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Posts Tagged ‘Landschaften’

Menschen und Landschaften

05 Jun

© Daniel Ernst

Ein Beitrag von: Daniel Ernst

Neuseeland – meiner Meinung nach das Paradies für Landschaftsfotografen. Welches Land gibt einem sonst die Möglichkeit, aus Strandlandschaft, Regenwald, Gletscher oder hochalpinen Bergketten in nur wenigen Minuten bis ein paar Stunden Fahrt auszusuchen?
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Landschaften

09 Apr

Rosa Wölkchen und ein See

Ein Beitrag von: Daniel Book

Auf dieses Zitat des Theologen Hans Joachim Iwand stieß ich während einer Hausarbeit im Fach evangelische Theologie. Es ließ mich über meine eigene Fotografie und mein Verhältnis zur Natur nachdenken.
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Subjektive Landschaften

07 Nov

Ein Beitrag von: Kathrin Loges und Jan D. Wunderlich

Warum fotografieren wir Landschaften? Was fasziniert uns derart an der Landschaftsfotografie, dass wir unermüdlich die Natur erkunden und in Fotografien festhalten wollen?

Die fotografische Darstellung einer Landschaft basiert nicht allein auf einer bildhaften Wiedergabe einer vorgefundenen Landschaft, sondern sie ist die subjektive Sicht einer Situation und Ergebnis einer aktiven Wahrnehmung eines Raumes. Dabei kann diese individuelle Fokussierung auf einen spezifischen Ausschnitt einerseits diesen betonen, andererseits gerade auch auf Dinge und Zustände verweisen, die nicht abgebildet sind.

Die Masse an Möglichkeiten der subjektiven Wahrnehmung und Fokussierung sowie unterschiedlicher Deutungsprozesse eröffnet vielfältige Kontexte der Natur, so dass die fotografische Abbildung von Landschaften immer wieder Neues hervorbringen kann und die persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik Landschaft nie zu Ende geht.

Bäume in einem nebligen Wald.

Baum in einem nebligen Wald, Rinde nah zu sehen.

Besonders faszinieren uns fragile Fragmente menschlicher Existenz auf den Portraits von Natur und Landschaft; diese geben dem abgebildeten Raum eindrücklich die Bedeutung von Landschaft als eine kulturhistorische Gesamtheit und portraitieren gewissermaßen uns selbst als Teil einer kollektiven Einheit, welche die uns umgebende Natur kontinuierlich prägt und verändert. Das fotografische Abbild einer bestimmten Landschaft zeigt uns keine pure Natur, sondern ein Bild gesellschaftlicher „Kontaminationen“ der Natur.

Strommast an einer Landstraße im Nebel.

Verschneites Feld, beim Vorbeifahren fotografiert.

Verschneites Feld, beim Vorbeifahren fotografiert.

Gleichzeitig betrachten wir die Natur als Ausdruck unserer eigenen Subjektivität: das findet in der Auseinandersetzung unserer persönlichen zerbrechlichen Empfindungen mit deren Ebenbildern in der Natur statt und manifestiert sich in den romantischen Abbildern der Landschaften.

Das erhabene Gefühl beim Betrachten gigantischer aber auch zerbrechlicher Landschaften geht einher mit dem Bewusstsein der eigenen Empfindsamkeit; die Sicht auf die Natur repräsentiert gewissermaßen unser persönliches Seelenbefinden. Die individuellen Bilder, die wir in der Natur erkennen, erscheinen uns manchmal wie ein Spiegel der eigenen Seele.

See im Nebel.See im Nebel.

Auf der Suche nach etwas Bestimmten entsteht oftmals eine sehr persönliche Sicht auf die Natur, man könnte auch sagen, wir versuchen mit unserer Arbeit gewissermaßen eine lyrische Bildsprache zu finden, mittels derer eine poetische Verbindung vom Betrachter zum Bild geschaffen wird.

Ein Foto wird immer eine inszenierte Realität sein, deren Metaebene eine Aussage über die Realität des Fotografen und der des Betrachters trifft. Umso schöner, wenn das nur auf eine sehr flüchtige Art und Weise gelingt und umso berührender, wenn diese Bildsprache von anderen ebenso gelesen wird bzw. eine Bedeutungsebene entsteht, die ein Gefühl vermitteln und Impulse geben kann.

