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Posts Tagged ‘Heimat’

Neue Heimat

21 Nov

Heimat Marvin Entholt

Ein Beitrag von: Marvin Entholt

Hunderttausende Menschen strömen zurzeit nach Deutschland auf der Suche nach einer neuen Heimat. Viele Bewohner des Landes wähnen sich vor einem unlösbaren Problem. Es ist in Vergessenheit geraten, dass das Land schon einmal vor einer ähnlichen Herausforderung stand – und sie gemeistert hat, auch wenn das mediale Echo damals dem heutigen sehr ähnlich war.
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Langweilige Heimat

12 Dec

Ein Schrebergarten

Natur fasziniert mich. Ich bin kein Landschaftsfotograf, aber all die Facetten der Natur, die unsere Welt zu bieten hat, begeistern mich. Stimmungen und Emotionen aller Art sind in der Diversität der Erde zu finden. Langeweile gehört dazu.

Zum Teil beschuldige ich die Gewohnheit, dafür gesorgt zu haben, dass die Umgebung, ich der ich aufwuchs, überwiegend Trostlosigkeit in mir hervorruft. Die Suche nach überwältigender Atmosphäre und Naturgewalt oder nachdenklicher Stille scheint mir in meiner Heimat vergebens.

In einer fotografischen Auseinandersetzung mit diesem Umstand wollte ich näher betrachten, in welcher Beziehung mein Empfinden für Ästhetik zu meiner unmittelbaren Umgebung steht. Ich komme aus einer kleinen Ortschaft außerhalb Stuttgarts. Nicht aus der Stadt, aber auch nicht wirklich aus ländlicher Gegend.

Ein gewisser Radius um Stuttgart herum ist eben weder das eine, noch das andere. Außerhalb des Stadtkerns und der dazugehörigen Stadtteile besteht das landschaftliche Bild aus einem Geflecht von Kleinstädten und Dörfern, die immer näher zusammenwachsen.

Einige große Unternehmen, die hier angesiedelt sind, prägen die Gegend zum einen durch eigene Werkskomplexe und Industrieanlagen und zum anderen durch eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Betriebe, die zu ihnen in Verbindung stehen. Kaum ein Ort, an dessen Rand sich kein Industriegebiet befindet. Dazwischen erstrecken sich Felder und Bauernhöfe mit kleinen Hofläden in gleichmäßigen Abständen, hin und wieder unterbrochen durch ein kleines Stück Wald.

In meinem Heimatort wichen viele Felder nach und nach dem wachsenden Industriegebiet, Dörfer wuchsen so zusammen. Auf den wenigen Kilometern zwischen den Ortschaften finden sich Schrebergärten, die Oasen bürgerlicher Zufriedenheit. Kleingartenanlagen, an deren Eingängen nach dem Samstagvormittags-Einkauf der Jahreswagen mit dem Stern geparkt wird, um ein paar Stunden Freizeitidylle zu genießen.

Diese Mischung aus Industrie und ländlicher Kleinstadtromantik empfinde ich überwiegend als Einöde. Es mag daran liegen, dass ich seit meiner Kindheit an Wochenenden durch deklarierte Naherholungsgebiete laufe und fahre, die sehr viel banaler sind als andernorts der Wald vor der Haustür. Aber das bringt der Wohlstand in dicht besiedelten Neubaugebieten vielleicht einfach mit sich.

Vielleicht ist es aber auch die Tatsache, dass das geordnete, geradlinige Landschaftsbild so sehr der Mentalität der Menschen gleicht. Nun, diese Aussage bedient zwar Vorurteile, aber ich habe in meinem jungen Leben oft den Kopf schütteln müssen über Dinge, die mir scheinbar nur im „Ländle“ passieren. Die Liebe zu (Haus-)Ordnung und Reglement ist hier einfach leidenschaftlich stark. Umso mehr schätze ich Mitmenschen, die Subkultur und Gemeinschaft höher schätzen als die Kehrwoche.

