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Posts Tagged ‘Leidenschaft’

Analoge Fotografie aus Leidenschaft

05 Sep

Ein Beitrag von: Daniel Schöps

Von fast allen geliebt, von vielen gehypt, aber nur von wenigen angewendet.

– Analoge Fotografie – Ari und ich mittendrin.

Was soll das Ganze hier? Im Prinzip möchte ich Euch meine Sammlung analoger Kameras vorstellen. Und das anhand von Fotos, die ich mit diesen Kameras von Ari gemacht habe. Als wir uns damals kennenlernten, stand sie bereits hauptberuflich, vor allem aber mit Leidenschaft, als Modell vor der Kamera.

Jedes unserer gemeinsam entstandenen Werke wird von mir immer mit dem benutzten Kameramodell in der Beschreibung veröffentlicht. Denn jeder Apparat hat seine eigenen kleinen Besonderheiten und diesen Charakter findet man auch in den Fotos wieder. Ich möchte auf diese Weise meine alten Schätzchen in den Vordergrund holen und vielleicht sogar etwas Interesse an der Technik schüren.

Zeiss Ikon Ikonta © Daniel SchöpsZeiss Ikon Ikonta  © Daniel Schöps

Kamera: Zeiss Ikon Ikonta

Denn das ist es, was mir an der analogen Fotografie so gut gefällt: Der Umgang mit diesen wundervollen alten Fotoapparaten und beim Bild die Reduktion auf das Wesentliche. Deswegen nutze ich auch am liebsten Schwarzweiß-Filme wie den Kodak Tri-X oder den Ilford HP5 Plus. Und je älter die Kamera ist, umso mehr Spaß macht mir das Fotografieren mit ihr.

Eines meiner absoluten Lieblingstücke ist die Zeiss Ikon Ikonta M (Mittelformat 6×6) aus den 30er Jahren, die auch rege von mir genutzt wird. Im Kleinbild-Bereich tendiere ich stark in Richtung Osten. Meine 4 Prakticas sind mehr sehr ans Herz gewachsen und es geht nichts über das Kalaschnikow-artige Auslösegeräusch einer Zenit ET. Als perfekte Reise- und Streetkamera hat sich aber die Yashica FX3 Super herausgestellt. Klein und kompakt, aber mit überragender Verarbeitung und toller Abbildungsleistung.

Praktica Super TL1000 © Daniel SchöpsYashica FX3 © Daniel Schöps

links: Praktica Super TL1000; rechts: Yashica FX3

Allerdings war aller Anfang schwer. Das Wort Leidenschaft beinhaltet ja ganz klar das Wort „Leiden“. Meine Leidenschaft zur analogen Fotografie begann im jugendlichen Alter, als ich eine Zeiss Ikon Contessa und eine Praktica SuperTL1000 als Familienerbstücke geschenkt bekommen hatte und nicht wusste, wie sie funktionieren.

So wanderten sie erst einmal in die Vitrine und sahen gut aus. Zum Glück blieben sie dort nicht lange und nach vielem Rumprobieren kamen dann auch tatsächlich Fotos dabei raus. Die waren weder gut noch künstlerisch wertvoll. Und aufgrund der defekten Belichtungsmesser auch entweder zu dunkel oder zu hell. Wie gesagt, mehr Leiden als Leidenschaft.

Praktica MTL5B
Kamera: Praktica MTL5B

Auch wenn mich die Lehrer in der Schule immer als lernresistent charakterisiert haben: Im Laufe der Jahre hatte ich mich weiter in die Thematik eingearbeitet und nach und nach den Umgang mit der analogen Technik erlernt.

Eine regelrechte Eigendynamik hat das Ganze aber erst nach dem ersten Shooting mit Ari bekommen. Nachdem ich die Dias abgeholt und gescannt hatte, gab es kein Zurück mehr. Das war es, wonach ich immer gesucht hatte. Blinker links und Überholspur!

Seitdem sind wir beide vor und hinter der Kamera ein perfektes Team. Viel Spaß mit den Fotos – alle analog und alle mit viel Leidenschaft. Nur jetzt ganz ohne Leiden!

