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Posts Tagged ‘Testbericht’

Testbericht: Nikon D750

22 Dec

Nikon D750

Ich bin die Entwicklung moderner Kameras leid, die miteinander in ständigem Wettbewerb um die Vielzahl der Funktionen stehen und neue Höhenflüge theoretischer Messwerte bewerben, deren Auswirkung nur in so spezifischen Situationen relevant sind, dass sie mir getrost egal sein können.

Man könnte meinen, in dieser Betrachtung die Zielgruppe unterscheiden zu müssen. Da gibt es leidenschaftliche Leica-Nutzer, die gerade die Einfachheit ihrer Kamera schätzen und darin eine Befreiung sehen. Frei von technischen Spielereien, dafür mit wenigen, funktionalen Merkmalen ausgestattet, können sie sich ganz der Komposition ihrer Werke widmen. Es gibt aber auch Fotografen, die in jeder neuen Funktion, jedem extra Knopf und Hebel eine Bereicherung sehen, denn all dies lässt sich potentiell kreativ nutzen.

Jedes angekündigte „mehr“ an Megapixeln löst bei so manchem Euphorie aus. In meinen Augen kommt es aber vor allem auf Arbeitsweise und Sympathie an. Die Kamera muss zur eigenen Arbeitsweise passen und den kreativen Horizont erweitern. Wenn aber die Sympathie nicht da ist, die Annäherung an das Gerät einfach nicht als gut empfunden wird, dann ist es wohl die falsche Wahl.

Eine junge Frau und ein Hund

Ich stehe irgendwo zwischen Einfachheit und neuer Technik. Ich bin kein Fan von Spielereien, die ein ansonsten wenig überzeugendes Gerät aufwerten sollen. Von meiner Canon 5D Mark II, die mir die letzten zwei Jahre hervorragende Dienste geleistet hat, bin ich nach wie vor begeistert. Aber ich nutze selbst bei dieser, im Vergleich zu neueren Modellen, simplen Kamera nur die Grundfunktionen. Meine Arbeitsweise mit der analogen Canon AE-1 unterscheidet sich davon nur unwesentlich.

Dennoch werde ich mich bald von ihr trennen und so begann die Suche nach einer Vollformat-Kamera, die ein möglichst schlichtes Wesen mit bestmöglicher Leistung an den wesentlichen Punkten verbindet. Konkret geht es mir vor allem um das Handling, den Autofokus, und, meinem Hang zu schlechten Lichtverhältnissen geschuldet, den Dynamikumfang bzw. die Bildqualität in hohen ISO-Bereichen.

Die Scheuklappen der Markentreue einmal abgelegt und sich mit dem Gedanken an einen Systemwechsel angefreundet, ergaben sich neue Welten. Natürlich habe ich die Sony A7* in ihren diversen Varianten erwägt, zumal in Kürze die A7II* zu haben ist. Aber ich kann mich mit einem elektronischen Sucher einfach nicht anfreunden. Es hat sicher seine Vorteile, aber im Sucher künstlich anmutende Farben und ruckelige Pixel zu sehen, widerstrebt meinem Anspruch an Ästhetik leider so sehr, dass alle anderen Vorteile hinten anstehen müssen. Vielleicht stehe ich mir da selbst im Weg.

Die Nikon D750* ist eine positive Überraschung. Sie erringt einige Sympathiepunkte und passt sich nahezu perfekt an meine Arbeitsweise an. Ich möchte an dieser Stelle keine Aufzählung von Produktmerkmalen der Kamera präsentieren oder Testergebnisse diskutieren, aber da diese Informationen sicher interessant sind, möchte ich darauf verweisen. Technische Daten der Kamera sind hier und verschiedene Testergebnisse hier zu finden.

Eine Frau am Wasser

Haptik und Bedienung

Wichtiger als alle technischen Details ist die Frage, ob eine Kamera zum Fotografen passt. Sie muss sich in der Hand völlig irrational gut anfühlen, sonst wird sie nie zum gewohnten Begleiter. Die Beziehung zum Handwerkszeug ist wichtig. Die D750 ist kompakter und leichter als ich es gewohnt bin, was mir insgesamt, aber besonders auf Reisen, gut gefällt. Die ergonomische Form des Bodys macht die Kamera angenehm griffig, tatsächlich besser, als ich es von vielen anderen DSLRs gewohnt bin. Vor allem der weit nach vorn gezogene Griff trägt dazu bei.

Alle Knöpfe sind gut zu erreichen und die wichtigsten Belichtungseinstellungen lassen sich zügig verändern, ohne den Sucher vom Auge nehmen zu müssen. Hier arbeitet jeder etwas anders, mir gefällt es gut, das Wichtigste mit einer Hand machen zu können. Das Menü ist intuitiv angeordnet, wenn auch die Zahl der Menüpunkte überfordernd sein kann.

In Sachen Handling ist mir die erwähnte Einfachheit wichtig, aber auch die D750 bietet einige Funktionen, die ich nicht bräuchte. Klappdisplay, WLAN zur Fernbedienung oder der interne Blitz sind sicher für den einen oder anderen interessant, mir sind sie jedoch zuviel. Sie stören mich jedoch nicht und lassen sich bequem ignorieren.

Der Versuch eines Spagats zwischen einer Allround-Kamera für ambitionierte Hobbyfotografen und einem Spitzenmodell für professionelle Berufsfotografen bringt zwangsläufig eine eigenwillige Zusammenstellung von Funktionen mit sich. Wenn ich dies einfach als Abgrenzung zur D810* verstehe, nehme ich es gern in Kauf. Die Vorteile dieses Spagats zeigen sich neben dem kompakten und simpel gehaltenen Eindruck vor allem beim Sensor.

Eine Frau am Wasser

Bildqualität

24 Megapixel sind für mich vollkommen ausreichend. Die 36 MP der Sony A7R oder die 37 MP der Nikon D810 schrecken mich eher ab, was die Anforderungen an meinen Computer und Speichermedien angeht. Praktisch gibt es in meiner Fotografie keine Situation, in der ich eine derart hohe Auflösung brauchen würde, insgesamt gibt es aber natürlich genügend Einsatzgebiete dafür.

Farben und Kontraste sehen für mich so aus, wie sie sein sollen. Die Bilder meiner 5D Mark II kommen mir kontrastreicher vor, was aber auch an dem wahnsinnig großen Dynamikumfang der D750 liegt, die Zeichnung in den Tiefen absolut ausreizt. Nach etwas Erfahrung mit verschiedenen Objektiven auf derselben Kamera bin ich aber ohnehin der Meinung, dass Glas wesentlich wichtiger ist für die Bildqualität.

Besonders gespannt war ich auf Fotos in sehr schwachen Lichtverhältnissen, um das Rauschverhalten in hohen ISO-Bereichen testen zu können. Ich kenne von vielen Kameras unschönes Farbrauschen, das schlimmstenfalls sogar Streifen ins Bild zaubert, vor allem, wenn man versucht, dunkle Bereiche aufzuhellen. Der Vergleich zur Canon 5D Mark II ist natürlich Canon gegenüber unfair und ist hier keinesfalls als ernstzunehmende Konkurrenz zu verstehen, aber das ist nun einmal mein Ausgangspunkt. Kurz vor der Nikon D750 konnte ich die Canon 5D Mark III* in verschiedenen Situationen ausprobieren.

