Ein Beitrag von: Camlilar

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Wer reiselustig und abenteuerlich ist, der kennt es sicher. Morgens im Zelt aufwachen und erst einmal den grandiosen Ausblick genießen. Wenn ein Tag so anfängt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Oleg Grigoryev hat in seiner Reiseserie genau diese Erinnerungen festgehalten. Er teilt mit uns seinen Blick aus dem Zelt hinaus auf beeidruckende Landschaften.
Die Bilder sind gerahmt von den Wänden seines Zeltes. Unten im Foto sieht man seine Beine, die immer auch verraten, wie das Wetter und die Anstrengungen der letzten Tage waren. Denn einmal trägt er dicke Hosen und feste Wanderschuhe, ein anderes Mal ist er barfuß und ein Verband schützt seine Füße. Jedes der Bilder weckt aber nach einer kleinen Pause, um die Landschaften zu genießen, den Wunsch schnell weiter auf Erkundung zu gehen oder direkt in den benachbarten See zu springen.









Oleg arbeitet als Rechtsanwalt und als Fotojournalist in der Wohltätigkeitsstiftung „Progress“. Als Rechtsanwalt bietet er kostenlose Rechtshilfe für mittellose Menschen, darunter auch viele Roma. Als Fotojournalist, erstellt er Foto-Essays zu sozialen Fragen über das Leben von sozial benachteiligten Personengruppen.
Das Reisen ist für Oleg eine Art professionelles Hobby geworden, besonders angezogen fühlt er sich von Bergen.
Von dort bringe ich Emotionen mit, die ich versuche in meinen Fotos auszudrücken, um Leute zum Reisen zu animieren und nicht zu angepasst zu sein.
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Ein Beitrag von: Charlotte Grimm
Am ersten Juli hatten wir zu einer großen Aktion gemeinsam mit Wacom aufgerufen. Für die Chance das Grafiktablett „Wacom Cintiq Companion“ zu gewinnen, solltet Ihr die Grenzen der Fotografie durchbrechen, kreativ werden und ein neues Projekt umsetzen.
Dass das Ganze sehr anspruchsvoll war, zeigte auch die geringe Beteiligung. Am Ende hatten wir nur sechs gültige Einreichungen, in die dafür aber sichtlich viel Arbeit und Leidenschaft hinein geflossen waren.
Wir freuen uns sehr, heute die Gewinnerserie „Satyros“ von Charlotte Grimm zu präsentieren. Sie hat mit ihrer herausragenden Arbeit eine Gesamtpunktzahl von 271 von 320 möglichen Punkten erreicht und darf sich nun über das tolle Wacom Cintiq Companion freuen.
Im Folgenden berichtet Euch Charlotte selbst von der Entstehung ihrer Serie, in der sie Fotografie, Malerei und Zeichnung miteinander verschmelzen ließ.

Der Songtext (und seine Übersetzung) von Fauns „Satyros“, inspirierte mich maßgeblich zu dieser Serie. Das Stück gibt alten Mythen eine musikalische Form. Über Nymphen und Satyrn und ihre Bindung zueinander, gibt es viele Geschichten. Mich faszinieren in meinen Bilderwelten Mythen, Märchen und die Natur ganz besonders. Also lag es nicht fern, mich endlich an einer Umsetzung des Themas zu versuchen.
Es war klar, dass ich Gehörn und Ziegenbein nicht mit Tricksereien zaubern wollte. Durch meine Vergangenheit als Malerin – die Fotografie begleitet mich erst seit Anfang 2013 – sah ich in dem Thema eine hervorragende Chance, meine eingestaubte Staffelei wieder hervor zu holen und so meine beiden Leidenschaften miteinander zu verbinden.
Eine hervorragende Gelegenheit, zwei wundervolle, talentierte Modelle für meinen Plan zu finden, bot mir ein Flickr-Meetup mit 33 anderen Fotografen im Bayrischen Wald. Ich schleppte meine beiden Auserkorenen also am vorletzten Tag samt eines Töpfchens weißer Farbe und meines selbstgemachten Lendenschurzes in ein nahegelegenes Waldstück und führte sie, nachdem ich und sie begeistert mit der Farbe aufeinander herum gemalt hatten, in meine Ideen ein und bat sie, sich in die jeweiligen Rollen zu versetzen.


