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Posts Tagged ‘surrealen’

Die surrealen Straßenansichten Dimitris’

22 Dec

Ein Beitrag von: Dimitris Makrygiannakis

Ich kam vor dreieinhalb Jahren zur Straßenfotografie und es ist lustig, wie sich die Dinge entwickeln. Vor vielen Jahren war ich nicht anders an der Fotografie interessiert als Touristen es sind: Nur, um Fotos von meinen Ferien machen, um mich daran zu erinnern.

Vor vier Jahren habe ich mir ein Bein gebrochen und ich musste also für zwei Monate im Bett bleiben. Für einige Monate konnte ich nur sehr langsam gehen. Alles um mich herum wurde langsamer und das war das erste Mal, denke ich, dass ich die Welt mehr wie ein Fotograf wahrnahm.

© Dimitris Makrygiannakis

© Dimitris Makrygiannakis

Ich schätze mich glücklich, recht schnell den richtigen Weg gefunden zu haben. Ich trat im Mai 2010 Flickr bei und entdeckte dort die Arbeiten einiger großer Straßenfotografen. Mir war bis zu diesem Moment die Straßenfotografie nicht wirklich bewusst. Ich verliebte mich in das Genre und beschloss, dass ich gleiches tun will.

Ich arbeite als Arzt und seitdem mir die Straßenfotografie bewusst wurde, teile ich meine Tage in Arbeit, Fotografie und natürlich Zeit für meine Freundin ein. Es ist zwar anstrengend, aber mein Ziel ist es, dies so weiter zu verfolgen.

© Dimitris Makrygiannakis

© Dimitris Makrygiannakis

Überall im Internet suche ich nach Inspiration. Ich glaube nicht, das irgendjemand nur nach den Werken alter Meister schauen muss, um Ideen zu bekommen. Flickr ist ein guter Ort, um Inspiration zu erhalten, aber ich denke, es gibt dort auch viel Müll, sodass man wissen muss, was man sucht und die optischen Informationen filtern muss, die man dort erhält.

Heute bin ich auf der Suche nach mehr Symbolik und Surrealismus in meinen Fotos. Idealerweise werden zufällige Elemente aus der Umwelt kombiniert, die dann eine interessante Geschichte erzählen.

Das Erstaunlichste an der Fotografie aber ist, dass sich meine Prioritäten und Überzeugungen ständig ändern, so weiß ich nicht, was in einem Jahr sein wird.

© Dimitris Makrygiannakis

© Dimitris Makrygiannakis

Ich habe ein ernsthaftes Interesse an Indien. Im letzten Jahr war ich für vier Monate dort, um jeden Tag zu fotografieren, das ist ein Prozess. Ich glaube, es hat mir geholfen, als Fotograf reifer zu werden.

Fotografieren und vier Monate lang fokussiert zu sein, half mir, meinen eigenen Blick zu entwickeln. Ich denke, dass jeder Mensch, der die Fotografie liebt und betreibt, mindestens einmal in diesem kurzen Leben den Fokus eine Weile auf das richten soll und nur auf das – es ist ein lohnender Prozess.

© Dimitris Makrygiannakis

© Dimitris Makrygiannakis

Die klassische Definition von Straßenfotografie als ehrlicher Moment der Menschen in den Straßen scheint sich weiterzuentwickeln und ich denke, dass das großartig ist. Straßenfotografie ist Kunst und Kunst sollte sich kontinuierlich weiterentwickeln.

Ich träume von einer Welt, in der die Straßenfotografen als mehr angesehen werden, als nur die lustigen Jungs mit der Kamera in den Straßen. Menschen lachen manchmal über Dich, manchmal sind sie auch wütend, wenn Du ein Foto von ihnen machst.

© Dimitris Makrygiannakis

© Dimitris Makrygiannakis

Ich denke, es obliegt uns, den Menschen zu erklären, was wir tun. Das ist zumindest das, was ich versuche zu tun. Und ich glaube, die Menschen verstehen es und ich hoffe, die Straßenfotografie wird mit der Zeit noch mehr geschätzt werden.