Eine Frau im Nebel

Meine 5D Mark II war, als meine erste Vollformat-Kamera, ein überwältigender Schritt nach vorne. Sie ist eine großartige Kamera, die mich fotografisch sehr viel weiter gebracht hat. Die 5D Mark III scheint mir die konsequente Fortsetzung zu sein. Die Offenbarung, die die Mark II damals für mich darstellte, blieb aber aus.

Die Canon 5D Mark III ist eine großartige Kamera, die ich niemandem, für den es die passende Wahl ist, ausreden wollen würde. Allerdings lassen sich meine ersten Erfahrungen mit der D750 durchaus als Offenbarung bezeichnen. Sie hat mich so überzeugt, dass nun ein Systemwechsel ansteht.

Die Berichte, die ich über das Rauschverhalten und den Dynamikumfang gelesen habe, musste ich selbst nachprüfen. Man mag sich fragen, wozu man mit derart hohen ISO-Werten fotografieren möchte. Ich nutze fast ausschließlich vorhandenes Licht und arbeite nicht mit Blitzen oder Dauerlicht. Ich mag die Atmosphäre in natürlichem Licht- und Schattenspiel genauso wie die Farben. Um nach Dämmerung draußen noch fotografieren zu können, eröffnet mir der ISO-Bereich jenseits der 4000 also neue Möglichkeiten.

Unter Rauschen habe ich nie etwas Positives verstanden, daher habe ich etwas gestaunt, als ich las, wie ein Fotograf die Qualität des Rauschens ansprach. Der Blick lohnt sich, denn anstelle von Farbrauschen und verschluckten Details kommt mir die Wirkung eher vor wie die künstliche Körnung, die ich in Lightroom gern hinzufüge.

Zwei junge Frauen

1/50 s, f/2.0, ISO 8000, Bearbeitung in Lightroom

Eine junge Frau auf einer Treppe

1/50 s, f/1.6, ISO 12.800, Bearbeitung in Lightroom

Es macht natürlich einen Unterschied, ob man zum Test das Maximum einstellt, ohne dass es die Lichtverhältnisse wirklich erfordern oder die Kamera wirklich an ihre Grenzen bringt. In vergleichsweise heller Umgebung lässt sich so auch bei erweiterter ISO 2 LW (51.200, nativ geht die Kamera bis 12.800) noch problemlos fotografieren, wie gesagt, mit Rauschen in Korn-Ästhetik. Der Spielraum, den die D750 in Sachen ISO bietet, ist so groß, dass ich draußen brauchbare Fotos erzielen kann, bis es zu dunkel ist, um mit bloßem Auge noch etwas zu erkennen.

Mit dem Nikkor 58mm f/1.4*, das ich hauptsächlich zum Test genutzt habe, versagt der Autofokus weit bevor der ISO-Wert die Toleranzgrenze erreicht. Alternativen sind dann das helle Autofokus-Hilfslicht oder das manuelle Fokussieren über Live View, beides funktioniert gut.

Der Dynamikumfang der Kamera hat mich sehr beeindruckt und ist für mich das stärkste Argument für diese Kamera. Unterbelichtete Bilder lassen sich in Lightroom problemlos um ganze fünf Blendenstufen aufhellen, ohne dass große Qualitätsverluste zu sehen sind. Interessant genutzt wird der Dynamikumfang von Fotografen, die ihre Bilder enorm unterbelichten, um die Informationen aus den Tiefen zu nutzen, ohne dabei die Höhen zu verlieren.

Ein Globus

ISO LW 2 (51.200), 1/200 s, f/3.2 unbearbeitetes JPG aus der Kamera

Eine Frau im Nebel - unterbelichtet

Eine Frau im Nebel

Zu erwähnen ist, dass einige Fotografen störende interne Reflexionen festgestellt haben, wenn eine Gegenlicht-Quelle knapp oberhalb des Bildausschnitts liegt. Aufgegriffen wird das Thema mit Beispielbildern hier. Ich konnte das Problem, jedoch nicht ganz so stark, reproduzieren. Der Fehler tritt allerdings nur in sehr wenigen, spezifischen Situationen auf, es geht hier um Millimeter in der Bildkomposition.

Performance

Das Autofokussystem ist sehr schnell und fokussiert zuverlässig auf den Punkt genau. Ich habe kein Motorradrennen damit fotografiert, aber ebenso wie mit Handling und Bedienung denke ich, man muss eine Kamera in der eigenen Arbeitsweise selbst ausprobieren. Die 51 Fokusmessfelder benötige ich nicht, da ich die Komposition ohnehin oft noch nach dem Fokussieren ändere. Mir genügt die Auswahl von 11 Kreuzsensoren also völlig. Um ehrlich zu sein, würde ich auch mit einem gut zurecht kommen. Die verschiedenen Autofokusoptionen sollten aber für jede Situation mehr als ausreichend sein.

Der Akku hält weniger lange, als ich es von meiner 5D gewohnt bin, was mich aber dank Ersatzakkus nicht weiter stört. Die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten der beiden Kartenslots sind gut durchdacht und klappen reibungslos. Das Menü ist, wie gesagt, recht umfangreich, aber die Gestaltung ermöglicht es, die jeweils relevanten Punkte schnell zu finden und zügig eine Routine zu entwickeln, ohne sich in einem Labyrinth aus Unterpunkten zu verlieren.

Unterbelichtetes Foto

Eine Frau vor einem Zaun

Die Videofunktion ist einfach zu bedienen und liefert alles, was man erwartet. Ein Nachteil, an dem Nikon nichts ändern kann, ergibt sich daraus, dass die beliebte Video-Firmware Magic Lantern nur für Canon-EOS-Modelle verfügbar ist. Auch das gut verarbeitete Klappdisplay liefert da kein schlagkräftiges Gegenargument, sondern lässt eher am Spritzwasserschutz zweifeln.

Fazit

Nikon macht es einem wirklich schwer, Argumente für die Kontra-Seite zu finden, sofern man nicht auf die hohe Auflösung einer D810 oder Sony A7R angewiesen ist. Die Leistung des Sensors und des Autofokussystems auf dem Niveau der größeren Modelle in einem kompakteren Body erleichtern es, den Blick auf die kreative Arbeit anstatt auf die Technik zu richten.

Was Geschwindigkeit und Dynamikumfang angeht, wird die D750 von der Nikon D4S übertroffen, die natürlich aufgrund von Anspruch und Preisklasse keinen Vergleich darstellt. Wer die D810 aufgrund der wenigen, jedoch signifikanten Unterschiede benötigt, muss bereit sein, den Aufpreis in Kauf zu nehmen. Nikon liefert mit der D750 insgesamt ein als Einsteiger-Modell verkleidetes Spitzengerät, das in einigen wesentlichen Punkten derart zu überzeugen weiß, dass man über technische Spielereien gern hinweg sieht.


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Leica M9: kein Testbericht einer alten Lady

15 Dec

Ein Kopfstand auf einem Skateboard

Ein Beitrag von: Roman Tripler

Wie alles anfing: Als ich mich entschlossen hatte, das Knipsen sein zu lassen und fortan fotografieren zu wollen, ging ich, meinem damaligen Budget entsprechend und den Ratschlägen eines befreundeten Fotografen folgend, auf die Suche nach einer passenden Kamera.