Ich wollte nicht viele aktive Anweisungen machen, sondern die beiden möglichst natürlich miteinander interagieren lassen, sodass die gesamte Szenerie so ungestellt wie nur möglich wirkte. Glücklicherweise harmonierten Sam und Nikolas hervorragend miteinander, sodass mein Ausgangsmaterial bereits vielversprechend war.
Mein nächster Schritt bestand darin, die Bilder in annehmbarer Größe drucken zu lassen, um manuell auf ihnen arbeiten zu können. Aus Geldgründen überlegte ich zunächst, schlichtes mattes Fotopapier zu wählen. Nach einem Test auf kleineren Abzügen war ich dann allerdings schnell der Meinung, dass Hahnemühle-Papier doch deutlich besser dazu geeignet war, allein schon der Oberflächenstruktur und der größeren Formate wegen.
Ich bestellte mir also 30 x 40 Zentimeter große Drucke und verbrachte die Wartezeit damit, mir Gedanken darüber zu machen, welche Hornform ich meinem Satyr verpassen sollte, und wohin eigentlich meine Acrylfarben verschwunden waren.
Glücklicherweise hatte ich diese Probleme gelöst, als die Post mit meinen Drucken kam, und so konnte ich direkt anfangen – zunächst etwas planlos, indem ich mit grüner Acrylfarbe grobe Ideen skizzierte. Dieses Stadium der Kindergartenkrickelei kenne ich von früher noch zu Genüge. Egal, was ich jemals gemalt habe, am Anfang sah es immer aus, als wäre jemandem der Stift aus der Hand gefallen.

Dem Grün gesellten sich dann noch einige andere Farben hinzu, und so langsam wurde aus der ganzen Sache eine etwas klarer umrissene Idee. Ich arbeitete immer parallel an allen drei Bildern, um dadurch das Entstehen von größeren Farbunterschieden zu vermeiden.
Nach einer Weile fiel mir eher durch Zufall als geplant, ein Stück Kohle in die Hand, und da ich schon immer ein großer Fan von Kreiden und Kohlen und generell trockenen Zeichenmitteln zur Ergänzung der Malerei war, skizzierte ich wild drauf los und hatte mich schnell dazu entschieden, die Veteranen meiner übrig gebliebenen Pastellkreiden ebenfalls in den Bildern zu verewigen.
Nachdem ich die manuelle Bepinselung und Bekreidung für abgeschlossen befunden hatte, fotografierte ich die Bilder mit meiner DSLR ab, und setzte mich daran, den Endschliff an Kontrasten mit Lightroom zu verfeinern und außerdem das mittlere Bild in ein quadratisches Format zu setzen, weil ich fand, dass sich die Serie so als Tryptichon besser ansehen (und auch hängen) ließe.



Bewusst ließ ich an einigen Stellen unfertige Striche stehen, um so das Skizzenhafte zu bewahren, das Fabelhafte einer Begegnung aus dem Reich der Sagen und Legenden, eine Idee, ein flüchtiges Festhalten zu unterstreichen. Dem Satyr gab ich Ziegenbeine, Schwanz und Hörner.
Bei der Wassernymphe, der ich schon beim Shooting an sich zur behelfsmäßigen Illustration eines Baches ein langes Tuch umlegte, ergänzte ich auf dem zentralen Bild einen stilisierten Wasserlauf, der ihre Figur umschmeichelt und so ihre Herkunft kennzeichnet.
Mich hat allein die Möglichkeit sehr bereichert, dieses schon so lange geplante Vorhaben endlich – motiviert durch diesen Wettbewerb! – umsetzen zu können. Ich denke, ich werde künftig weitere Mischprojekte zwischen Fotografie und Malerei anstreben.
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Ein Beitrag von: Eric Rozen
Hipstamatic ist eine App für das iPhone, die sich stark an die analoge Fotografie anlehnt, mit mehreren Filmen und Linsen, die frei miteinander kombiniert werden können. Wie einige andere Apps kann man mit Hipstamatic nur fotografieren, aber keine vorhandenen Bilder nachbearbeiten.
Die Webseite Hipstography.com präsentiert Anwender, Film-Linse-Kombinationen und Tutorials, um die Bandbreite der Möglichkeiten dieser App aufzuzeigen. Ich sprach mit Eric Rozen, dem Gründer und Herausgeber von Hipstography, um mehr über das Phänomen Hipstamatic zu erfahren.
2010 tauchte eine kleine Kamera-App im schon damals dicht bevölkerten Fotografie-Segment des AppStores auf. Hipstamatic nannte sich die App und das Versprechen lautete: Digitale Fotografie sah noch nie so analog aus. Tatsächlich arbeitet Hipstamatic ähnlich wie eine echte analoge Kamera: Man wählt einen Film, dazu eine Linse, gegebenenfalls noch einen Aufsteckblitz und drückt ab. Das Bild wird entwickelt – glücklicherweise in wenigen Sekunden – und schon sieht man den immer quadratischen Abzug. Und dieser wird nie genau so aussehen, wie man es erwartet hat.

