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Archive for the ‘Equipment’ Category

Im Gespräch mit Frank Buttenbender

22 Apr

Ein Beitrag von: Frank Buttenbender

Ich verfolge Dich ja jetzt schon eine Weile bei Facebook. Fast jede Woche gibt es dort wieder neue Konzert- und Festivalbilder zu bewundern. Klingt, als hättest Du einen Traumjob. Ist er das?

Das ist tatsächlich ein Traum, allerdings kein Job, denn ich arbeite nur im eigenen Auftrag für mein eigenes kleines Onlinemagazin. Das verschafft mir einerseits die Freiheit, nur die Konzerte zu fotografieren, die mich interessieren, hat teilweise aber auch den Nachteil, nicht alle Künstler vor die Linse zu bekommen. Zumindest nicht die Herrschaften, die noch immer im Internet eine Bedrohung sehen und nur Printmedien akkreditieren.

Mitunter fragen nach meiner eigenen Veröffentlichung auch Printmagazine an und ich gehe darauf ein, aber im Auftrag anderer arbeite ich nur sehr ungern. Noch besser ist die Situation natürlich dann, wenn man einen persönlichen Draht zur Band bzw. deren Management hat.

Dann findet man vor Ort auch ganze andere Bedingungen vor. Aber um zum Ausgangspunkt zurückzukommen; ja, es ist traumhaft, da es mir Gelegenheit gibt, großartige Konzerte zu besuchen und gleichzeitig zumindest einen Teil zum Ganzen beitragen zu können.

noyce TM von Frank Buttenbender

Bekommst Du denn bei der Arbeit überhaupt etwas vom Konzert mit? Die unberechenbaren Lichtsituationen, schnelle Bewegungen der Musiker – das alles erfordert ja eine hohe Konzentration. Kann man dabei die Musik genießen?

Gute Frage. Wenn ich das komplette Konzert fotografieren kann, bekomme ich nicht wirklich viel mit vom Geschehen. Aber das ist nicht die Regel, denn meistens ist ja nach drei Songs Schluss und man kann sich dem Konzert selbst widmen. Allerdings ist auch dann nicht ausgeschlossen, dass man den Lichtsituationen auf der Bühne mehr Beachtung schenkt als der Musik.

Um diese wirklich zu genießen, bin ich ohnehin lieber zuhause und höre in aller Ruhe ein Album auf CD oder Vinyl an. Bevor ich mit der Konzertfotografie begonnen habe, war ich daher auch kaum mal bei einem Konzert dabei. Und ich mag das eigentlich auch gar nicht. Zu viele Menschen auf engem Raum, der Sound ist meist übersteuert, die Luft schlecht… beim Fotografieren kann man das alles ausblenden, aber ohne das würde ich vermutlich nie Konzerte besuchen.

Das Ich von Frank Buttenbender

Interessant, ein Konzertfotograf, der an sich keine Konzerte mag. Muss man denn die Bands kennen und mögen, um gute Bilder zu machen?

Es ist vor allem motivierend, Bands zu fotografieren, die man mag oder vielleicht bislang noch nicht fotografieren konnte. Aber für gute Bilder reicht allein das nicht aus, manche Künstler sind aufgrund ihrer Statur oder ihres extremen Bewegungsdrangs generell schwieriger zu fotografieren und andere mögen keine guten Lichtbedingungen. Da nützt dann mitunter das Wollen auch nicht viel.

Manchmal sind die Ergebnisse aber trotzdem ganz passabel, das darf man dann gern der eigenen Tagesform zuschreiben oder ein paar glücklichen Momenten. Aber selbst bei perfekten Bedingungen, viel Zeit und guter Form wird es immer ein Foto geben, das man nicht gemacht hat. Vielleicht ist das auch der Grund für den bleibenden Antrieb, beim nächsten Mal wiederzukommen.

Die Leute auf der Bühne zu kennen, ist schon ein Vorteil. Es ist gut, wenn man weiß, wer gern auf welcher Seite das Mikro hält, wie groß die Bandmitglieder sind, ob sie dazu neigen, in den Graben oder ins Publikum zu springen und dergleichen mehr. Ein zu viel an Vorbereitung könnte allerdings die nötige Spontaneität ein wenig hemmen, so dass ich mir meistens nicht allzu viele Gedanken mache.

Laibach von Frank Buttenbender

Gibt es da eine Band, bei der es Dir besonders viel Spaß macht?

Derzeit muss ich da unbedingt die Band IAMX nennen, die mir auch musikalisch am meisten bedeutet. Ich habe sie erst einmal fotografiert, aber demnächst erfährt die Zusammenarbeit eine Fortsetzung. Gute Ergebnisse und daher viel Spaß gab es in der Vergangenheit mit den Bands Diorama, Project Pitchfork, Laibach oder Lacrimosa. Von den bekannteren Künstlern ist mir vor allem ein Abend mit Nick Cave in guter Erinnerung. Auf der Wunschliste stehen die Nine Inch Nails ganz oben.

Wie wichtig ist die Technik bei Deiner Arbeit und mit welcher Ausrüstung arbeitest Du?