Bäume in einem nebligen Wald.Bäume in einem nebligen Wald.

Das Medium Fotografie erlaubt uns, mittels vorhandener Techniken bestimmte individuelle, subjektive Aspekte herauszuarbeiten und zu betonen. Dabei unterscheidet sich unsere digitale Nachbearbeitung gar nicht so sehr von der analogen Verarbeitung des Materials bis zum fertigen Bild – die zeitintensive Beschäftigung mit einem Bild ist Teil eines fotografischen Gestaltungsprozesses – sei es nun bei der Auswahl von Filmmaterial, Papier, Gradation, Verarbeitungs- und Belichtungsvarianten im Labor oder aber bei der digitalen Bearbeitung am Schreibtisch.

Die Digitalisierung der Fotografie macht die Abbildung von Landschaften und die Verbreitung der Bilder massentauglich und eröffnet damit ganz neue Möglichkeiten. Parallel zur Faszination der nicht jedem zugänglichen „Alchemie“ der analogen Fotografie ist ein einfacher Zugang geschaffen und es entstehen unerwartete Blickweisen und Bildsprachen.

Das eigentlich Unmögliche und augenscheinlich wenig Interessante wird aus individuellen Blickwickeln festgehalten und der Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt. Nüchterne Objektivität oder die inszenierte Komposition, Trockenplatten, abgelaufene Filme oder der Einsatz digitalen Bildrauschens als Gestaltungselement – lassen wir uns einfach täglich neu inspirieren.

Gestrüpp wächst zwischen Bäumen im Wald.

Eine wilde Wiese in Gegenlicht und Nebel.

Vertrocknetes, hohes Gras.

Verschneiter Tannenwald vor verhangenem Himmel.


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Unversöhnliche Landschaften

09 Jul

Ein Beitrag von: Ibán Ramón

Bäume und das Land an sich sind immer wiederkehrende Themen meiner fotografischen Arbeit. Sie repräsentieren die Natur, die schon vor dem Menschen da war. Die Zäune, eingezäunte Gebiete, Bauten und Straßenschilder wiederum sind Zeichen des menschlichen Eingreifens in die Natur.

Ebenso häufig fotografiere ich auch die Rastplätze und Restaurants an Autobahnen, ich interessiere mich für menschliche Isolation und die Straßen, die ebenfalls die Landschaft verändern. Das Verstreichen der Zeit und das natürliche Verhalten des Menschen werden vom Gebiet, das er bewohnt, reflektiert.

Die Natur wiederum hat auch ihre Mechanismen, das Territorium zurückzuerobern und die vom Menschen veränderten Landschaften wiederum umzuformen. Ich interessiere mich für diesen zweiten Schritt der Veränderung und fotografiere verlassene Straßen, Werbetafeln, mit Gras überwachsene, vergessene Dinge.

Ein Stopp-Schild auf einer leeren Straße vor dichtem Nebel.

Ein Zaun, der über ein Feld verläuft und neben dem ein Baums teht, im Nebel.

Ein Straßenschild liegt am Straßenrand, dahinter Nebel.

Ein etwas heruntergekommener, leerer Spielplatz auf einer Wiese im Nebel.

Ein leerer, nasser Basketball-Platz im Nebel.

Ein Fußballtor zwischen einem Feld und einer Sandfläche im Nirgendwo vor Nebel.

Eine Insel mit zwei Bäumen und Gestrüpp zwischen zwei Hauszeilen, dahinter Nebel.

Ein Hund steht vor einem Zaun am Ende eines Geröllfeldes, dahinter dichter Nebel.

In einer Straßenkurve wachsen Bäume und Büsche, dahinter Nebel.

Mein Ansatz ist eher dokumentarisch, obwohl ich natürlich eine bestimmte Sicht auf die Dinge vorgebe, in die wiederum Veränderung mit hineinspielt. Aber ich rufe nicht zu Veränderungen auf. Eigentlich habe ich keine Lust, genau zu definieren, was ich tue. Ich lasse das lieber andere Leute in Worte fassen.

Ich war schon immer ein rastloser Mensch. Ich wurde in eine Familie geboren, in der sich viele Familienmitglieder künstlerisch betätigten, sei es professionell oder als Amateure. Ich war also schon von jungen Jahren an an allem interessiert, das mit künstlerischem Schaffen und Kommunikation zu tun hatte.

