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Posts Tagged ‘Fotografien’

Nackt – Fotografien von Antje Kröger

12 Oct

© Antje Kröger

Ich war gut vorbereitet. In der Tasche Ausdrucke mit Informationen über Antje Krögers Arbeiten sowie das Diktiergerät – vorher noch einmal auf Herz und Nieren überprüft. In meinem Kopf diverse Bilder. Dicke und dünne Körper, nackt vor entblößten Wänden. Spiegelbilder, zurückgeworfen. Menschen, alt und jung.
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Fernab der Hektik – Fotografien aus Grönland

17 Apr

Eisberge

Ein Beitrag von: Christian Kneise

Ich liebe den Norden und seine unaufdringliche, kühle und ruhige Art. Grund genug für meine Schwester, mir einen Bildband über Spitzbergen zu schenken. Fantastische Impressionen von Kargheit und Kälte erzeugen bei mir sofort ein Gefühl von Fernweh, doch verhindert die allgegenwärtige Präsenz von Eisbären auf der Insel eine ernsthafte Reiseplanung. Schnell ist ein Ziel gefunden, das einen ähnlichen Reiz wie Spitzbergen auf mich ausübt: Grönland.
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Aus dem All: Fotografien von Alexander Gerst

03 Feb

© Alexander Gerst

Der deutsche Geophysiker und Astronaut Alexander Gerst startete am 28. Mai 2014 zur Internationalen Raumstation (ISS). 300 – 400 km von der Erde entfernt, arbeitete er dort als Bordingenieur, bevor er am 10. November 2014 wieder sicher in der kasachischen Steppe landete. In seiner Freizeit auf der ISS griff der Hobbyfotograf zur Kamera und nahm beeindruckende Bilder auf, die einen unglaublichen Blick auf unsere Erde geben.

So schön und zerbrechlich wie unsere Erde auf diesen Fotos wirkt, so deutlich erkennt man auch, welche Spuren wir auf unserem Planeten hinterlassen. Die Rodung des Regenwaldes, die Austrocknung großer Seen, die Bewässerung von Wüstenfeldern – all das sieht man aus dem Weltall noch so viel deutlicher und vor allem, wie nah alles beieinander liegt und zusammengehört.

In einem Gespräch mit Ranga Yogeshwar berichtet Alexander Gerst von seinem Erlebnis und warum es ihm so wichtig war, diese Bilder zu teilen:

Mein Blickwinkel auf die Erde ist sehr verändert worden durch das, was ich von oben gesehen habe. Ich habe die Erde plötzlich als Gesamtsystem gesehen, als Kugel, abgeschlossen mit einer hauchdünnen Atmosphäre. Unvorstellbar zerbrechlich sieht sie von oben aus, als könnte man sie mit einem Hauch wegpusten. Und man sieht gleichzeitig, wie wir Menschen Schadstoffe hineinpusten. Sie wirkt zerbrechlich und gleichzeitig einsam und klein, als unser einziges Raumschiff, das wir Menschen haben, mit dem wir durch das schwarze Universum fliegen. Das ist ein Blickpunkt, den ich unbedingt teilen möchte […].

Eines der dabei wohl traurigsten Bilder entstand während des Krieges zwischen Israel und Palästina, als Alexander Gerst von der ISS aus die einschlagenden Raketen beobachten konnte:

Ich habe etwas gesehen, was ich noch nie vorher gesehen hatte: Sich schnell bewegende Punkte, die dann in Blitzen enden. Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, was das ist. Ich konnte es nicht begreifen, wie wir Menschen das tun können.

Wir freuen uns sehr, dass wir einige seiner Fotos heute hier zeigen dürfen.

Fluss von oben

Fluss bei Kasachstan

Köln von oben

Köln

Südafrika von oben

Landnutzung in Südafrika

Die Alpen von oben

Alpen

Madrid von oben

Madrid

Texas von oben

Ölfelder bei Midland Texas

Paris von oben

Paris

Die Sahara von oben

Sahara

Utah von oben

Felder in Utah

Ätna von oben

Ätna

Neuseeland von oben

Banks Peninsula Neuseeland

Kalifornien von oben

Baja, Kalifornien

Atlantikwellen von oben

Atlantikwellen bei Gibraltar

Die Anden von oben

Anden

Die Erde mit Blick auf Großbritanien und Irland aus dem Fenster einer Raumstation

Unsere kleine Auswahl zeigt nur ein Bruchteil der Fotos, die Alexander Gerst in seiner Zeit auf der ISS aufgenommen hat. Mehr der beeindruckenden Bilder findet Ihr in seinem Flickr-Stream. Folgen könnt Ihr ihm auch auf Twitter.