Wichtig ist sie insofern, als dass sie mich in die Lage versetzt, unter teilweise extremen Bedinungen ordentliche Fotos zu machen. Derzeit benutze ich eine Nikon D700, eine Nikon D200 sowie einige lichtstarke Festbrennweiten. Damit bin ich derzeit zufrieden. Ich würde dennoch sagen, dass ein gutes, schnelles Auge sowie Erfahrung weitaus wichtiger sind als die optimale Ausrüstung.

The sisters of mercy von Frank Buttenbender

Aber ein gutes, schnelles Auge nützt nichts, wenn die Kamera nicht über ISO 400 hinausgeht, oder?

Es ist schon beides wichtig, keine Frage. Komisch sind immer so Äußerungen, wie „Du machst ja bessere Fotos, weil Du die bessere Kamera hast.“ Das ist sehr wirklichkeitsfern, denn ein ambitionierter Fotograf wird eher Wege und Mittel finden, bessere Technik zu verwenden, als neidvoll auf andere zu schielen.

Ich frage mich oft, warum so viele Fans auf Konzerten ihr Handy um Fotos bemühen. Gute Bilder schafft man damit aus der meist doch sehr großer Entfernung nicht, oder?

Die Handy-Knipser und Filmer sind ein ganz anderes Thema. Ich denke mal, denen geht es nicht so sehr um Qualität, sondern um den Beweis der eigenen Teilnahme. Mit Web 2.0 Apps wie Facebook und YouTube ist das Dabeisein und Mitmachen ganz wichtig geworden, wichtiger offenbar, als das pure Konzerterlebnis selbst.

Einige Künstler sprechen sich daher auch gegen die Verwendung von Handyknipsen aus, was ich ihnen hoch anrechne. Aber es gibt nicht nur zu viele Handyknipser, es gibt auch deutlich zu viele Leute, die sich um den Einzug in den Fotograben drängeln. Da ist in den letzten Jahren leider vieles in eine fragwürdige Richtung gelaufen.

Eisbrecher von Frank Buttenbender

Ja, von den Kämpfen im Fotograben hört man selbst als Nicht-Konzertfotograf in der Tat häufig. Woher kommen die ganzen Fotografen auf einmal und wo kann man ansetzen, um das Problem aufzulösen?

Die Zugangsbarierren sind einfach wesentlich niedriger als früher. Digitalfotografie und Internet sind zwei wichtige Gründe dafür, dass es in diese Richtung gegangen ist. Veranstalter sehen sich daher mit weitaus mehr Anfragen konfrontiert und soweit es möglich ist, wird diesen Anfragen auch entsprochen.

Denn im Zweifel sind mehr Vorabwerbung und Nachberichterstattung immer lukrativer als die zwei, drei Lokalmedien, die zur Analogzeit berichtet haben. Da die richtige Auswahl zu treffen, ist sicher nicht einfach und auch mal nein zu sagen leider nicht die Regel.

Wenn man die Zugangsbarierren erhöht, wäre Deine Arbeit nicht auch in Gefahr? Als eigener Auftraggeber für ein Online-Magazin bist Du doch wahrscheinlich einer der vielen neuen Fotografen im Graben, oder?

Das könnte man meinen, allerdings haben sich in den vergangenen Jahren einige gute Kontakte entwickelt, die mich zumindest innerhalb der alternativen Musikszene zuvorkommend behandeln. Das Online-Magazin war aber letztlich immer nur Mittel zum Zweck, denn ich bin dort weit davon entfernt, richtigen Journalismus zu betreiben.

Wesentlich lieber wäre mir daher die nähere Bindung an einzelne Bands, das würde dann auch eher zu einzigartigen, außergewöhnlichen Fotos führen und die beschriebene Situation gar nicht erst entstehen lassen.

fields of the nephilim & lacuna coil von Frank Buttenbender

Möchtest Du als eine Art persönlicher Fotograf Bands für eine Tour oder zumindest ein paar Konzerte begeleiten oder wie kann ich mir das vorstellen?

Für einzelne Konzerte ist das bereits schon so geschehen, eine komplette Tour wäre allerdings eine neue Erfahrung, die ich unter gegebenen Umständen gern machen würde.

Auch wenn bereits zu viele Fotografen im Konzertgraben stehen: Hast Du vielleicht Tipps für angehende Konzertfotografen?

Ein Tipp wäre eventuell, nicht so sehr die anderen Fotografen und ihre Fotos als Vorbild vor Augen zu haben, sondern eher zu versuchen, so früh wie möglich einen eigenen Weg der Bildsprache zu entwickeln. Ich war am Anfang sehr aktiv in der Fotocommunity, was letztlich aber ein Fehler war, denn dort wird eher das Streben nach einem Konsensgeschmack gefördert als die eigene Entwicklung.

Zeromancer von Frank Buttenbender

Passend zur Musik würde ich Deine Bildsprache als düster und kontrastreich beschreiben. Wie würdest Du sie charakterisieren?

Düster und kontrastreich, genau. Das hat wohl mit meiner Persönlichkeit zu tun, die gern schwarz oder weiß malt, aber niemals grau und selten farbig. Farbe gibt es vermehrt dann zu sehn, wenn es mir bei dem Ereignis gut ging, aber im Nachhinein sind das meist die schlechteren Fotos. Persönliche Krisen hingegen haben sich meist positiv auf die fotografischen Ergebnisse ausgewirkt.