Also habe ich sehr viele Dinge ausprobiert und immer versucht, Spaß bei dem zu haben, was ich mache. Schlussendlich wurde ich dann Grafikdesigner und Besitzer eines professionellen Studios in Valencia, Spanien. Parallel dazu arbeite in an persönlichen Projekten wie meinen Fotoserien.

Ein gelb angemalter, mit einem Schild "Restaurant" versehener Pflug am Feldrand, dahinter Nebel und einige kahle Bäume.

Das Skelett eines Schildes auf einer Straßeninsel vor dichtem Nebel.

Gebüsche, zwischen denen an einer kleinen Betonwand der Schriftzug "BAR" angebracht ist.

Eine ausgeblichene, mit Graffiti versehene Werbetafel auf einem leeren Feld vor dichtem Nebel.

Eine ausgeblicheneWerbetafel auf einem leeren Feld vor dichtem Nebel.

Ein Autobahnhotel.

Ein Autobahn-Restaurant.

Ein Hotel-Schriftzug von hinten, vor leerem, nebligem Feld.

Meine Serien, die unter dem Titel „Resistance Activities“ zusammengefasst sind, zeigen Landschaften, in denen Ausdauer und Beharrlichkeit sichtbar werden: Bäume beugen sich langsam dem unnachgiebigem Wind, narbiges Gelände stößt zurück und Menschen krümmen ihre Schultern gegen die unversöhnliche Landschaft.

Indem ich diese Haltung des passiven Widerstand festhalte, zeige ich auch meinen eigenen Prozess des Überlebens. Manchmal reise ich in weit entfernte Gegenden, um in einer fremdartigen Landschaft etwas zu finden, das schon sehr lange in mir selbst verborgen lag.


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Rumänische Landschaften

04 Jun

Dieses faszinierende Land steckt mitten in einer seiner größten post-Ceausescu’schen Umbruchszeiten – ökonomisch, sozial sowie strukturell. Es ist ein Land voller landschaftlicher Schönheit, wunderbarer Menschen mit starkem Vertrauen und Glauben, das sich aber den Resten seiner unglücklichen Vergangenheit gegenübersieht.

Meine Bilder sind eine Momentaufnahme in der fortlaufenden Zeit und zeigen eine Zeit, die so vielleicht nie wieder zu sehen sein wird.

Aktuell arbeitet Darran Rees an einem Langzeitprojekt über die Entwicklungsländer von Osteuropa, speziell Rumänien. Seine Frau ist Rumänin und beide lebten einige Jahre in ihrem Heimatland, bevor sie wieder in den Westen zogen. Er reist nun immer wieder dorthin zurück, um die Veränderungen — zum Guten sowie zum Schlechten — festzuhalten.

Die folgenden Bilder aus seiner Serie „Landschape Romania“ wurden im Winter im nördlichen Rumänien an der Grenze zur Ukraine aufgenommen.

In einer nebligen, menschenleeren Schneelandschaft kreuzen sich eine Straße und Bahnschienen in einem spitzen Winkel.

Industriebauten aus Beton, im Vordergrund ein hoher Zaun, Müllcontainer und Schrott.

Eine zerfallene Holzbrücke in einer Schneelandschaft.

In einer Schneelandschaft stehen ein Baum und ein Telegrafenmast neben in die Ferne verlaufnden Bahngleisen, auf denen eine Person läuft.

Gatterartige Holzkonstruktionen und ein schiefer Telegrafenmast in einer Schneelandschaft.

Prellbock am Ende eines Gleises in einer Schneelandschaft.

Schneelandschaft mit Blick in ein Tal voller Felder, im Vordergrund ein knorriger Baum an einem kleinen Hang.

Zwei Frauen in Pelzmänteln stehen an einer verregneten, dörflichen Kreuzung.

In einer weiten Schneelandschaft steht ein einsamer Bauwagen, aus dem ein Mann guckt, davor steht ein Tisch mit aufgetürmten Einweckgläsern.

Ein Mann mit einem Tisch, auf dem Einweckgläser aufgetürmt sind, steht mit einem Trabbi an einem Straßenschild in einer weiten Schneelandschaft.

Ein Hund steht im Schnee neben einem großen Logo, dahinter Gebäude einer Kleinstadt.

