
Gestern Abend wurde der Deutsche Fotobuchpreis 2016 verliehen. 22 Fotobücher wurden im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen mit „Gold“ und „Silber“ ausgezeichnet.
kwerfeldein – Fotografie Magazin | Fotocommunity

Gestern Abend wurde der Deutsche Fotobuchpreis 2016 verliehen. 22 Fotobücher wurden im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen mit „Gold“ und „Silber“ ausgezeichnet.
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Auch dieses Jahr wurde wieder der Deutsche Fotobuchpreis vergeben. Fünf Fotobücher wurden mit dem Deutschen Fotobuchpreis 2015 in GOLD ausgezeichnet, die wir im Folgenden kurz vorstellen. Wer sich für alle Nominierten interessiert und die Gewinner der Silber-Preise, dem legen wir die Homepage des Deutschen Fotobuchpreises nahe.
War Porn*
Wäre auch verrückt, wenn es dieses Buch nicht geschafft hätte eine Gold-Auszeichnung zu bekommen. Es war wohl das meistbesprochene Fotobuch des Jahres. Auch unser Herausgeber hat zu dem Bildband von Christoph Bangert eine Rezension geschrieben.
Bangert sieht sich ständig der Zensur seiner Bilder ausgesetzt. Kriegsaufnahmen werden oft nicht publiziert, da Bildredakteure entscheiden, was zu krass ist und was nicht. In diesem Buch gibt es keine Zensur. Es wird alles gezeigt und kein Bild ausgelassen, weil es zu heftig ist.
Erschienen ist es im Kehrer Verlag. Kostenpunkt: 29,90 Euro.


Only God Can Judge Me*
Der Schweizer Fotograf Matthieu Gafsou tauchte über ein Jahr lang in das Leben von Suchtkranken ein. Seine Fotografien enthüllen dabei die Nacht, zeigen das Abhandenkommen von Moral und eine veränderte Wirklichkeit.
Neben Portraits finden sich Stillleben von alltäglichen Dingen sowie abstrakte Bilder. Einen guten Einblick bekommt man auf der Homepage des Fotografen.
Das Buch ist ebenfalls im Kehrer Verlag erschienen und kostet 39,90 Euro.
Hidden Islam*
Der junge Verlag Rorhof hat mit dem Buch Hidden Islam von Nicoló Degiorgis einen Gewinnertitel eingereicht. Es zeigt improvisierte Gebetshäuser. Sie finden sich in Garagen, Wohungen und leer stehenden Geschäften. In Italien gibt es nur acht offizielle Moscheen, obwohl dort 1,35 Millionen Moslems leben.
Das Konzept des Buches überzeugt. Es besteht aus aufklappbaren Seiten. Zunächst sieht man die einfachen Schwarzweißaufnahmen der Gebäude, die nicht verraten, was sich in ihnen verbirgt. Klappt man die Seiten auf, erscheinen farbige Aufnahmen des Inneren.
Das Buch enthält ein Vorwort von Martin Parr. Es kostet 58,91 Euro.


Buffalo Ballad*
Nur ein Buch hat es in der Kategorie „Coffee Table Book“ zu einer Goldauszeichnung geschafft: „Buffalo Ballad“ von Heidi und Hans-Jürgen Koch. Es zeigt die Schönheit der riesigen Tiere, die noch vor nicht allzu langer Zeit zu Millionen über die Prärien Nordamerikas zogen und heute vor der Ausrottung stehen. Die Aufnahmen stammen aus Naturschutzgebieten in North und South Dakota, Colorado, Wyoming und Montana.
Auf 208 Seiten im großen Format von 30 x 36 cm beeindrucken die Bilder sehr. Das Buch ist im Verlag Lammerhuber erschienen und kostet 99 Euro.
Minutes to Midnight*
Der Bildband „Minutes to Midnight“ des Magnum-Fotografen Trent Parke verspricht 90.000 km Abenteuer quer durch Australien. Ein Portrait eines stolzen und unruhigen Kontinents, der seine Identität aus verschiedensten Kulturen und Traditionen zieht.
Erschienen ist es bereits in der zweiten Auflage im Steidl Verlag und kostet 38 Euro.