Ich finde ja auch Deine wenigen farbigen Bilder schön. Entscheidest Du bereits während des Konzertes, ob die Bilder am Ende schwarzweiß werden? Und wieviel Nachbearbeitung steckt überhaupt in den Bildern?

Das ist zunächst davon abhängig, welche Bedingungen vor Ort herrschen. Im Gegensatz zur oftmals vertretenen Meinung, schwarzweiß sei nur eine Notlösung, ist es bei mir eher umgekehrt: Ich versuche fast immer, die Fotos im Ergebnis schwarzweiß zu bekommen.

Aber manche Farbkonstellationen lassen dies einfach nicht in genügendem Maße zu. Wenn das Ergebnis farbig ausfällt, kann es also nicht nur an der guten Verfassung während des Ereignisses liegen, sondern auch schlichtweg daran, dass die Umwandlung nicht geglückt ist.

Nachbearbeitet werden alle Fotos, zunächst meist im Schnitt, was eine Folge der Festbrennweiten ist. Dann wird nachgeschärft, verkleinert und der Kontrast erhöht. Von Bildmanipulationen halte ich aber nicht so viel. Mir ist der rauhere Charakter sowieso lieber als eine glattgebügelte HDR-Anmutung.

Generell halte ich Farbe für problematisch, weil es den Betrachter viel zu sehr vom Geschehen selbst ablenkt. Ich habe auch manchmal den Gedanken, einfach von vornherein schwarzweiß und analog zu fotografieren. Vielleicht werde ich das demächst wieder versuchen.

Project Pitchfork von Frank Buttenbender

Das klingt für mich nach einer großen Herausvorderung. Was steht denn in nächster Zeit noch an?

Ja, letztlich werde ich aber der Konzertfotografie weiter treu bleiben. Es gibt dann auch immer mal Anfragen der Musiker für gestellte Fotos. Ich habe mich allerdings nie so richtig wohl gefühlt, wenn es darum ging, selbst Regie zu führen, so dass ich das lieber anderen überlasse.

Falls alles klappt, werde ich in der nächsten Zeit Konzerte von IAMX, Rammstein und Dead Can Dance besuchen. Zudem freue ich mich auf verschiedene Open Air Events im Sommer auf einer malerisch gelegenen Festung in der Nähe meiner Heimatstadt, zu denen mich der Veranstalter bereits eingeladen hat.

Dann viel Erfolg dabei! Ich bin gespannt auf die neuen Bilder.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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21. April 2013

22 Apr

Ein Beitrag von: Lars Zimmermann

Daniela


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browserFruits April #3

21 Apr

Es ist Frühling! Schnappt Euch die Kamera, setzt Euer schönstes Sonntagslächeln auf und springt hinaus, um die schönen Tage zu nutzen. Von rosa Blüten über zurückgekehrte Vögelchen bis hin zu fröhlichen Menschen ist sicher für jeden ein tolles Motiv dabei. Natürlich erst nach der Lektüre unserer Früchte.

 

Fotospecial: Zahlen

Flickr

500px

 

Deutschsprachig

• Endbahnhof: Kate Seabrook fotografiert eine U-Bahn-Linie nach der anderen – in Berlin.

• Zeit Online zeigt eine Bildserie des Fotografen Jason Lee, in der er sich mit der Verstädterung Chinas auseinander gesetzt hat.

• Am 27. April startet der Fotomarathon in Dresden.

• Der Fotografie-Preis „architekturbild“ 2013 wurde vergeben. Einige der Gewinnerbilder findet Ihr hier.

• Wo liegt die Zukunft der Analogfotografie? Das Team von X:enius ist dieser Frage mit einer 26-minütigen Sendung auf ARTE nachgegangen.

 

International

• Johnny Tergo fotografiert Leute auf der Straße. Aus seinem Auto heraus, das wiederum ein fahrbares Studio ist.

• Um das Lernen der technischen Grundlagen zu erleichtern, hat Canon eine superschicke Seite gebaut. Drückt mal Play.

• Wer sind eigentlich die 25 besten Architekturfotografen? Complex hat eine Liste zusammengestellt.

• Falls Ihr wissen wollt, was ein Teil Eurer Ausrüstung noch wert ist, dann speichert Euch doch die Gebrauchtpreisliste von fotoversicherung.com.

• Someone I know: Fotografen portraitieren Menschen, die sie kennen und machen ganz nebenbei ein wunderbares Projekt.

• 25 zum Teil bemerkenswerte Beispiele für gute Schattenfotografie.

• Austronaut @Cmdr_Hadfield fotografiert die Erde aus dem Weltwall und macht dabei sagenhafte Aufnahmen.

• Eine aufgeräumte Mischung aus Dokumentation und Architekturfotografie: Das Essay von Vincent Fillon über Olympiades, die steingewordene Moderne im 13. Arrondissement von Paris.

• Ein Highlight der Woche: Die verträumt-filmreifen Aufnahmen des Weerapong Chaipuck.

• Richard Heeks fotografiert Seifenblasen und nimmt dafür ewig lange Vorbereitungszeit in Kauf.

• Der israelische Straßenfotograf Natan Dvir zeigt Menschen vor übergroßen Werbeflächen in New York City.