Fünf Hunde stehen verloren in einer sehr weiten, weißen Schneelandschaft.

Ein einzelnes Pferd steht vor einer weiten Feldlandschaft mit etwas Schnee.

In einer weiten Schneelandschaft steht ein einzelnes Haus, dessen Fenster mit Holzbrettern vernagelt sind.

Eine alte Kirche, komplett in ein Baugerüst gehüllt, steht in einer trostlosen Schneelandschaft.

Weite Feldlandschaft mit etwas Schnee, in deren Mitte eine Holzkirche steht, im Vordergrund lungern drei Hunde herum.

Vor einer schneebedeckten Nadelwaldkulisse steht ein weißes Holzkreuz, an dem eine naiv gemalte Jesusfigur hängt.

Darran Rees wurde in Wales geboren und hatte eigentlich Kunst und Malerei studiert, bevor er nach London zog und sich ab Mitte der 1990er Jahre vor allem als Fotograf betätigte. Von London und inzwischen auch New York aus arbeitet er für internationale Agenturen sowie Kunden und an persönlichen Projekten.

Eine seiner liebsten Arbeiten war die für die Fair Trade Charity Organisation, für die er in entlegene Gegenden der Tee und Kaffee anbauenden Regionen in Peru, Afrika, Mexiko und Nicaragua fuhr, um dort die Bauern, Arbeiter, ihre Ländereien und Gesellschaften zu fotografieren.

Neugierig geworden? Weitere Arbeiten von Darran Rees findet Ihr auf seiner Webseite sowie auf seinem Portfolio bei Behance. Ihr könnt ihm auch auf Twitter folgen.


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Wüste Landschaften in der Al Rob‘a al Kali

20 Jun

Ein Beitrag von: Mark Robertz

Sand, Sand, Sand und noch einmal Sand – soweit das Auge reicht. Die „Al Rob‘a al Kali“ oder kurz Rub genannt, steht für das „Leere Viertel“. Sie gilt als die größte Sandkiste der Welt. Die Wüstentour führte durch die omanischen Ausläufer der Rub im Südosten der Arabischen Halbinsel und gewährt Einblicke in die morgenländische Landschaft zwischen Moderne und Tradition.

Oman © Mark Robertz

Auf dem Weg in die Wüste

Mit dem Geländewagen starten wir, nach einem Abstecher auf den Suq am darauffolgenden Morgen, in der Hauptstadt Muscat, am Arabischen Meer. Als Landschaftsfotograf begleitete ich im Dezember 2012 für den Münchner Wüstenspezialisten Bedu Expeditionen eine Reisegruppe mit ihren Geländefahrzeugen in die Rub. Wüste ist in dem Sinn zwar kein Neuland für mich, allerdings bin ich aus der arktischen-eisgeprägten Wüste Spitzbergens andere Temperaturen gewohnt.

Ich bin optimistisch und lasse mich in den kommenden Tagen überraschen. Auf abenteuerlichen Pisten folgen wir dabei historischen Handelsrouten, vorbei an Siedlungen, deren Grundmauern bereits Jahrtausende vor Christ Geburt gesetzt wurden. Durch das Hadschar-Gebirge (was übersetzt das Steingebirge bedeutet) nähern wir uns der Rub entlang der Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Oman © Mark Robertz

Die letzten Siedlungen liegen bereits einige Autostunden hinter uns, während wir hier und da Ölfelder am Rande der Piste passieren. Am späten Nachmittag erreichen wir die ersten Dünenfelder. Während unser Guide sich mit dem einheimischen Fahrer um das Lager und ein Abendessen kümmert, genießt jeder von uns auf seine Art die faszinierende Stimmung in dieser Parallelwelt.

Ich schnappe mir meine Fotosachen und mache mich auf den Weg, den 40 Meter hohen Dünenkamm hinter uns zu erklimmen. Majestätisch erheben sich die farbenfrohen Sandberge. Je nach Blickrichtung präsentieren sich die Sandstrukturen in den unterschiedlichsten Farbnuancen. Die Sonne im Rücken erleuchtet alles rot, während mit dem Blick Richtung Sonne den Sand farblos weiß erscheint. Bei seitlichem Licht leuchten die Dünen in einem satten Orange.