Nach reiflichen Überlegungen und viel Gewühl in Zeitschriften wurde es eine Nikon D60 mit 18 – 55 mm Kit-Objektiv. Bis ich von völliger Ahnungslosigkeit zu einigermaßen vertretbaren Ergebnissen kam, verging einige Zeit und es waren nicht wenige Experimente und noch mehr Zeitschriften nötig.

Ich kannte irgendwann die Funktionen der Kamera, kaufte wie von Sinnen Objektive, Blitz, Funkauslöser und einiges mehr an „nützlichem“ Zeug. Irgendwann war dann die D60 keine befriedigend gute Kamera mehr und ich brauchte dringend eine neue.

Da halfen auch nicht die handwerklichen Fertigkeiten, die ich durch meinen Beruf als Bildbearbeiter einer Werbeagentur besaß. Es war mir zudem peinlich, bei einigermaßen guten Bildern mit einer solch kleinen Knipsbüx herumzurennen und ich brauchte dringend Megapixel, Schärfe usw. – das ganze Programm eben.

Eine Frau raucht

Unabhängig von meiner eigenen Fotografie habe ich seit meiner Jugend ein Interesse an Bildern anderer Fotografen gehabt. Ich habe diese sogar aus Zeitschriften ausgerissen und gesammelt, bis ein Umzug eine randvolle Kiste und einige Aktenordner voll verschwinden ließ.

Geblieben ist aber eine Erkenntnis, die ich durch diese Bilder hatte: Die meisten meiner favorisierten Fotografen nutzen eine kleine, eher unscheinbare Kamera, die sich Leica M nannte.

Nachdem mich nun viele weitere Testberichte zunehmend verunsicherten, welche Kamera dieses Mal die meinige wird, tauchten gegenwärtig immer wieder Vergleichstests der Platzhirsche von Nikon und Canon gegen die kürzlich erschienene kleine M9 von Leica auf. Dann hab ich den Preis gesehen, mal herzhaft gelacht und mich wieder den Testberichten gewidmet.

Ich fasse das mal zusammen: Eine Kamera, die keinen Autofokus hat, für die es keine echten Zoomobjektive gibt und die nur eine Automatik hat: Das kann nix taugen. Und dann der Preis – lachhaft. Aber mit solchen Kameras haben die damals die Bilder gemacht, die mich heute noch einfangen und die nicht durch verschwenderische Bildbearbeitung eine glutamatartige Würze aufwiesen. Wie geht das?

Ein Junge mit Hut

Ein junger man mit Gesichts Make Up

Es kam irgendwann der Zeitpunkt, an dem der erste Frust aufbrannte, mir kein Bild mehr so gelang, wie ich es vor meinem geistigen Auge hatte und ich erschreckend nah dran war, aufzuhören. Meine Frau grinste und sagte, dass es jetzt zwei Möglichkeiten gäbe: Entweder, das ganze Gelump wird schnellstens verkauft, dass es gerade noch etwas abwirft oder ich mach’s mit dem Fotografieren jetzt richtig.

Entscheidungen

Ich hab dann alles verkauft. Naja, alles bis auf den Body der D60 und die Standardlinste mit 18 – 55 mm, f/3,5 – 5,6 ohne Stabilisator und habe mit diesen ersten Paar Kröten begonnen, für die Leica M9 zu sparen. Dass es noch einige Zeit dauern würde, bis ich den Betrag zusammen haben würde, war mir klar.

Mir war aber nicht klar, dass die D60 ein toller wie erstaunlich fähiger Begleiter und die Linse darauf zwar nicht lichtstark, doch im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein ziemlich zuverlässiger und treuer Freund würde. Ohne krampfige Gedanken an die Technik funktionierte es auf einmal wieder mit dem Fotografieren.

An dieser Stelle könnte man sich fragen, warum ich solch eine ausschweifende Einleitung schreibe und wann ich endlich von meinen Erfahrungen mit der M9 berichte. Die ersten Erfahrungen teile ich bereits, denn diese Vorfreude und das Auseinandersetzen mit dem Thema haben mir ein anderes Bewusstsein beschert. Diesen Weg, den ich im Zickzack gegangen bin, gehen viele Fotografen mit vergleichbaren Gedanken, Zweifeln und teils sinnigen, teils unsinnigen Handlungen.

Das beweisen mir die E-Mails mit Fragen nach Kameras, die fast täglich mein Postfach erreichen. Ich möchte mit der Einleitung den oftmals quälenden Zustand beschreiben und eine weitere Erkenntnis mitteilen: Nämlich die, dass eine D60 auch heute noch eine richtig gute Kamera ist und dass so eine Entwicklung dazu beiträgt, die eigenen Bedürfnisse sowie die dazu passende Kamera zu finden.

Eine Frau spiegelt sich in einem Eingang

Ich hatte irgendwann genug Geld zusammen. Inzwischen war die M9P erschienen, die etwas teurere, dafür aber unauffälligere Variante mit weniger Leica-Branding und bruchsicherem Glas. Und es gab da irgendwo im Ruhrgebiet eine Arztfrau, die frustriert über das Geschenk ihres Mannes war.

Eine Kamera, sündhaft teuer, die kein Live-View beherrschte, keinen blitzschnellen Autofokus besaß und ausschaute, als besäße sie jemand seit dem zweiten Weltkrieg. Diesem Umstand und der Vorliebe für zeitlose Designs verdanke ich meine M9P zu einem Preis, der ordentlich unter dem herkömmlichen Ladenpreis war. Die zwei Dutzend Auslösungen der ahnungslosen Dame störten mich nicht.

Blick auf einen mann durch ein Schaufenster

Der Umgang mit der Kamera

Ich lernte die Kamera anfangs mit einem geliehenen 50-mm-Summicron kennen und experimentierte viel. Es hat keine Woche gedauert, bis ich das manuelle Fokussieren begriffen und ausreichend verinnerlicht hatte, dass ich zügig scharf stellen konnte. Ich war sogar überrascht, dass ich nahezu keine zeitlichen Einbußen im Vergleich zur DSLR hatte.

Die Funktionsvielfalt der DSLR schöpfte ich auf der Straße ohnehin nicht aus und weil die Leica nicht viel mehr als die Grundbedürfnisse des Fotografierens bedient, war ich daher eher erleichtert, mich im aufgeräumten Menü zurechtzufinden und mich um gar nicht so viel kümmern zu müssen.

Mit das Angenehmste, das mir aufgefallen ist, war eine spürbare Entschleunigung beim Fotografieren. Hat man einmal grob die Entfernung eingestellt, muss man keine großen Kapriolen mehr am Fokusring vollführen, wenn man nicht planlos herumhampelt und ständig drastisch die Entfernung zu möglichen Motiven verändert.