 

Neuerscheinungen und Tipps vom Foto-Büchermarkt

buchtip

• Ihr wolltet schon immer Bilder aus dem Magnum Archiv im Bücherregal stehen haben? Mit dem Bildband „Magie der Bilder“* ist dies für den sehr schlanken Preis von 19,95 € möglich.

• 80 Gewölbe europäischer Kirchen, Basiliken und Kathedralen hat das Buch „Die schönsten Gewölbe Europas: Von der Romanik bis zur Gotik“* versammelt. Fotografiert von David Stephenson und für 39,95 € erhältlich.

 

Videos

Rune Guneriussen über seine Installationen mit Alltagsgegenständen und wie sie zu Fotos werden, die in den exklusiven Galerien der Welt hängen.

 

Fotogeschichte: Von der Camera Obscura bis zum Smartphone in 5 Minuten.

 

Ausstellungen

ERIC MARRIAN Nude | Carré Blanc · Javel
Zeit: 14. März – 27. April 2013 (verlängert!)
Ort: immagis Galerie, Franziskanergasse 1, 97070 Würzburg
Link

Michael Schnabel: Nachtstücke
Zeit: 20. März – 31. Mai 2013
Ort: Persiehl & Heine, Bergstraße 11, 20095 Hamburg
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Gerry Johansson – Deutschland.
Zeit: 18. April – 31. Mai 2013
Ort: FREELENS Galerie, Steinhöft 5, 20459 Hamburg
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„Ausgezeichnet“
Zeit: 11. März – 31. Mai 2013
Ort: The Cube, Deutsche Börse Group, Mergenthalerallee 61, 65760 Eschborn
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Chema Madoz
Zeit: 19. April – 1. Juni 2013
Vernissage: 19. April, 19 Uhr
Ort: photo edition berlin, Ystaderstr. 14a, 10437 Berlin
Link

Katastrophe & Idylle
Zeit: 26. April – 1. Juni 2013
Ort: Wagner + Partner, Strausberger Platz 8, 10243 Berlin
Link

Christian Reister / Kay von Aspern: Wien + Berlin
Zeit: 1. Mai – 1. Juni 2013
Vernissage: 30. April 2013, 19 Uhr. Die Künstler sind anwesend.
Ort: EIGENSINNIG. Schauraum für Mode und Fotografie, Sankt-Ulrichs-Platz 4, 1070 Wien
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billy&hells
Zeit: 12. März – 6. Juni 2013
Ort: Atelier Jungwirth, Opernring 12, Graz
Link

Michael Wesely – Human Scales
Zeit: 27. April – 8. Juni 2013
Ort: Alexander Ochs Galerie, Besselstr. 14, 10969 Berlin
Link

IN SPACE NO ONE CAN HEAR YOUR BEAUTY
Zeit: 27. April – 8. Juni 2013
Ort: Fotowerkstatt & Galerie Norbert Nieser, Grosse Falterstrasse 31/3, 70597 Stuttgart
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The Kennedys: Family Life
Zeit: 26. März – 9. Juni 2013
Ort: The Kennedys, Auguststraße 11-13, 10117 Berlin
Link

Olaf Tiedje „yarn objects“
Zeit: 14. März – 13. Juni 2013
Ort: HeadEgg, Trogerstraße 19, 81675 München
Link

Mehr aktuelle Ausstellungen

 

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, bekommen wir eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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20. April 2013

20 Apr

Ein Beitrag von: Christian Beirle González

Black Dog and Blue Shape


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Corviale

20 Apr

Ein Beitrag von: Ben Mezoudj

In der Woche vor Ostern war ich für eine Woche in Rom, um meine Schwester, die dort seit zehn Jahren mit ihrem Partner lebt, zu besuchen. Ausgerüstet mit einer handlichen, unauffälligen EOS-M, der recht neuen spiegellosen Kamera von Canon, hatte ich eigentlich nur vor, moderne Architektur, Museen und einige Galerien in Rom zu fotografieren.

Nachdem ich am ersten Tag das MAXXI von Zaha Hadid fotografiert habe, standen am zweiten Tag das MACRO Museum und die Kirche Dio Padre Misericordioso von Richard Meier auf dem Plan.

Abends erzählte mir meine Schwester beim Essen von Corviale, eigentlich Nuova Corviale, einem gigantischen Wohnblock am Stadtrand von Rom. Corviale wurde von 1975 bis 1982 nach Plänen des Architekten Mario Fiorentino im Südwesten Roms errichtet.

Corviale © Ben Mezoudj

Der Betonblock ist 958 Meter lang und gilt als das längste Hochhaus Europas. Es gilt vielen als der Inbegriff aller Verfehlungen moderner Architektur, als gescheitertes Experiment utopischer Stadtplanung. Ein Problem des Corviale ist seine isolierte Lage weit vor den Toren Roms.

Was den Stadtplanern als optimale Voraussetzung erschien, nämlich quasi auf der grünen Wiese zu bauen, also auf einem historisch und städtisch unvorbelasteten Gelände, erwies sich für die Bewohner eher als Nachteil: Wer hier wohnt, lebt in der Peripherie, am Rande des Geschehens und die vorhandene Infrastruktur bietet nur wenige Verbindungen ins Zentrum.

