sollten wir wenigstens versuchen, nicht ganz wie Tiere zu leben.

Blind sein bedeutet nicht tot sein, aber tot sein bedeutet blind sein.
Wir würden uns schon beim ersten Gedanken kaum vom Fleck rühren, könnten wir immer alle Folgen unseres Handelns voraussehen, würden wir ernsthaft darüber nachdenken. Gute und Schlechte Ergebnisse unserer Worte und Werke verteilen sich über alle Tage der Zukunft, eingeschlossen auch jene endlosen, an denen wir schon nicht mehr hier sein werden.

Dann drehte er sich zum Spiegel um, diesmal fragte er nicht,
Wie kann das sein,
er sagte nicht,
Es gibt tausend Gründe dafür, dass das menschliche Gehirn sich verschliesst,
er streckte nur die Hände aus, bis er das Glas berührte, er wusste, dass sein Abbild dort war und ihn anschaute, das Abbild sah ihn, doch er sah sein Abbild nicht.

Die Augenlider aufgerissen, das Gesicht in Falten, die Augenbrauen jäh zusammengezogen, alles, jeder kann es sehen, durch Angst verzerrt. Mit einer plötzlichen Bewegung wird all das, was zu sehen war, hinter den beiden geballten Fäusten des Mannes verborgen, als wollte er noch im Innersten seines Hirns das letzte Bild festhalten, ein rotes, rundes Licht an einer Ampel.
Ich bin blind, ich bin blind.
Nichts, als wäre ich mitten in einem Nebel, als wäre ich in ein milchiges Meer gefallen.

Da kommt der Nachbar am Arm geführt, aber keine kam darauf zu fragen,
ist Ihnen etwas ins Auge gekommen, das fiel ihnen nicht ein, und so konnte er auch nicht antworten,
Ja, ein milchiges Meer.
In dieser Nacht träumte der Blinde, er sei blind.
Ich hörte, dass es Menschen gibt, die erblindeten, da dachte ich darüber nach, wie es wohl wäre, wenn auch ich erblindete, ich schloss die Augen und probierte es aus, und als ich sie öffnete, war ich blind.

Er versuchte sich vorzustellen, wie der Ort, an dem er sich befand, aussah, für ihn war alles weiß, leuchtend, strahlend, die Wände waren es und der Boden, den er nicht sehen konnte, und er ertappte sich bei dem absurden Gedanken, dass das Licht und das Weiß dort stanken.
Wir werden hier noch vor Entsetzen verrückt.
Er wusste, dass er schmutzig war, schmutzig wie wohl noch nie in seinem Leben.
Die Welt ist ganz hier drin.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Nachfahren von José Saramago.
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