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Über Fotografien, die Geschichten erzählen

30 Oct

Ein Beitrag von: Jürgen Bürgin

„Haltet die Uhren an. Vergesst die Zeit. Ich will euch Geschichten erzählen.“

Ich will als Straßenfotograf Geschichten erzählen, ich will vom Leben in den Städten berichten, von Begegnungen mit Menschen, von Ereignissen auf den Straßen. Ich möchte mit meinen Fotografien von Einsamkeit, Liebe, Freundschaft, Traurigkeit, Leidenschaft, Neugierde und mehr erzählen – vom Leben.

Zu einer Geschichte gehört aber das Vergehen von Zeit. In einer Geschichte verändert sich etwas, es gibt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der Tat sind Fotografien in der Lage, etwas zu erzählen. Hier sind einige meiner Straßenfotografien – und Ideen, wie die Geschichten dazu aussehen könnten:

Ich höre das Rauschen des Regens und ich höre die eilenden Schritte eines Mannes, der durch den Regen rennt, mit jedem Schritt spritzt Wasser auf. Die Regentropfen, die auf den Regenschirm des Mannes fallen erzeugen ein ploppendes Geräusch. Er trägt einen Anzug und eine Aktentasche. Er kommt von der Arbeit, es ist schon spät, pflichtbewusst hat er die Zeit im Büro verbracht, bis es dunkel war.

Die Geschäfte sind immer noch hell erleuchtet, aber der Strom der Kunden ist mit dem Einsetzen des Regeschauers beinahe zum Erliegen gekommen. Er will nur noch nach Hause, in die winzige Zweizimmerwohnung, aber er wird die Kinder wieder nicht sehen, weil sie schon schlafen, wenn er nach Hause kommt.

Es ist kalt und dunkel, wenigstens hat es jetzt aufgehört zu regnen. Da steht diese Frau an der Bushaltestelle, sie ist nicht mehr jung, ihre Haare sind grau, ihr Mantel ist etwas zu weit, der Wind weht ihn zur Seite. Sie will nach Hause, aber ist das der richtige Bus?

Lieber fragt sie den Busfahrer, der ihr unfreundlich entgegenschnauzt, welches die richtige Linie ist. Sie ist ziellos durch die Geschäfte geirrt, denn eigentlich kann sie sich nichts leisten. Aber nun ist sie müde und will nach Hause in ihre enge, zugestellte Plattenbauwohnung, wo niemand auf sie wartet, wo niemand sie besucht.

Unsanft zerrt die Mutter am Arm des Mädchens, das schon wieder zu trödeln scheint, dabei muss die Mutter dringend zur Arbeit, aber vorher muss die Kleine noch im Kindergarten abgegeben werden. Aber das Mädchen hat sich umgedreht und blickt erstaunt auf den riesigen Hund, der fast so groß ist wie sie selbst.

Sie ist fasziniert von seinem sanften, gutmütigen Blick und sie würde ihn gerne streicheln, aber sie hat auch Respekt vor ihm, weniger weil ihre Mutter ihr verboten hat, fremde Hunde zu streicheln, sondern weil einer kürzlich nach ihr geschnappt hat, als sie ihn streicheln wollte. Aber dieser hier, da ist sie sich sehr sicher, würde es sehr genießen, wenn sie ihn streicheln würde. Aber sie muss weiter, in den Kindergarten.

Seit einigen Monaten betreibt der Mann nun seine mobile Straßenküche. Und es macht ihn glücklich, er ist in seinem Element, er kocht mit Leidenschaft und er berät seine Kunden voller Begeisterung. Gerne hört das junge Paar ihm dabei zu, wenn er Vorschläge macht, was er heute Leckeres für sie kochen könnte, irgendetwas mit Huhn und mit Sesam und mit Ingwer. Und das bestellen sie auch, zwei Mal.

Und es bedeutet Glück für ihn, weil er sich sicher ist, dass die beiden begeistert sein werden. Und er ist sich dessen bewusst, dass seine kleine Straßenküche nicht nur für das leibliche Wohl der Passanten und der Nachbarschaft sorgt. Sie ist auch ein Ort, an dem sich Menschen treffen, wo man seine kleinen Probleme des Alltags loswerden kann, wo man den neuesten Klatsch und Tratsch austauschen kann.