Aber nicht nur die ferne Metropole ist ein Problem, es erscheint auch fast unmöglich, den Corviale auf eine sinnvolle Weise in das unmittelbare Umfeld zu integrieren. Einsam überragt der Betonklotz die Landschaft, ohne Bindung und Bezug zur Umgebung.

Corviale © Ben Mezoudj

Auf der einen Seite des Gebäudes erstreckt sich ein unübersehbares Meer schnell hochgezogener Durchschnittsbauten, meist wesentlich kleiner dimensioniert, aber ohne klar erkennbare städtische Struktur und wesentlich chaotischer als es die seinerzeit verpönten Altstädte jemals waren.

Corviale ist ein berühmt berüchtigtes Wohnviertel und als recht gefährlich verrufen. Illegale Wohnungen; Mieter, die keine Miete zahlen; Drogenhandel und ein Polizeipräsidium, das keinen wirklichen Schutz bietet, zeichnen Corviale, ironisch auch „Il Palazzo“ genannt, aus.

Corviale © Ben Mezoudj

Auf zehn Geschossen leben offiziell 6.000 Menschen, man kann aber eher von 9.000 bis 10.000 Bewohnern ausgehen. So ist die komplette 4. Etage illegal bewohnt, denn hier sollten eigentlich Geschäfte, Praxen und Büros angesiedelt werden.

Allerdings wurde diese schon vor der Fertigstellung Corviales durch die Mietpreisexplosion in der Innenstadt illegal besetzt. Bei den Römern hat dieser Bau die Spitznamen Il Serpente (die Schlange) und auch Il Mostro (das Monster).

Corviale © Ben Mezoudj

Ganz fertiggestellt war der Corviale auch zum Zeitpunkt der offiziellen Eröffnung 1982 nicht und bis heute finden sich hier und da noch vorläufige und improvisierte Lösungen, während an anderen Stellen schon der Zahn der Zeit nagt.

Der Komplex blieb in den folgenden Jahren weitgehend sich selbst überlassen, mit der fast zwangsläufigen Konsequenz, dass sich eine Grauzone aus Schattenökonomien, Illegalität und Rechtlosigkeit entwickelte.

In den italienischen Medien tauchte der Corviale fast nur noch im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität, Drogenhandel und Prostitution auf und es gehört zum Standardrepertoire populistischer Kommunalpolitiker, die Umsiedlung der Bewohner und die Sprengung des gesamten Komplexes zu fordern.

Corviale © Ben Mezoudj

Wir sind also noch am gleichen Abend dahin gefahren. Allerdings war es meiner Schwester zu riskant und sie riet mir davon ab, dort abends mit der Kamera herumzulaufen. Sie kennt eine Bewohnerin in Corviale und hat mir viel Erstaunliches erzählen können.

Am nächsten Tag sind wir vormittags hingefahren. Ausgerüstet mit einem 18-55 mm Objektiv und einem kleinen Blitz habe ich versucht, Corviale zu erfassen.

Corviale © Ben Mezoudj

Und obwohl die Umgebung nicht einladend war, haben wir uns entschlossen, den Bau auch von innen zu erkunden. Da meine Schwester perfekt Römisch spricht, war es auch einfach, die Bewohner anzusprechen.

Es war etwa Mittagszeit und nur wenige Menschen waren anzutreffen. Zunächst haben wir sie angesprochen und gefragt, ob sie dort wohnen. Dann hat meine Schwester sie höflich gefragt, ob ich sie fotografieren darf. Die meisten waren aufgeschlossen und neugierig, eine Frau kam auf uns zu und wollte wissen, ob in Corviale nun was passiert.

Corviale © Ben Mezoudj

Wir erklärten ihr, dass wir Fotos über Architektur am Rande Roms machen. In dieser unheimlichen Kulisse zeigten die Bewohner dennoch Stolz und Würde, auch wenn die Perspektiven in Corviale nicht wirklich aussichtsreich sind. Ein paar jüngere Männer hatten allerdings gar kein Interesse an Fotos, da sie wohl gerade von einem Dealer kamen.

Mir hat besonders gefallen, wie einige Bewohner mit Pflanzen vor der Wohnung etwas Farbe in diesen Block brachten und so etwas Natur ins Haus holen. Dazu muss ich sagen, dass ich in den letzten Monaten viele Landschaftsfotos gemacht habe.

Corviale © Ben Mezoudj

Typisch für meine Fotos ist, dass sie (fast) nie Menschen zeigen. Hier war es anders, ich habe es als erforderlich empfunden, auch die dort lebenden Menschen zu zeigen.

Ich habe erst nach meiner Rückkehr mehr über Corviale gelesen und recherchiert. Mir ist dabei aufgefallen, dass es nicht wirklich viele gute Fotos aus dessen Innenleben gibt. Ich glaube, dass Corviale keine 50 Jahre mehr existieren wird. Sicher ist es ein Lösungsansatz, in großen Gebäuden wie Corviale viele Menschen unterzubringen. Aber für die Bewohner ist Corviale ein Stigma.

Corviale © Ben Mezoudj Corviale © Ben Mezoudj

Wer in Corviale lebt, ist am Rande der Gesellschaft. Als Sohn eines Einwanderers kann ich das gut nachvollziehen und halte Ghettobildung für fatal. Integration findet dort nicht statt. Darum war es mir ein großes Bedürfnis, an diesem Beispiel zu zeigen, wie brutal diese Architektur am Rande der Stadt ist.

