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Posts Tagged ‘verrückt’

Verhalte Dich einfach normal, das ist verrückt genug

15 Jan

Ein Beitrag von: Peter de Krom

Vor drei Jahren zog ich in meine Heimatstadt Hoek van Holland zurück. Es ist eine kleine niederländische Stadt, die sich in der spitzesten Ecke Hollands wiederfindet. Man könnte sagen, dass alles, was irgendwie typisch niederländisch ist, in diese enge Ecke getrieben wird und dort einen wunderbaren Cocktail unserer Kulturen und Angewohnheiten kreiert.

Hier scheinen die Menschen ihr Leben nach dem Motto zu führen: „Verhalte Dich einfach normal, das ist verrückt genug.“ Und das ist wirklich so.

In meiner Arbeit versuche ich, die verschiedenen Facetten, die diese Stadt zeigt, herauszuarbeiten. Von meiner eigenen Straße bis hoch zur See fotografiere ich alle möglichen Szenen, die mir begegnen.

Dann füge ich die Bilder zu meinem Online-Notizbuch hinzu und manchmal führen diese zu größeren Projekten, an denen ich dann für längere Zeitabschnitte arbeite. Und irgendwann versuche ich, die Bilder zu publizieren oder auszustellen.

Scootrangers Maassluis © Peter de Krom

Nederland © Peter de Krom

Durch die Fotografie versuche ich zu verstehen, wie sich eine kleine Gesellschaft selbst erhält, indem sie dem Leben von vielen Generationen Struktur gegeben hat. Es passiert immer irgendetwas Seltsames an diesen Orten, an denen jeder versucht, zu einem gewissen Grad in der „Normalität“ zu leben.

Und diese seltsame Stimmung versuche ich sowohl einzufangen als auch zu verstehen. Ungefähr ein Mal pro Woche fahre ich auf einem Moped durch meine Heimatstadt und besuche ungefähr fünf Orte, an denen interessante Sachen passieren. Manchmal suche ich auch nach bestimmten Ereignissen, wenn Leute Dampf ablassen oder irgendetwas feiern.

© Peter de Krom

Hoek van Holland © Peter de Krom

Meinen fotografischen Hintergrund bilden die dokumentarische Fotografie und der Journalismus. Drei Mal die Woche arbeite ich auftragsmäßig für das Nachrichtenblatt NRC Next oder andere Kunden. An anderen Tagen arbeite ich an eigenen Projekten, die ich manchmal mit meiner Arbeit für Zeitungen kombinieren kann.

Ich schätze mich sehr glücklich, einige gute Schreiber und Journalisten zu haben, die meine Bilder mit großartigen Texten ergänzen.

Ich versuche, viele Orte in kürzester Zeit zu besuchen, aber manchmal bleibe ich länger an einem Platz und versuche, aus einer Situation etwas herauszukitzeln. Dabei achte ich darauf, nicht wie ein Fremder auszusehen und ein freundliches Gesicht zu zeigen.

© Peter de Krom

Hoek van Holland © Peter de Krom

Derzeit fotografiere ich mit einer Canon EOS 5D Mark III, die ich mit einer 35mm-Festbrennweite oder dem 24-70 L Mk II bestücke. Der „silent mode“ an der 5D funktioniert perfekt und bewahrt mich vor vielen Gesprächen mit Menschen, die ich fotografiere.

In meiner Arbeit schätze ich den Kontext sehr. Deshalb arbeite ich auch gern mit einer 35mm-Festbrennweite. Ich mag es nicht, Leuten die Kamera ins Gesicht zu halten oder – anders herum – dem Betrachter das Bild unter die Nase zu reiben.

Genauso, wie ich mir Zeit dafür nehme, meine Bilder zu machen, mag ich es, wenn Menschen meine Bilder länger ansehen müssen, um sie komplett zu verstehen.

avondvierdaagse in Hoek van Holland © Peter de Krom

© Peter de Krom

Weiter mag ich es grundsätzlich nicht, wenn man die Gegenwart des Fotografen in einem Bild sehen kann. Die fotografierte Person wird auf den Fotografen eine bestimmte Reaktion haben, die sehr zu dessen Nachteil werden kann.