Die Fotografie hat meine Sicht auf die Welt um mich herum verändert. Jetzt bin ich in der Lage, Schönheit in allem zu finden. Das ist eines der größten Geschenke, die mir das Leben gemacht hat. Ich hoffe, dass meine fotografische Reise noch lange andauern wird.

Dieser Artikel wurde von Marit Beer aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Die surrealen Gesichter von Jarek Kubicki

13 Apr

In den Bildern von Jarek Kubicki verschmelzen die Dinge miteinander. Es ist nicht mehr genau zu sagen, welche Teile der Künstler fotografiert hat, was hier gezeichnet wurde und welche Teile Fotomanipulationen sind.

Während klassische Mixed-Media-Kunst, die mit Fotografie arbeitet, gerade die Gegensätze hervorhebt, indem etwa sehr deutlich auf Fotografien geschrieben oder gemalt wird, geht Kubicki den umgekehrten Weg: Wie bei Matte Paintings bilden seine surrealen Fotomanipulationen abgeschlossene, homogene Einheiten von beeindruckender Schönheit.

© Jarek Kubicki

„Ich mache schon seit den 90ern digitale Bilder und am Anfang habe ich ganz klassisch damit experimentiert, traditionelle Kunst, digitale Malerei und Fotografie zu kombinieren“, erzählt mir der 1976 in Polen geborene Künstler, der zuerst an der Fine Arts Highschool in Gdynia seinen Abschluss gemacht hat und danach gleich noch einmal Kunst studiert hat.

„Im Laufe der Zeit hat sich mein Stil aber verändert. Es ist schwer, ihn zu beschreiben. Momentan verwende ich weniger Techniken aus der Fotomontage und versuche, mehr mit der Hand zu machen – das (digitale) Malen spielt dabei neben der Fotografie eine große Rolle.“

© Jarek Kubicki

Seine Arbeiten sind populär. Vor allem in der Metal-Szene verwenden Bands seine Bilder gern als Artworks für ihre Albenveröffentlichungen. Nebenbei macht Jarek vor allem Design. Wichtig ist ihm, dass alles von ihm selbst kommt.

„Alle Materialien, die in meinen Arbeiten vorkommen, sind ausschließlich von mir selbst: Texturen, Bilder, Pinsel. Ich verwende keine Stock-Fotos. Das ist so etwas wie meine Philosophie.“ Ein Beispiel für den Entstehungsprozess der Texturen kann man im Blog von Jarek bewundern.

© Jarek Kubicki

Das sieht nach sehr viel Arbeit aus, was es auch ist: „Der Prozess dauert viele Stunden, vor allem, wenn ich noch eine Fotosession mit einplanen muss. Die Hintergründe meiner Arbeiten sind mir vor allem auch wichtig. Ich kann stundenlang daran arbeiten, die Texturen so anzuordnen, dass sie für mich ein zufriedenstellendes Resultat ergeben.“

Es ist vor allem spannend, wie sich das Verhältnis von Fotografie und anderer Kunst in den Arbeiten von Jarek in Balance hält. „Ich habe riesigen Respekt vor Fotografie und ich sehe sie eigentlich als überlegen an“, sagt er. „Fotografie fängt einen Moment ein, eine Fotomontage rekonstruiert nur Momente.“

© Jarek Kubicki

Die finale Interpretation der Bilder bleibt dabei immer dem Betrachter überlassen: Jarek Kubickis Werke tragen keine Titel, sondern nur Zahlen, auch wenn man viel hinein- oder herauslesen kann. „Ich will den Bildern nicht meine Interpretation überstülpen, auch wenn es die natürlich gibt. Ich glaube, sie zeigen alle emotionale Zustände, Stimmungen.“

Der Rest liegt im Auge des Betrachters.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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