Tag: Rand

  • Stadt am Rand

    Ein Beitrag von: Ben Kuhlmann

    Gewohnheit kommt von Wohnen, Wohnen vom Gewohnten.

    Mit diesem Zitat von Gert Selle aus seinem Buch „Die eigenen Vier Wände“ (Form+Zweck Verlag, 2011) begann mein Interesse am Alltäglichen, dem wir in unserem Leben wenig Bedeutung zuschreiben.

    Seit Urzeiten wohnen wir Menschen in den unterschiedlichsten Formen. Das Wohnen beschreibt eine gewöhnliche Handlung, der eigentlich schon immer dasselbe Muster zugrunde liegt.

    Blick auf eine Plattenbausiedlung am Abend, am Himmel die Mondsichel

    Ein Wandschrank in einem WohnzimmerEine ältere Frau sitzt in ihrem Wohnzimmer

    Die eigenen vier Wände dienen uns seit jeher als Rückzugsort und Festung zugleich. Diesem banal anmutenden Schema habe ich in meiner Bachelorarbeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

    Wir alle sind neugierig, wie ein anderer wohnt und versuchen immer wieder Einblicke in verschiedene Wohnformen zu erhaschen. Dazu muss man nur einen Blick auf das Mittagsprogramm im Fernsehen werfen.

    Wohnblock in einer Plattenbausiedlung, im Vordergrund eine Rutsche im Sandkasten

    Ein Kühlschrank steht in einer Ecke am FensterEin junger Mann sitzt auf dem Sofa in seinem Wohnzimmer

    Reality-TV spielt oft in Eigenheimen unterschiedlichster Form, sei es Wohngemeinschaft, sozialer Wohnungsbau oder Luxusvilla.

    Allen Fernsehformaten ist gemein, dass sie zum einen unseren Voyeurismus befriedigen und uns zum anderen zeigen, wie ein jeder nach Individualität strebt und sich seine „Höhle“ nach den eigenen Wünschen und mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gestaltet.

    Blick auf einen Wohnblock hinter Bäumen

    ein Wandschrank und zwei schwarze SesselEine junge Familie auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer

    Wie aber sieht das in solchen von außen gesichtslos anmutenden Großwohnsiedlungen an der Peripherie unserer Städte genau aus?

    Dieser Frage bin ich in meiner Abschlussarbeit nachgegangen und habe exemplarisch vier deutsche Städte im Norden, Osten, Süden und Westen der Republik besucht, um das Leben und Wohnen dort zu dokumentieren.

    Meine Aufnahmen aus Bremen, Jena, München und Köln kombinieren die äußerliche Verdichtung mit dem nüchternen Blick in die Innenräume. Die Monotonie der äußeren Fassaden habe ich in der konsequenten Bildsprache der Innenaufnahmen versucht fortzusetzen. Einzig der Mensch mit seinen Interessen und Geschmäckern ist das Element, das sich in diesem Quadrat jeweils ändert.

    Blick auf eine Hochahaussiedlung am Stadtrand

    Ein Wandschrank in einem WohnzimmerEine ältere Dame mit ihren zwei Schoßhündchen auf einem Sofa mit Leopardenmuster

    Bei meinem Vorhaben erwies sich die Türschwelle auch gleichzeitig als Hemmschwelle. es war nicht einfach, als Fremder mal eben in die angesprochene „Festung“ zu gelangen.

    Man möchte sich mit seiner Zimmerdekoration präsentieren, jedoch nur gegenüber Freunden und Bekannten und nicht gegenüber fremden Neugierigen oder gar potentiellen Dieben.

    Ähnlich wie die Facebook-Pinnwand, die man vielleicht als modernes Wohnzimmer betrachten kann, so hängen in den realen Wohnzimmern Bilder von Familie und Freunden an der Wand, in den Fotoalben im Wandschrank finden sich Bilder der vergangenen Urlaubsreisen.

    Blick aus einem hohen Geschoss hinaus auf einen Wohnblock

    Ein Medien- und Bücherregal in einem WohnzimmerEin älterer Herr auf dem Sofa in seinem Wohnzimmer

    Das Wohnzimmer gibt Hinweise auf die Interessen und Persönlichkeit seiner Bewohner. Ähnlich wie die Präsentation also, wie wir sie im Internet sehen – nur eben analog.

    Der Titel meiner Arbeit spielt zum einen mit dem gängigen Klischee sozialer Randlage, genauso wie mit der Lage dieser Orte an der städtischen Peripherie.