Heute gibt es Tausende von möglichen Linse-Film-Kombinationen, jeden Monat veröffentlicht das Unternehmen Hipstamatic eine neue Kombination, aber das elementare Prinzip ist gleich geblieben: Nach dem Auslösen kann man das Bild in der App nicht mehr verändern.
2013 jedoch erschien Oggl und damit kam die Möglichkeit, nachträglich Film und Linse eines bereits vorhandenen Bilds zu verändern und Oggl wurde auch für Windows Phone verfügbar. Oggl ist für eine neue Generation jüngerer Fotografen attraktiv, die die Freiheit, Bilder nachträglich zu verändern, sehr schätzen. Echte Hipstamatic-Anhänger bleiben der erprobten klassischen App jedoch weiter treu.


Als Eric Rozen vor einigen Jahren Hipstamatic für sich entdeckte, wollte er keine andere Kamera mehr nutzen. Die ersten Schritte waren jedoch mühsam. Wie viele andere kämpfte auch er mit den Schrulligkeiten dieser App wie dem winzigen Sucher oder dem nur schwer einschätzbaren Verhalten mancher Filme oder Blitze.
Hipstamatic war langsam, es stürzte oft ab und riss zumindest das letzte geschossene Bild mit in den Orkus. Neue Filme und Linsen kosten bis heute meist extra, was viele als Geldschneiderei empfinden. Wer alle Filme und Linsen sein Eigen nennt, hat schnell über 20 € in die App investiert. Für jeden Fan gibt es einen Kritiker, der die Anwendung oder das Geschäftsmodell der Entwickler ablehnt.
Welche Linse-Film-Combo unter welcher Umgebungssituation funktioniert, ist eine andere Herausforderung. Eine wirklich erschöpfende Quelle zu dieser und anderen Fragestellungen rund um Hipstamatic gab es 2012 nicht und so entschloss sich Eric Rozen, hier mit einer eigenen Webseite Abhilfe zu schaffen. Ende 2012 ging Hipstography, wie er die Seite nannte, online. Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Eric über Hipstamatic, Hipstography und alles rund um seine Seite zu unterhalten.

Warum Hipstamatic? Viele halten die quadratischen Bildchen, die man mit Hipstamatic schießen kann, eher für Spielzeug-Bilder. Was ist für Dich das Besondere an daran?
Zuerst einmal ist Hipstamatic so ähnlich zum Fotografieren mit Film. Es gibt so viele Beschränkungen in der analogen Fotografie, an die wir gar nicht mehr denken, wenn wir moderne Digitalkameras nutzen und wenn ich mit Hipstamatic fotografiere, dann muss ich mich nur auf das Bild konzentrieren, die richtige Komposition, es gibt keinen Zoom, keine selektive Einstellung von Fokus und Belichtung, keinen echten Autofokus, nur den Sucher, die Linse und den Film.
Im Gegensatz zu digitalen Bildern haben Hipstamatic-Bilder von vornherein Charakter, sie transportieren eine intensive Stimmung, wenn man die zum Thema passende Combo wählt. Manchmal sind die Ergebnisse sehr überraschend, selten jedoch langweilig.