Das geschieht sowieso nur dann, wenn man keine wirkliche Idee hat, was man fotografieren möchte und jedem potentiellen Big Picture, das sowieso keines wird, hinterherhechtet. Bei ausreichend Licht kann ich durch die Straßen ziehen und brauche so gut wie gar nicht mehr fokussieren. Beispielsweise stelle ich, wenn ich faul bin, Blende 8 ein und fokussiere hyperfokal, so ist ab etwas mehr als einem Meter Abstand alles scharf und ich kann mich rein auf den Ausschnitt konzentrieren.

Ein Kopfstand auf einem Skateboard

So wie die Aufmerksamkeit für die Kameraeinstellungen schwand, so sehr vervielfachte sich die Aufmerksamkeit für die Umgebung. Es war extrem befriedigend, denn ich hatte nun das Gefühl, zu fotografieren, also so richtig zu fotografieren.

Die Kamera bringt einen förmlich dazu, eine Situation intensiver zu lesen, zu antizipieren, was geschieht. Die Komposition des Bildes formal und inhaltlich bekommt einen anderen Stellenwert. Man beginnt zudem, sich mit den Grundlagen der Fotografie zu beschäftigen, beispielsweise die Zusammenhänge von ISO, Blende und Zeit zu verstehen um auch in schwierigeren Situationen gewappnet zu sein.

Am Ende eines Fototages waren dann auf einmal keine 500 Bilder mehr auf der Speicherkarte, sondern nur noch 100, davon „saßen“ aber deutlich mehr als je zuvor. Zudem verziehen die Linsen es einem, wenn man nicht hundertprozentig auf den Punkt fokussierte. Das Bild barg eine nicht eindeutig definierbare Natürlichkeit, die ich von der D60 und auch von anderen digitalen Kameras, die ich mittlerweile in der Firma nutzte, so nicht kannte.

Mit 50 mm war ich mit dem Abstand, den ich persönlich für den richtigen hielt, jedoch zu nah am Geschehen und so schoß ich mir bei eBay ein Summicron 35 mm IV von 1991. Das Glas sah fabrikneu aus, mein Setup war nun perfekt. Mittlerweile gibt es Kameras, die gar keine Geräusche mehr verursachen und noch unauffälliger sind als man es mit der Leica ist, aber ich brauche das Geräusch des Auslösens um zu realisieren, dass ich das Bild tatsächlich auch gemacht habe und genieße es jedes Mal, wenn ich diese urige Mechanik wahrnehme.

Sie ist tatsächlich noch mechanisch und kein Bestandteil eines digitalen Soundsets. Das seit Jahrzehnten marginal veränderte Design der M lädt zudem viele Menschen ein, mit mir darüber zu sprechen, weil eine uralte Kiste von Opa dahinter vermutet wird und ich von Passanten somit als Fotograf wahrgenommen werde. Der unliebsame Paparazzi-Faktor von Fotografen mit riesigen Bodies nebst aufgeschnalltem Kanonenrohr verschwindet spurlos.

Ein Kind isst Zuckerwatte

Die M9 im Dunkeln

Ich hab mich lange gescheut, Konzerte mit der Leica zu fotografieren. Man sagt, bei ISO 800 sei bei der M9 finito. Das ist Unsinn. Wenn nicht gerade die Sonne zu grell scheint, habe ich meist ISO 800 eingestellt, weil mich das dezente Rauschen an das Korn der Abzüge meiner Vorbilder erinnert. Bei zunehmender Dunkelheit wird das Rauschen zwar stärker und die M9P hält sicher nicht mehr mit den gängigen Nachtsichtgeräten mit, doch gehe ich nicht selten bis zur maximalen ISO von 2500 hoch.

Klar ist auch da irgendwann ein Limit erreicht, aber es bleibt dieses analoge Gefühl in den Bildern und die Ergebnisse sind durchaus gut. Darf’s ein wenig mehr sein? Ja, natürllich, deswegen liebäugle ich mit der Leica M Monochrom, weil ich ohnehin nur schwarzweiß fotografiere. Ich hätte sie mir auch gleich gekauft bzw. das halbe Jahr gewartet, hätte ich gewusst, dass sie erscheint. Aber wie damals mit der Nikon sehe ich, wie gut die M9 2014 samt Linsen trotz ihres für digitale Verhältnisse „hohen Alters“ ist.

Ein Musiker bei einem Konzert

Und macht die gute Bilder?

Die M9 ist 2009 am Markt eingeführt worden und stand damals als kleinste vollformatige Systemkamera für überragende Bildqualität. Selbst fünf Jahre später sind die Ergebnisse bei optimalen Bedingungen und richtiger Belichtung wirklich schwer zu schlagen. Fotografiere ich JPGs, so bekomme ich Abbildungen der Umgebung, die meinem Sehempfinden entsprechen und eine Prise leicaesquen Charmes enthalten, von dem man hier und dort hören kann.

Fotografiere ich in RAW, habe ich ein unglaubliches Spektrum an Bearbeitungsmöglichkeiten. Ich erwähnte, dass ich Bildbearbeiter bin. Ich bin es also gewohnt, Bilder unterschiedlichster Kameras zu bekommen und zu bearbeiten. Die RAWs der Leica sind bis auf den einzelnen Pixel „sauber“ und bieten mir sensiblen Spielraum für dezente wie große Anpassungen, wo ich bei RAWs von Canon und Nikon im gleichen Preissegment schon mal Schwierigkeiten bekomme.

An dieser Stelle erinnere ich mich aber an meine alte D60 und daran, dass ich eine Ausstellung mit knackscharfen Abzügen der Größe 80 x 50 cm hatte. Und bevor irgendwelche Linienzähler auf die Barrikaden gehen: Geht in eine Ausstellung irgendeines Magnum-Fotografen und macht mit Eurer 1000-Gigapixel-ISO-5000000-Knipse so fesselnde Bilder wie die Mädels und Jungs, deren Bilder Ihr dort seht. Dann bin ich beeindruckt.

Ein Mann steht vor einem Haus

Was ich abschließend sagen möchte

Wer vor der Wahl einer neuen Kamera steht, sollte sich zuerst immer fragen, was fotografiert werden soll. Zum Ausprobieren oder zur fotografischen Selbstfindung ist die Anschaffung teuren Geräts meist Unsinn, selbst, wenn die Leica mir bei meinem Weg geholfen hat. Ich hatte allerdings schon eine ziemlich genaue, wenn auch nicht hinreichend formulierte Idee davon, was ich machen wollte.

Wer nur probiert, sollte sich nichts Größeres holen, wie die Nikon D60, es sei denn, Geld spielt keine Rolle. Aber selbst dann verleitet der Glaube an Megapixel und Co. zu Faulheit und man überlässt der Kamera schnell die eigentliche Arbeit am Bild. Das Ergebnis wird tendenziell enttäuschender sein.

Die Leica M9 ist das, wofür sie entwickelt und gebaut wurde: Ein Fotoapparat. Auf höchstem Niveau entwickelt, dem digitalen Zeitalter angepasst und mit äußerster Präzision hergestellt, überlebt sie eine Kamera-Generation nach der anderen.

Sie bräuchte für die nächsten 50 Jahre vielleicht nicht mehr als ein wenig mehr Lichtempfindlichkeit und etwas schnellere interne Verarbeitung, denn die ist leider noch auf dem Stand von 2009. Ich werde dem System treu bleiben, irgendwann vielleicht um die Monochrom erweitern, denn ich bin ziemlich glücklich und zufrieden mit ihr.