Oman © Mark Robertz

Die kommenden Tage eröffnen uns ungeahnte Einblicke fernab menschlicher Siedlungen. Wir genießen die nächtliche Stille unter dem großen Sternendach. Wer Lust hat, zählt die Sternschnuppen beim Einschlafen allein auf (s)einer Düne und lässt sich morgens von den ersten Sonnenstrahlen wecken.

Ich baue mein Stativ samt Kamera etwa 15 Minuten vor Beginn der blauen Stunde in der Morgendämmerung auf einem der umliegenden Höhenzüge auf und versuche, die Schatten der vergangenen Nacht mit dem ersten Tageslicht zu fotografieren.

Im Allgemeinen nutze ich während der Wüstenreise wie gewohnt die Dämmerungsphasen zum Fotografieren. Hier besteht am ehesten die Chance auf einzelne Wolkenzieren, damit der unendlich weite, blaue Himmel nicht so leer wirkt.

Die Mittagsstunden zählen, wie zu Hause, mit ihren harten Kontrasten nicht zu meinen liebsten Lichtsituation. Dennoch zücke ich die Kamera, um die ungewohnte Weite als Motiv mitzunehmen.

Oman © Mark Robertz

Nutze ich für gewöhnlich wann immer möglich ein Stativ, arbeite ich im Wüstensand überwiegend aus der freien Hand. Das Stativ, samt Fernauslöser sowie verschiedener Filter, kommt erst in den Dämmerungsphasen zum Einsatz. So kann ich in den Fahrstopps zügig auf mögliche Motive reagieren.

Oman © Mark Robertz

Der Weitblick durch die Wüste, ganz gleich ob in der Ebene oder hoch oben auf der Düne, alles überblickend, lädt geradezu zur Panoramafotografie ein. So entstehen einzeilige Panoramen bestehend aus zwischen 12 und 29 hochformatigen Einzelaufnahmen. Mal aus der Hand, dann wieder vom Stativ. Einziger Wermutstropfen: Das nachträgliche Entfernen der Sensorflecken, denn die vermehren sich mit jedem Objektivwechsel natürlich unweigerlich exponentiell.

Zurück in der vielgeschätzten Zivilisation galt unser Augenmerk als erstes einer warmen Dusche. Zu dritt ziehen wir gegen Abend in die Stadt und gönnen uns einen Besuch beim Barbier: Einmal rasieren mit anschließender Kopf- und Gesichtsmassage. Ein arabischer Genuss, auf den niemand von uns verzichten möchte.

Auf dem Weg zurück zum Flughafen in Muscat erkunden wir das Plateau am Al Jabal al Akhdar, stoßen auf verlassene Bergdörfer und Gärten mit ihren Faladsch, den traditionellen Wasserversorgungen. Am Flughafen angekommen, lassen wir bei einem Kaffee die vergangenen Tage Revue passieren.

Wir durchquerten schroffe Gebirgszüge sowie tiefe Schluchten auf unbefestigten Pisten, erkundeten uralte arabische Lehmfestungen mit ihren Verteidigungsanlagen ebenso wie wir uns durch das Treiben der Suqs bewegten. Die unendliche Weite der Rub allerdings hat uns völlig in ihren faszinierenden Bann gezogen.

Es kommt uns vor wie ein Märchen aus eintausendundelf Nächten. So schön könnte die Arbeit eines Landschaftsfotografen immer sein, auch als begeisterter Nordlandfan …

Oman © Mark Robertz

Wissenswertes zum Reisen im Sultanat Oman

Zu erreichen ist das Sultanat im Direktflug mit Oman Air von München oder Frankfurt (sieben bzw. acht Flugstunden) aus. Die Gepäckrichtlinien sind mit 30 Kilogramm (auch auf mehrere Taschen verteilt) recht großzügig bemessen. In Muscat angekommen, finden sich in der Flughafen-Vorhalle alle bekannten Autovermietungen. Wer Touren abseits der Asphaltstraße plant, benötigt zwangsläufig einen Allrad!

Die Zeitverschiebung beträgt drei Stunden (Gulf Standard Time, GST). Wer für die GPS-Nutzung die Kamerazeit umstellt, wählt die Zeitzone „Abu Dhabi, Muskat“. Diese beträgt vier Stunden Vorsprung.

