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Posts Tagged ‘Musik’

Wenn Liebe zur Musik sichtbar wird

18 Apr

Ein Beitrag von: Grit Siwonia

Es ist für mich besonders, Musiker zu fotografieren. Meine Liebe zur Musik war vor der Liebe zu den Bildern da. Vielleicht musste ich Elif treffen. Ich mochte ihre Stimme schon sehr lang. Wir trafen uns – erst ohne Kamera. Erzählten und lachten und liefen durch die Straßen. Ich wollte sie genauso fotografieren, wie sie singt. Mit Melancholie und Leichtigkeit zugleich.

An einem warmen Oktobersonntag trafen wir uns bei ihr daheim. Wie immer hatte ich vorher keine Idee von dem, was ich wirklich machen würde. Ich kannte nur die Grundstimmung der Bilder. Wir tranken Tee und hörten Olafur Arnalds. Da war sie wieder – die Melancholie.

In meiner Idealvorstellung vom Fotografieren nimmt man mich nicht wahr. Manchmal wünsche ich mir eine Kamera, die von den Menschen, die ich fotografiere, nicht gesehen werden kann. Dann könnten wir reden und lachen und tanzen und weinen und alle Bilder wären echt. Vielleicht fotografiere ich deshalb gern durch Scheiben. Weil es ein bisschen wie unsichtbar sein ist.

© Grit Siwonia

© Grit Siwonia

© Grit Siwonia

© Grit Siwonia

© Grit Siwonia

© Grit Siwonia

© Grit Siwonia

© Grit Siwonia

Wie so häufig entstehen die besten Bilder am Schluss. Es wurde ganz, ganz langsam dunkel. Wir kletterten auf ein Berliner Dach. Schornsteine, Krane, ein Stück näher am Himmel. Elif tanzte – im Wind, mit dem Wind. Anmutig und ein bisschen traurig zugleich. Und ich wusste schon beim Auslösen, dass ich diese Bilder lieben würde – weil sie das sind, was ich fühle.

Ich bin wieder und wieder dankbar für das Vertrauen der Menschen vor meiner Kamera. Und ich bin dankbar für die Momente, die wir teilen dürfen. Und die man sich ins Gedächtnis rufen kann, wenn man die Bilder anschaut – und dazu Olafur Arnalds hört.

Ich werde nicht vergessen, wie es sich anfühlt, auf einem Berliner Dach zu stehen und genau so frei zu sein wie der Vogelschwarm über einem.

Danke, Elif.


kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

 
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Die Farben der Musik

22 Jan

Ein Beitrag von: Christopher Wesser

Hi, mein Name ist Chris und ich bin Musiker… Nein. Halt. Nochmal. Hi, mein Name ist Chris und ich bin Fotograf. Ach, eigentlich trifft beides zu, was wohl auch der Grund dafür ist, warum ich mich am wohlsten fühle, wenn ich Musiker vor meiner Kamera habe.

Anders kann ich’s mir jedenfalls nicht erklären, dass mein bisheriger fotografischer Werdegang mich von Natur über Lifestyle bis hin zur People-Fotografie und nun zurück zu meinen kreativen Wurzeln geführt hat: Zur Musik.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Aber warum eigentlich genau dieses Feld der Fotografie? Irgendwie hat die Musik schon immer eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. Schon mein Vater ist ein sehr begnadeter Akkordeon-Spieler, was er eigentlich an mich weitergeben wollte. Ich bin dann aber doch bei der Gitarre gelandet und habe mich jahrelang durch unzählige Bands gespielt und entsprechend viele Musiker kennen gelernt.

Habe mir ihre Marotten angeeignet und mich nächtelang in Proberäumen einem gesundheitsgefährdend extremen Gemisch aus Schlagzeug, Gitarre, Rauch und Alkohol ausgesetzt. Ich spielte unter freiem Himmel vor Hunderten von jubelnden Leuten und in winzigen Clubs vor nicht einmal zehn Menschen, die mir gelangweilt zusahen, während ich auf der Bühne an meinen sechs Saiten zupfte.

Mein Instrument fiel in den ungünstigsten Momenten während eines Auftritts aus und einmal habe ich sogar einen Begeisterungskuss geerntet, als ich von der Bühne gekommen bin. Zusammengefasst: Ich konnte in den letzten zwölf Jahren einige sehr extreme Hochs und Tiefs zusammen mit meinen Mitmusikern erleben und sowas schweißt zusammen.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Zu einem immer wiederkehrenden Tief gehört definitiv das Thema Bandfotos. Vor einigen Jahren war ich selbst noch der, der mit seinem Instrument in der Hand unbeholfen vor der Kamera stand und nicht so genau wusste, wie man sich als Band eigentlich präsentieren will oder soll. Und irgendwie kommt diese Erinnerung als Flashback doch jedes Mal wieder, wenn ich meine Kamera in Richtung eines Musikers halte.