Zuletzt hat Hipstamatic Oggl eingeführt. Ist das der Anfang vom Ende für die klassische Hipstamatic-App?
Absolut nicht. Einerseits führt Oggl eine Reihe jüngerer Menschen an Hipstamatic heran, die Oggl wie eine Bildbearbeitungssoftware einsetzen. Man kann Oggl kreativ nutzen, keine Frage, aber Dinge wie die verschiedenen Blitze oder die Möglichkeit der Mehrfachbelichtung fehlen zumindest derzeit noch.
Natürlich ist es mit Oggl sehr einfach, Bilder gleichzeitig in mehreren sozialen Netzwerken zu posten. Ich selbst nutze Oggl manchmal, um verschiedene Combos auszuprobieren, um zu sehen, wie sie sich auf verschiedene Bilder auswirken. Aber wenn ich ernsthaft fotografiere, dann nutze ich immer die klassische Hipstamatic-App.

Vor Hipstography gab es ja schon die eine oder andere Webseite, die sich mit Hipstamatic beschäftigte, eine zeigte sogar alle möglichen Kombinationen von Linsen und Filmen, angewendet auf dasselbe Bild. Was ist Dein Ansatz, was war Deine Grundidee, Hipstography zu starten?
In erster Linie ist Hipstography mein ganz persönliches Projekt, von mir aus kann man es Hobby nennen. Es gibt keine Anzeigen, ich finanziere die Arbeitszeit und den Webserver aus eigener Tasche. Als ich anfing, mit Hipstamatic zu fotografieren, gab es nicht wirklich viele Informationen über die App und man musste sich alles im Internet zusammensuchen. Mit Hipstography versuche ich, die verschiedenen Besonderheiten der App zu erklären, wie die Blitze, Mehrfachbelichtungen, das Arbeiten bei wenig Licht usw.
Ich möchte zudem die Vielfalt der verschiedenen Combos darstellen. Ich versuche immer wieder, die Fotografen dazu zu bringen, Serien zu präsentieren, die mit einer einzigen Combo fotografiert wurden, um zu zeigen, wo diese Combo glänzen kann. Herausragende Fotografen mit ihren Portfolios zu präsentieren, ist mir ein weiteres Anliegen. Außerdem ist es immer wieder spannend, mit all diesen kreativen, talentierten Menschen in Kontakt zu kommen, sei es über das Internet oder auch persönlich auf einer meiner Reisen.
Auf Hipstography gibt es Seiten mit dem Foto des Tages, der Woche und des Monats, jeden Tag wird so die Vielfalt von Hipstamatic aufs Neue bewiesen. Ende 2013 rief ich dann die Hipstography Awards ins Leben. Bei diesem Wettbewerb werden die besten Portfolios, die besten Combos des vergangenen Jahrs, die beliebteste Linse, der beliebteste Film und die besten Einzelbilder prämiert. Eine Reihe bekannter Fotografen bildete die Jury und wir fanden herausragende Gewinner. Ende 2014 wird es daher die zweite Auflage der Awards geben.


Du betonst, dass Hipstography zur Gänze Dein persönliches Projekt ist. Wie viel Zeit und Energie steckt man in den Aufbau so einer Seite? Als Außenstehender sieht das ja immer ganz reibungslos aus, läuft das denn immer so einfach nebenher?
Glücklicherweise erlaubt mir mein Beruf als Yoga- und Tanzlehrer, den Tag mit Hipstography zu verbringen, da ich erst in den Abendstunden unterrichte. Normalerweise investiere ich täglich acht bis zehn Stunden in Hipstography. Die Suche nach interessanten Bildern, die Kommunikation mit Fotografen, das Schreiben von Artikeln und natürlich das Administrieren der Seite selbst, die zudem noch zweisprachig ist, all das ist schon eine Herausforderung.
Bis auf einige Übersetzungen erledige ich das alles alleine, aber gerade die Zweisprachigkeit ist immer eine Herausforderung, auch technisch. Jeden Tag ein interessantes Bild zu bringen, eine Combo, dazu immer wieder die Portfolios ist schon eine Menge Arbeit und das funktioniert nur, weil ich wirklich liebe, was ich mache, ansonsten wäre die Doppelbelastung nicht auszuhalten.