Dann sagt das Bild mehr über den (nervigen) Fotografen als über den fotografierten Menschen aus. Auf diese Art wird das Ganze zu einem Trick.

Nederland, Eindhoven © Peter de Krom

Ich versuche also, einen Moment so pur wie möglich einzufangen.

Dieser Artikel wurde von Martin aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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14 und schon verrückt nach Fotografie: Just be CRAZY!

09 Dec

Ein Beitrag von: Justus Ullrich

Vor einiger Zeit stellte ich meine erste Serie „Just be CRAZY“ fertig. Die Idee zum Projekt kam mir, als ich auf dem Weg zur Schule war. In der Straßenbahn sah ich viele ernste Gesichter. Ich fragte mich, wie ich mit Hilfe meines Hobbys, der Fotografie, auf so ernste Gesichter ein Lächeln zaubern könnte.

Ganz nach dem Zitat von Peter Bamm: „Albernheit ist eine Erholung von der Umwelt“, plante ich mein Projekt. So entstand nach kurzer Zeit der erste Lichtaufbau. Wenig später machte ich das erste Foto zur Serie.

„Just be CRAZY“ besteht aus über 30 Fotografien, die ich von Menschen aller Generationen von sieben bis 80 Jahren angefertigt habe. Schon während des Fotografierens haben alle Beteiligten ihre ernsten Mienen verloren und wir hatten viel Spaß.

Am Tag des Shootings erklärte ich den Menschen, die ich porträtieren wollte, das Konzept der Serie. Dann bat ich die Personen, auf einem Hocker Platz zu nehmen und erklärte bei Interesse noch den Lichtaufbau.

Nachdem ich die Fotos angefertigt hatte, übertrug ich sie gleich auf meinen Mac und ließ die Porträtierten am Auswahlprozess teilhaben. Ich freue mich jedes Mal, wenn Menschen eine ganz andere Seite vor der Kamera zeigen als die, die man sonst von ihnen kennt. In der Nachbearbeitung wurden bei allen Fotos die Kontraste in Photoshop angehoben und die Farbwerte geändert.

Die Fotos machte ich alle mit einer Canon 60D und einem Tamron f/2.8 17-50mm. Für „Just be CRAZY“ entwarf ich einen relativ simplen Lichtaufbau: Als Hauptlicht platzierte ich einen Studioblitz von oben mit einem zirka 1m großen Durchlichtschirm, von rechts beleuchtete ich ebenfalls mit einem Durchlichtschirm, von links hellte ich das Modell mit einem weißen Reflektor auf.

Einige Menschen setzten zudem ihre albernsten Gesichter nur für wenige Sekunden auf. So musste ich im richtigen Moment auf den Auslöser drücken! Auch wenn ich auf Planung und bewusste Gestaltung Wert lege, möchte ich, dass auf den Fotos das Individuelle und die Spontanität der Fotografierten Platz haben.

Zu der Fotografie kam ich hauptsächlich durch meinen Vater, der noch eine Canon 350D besaß, mit der ich meine ersten Erfahrungen sammelte. Allerdings möchte ich nicht ausschließen, dass auch der Spiegelreflexkamera-Trend bei Jugendlichen dazu beitrug.

Doch schon bald war ernsthaftes Interesse in mir geweckt und ich fing an, mich mit Hilfe des Internets und Büchern in die Marterie einzuarbeiten. Bei der Durchführung von „Just be CRAZY“ bekam ich hauptsächlich Tipps aus dem Internet. Mittlerweile durfte ich bereits bei einigen Shootings dabei sein und eine Menge von verschiedenen Fotografen lernen.

Zu meinen fotografischen Vorbilder zähle ich: Marisa Fernandes, Edgar Berg, Moritz Paul, Cintia Barrosso Alexander, Jan Hinkel, Ondro Ovesny, Katja Kuhl und viele andere. Wenn ich alle aufzählen müsste, würde ich wahrscheinlich über 120 Namen nennen.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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