Sie sind ein junges Paar, noch nicht sehr lange zusammen, aber es ist die erste richtig ernsthafte Beziehung von beiden. Sie sind beide sehr verliebt, sie treffen sich häufig nach der Schule, sie nehmen dieselbe U-Bahn nach Hause. Sie dreht sich auf der Rolltreppe zu ihm um, um ihm nahe zu sein. Sie blickt ihn zärtlich an und wischt ihm Essensreste aus dem Mundwinkel – und er weiß diese Geste nicht wirklich einzuordnen, es ist beinahe eine mütterliche Geste.

Lange war der alte Mann nicht mehr an dem Ort gewesen, an dem er solch einen bedeutenden Teil seines Lebens verbracht hatte, an dem seine Karriere begonnen hatte, damals als Neuling, kurz nach der Uni – an dem Ort, wo er seine ersten Erfolge gefeiert, Niederlagen durchlitten, wo er Menschen kennengelernt hatte, die ihm wichtig waren, wo er Feinden auf Augenhöhe begegnete und triumphale Erfolge feierte.

Aber der Ort hat seinen Glanz von damals verloren, heute geht es nur noch um den kurzfristigen Erfolg, Geld. Freunde zählen heute nichts mehr, es gibt keinen Respekt mehr vor dem Konkurrenten. Er trauert dieser Zeit hinterher.

Die junge Frau sitzt in einem Bus auf der Fahrt nach Hause, sie ist in ihren Roman vertieft. Vielleicht ist es eine traurige, melancholische Erzählung, eine emotionale Geschichte, die sie hineinzieht und die sie ihre Umgebung vergessen lässt. Doch da fällt ihr Blick nach draußen, es wird bereits dunkel und es herrscht eine düstere Atmosphäre. Für einen Augenblick vermischt sich in ihren Gedanken die Welt aus dem Roman mit der wirklichen Welt draußen.

~

Wie erzähle ich mit meinen Fotografien Geschichten? Wie funktioniert das, obwohl Fotografien nur den Bruchteil einer Sekunde zeigen?

Betrachten wir die Wahrnehmung eines Bildes als Prozess. Der Betrachter sieht sich ein Bild an, es löst in ihm Emotionen und Erinnerungen aus – und es ist in der Lage, Assoziationsketten in ihm anzustoßen. Der Betrachter wird zu einer aktiven Instanz in der Wahrnehmung eines Bildes.

Es sind Emotionen, die ich in meinen Bildern zeige, die diese Assoziationsketten anstoßen und die Geschichten in Gang bringen. Es sind Erinnerungen an Gerüche und Geräusche, die ein Bild auslöst. Es sind die Blicke der abgebildeten Personen, die der Betrachter zu deuten versucht und die ihm etwas über das Innenleben, die Gedanken der Protagonisten verraten.

Es sind Situationen, die einer Vor- und einer Nachgeschichte bedürfen, die den Erzählprozess im Betrachter auslösen. Und es sind Elemente, die im Unklaren gelassen werden; Geheimnisse, Rätsel, die Dinge, die im Dunkeln, im Schatten, in der Unschärfe, außerhalb des Bildrahmens bleiben.

Der Betrachter will diese Rätsel lösen. Aber das Bild wird diese fehlenden Informationen nicht liefern, egal wie lange er es ansieht. Daher beginnt er selbst, sich das Unerzählte zu erzählen: Mit seinen eigenen, persönlichen Geschichten, seinen eigenen Erinnerungen, seiner eigenen Fantasie.

Jede Geschichte sieht anders aus, sie ist beeinflusst von der Person des Rezipienten, von seiner Vergangenheit, von seinen Erfahrungen, von der Situation, in der er das Bild sieht. Der Betrachter wird damit Teil des Wahrnehmungsprozesses. Er wird Teil des Bildes.


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Das Unerklärliche. Fotografien von Alison Scarpulla

22 Oct

Taucht ein in die surreale Bildwelt von Alison Scarpulla, einer meiner Lieblingskünstlerinnen. Dort öffnet sich ein eigener Kosmos aus verzauberten Farbwelten, in der Menschen durch unfassbare Landschaften streifen und wo man seltsam anmutende Dinge beobachten kann.

Die Fenster in Alisons Welt lassen uns fast immer auf Schauplätze in der Natur blicken. Weitläufige Ebenen, mürrische Strände, undurchdringliche Dickichte, kahle Wälder mit Klauenästen wie direkt der Vorstellung eines Kindes entsprungen, dem gerade ein Märchen vorgelesen wird.

Der eigentliche Fokus, auch wenn man den Blick lange über Pflanzen, Wasser und Himmel streifen lassen kann, liegt doch auf einem Menschen. Ich würde Alisons Arbeiten als „surreale Portraits“ bezeichnen. Auch wenn die Gesichter oft nicht erkennbar oder abgewandt sind – es geht nicht um den konkreten Menschen, der dort abgebildet ist.