Alle prämierten und nominierten Titel bilden zusammen die Wanderausstellung „Deutscher Fotobuchpreis 2015“, die unmittelbar nach der Preisverleihung am 14. November 2014 eröffnet wird. Diese Ausstellung ist noch bis zum 7. Dezember 2014 auf den Stuttgarter Buchwochen zu sehen. Anschließend wird sie an verschiedenen Orten im In- und Ausland gezeigt.
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Wir lieben Bildbände. Und gerade zur dunklen Jahreszeit ist es wunderbar, mit einem dicken Buch und einer warmen Decke dem finsteren, nassen Wetter zu trotzen.
Der Deutsche Fotobuchpreis wird jährlich verliehen und bietet eine ganz wunderbare Inspiration, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich ein neues Werk zuzulegen. Günstig sind gute Bildbände nicht, aber vielleicht habt Ihr ja noch ein wenig Platz auf Eurem Wunschzettel, sodass Ihr Euch Eure Lieblingsbücher einfach schenken lassen könnt.
In der Kategorie „konzeptionell-künstlerische Fotobildbände“ wurden folgende vier Bücher mit Gold prämiert:
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Mars – Eine fotografische Entdeckung* |
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Nine Nameless Mountains* |
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In and Out of Fashion* |
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Hustlers* |
In der Kategorie „Coffee Table Books“ wurden diese drei Werke mit Gold ausgezeichnet:
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Große Fotografen* |
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Common Pavilions* |
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Before They Pass Away* |
Die Siegertitel aus der Kategorie „Fotogeschichte“ sind Folgende:
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Rise and Fall of Apartheid: |
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Idylle + Desaster. |
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The Black Photo Album / Look at Me: 1890 – 1950* |
Ganz vorn dabei sind die großen Verlage wie Prestel und Steidl. Aber gerade bei den mit Silber ausgezeichneten Büchern, die wir hier aufgrund der schieren Anzahl nicht aufführen konnten, sind noch einige unbekanntere Perlen dabei.
Unter anderem auch das Buch „Nowhere“ von Leon Kirchlechner aus der Kooperation von dienacht Publishing und Der Greif, das wir bereits vorgestellt haben. Alle Gewinner findet Ihr auf der Webseite des Deutschen Fotobuchpreises.
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Ich mochte die Fotografie nie, nicht um der Fotografie willen, jedenfalls. Ich mag das Objekt. Ich mag Fotografien, wenn man sie in der Hand hält.
– Robert Mapplethorpe
Fotografien zum In-der-Hand-Halten. Das Fühlen, Blättern und Riechen allein macht einen Bildband schon zu etwas Besonderem. Aber nicht nur das. Der Deutsche Fotobuchpreis prämiert jährlich Fotobücher. Aus 173 nominierten Titeln erhielten gestern Abend 22 Fotobücher das Prädikat „Sieger Deutscher Fotobuchpreis 2013“. Fünf davon wurden mit Gold, 17 mit Silber ausgezeichnet.
Da die Teilnahme am Wettbewerb einen kleinen Beitrag kostet und erst ab einer Auflage von 500 Exemplaren möglich ist, liegen die bekannten, großen Verläge weit vorne. Besonders der Hatje-Cantz-Verlag und Steidl stechen aus der Masse hervor.
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In der Kategorie „Fotobildbände“ wurden folgende drei Werke mit Gold prämiert:
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Poppy Trails of Afghan Heroin* |
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Darkroom* |
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hier weit entfernt* |
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In der Kategorie „Fotogeschichte & Fototheorie“ erhielten Gold:
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Nostalgia: Das Russland von Zar Nikolaus II.* |
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Documenting Science* |
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Die 17 Silber-Preisträger findet Ihr auf der Seite des Deutschen Fotobuchpreises. Wir haben überlegt, ob wir etwas zu den einzelnen Bänden schreiben sollten. Da wir jedoch kaum eines bisher selbst im Regal stehen haben, werden wir die Gewinnerbücher in der nächsten Zeit erst einmal genauer unter die Lupe nehmen und wenn sie uns gefallen, natürlich auch rezensieren.
Ohne Bedenken empfehlen können wir auf jeden Fall „Gärtners Reise“* von Sibylle Fendt, das unser Redakteur Robert Herrmann mit seiner Spürnase für besondere Fotobücher bereits in der Vergangenheit für Euch rezensiert hat.
Kennt Ihr vielleicht eines der Fotobücher aus erster Hand und könnt mehr darüber erzählen, wie es Euch gefallen hat? Oder interessiert Euch eines der Bücher besonders, das wir zuerst für eine Rezension ansehen sollen?
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