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Tipps zur Konzertfotografie mit Kitobjektiven

25 Aug

Ein Beitrag von: Lothar Dornieden

„Konzerfotos ohne lichtstarke Objektive sind nicht möglich.“ So lautet wohl die hinlänglich bekannte Meinung zum Thema Konzertfotografie. Doch auch mit üblichen Objektiven und Lichtstärken, die sich meist um Blende f/4 bis f/5.6 bewegen, lassen sich recht akzeptable Ergebnisse erzielen.


110 mm, 1/250, f5.6, ISO 3200

Probleme und Technik

Beim Fotografieren von Konzerten gibt es im Allgemeinen zwei Hauptprobleme:

  • Wenig Licht mit stark wechselnden Lichtverhältnissen
  • Viel Bewegung auf der Bühne

Hier sind dann in der Regel lichtstarke Objektive das erste Mittel der Wahl. Die sind aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht immer zur Hand. Was jetzt? Auf den ersten Blick unterbelichtete oder verrauschte Fotos lassen sich im Nachinein durch gezielte digitale Nachbearbeitung zu einem guten Ergebnis korrigieren. Die digitale Nachbearbeitung der Fotos erledige ich fast ausschließlich mit Lightroom 3.


55 mm, 1/160, f4.0, ISO 3200

Meine eigene Ausrüstung

  • Nikon D5000
  • Objektive 18-55 mm (Blende f/3.5 – f/5.6)
  • 55-200 mm (Blende f/4 – f/5.6)

Je nach Lichtsituation (Open Air mit Tageslicht, Hallenkonzert, Clubkonzert, etc.) und dem eigenen Standort (im Publikum oder im Fotograben) fange ich meistens mit ISO 800 an und erhöhe diesen Wert dann entsprechend der Lichtverhältnisse schrittweise weiter nach oben (1200, 1600 oder 3200). Im Extremfall gehe auch schon einmal auf ISO 6400, aber dann rauscht es meistens doch sehr stark.

Die Blende habe ich normalerweise immer so weit wie eben möglich geöffnet. Wenn es das Licht erlaubt, blende ich aber trotzdem ein wenig ab. Somit besteht nicht die Gefahr, dass man die falschen Stellen fokussiert.


110 mm, 1/200, f7.1, ISO 3200

Die Kamera ist im manuellen Modus, sodass ich dann die Belichtungszeit während des Fotografierens wählen und kontrollieren kann. Dabei versuche ich, eine Verschlusszeit von 1/125 oder 1/100 Sekunde möglichst nicht zu unterschreiten. Ich habe aber auch schon mit Belichtungszeiten von 1/30 Sekunde recht akzeptable Ergebnisse erzielt. Es kommt nun einmal immer darauf an, wie ruhig das Motiv vor der Kamera ist. Allerdings braucht das ein wenig Übung und vor allem eine ruhige Hand.

Die Belichtung darf auch, falls nicht anders möglich, schon einmal eine bis drei Belichtungsstufen unter dem vom Belichtungsmesser vorgeschlagenen Wert liegen. Da ich immer im Raw-Format fotografiere, lässt sich diese Unterbelichtung in der Nachbearbeitung zumeist in gewissem Maße recht gut wieder ausgleichen.


165 mm, 1/30, f5.6, ISO 6400

Nachbearbeitung mit Lightroom 3

Nachdem ich die Fotos in Lightroom 3 importiert habe, geht es ans an die eigentliche digitale Nachbearbeitung. In der Regel verändere ich dann hier hauptsächlich die folgenden Werte, um einem Foto mehr Farbe und Ausdruckskraft zu geben, um Unterbelichtungen auszugleichen und um gegebenenfalls einen Grauschleier zu entfernen.

  • Belichtung
  • Aufhelllicht
  • Schwarz
  • Luminanz zur Rauschentfernung

Bei Fotos mit einem sehr starken Orangestich, der meist dann entsteht, wenn das Foto zu stark unterbelichtet wurde, versuche ich, diesen durch Anpassung der Farbtemperatur im Bereich Grundeinstellungen im Entwicklungsmodul in Lightroom 3 auszugleichen. Bei Aufnahmen mit starkem Rauschen entferne ich dieses anschließend über die Luminanz im Bereich Details im Entwicklungsmodul von Lightroom 3. Hier ist aber Vorsicht geboten, damit das Foto dabei nicht zu sehr seinen natürlichen Charakter und Schärfe verliert.