Wo siehst Du, gerade unter diesem Aspekt, Hipstography denn in zwei bis drei Jahren? Gibt es Pläne, die Seite auf breitere Beine zu stellen?
Eventuell gibt es noch eine weitere Kategorie, noch nichts Spruchreifes, aber ich will noch mehr Inhalte bereitstellen. Nach wie vor möchte ich außerdem ohne Anzeigen auskommen, da diese einfach zu sehr vom Inhalt ablenken. Bezahlte Artikel kommen für mich auch nicht in Frage, auch weiterhin möchte ich möglichst unabhängig bleiben. Vielleicht finden sich jedoch Sponsoren, die die Seite auf wöchentlicher Basis unterstützen wollen.

Du fotografierst selbst intensiv und hast auch schon eigene Combos vorgestellt. Wie läuft die Auswahl Deiner eigenen Combos ab? Hast Du so viel Erfahrung, dass eine neue Combo auf Anhieb funktioniert oder gibt es da Rückschläge? Gab es jemals den Moment, in dem Du dachtest, Du kommst in Hipstamatic oder beim Fotografieren allgemein nicht mehr weiter?
Eigene Combos habe ich bisher nur selten vorgestellt. Normalerweise präsentiere ich andere Fotografen, wenn ich also eine eigene Combo vorstelle, muss sie entsprechend gleichwertig sein. Um eine neue Combo zu finden, gehe ich auf Reisen so vor: Kürzlich war ich in New York und nach der Ankunft habe ich 20 bis 30 verschiedene Combos probiert, um ein Gefühl für den Ort zu bekommen.
Ich sehe mir die Bilder dann auf einem größeren Display an, weil die Bildqualität dort einfach besser beurteilt werden kann. Bilder müssen für mich im Druck oder eben auf großen Displays gut aussehen. Ich halte das für ziemlich wesentlich und ich werde das in einem eigenen Artikel noch weiter vertiefen. Wenn ich auf dem Weg keine neue Combo finde, die gut passt, dann habe ich immer ein paar Combos, von denen ich weiß, dass sie in der jeweiligen Situation, z.B. auf der Straße, einfach passen.
So richtig in einem Tief habe ich mich daher noch nie befunden, es gibt immer meine bevorzugten Combos, mit denen ich zufrieden bin. Aber natürlich beginnt die Herausforderung mit dem Experimentieren, speziell, wenn man dann noch die Blitze dazunimmt.

