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Posts Tagged ‘Glück’

Berechnung und Glück

08 Mar

Ein Beitrag von: Arthur Quejadas II

Seit meiner Jugend interessiere ich mich für die Fotografie. So dokumentierte ich als Teenager Familientreffen und Schulveranstaltungen und war noch recht ungebildet über verschiedene Arten der Fotografie. Ich wollte einfach Bilder von besonderen Gegebenheiten machen.

Ungestellte Momente mochte ich schon immer und Filmfotografie war damals das einzige Medium für mich.

© Arthur Quejadas II

Als ich später mit der sogenannten Straßenfotografie anfing, konnte ich auf einmal Dinge auf eine ganz andere Art umsetzen und das Genre motivierte mich, viel neugieriger auf das Verhalten des Menschen in seiner Umgebung zu sein.

Straßenfotografie betrachte ich als Kunstform, die deshalb außergewöhnlich ist, weil der Betrachter nicht nur den offensichtlichen Kontext sehen muss. Regeln der Realität zu beugen, ist eine Form von Kunst und Poesie zugleich.

© Arthur Quejadas II

Heutzutage fotografiere ich sowohl digital als auch analog. Digital zu arbeiten erscheint mir sehr komfortabel, wenngleich ich das Konzept „Film“ immer noch liebe.

Alles, was ich interessant finde, wird fotografiert, jedoch mache ich nicht sonderlich viele Aufnahmen einer Szene. Eine zweite Aufnahme zu machen ist auch gut, klar. Aber meiner Meinung nach ist das viele Geknipse, um eine bessere Perspektive zu finden, ein bisschen scheinheilig.

© Arthur Quejadas II

Handwerkliches Können hat viel mehr mit Berechnung als mit Glück allein zu tun. Das antizipierte Herausarbeiten einer optimalen Perspektive vor dem „Schuss“ ist für mich dahingehend zentral.

Die sorgfältige Komposition und ihre Ausführung sind für mich Grundlagen der Straßenfotografie. Dabei handelt es sich um einen kontinuierlichen Lernprozess, die bestmögliche Koordination von zwei getrennten Subjekten zu erarbeiten.

© Arthur Quejadas II

Große Ziele für meine Fotokarriere gibt es nicht. Da halte ich es lieber einfach. Wenn ich mir ein Bild vorstelle und das Endresultat meiner Komposition ist das, was ich mir vorgestellt habe, nenne ich das Erfolg.

Die Kamera dient mir als Medium meiner Kunst. Dabei zu genießen, was ich tue und Spaß zu haben, ist das Beste daran.

Dieser Artikel wurde von Martin Gommel aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


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Und Glück gehört auch dazu

17 Jul

Ein Beitrag von: Georg Pagenstedt

Ich fotografiere seit ungefähr zwei Jahren und mache Bilder insbesondere auf Reisen und wenn ich mit Freunden oder der Familie unterwegs bin. Meine Fotos erstehen aus dem Moment heraus. Ich versuche, alltägliche Situationen so zu fotografieren, dass sie etwas Außergewöhnliches darstellen.

Mann vor Telefonzelle © Georg Pagenstedt

Frau unterm Schirm  © Georg Pagenstedt

Das funktioniert etwa durch zusätzliche Ebenen wie Ähnlichkeiten, Gegensätze, Spiegelungen, Geometrie oder natürlich Licht und Schatten. Für mich geht es weniger um die Motive, die ich fotografiere, sondern wie sich alles im Sucher zu einem besonderen Bild zusammenfügt.

Natürlich ist die Frage, was ein besonderes Bild ausmacht, in höchstem Maße subjektiv. Ein gutes Bild ist für mich eines, das den Betrachter in eine andere Welt führt. Eine Parallelwelt, die dem hastigen Passanten normalerweise entgeht.

Tatoo  © Georg Pagenstedt

Flügel  © Georg Pagenstedt

Ich schaue mir gern Fotobücher und Bilder auf Flickr an. Das ist einerseits eine große Inspiration, anderseits zeigt es die Hoffnungslosigkeit, einen eigenen Stil entwickeln zu wollen. Alles ist schon da. Und so mache ich einfach das, was ich mag – ohne zu hohe Ansprüche.

Mich interessiert Technik und Theorie eher wenig, umso mehr das Bild. Meine Kamera ist sehr einfach zu bedienen und ich benutze weder automatische Belichtungseinstellung noch Autofokus. Wenn es schnell gehen muss, schätze ich die Entfernung oder nutze die Tiefenschärfe.

Schnell  © Georg Pagenstedt

Gesicht © Georg Pagenstedt

Früher habe ich die Fotos häufig in schwarzweiß konvertiert. Das bügelt Mängel am Bild schon einmal weg. In Farbe zu fotografieren finde ich viel schwieriger, da muss wirklich alles passen. Farbe bringt eine zusätzliche Ebene ins Bild.

Vielleicht ist die Fotografie ein Ausgleich für meine eher kopflastige Arbeit. Und ein Bild kann oft auch etwas über das Weltbild und die Persönlichkeit des Fotografen erzählen. „I am what I photograph“, so sagt es Martin Parr.

Roter Schirm  © Georg Pagenstedt

Beim Fotografieren ist es wie überall: Man muss viel arbeiten und ausprobieren, um gute Ergebnisse zu bekommen. Und Glück gehört auch dazu.

Wenn ich im Monat ein Bild mache, das okay ist, dann bin ich schon zufrieden. Und wenn ich am Ende meiner Fotografenkarriere zehn Bilder gemacht habe, die richtig klasse sind, dann habe ich alles erreicht.


kwerfeldein – Fotografie Magazin

 
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