Es geht um das Gefühl, das entsteht, wenn wir uns in diesen Platzhalter projizieren. Seine Rolle einnehmen, plötzlich in diesem Wald stehen, der nach uns greift, durch eine bloße Handbewegung mit einem wabernden Riss in der Wahrnehmung spielen oder das majestätische Gefühl genießen, in einen Umhang gehüllt den morgendlich leeren Strand nur mit einem einzelnen, schneeweißen Schwan zu teilen.

Kleine, schicksalsträchtige Geschenke des Zufalls, der in diesem unvorstellbar großen Universum zu alltäglichen oder auch magischen Momenten führt. Alison hält letztere fest oder malt sie sich für uns aus, damit wir sie durch ihre Bilder erleben können.

Neben Menschen sind sie auch von scheinbar übernatürlichen Elementen, Nebeln oder in ihrer Form ausfransenden Wesen bevölkert, die außerhalb der Bildwelt die Frage aufwerfen, wie sie entstehen. Alison sagt, dass der Ausgangspunkt ihrer Kreationen immer ein Bild auf Film ist, sie sich aber nicht begrenzt: „Ich setze alle nötigen Mittel ein, um mein fertiges Bild zu produzieren.“

Meine Inspiration ist letztlich der menschliche Wille, zu kreieren. Fragen, die ich mir selbst stelle und die ich anderen durch meine Arbeit stellen möchte, sind: Was ist real? Was ist eine Illusion? Was ist unsere instinktive Natur als irdische Lebewesen? Was sind wir an der Wurzel? In wen und was können wir uns entwickeln? Was ist der nächste Schritt? Was ist das Unbekannte? Warum sind wir hier? Was ist unsere Bestimmung? Woher kommen wir?

Das Unerklärliche.

Ich bin unglaublich eingenommen von der Idee, Geschichten zu gestalten durch Bilder, die unser Verständnis davon, was real ist und was nicht, aufbrechen. Die Idee, allem beraubt zu sein, was uns beigebracht wurde. Im Chaos des Universums zu leben. Zersplitterte Realität. Alternative Dimensionen. Alles, was wir als Realität wahrnehmen, ist einfach nur: Eine Wahrnehmung. Welten durch Gedanken erschaffen. Bewusstsein verschiebt sich. Der Gott in jedem einzelnen von uns.

Ich liebe Farbe ebenso wie Strukturen und Geräusche. Meine Arbeit ist inspiriert von und reflektiert außerweltliche Naturphänomene, die sich mit unserer Realität verflechten.

Vieles von dem, was in Alisons Ideen, Inspirationen, ihrer Philosophie anklingt, steht meinen persönlichen, vor allem naturwissenschaftlich geprägten Überzeugungen diametral gegenüber. Meinen eigenen Verbindungspunkt zu dem, was sie schreibt und was ich in ihren Bildern schon vorher auch ohne ihre Worte gesehen habe, finde ich über das Gefühl, das sich beim Betrachten in mir entwickelt.

Naturwissenschaft, Rationalität, die Überzeugung, dass alles erklärbar – nur vielleicht beliebig komplex – ist, hin oder her: Der Tod, Vanitas, Schwermut, Melancholie beschäftigen auch mich, diese Themen sprechen mich auf einer emotionalen, vom bloßen Verstand getrennten Ebene an.

Und dann entsteht auch ein Kribbeln im Bauch. Das ist meine kindlich-angstfreie Neugier auf die Geheimnisse, die sich hinter den Kulissen unserer Welt verbergen, mit der ich früher durch die Natur gestreift bin, gleichzeitig Wunder und Erklärungen finden wollte. Ich musste nicht alles verstehen oder erforschen, sondern konnte dem großen, überwältigenden Ganzen auch einfach nur begegnen.

Diese Gefühle und Erinnerungen werden in mir sehr deutlich durch die so stark betonten Effekte, die von ihr nicht einfach subtil eingesetzt werden, um die vorhandene Bildstimmung zu unterstützen, sondern die nicht selten zu den Hauptakteuren der Bilder werden.

In Form von Leuchten, Glitzern, Nebelschwaden oder fremden Wesen manifestiert sich so der übernatürliche Einfluss, den Alison ineinandergreifenden alternativen Dimensionen zuschreiben mag und in denen ich selbst die Verbildlichung der Dinge sehe, die ich heute vielleicht noch nicht verstehe, aber kennenlernen und erforschen möchte.