Ein Bearbeitungsbeispiel aus der Praxis

Das Originalfoto öffne ich in Lightroom und wechsle in das Modul „Entwickeln“. Das hier gezeigte Foto ist mit den Einstellungen 82 mm, ISO 2500, 1/100 sek., f/4.2 entstanden.

Zuerst habe ich die Farbtemperatur von 2950 auf 2092 reduziert, um den deutlich sichtbaren Orangestich zu reduzieren.

Im nächsten Schritt habe ich nun die Belichtung für etwas mehr Helligkeit auf + 0,40 erhöht.

Die Erhöhung des Schwarzwertes auf 24 bringt etwas kräftigere Farben und reduziert einen möglicherweise bestehenden Grauschleier. Das Aufhelllicht auf 43 hellt die durch den vorherigen Schritt zu sehr abgedunkelten Stellen wieder auf.

Durch Erhöhung der Rauschreduzierung auf 24 in der Luminanz wird das Rauschen im Foto reduziert.

Um den Blick mehr auf den Mittelpunkt des Fotos zu lenken und dabei den Musiker noch mehr in den Fokus des Interesses zu stellen, habe ich hier zum Schluss noch „Vignettierung nach Freistellen“ auf -43 eingestellt.


82 mm, 1/100, f4.2, ISO 2500

Die ausgewählten Werte der einzelnen Einstellungen sind keine festen Werte, die ich bei jedem Foto so verwende, sondern ich wähle diese individuell von Foto zu Foto immer wieder neu, frei nach Augenmaß. Der grundsätzliche Weg der Bearbeitungsschritte ist aber fast immer der oben gezeigte.

In Fällen, bei denen die Beleuchtungsverhältnisse vor Ort sehr ungünstig sind – beispielsweise, wenn die Bühne dauerhaft in orange oder rot ausgeleuchtet wird oder wenn ich sehr hohe ISO-Werte verwendet habe – lässt sich durch Konvertierung nach Schwarzweiß auch aus diesem Material in vielen Fällen noch ein sehr ansprechendes Ergebnis machen. Hier gibt das Rauschen, das ich dann auch nicht versuchen würde, vollständig aus dem Foto zu entfernen, diesem zusätzlich noch einen gewissen künstlerischen Reiz.


200 mm, 1/160, f5.6, ISO 6400

Nehmt doch beim nächsten Konzert Eure Kamera mal mit und probiert das oben Gezeigte ein wenig aus. Mit etwas Geduld solltet Ihr dann recht schnell zu wirklich brauchbaren Ergebnissen kommen. Mit der Zeit findet man auch immer wieder neue kleine Tricks heraus, um aus den Fotos noch ein klein wenig mehr herauszuholen.

Wenn Ihr zu dem Thema noch Fragen oder selbst weitere Tipps auf Lager habt, so würde ich mich freuen, wenn Ihr diese hier als Kommentar hinterlasst. Bei Interesse findet Ihr weitere Konzertfotos von mir auf meinem Fotoblog.

Viel Spaß beim Bearbeiten Eurer Konzertfotos!


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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6 Tipps zum Einstieg in die Makrofotografie

10 Aug
Dies ist ein Artikel von Jenni Brehm. Sie arbeitet in einer eCommerce-Agentur und entspannt in ihrer Freizeit beim Fotografieren. Ihre Fotos findet Ihr auf ihrem Blog Changing Perspectives und auf 500px.

Schöne Aufnahmen von Blumen oder Insekten seht Ihr sicherlich immer wieder. Doch wie entstehen diese Bilder und welche Tricks gibt es, damit Ihr selbst solche Aufnahmen hinbekommt? Einen Einstieg zu diesem Thema möchte ich heute mit diesem Beitrag geben, denn die Makrofotografie fasziniert mich schon seit Jahren und der Einstieg ist leichter als viele vielleicht denken.