Die Bildbeschreibungen auf meiner Webseite sind sicher nicht objektiv. Aus meiner Sicht gibt es auch keine Objektivität in der Fotografie. Schon die Wahl eines Bildausschnittes ist subjektiv und niemals ist ein Foto die Abbild der Realität, sondern nur ein Blick auf eine bestimmte subjektive Wirklichkeit.

Corviale © Ben Mezoudj

??Mein Lieblingszitat, das ich auch als Motto auf meiner Facebook-Seite gepostet habe, stammt von Werner Heisenberg (dt. Physiker, Nobelpreis 1932):

Die Wirklichkeit, von der wir sprechen können, ist nie die Wirklichkeit an sich, sondern eine von uns gestaltete Wirklichkeit.


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19. April 2013

20 Apr

Ein Beitrag von: Collin Key

© Collin Key


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Melancholia in Island

19 Apr

Als ich vor über einem Monat bei Dvorah Kern war, um die Bilder für unsere Ausstellung einzurahmen, stolperte ich über andere großformatige Bilder. Sie zeigten Landschaften – unwirklich, anders, seltsam.

Es waren ganz untypische Landschaftsfotografien und sie lösten in mir den Wunsch aus, dort, genau dort zu stehen, wo dieses Bild gemacht wurde. Im Kopf John Frusciante und seiner Gitarre zu lauschen. Ich wollte also mehr von ihr wissen, wie und warum sie entstanden.

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Dvorah wollte, so erzählte sie mir, eine Serie über das Gefühl der Melancholie erarbeiten. Die Ausstellung „Melancholie. Genie und Wahnsinn“ 2006 in Berlin hatte bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie hatte das Bedürfnis, nach der ursprünglichen Melancholia zu suchen.

Sie selbst sagt dazu:

Man sucht immer nach dem, was man selbst in sich hat.

Doch sollten auf den Bildern keine Menschen, sondern Landschaften sein. Der Frühling und Sommer in Deutschland eignete sich für diese Umsetzung nicht. Also beschloss sie im Juni, für eine Woche nach Island zu fahren. Es war überdurchschnittlich kühl im Land, also gerade richtig. Sie mietete sich mit einem Bekannten ein Auto.

Es gab kein bestimmtes Ziel, keinen Ort, den sie unbedingt finden wollte. Island war ihr unbekannt, sie ließen sich treiben, fuhren über die Ringroad und wenn ihr Auto es zuließ auch Pisten weit ab davon. Wenn schönes Wetter war, dann schlief sie, sagt sie, wenn aber die extremen Wetterbedingungen draußen an die Schreibe klopften, dann klopfte auch ihr Herz.

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Sie suchte also nach den Extremen. Nach Nebel, Regen, Hagel, Sturm und rauen Landschaften. Sie wollte das rohe Island sehen. Und sie fand es.

Manchmal war es hart, da draußen zu stehen, im Sandsturm, Regen oder Hagel und nur Zeit für drei Fotos zu haben, bevor es einen umwarf.

Sie machte Einzelaufnahmen, aber auch Doppelbelichtungen. Sie suchte in diesen Landschaften nach dem Gefühl, das sie trieb. Sie hatte Farbfilme für ihre Mittelformatkamera (4,5×6) dabei, 16 Bilder pro Film. Zuhause am Rechner entschied sie dann, welche in Farbe und welche eher in schwarzweiß am besten wirkten.

Die Bilder, die sie mitbrachte, zeigen die Landschaft, roh wie sie ist, wenn es stürmt oder hagelt. Sie zeigen aber auch die unterschiedlichen Strukturen, die solche Extreme hervorrufen. Steine, spitz und kantig, Wasser, dass es bei seinem Anblick friert, verdorrtes Gras und Sand, der wirkt, als säße man im Mars Rover „Curiosity“ und erkunde die Umgebung.

Und was sie auch zeigen, das ist ein persönliches Bild. Es ist ihr Bild einer Landschaft, ihr Gefühl, das darin Ausdruck findet. Nicht überschärft, nicht mit leuchtenden Farben, sondern ihren Farben und ihrer Geschwindigkeit.

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Am meistem aber bewegt mich das Bild der Straße, die ins Nichts führt. Dieses Bild ist für mich der Mittelpunkt der Serie, denn wer weiß, was sich hinter diesem Nichts verbirgt?


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18. April 2013

18 Apr

Ein Beitrag von: David Uzochukwu

© David Uzochukwu


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Film Grains Meet Digital Pixels: A Complete Guide to Scanning Film

18 Apr

Extra photos for bloggers: 1, 2, 3

iPhones, and internets, and ion implanters! Oh my!

In this tech-savvy world we can return to 100%-analog-photog-goodness and transform them to digital with some simple scanner-wizardry.

This handy guide will show you how to scan your film, merging all of the sweetest parts of analog with the ease and shareability of digital.

The best part? You don’t have to know a thing about rocket science to follow along.

Learn How to Scan Film!

p.s. Our buddies at Printstagram make some of the bestest Instagram prints we’ve seen! You can make it happen right from your phone.

Why it’s Cool:

paint-smWe all know the benefits of analog photography: slower pace, limited number of frames, and those old cameras are just plain fun to use.