Und wieder kommt mir der Gedanke: Eine Kamera, die keinen Autofokus hat, für die es keine Zoomobjektive gibt und die nur eine Automatik hat? Genau das Richtige für mich!


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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Testbericht: Mantona Elements Outdoor Rucksack

29 Nov

Kompromisse sind ja nicht immer gut. Oft aus der Not heraus entstanden, sind sie im Endergebnis nur eine halbherzige Lösung. In diesem Fall ist das etwas anders, zumindest wenn man weiß, was man will. Dann ist dieser Kompromiss eine willkommene, praktikable Lösung für alle, die ihr Kameraequipment gern quer durch die Natur tragen.

Ich bin gern draußen und gern viel unterwegs. Ich denke, um einen Ort angemessen auf sich wirken zu lassen, um dort einen Blick für stimmungsvolle Bilder zu entwickeln, muss man sich Zeit nehmen. Und die hat man am besten zu Fuß oder zumindest mit vielen Pausen auf der Autofahrt.

Zwei Personen wandern zwischen Bergen

Unterwegs richtung Balos Beach, Kreta, Griechenland.

Logo auf einem Rucksack

Auf Reisen habe ich selten viel dabei. Ich gebe, wenn ich fliege, ungern Gepäck auf und habe mir daher angewöhnt, Gepäck für alles unter zwei Wochen auf Handgepäck-Größe zu minimieren. Gut komprimiert klappt das mit meinem mittelgroßen Trekking-Rucksack auch, je nach Fluggesellschaft natürlich. Mein Kameraequipment fuhr früher immer in irgendwelche Kleidungsstücke gewickelt mehr oder weniger lose darin herum. Dass diese Art des Transports nicht besonders zu empfehlen ist, wurde mir recht schnell klar. Also musste ein Fotorucksack her.

Ich entschied mich, keinen Reisegedanken im Hinterkopf, für einen Rucksack von National Geographic*. Er ist kompakt, robust, waschbar und sieht nicht so aus, als würde er teure Geräte beinhalten.

Letzteres ist mir unterwegs nicht unwichtig. Ich bin zwar kein grundsätzlich misstrauischer Mensch, aber ich möchte mich gern überall möglichst unauffällig bewegen können. Und die klassischen, schwarzen Kamera- oder Laptoptaschen, die man auf Reisen oft sieht, sind zwar schlicht, könnten aber ebensogut mit glitzernden Dollarzeichen besetzt sein.

Blick über Athen

Athen, Griechenland.

Graffiti über Athen

Athen, Griechenland.

Diese Ansprüche habe ich also auch an einen Outdoor-Rucksack, der mich möglichst allround-fähig auf Reisen begleiten können soll. So bin ich auf den Mantona Elements Outdoor Rucksack* gestoßen. Die Produktbeschreibung des Herstellers ließ eher auf einen Tagesrucksack für ambitionierte Fotografen schließen, die eine kleine DSLR oder Systemkamera dabei haben und Platz für eine Regenjacke und Proviant brauchen.

Selbstsicher an meine minimalistischen Pack-Künste glaubend, beschloss ich, den Rucksack mit auf eine zweiwöchige Griechenlandreise zu nehmen. Mit zwei Rucksäcken unterwegs zu sein, in meinem Fall mit einem Trekking- und einem Kamerarucksack, ist einfach unnötig umständlich.

Dass ich keine zweiwöchige Wandertour mit Zelt und Verpflegung damit durchziehen kann, war mir klar. Aber viel fehlt dem anpruchslosen Reisenden dazu nicht. Hier eine kurze Übersicht über meine Packliste:

Kleidung für 10 Tage
Regenjacke
Medikamente
2 Bücher
Canon 5D Mark II + Canon 50mm f/1.4* +
Canon 85mm f/1.8*
2 CF Karten
Canon AE-1 + Canon 50mm f/1.8 FD
Polaroid 250 Land Camera
1 Fuji FP100c Sofortbildfilm
8 35mm-Filme
Schlafsack
Isomatte
1,5 l Wasserflasche

Ein Rucksack

Eine Kameratasche auf einem Tisch

Damit war der Rucksack prall gefüllt, ging nur noch mit Mühe zu und wog etwa 9 kg. Ein Tablet hätte noch in das dafür vorgesehene Fach im Rücken gepasset, allerdings mit starken Platzproblemen. Ein Stativ hätte außen noch Platz finden können. Die Isomatte habe ich oben festgeschnallt und den Schlafsack, für den natürlich im Rucksack kein Platz war, unten mit zwei Gurten und dem Tragesystem der Schlafsackhülle befestigt.

Der fertig gepackte Rucksack ließ sich bequem tragen ohne lästiges Baumeln von außen befestigten Gegenständen oder schlecht ausbalanciertem Gewicht. Ich behaupte, dass ich sogar mein kleines, leichtes Zelt für eine Person noch hätte befestigen können, hätte dann aber die Trinkflasche tragen müssen.

Das Tragesystem mit Hüft- und Brustgurt ist bequem und gut justierbar. Die Regenschutzhülle ist platzsparend an der Unterseite versteckt und lässt sich schnell überziehen. Der eigentliche Teil des Rucksacks, der ihn als Kamerarucksack qualifiziert, ist an sich nur eine kleine, herausnehmbare Tasche mit optionalem Schultergurt, in der Platz für eine DSLR und zwei Objektive ist.

Ich habe eine Canon 5D Mark II mit zwei kleinen Objektiven darin verstaut, viel mehr passt nicht hinein. Beispielsweise Landschafts-, Tier- oder Naturfotografen, die eine weitaus größere Fülle an Equipment dabei haben, werden damit nicht glücklich, sind aber auch nicht die Zielgruppe. Die beiden analogen Kameras habe ich, altbewährt, oben zwischen der Kleidung untergebracht.

Landschaftsbild mit Straße und Wolke

Kreta, Griechenland.

Die herausnehmbare Kameratasche hat natürlich den Vorteil, dass ich den Rucksack jederzeit zurücklassen kann und für einen Ausflug nur das Nötigste dabei haben muss. Quer im Rucksack verstaut ermöglicht das System durch zwei Reißverschlüsse schnellen Zugriff auf das Kamerafach. Das Fach im Deckel des Rucksacks und zwei kleine Fächer am Hüftgurt bieten Platz für Kleinigkeiten wie Landkarten, Medikamente, Kabel, Taschenmesser etc.

Meiner Meinung nach könnten die Gurte zur Befestigung allesamt etwas länger sein. Für kleine Stative sicherlich ausreichend, habe ich vieles nur mit etwas Zerren befestigen können, der Rucksack hatte aber trotzdem keine Probleme, alles sicher verschlossen zu halten.

Insgesamt macht die Verarbeitung einen sauberen und robusten Eindruck. Ich denke, ich habe die Kapazität des Rucksacks stark ausgereizt. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist oder an einem Ort verweilt und Platz für Tagestouren braucht, ist damit gut bedient. Auch für einen langen Wochenendtrip eignet sich der Rucksack vollkommen.

Ein Landschaftsbild in Schwarzweiß

Balos Beach, Kreta, Griechenland.