Bei mir selbst waren es die tollen Blumen im Portugalurlaub, die meine kleine Knipse nicht wirklich festhalten konnte und die mich dazu brachten, vor fünf Jahren endlich eine Spiegelreflexkamera zu kaufen. Nach einem Telezoom-Objektiv kam ziemlich schnell ein Makro-Objektiv dazu, damit ich Blumen ablichten konnte. Es ist bis heute mein liebstes Thema geblieben – ein Nachmittag im botanischen Garten ist für mich Entspannung pur, auch wenn ich kaum eine der Blumen benennen kann.

Die nötige Ausrüstung

Die erste Frage ist: Welche Ausrüstung brauche ich für die Makrofotografie? Am besten natürlich ein Makro-Objektiv, da diese eine 1:1-Auflösung erlauben. Das heißt, dass die Abbildung auf dem Sensor genauso groß ist wie in der Realität. Diese Objektive sind zwar nicht gerade billig, bei einem wirklichen Interesse an der Makrofotografie aber absolut ihr Geld wert. Ich selbst besitze ein 60mm- und ein 100mm-Makro-Objektiv.

Alternativ kann man Zwischenringe nutzen oder Nahlinsen, die sich auf jedes Objektiv aufschrauben lassen. Beide sind in der Handhabung nicht ganz so einfach und nicht ganz so scharf wie Makro-Objektive, aber auf jeden Fall gangbare Alternativen mit wesentlich niedrigeren Kosten.

Zusätzlich haben einige Objektive eingeschränkte Makrofähigkeiten, was meistens heißt, dass Ihr relativ dicht an das Objekt herangehen könnt. Entscheidend ist hier immer die Nahgrenze des Objektivs, also der Mindestabstand, den ihr zum Fokussieren braucht. Eine andere Möglichkeit sind viele der gehobeneren Point&Shoot-Kameras, die oft recht ordentliche Makrofähigkeiten haben, jedoch kaum Schärfenverläufe zulassen.

Gerade mit Nahlinsen oder Verlängerungsringen ist ein Stativ oder eine feste Unterlage für die Kamera ein absolutes Muss, da sonst die Chancen für ein scharfes Bild sehr gering sind. Mit einem Makro-Objektiv ist es diskutabel – natürlich ist das Bild mit Stativ schärfer, doch schränkt man auch die Flexibilität und Schnelligkeit ein. Kaum ein Insekt wartet, bis das Stativ optimal eingestellt ist. Ich selbst benutze darum selten ein Stativ, ich kenne aber andere Makrofotografen, die nie ohne Stativ fotografieren würden. Darum meine Meinung: Probiert es einfach aus.

Warum in die Ferne schweifen?

Das Schöne an der Makrofotografie ist, dass ihr nicht weit weg von daheim sein müsst, um ein paar Aufnahmen zu machen. Auch wenn ihr nur 20 Minuten Zeit habt: Denn der eigene Garten, ein kleiner Park oder ein Feld, im Zweifel auch nur die Zimmerpflanzen oder ein Blumenstrauß sind eigentlich nie weit entfernt.

Schaut einmal genau hin – ihr werdet erstaunt sein, was ihr alles findet. Es muss also nicht immer eine Fahrt zu einer bestimmten Location sein – warum auch, wenn das Schöne so nah ist?

Kein Meister fällt vom Himmel – also experimentiert

Habt Ihr ein tolles Motiv gefunden, geht es darum, die richtige Perspektive und Entfernung für eine Aufnahme zu finden. Vermutlich wollt Ihr sehr oft so nah wie nur möglich an das Objekt. Es dauert eine Weile, bis Ihr ein Gefühl dafür entwickelt, was die kürzeste Entfernung zum Objekt ist, die Ihr einhalten müsst, damit der Fokus noch funktioniert. Meine Empfehlung: Experimentiert am Anfang erst einmal mit dem Autofokus und geht einfach immer ein Stückchen näher ran, bis scharf stellen nicht mehr möglich ist. Dann einfach millimeterweise zurückgehen, indem Ihr das Gewicht auf den Füßen verlagert, bis es wieder scharf stellt.