Gibt es denn, abgesehen von Hipstamatic, andere fotografische Projekte, die Du gern angehen würdest? Wie sieht es mit Fotografie auf Film aus?
Es ist tatsächlich so, dass ich, seit ich mit Hipstamatic fotografiere, keine andere Kamera mehr angerührt habe. Mit der Menge an möglichen Kombinationen fühle ich mich eigentlich mehr als gerüstet, um alles zu fotografieren, was mir begegnet. In absehbarer Zeit bleibt Hipstamatic meine einzige Kamera.
Wenn sich jemand mit Hipstamatic auseinandersetzen möchte, welche Tipps hast Du da auf Lager?
Es ist eigentlich immer das Gleiche: Mach Bilder. So viele, wie Du kannst. Probiere verschiedene Combos aus. Neben den kostenpflichtigen Paks gibt es manchmal auch kostenlose Paks, mit denen man auch ohne extra Kosten mehr Vielfalt bekommt. Schau Dir an, was andere Fotografen als Combo nutzen. Nutze Hipstography als Ausgangspunkt, schau in den diversen sozialen Foto-Netzwerken und finde Deinen eigenen Stil.
Wie können interessierte Fotografen ihre Bilder bei Hipstography ausstellen?
Wenn jemand eine Menge interessanter Bilder hat oder auch nur ein einzelnes interessantes Bild, dann kann er sich über meine Kontakt-Seite mit mir in Verbindung setzen. Besonders gern zeige ich Combos, die ich noch nicht vorgestellt habe, weiterhin Portfolios von Fotografen, die durchgängig sind, idealerweise benötige ich um die 30 Bilder, aus denen ich dann etwa 20 auswähle. Und natürlich interessieren mich immer die Geschichten hinter den Bildern!
Eric, vielen Dank für Deine Zeit!
kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity
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It’s a bird! It’s a plane! It’s you, with your camera!
Photography is your super power, so why not use it for good?
Turns out there are tons of amazing organizations that need your amazing photo skills! Read about three of our faves, then get to helping.
Make the world a brighter place using nothing but your smarts and your camera.
Choose a Charity and Start Helping (…)
Read the rest of Photos for a Good Cause! (372 words)
© Taylor for Photojojo, 2014. |
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Ein Beitrag von: Tabea Borchardt
Es scheint, als würden zur Zeit mehr und mehr solcher Bilder auftauchen. Bilder von Menschen, die an Krebs verstorben sind, Leidenswege fotografisch dokumentiert und berührende Bilder von einem totgeborenen Mädchen, die viral wurden auf Facebook. Und das sind nur Beispiele. Es gibt eine Menge Bilder dieser Art, wenn man Google fragt.
Im Netz tauchen sie auf. Im großen öffentlichen Worldwideweb. Dem virtuellen Vielfang, der nichts vergisst und in dem beinah jeder etwas Privates verbreitet. Etwas Privates?
Vor Kurzem entdeckte ich die Bilder von Nancy Borowick – speziell die Serie „Cancer Family“ – berührend echte Bilder, die neben der blanken Tatsache, dass Krebs nun einmal eine teuflische Krankheit ist, die in vielen Fällen zum Tode führt, auch zeigt, wie sehr eine solche Schreckensdiagnose Zusammenhalt in eine Familie bringen kann.
Cancer Family © Nancy Borowick
Cancer Family © Nancy Borowick
Eine Offenheit, Freude und Ehrlichkeit an den gemeinsamen Momenten, die vielleicht die letzten sind. Die jeden Tag auf’s Neue die letzten sein könnten. Die trotz alledem aber bis über den Tod hinaus auch immer etwas Positives mitschwingen lassen. Es wird auch gelächelt und gelacht. Es wird gelebt. Auch, wenn einer geht.
Es werden gemeinsame, ganz intime Momente in solchen Serien gezeigt. Von Situationen, die man vielleicht nicht mal engen Freunden bildhaft erzählt oder erzählen kann. Durch eine Fotografie sind sie dann jedoch sehr real, unverschleiert festgehalten. Solche Bilder werden meist nicht retuschiert, verschönert oder mit Filtern überlagert. Ganz schön echte Fotos für unsere heutige Zeit. Obwohl sie nichts zeigen, was wir wirklich schön finden können oder wollen.
Cancer Family © Nancy Borowick
Cancer Family © Nancy Borowick
Weiter oben steht hinter dem „Privaten“ ein Fragezeichen. Warum?
Weil wir die Gewissheit des Todes seit dem Moment unserer Geburt haben. Wir alle. Keiner, egal woher, wie alt, wie jung, wie arm, wie reich, kann sich dem Tod entziehen. Dies ist wohl auch die einzige Gewissheit, derer wir uns wirklich sicher sein können. Da unterscheidet uns plötzlich nichts mehr.
Daher die Frage, wie privat diese Angelegenheiten sind. Da so weltbedeutend und bedeutungsschwanger für jeden Einzelnen.
Cancer Family © Nancy Borowick
