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Posts Tagged ‘Magie’

Lina Scheynius und die Magie

07 Apr

Ein Beitrag von: Lina Scheynius

Ich habe es schon immer geliebt, Bilder zu machen. Meine erste Leidenschaft war das Malen und später tastete ich mich an die Fotografie heran. Im Alter von zehn Jahren bekam ich die erste Kamera von meinem Vater.

2006 entschied ich mich, Flickr beizutreten und veröffentlichte ein paar intime Bilder von meinem Ex-Freund und mir. Meine Arbeiten wurden recht schnell bekannt. 2008 wurde eine Werbeagentur auf mich aufmerksam und ich Teil der Christophe Guye Gallerie in Zurüch. All das passierte Dank dem Internet.

Warum fotografiere ich? Es macht mich einfach glücklich. Außerdem kann ich damit mittlerweile Geld verdienen, um die Welt reisen und Dinge sehen, die ich mit einem normalen Job nie gesehen hätte.

© Lina Scheynius

© Lina Scheynius

Doch meine Hauptmotivation ist die Freude, die ich daraus ziehe. Ich genieße es sehr, spontan zu sein. Am liebsten möchte ich die Leute in meinen Bildern nicht dirigieren. Sie sollen sein, wie sie sind. Aber ich mache auch Ausnahmen. Manchmal sage ich der Person, sie soll sich in ein schönes Licht stellen oder andere Dinge tun. Ich bin also nicht komplett gegen dirigierende Kommunkation.

Wenn sich das Fotografieren wie gemeinsames Arbeiten anfühlt und die Menschen etwas zum Bild beitragen, auf das ich alleine nicht gekommen wäre, fühle ich mich besonders wohl.

© Lina Scheynius

© Lina Scheynius

Manchmal unterhalte ich mich sehr lange mit den Leuten, und dann ist es, als ob wir gemeinsam Zeit verbringen; und sie können die Kamera vergessen. Ich fotografiere hauptsächlich analog. Meine Lieblingskamera ist die Canon A2, wobei sie sicher einen anderen Namen in Europa hat.

Das alte Zoom-Objektiv, das ich mit 18 bekam, benutze ich immer noch. Es ist eigentlich für die Tonne, doch ich kann nicht davon lassen. Meine Bilder bekommen dadurch einen ganz bestimmten Look. Das mag ich. Mit Kamera und Stativ habe ich alles, was ich brauche.

Ich fotografiere gern mit natürlichem Licht oder Blitz. Und mag es, beweglich zu bleiben. Ich glaube nicht, dass ich sagen kann, großartige Hochs oder Tiefs mit der Fotografie erlebt zu haben. Ich bin einfach glücklich damit.

© Lina Scheynius

© Lina Scheynius

Jedoch war es für mich überhaupt nicht leicht, mit der plötzlichen Popularität meiner Bilder umzugehen. Denn diese sind privat und intim. So stürtzte ich in ein ordentliches Tief. Fühlte mich unfrei beim Fotografieren. Ich spürte die ständige Gegenwart der Leute, die meine Bilder online angucken würden und das machte mich verlegen.

Das alles abzuschütteln, war schwer. Ich musste mir vor Augen halten, dass meine Fotos nach dem Klick nicht sofort angesehen würden. Und ich mich jederzeit dagegen entscheiden konnte, ein Foto zu veröffentlichen.

© Lina Scheynius

© Lina Scheynius

Ich bin am glücklichsten, wenn ich etwas Neues entdecke. Etwas Magisches. Zeit mit meiner Kamera zu verbringen, das liebe ich. Sie ist wie eine alte, liebe Freundin, die mich durch mein Leben begleitet.

Dieser Artikel wurde von Martin Gommel für Euch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


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Die Magie der Pflanzen

23 Jan

Nicht vielen Fotografen gelingt es, die abstrakte Schönheit von Pflanzen und der Natur so einzufangen wie Iwona Drozda-Sibeijn. Ihre Arbeiten zeigen diese Magie in den kleinen Details, die jeder kennt, der gern mit einer Kamera und einer Makrolinse durch Wald und Wiesen zieht.

in Seclusion © Iwona Drozda-Sibeijn

Die Vorliebe für die Motive ihrer Fotografie entwickelte sich bei Iwona schon zeitig. „Meine frühe Kindheit habe ich auf der Farm meiner Großmutter verbracht“, erzählt die Künstlerin, „als ich in die Stadt gezogen bin, wurde mir klar, wie wichtig das eigentlich für mich ist. Ich liebe die Erscheinungsformen der Natur, die Stille, Komplexität und Unvorhersehbarkeit, man kann sie in jeder Lichtstimmung einfangen, was mir als Fotografin natürlich endlose Möglichkeiten gibt.“

red blessing © Iwona Drozda-Sibeijn

Dabei gilt ihre Liebe sogar zuallerst den Pflanzen und nicht der Kunst, was sich in Bildern widerspiegelt, die einen sehr präzisen, aber seine Motive auch sehr liebenden Blick offenbaren: „Ich mag es sogar lieber, wenn ich im Wald rumlaufen und die Dinge angucken kann, als sie zu fotografieren. Es ist natürlich am besten, beides gleichzeitig zu tun, aber das ist ein endloser Konflikt.“

sentient © Iwona Drozda-Sibeijn

Vor einigen Jahren zog die gebürtige Amerikanerin in die Niederlande und gründete mit ihrem Mann eine eigene Firma, in der sie Design und Fotomanipulation professionell betreibt. „Ich lerne gern neue Dinge“, sagt sie, „am Anfang habe ich mich auf meine fotografischen Fähigkeiten konzentriert. Dann lernte ich, meine Szenen besser zu präsentieren und Komposition wie Diptycha und Triptycha zu machen. Zur Zeit mache ich viele CD-Artworks für andere Künstler und der nächste Schritt wird wohl zu Motion Graphics gehen.“

inEvitable © Iwona Drozda-Sibeijn

Iwona differenziert in ihrer Arbeit aber strikt zwischen Fotomanipulation, Design und der reinen Fotografie. „Das ist wichtig, dass ich die beiden Facetten meiner Arbeit trenne. Ein Foto würde ich nie auf dieselbe Art bearbeiten, zum Beispiel keine Elemente entfernen, den Kopierstempel verwenden oder Dinge einbauen, die nicht da waren. Ich könnte das leicht tun, aber es würde sich falsch anfühlen.“

In ihren Naturbildern verändert sie Details, Farben, man könnte fast sagen, dass sie den Pflanzen eine Schönheitsretouche verpasst. „Ich verbringe viel Zeit damit, die Fotos in die Form zu bringen, in der ich sie präsentieren will. Farben, Vingetten und solche Sachen, in diesem Prozess verwerfe ich auch viele Bilder. Die Details sind mir sehr wichtig, wahrscheinlich sogar zu wichtig. Oft lasse ich die Bilder erst einmal liegen und schaue sie später wieder an. Ich bin Perfektionistin und veröffentlich nur sehr wenig von meiner Arbeit.“

injection © Iwona Drozda-Sibeijn

Der niedrige Zahl an Veröffentlichungen und das Streben nach den besten Bildern zahlen sich am Ende aus: Die machmal auch etwas düstere, aber immer sehr kraftvolle, fast magische Bejahung des Lebens in seinen pflanzlichen Erscheinungsformen in den Bildern von Iwona Drozda-Sibeijn ist einen zweiten, dritten und vierten Blick wert.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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