    Blick über den Rasen auf eine Fluchttür in einer Wohnsiedlung

    Wandschrank in einem WohnzimmerEine Famile auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer

    „Stadt am Rand“ zeigt Menschen und Wohnformen fernab gängiger Klischees wie sie beispielsweise der Rapper Sido in seiner Hymne „Mein Block“ über das märkische Viertel beschreibt.

    Für mein Projekt konnte ich einige wunderbare, offene und interessante Menschen begeistern, die einen Einblick in ihre eigenen vier Wände gewährt haben.


    kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

  • Versteckt am Rand zwischen Traum und Realität

    Manchmal, wenn ich mit Künstlern in Kontakt stehe, um sie Euch hier vorzustellen, ist es spannend, zu sehen, welche Informationen sie über sich selbst preisgeben und welche verschwiegen bleiben. So wie bei der jungen polnischen Fotokünstlerin, die unter dem Pseudonym Inpluvia Tenebrae im Netz auftritt.

    Ihren echten Namen verrät sie nicht, aber viel über sich selbst und ihr Leben außerhalb der Fotografie. Sie ist Jahrgang ’93 und studiert an der Elektronischen Fakultät der Technischen Universität von Breslau, nachdem sie im letzten Jahr ihr Musikdiplom (sie spielt Violine) abgeschlossen hat.

    Die Fotografie betreibt sie als Hobby, nur für sich selbst. Sie hilft ihr, aus der Realität auszubrechen. Sie ist eine Träumerin. Fasziniert und gleichzeitig verängstigt von der sie umgebenden realen Welt. In der Fotografie kann sie alles anders aussehen lassen als es in der Wirklichkeit ist.

    Ich sehe sehr leicht fantastische, märchenhafte Elemente. Meine Bilder zeigen die Welt am Rande, die sich zwischen Traum und Realität versteckt. Dinge, die die Menschen nicht sehen, weil sie zu beschäftigt sind und zu müde, um darüber nachzudenken, wie außergewöhnlich die Welt ist.

    In ihren Arbeiten geht es oft um die Themen Einsamkeit, Anders- und Fremdsein. Sie versucht, in die dunklen Nischen der menschlichen Natur vorzudringen. Wie man sieht, unternimmt sie oft Ausflüge in verschiedene experimentelle Techniken, um Bilder mit ungewöhnlichen Effekten zu erzielen.

    Mit dieser Philosophie erschafft sie eine eigene, fast schwarzweiße Welt aus Portraits, Straßenaufnahmen, surrealen Waldszenen und geradezu ätherischen Aufnahmen von namenlosen Heiligen und Details im Dunkel.

    a sad song of the tall trees © Inpluvia Tenebrae

    potwory nie ludzie © Inpluvia Tenebrae

    alewdomunajlepiej © Inpluvia Tenebrae

    beauty can't be seen © Inpluvia Tenebraemy favorite things © Inpluvia Tenebrae

    © Inpluvia Tenebrae

    still haunting me © Inpluvia Tenebrae

    from distant worlds © Inpluvia Tenebrae

    his house © Inpluvia Tenebraejourney © Inpluvia Tenebrae

    who we are © Inpluvia Tenebrae

    kosmki © Inpluvia Tenebrae

    prelude in c minor © Inpluvia Tenebrae

    ideulicami © Inpluvia Tenebraedotwarzyci © Inpluvia Tenebrae

    between dream and reality © Inpluvia Tenebrae

    white spaces © Inpluvia Tenebrae

    wietrznie niespokojny © Inpluvia Tenebrae

    Inpluvias Bilder findet Ihr bei deviantART sowie auf ihrem Tumblr und Blogspot. Außerdem betreibt sie zwei weitere Blogspots mit interessanten Eindrücken aus den polnischen Städten Brzeg und Breslau.


    kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

  • Paul Rand Wisdom to Live By For Artists

    Paul Rand was an incredible American graphic designer and in this video he shares some of his wisdom that is easily applicable to other art forms including photography. I highly recommend watching this video multiple times as he talks about the confusion created by some teaching efforts versus just creating (10 min), solving complex problems with simplicity, and his view on the merits of interactivity in design .

    My favorite quotes:

    Don’t try to be original. Just be good.
    – Paul Rand

    Very fitting to hear this this week as I just conveyed the same sentiment to a friend who is in a rut. My broader recommendation to my friend  throw it all to the wind and take photos you like just to get out and get one’s creative juices flowing. More simply put by Mr. Rand…

    If you think it’s good, you feel good
    – Paul Rand

    Now I need to rewatch this again.

    Technorati Tags: art, design, Paul Rand, photography

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    Paul Rand Wisdom to Live By For Artists

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    JMG-Galleries – Jim M. Goldstein Photography