Ich würde mir nur etwas mehr Platz wünschen, ohne in Bus, Bahn oder per Anhalter mehrere Taschen dabei haben zu müssen. Obwohl der Mantona Elements Outdoor Rucksack* nicht für diesen Anspruch gemacht ist, bin ich problemlos genau so gereist, ohne etwas zu vermissen.

Auch ein Kamerafach, das je nach Bedarf größer oder kleiner genutzt werden kann, wäre eine Option, die den Rucksack für alle interessant machen würde, die doch etwas mehr an Ausrüstung dabei haben oder deren Equipment über die Größe zweier kleiner Festbrennweiten hinaus geht. Für den Anspruch, den der Rucksack hat und den Preis von 129 € erfüllt er voll und ganz seinen Zweck. Kompakt, leicht und funktional. Die beste Lösung, die ich bislang gefunden habe.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.


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Testbericht: Lomography x Zenit Petzval Lens

31 Aug

Ein Beitrag von: Tamara Skudies

Lomography startete im Juli 2013 auf Kickstarter das Petzval-Projekt. Mit Hilfe von über 3.000 Unterstützern und mit Zenit konnten sie die Petzval produzieren! Die Linse ist eine Neuauflage des legendären Petzval-Objektivs aus dem Jahr 1840, das in Wien entworfen wurde.

Das Petzval-Objektiv war die erste Portraitoptik in der Fotogeschichte und wurde von Josef Maximilian Petzval konstruiert. Die Linse hatte damals zwei Verbesserungen gegenüber den schon vorhandenen Objektiven. Zum einen war es mit einer Blende von 3.6 etwa 22 Mal lichtstärker und zum anderen wurde die Zusammensetzung der Linsen zum ersten Mal berechnet anstatt nur geschätzt.

Das von Voigtländer produzierte Objektiv wurde bis 1862 60.000 Mal hergestellt. Ein Nachteil der Konstruktion war ein starker Schärfeabfall an den Rändern, der heutzutage aber zugleich den Charme des ganzen Objektives ausmacht.

Das neue Petzval-Objektiv wird aus Messing gefertigt und verfügt über eine Glasoptik von Zenit. Der „Nachteil“ der alten Konstruktion wurde natürlich beibehalten, denn ein modernes Objektiv, das die Feldkrümmung minimiert, sollte es ja nicht werden. Das verleiht den Bildern den besonderen Look.

Petzval-Objektiv

Möchte man weiche Bilder, nimmt man eine offene Blende und will man mehr Schärfe, nutzt man eine der kleineren. Mit einer Brennweite von 85 mm ist sie perfekt für Portraits geeignet. Zudem passt die Linse je nach vorliegendem Anschluss auf (analoge und digitale) Canon-EF- und Nikon-F-Kameras. Man bekommt zu der Linse ein Paket verschiedener Steckblenden von f/2.2 bis f/16 und kann vier weitere experimentelle Steckblenden zusätzlich erwerben.

Technische Details

Fokuslänge: 85 mm
Maximale Blende: f/2.2
Blenden: Waterhouse Blendenset, bis zu f/16
Bildkreis: 44 mm
Bildfeld: 30°
Linsenaufsätze: Canon EF und Nikon F
Elektronische Kontakte: Nein
Geringste Fokusdistanz: 1 m
Fokus Mechanismus: Gear Rack Focusing
Filtergewinde: 58 mm
Bildkreis: 44 mm

Portrait einer Frau mit Sonnenbrille.

Bunte Blätter.Grashalme.

Das Auspacken der Linse war schon toll, denn wenn man sie in die Hand nimmt, gibt sie einem das Gefühl einer besonderen Wertigkeit. Die Verarbeitung war bei meinem Modell gut und die Aufmachung war sowieso atemberaubend schön.

Ich hatte die messingfarbene Variante und wurde glatt gefragt, ob das eine Leica sei, obwohl hinten ein hässlicher schwarzer Canonklotz dran hing. Das ist eigentlich der einzige Nachteil, denn ich hätte die Optik viel lieber für M42 oder meine Pentacon Six, denn Adapter auf Canon- oder Nikonmodelle sind ja heutzutage kein Problem. Mit dem Wunsch bin ich, glaube ich, auch nicht die einzige.

Blonde Frau in einem Magnolienbaum.Frau in Unterwäsche.

Äste mit Blüten vor blauem Himmel.

Ich testete die Linse mit meinen analogen Canons (EOS 1000 oder EOS 500) und mit meiner digitalen Canon 5D Mark II. Für Portraits machte ich ein paar Termine aus, um zu sehen, wie die Bilder damit werden. Am meisten machte ich jedoch mit ihr Naturaufnahmen. Für beides ist die Linse geeignet.

Bei Portraits würde ich aber zu einer geschlosseneren Blende raten. Meine meisten Bilder sind mit f/2.2, f/2.8 oder f/4 gemacht. Die Blende 6 hatte ich nicht und 8 war mir zu klein, da ich ein Freund von geringer Schärfentiefe bin. Somit hatte ich ein paar unscharfe Ergebnisse, mit denen ich aber gut leben konnte.

Mit der Zeit bekommt man aber ein Gefühl dafür, mit der Linse und ihrem besonderem Einstellrad links unten am Objektiv scharf zu stellen. Mich hat diese Art des Scharfstellens begeistert und ich finde es sogar praktischer als die übliche Variante. Etwas umständlich ist eher die Blendeneinstellung, da man für jede Blendenöffnung eine Stecklinse besitzt, die man oben in das Objektiv stecken muss.

Auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit und meistens habe ich auch nicht oft gewechselt. Die Steckblenden haben an den Seiten zwei schmale Stücke, die man an seine Optik anpassen kann, damit sie nicht herausfallen können. Ich konnte dies beim Testgerät natürlich nicht machen und habe die Optik immer auf unendlich oder ganz nah gestellt, damit ich die Stecklinsen nicht verliere.

Reh wird ein Kastanienblatt hingehalten.

Ast mit grünen Blättern und roten Beeren.

Leider habe ich keine Tests mit Blende 8 oder aufwärts gemacht, was mich wirklich ärgert. Dafür baute ich mir aus einem festen schwarzen Papier meine eigene experimentelle Steckblende mit Herzform, die mir sehr viel Spaß bereitet hat.

Zudem nutzte ich die Optik im botanischen Garten mit einer +2-Nahlinse, die es mir ermöglichte, näher an meine Motive ran zu gehen. Der „Swirl“-Effekt ist zum Glück nicht bei jedem Hintergrund möglich, was auch das Fotografieren mit einem schönen weichen Bokeh ohne die runde Unruhe ermöglicht.

Beachten sollte man auch die Unschärfe im Randbereich, die das Scharfstellen erschwert oder sogar unmöglich macht. Der Schärfepunkt sollte also eher zentral liegen. Wer absolute Schärfe wünscht, sollte sich eine andere Linse kaufen. Für mehr Schärfe ist es wohl besser, mit geschlossener Blende zu fotografieren, aber ich wollte ja den Charme der Linse unbedingt haben mit der ganzen Unschärfe. Im offenen Blendenbereich sind die Ergebnisse eher weich und haben einen geringen Schärfebereich.

Ein Ast

Bunte Äste im Gegenlicht.