Das Wüstenklima bietet für (m)ein mitteleuropäisches Temperaturempfinden von Mitte November bis Anfang bzw. Mitte März je nach Region angenehme 24 – 33 °C. Die Nachttemperaturen können in der Wüste bis auf ca. 5 °C absinken. Wer einen Abstecher in die Hochlagen des Hadschar-Gebirge um den Al Jabal al Akhdar oder Jabal Shams einplant, sollte auf alle Fälle warme, winddichte Oberbekleidung mitnehmen.

Hier können die Nachttemperaturen durchaus in den Minusbereich abfallen. Autofahren im Oman ist im Vergleich zu anderen arabischen Ländern sehr gesittet, ja fast schon rücksichtsvoll. Wichtig bei der Mietwagen-Reservierung ist, auf die enthaltene Kilometerpauschale zu achten. Entgegenkommend sind die Benzinpreise. Für 80 Liter Super bezahlten wir im Schnitt unter 20 €.


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Albanische Landschaften – Lochkamerafotografie mit Bunkern

29 Apr

Ein Beitrag von: Tim Hölscher

Mitte der neunziger Jahre reiste ich mit meinem Vater zum ersten Mal nach Albanien, um Hilfsprojekte zu besuchen, für die er verantwortlich war. Mit dem VW-Bus setzten wir damals von Korfu aus über nach Sarandë und bereisten für ein paar Tage das Land.

Die Erinnerung an diese Reise ist bruchstückhaft, was sich aber eingeprägte, war diese unglaubliche Anzahl kleiner, pilzartiger Bunker, die einfach überall im Land verstreut waren. Sie säumten Straßen, wuchsen mitten in Städten aus dem Boden und reihten sich kilometerlang an den Stränden der albanischen Adriaküste.

Als ich mich dann Jahre nach dieser Reise während meines Fotografiestudiums an der FH Bielefeld intensiv mit der Lochkamera als kreativem Instrument befasste, waren neben Fotoexperimenten mit 60-Loch-Ringkameras, Liveview- und Postpaket-Lochkameras plötzlich wieder diese Bunker in meinem Kopf und die Idee zu meinem Fotoprojekt „Albanische Landschaften“ war geboren.

Bunker © Tim Hölscher

Ich wollte diese destruktiven Bauwerke, die hunderttausendfach vom albanischen Diktator Enver Hoxha zwischen Anfang der 70er und Mitte der 80er Jahre zum „Schutz vor Feinden des Sozialismus“ errichtet wurden, zum ersten Mal in ihrer Existenz einem realen Nutzen zuführen.

Plötzlich waren die 750.000 kleinen Betonpilze, die nie genutzt wurden, da der Feind bis zum Tode Hoxhas Mitte der achtziger Jahre nicht auftauchte, nicht mehr nur stumme Zeugen der sozialistischen Ära Albaniens, sondern, in ihrer Funktion als Lochkamera-Rohlinge, kreative Instrumente.

Ich wollte mit ihnen Landschaftsfotos erstellen und den Blick aus ihren Schießscharten auf Fotopapier bannen. Die Tatsache, dass ich die Gebäude selbst zu Kameras umbauen wollte, verlieh meinem Vorhaben noch eine weitere konzeptionelle Ebene:

Es gab in meinen Augen keine bessere Möglichkeit, das fotografierte Bild mit dem Ort seiner Entstehung zu verbinden und so mit dessen Geschichte aufzuladen, als den Ort selbst als Kamera zu verwenden und das Papier auszustellen, das wirklich die Reise nach Albanien angetreten hatte.

Bunker © Tim Hölscher

Von der Idee zur Umsetzung – Oder: Wie mache ich aus einem albanischen Bunker eine funktionierende Kamera?

Nach einigen „Trockenübungen“ mit aus Teichfolie gebastelten Lochkamera-Zelten, in denen ich mir die theoretische Machbarkeit meines Plans noch einmal praktisch vor Augen führen konnte, stand der Umsetzung meines Projektes nichts mehr im Wege – dachte ich…

Wie aufwändig und kompliziert es aber tatsächlich ist, diese kleinen, recht dunklen Orte mit einer Öffnung zum Betreten und einer Öffnung zum Beobachten der Umgebung zu Lochkameras umzufunktionieren, war mir vor Beginn meiner Arbeit nicht wirklich klar.