The only downside? Your inner tech maven is crying out for all of those lost shares on Facegram, instabook, and PinTube! Or something like that.

This guide will equip you with the tools to get started on making film grains best friends with digital pixels.

Ingredients:

ingred-sm

  • Film Scanner (We used a flatbed Epson V600.)
  • A computer
  • Developed 35mm film
  • Dust Blower, Microfiber Cloth, or Anti-Static Brush

Flatbed Scanners vs. Dedicated Film Scanners

paint-smThere are a few brands of scanners, but they mostly fit into two categories for consumers: flatbed scanners and dedicated film scanners.

This article will be dealing specifically with an Epson V600 flatbed scanner, but many of the techniques will still apply, especially to other flatbeds!

Here’s a quick rundown of the pros and cons of a flatbed scanner.

  • Cost: For the most part, a flatbed is a very reasonable option in terms of price and quality.
  • Uses: In addition to being affordable, many flatbeds are able to do both 120 and 35mm, something usually reserved for very expensive dedicated scanners.
  • Ability: Flatbed scanners are certainly capable of great results, but a dedicated scanner is always better. After all, that’s what it’s built for!

Step 1: Prepping The Film

paint-smHere’s what we need to do to the film in order to ensure the best scan.

Dust bunnies sound cute, but for scanning, they are not your friend! Use a dust blower, a clean microfiber cloth (Extra emphasis on clean! There’s nothing worse than scratched film), or an anti-static brush to get rid of any dust that may have settled on the negative.

Tips for preventing dust:

  • Break Out The White Glove: make sure your working environment is as clean as possible. If there’s no dust in the are to begin with, there won’t be any to go on your film.
  • Pre and Post-Scan Storage: Store your negatives in sleeves or binders to keep exposure to open air as infrequent as possible.
  • Dust During Drying: If you develop your own film, try to limit either the air flow around your film as it dries or the dust in the environment. Wet film and dust stick better than glue!

Step 2:Insert Film Into The Negative Holder

paint-smOne of the greatest challenges with scanning is film flatness.

The scanner works a bit like your camera; it focuses on the film to take a “picture” of it. If your film isn’t flat, it’s harder for everything to be in focus. A little curl is manageable.

Place film under a book to flatten unruly negatives, but make sure they’re in a sleeve so they don’t get dusty or scratched.

Each negative holder is a bit different, but here’s how it’s inserted into ours.

Step 3: Place Negative Carrier Onto Scanner

paint-sm This one’s as easy as it sounds! Each scanner has a specific orientation for the negative carrier depending on the film type.

On the Epson V600, there’s an “A” on the negative carrier that should line up with the “A” on the side scanner bed.

If your scanner doesn’t have markings, make sure to place the negative carrier under the slot of glass in the top of the scanner.

Step 4: Scanning Software

paint-smThis step will also be specific to your scanner. We’re using the included Epson Scan software in Professional Mode.

Here are the main points:

  • Make sure to choose the “Film” setting and then the appropriate type: black and white, color negative, or positive
  • Choose the resolution: for files that are easy to work with and great for web use, we set ours to 1200 DPI. If you have plenty of space on your harddrive or want to print above an 8×10, scan at a higher resolution to get a larger image
  • Don’t forget to switch on Dust Removal to get any spots you missed earlier
  • First, hit the preview button and let the scanner generate a preview. At this point you can rotate the photo and mirror the image if the film isn’t oriented correctly.
  • Lastly, choose the file format for the scan and you’re good to go! We usually scan ours as jpeg. A TIFF can provide more information, but at the cost of much larger files. If you need to make corrections to a scan it’s a better option, but for many sharing purposes a jpeg is sufficient!

There are a few third party software options for scanning as well, and our favorites are VueScan and Silverfast.

The advantage to these programs is that they offer more customizability and control over the scanning process. Plus, they have some neat tricks such as setting the film stock to try to get the most faithful result. They’re both friends with PC’s and Macs!

Step 5: Final Touches

paint-sm Once the scan is completed, you have a few choices of where to go next. You can take the scan “as is” and go from there, or import into Photoshop, Lightroom, and other editing programs to make some slight changes.

Sometimes a few tweaks are needed after the fact so that the imagined picture lines up with the actual picture!

Some post-scan adjustments

  • Contrast: This is a big one for black and white. Adjust the contrast so that it’s more faithful to the look of the negative
  • Color: Sometimes a scan will have a shift in colors or have an overall color cast that’s undesirable. The curves adjustment will be your BFF. Utilize the separate color channels to get the look right.
  • Sharpness: Sharpness can be detrimentally affected by the scan. Apply a little unsharp mask or boost the sharpening slider in Lightroom to taste.
  • Dust and Scratch Removal: Despite our best efforts, dust can still remain on the negative and sometimes they get scratched as well. An easy way to fix this is to use the healing brush or clone brush in Photoshop.

This isn’t to change the look of the film, but sometimes this information gets skewed in the scan and needs to be returned to the appropriate value.

Taking it Further

  • Try it with medium format!
  • Try using your DSLR and a macro lens to scan!
  • Ditch the film. Use your scanner as a Camera!