Vor allem, wenn man die Bands und Künstler fragt, was sie sich eigentlich so für Fotos vorgestellt haben und dann nur ein Schulterzucken bekommt. In günstigen Fällen erhält man noch vage Umschreibungen wie „soll nicht so aufgesetzt wirken“ oder „auf jeden Fall irgendwo draußen“. Da wird man als Fotograf schnell zum Creative Director, was für mich persönlich heißt, dass ich mich weiter mit der Musik der Gruppe auseinandersetzen muss, um Stimmungen und Themenfelder herauszuhören, die man in Fotoshootings umsetzen kann.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Das wirklich Positive dabei: Für Musiker gibt es kein „das ist mir jetzt doch irgendwie zu künstlerisch“. Je abgefahrener die Ideen des Fotografen sind, desto besser. Irgendwie muss man sich ja abheben. Immerhin sind die Fotos meistens das Erste, was man von so einer Band sieht. Sogar noch bevor man überhaupt die Musik gehört hat.

Da muss man schon mit einer gewissen Feinfühligkeit an die Sache rangehen, damit sich der Betrachter der Bilder in etwa vorstellen kann, was musikalisch auf ihn zukommt. Man versucht sozusagen, aus Musik und Bildern ein einheitliches audiovisuelles Ganzes zu erschaffen, das bestenfalls in allen Adjektiven übereinstimmt.

Wenn ich mir die Musik der Bands anhöre, dann schreibe ich einfach die Stichworte mit, die mir in dabei in den Sinn kommen: „freundlich, minimalistisch, akustisch, natürlich“ und schon ist mein Moodboard für das Shooting fertig. Meistens reicht der Band dann auch nur ein kleiner Funke oder eine ungefähre Idee. So eine Gruppe aus Musikern entwickelt sehr schnell eine starke Eigendynamik, das ist bei einem Fotoshooting dann durchaus vergleichbar mit einer Bandprobe.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Der eine wirft einen Begriff in die Runde, der andere findet einen kaputten Schirm am Straßenrand und schon formiert sich die ganze Band, um darunter zu posieren, so wie sie sich auch im Proberaum musikalisch nur einzelne Bruchstücke zuwerfen, um daraus ein großes Ganzes zu machen. Diese Art des kreativen Flusses ist für People-Fotografen erstrebenswert, aber rar.

Vor allem die Arbeit mit fremden Modellen ist mit einer gewissen Distanz behaftet, die es nur sehr beschränkt zulässt, außergewöhnliche und neue Ideen anzugehen. Arbeitet man mit Musikern, die sich ständig in der Situation des gemeinsamen kreativen Schaffens befinden, kann man sich als Fotograf ab einem gewissen Punkt einfach zurücklehnen und die Show genießen.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Der Einblick in diese beiden kreativen Felder hat mir außerdem so einige Überraschungen beschert. Im Endeffekt kann man sagen, dass sich Musiker von Fotografen nur in ganz kleinen Nuancen unterscheiden. Eigentlich ist nur das Werkzeug und das Endprodukt unterschiedlich, aber sämtliche Elemente und Vorgehensweisen dazwischen liegen gespenstisch nah beieinander.

Als ich das erste Mal ernsthaft mit einem Modell zusammen gearbeitet habe, mit der Absicht, eine repräsentative People-Strecke zu produzieren, konnte ich irgendwie wieder diese Nervosität spüren, die ich hatte, als ich das erste Mal mit meiner Gitarre auf einer Bühne stand. Nicht umsonst hört man viele englischsprachige Fotografen auch sagen „I had a gig“, wenn sie von einem Shooting reden.

Faktisch tun beide Künstlergruppen auch das Gleiche: Es werden Stative aufgebaut und dabei beschwert man sich schon über zu wenig Platz oder darüber, dass die Kälte einem die Finger einfriert. Wenn ganz viel Budget dahinter steckt, hat man sogar noch die Möglichkeit, bevor es losgeht einen ordentlich Licht- bzw. Soundcheck zu machen und wenn’s dann ernst wird, wundert man sich, warum plötzlich alles anders ist als beim Testen.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Lauter Leute schauen einen gespannt an und hoffen, dass man etwas Außergewöhnliches zeigt. Man hofft auf guten Sound (oder Licht) und dass die Technik nicht streikt. Und wenn dann doch die Technik streikt, gibt man dem unfähigen Assistenten die Schuld, der irgendeine Verkabelung verbockt hat.