Klar war lediglich, dass ich gern großformatige Positivbilder in Farbe produzieren wollte. Während ich in meinen bisherigen Lochkamera-Arbeiten mit kleineren Formaten auf Film oder Schwarzweiß- und Colorpapier gearbeitet hatte, brauchte ich dieses Mal definitiv größere Formate, da meine „Kameras“ einen Innendurchmesser von ca. 1,3 m hatten und ich entsprechend große Motive fotografieren wollte.

Unter diesen Voraussetzungen kam eigentlich nur ein Material in Frage: Das – Ende 2011 bedauerlicherweise eingestellte – Positivpapier Ilfochrome. Es erlaubte mir, großformatige Color-Unikate mit meinen Bunkerkameras herzustellen – ohne den Umweg über ein Negativ.

Die erste Reise nach Albanien trat ich zusammen mit meinem Kollegen Kristian Barthen im Oktober 2009 an. Ausgerüstet mit einer 30m-Rolle Ilfochrome-Papier, einer Ilford CAP-40 Entwicklungsmaschine für Teststreifen, hunderten Metern Klebeband und einer Rolle Verdunkelungsfolie, alles gut verstaut in einem VW Bus, ging es über Italien mit der Fähre nach Albanien.

Die Aufgaben während unserer Reise durch das Land waren klar verteilt: Der Fahrer konzentrierte sich auf die „speziellen“ Straßenverhältnisse, während der Beifahrer nach geeigneten Bunkern Ausschau hielt. Natürlich hätte das Konzept der Arbeit praktisch mit jedem Bunker funktioniert, allerdings bot die gigantisch große Anzahl die Chance, diejenigen auszuwählen, bei denen der Ausblick durch die Schießscharten zusätzlich ein interessantes Bild versprach.

Scharte © Tim Hölscher

Hatten wir einen vielversprechenden Kandidaten gefunden, war die Vorgehensweise fast immer dieselbe, da die Bunker zwar nicht immer komplett identisch, aber doch in den meisten Fällen sehr ähnlich waren.

Der erste Schritt bestand in der Regel darin, einen Stein oder ähnliches durch die Schießscharte ins Innere zu werfen, um größeres Getier zu vertreiben. Ein Bunker bietet im Sommer ein schattiges Plätzchen und im Winter einen Unterschlupf – daher war dieser kleine „Weckruf“ in vielen Fällen äußerst angebracht, um später im abgedunkelten Bunker nicht zu viel Gesellschaft zu haben. Allein war man jedoch nie.

Umbau © Tim Hölscher

Anschließend wurde das im Inneren benötigte Material in den Bunker gebracht: Lichtdicht verpacktes Fotopapier, eine Leerrolle für das belichtete Material, zwei Stative und eine weiße Holzplatte als Projektionsfläche sowie ein kleiner Hocker für meinen Aufenthalt im Bunker während der Belichtung.

In die Schießscharte wurde ein Holzbrett eingesetzt, in dessen Mitte eine Irisblende montiert war. Die Ränder wurden extrem sorgfältig abgedichtet, weil die Lochblende für das eigentliche Foto nur etwa einen Millimeter weit geöffnet werden sollte und deshalb jeder Spalt eine Konkurrenz für das eigentliche Loch dargestellt hätte. Im Inneren des Bunkers wurde eine weiße Holzplatte als Projektionsfläche mit Hilfe von Stativen gegenüber der Schießscharte positioniert.

Umbau © Tim Hölscher

Sobald dieser grundlegende Aufbau erledigt war, konnte die eigentliche Arbeit im Inneren beginnen. Mein mitgereister Kollege Kristian Barthen begann, den Bunkereingang von außen lichtdicht zu verschließen, während ich mich im Inneren des Bunkers auf einen längeren Aufenthalt einrichtete.

Sobald der Eingang einigermaßen verschlossen war, bot sich bei weit geöffneter Irisblende nach kurzer Gewöhnungszeit für die Augen ein eindrucksvolles Bild: Das Innere des Bunkers war komplett erfüllt mit einem Abbild der Landschaft, die der Schießscharte gegenüberlag.