Das Titelbild entstand mit einer Zeiss Ikon Contessa.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Leidenschaft Straßenfotografie

06 Aug

Ein Beitrag von: Garry Semetka

Ich bin ein Australier in Deutschland. Etwas, das ich mir vor vielen Jahren niemals hätte denken können. Und jetzt lebe und arbeite ich bereits seit 15 Jahren in Deutschland. Es war nicht geplant. Ich arbeitete für eine kurze, begrenzte Zeit und traf jemanden, der mein Leben veränderte. Diese Person ist jetzt meine Frau.

Während dieser Zeit in Deutschland habe ich mich mit der Event-Fotografie beschäftigt. Meine Frau arbeitet in der Tanzbranche und ich konzentriere mich auf Tanzveranstaltungen und die Werbung. Es ist Arbeit. Angenehm, aber dennoch Arbeit.

Meine persönliche Leidenschaft gilt der Straßenfotografie. Mein Oase. Etwas, das ich für mich selbst tue. Ich kann nicht mehr genau sagen, wie oder wann es mich gepackt hat. Es hat sich irgendwie entwickelt. Ich habe mich schon immer für Menschen interessiert, wie sie miteinander und in ihrer Umgebung interagieren.

In meiner Rolle als Beobachter des Lebens, der es genießt, zu Fuß durch die Städte zu laufen, war der Auslöser der Moment, als ich begann, meine Kamera mit mir zu nehmen. Es war eine logische Entwicklung.

Straßenfotografie © Garry Semetka

Ich glaube, die Tatsache, dass ich von einem Land am anderen Ende der Welt komme und jetzt in Europa lebe, hilft mir, das Leben anders zu sehen. Ich sehe die Dinge weder als Tourist noch als Einheimischer, sondern auf einer Ebene dazwischen. Ich nehme die Kultur und die Interaktionen aus dieser Perspektive wahr.

Meine Vorliebe gilt der Schwarzweiß Fotografie. Sie erlaubt die Konzentration auf die Schlüsselelemente und minimiert Ablenkungen. Es vereinfacht das Bild auf das Wesentliche.

Die Dinge, nach denen ich auf meinen Stadtspaziergängen Ausschau halte, sind interessante oder ungewöhnliche Licht- und Schattenspiele, Kontraste, Texturen, Muster, Formen und natürlich Menschen, ihr Ausdruck, ihre Interaktionen und Körpersprache.

Straßenfotografie © Garry Semetka

Ich gehe mit einer offenen Einstellung auf meine Stadtspaziergänge. Ich habe normalerweise keinen vorgefertigten Plan der Bilder, die ich machen möchte. Es gefällt mir, wenn die Momente oder Situationen unerwartet geschehen. Dennoch ist es oft möglich, interessante Momente mitzuerleben, wenn man aufmerksam die Aktivitäten der Leute um einen herum verfolgt.

Wenn die Zeit reicht, erwäge und plane ich die Komposition einer Szene. Aber meistens geschehen die Dinge auf der Straße so schnell, dass ich instinktiv fotografiere. Komposition passiert dann unbewusst, je mehr Erfahrung man in diesen Situationen sammelt und wird intuitiv. Man bekommt ein Gefühl für die Komposition und das Fotografieren wird zum Reflex.

Straßenfotografie © Garry Semetka

Zu Beginn meiner Straßenfotografie habe ich eine ziemlich große DLSR benutzt. Das war auffällig und schwer, sie den ganzen Tag herumzutragen. Jetzt fotografiere ich mit einem Vollformat-Rangefinder mit 35mm-Objektiv. Es ist weitaus praktischer und wirkungsvoller. Ich fotografiere im manuellen Modus, mit variierender Belichtungszeit oder ISO. Ich lasse die Blende auf einer bestimmten Einstellung und lege den Fokus vorher fest.

Das Fotografieren in zahlreichen Ländern und Kulturen bringt unterschiedliche Möglichkeiten, Bedingungen oder Einschränkungen mit sich. In Australien, England und Amerika etwa ist es weitaus einfacher, Leute in der Öffentlichkeit zu fotografieren, als in Ländern wie Deutschland und Frankreich mit einem ausgeprägten Schutz der Privatsphäre.

Straßenfotografie © Garry Semetka

Beim Fotografieren frage ich nicht um Erlaubnis, weil ich die Szene nicht stören möchte oder weil die Zeit dazu fehlt, da der Moment sich so schnell ereignet. Es kann dadurch zu Konflikten in Ländern wie Deutschland und Frankreich kommen. Mein Weg, um dies zu vermeiden, ist das Fotografieren mit einem Monopod.