Haus und Hof

Eine Minigolfanlage

Ein Feldweg

Eine Autowaschanlage

Eine Straße im Nebel

Eine Gebäudefassade

Ein Industriegebäude auf einem Feld

Ein Schrebergarten

Ein Autohandel

Felder im Nebel

Ein Bürogebäude

Ein verdorrtes Blumenfeld

Ein Baum im Nebel

Eine Einfahrt mit Autos

Ein Bauernhof und Felder

Felder im Nebel

Ein hässliches Gebäude

Ein Wohnwagenpark

Eine Straße im Nebel

Ein Gemüsestand

Ich liebe die Apfelwiesen und Gemüsestände, die kurzen Wege aus der Stadt heraus in die Natur. Mein Heimatgefühl ist ambivalent, was sich seltsam natürlich anfühlt, denn meine Familie hat an sich keine Wurzeln hier. Als Kind einer multikulturellen Ehe ist mir dieser Bezug zum Begriff „Herkunft“ möglicherweise angeboren.


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Wo Heimat ist

18 Jul

„Zuhause ist, wo das Herz ist.“ So könnte man die Fotos aus „The Home Series“ in einem Satz zusammenfassen und diesen Artikel enden lassen. Ich möchte Euch aber gern mehr über diese wundervolle Serie der amerikanischen Fotografin Alexis Mire erzählen.

Für Alexis ist „Zuhause“ mehr als nur ein Ort. Es ist eine Idee. Dort, wo man sich am meisten nach sich selbst fühlt, dort, wo man glücklich ist.

Ich fühle mich Zuhause in der Wohnung meines Freundes, aber auch im Haus meines Vaters, wo ich aufwuchs, am Rande des Ozeans und im Wald, mit meiner Kamera als Begleitung. Zuhause sind die Menschen, die ich liebe und die Erinnerungen, die wir teilen.

The Home Series © Alexis Mire

Die Idee für Alexis’ Serie wurde durch eine frühe Fotoserie von Eleanor Hardwick inspiriert. Diese fotografierte ein Modell in einem kleinen Zelt an verschiedensten Orten. Alexis gefiehl der Gedanke, das Zuhause immer mit sich zu nehmen und sie wollte ihren eigenen tragbaren Raum schaffen.

Sie rahmte ein großes Stück Plexiglas ein und fotografierte sich selbst hinter dem Glas an verschiedenen, für sie wichtigen Orten. Der Rahmen steht dabei für den kleinen Raum um sie herum, den sie Zuhause nennen würde. Ein Raum, der jedem Sturm und Wellengang standhält.

Das Glas stellt eine Barriere zwischen mir und der Welt dar, aber erlaubt dennoch einen Einblick in meinen Raum. Es repräsentiert Sicherheit mit einer Dosis von Freiheit. Meine Heimat hält mich geschützt, gibt mir Ruhe, lässt mich andere lieben und vermissen. Ich fotografierte meine Rahmen an verschiedenen Orten, um zu zeigen, dass ich meine Heimat mit mir nehme, wohin ich auch gehe, in guten und schlechten Zeiten. Für mich ist Heimat überall und jederzeit, weil mein Zuhause tief in mir begraben liegt.

The Home Series © Alexis Mire

Ich mag die Gedanken hinter Alexis’ Serie sehr, vielleicht weil ich mich darin wiederfinde. Zieht man oft um, bricht auch einmal abrupt auf und lässt sich treiben, wohin der Wind einen führt, dann wird die Frage nach der Heimat groß. An Heimat denkt man erst, wenn man sie zum ersten Mal verlassen hat. Und dann sucht man, sucht vielleicht auch an dem Ort, den man damit verband und findet sie am Ende doch nur in sich selbst.

Der Begriff Heimat ist gerade in unserer jetzigen Zeit ein schwieriger Begriff. Man muss für den Job flexibel sein, kaum einer bleibt an seinem Geburtsort. Es gibt verschiedene Heimaten in verschiedenen Ländern. Woher kommen die Eltern, woher komme ich und wohin gehöre ich am Ende? Die Frage nach der Heimat wird so zu einer Identitätsfrage.

The Home Series © Alexis Mire

Alexis Mires Antwort auf diese anscheinend so schwierige Frage finde ich beruhigend, wie ihre Bilder. „Heimat ist dort, wo man sich nach sich selbst fühlt. Heimat ist, wo man glücklich ist.“


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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