Umbau © Tim Hölscher

Die Projektion beschränkte sich nicht auf die Holzplatte, sondern erfüllte den gesamten Raum. Da ich die Breite der Platte recht genau auf die Innenmaße des Bunkers angepasst hatte, war der Bewegungsspielraum zur Auswahl eines Bildausschnittes sehr begrenzt. Meine Aufgabe als Fotograf im Bunkerinneren beschränkte sich aus diesem Grund eher darauf, das von der Schießscharte vorgegebene Bild im Inneren des Bunkers „einzufangen“, ohne dabei allzu viel an der Komposition des Bildes arbeiten zu können.

Tatsächlich wurde dieser Aufnahmebereich meiner Kamera schon zu Zeiten der Diktatur festgelegt, als die Architekten der Bunker über die Ausrichtung der über 750.000 Schießscharten entscheiden mussten – eine Frage, deren Lösung aufgrund der unzähligen Standorte eine absolute Mammutaufgabe gewesen sein muss.

Umbau © Tim Hölscher

Umbau © Tim Hölscher

Sobald der Bunker komplett abgedichtet war, wurde die Irisblende bis auf einen Millimeter verschlossen und mit einem Tageslichtfilter versehen, der das einfallende Licht nochmals um eine Blende verringerte. Im Bunkerinneren fixierte ich das Ilfochrome-Papier auf der Projektionsfläche. Da es im unentwickelten Zustand eine dunkelbraune Oberfläche hat, war von der Landschaftsprojektion nun nicht mehr viel zu erkennen.

Versuche mit Teststreifen, die dank der mitgebrachten Entwicklungsmaschine im zum mobilen Labor umgebauten Bulli direkt am Bunker entwickelt wurden, hatten eine Belichtungszeit von ca. 2 Stunden bei strahlendem Sonnenschein ergeben. Diese Zeit musste ich also definitiv unbeweglich unterhalb der Schießscharte verharren, um im Anschluss das Papier wieder von der Fläche zu entfernen und es lichtdicht zu verpacken.

Entwicklung @ Tim Hölscher

Entwicklung © Tim Hölscher

Die genaue Belichtungszeit wurde flexibel an die äußeren Bedingungen angepasst – mehr Wolken am Himmel bedeuteten weniger Lichteinfall und somit eine Verlängerung meiner „Sitzung“. Am Rande bemerkt machte die Tatsache, dass das Bleichbad im P-30 Prozess zur Entwicklung der Probestreifen Schwefelsäure enthält, den anschließenden Aufenthalt im Auto zu einem unangenehmen Unterfangen, da der Geruch nach faulen Eiern sich erstaunlich lange im Wageninneren halten konnte.

Die Ergebnisse

Natürlich bringt diese spezielle Art und Weise, Fotografien zu erstellen, Widrigkeiten und körperlichen Entbehrungen mit sich. Der Augenblick, der sie jedoch jedes Mal aufs Neue lohnenswert erscheinen lässt, ist der Moment, wenn die fertigen Unikate aus der Maschine laufen und zum ersten Mal betrachtet werden können.

Aus mehrwöchigen Reisen mit vielen Strapazen und noch mehr Erlebnissen werden in diesem Moment Landschaftsfotografie-Unikate, die durch den Ort ihrer Entstehung aufgeladen sind mit der Geschichte eines ganzen Landes.

Rrjull © Tim Hölscher

Plazhi-I-Generalit © Tim Hölscher

Pogradec © Tim Hölscher

Die Tatsache, dass die Bauwerke selbst das Bild liefern und ich es lediglich „abholen“ muss, entfacht meine Faszination für diese Art der Fotografie immer wieder aufs Neue. Jeder Ort oder Gegenstand, der sich verdunkeln und mit lichtempfindlichem Material bestücken lässt, kann eine Kamera sein, die mit ihrem Motiv auf besondere Weise verbunden ist. Dies lässt im wahrsten Sinne Raum für unendlich viele künstlerische Konzepte.

Wer sich nach diesem Bericht intensiver für meine Bunkerbilder sowie weitere Arbeiten aus den letzten sechs Jahren interessiert, dem sei mein gerade im Zentralverlag Berlin erschienenes Buch „Experimentelle Wege zum Bild“* ans Herz gelegt (auch über meine Website erhältlich). Darin enthalten sind neben dieser Arbeit viele verschiedene Ansätze auf meiner Suche nach alternativen Wegen zur Bilderstellung, die sich etwas abseits der konventionellen Fotografie bewegen.

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kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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