Und welche Rolle spielt die Fotografie als Medium, das versucht, Zeit festzuhalten und Momente einzufrieren, die ja so doch nie wieder sein werden? Hilft sie beim Erinnern? Oder verschleiert sie Erinnerungen, da sie kein bewegtes Bild, kein Film ist? Keinen Ton hat, keine Gerüche? Helfen uns Bilder von anderen dabei vielleicht, im eigenen Umfeld besser mit solchen Situationen umzugehen, wenn sie uns dann ereilen? Wenn die Zeit naht, in der unsere Eltern altern und die Großeltern vergessen, ob wir gestern schon zu Besuch waren?
Meine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik ist auch nicht ganz zufällig passiert. Mir begegnen diese Bilder sicher nicht auf’s Geratewohl. Ich selbst habe am 9. Mai dieses Jahres meinen Vater viel zu früh an den Teufel namens Krebs verloren. Nach zwei Jahren intensiver Krankheitsphase und Leidenszeit für alle Beteiligten. Doch auch mit sehr vielen sehr schönen Momenten, die wir ohne den Krebs so vielleicht nie erlebt hätten. Sonst hat man das Ende nie so sehr im Fokus.
© Tabea Borchardt
Für mich ist die Fotografie als mein Medium treuer Begleiter in dieser Zeit „davor“, „währenddessen“ und „danach“ geworden. Diese Zeit hat nicht nur menschlich viel bei mir verändert, sondern auch fotografisch. Die Art, wie ich Bilder betrachte, speziell Bilder von Menschen, hat sich verändert. Ich nehme intensiver wahr und überfliege vermeintliche „Alltagsfotografien“ nicht mit nur einem Blick, sondern habe immer im Hinterkopf, dass dies ein wahnsinnig wichtiger Moment gewesen sein könnte.
Wer kann das später nachvollziehen und wem steht es zu, das zu beurteilen ohne Kenntnis der Situation? Fragen über Fragen in diesem Text, doch genau mit ihnen möchte ich Euch gern in Berührung bringen. Es kann meines Erachtens nach nicht schaden, sich frühzeitig auch mit den unangenehmen Seiten des Lebens auseinander zu setzen. Tut mir leid, wenn ich Euch darauf schubse.
© Tabea Borchardt
Neu sind Bilder von „davor“ und „danach“ übrigens nicht. Wir kennen die Post-Mortem-Fotografie aus dem 19. Jahrhundert, doch Dokumentationen aus jener Zeit bezüglich einer Krankheitsphase sind seltener. Oder ich habe keine gefunden.
Doch die frühere Post-Mortem-Fotografie hat sich nicht so enorm verbreitet, wurde nicht plakatiert oder abgedruckt. Es waren Erinnerungsstücke für die Familie, für den Kaminsims oder das Album. Ist es nur ein Merkmal unserer Zeit, dass wir das Private über das Öffentliche stülpen?
© Tabea Borchardt
„Davor und Danach“ – es geht um Einschnitte. Einschnitte in Leben, die auf vielerlei Weise ein Ende finden können. Da es hier nicht nur um Krebs gehen soll, möchte ich zum Ende noch ein letztes Beispiel anbringen für die Fotografie eben solcher bewusster Einschnitte.
Die Frau von Seichii Furuya stürzte sich knapp vor dem Mauerfall aus dem Fenster. Suizid. Aus dem Leben gerissen. Ein abruptes Ende. Dies die knappe Zusammenfassung. Bereits zuvor hatte sie die Diagnose einer psychischen Krankheit bekommen. Es gibt viele, sehr viele Wege, aus dem Leben zu scheiden. Und somit auch mindestens genauso viele Wege, damit umzugehen. Nicht nur im fotografischen Sinne.
Furuya verarbeitete die gemeinsame Zeit vor und nach ihrem Tod in mehreren Büchern.
Dort sehen wir allerlei Bilder. Viele von Dingen, denen wir ohne das Wissen um ihre Geschichte gar keine so hohe Bedeutung beimessen würden. Alltagsgegenstände, gemeinsam besuchte Orte. Gemeinsam erlebte Momente. Bilder von ihr und dem gemeinsamen Sohn. Dabei, ganz zufällig entstand ein Dokument seiner Zeit, rund um die Mauer, aus der Ost-Sicht mit viel mehr politischem Hintergrund, als auf den ersten Blick auffällt.
Seine Bücher sind eine schöne Beschreibung dessen, was ich als das normale Leben neben dem gemeinsamen Alltag mit einer Krankheit beschreiben würde. Eine Beschreibung davon, wie Leben und Tod permanent koexistieren können, ohne dass wir daran zerbrechen. Denn uns bleibt keine Wahl. Es ist schon immer so gewesen und wird wahrscheinlich auch immer so bleiben. Doch vielleicht lernen wir dadurch ja, das Leben an sich mehr zu schätzen.
Dankenswerterweise darf ich hier noch kurz auf eine Ausstellung hinweisen.„Von Treibgut, Ebbe und Flut“ beschäftigt sich mit der Zeit, dem „davor“ und „danach“ in vielfältiger Hinsicht. Eröffnung ist am 26.09.2014 um 20:00 Uhr in der outofmymind Galerie in Bremen. Ausstellende sind Tabea Borchardt & Myriam Borchardt.
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