Außerdem gibt’s da immer – also wirklich immer – diesen alten, grauhaarigen Mann mit der braunen Anzughose und dem Bierbauch, der eigentlich nur zum Zuschauen gekommen ist, aber das, was man da als Künstler tut, schon ungefähr 128 Jahre länger und vor allem besser macht und der befürchtet, dass man ohne seine Tipps und sein Reinreden so gar nichts Vorzeigbares zustande bringen wird. Wo kommt der eigentlich immer her? Hat der kein Zuhause?

Wenigstens kann man den Veranstaltern bzw. Kunden nicht vorwerfen, sie würde sich nicht um uns kümmern. Ich habe bisher weder als Livemusiker noch als gebuchter Fotograf für mein Essen oder Getränke zahlen müssen.

© Christopher Wesser

© Christopher Wesser

Die Entdeckung dieser Parallelen hat mir in der Fotografie so manche Türen geöffnet und vieles einfacher gemacht. Sowohl als Künstler als auch als Musiker kommt man einfach unausweichlich immer wieder an einen Punkt, an dem man das eigene Schaffen hinterfragt. Sowohl bezüglich Sinn als auch Qualität. Diese Phase kann einen ganz schön aus der Bahn werfen oder sogar zum Aufgeben bringen.

Meine Erfahrung als Musiker hat mir dabei geholfen, diese Hürden in der Fotografie immer wieder zu überwinden. Ich hatte bereits oftmals erfahren, dass kreative Tiefs kein Dauerzustand sind und man sich einfach durchkämpfen muss. Ich wusste immer, dass es, wenn es bergab geht, auch irgendwann wieder bergauf geht. Vielleicht sogar noch viel steiler, als man es erwartet hätte.

Es hat sich bisher sowohl fotografisch als auch musikalisch immer gelohnt, am Ball zu bleiben, zu üben, die Zähne zusammen zu beißen, sich nicht zu viel reinreden zu lassen und vor allem offen zu sein. Offen für alles. Für jede Inspiration, jeden neuen Denkansatz und für jede neue Lektion. Denn auch nach 13 intensiven Jahren habe ich an der Gitarre noch lange nicht ausgelernt und genau so wird auch beim Fotografieren sein.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Die perfekte Musik zur Bildbearbeitung

08 Feb
Konzert

Freunde der Fotografie, die Sonne scheint und das Wetter lockt uns vor die Türe, nicht nur, um Licht zu tanken. So entstehen nebenbei oder gezielt frische Aufnahmen, die dann am Rechner zugeschnitten und bearbeitet werden wollen.

Minimalisten schalten Musik aus, andere sehen Bildbearbeitung als Grund, erst recht den Kopfhörer aufzusetzen und die Ohren freudig beschallen zu lassen.

Die Jazzer unter uns sehen mit dem Start von Lightroom  die Chance, mal wieder eine alte Platte aufzulegen und sich von bluesigen Sounds mit einem Glas Burgunder an ihren fotografischen Ergüsse zu freuen. Andere mögen es gerne klassisch und lassen mit Sinfonien von Mahler oder einem melancholischen Requiem Klänge Inspiration einfließen. Soundtracks sind soweit ich weiss nicht gerade unpopulär und so kommt Hans Zimmer auch mal wieder zum Zuge.

Wie auch immer, Geschmack ist nicht Frischkäse und darüber lässt sich bekanntlich streiten. Oder auch nicht.

Wir haben jedenfalls letzte Woche auf unserer Facebook-Page eine Umfrage gemacht, die auf rege Resonanz traf. Das hat uns dazu bewogen, die Sache nach draussen zu tragen, respektive hierhier.

Welche Musik hört ihr aktuell besonders gern, wenn ihr Fotos bearbeitet?

Nennt mal Eure Top 3 Bands/Künstler, die grade Eure Aufmerksamkeit genießen. Bitte nicht mehr als 3, schließlich wollen wir uns ja auch einwenig umhören, nicht war?

Na dann schießt mal los! Auf dass wir alle viele neue Bands kennenlernen zum Fotos bearbeiten.

Werbung > 2TB Western Digital externe Festplatte für nen knappen Hunni 😉


KWERFELDEIN | Fotografie Magazin

 
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