Ich war sehr neugierig, was für ein Mensch sich hinter den Bildern verbirgt, die mich so faszinieren. Ich war sogar kurz davor, die Bilder überzuinterpretieren, was den Fotografen dahinter angeht. Natürlich verraten Fotos immer etwas über den, der sie macht – aber hätte ich richtig gelegen? Vermutlich nicht.

Alison Scarpulla ist gerade einmal 22 Jahre alt. Sie wuchs am Stadtrand von New York auf, hat nun einige Zeit in Cleveland gelebt und versucht im Moment, in den pazifischen Nordwesten umzuziehen. Zur Fotografie kam sie wie natürlich, als sie ein junger Teenager war. In der Highschool hat sie ein paar Kurse belegt, die ihr grundlegende fotografische Techniken beigebracht haben, mit denen sie dann experimentiert hat, bis sie daraus ihren eigenen Arbeitsprozess entwickelt hatte.

Ich habe es immer genossen, meine Realität so zu manipulieren, dass sie zu einer Welt wird, die ich mir ausgemalt habe – und Fotografie erlaubt mir, genau das zu tun. Es war und ist eine Tür raus aus dieser Welt und hinein in meine.

Die Fotos dieser Welt entstehen fast immer in Alisons Alltag, zusammen mit ihren engsten Freunden. Man könnte sagen, sie wartet einfach darauf, dass das Universum sich vor ihr entfaltet. Ihr Prozess beinhaltet, dass sie sich von ihrer Umgebung und Umwelt „einhüllen und verschlingen lässt, ihnen erlaubt, ihr Bewusstsein zu übernehmen.“ Ihre Bilder sind eine Einheit aus ihr und ihrer Umgebung.

Vor drei Wochen las ich in Alisons Flickrstream dann Folgendes:

[…] Ich kann gar nicht ausdrücken, wie nervenaufreibend und unvorhergesehen mein Leben sich in den letzten paar Monaten entwickelt hat. Im Moment versuche ich, meine zwei Füße wieder auf den Boden zu bekommen, werde aber im November mein Zuhause verlieren. Ich habe kein Geld und schulde meinem Vermieter 300 Dollar, weil ich einen Hund gerettet habe und ihn eine Woche bei mir wohnen ließ, bevor ich ein neues Zuhause für ihn gefunden hatte. […]

Meine fotografische Arbeit ist meine einzige Flucht. Meine wahre Leidenschaft und meine rettende Gnade. Den ganzen Tag lang tagträume ich davon, neue Fotos aufzunehmen und ich will nichts mehr, als neue Arbeiten für Euch alle zu produzieren. Ich hoffe, dass die nächsten Monate mir ein paar Möglichkeiten dafür bieten und dass ich imstande dazu sein werde, mich irgendwo niederzulassen und an vielen neuen Bildern zu arbeiten.

Endlich verlasse ich auch meine Behaglichkeitszone und arbeite an Interviews, Veröffentlichungen und hoffe, dass ich noch in diesem Jahr ein schönes Hardcover-Buch machen kann, um es Anfang 2013 zu veröffentlichen. Es gibt also viele Ideen, an denen ich arbeite und die nur ein bisschen Treibstoff brauchen. […]

Ich hatte Alison schon einmal geschrieben, ob sie nicht Lust auf ein Interview hätte, damals aber leider keine Antwort erhalten. Diese Worte von ihr ließen es mich erneut versuchen, weil mir damit auch klar wurde, warum sie wahrscheinlich keine Zeit für meine Anfrage hatte. Nun konnte ich ihr erneut ein Angebot machen, denn dieser Artikel hier soll ihr auch helfen.

Wenn Dich ihre Bilder also auch begeistern und Du Dir gern Arbeiten von großartigen Künstlern an die eigenen vier Wände hängst, ist jetzt genau der richtige Moment, Alison Scarpullas Shop bei Etsy zu besuchen. Mit dem Couponcode „VISIONS“ (im letzten Bestellschritt) gibt es dort derzeit noch einmal 20% Rabatt auf ihre ohnehin schon erschwinglichen Prints.

Alisons Dankbarkeit für alle, die ihre Bilder lieben oder sie erwerben, gibt es kostenlos dazu. Ihre Antwort auf meine Bestellung und das nochmalige Angebot – eigentlich fast eine Bitte – sie hier präsentieren zu dürfen, haben mein Herz in einen warmen Mantel gehüllt und auf flickr schreibt sie für alle:

Dankeschön. Ungemein. Unendlich.

Die Zitate von Alison habe ich aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.


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