Die Leute scheinen einer Person, die ganz natürlich mit einem Monopod unterschiedliche Szenarien beobachtet, nicht so viel Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn ich eine interessante Stelle mit Möglichkeiten zum Fotografieren finde, halte ich an, bereite mich vor und warte. Es ist sehr einfach, die Kamera mit Hilfe des Monopods in unterschiedliche Richtungen zu drehen und Momente festzuhalten.

Straßenfotografie © Garry Semetka

Ein Tag Straßenfotografie bedeutet viele Kilometer des Laufens und Ausschauhaltens nach besonderen Momenten und interessanten Schauplätzen. Der beste Weg, eine Stadt kennenzulernen, besteht darin, durch ihre Straßen zu laufen. Während eines Tages auf den Straßen nehme ich Hunderte von Fotos auf, davon bleiben aber oft nur ein oder zwei übrig, die ich dann wirklich verwenden möchte.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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Leidenschaft: Retusche

03 Jan

Ein Beitrag von: Anzhelika Zandt

Nachdem ich einige Zeit mit meinem Hobby „Modeln“ verbracht hatte, wollte ich unbedingt auf die andere Seite der Kamera wechseln und mich dem Fotografieren widmen. Anfang 2012 beschloß ich also zu fotografieren, merkte jedoch schnell, dass eine gute Kamera leider nicht so günstig ist und ich dafür erst noch Geld sparen müsste.

Um die Zeit aber effektiv zu nutzen, startete ich im März 2012 das Retuschieren. Über unzählige Videotutorials und sehr viel Üben fand ich relativ schnell Gefallen an der Sache und der bisherige Erfolg bestätigt meine Leidenschaft.

Meine Spezialgebiete sind die Bereiche Beauty und Fashion und hier vor allem die Hautretusche für High-End-Projekte. Für mich ist jedes Bild eine Art Kunstwerk und ich versuche, mich vom Bild inspirieren zu lassen, bevor ich starte. Zudem kommen natürlich noch andere Einflüsse wie Kundenwünsche oder angestrebte Looks, die mit in meine Arbeit einfließen.

Ich arbeite ausschließlich mit Photoshop und verwende hier alle notwendigen Techniken, die mich meinem Ziel näher bringen. Am meisten arbeite ich mit Dodge & Burn und verwende hier verschiedene Varianten.

Makellose Haut ist mir sehr wichtig. Es kommt natürlich auch auf die Qualität des Bildes an, aber im Idealfall sollten alle meine Arbeiten das Potential haben, in einem High-Class-Magazin oder als Werbeplakat gedruckt zu werden.

Fast jeder hat mal ein paar Pickel und Hautunreinheiten, die sicherlich nicht schlimm sind. Für die meisten Werbezwecke wird allerdings sehr viel Wert auf eine perfekte Haut gelegt, die trotzdem natürlich aussieht. Das setze ich bei meinen Arbeiten um. Auch, weil es mir persönlich so besser gefällt.

Dies lässt sich nicht mit dem Einsatz von Filtern erreichen, weshalb bei der Hautretusche die meiste Zeit benötigt wird. Wichtig ist mir allerdings auch, nicht alle „Störfaktoren“ zu beseitigen, da die Haut sonst zu plastisch und unecht wirkt.

Für eine gute Hautretusche – und auch Retusche im Allgemeinen – braucht man neben viel Übung und Geduld vielleicht auch mal den einen oder anderen guten Tipp, den man sich von den diversen DVDs am Markt holen kann. Eine konkrete Empfehlung für ein Videotutorial ist Natalia Taffarel – High End Retouching.

Da ich mittlerweile sechs Tage pro Woche 10 – 12 Stunden am Tag mit Bildbearbeitung beschäftigt bin, fehlt mir etwas die Zeit, mich verstärkt der Fotografie zu widmen. Ich arbeite mit Fotografen aus ganz Europa, Israel, Südafrika und den USA zusammen. Glücklicherweise ist die Anzahl der Anfragen und das Interesse an meiner Arbeit recht hoch.

Das Thema Fotografie ist für mich allerdings vorerst nur aufgeschoben. Sobald es die Zeit zulässt, werde ich mich diesem Bereich widmen und hier eigene Ideen realisieren.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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