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Photojojo

 
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Wir nennen es Wolkenschloss

18 Apr

Ein Beitrag von: Laura Zalenga

Manchmal frage ich mich, wie das alles so vor Facebook war. Also das mit der Fotografie. Ich kann mir ein Leben ohne gar nicht mehr richtig vorstellen. Jetzt werden ein paar Augen verdreht und entnervt „Generation Facebook“ gerufen, aber lest erst einmal:

Facebook hat ja den Ruf, mit unnützen Fotos von Urlaub, Nachspeise und langweiligen Statusupdates einfach nur ein Zeitdieb zu sein, außerdem gerät es immer wieder in große Copyrightdiskussionen, aber für mich hat es sich zu einem sehr wichtigen Ort für meine Fotografie entwickelt.

Nicht, weil es eine weitere Plattform ist, auf der ich meine Bilder zeigen kann, sondern weil ich dort in einem eigenen Fotofreundeskreis zu Hause bin. Der nächste Aufschrei: „Sie nennt Facebook ihr Zuhause!“ Aber wie nennt man denn sonst Freunde, die einen unterstützen, bei Problemen beraten und Wissen austauschen, sich treffen, gemeinsam Ausflüge planen, zusammen lachen?

Und wieso braucht man dazu Facebook? Weil die meisten dieser Freunde nicht aus Deutschland, viele nicht einmal aus Europa kommen. Seit Jahren kannten wir die Bilder der anderen von Flickr, haben hier und da mal einen Kommentar oder eine Nachricht hinterlassen, aber es war kein Raum da, sich wirklich kennenzulernen.

Bis letztes Jahr im Mai jemand auf die Idee kam, eine private Flickr-Gruppe auf Facebook zu starten. Und plötzlich lernte man alle wirklich kennen und aus fremden Fotografen wurden Freunde.

Und aus der Flickr-Gruppe sind bald einige kleinere entstanden. Es gibt zum Beispiel eine Gruppe, in der man ein Bild zur Bearbeitung freigeben kann, um zu sehen, was andere daraus machen würden und um von ihnen zu lernen.

Es ist immer wieder inspirierend zu sehen, auf welche Ideen andere mit den eigenen Bildern kommen und auch das Bearbeiten anderer Bilder bringt viele neue Ideen.

© Laura Zalenga

In einer anderen Gruppe zeigt man Bilder, die schief gelaufen sind. Wir hatten schon die lustigsten Nies-Grimassen, wilde Tiere im Bild und große Windprobleme. Es macht Spaß, gemeinsam zu lachen und zu sehen, dass bei den anderen auch nicht immer alles beim ersten Mal funktioniert.

© Laura Zalenga

Eine viel genutzte Gruppe ist auch die für „Fotografen-Probleme“. Von Bilderklau über unangebrachte Kommentare und Kundenprobleme bis zu Honorarfragen: Bisher wurden in der Gemeinschaft von 300 Mitgliedern fast immer hilfreiche Tipps oder notfalls tröstende Worte gefunden.

© Laura Zalenga

Eine letzte Gruppe, die ich ansprechen möchte, gibt allen die Möglichkeit, gemeinsam Fotokonzepte auszuarbeiten und zu verwirklichen. Oft gibt es ein monatliches Thema, zu dem viele ein Foto machen.

© Laura Zalenga

Sicher gibt es für all diese Dinge auch Foren im Internet, aber mit Leuten zu diskutieren, die man kennt, deren Bilder man kennt und die die eigenen Bilder kennen, die im gleichen Alter sind und die gleichen Ziele haben, macht es zu etwas Besonderem und Vertrautem.

Seit ein paar Wochen bin ich in einer Gruppe, die ein Treffen in Österreich plant. Zwanzig Fotografen (aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Norwegen, Frankreich, Luxemburg, Rumänien, den Niederlanden, England und Irland) werden im August eine Woche lang in einer gemütlichen Berghütte leben und fotografieren.

Die Vorfreude ist riesig und ich werde wohl einen Hintergrundbericht und Fotos für kwerfeldein mitbringen.

© Laura Zalenga

In der ursprünglich großen Gruppe geht es mittlerweile mehr um Allgemeines und man postet hier, wenn man alle erreichen will, wenn man eine Frage hat und eine Bandbreite an Antworten möchte. Es werden zur Zeit etwas utopische Pläne zu einer Gruppenvollversammlung geschmiedet.

© Laura Zalenga

Allein die Vorstellung lässt uns alle in bunte Tagträume versinken. Irgendwann werden wir ein Märchenschloss mieten, alle einfliegen lassen und den lieben langen Tag Fotos machen, lachen, diskutieren und Pferde stehlen.

Bis dahin werden wohl diese Gruppen unser imaginäres Schloss bleiben, unsere ganz eigene Welt.

Die Links zu unseren Gruppen darf und will ich an dieser Stelle nicht verraten. Sie sollen dieser kleine, private Ort bleiben, an dem jeder jeden kennt. Für alle die, die jetzt ihren Unmut über Facebook kommunizieren wollen: Es gibt auch andere Orte, an denen solche Gruppen möglich sind.

Denn es geht hier nicht um Facebook, sondern schlicht um einen Ort, an dem man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Also gründet doch auch eine solche Gruppe auf Eurer Lieblingsplattform mit Fotografen, die Euch inspirieren und mit denen Ihr Euch austauschen möchtet. Aus meiner Erfahrung ist es die Sache eindeutig wert.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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