Die Optik ist eher was für Fotos mit Charme als für technisch perfekte Bilder. Aber gerade deshalb habe ich mich in sie verliebt. Wäre der Preis nicht 549 €, würde ich mir sicher auch eine kaufen. Der Andwendungsbereich der Optik liegt meines erachtens hauptsächlich bei Portraits und Naturaufnahmen. Dafür finde ich den Preis etwas zu hoch, aber sie lässt mir nach wie vor keine Ruhe. Im großen und ganzen ist der Preis okay für die Optik, sie ist nun einmal etwas ganz Besonderes und mit keiner anderen Linse zu vergleichen.

Als die Linse vorgestellt wurde, hätte ich sie schon am liebsten gehabt. Dann bekam ich die Möglicheit, sie zu testen und hatte die Angst, dass wenn ich sie erst einmal hätte, ich sie auch wirklich unbedingt brauche. So ist es nun auch und mein Verstand kämpft mit meinem Herzen.

Moosbewachsene Äste.

Ich hatte nicht wirklich irgendwelche Erwartungen an die Linse, außer daß ich sie wohl noch schöner als mein Helios 58 mm ist, das ja auch einen leichten Swirl-Effekt hat. Viele fragen ja, warum man sich ein teures Petzval kaufen sollte, wenn es das Helios günstig gibt. Ich konnte jetzt beides vergleichen und muss sagen, dass das Petzval noch mal einen stärkeren Charme auf Fotos bannt als das wirklich tolle Helios.

Falls sich ein edler Spender findet oder jemand sein Petzval günstig verkaufen will – ich nehm’s gern! Jetzt gibt es ja bald die Möglichkeit, die Optiken in den Geschäften zu begutachten und sicher auch mal an seiner Kamera zu testen. Macht dies aber nur, wenn Ihr den passenden Geldbeutel dafür habt!


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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Testbericht: Lomography Experimental Lens Kit

11 Feb

Ein Beitrag von: Tamara Skudies

Seit Oktober 2013 bietet Lomography ein Linsenset für Micro-Four-Thirds Kameras an. Es soll mit drei Linsen und bunten Farbfolien für lomografisches Feeling und für mehr Möglichkeiten zum Experimentieren auch beim digitalen Fotografieren sorgen.

Das Set beinhaltet eine Fisheye-Linse für fantastische 160°-Aufnahmen, eine Weitwinkel 12mm-Linse und eine Standard 24mm-Linse. Sie bestehen alle aus Kunststoff – nicht nur das Äußere, sondern auch das Wichtigste, die Linsen selbst, sind aus Kunststoff.

© Tamara Skudies

© Tamara Skudies

Jede davon ist mit einer festen Blende von f/8 ausgestattet und besitzt die zwei Verschlusszeiten N (1/100) und B (Bulb). Mit dem T-Blendenverschlusshebel kann man die Blende dauerhaft öffnen, um der Kamera die Belichtungszeit zu überlassen oder die Blende schließen, um an der Linse selbst mit einer der beiden Verschlusszeiten auszulösen.

Letztere Einstellung nutzt man am besten für Mehrfachbelichtungen, indem man an der Kamera eine lange Belichtungszeit einstellt und an der Linse mehrfach auslöst. So fällt nur dann Licht auf den Chip, während man an der Linse auslöst und man erhält direkt in der Kamera Mehrfachbelichtungen, auch wenn die Kamera keine eigene Funktion für Mehrfachbelichtungen hat.

© Tamara Skudies

© Tamara Skudies

Bei jeder Optik gibt es je eine Entfernungseinstellung für unendlich und eine für den Nahbereich. Bei der Fisheye-Linse sind es 5cm, bei 12mm sind es 20cm und bei 24cm sind es 60cm. Zu den Linsen werden noch fünf Farbfolien in gelb, blau, orange, grün, lila und zwei unterschiedlich starke ND-Filter mitgeliefert.

Die ND-Filter sind für die Mehrfachbelichtungen wie oben beschreiben (Kamera auf lange Belichtung, an der Linse auslösen) sehr gut geeignet, da es sonst schnell zu Überbelichtungen an hellen Tagen kommt. Ebenso kann man auch die Farbfilter benutzen, um die einfallende Lichtmenge zu reduzieren.

© Tamara Skudies© Tamara Skudies
© Tamara Skudies© Tamara Skudies

Dieses Feature der Linsen, direkt an ihnen auslösen zu können und so echte digitale Mehrfachbelichtungen erstellen zu können, ist meines Erachtens das absolute Highlight an den Linsen. Man ist nicht mehr an die Einstellung seiner Kamera gebunden und kann einfach wilde Mehfachbelichtungen schießen.

Während des Fotografierens bleibt der Monitor der Kamera natürlich schwarz, was den Überraschungseffekt, wie das Bild am Ende aussieht, erhöht. In der analogen Fotografie werden gerne HQME (High Quantity Multiple Exposure) Fotos vom gleichen Objekt gemacht. Das ist jetzt Dank der Linsen und den ND-Filtern auch mit den Micro-Four-Thirds Kameras möglich.

© Tamara Skudies

© Tamara Skudies

Im hinteren Teil der Linsen setzt man die Farbfilter ein. Man kann den Bildern dadurch einen Farbtouch geben, ohne am PC das Bild großartig nachbearbeiten zu müssen. Am liebsten mag ich die orange und grüne Folie. Bei Benutzung der orangen Folie sehen die Bilder fast aus wie die eines Redscalefilm und mit der grünen wie bei einem cross-entwickelten Fujifilm, wenn man den Kontrast am PC noch etwas erhöht.

Zusammen mit dem Lomography Colorsplash Flash nahm ich meine Olympus und die Linsen in die Disco mit. Die feste Entfernungseinstellung ist an den Linsen wirklich praktisch, wenn man beim Weggehen mal Partyfotos machen möchte.

© Tamara Skudies© Tamara Skudies

© Tamara Skudies

Man muss nicht mehr warten, bis die Optik in der Fast-Dunkelheit endlisch scharf gestellt hat, wenn sie es denn überhaupt schafft. Somit sind der spontanen Fotografie im Dunkeln mit Blitz, bunten Farbfolien und Doppelbelichtungen keine Grenzen gesetzt.

Zusätzlich habe ich sie noch mit den Holga Close-Up-Linsen getestet, da ich gerne Nahaufnahmen mache. Das Ganze funktioniert am besten bei der 24mm-Linse, da man bei 12mm gern mal den Rand der Nahlinse im Bild hat. Natürlich kann man auch jegliche andere Nahlinsen damit nutzen.

© Tamara Skudies© Tamara Skudies
© Tamara Skudies© Tamara Skudies

Die Linsen machen wirklich sehr viel Spaß. Auch, wenn sie für mich niemals eine analoge Kamera ersetzen können, würde ich sie mir kaufen. Am liebsten ist mir die 12mm-Linse, die eine schöne Unschärfe im Randbereich hat und weil ich einfach ein großer Weitwinkelfan bin. Im nächsten Urlaub werden mich die Olympus und die 12mm Linse auf jeden Fall begleiten.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Cinebook Fotobücher: Ein Testbericht

12 Mar

Vielleicht seid Ihr ja auch schon einmal auf den relativ neuen Service Cinebook aufmerksam geworden. Ich glaube, es war bisher eine der wenigen Facebook-Werbungen, auf die ich geklickt hatte. Nach dem Klick landete ich auf einer ziemlich schick und übersichtlich gemachten Seite.