Zusätzlich stellt sich die Frage: Wie viel vom Objekt will ich eigentlich scharf haben? Gerade in der Makrofotografie ist das Experimentieren mit unterschiedlichen Blenden sehr interessant, da der Unterschied in der Schärfentiefe oft über die Wirkung einer Aufnahme entscheidet. Ist nur die Mitte der Blume scharf oder sollen die Blütenblätter scharf erscheinen? Auch hier hilft nur experimentieren. Am besten stellt Ihr einfach mal die Kamera auf ein Stativ vor eine Blume und fotografiert dann immer den gleichen Ausschnitt nur mit einer anderen Blendeneinstellung. Wieder daheim am Computer könnt ihr die Aufnahmen gut vergleichen, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie sich die Blende auf den Schärfenverlauf auswirkt.

Ein Digitalbild kostet nichts – also drückt ab

Selbst mit den unterschiedlichsten Experimenten und viel Erfahrung ist es schwer, sich sicher zu sein, was die ideale Einstellung ist. Doch in der digitalen Fotografie stellt das heute gar kein Problem mehr dar – es spricht nichts dagegen, einfach zig Fotos mit unterschiedlichen Einstellungen zu machen. Einer der wirklich großen Vorteile des Fotografierens von Blumen: Sie laufen nicht weg und sind geduldig.

Nutzt diesen Vorteil und drückt einfach so lange ab, bis Ihr das Gefühl habt, eine gute Aufnahme dabei zu haben. Ändert dabei die Blende und die Perspektive, um einen Eindruck davon zu bekommen, was möglich ist. Mit der Zeit lernt Ihr so die passende Perspektive und Schärfe zu antizipieren und braucht weniger Aufnahmen.

Nutzt den Augenblick

Ein wichtiger Teil der Makrofotografie sind die Aufnahmen von Insekten. In vielen Aspekten ist das Fotografieren von Insekten jedoch das komplette Gegenteil davon, Blumen zu fotografieren: Sie bewegen sich ständig, lassen einen nicht wirklich nah ran und neigen dazu, einfach abzuhauen… Kurz gesagt, Ihr braucht sehr viel Geduld und sehr viel Glück, um gute Makroaufnahmen von Insekten zu machen.

Grundsätzlich eignen sich Makroobjektive mit einer längeren Brennweite besser für das Fotografieren von Insekten, da Ihr nicht ganz so nah ran müsst. Außerdem gibt es die einen Insekten, die ständig unterwegs sind – wie zum Beispiel Schmetterlinge – und andere, die relativ lange an einem Ort bleiben, wenn es ihnen gefällt. Wie Bienen, wenn sie eine leckere Blüte gefunden haben. Trotzdem solltet Ihr euch immer sehr vorsichtig und mit sehr ruhigen Bewegungen nähern, damit Ihr das Insekt nicht verschreckt.

Auch hier solltet Ihr Euch die Vorteile der digitalen Fotografie zu Nutze machen. Es schreibt Euch niemand vor, dass Ihr nur eine Aufnahme machen dürft. Ganz im Gegenteil – ich sage: Macht so viele wie Ihr könnt. Ich persönlich fange ab einer gewissen Entfernung an, Fotos vom Insekt zu machen, pirsche mich mit der Linse immer näher ran und drücke immer wieder ab. So habe ich vielleicht Glück, dass ich bis an die Nahgrenze komme – aber falls nicht, habe ich vermutlich trotzdem eine tolle Aufnahme.

Eine etwas andere Perspektive

Vielleicht denkst Du jetzt „Toll, Aufnahmen von Blumen kann ja jeder machen“ – das stimmt auch. Der Anspruch in der Makrofotografie liegt jedoch für mich darin, ein Objekt, das ich vielleicht schon zig mal fotografiert habe und das Tausende andere auch abgelichtet haben (Die Suche nach „Tulip“ auf flickr bringt fast 1 Mio. Ergebnisse) so zu präsentieren, dass es trotzdem noch interessant und neu wirkt. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt und mit mehr Erfahrung kommen einem auch noch mehr Ideen. Das macht die Makrofotografie so anspruchsvoll und für jeden interessant auszuprobieren.


KWERFELDEIN | Fotografie Magazin

 
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