Als dann plötzlich ein kleines Chatfenster aufploppte, in dem ich begrüßt und gefragt wurde, ob man mir helfen könne, war meine Begeisterung erst einmal flöten. So etwas wirkt auf mich immer etwas – nun ja – merkwürdig. Aber …

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… nachdem sich herausstellte, dass am anderen Ende wirklich ein freundlicher Mensch sitzt, der meine Fragen beantwortet, scheute ich mich nicht zu fragen, ob ich den Service für kwerfeldein testen dürfte. Zwei Minuten später hatte ich einen Gutscheincode in meinem Postfach. Ich habe selten so eine nette und unkomplizierte Kommunikation mit einem Unternehmen geführt. Allein dafür gibt es schon einmal Pluspunkte.

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Und so kann ich Euch heute das Ergebnis meines Tests vorstellen. So viel sei vorweg verraten: Der erste positive Eindruck hat mich nicht getäuscht. Das Endergebnis – und das ist es ja, was zählt – ist über jeden Zweifel erhaben.

~Das einzige Manko, das ich feststellen konnte, war die Software, mit der man die Bücher erstellt. Adobe-Air-Applikationen sind generell nicht mein Fall. Ich weiß zwar nicht, wie sich solche Software auf aktuellen Windows-Systemen anfühlt, aber auf meinem (zugegebenermaßen in die Jahre gekommenen) Mac fühlt es sich immer so an, als wäre mein Kopf schon drei Schritte weiter als die Software. Laaa-haaam. Und das nervt ein wenig.

Neben der Langsamkeit stört das etwas fummelige genaue Ausrichten von Fotos. Auch die Formatierung der Schrift ist nicht gerade optimal gelöst. An dieser Stelle muss aber unbedingt erwähnt werden, dass man auch PDFs und InDesign-Dateien beim Bestellprozess hochladen kann. Das macht die Sache mit Sicherheit wesentlich komfortabler und vor allem individueller. Um diesen Test aber „massenkompatibler“ zu machen, hatte ich mich entschlossen, die Cinebook-Lösung zu nutzen.

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Das Programm an sich lehnt sich optisch an Lightroom an und erklärt sich eigentlich von selbst. Nachdem man sich für ein Format entschieden hat, kommt man direkt zum Editor. Links ist ein Dateibrowser, darunter sieht man die im oben ausgewählten Ordner vorhandenen Fotos.

Diese kann man wie üblich automatisch oder manuell platzieren. Dafür gibt es jede Menge verschiedene Seiten-Vorlagen, die rechts am Fenster hinter einem kleinen Symbol versteckt sind. Diese lassen sich aber auch noch editieren.

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Das ist alles nichts Weltbewegendes und ich setze an dieser Stelle einfach voraus, dass der geneigte Leser bereits Erfahrungen mit solchen Programmen gesammelt hat.

Einen Tag nach der Bestellung des Buchs flatterte schon die Bestätigung in mein Postfach: Mein Buch wäre fertig für den Versand. Einen weiteren Tag später wurde das Buch auch schon geliefert. Das nenne ich mal schnell! Ein wenig aufgeregt nestelte ich nervös am Karton und riss selbigen, ähnlich wie ein Kind seine Weihnachtsgeschenke öffnet, einfach auf.

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Jedes Buch wird in einem edlen, schwarzen Geschenkkarton geliefert. Darin schlummert das gute Stück in einer exakten Schaumstoffaussparung. An der Seite ragt ein kleiner Filmstreifen heraus, mit dem man das Buch hervorholen kann. Ich hatte die Option Softskin Cover gewählt. Das fühlt sich nicht nur toll an, sondern gibt dem Cover auch einen edlen, matten Glanz.

Die Fotos werden auf echtem, 0,16 mm dickem Fuji Crystal Echtfotopapier ausbelichtet. Im Endeffekt sind die Seiten dann inklusive Kleber 0,34 mm dick. Toll. Die Bindung ist eine spezielle Leporello-Bindung, durch die der sonst oft störende Mittelfalz praktisch nicht mehr vorhanden ist. Sehr schön, wenn man Fotos über beide Seiten platziert hat.

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Cinebook beschreibt das so:

Um das Beste erreichen zu können, stellen wir einen kompromisslos hohen Anspruch an unsere Premium-Fotobuch-Qualität. Deine Bilder verdienen die höchste Brillanz, Farbechtheit und Langlebigkeit. Cinebooks werden deswegen, anders als gedruckte Fotobücher, auf echtem Fotopapier ausbelichtet. Da das ohne störenden Falz möglich ist, kannst Du Deine Bilder in der gesamten Breite des Buches zeigen. Panorama-Feeling pur.

Für uns hört es aber bei der Ausbelichtung nicht auf. Zu einem Premium-Fotobuch-Erlebnis gehört ebenso die Haptik. Überzeugen die einzelnen Seiten durch die seidenmatte Oberfläche des echten Fotopapiers und sein charakteristisches Relief, wartet das Hardcover deines Cinebooks mit edler Softskin-Oberfläche auf.

Und das Beste: Fotobücher von Cinebook werden stets in einer hochwertigen Geschenk-Box geliefert. So bleibt Dein Cinebook immer gut geschützt, die Qualität erhalten und jedes Öffnen wird zu einem besonderen Erlebnis.

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Es ist wirklich eine wahre Freude, das Buch zu betrachten und durchzublättern. Allein die Dicke des gewählten Papiers vermittelt eine sehr hohe Qualität. Aber all das hat natürlich auch einen Haken: Der Spaß ist leider nicht billig. Es gibt vier verschiedene Formate, die mit folgenden Preisen zu Buche schlagen:

Cinema: 28 x 19 cm, ab 49,95 €
Lookbook: 21 x 28 cm, ab 54,95 €
Close-Up: 28 x 28 cm, ab 69,95 €
Widescreen: 42 x 28 cm, ab 89,95 €

Das sind im Vergleich zur Konkurrenz bestimmt keine Schnäppchen. Ich habe bisher aber auch kein Fotobuch in der Hand gehabt, das an diese Qualität herangekommen wäre. Lediglich Blurb würde ich noch als ähnlich gut ansehen. Da sind die Seiten aber wesentlich dünner und auch die Leporello-Bindung fehlt.

Wer also ein qualitativ wirklich hochwertiges Buch sucht, sollte sich überlegen, ob er nicht den einen oder anderen Euro mehr ausgeben möchte. Gerade, wenn man das Buch vielleicht zu einem speziellen Anlass verschenken möchte. Oder wenn man die tollen Fotos der eigenen Hochzeit in einem Buch verewigen möchte. Bei Cinebook lohnt es sich in jedem Fall.

Könnte ich Sterne vergeben, gäbe es 4,5 von 5 schicken, glänzenden Sternchen. (Das halbe Sternchen Abzug wegen der etwas hakeligen Software.)

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Cinebook für die insgesamt schnelle und unkomplizierte Abwicklung!


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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